Die Präsentation wird geladen. Bitte warten

Die Präsentation wird geladen. Bitte warten

Internationales Zivilprozessrecht IZPR Ausgangspunkt: anwendbares Verfahrensrecht bei Befassung der eigenen Gerichte mit Auslandsbezug Int. Zivilverfahrensrecht:

Ähnliche Präsentationen


Präsentation zum Thema: "Internationales Zivilprozessrecht IZPR Ausgangspunkt: anwendbares Verfahrensrecht bei Befassung der eigenen Gerichte mit Auslandsbezug Int. Zivilverfahrensrecht:"—  Präsentation transkript:

1 Internationales Zivilprozessrecht IZPR Ausgangspunkt: anwendbares Verfahrensrecht bei Befassung der eigenen Gerichte mit Auslandsbezug Int. Zivilverfahrensrecht: + FamFG, Schiedsverfahren, Insolvenz Kollisionsrechtlicher Ansatz: lex fori auch für Qualifikation Verfahren // materiell ggf ausländisches Recht: - Klagbarkeit (lex causae) - Gestaltung (lex causae) - Unterlassungsklagen - Partei/Prozessfähigkeit - Prorogationsvertrag Themen: -Gerichtsbarkeit -internat/le Zuständigkeit - Anerkennung auslän- discher Entscheidungen - Auslandszustellung - Ausländer als Verfahrensbeteiligte

2 IZVR: Völkerverträge EuGVÜ v 1968 mit BeitrittsÜbken Brüssel I Übereinkommen aufgrund Art 220 EWGV/Art 293 EGV; Internationale Zuständigkeit / Urteilsanerkennung Beitrittsverhandlungen mit neuen EU-Mitgliedern Auslegung durch EuGH: Vorlageverfahren aufgrund Auslegungsprotokoll (wie VOen nach Art 267 AEUV) LuganoÜ 1988 Parallel zu EuGVÜ, auch für EWR und CH HaagZustÜbk 1965 Haager Übk das exklusiv die internationaler Zustellung zw Vertragsstaaten regelt / Bedeutung für Anerkennung ! Haager KSÜ 1996 Internationale Zuständigkeit für Schutzmaßnahmen über Minder- jährige; löste 2011 das Haager MSA 1961 ab UN-Unterhalt Übk 1956 (EWG-Unter- haltÜbk 1990) Rechtshilfe bei Geltendmachung von Unterhaltsansprüchen [Brüssel II] 1998Wie Brüssel I, jedoch für Ehesachen Brüssel I-VO Brüssel Ia-VO Ab : Brüssel II-VO Ab : EG-ZustVO LuganoÜ 2007 Parallel zu Brüssel I-VO iV zu Vertragsstaaten

3 EuZPR VO EG Nr 44/2001: Zuständigkeit/Anerkennung/Vollstreckung in Zivilsachen: Brüssel I-VO ( ); Brüssel Ia-VO ( ) VO EG Nr 2201/2003: Zuständigkeit/Anerkennung/Vollstreckung in Ehesachen und Sorgerecht : Brüssel IIa-VO ( ) VO EG Nr 1348/2000: Zustellung gerichtlicher und außergerichtlicher Schriftstücke: EG-ZustVO ( ) VO EG Nr 1206/2001: Zusammenarbeit auf dem Gebiet der Beweisaufnahme: EG-BeweisVO ( ) VO EG Nr 805/2004: Europäischer Vollstreckungstitel für unbestrittene Forderungen ( ) VO EG Nr 1896/2006: Europäisches Mahnverfahren ( ) VO EG Nr 4/2009: Zuständigkeit, Anerkennung/Vollstreckung + IPR in Unterhaltssachen ( , mit IPR in Haager Protokoll in Kr) VO EG Nr 861/2007: Bagatellverfahren ( ) VO EG Nr 650/2012: Zuständigkeit, Anerkennung/Vollstreckung + IPR in Erbsachen ( )

4 z.B.VO Nr 44/2001: Brüssel I-VO Inkrafttreten: Rechtsgrundlage: Art 61 c, 65, 67 Abs 1 EGV (spätere Voen: Art 67 ff AEUV) Automatische Geltung als EG-Recht aber Art 61 lit c ff EGV aF: - UK/EIR haben optiert - DK nicht Mitgliedstaat (könnte nach AEUV Option wählen) aber Vereinbarung zur Anwendung (nur Br I-VO) Auslegung: -EuGH unmittelbar, da sekundäres EG-Recht -Durch Art. 68 EGV auf Letztinstanz eingeschränktes Vorabentscheidungsverfahren (Art. 234 EGV) -Keine Einschränkung in Art. 267 AEUV

5 Gerichtsbarkeit Befugnis eines Staates bzgl bestimmter Personen oder Sachen Recht zu sprechen GrenzenTerritorialiät Minimum contacts Immunität, Exterritorialität Staatenimmunität: Prozess: acta iure imperii Vollstreckung: hoheitliche Funktion des Vollstreckungsobjekts Diplomaten, Konsuln: §§ 18, 19 GVG, Wiener Übk 1961/1963: Diplomaten u Angehörige, Konsularbeamte Einschränkung: nicht Immobiliarsachen, Erbsachen, privates Gewerbe, Beruf

6 Haager Zustellungsübereinkommen Ersuchender Staat Ersuchter Staat Zentrale Behörde Art 2 übermittelt an Zentrale Behörde stellt zu Art 5 Abs 1 a: Form des Rechts des ersuchten Staates Art 5 Abs 1 b: vom ersuchenden Staat gewünschte Form Art 5 Abs 2: Übergabe an Annahmebereiten Übersetzung kann verlangt werden Art 5 Abs 3 übermittelt Zustellungszeugnis Art 6 Unmittelbar durch Post Art 10 lit a -wenn zulässig im Recht des Ursprungsstaates -und kein Widerspruch des Zustellungsstaates Nicht nach Deutschland: § 6 S 2AusfG

7 EG-ZustVO Nr 1393/2007 Übermittlungsstelle (Art 2 I) Übermittlungsmitgliedstaat Empfangsstelle (Art 2 II) EmpfangsMitgliedstaat Unmittelbar, so schnell wie möglich lesbar/übereinstimmend: Telefax ja (Art 4) Bestätigung innerhalb 7 Tagen (Art 6 I) Übersetzung: Empfänger kann Annahme verweigern oder binnen 1 Woche zurücksenden, wenn nicht: - Amtssprache Empfangsstaat - Sprache Übermittlungsstaat, die Empfänger versteht (Art 8) Zustellungsform: - Recht des Empfangsstaates oder - besondere von Übermittlungsstelle gewünschte Form (Art 7 I) - Beschleunigung: 1 Monat (Art 7 II) übermittelt Bescheinigung (Art 10) Andere zulässige Zustellungswege: Konsularisch, Vorbehalt: nur eigene StA (Art 13) durch Post: mit Ebf/Rückschein (Art 14) Ersetzt ab : VO 1348/2000 ( )

8 Auslandszustellung ZPO Wenn Bestimmungsstaat nicht Vertragsstaat des Haager Übk und nicht Mitgliedstaat der EG-ZustVO Im Ausland (§ 183 ZPO): - diplomatisches Ersuchen an Zustellungsstaat - durch deutschen Vertreter in der deutschen Botschaft (Freiwilligkeit) - neu: Einschreiben/Rückschein Öffentlich in D: - § 185 Nr 1 ZPO: unbekannter Aufenthalt! - § 185 Nr 2 ZPO: Unausführbarkeit bei Juristischer Person - § 185 Nr 3, 4 ZPO: Unausführbarkeit, mangelnde Erfolgsaussicht der Auslandszustellung oder Immunität der Adresse Fiktiv im Inland: - nicht zur Einleitung des Verfahrens - § 184 Abs 1 ZPO: wenn auf Aufforderung kein inländischer Zustellungsbevollmächtigter benannt, durch Aufgabe zur Post

9 Ausländersicherheit § 110 ZPO Gewöhnlicher Aufenthalt Kläger außerhalb EU oder EWR + Verlangen des Beklagten Sicherheitsleistung (§ 108 ZPO) wg Prozesskosten Abs 1 Ausnahmen Abs 2 1. Völkervertragliche Verbürgung der Befreiung 2. Völkervertragliche Verbürgung der Vollstreckung 3. Ausreichendes Inlandsvermögen 4. Widerklage 5. Klage auf öffentliche Aufforderung

10 Ausländisches Recht vor deutschen Gerichten Behandlung als Recht, nicht als Tatsache - keine Beibringungslast, Beweislast - kein Geständnis, Anerkenntnis - ggf stillschweigende Wahl deutschen Rechts Aber der Beweiserhebung zugänglich - Kenntnis des Richters nicht vorauszusetzen - Sachverständigenbeweis - Auskünfte nach Europäischem Übk betr Auskünfte über ausländisches Recht Umfang der Ermittlung - Ermittlung von Amts wegen - Rechtspraxis, nicht law in the books Rechtsmittel- volle Überprüfung in Berufung - keine Revision der Auslegung (§ 545 Abs 1 ZPO, strittig) - aber Revision wegen unzureichender Ermittlung

11 Brüsseler EWG-Übk 1968 Brüssel I-VO (EG 44/2001) Brüssel Ia-VO (EU 1215/2012) Überleitung zum Art 66 Brüssel I-VO Überleitung zum Art 66 Brüssel Ia-VO

12 Brüssel I-VO Sachlicher Anwendungsbereich Art 1 Abs 1 S 1 (= Brüssel Ia)Zivil- und Handelssachen autonome Auslegung = kein Rückgriff auf nationales Recht Abgrenzungsbedarf, wenn Behörde und Privater Partei sind: nur dann keine Zivilsache, wenn der Rechtsstreit im Zusammenhang mit Ausübung hoheitlicher Befugnisse steht Keine Zivilsache: LTU/Eurocontrol, Luftsicherungsgebühren Zivilsache: Sonntag/Waidmann, Schadensersatzanspruch gegen beamteten Lehrer wg Aufsichtspflichtverletzung Ausdrücklich ausgenommen: Steuer- und Zollsachen (Verwaltungssachen ist nicht abgrenzungstauglich) Abs 1 S 2

13 Brüssel I-VO Sachlicher Anwendungsbereich-Ausnahmen Art 1 Abs 2 Nr 1: Personenstand..., eheliche Güterstände, Erbrecht Status nur als Verfahrensgegenstand, nicht als Vorfrage ausgenommen De Cavel II: Folgesachen selbständig De Cavel I: autonom auszulegen: vermögensrechtliche Beziehungen, die sich unmittelbar aus der Ehe (-auflösung) ergeben Nr 2: Konkurse, Vergleiche u.ä.EG-InsolvenzVO ( ) Ehe: Brüssel IIa-VO Gourdain/Nadler:Verfahren beruhend auf Zahlungseinstellung oder Krediterschütterung zum Zweck kollektiver Vermögensliquidierung Nr 3: Soziale Sicherheit Ansprüche gegen einen Leistungsträger, der kein Vertragspartner ist klarstellend, soweit nicht öffentlich-rechtlich Nr 4: Schiedsgerichtsbarkeit M Rich/SI Impianti: auch SchiedsVerf vorbereitende staatliche Verfahren Nicht: Schiedsklausel als Einwendung Beachte ab EG-UntVO dazu Art 1 Abs 2 lit e Brüssel Ia

14 Brüssel I-VO Räumlich-persönlicher Anwendungsbereich Art 3, 4 = Art 5, 6 Br Ia-VO kein ungeschriebenes Erfordernis des Auslands/Mitgliedstaatsbezugs Zuständigkeit Art 3, 4 und ausdrückliche Ausnahmen (zB Art 5, 22 VO) AnerkennungEntscheidungen aus Mitgliedstaat (Art 33 Brüssel I- VO) RechtshängigkeitVerfahren in Mitgliedstaat (Art 25 ff Brüssel I-VO) Grundsatz: Brüssel I-VO bestimmt (internationale) Zuständigkeit, wenn... Beklagtenwohnsitz in Mitgliedstaat Art 3 Abs 1 Lex fori bestimmt Zuständigkeit Kein Wohnsitz des Beklagten in einem Mitgliedstaat Art 4 Abs 1 Wohnsitz: Art 59 natürliche Person Art 60 juristische Person Mit Ausdehnung in Art 3 Abs 2 genannter exorbitanter Zuständig- keiten auf EU-Bewohner Art 4 Abs 2

15 Brüssel I-VO: Gerichtsstandssystem Art 2 ff Art 2: BeklagtenwohnsitzAllgemeiner Gerichtsstand Art 5, 6: Besondere Zuständigkeiten kumulativ zu Art 2 nach Wahl des Klägers bestimmter Bezug des Sachverhalts: Sachnähe angestrebt Art 22: ausschließ- liche Zuständigkeiten Art 23: Gerichts- standsvereinbarung Verdrängt Art 2 immer regelmäßig (Art 23 Abs 1 S 2) Art 8 ff, 15 ff, 18 f: besondere Zuständig- keitsordnungen: Verbrauchersachen Versicherungssachen Arbeitnehmer Verdrängt Art 2, 5, 6, 23, soweit nicht ausdrücklich dort vorbehalten

16 Fakultative besondere Gerichtsstände Art 5 Brüssel I- VO Gemeinsame Voraussetzung: Beklagtenwohnsitz in einem Mitgliedstaat/ Gericht in einem anderen Mitgliedstaat Art 5 S 1 Nr 1 Vertrag: Erfüllungsort Nr 2 Unterhalt: Klägerwohnsitz Ab : Art 3 EG-UntVO Nr 3 Delikt: Deliktsort Nr 4 Adhäsionsklage: bei Strafgericht Nr 5 Zweig- niederlassung: deren Sitz Nr 6 Trust: dessen Sitz Nr 7 Bergelohn: Arrestort

17 Art 5 Nr 1: Erfüllungsortgerichtsstand: Entwicklung EuGVÜ Anspruch aus Vertrag - Peters: autonome Auslegung: Ansprüche aufgrund bestehender vertraglicher Sonderbeziehung - auch Streit um Bestehen eines Vertrages - Keine Annexzuständigkeit für konkurrierende Deliktsansprüche maßgebliche Verpflichtung - De Bloos: nicht vertragsprägende Verpflichtung, sondern Hauptpflicht, die Gegenstand der Klage ist deren Erfüllungsort - auch örtliche Zuständigkeit! - Tessili: nicht vertragsautonom, sondern nach dem gemäß IPR der lex fori anwendbaren Vertragsstatut - Custom Made Comm: auch Art 57 Abs 1 CISG (Geldschuld=Bringschuld) - Zelger: auch vereinbarter Erfüllungsort - Mainschiff-G: aber nicht, wenn nur zur Gerichtsstandsbeeinflussung

18 Art 5 Nr 1 Brüssel I-VO Umkehr zu einer autonomen Erfüllungsortbestimmung - für Verkauf beweglicher Sachen: Lieferort - für Dienstleistungen: Erbringungsort Vereinbarung (nur einheitliche?) vorbehalten Alte Systematik nur für andere Vertragstypen Art 5 Nr 1 b Brüssel I-VO Art 5 Nr 1 c Brüssel I-VO Individualarbeitsvertrag - neuer Abschnitt (Art 18 bis 21 Brüssel I-VO), wie für Verbraucher und Versicherte

19 Unterhaltsgerichtsstand Seit : EG-UntVO Unterhaltssache Art 1Autonom auszulegen: familienrechtlicher Anspruch zur Lebensunterhaltssicherung Örtliche u internationale Zuständigkeit Art 3 Gewöhnlicher Aufenthalt des Beklagten gewöhnlicher Aufenthalt des Gläubigers Unterhaltsschuldner als Kläger Geklärt: Art 3 lit a und lit b in diesem Fall nur gew Aufenthalt des Unterhaltsberechtigten Unterhaltsregress Dritter übergegangener Unterhaltsanspruch nicht im Gerichtsstand des Art 3 lit b, wenn Behörde Unterhalt als Folgesache (Scheidung, Abstammung, Kindschaft)Art 3 lit c, d -Hauptverfahren nach Brüssel IIa.-VO - Aber nationale Unterhalts- Verbundzuständigkeit wird erstreckt Gerichtsstandsverein- barung Art 4 Aufenthalt – StA – Ehesachen (Abs 1) Schriftform (auch !!) (Abs 2) Auffang-/Notzuständigkeitda EG-UntVO räumlich unbeschränkt

20 Deliktsgerichtsstand Art 5 Nr 3 Brüssel I-VO Unerlaubte Handlung/ gleichgestellte Handlungen Kalfelis:Schadenshaftung, die nicht an einen Vertrag iSd Nr 1 anknüpft Ort des schädigenden Ereignisses Handlungsort/ Erfolgsort (Distanzdelikt) Mines Potasse: Wahl des Geschädigten Streudelikt, insbes Ehr-/ Pressedelikt Fiona Shevill: Wahl des Geschädigten, aber nur im jeweiligen Land entstandener Schaden Mittelbare Schäden/ Vermögensschäden Marinari: auch reine V. schäden gerichts- standsbegründend, aber nur primäre, nicht mittelbare (bei Dritten) Anspruchskonkurrenz mit vertraglichen Ansprüchen: Deliktsgerichtsstand nur für deliktische Ansprüche, keine akzessorische Zuständigkeit Auch vorbeugende Ansprüche

21 Adhäsionsverfahren Art 5 Nr 4 Brüssel I-VO Strafgericht, bei dem öffentliche Strafklage erhoben ist Zuständig auch für Schadensersatzanspruch, wenn nach lex fori hierfür zuständig Konkurriert zu Art 5 Nr 3 - Art der Gerichtsbarkeit dort von der lex fori bestimmt Schutz des Angeklagten als zivilrechtlich Beklagter Bei Fahrlässigkeitstat kann sich der Angeklagte hinsichtlich der Zivilklage jedenfalls vertreten lassen (zu eng, vgl Krombach/Bamberski) Anordnung persönlichen Erscheinens: Vollstreckungshindernis Art 61 Brüssel I-VO

22 Niederlassungsgerichtsstand Art 5 Nr 5 Brüssel I-VO Nicht bezogen auf bestimmte Streitgegenstände Stammhaus=Beklagter Zweigniederlassung, Agentur Sitz in einem anderen Mitgliedstaat (Art 5 Satz 1) Schutzlücke bei Stamm- haus außerhalb EU Sitz im Gerichtsstaat Streitigkeit aus dem Betrieb der Zweigniedlg/Agentur Blanckaert: Autonome Auslegung: - Geschäftstätigkeit - eigene Geschäftsführung - unter Aufsicht des Stammhauses Somafer: - Rechte und Pflichten aus Führung der Niederlassung - Verbindlichkeiten aus deren Geschäftstätigkeit

23 Streitgenossenschaft Art 6 Nr 1 Brüssel I-VO Grundvoraussetzung Art 6 S 1: Beklagtenwohnsitz in Mitgliedstaat // Art 5: nicht notwendig in anderem Mitgliedstaat Klage gegen mehrere Personen vor Gericht des Art 2 für einen Bekl. (auch örtlich) Mitbeklagter von außerhalb EU ist gegen Art 6 geschützt! oder: analoge Anw. Keine Streitgenossenschaft in besonderen Gerichtsständen! (Ablasgracht V002) Konnexität Kalfelis: Zusammenhang iSd Art 28 Abs 3 VO: Vermeidung faktisch widersprüchlicher Entscheidungen Früher hM: Missbrauchsklausel analog? Freeport: nein Keine Streitgenossenschaft, wenn Klage gegen den Erstbeklagten nur, um den Zweitbeklagten dessen allgemeiner Zust. zu entziehen Art 6 Nr 1 Hs 2 Brüssel I-VO

24 Gewährleistung und Intervention Art 6 Nr 2 Brüssel1-VO aber: in anderen Mitgliedstaaten ergangenes Urteil ist anerkennungsfähig, Art 65 Abs 2 Brüssel I-VO Kläger= Besteller Beklagter= Werkunternehmer F F: Gewährleistung Architekt F: Intervention Art 65 Brüssel I-VO: in A, H und D: Nicht anzuwenden, sondern Streitverkündung

25 Widerklage Art 6 Nr 3 Brüssel I-VO Begriff Widerklage autonom auszulegen: nur zwischen Parteien, keine Drittwiderklage Zusammenhang:derselbe Vertrag, derselbe Sachverhalt Zuständigkeit: Gericht der Hauptklage für konnexe Widerklage Nicht konnexe Widerklage Keine Zuständigkeit aus Art 6 Nr 3, aber zulässig, wenn Zuständigkeit nach Art 2, 5... Prozessauf- rechnung Danvearn:Aufrechnung ist Verteidigung, erfordert daher keine (Wider) Klage- zuständigkeit Anders BGH zu § 33 ZPO, auch wenn WiderBekl aus Mitgliedstaat

26 Vertragsklage im dinglichen Gerichtsstand Art 6 Nr 4 Brüssel I-VO Vertraglicher Anspruch + Verbindung mit Klage über dingliche Immobiliarrechte zulässig Nicht autonom zu bestimmen, sondern nach lex rei sitae + selber Beklagter Zuständigkeit des Gerichts der belegenen Sache (vgl Art 22 Nr 1 VO) Keine ausschließliche Zuständigkeit für die Vertragsklage Kläger kann dingliche Klage im Gerichtsstand des Art 22 Nr 1 VO und Vertragsklage im Gerichtsstand des Art 2 oder des Art 5 Nr 1 erheben zB: Klage aus Forderung und Hypothek, wenn der Eigentümer zugleich persönlicher Schuldner ist

27 Ausschließliche Gerichtsstände Enumerierte Fälle besonders enger Beziehung/Hoheitsinteressen Art 22 VO regelt immer nur die internationale Zuständigkeit Art 22 VO gilt ohne Rücksicht auf den Wohnsitz Also auch für Beklagte mit Wohnsitz außerhalb Mitgliedstaaten Aber: Art 22VO begründet nur Zuständigkeiten in einem Mitgliedstaat Prozessuale Folge in Art 25 VO speziell geregelt: Gerichte eines anderen Mitgliedstaates nach Art 22 VO ausschließlich zuständig Art 25 VO: angerufenes Gericht erklärt sich für unzuständig D: = Abweisung als unzulässig zB: Klage über russisches Grundstück: Wohnsitzgerichtsstand Art 22 Brüssel I-VO

28 Dingliche Rechte, Miete, Pacht Unbewegliche Sache / dingliches Recht oder Miete, Pacht Nach lex rei sitae Autonom (Lieber): dingliches Recht wirkt gegen jedermann //schuldrechtlicher Anspruch nur gegen Schuldner Autonom (Rösler): Streit über Bestehen und Streit über Ansprüche aus entgeltlicher Überlassung von Immobilien Nicht erfasst: Nutzungsentschädigung Anspruch auf Übertragung dingl. Rechts Ferienwohnungen: Rösler: uneingeschränkt Hacker: nicht Vertrag über gewerbliche Vermittlung von FeWo Aber Art 22 Nr 1 S 2: unter 6 Monate + Mieter natürliche Person + Wohnsitz im selben Mitgliedstaat Abweichung Art 16 Nr 1 LuganoÜ aF in LuganoÜ 2007 entfallen Art 22 Nr 1 Brüssel I-VO

29 Weitere ausschließliche Gerichtsstände Nr 2 Gesellschaften: Gültigkeit/Nichtigkeit/Auflösung Nicht: Register/Insolvenz/Gesellschafterklagen Nr 3Gültigkeit von Registereintragungen Zuständig: Gerichte im Sitzstaat (Sitz Art 60 Brüssel I-VO) Zuständig: Gerichte im Registerstaat Nr 4Eintragung/Gültigkeit von Patenten/Warenzeichen/Mustern Dujnstee: Gültigkeit = Bestehen/Erlöschen/Prioritätsrecht Zuständig: Gerichte des Registrierungsstaates Nr 5 Zwangsvollstreckungssachen = Zwangsmittel zur Herausgabe oder Pfändung Nicht: materiellrechtliche Duldungsverfahren (Hypothek) Nicht: Vollstreckbarerklärung ausl. Titel (Art 38 ff Brüssel I-VO) Zuständig: Gerichte des Vollstreckungsstaates Art 22 Nr 2 – 5 Brüssel I-VO Art 22 Nr 4 S 2 Brüssel I-VO: europäische Patente: Geltungsstaat

30 Gerichtsstandsvereinbarung FormZulässigkeit Art 23 VO verdrängt Nationale Formvorschriften Nationale Beschränkungen des Personenkreises (zB § 38 ZPO) ? Zustandekommen und Inhalt des Prorogationsvertrages (zB §§ 307 ff BGB) Art 23 VO abschließend bzgl Einbeziehungs- und Inhaltskontrolle Räumlicher Anwendungsbereich Mindestens eine Partei Wohnsitz in Mitgliedstaat und Zuständigkeit Gericht(e) eines Mitgliedstaats und irgendein Auslandsbezug: - Wohnsitz einer Partei im Ausland - Derogation ausländischer Zuständigkeit Art 23 Brüssel I-VO

31 Gerichtsstandsvereinbarung Intertemporale Geltung -Art 23 VO: Klageerhebung nach Inkrafttreten -vorher wirksame Vereinbarung bleibt wirksam -vorher unwirksame kann wirksam werden! entstandenes/ bestimmtes Rechtsverhältnis Bei vorheriger Vereinbarung: Powell Duffryn: Geltung für alle Streitigkeiten aus einem Rechtsverhältnis als solchem genügt (Auslegungsfrage) bestimmtes Gericht -Einzelnes Gericht -oder Gerichte eines Mitgliedstaates -Bestimmbarkeit genügt -nicht bei freier Wahl durch eine Partei

32 Gerichtsstandsvereinbarung a) schriftlich Individualvereinbarung:-schriftliche Erklärung beider Seiten -nicht notwendig eine Urkunde AGB:- ausdrücklicher Hinweis auf Gerichtsstandsklausel - danach schriftliche Vertragsannahme des anderen Teils - Colzani: Bezugnahme auf Angebot genügt Form sichert Vereinbarung...oder mündlich mit schriftlicher Bestätigung Individualvereinbarung: -mündliche Einigung (fehlt bei kaufm. Bestätigungsschreiben) - Schriftlichkeit von einer Seite, spätere Rolle im Prozess unerheblich AGB: - Hinweis und Kenntnisnahmemöglichkeit vor Annahme - dann genügt mündl Annahme bei schriftlichen AGB Segoura: nicht bei Übermittlung nach Vertragsschluss Art 23 Abs 2 Brüssel I-VO: dauerhaft aufzeichnungsfähige

33 Gerichtsstandsvereinbarung b) Gepflogenheiten...zwischen den Parteien... Anpassung an Segoura: widerspruchslose Hinnahme einseitiger AGB- Bestätigung kann in laufenden Geschäftsbeziehungen Vereinbarung sein c)...Handelsbrauch... Erklärtes Ziel: Problem des kaufm. Bestätigungsschreibens zu lösen aber: diese Form ist nicht mehr Indiz für eine wirkliche Vereinbarung Trasp. Castelletti: Handelsbrauch: allgemein/regelmäßig bestimmtes Verhalten, nicht für bestimmte/alle V.staaten, keine Publizitätsform Kenntnis: steht fest bei konsolidierter Praxis im Geschäftszweig/bei bestimmter Vertragsart Internationaler Handel: ausschließlich nach Geschäftszweig zu beurteilen, nationale Besonderheiten ohne Belang

34 Gerichtsstandsvereinbarung Wirkungen Prorogierend: begründet den gewählten Gerichtsstand Derogierend: beseitigt alle anderen Gerichtsstände Art 23 Abs 1 S 2 VO: im Zweifel ausschließlich Derogierende Wirkung-Art 26 VO: derogiertes Gericht erklärt sich auf Rüge oder Nichteinlassung für unzuständig Reichweite - keine Prorogation/Derogation gegen Art 22 VO - erfasst auch konkurrierende (Delikts-)Ansprüche - auch bei Widerklage, nicht bei Aufrechnung Art 23 Abs 1 S 2 VO abweichende Vereinbarung möglich

35 Gerichtsstandsvereinbarung Wirken inter partes, für Dritte ausnahmsweise: - Gerling: G.vereinbarung zugunsten Dritter - Powell Duffryn: Bindet alle Gesellschafter, wenn in Gesellschaftsvertrag - Art 23 Abs 5 VO: bindet alle Beteiligten, wenn in schriftlichen trust-Bedingungen G.vereinbarungen außerhalb Art 23 VO In einem Mitgliedstaat eintretende - prorogierende Wirkung: Art 4, nationales Recht - Entscheidungsvorrang des prorogierten Gerichts - derogierende Wirkung: Art 23 auch, wenn ein Nicht-Mitgliedstaatengericht vereinbart ist - Fraglich: Jede derogierende Wirkung nach Art 23 Art 23 Abs 3 Brüssel I-VO

36 Rügelose Einlassung Prinzip: Begründung der Zuständigkeit mangels Rüge der Unzuständigkeit durch den Beklagten Auch örtliche Zust, nur zusammen mit internationaler Nationales Verfahrensrecht verdrängt: nicht nur §§ 39 S 1, 40 Abs 2 S 2 ZPO, auch § 504 (Hinweispflicht) § 282 Abs 3 (Zeitpunkt) Voraussetzungen Einlassung: autonom: jede Klageerwiderung vor Zuständigkeitsrüge Elefanten Schuh: hilfsweise Sacheinlassung schadet nicht Rechtsfolgen - Begründung internationale/örtl Zuständigkeit - keine Überwindung von Art 22 VO Widerklage - Rüge, sobald Widerklage erhoben wird - Zuständigkeit für Klage unter Art 24 VO hindert nicht Zuständigkeitsrüge gegen Widerklage Art 24 Brüssel I-VO

37 Versicherungssachen abschließendes Zuständigkeitssystem für Versicherungssachen -Art 2, 5, 6 verdrängt anwendbar bleiben: - Art 5 Nr 5 Art 8 VO - echte(Art 6 Nr 3) Widerklage Art 12 Abs 2 VO - rügelose Einlassung Autonom: Rechtsstreitigkeiten, die ihren Grund in einem Versicherungs- verhältnis haben: Versicherungsleistung Direktanspruch nicht: Regressklage nicht: Rückversicherung Anwendungsbereich Art 8 VO: vorbehaltlich des Art 4: Anwendbar nur, wenn Beklagter Wohnsitz in Mitgliedstaat hat Aber: Niederlassung fingiert Wohnsitz Art 9 Abs 2 VO Art 8-14 Brüssel I-VO

38 Versicherungssachen Klagen gegen Versicherer Art 9 Abs 1 VO: - lit a: Wohnsitz des Versicherers (wie Art 2) - lit b: Wohnsitz des Versicherungsnehmers (forum actoris) und auch des Versicherten/Begünstigten - lit c: Mitversicherer zusammen mit federführendem Versicherer Art 9 iVm Art 5 Nr 5: Zweigniederlassungsgerichtsstand Versicherer mit Sitz außerhalb Mitgliedstaaten Niederlassung in Mitgliedstaat: Art 9 Abs 2 VO Keine Niederlassung: ZPO Haftpflichtversicherer - zusätzlich Schadensort Art 10 S 1VO - zusätzlich Interventionsklage Art 11 Abs 1 VO Nicht in D - Direktanspruch: Art 8 bis 10 VO, bezogen auf Geschädigten (Urlauberphänomen) Art 11 Abs 2 VO Immobiliarversicherer - zusätzlich Schadensort Art 10 S 2VO Art 9-11 Brüssel I-VO

39 Versicherungssachen Klagen des Versicherers Nur im Wohnsitzsstaat des Beklagten (V.nehmer, Versicherter, Begünstigter) Ausnahme: Streitverkündung gegen Versicherten nach nationalem Prozessrecht Gerichtsstandsvereinbarung - Nr 1: nachträglich - Nr 2: zugunsten Vers.nehmer etc - Nr 3: gemeinsamer Wohnsitzsstaat - Nr 4: V.nehmer mit Außenwohnsitz - Nr 5: V.typen nach Art 14 VO Form und Vereinbarung beurteilen sich nach Art 23 Art 11 Abs 3, 12 Abs 1 Brüssel I-VO Art 12 VO Art 11 Abs 3 VO Art 13 VO

40 Verbrauchersachen Verbraucher=Person handelt zu einem nicht beruflichen oder gewerblichen Zweck lit a: Teilzahlungskauf Mobilien lit b: Ratenfinanzierung hierzu Art 15 VO: Vergleich zu EuGVÜ: Dienstleistung/Lieferung --Werbung oder Willenserklärung im Verbraucherwohnsitzstaat Teleologisch: nur wenn andere Partei beruflich/gewerblich handelt, entgegen Wortlaut: nicht Verträge zwischen Verbrauchern strittig Auch Leasing und Mietkauf, strittig: Termingeschäfte Dienstleistung autonom: alle entgeltlichen Tätigkeiten, auch Werk, Geschäftsbesorgung, Pauschalreise, Brokerage Nicht Beförderung Art Brüssel I-VO Art 15 Abs 1 lit c Brüssel I-VO: - alle anderen Verträge aus beruflicher/gewerblicher Tätigkeit des Vertragspartners - wenn Tätigkeit auf den Wohnsitzstaat des Verbrauchers ausgerichtet Art 15 Abs 3 Brüssel I-VO Aber Pauschalreise

41 Verbrauchersachen Räumlicher Anwendungsbereich Grundsatz: Beklagtenwohnsitz in Mitgliedstaat Art 15 Abs 1 S 1 VO: Art 4 anzuwenden ! Erweiterung: Zweigniederlassung etc des Ver- tragspartners des Verbrauchers in Mitgliedstaat Art 15 Abs 2 VO Behandlung bei Streitigkeiten aus deren Betrieb, als ob selbst Wohnsitz in Mitgliedstaat Schutzlücke: Vertragspartner ohne Sitz und ohne Zweigniederlassung in Mitgliedstaat: Brenner u Noller: keine Anwendung bei Klage gegen N.Y.-Broker ohne Niederlassung, aber mit selbständigem Vertrieb in D durch deutsche Bank Kein weiterer Auslandsbezug erforderlich Art 15 Abs 1, 2 Brüssel I-VO

42 Verbrauchersachen Zuständigkeitssystem Klagen des Verbrauchers Wahlweise: - Wohnsitzstaat des Vertragspartners - Wohnsitz des Verbrauchers - nicht: Art 5 Nr 1, denn Art 15 ff VO abschließend Wohnsitz begründet nach Art 16 Abs 1 Brüssel I-VO internationale und örtliche Zuständigkeit! - aber: Art 5 Nr 5, vgl Art 15 Abs 1 VO Klagen des Vertragspartners - nur: Wohnsitzstaat des Verbrauchers - Art 5 und Art 6 verdrängt - Widerklage nach Art 6 Nr 3 möglich Gerichtsstandsvereinbarung - nachträglich - zugunsten Verbraucher, oder - zu gemeinsamem Aufenthaltsstaat Art 16 Abs 1 Brüssel I-VO Art 16 Abs 2 VO Art 16 Abs 3 VO Art 17 VO

43 Arbeitnehmergerichtsstand Brüssel I-VO Individualarbeitsvertrag -neuer Abschnitt (Art 18 bis 21 Brüssel I-VO), wie für Verbraucher und Versicherte - Klage gegen Arbeitgeber -- Wohnsitzgericht -- Ort an dem der Arbeitnehmer gewöhnlich arbeitet oder zuletzt gewöhnlich gearbeitet hat -- hilfsweise Einstellungsniederlassung -Klage gegen Arbeitnehmer nur am Wohnsitz Art 19 Brüssel I-VO Art 20 Brüssel I-VO Arbeitgeber mit Sitz außerhalb EU und Niederlassung in EU: entgegen Art 4 Brüssel I-VO anwendbar! Art 18 Abs 2 Brüssel I-VO Vorherige Gerichtsstandsvereinbarung nur zugunsten Arbeitnehmer Art 21 Brüssel I-VO

44 Prüfung der Zuständigkeit Betrifft nur eigene Zuständigkeit des Gerichts, bei anderweitiger Rechtshängigkeit: Art VO Von Amts wegen Ausschließliche Zuständigkeit Gerichte anderer Mitgliedstaaten? Art 25 VO Aber nicht Untersuchung, sondern nur bei Hinweisen im Parteivortrag Folge: Unzuständigerklärung Ausnahme: angerufenes Gericht ist ebenfalls ausschließlich zuständig Argument: Art 29 VO Grundsatz: Zuständigkeitsprüfung nur bei Rüge, soweit Art 24 VO Zuständigkeit durch rügelose Einlassung erlaubt Art 25, 26 Brüssel I-VO

45 Prüfung der Zuständigkeit Keine Einlassung des Beklagten mit Wohnsitz in Mitgliedstaat und… Säumnis oder Rüge iSd Art 24 Art 26 Abs 1 VO Von Amts wegen: Zuständigkeit ? Sonst: Unzuständigerklärung Doppelrelevante Tatsachen (zB Vertrag, Delikt): es genügt Klägerbehauptung Irrtum des Gerichts: Entsch. trotz fehlender Zuständigkeit wirksam und anzuerkennen! nur bei Säumnis + Art 26 Abs 2,3,4 VO Aussetzung, bis rechtzeitige Zustel- lung des verfahrenseinleitenden Schriftstücks festgestellt Schutz der Verteidigungsmöglichkeit Vermeidung von Anerkennungshindernis Art 34 Nr 2VO Art 26 Brüssel I-VO Art 26 Abs 3, 4 Brüssel I-VO: Art 19 EG-ZustellVO oder Art 15 Haager ZustellÜbk

46 Einstweilige Maßnahmen Zuständigkeit kann auch auf nationales Verfahrensrecht gestützt werden Auch, wenn das Gericht in der Hauptsache unzuständig vUden Maritime: selbst bei Schiedsgerichtszuständigkeit Arrest § 919 ZPO:BelegenheitHauptsachegericht ? Brüssel I-VO, weil Hauptsachezuständigkeit später nur nach Brüssel I-VO Fiktive Hauptsachezuständigkeit für Zwecke des einstweiligen Verfahrens ebenfalls nach lex fori hM, da Eilbedürftigkeit sichergestellt Art 31 Brüssel I-VO

47 Brüssel II/IIa-VO Sachlicher Anwendungsbereich Art 1 a) Zivilverfahren (Gericht oder Behörde) zur Ehescheidung, Trennung, Auflö- sung, Ungültigerklärung der Ehe elterliche Verantwortung (zB Sorge und Umgang) in Br IIa umfassend Art 1 b) Inkrafttreten Brüssel IIa Unmittelbare Geltung in EU außer Dänemark Räumlich-persönlicher Anwendungsbereich …in Ehesachen Ausschließlich, wenn Antrags- gegner in einem Mitgliedstaat - gewöhnlichen Aufenthalt oder - Staatsangehörigkeit/domicile hat Art 6 Art 7 Wenn keine Zust. aus Brüssel IIa- VO § 98 Abs 1 Nr 1 FamFG für Französ. StA in D gegen Russischen StA … in Sorgerechtssachen Art 8 EG-Aufenthalt des Kindes, aber: Art 12

48 Brüssel IIa-VO Internationale Zuständig- keit in Ehesachen - gemeinsamer gewöhnlicher Aufenthalt - letzter g.g.A., den einer beibehalten hat - gewöhnlicher Aufenthalt Antragsgegner - gemeinsamer Antrag: gew.Auf. eines - g.A. Antragsteller 1 Jahr vor Antrag - g.A. Antragsteller 6 Monate vor Antrag und Staatsangehörigkeit dieses Staates - Heimatstaat beider Ehegatten Art 6 Art 3 ausschließlich, wenn Antragsgegner EU-Aufenthalt oder EU-Staatsangehörigkeit Auslegung EuGH: Immer ausschließllich, wenn ein Mitgliedstaat zuständig ist. UK + Irland: domicile an Stelle der Staatsangehörigkeit Dann aber alternativ, nicht abgestuft

49 Brüssel IIa-VO Grundregel Art 8 Gewöhnlicher Aufenthalt Kind im Gerichtsstaat Art 12Verbundzuständigkeit bei (kumulativ!) - elterlicher Verantwortung eines Ehegatten - Anerkennung Ehegatten/Sorgeberchtigte - Diese Zuständigkeit ist akzessorisch: Abs 2 EntführungArt 10,11 - Haager KEntfÜbk gilt für Rückführung - Art 10, 11 gelten für Sorgerechtsregelung Art 17 elterliche Verantwortung (nur wesentliche Grundsätze) Zuständigkeits prüfung (gesamter Anw.bereich) Wie Art 26 Brüssel I-VO: bei Unzuständigkeit Abweisung v Amts wg bei Nichteinlassung des Bekl/Antr.gegners Aussetzung bis Zustellungsnachweis Legaler UmzugArt 9Änderungszuständigkeit bleibt 3 Monate bestehen Vereinbarung

50 Internationale Zuständigkeit - ZPO Innerstaatliches Recht regelt nur die eigene Zuständigkeit Fremde Zuständigkeit interessiert nur für Urteilsanerkennung Kläger hat Wahl zwischen Gerichten verschiedener Staaten, die ihre int Zuständigkeit beanspruchen Keine Selbstablehnung deutscher Gerichte als forum non conveniens zugunsten näheren ausländischen Gerichts

51 Grundsatz: Entsprechende Anwendung der örtlichen Zuständigkeitsregeln Allgemeiner Gerichtsstand§§ 12, 13 ZPOWohnsitzstaat Beklagter Erfüllungsortgerichtsstand§ 29 ZPOAuslegung wie Art 5 Nr 1 Deliktsgerichtsstand§ 32 ZPO Auslegung wie Art 5 Nr 3 Vermögensgerichtsstand § 23 ZPO BGHZ 115, 90: - ursprünglich Inländerschutzvorschrift, - daher kein Vorwand zum forum shopping für Ausländer - erfordert zusätzlich zum Beklagtenvermögen einen hinreichenden Inlandsbezug des Streitgegenstandes Unterhaltsgerichtsstand§§ 105, 232 FamFG -Verbund § 232 Nr 1 - sonst § 232 Nr 2 FamFG Gerichtsstandsvereinbarung § 38 ZPO - § 38 Abs 2: wie Art 23 VO - § 38 Abs 3: nur für Pro- rogation deutscher Gerichte

52 Ehesachen § 98 Abs 1 FamFG - Nr 1: ein Ehegatte Deutscher bei Antragstellung oder Eheschließung - Nr 3: Klarstellung: auch Staatenlose mit deutschem Personalstatut - Nr 2: gewöhnlicher Aufenthalt beider Ehegatten im Inland - Nr 4: gewöhnlicher Aufenthalt eines Ehegatten im Inland +Anerkennungsprognose nicht offensichtlich negativ Wenigstens in einem Heimatstaat nach leicht zugänglichen Quellen Anerkennung nicht ausgeschlossen maßgeblicher Zeitpunkt Letzte mündliche Verhandlung - aber perpetuatio fori § 261 Abs 3 Nr 2 ZPO Für Anerkennungsprognosemaßgeblich letzte mündl. Verhandlung Anerkennungszuständigkeit Ausnahme § 109 Abs 2 FamFG bei E aus Aufenthaltsstaat eines oder Anerkennung in Heimatstaaten beider Ehegatten

53 Folgesachen und sonstige Familiensachen - eigenständig zu bestimmen: -- Brüssel I-VO (Unterhalt) -- Brüssel IIa-VO (Sorge) -- Völkervertrag (MSA – KSÜ, Lugano) -- § 98 Abs 2 FamFG: Internationale Verbundzuständigkeit auch wenn Scheidung nach Brüssel IIa- VO §§ FamFG § 105 FamFG (örtliche Zuständigkeit) soweit keine ausdrückliche Regelung der internationalen Zuständigkeit

54 Prüfung der internationalen Zuständigkeit Prüfung von Amts wegen Rügelose Einlassung (§ 39 ZPO) - erfordert Hinweis (§ 504 ZPO) Zuständigkeitsbegründende Tatsachen - Feststehen zur Überzeugung des Gerichts (§ 286 ZPO) - kein Geständnis (§ 288 ZPO) - keine Säumnis (§ 331 Abs 1 ZPO) Negativ: Klageabweisung als unzulässig Zeitpunkt: letzte mündliche Verhandlung, aber perpetuatio fori § 261 Abs 3 Nr 2 ZPO

55 Anerkennung und Vollstreckung: Brüssel I-VO Inzidentanerkennung aller Entscheidungen aus Mitgliedstaat Art 33 Abs 1VO Ausnahme: Verfahren nach Art 33 Abs 2 VO Art 32 VO: - Bezeichnung unerheblich - nur Sachentscheidungen - nicht prozessleitende - nicht Anerkennungsentscheidungen - vollstreckbare Urkunden: Art 587VO intertemporal Art 66 VO - nur für Verfahren, die eingeleitet sind nach Inkrafttreten in Ursprungs- und Anerkennungsstaat - oder Zuständigkeit des Ursprungsgerichts nach zur Brüssel I-VO kompatiblen Regeln Oder Entscheidung nach Brüssel I-VO, aber bei Verfahrensbeginn EuGVÜ oder Lugano in beiden Staaten in Kraft

56 Wirkungen der Anerkennung - Rechtskraftwirkung - Gestaltungswirkung - ggf auch Tatsachenwirkung - Präklusion, Intervention, Streitverkündung aber: - keine Erweiterungen über die Wirkungen im Recht des Ursprungsstaates hinaus

57 Prüfungsumfang bei Anerkennung Zuständigkeit grundsätzlich nicht, - auch nicht auf Umweg über ordre public, Art 34 Nr 1 Brüssel I-VO - auch nicht, wenn Zuständigkeit nach Art 4 Ausnahme: - Versicherungs- und Verbrauchersachen - Art 22 Brüssel I-VO dabei aber Bindung an die Tatsachenfeststellung Art 35 Abs 1, 2 Brüssel I-VO Keine Anerkennung auch bei Zuständigkeit aus exorbitanten Gerichtsständen, wenn völker- vertragliche Nichtanerkennungsverpflichtung zwischen Anerkennungsstaat und Wohnsitz/Aufenthaltsstaat des Beklagten Keine Sachüberprüfung (révision au fond) Art 35 Abs 3 S 2 Brüssel I-VO Auch in Brüssel I-VO nicht ausgedehnt auf 5. Abschnitt (Arbeitnehmerzuständigkeit) Art 72 Brüssel I-VO: nur noch die unter Art 59 EuGVÜ geschlossenen Art 36 Brüssel I-VO

58 Anerkennungshindernisse Art 34 Nr 1 Brüssel I-VO Nr 1: ordre public - ordre public des Anerkennungsstaates, nicht EU-einheitlich, trotz Konvergenz keine Prüfungskompetenz des EuGH - Verfahrensrechtlich: nur elementare Garantien (Unparteilichkeit, Unabhängigkeit, Prozessbetrug) - Materiellrechtlich: nur elementare Gerechtigkeitswertungen, insb. Grundrechte - IPR-Abweichungen: grundsätzlich nicht - Rechtliches Gehör (bei Verfahrenseinleitung: nicht o.p., sondern Art 34 Nr 2) o.p.-Vorbehalt bleibt in Brüssel I-VO, Aufforderung zu zurückhaltender Anwendung: offensichtlich (vgl Krombach/Bamberski)

59 Anerkennungshindernisse Verfahrenseinleitendes Schriftstück zugestellt Ordnungsgemäßrechtzeitig Lancray: Beides kumulativ Klomps:Schriftstück, durch das Beklagter erstmals Kenntnis vom Verfahren erlangt Nicht für spätere Zustellungen, jedoch bei Klageerweiterungen Lex fori Erststaat + EG-ZustVO + Haager ZustÜ Heilung: nur nach dem verletzten Recht nicht § 187 ZPO analog Debaecker: tatsächlich Kenntnis Frist nach Umständen, nicht Fristenrecht Aber: Zurechenbare Unerreichbarkeit - solange Kläger nicht (nachträglich!) Be- klagtenadresse kennt von Amts wegen zu beachten, wenn keine Einlassung EuGVÜ:Keine Rechtsmittelobliegenheit im Erststaat Art 34 Nr 2 Brüssel I-VO./. Art 27 Nr 2 EuGVÜ in einer Weise, dass er sich vertei digen konnte Relevant nur noch die Verteidigung behindernde Zustellungsmängel VO: Beklagter muss Rechtsmittel einlegen, wenn möglich

60 Anerkennungshindernisse Nr 3: unvereinbare rechtskräftige Entscheidung im Anerkennungsstaat Zeitliche Abfolge unerheblich Anspruch und Unvereinbarkeit wie Art 27 Abs 1VO Nr 4 : unvereinbare Entscheidung aus NichtMitgliedstaat Nur, wenn früher erlassen und anerkennungsfähig unvereinbare Entscheidung aus anderem Mitgliedstaat Art 34 Nr 3, 4 Brüssel I-VO

61 Anerkennung Brüssel IIa-VO Entscheidung Art 21 Brüssel IIa-VO - Ehesachen und elterliche Verantwortung - nicht abweisende Entscheidungen in Ehesachen (vgl Art 2 Nr 4) Art 21 Abs 1 - Inzidentanerkennung, keine Beischreibung nötig - kein Verfahren nach § 107 FamFG - Feststellung, auch durch Dritte, zulässig Art 24, 25- keine Sachprüfung (der Scheidungsgründe) Anerkennungs hindernisse Art 22 wie Art 34 Brüssel I-VO aber Art 22 lit b: eindeutig einverstanden statt Art 34 Nr 2: Rechtsbehelfsobliegenheit Ehe Art 22 elterliche Verant- wortung: Art 23 - zusätzlich Schutz des Gehörs des Kindes (lit b) - auf Antrag Schutz des Gehörs anderer sorgerechtlich Beteiligter (lit d)

62 Urteilsanerkennung nach § 328 ZPO/§ 109 FamFG Abs 1 Nr 1: spiegelbildliche Zuständigkeit deutsche Zuständigkeitsnormen so anzuwenden, als würden sie im Urteilsstaat gelten (deutsch austauschen) Abs 1 Nr 2: Verfahrenseinleitendes Schriftstück Wie Art 27 Nr 2 EuGVÜ (nicht wie Art 34 Nr 2 VO Br 1) Abs 1 Nr 3: Streitgegenstandskonflikte Vorrang jedes deutschen Urteils Vorrang früher eingeleiteter deutscher Verfahren Vorrang früherer + anzuerkennender ausländischer Urteile Abs 1 Nr 4: deutscher ordre public Wie Art 34 Nr 1 Brüssel I-VO § 328 Abs 1 Nr 5 ZPO: Gegenseitigkeit [nicht bei § 109 FamFG] Vertrag/Gerichtspraxis/gleiche normierte Voraussetzungen

63 Urteilsvollstreckung §§ 722 ff ZPO § 110 FamFG Art 38 ff Brüssel I- VO Art 21 ff Brüssel IIa-VO (elt Verantwortung) - Vollstreckbarerklärung - auf Antrag -- inzidente Anerkennungsprüfung - Vollstreckbarkeit im Ursprungsstaat -- ggf Aussetzung, wenn im Ursprungsstaat Rechtsbehelf läuft - vorher Zustellung der Entscheidung - Rechtsbehelfe nach Katalog im Anhang zur jeweiligen VO - Vollstreckungsurteil - auf Antrag - inzidente Anerkennungsprüfung - Rechtskraft und Vollstreckbarkeit im Ursprungsstaat - Einwendungen nicht nach § 767 Abs 2 ZPO, sd §§ 722, 723 ZPO

64 EG-Vollstreckungstitel -VO (VO 805/2004) Voraussetzungen -unbestrittene ForderungiSd Art 3 Abs 1 - bei Verbrauchern nur Titel aus Wohnsitzstaat - Bestätigung durch den Ursprungsstaat als Europäischer Vollstreckungstitel (Art 6 ff) Zusätzlich bei passivem Nichtbestreiten (VU!) - bestimmte Zustellungsformen (Art 12/ 13 ff) - Unterrichtung über Forderung und Bestreiten (Art 12/16, 17) - aber: Heilung mangels Rechtsbehelf Art 18 Folgen - Vollstreckung ohne Anerkennungsprüfung und ohne Vollstreckbarerklärung (Art 20) - Vollstreckungsverweigerung nur nach Art 21, kein ordre public-Vorbehalt - aber: Aussetzung bei Rechtsbehelf (auch EGMR) Anwendungsbereich Wie Brüssel I (Art 2), auch Urkunden (Art 4)

65 Beachtung ausländischer Rechtshängigkeit Brüssel I-VO Art 27 Brüssel I-VO Derselbe Anspruch, dieselben Parteien - Aussetzung beim zweitangerufenen Gericht bis Zuständigkeit des ersten Gerichts klar Art 28 Brüssel I-VO Zusammenhang (iSd Art 28 Abs 3) - zweites Gericht kann aussetzen - Unzuständigerklärung zur Klageverbin- dung bei erstangerufenem Gericht Nur 1. Instanz Zeitpunkt Anrufung Art 30 Brüssel I-VO Autonom: -Einreichung bei Gericht, sofern keine Versäumnisse in späteren Zustellungsverpflichtungen - oder Einreichung zur (früheren) Zustellung

66 Beachtung ausländischer Rechtshängigkeit Art 19 Abs 1, 3 Brüssel IIa-VO -Ehesachen: zwischen denselben Parteien, unabhängig von der Identität des Gegenstandes (zB Ehescheidung//Ehetrennung): - später angerufenes Gericht setzt aus - erklärt sich nach Klärung der Zuständigkeit des erstangerufenen für unzuständig - Antragsteller kann dort seinen Antrag vorlegen Art 19 Abs 2 Brüssel IIa-VO - Sorgesachen: dasselbe Kind, derselbe Anspruch - Dann dasselbe Verfahren wie bei Ehesachen ZeitpunktArt 16 Brüssel IIa-VO: autonom Brüssel IIa-VO ZPO analog § 261 Abs 3 Nr 1 ZPO - nur bei identischem Streitgegenstand - nur bei früherer Rechtshängigkeit lege fori - zudem: positive Anerkennungsprognose


Herunterladen ppt "Internationales Zivilprozessrecht IZPR Ausgangspunkt: anwendbares Verfahrensrecht bei Befassung der eigenen Gerichte mit Auslandsbezug Int. Zivilverfahrensrecht:"

Ähnliche Präsentationen


Google-Anzeigen