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Thema am 30.04.2014: Entwicklung als Lernen im Erwachsenenalter Vorlesung im Master-Modul V-Prof. Elke Theile (Lehrstuhl Erwachsenenbildung) an der TU.

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1 Thema am : Entwicklung als Lernen im Erwachsenenalter Vorlesung im Master-Modul V-Prof. Elke Theile (Lehrstuhl Erwachsenenbildung) an der TU Chemnitz im Sommersemester 2014

2 Entwicklung als Lernen Exogenistische Entwicklungsmodelle Definition: Als „exogenistisch“ bezeichnet man jene Konzepte, für die Entwicklung durch eine „aktive“ Umwelt und einen „passiven“ Organismus zustandekommt. Entwicklung wird hier nicht „anlagetheoretisch“ sondern „milieutheoretisch“, d.h. (vorrangig) nicht durch endogene Reifung sondern „lerntheoretisch“ durch Erfahrung verstanden. Die lerntheoretischen Entwicklungsmodelle erkennen den genetischen Voraussetzungen und den durch sie bestimmenden Reifungsprozessen, wenn überhaupt, nur eine geringe Bedeutung zu.

3 Entwicklung als Lernen Diese Position interpretiert „Entwicklung als Lernen“, durch die Umwelt determiniert und kontrolliert. „Lernen“ wurde zunächst behavioristisch als „Reiz-Reaktions-Mechanismen“ analysiert und manipuliert, wie entwicklungsorientierte, behavioristische Lerntheorien bzw. Sozialisationstheorien. Aus neobehavioristischer Sicht wird inzwischen die Entwicklung nicht mehr nur durch Theorien des konditionierenden sondern auch imitiativen bzw. sozialkognitiven Lernens erklärt. Bei allen lerntheoretischen Ansätzen der Entwicklungspsychologie besteht die Gefahr, daß sie das Spezifische der Entwicklung verkennen.

4 Entwicklung und Lernen Behaviorismus und die Theorie des konditionierenden Lernens (J.B. Watson und I. Pawlow) Klassische behavioristische Konzepte des Lernens, der Entwicklung und der Erziehung: Skinners Lerntheorie des „operanten“ bzw. „instrumentellen Konditionierens“ Skinners Lerntheorie des „operanten“ bzw. „instrumentellen“ Konditionierens konzentriert die Aufmerksamkeit auf die Verhaltenskonsequenzen. Das Verhalten wird aus dieser Sicht ein Operant“ bzw. „Instrument“ zur Bewirkung der Verhaltenskonsequenz (Reiz-Reaktions-Schema).

5 Entwicklung und Lernen Skinner erklärt die Verknüpfung von „Reiz“ (=Stimulus) und „Reaktion“ (=Response) jedoch „operant“ bzw. „instrumentell“ durch Verstärkungsmechanismen. Damit sind jene Verhaltenskonsequenzen gemeint, die die Wahrscheinlichkeit des Wiederauftretens des Verhaltens erhöhen und die Wahrscheinlichkeit des Wiederauftretens anderen Verhaltensweisen verringern. Jedes Verhalten hat Konsequenzen, sind diese günstig oder zufriedenstellend, wird künftig unter entsprechenden Bedingungen in gleicher Weise reagiert; waren die Konsequenzen hingegen ungünstig bzw. unbefriedigend, wird es in Zukunft zu einem anderen Verhalten kommen, das Verhalten wird mit der Zeit unterlassen bzw. „gelöscht“.

6 Entwicklung und Lernen Skinner unterscheidet in positive und negative Verstärkertypen. Durch Verkettung können einzelne konditionierte Verhaltensweisen zu längeren Verhaltensreihen verknüpft werden. Außerdem sind Verfeinerungen des Verhaltens möglich. Verfeinernde Verhaltensweisen sind im Laufe der Zeit aber nur durch schrittweise durch entsprechende Verhaltensverstärkungen erreichbar (zu entwickeln). Entwicklung durch Lernen nach Skinner: Entwicklung läßt sich als „kumulatives Ergebnis elementarer Lernvorgänge“ charakterisieren.

7 Entwicklung und Lernen Nach Skinner muß der Mensch mit Erbanlagen ausgestattet sein, die es ihm ermöglichen, das Lernen zu erlernen, also die Fähigkeit, von den Verhaltenskonsequenzen profitieren zu können. Skinners Prinzipien und Methoden der behavioristischen Lernpsychologie wurden besonders konsequent durch S. w. Bijou und D.M. Baer (1961 u. 1965) übertragen. Skinners Konzept der „Erziehung als Verhaltensformung“ ist weniger an der Deskription als an der Manipulation des Verhaltens interessiert. Es geht ihm vor allem um das „Management“ der Lern- und Erziehungsprozesse gemäß der behavioristischen Theorie des operanten Konditionierens.

8 Entwicklung und Lernen Erziehung ist für Skinner absichtlich bzw. planmäßig eingesetzte pädagogische Verhaltensmodifikation in Richtung wünschenswerter Ziele. Für ihn sind die Ziele der Erziehung jene „Zwecke“, um deren Erreichung willen die „Mittel“ der Erziehung „instrumentell“ und „technologisch“, also „manipulatorisch“ eingesetzt werden. Das ist für eine an Freiheit und Mündigkeit interessierte Pädagogik und Erwachsenenbildung problematisch. Die Ziele und Zwecke selbst werden verhaltenswissenschaftlich weder näher begründet noch, was die Gültigkeit ihrer immanenten Wertungen betrifft, legitimiert.

9 Entwicklung und Lernen Die „behandelnde“ (korrigierende oder therapieverwandte) Anwendung der pädagogischen Verhaltensmodifikation hat, wenngleich nicht nur im Sinne der Skinnerschen Lerntheorie der „operanten Konditionierung“ inzwischen Eingang in verschiedene Erziehungsinstitutionen gefunden, aber auch Kritik ausgelöst und Revisionen erfahren. Skinners Konzeption der Erziehungs- und Sozialtechnologie liegt ein Menschenbild zugrunde, das er in seinem philosophisch-anthroplogischen Titel „Jenseits von Freiheit und Würde“ (B. S. Skinner 1973b) offengelegt hat.

10 Entwicklung und Lernen Skinner will für den Menschen, dem er Freiheit und Würde abspricht, weil er diese als metaphysische Schimären hält, eine Gesamtumwelt konstruieren, die nur ein Verhalten zuläßt, das verhaltenswissenschaftlich völlig erklärt und errechnet sowie verhaltenstechnologisch vollständig gesteuert und kontrolliert werden kann. A. Bandura hat hingegen ein neobehavioristisches Konzept des „Lernens am Modell“ und seine „sozial-kognitive Lerntheorie“ aus pädagogischer und entwicklungspsychologischer Sicht vorgestellt. Bandura begründet einen „neobehavioristischen Forschungsansatz“, bei dem es um Beobachtungslernen geht.

11 Entwicklung und Lernen Bandura entwickelt den Ansatz der „sozial-kognitiven Lerntheorie“ weiter. Im Neobehaviorismus werden auch über die zwischen dem „Reiz“ und der „Reaktion“ im Organismus insbesondere in der menschlichen Person ablaufenden innerpsychischen Prozesse bzw. Akte noch Vermutungen, nämlich über sog. „intervenierenden Variablen“ angestellt. Diese sind zwar keine unmittelbar beobachtbaren Fakten, lassen sich aber auf Grund von Beobachtungen als gedankliche Konstrukte erschließen. Intervenierende Variablen sind z.B. kognitive, emotionale und motivationale Prozesse.

12 Entwicklung und Lernen Der Erwerb eines neuen Verhaltens, das an einem Modell beobachtet im Sinne „stellvertretender Bekräftigung“ verstärkt wird. Der Nachahmer wird bei der Ausführung des imitierten Verhaltens selbst dafür belohnt oder bestraft. Beim Modell- bzw. Beobachtungslernen geht es primär um eigene Modellierungsprozesse des imitierenden Menschen, der sein Verhalten von sich aus dem beobachteten Modell angleicht, was als „Nachbildungsverhalten“ bezeichnet werden kann. In seiner „Analyse von Modellierungsprozessen“ gelangt A. Bandura zu unterschiedlichen Wirkungstypen, die durch Modellierungseinflüsse hervorgebracht werden:

13 Entwicklung und Lernen neue Lerneffekte, die durch Beobachtung erstmals erworben werden, Hemmungseffekte, wenn beobachtbares Verhalten, weil es am Modell bestraft wurde, abgeschwächt bzw. eingeschränkt wird. Enthemmungseffekte, die eintreten, wenn die Modellperson für ein Verhalten belohnt und nicht bestraft wird, obwohl es sozial unerwünscht bzw. verboten ist. Auslösungseffekte, wenn durch das Modellverhalten beim Beobachter die Reaktionsbereitschaft für ein Verhalten erleichtert wird, das dieser früher bereits gelernt hat.

14 Entwicklung und Lernen Die „stellvertretende Verstärkung“ gilt nicht nur für das Beobachtungslernen von in der Wirklichkeit unmittelbar anwesenden Modellen (Realmodelle) sondern auch für das Beobachtungslernen an nur verbal bzw. bildlich präsentierten Modellen (Symbolmodellen). Das ist in der spätmodernen Mediengesellschaft mit der Expansion audiovisueller Medien besonders wichtig, wo Film, Fernsehen, Video, etc,, immer größeren Einfluss gewinnen und stärkere Wirkmöglichkeiten erhalten. Bandura hat sein Konzept des „Lernen am Modell“ zur „sozial-kognitiven Lerntheorie“ ausgebaut.

15 Entwicklung und Lernen Mit „sozialem Lernen“ charakterisiert Bandura das Lernen als soziale Interaktion. Lernen durch Interaktionen. Mit der Kennzeichnung des sozialen Lernens als kognitiv“ will Bandura betonen, daß nicht nur das äußerlich beobachtbare Verhalten sondern auch Momente der Beurteilung und Einsicht eine bedeutsame Rolle spielen. Das Beobachtungslernen wird aus sozial-kognitiver Sicht durch eine größere Zahl von Determinanten und intervenierenden Variablen gesteuert. Die sozial-kognitive Lerntheorie schließt als neobehavioristisches Konzept im menschlichen Organismus intern ablaufende Prozesse ein, vor allem kognitive Prozesse, aber auch Aufmerksamkeits-, Gedächtnis – und Motivationsprozesse.

16 Entwicklung und Lernen Für eine an der Freiheit und Mündigkeit interessierte Pädagogik bietet das Modellernen folgende Vorzüge -, daß infolge der Anerkennung von „intervenierenden (vor allem kognitiven und motivationalen Variablen Spielräume für eigenes Urteilen und persönliche Beweggründe bleiben und damit Chancen für die Selbststeuerung des Verhaltens erschlossen werden können, daß also der Mensch individuell sein Verhalten verändern kann, weil er zumindest potentiell oder partiell in der Lage ist, Umwelten zu verstehen, mitzugestalten und zurückzuweisen.

17 Entwicklung und Lernen Literatur: Erich Weber (1996, Aufl. 8): Pädagogik. Eine Einführung. Band 1. Grundfragen und Grundbegriffe. (Teil 2).

18 Das Lernen Erwachsener Sozialisation im Erwachsenenalter? Annahme: Das Lernen im Erwachsenenalter ist erfahrungsvermittelt. Das erfahrungsbezogene Lernen ist beeinflusst ggf. begrenzt durch - objektive gesellschaftliche Bedingungen, die Erfahrungsprozesse regulieren, ggf. einschränken und entwerten - subjektive Selbstverleugnungsstrategien der einzelnen Menschen, die ihre eigenen Erfahrungen selbst als irrelevant und gering erachten. - Es geht daher um die erfahrungsorientierte Klärung der Bedingungen, die Lernen im Erwachsenenalter ermöglichen bzw. beschränken. - Das Lernen im Erwachsenenalter hat eine Geschichte.

19 Lernen im Erwachsenenalter Wie sieht dieses Lernen aus und wodurch geschieht dieses? Oder wie kommen Erwachsenen überhaupt zum „Lernen“? Erwachsenenbildung bezieht sich auf das Lebenslange Lernen, dies vollzieht sich sogar im Alltag des Erwachsenen. Frage: Wie souverän lernt der Erwachsene? - Tendenzen politischer Apathie und Staatsverdrossenheit: Was kann politische Bildung leisten? - Verlust traditionell gewachsener sozialer Formen der Problembewältigung: Inwieweit kann Erwachsenenbildung Lebensbewältigung anbieten? - Wirtschaftliche Veränderungen und Krisen: Arbeitslosigkeit.

20 Lernen im Erwachsenenalter Frage: Unter welchen Bedingungen entstehen und verwirklichen sich Lernbedürfnisse von Erwachsenen? Zu berücksichtigen sind folgende Umstände und Problemstellungen: - der „graue Alltag“ : Der Alltag wird zum Thema Das Milieu (welchen Einfluss hat es auf die Lerngewohnheiten und Lerngelegenheiten?) Interesse der Gesellschaft am Lernen? Welche Akzente und Trends? Bürgerliches Engagement: Möglichkeiten und Einschränkungen? Die Sozialisation wird zu einem Erfahrungsprozess Unter Sozialisation wird der Prozess verstanden, durch den ein Individuum in eine soziale Gruppe eingegliedert wird, indem es die in dieser Gruppe geltenden sozialen Normen aufnimmt.

21 Lernen im Erwachsenenalter Lernen wird gemeinhin als ein Prozess verstanden, in dem ganz bewusst und gezielt versucht wird, Wissen, Fähigkeiten und Fertigkeiten zu vermitteln bzw. sich anzueignen. Organisatorische Formen für diese Lernprozesse sind vor allem Schule, Hochschule, Volkshochschule Bildet das Lernen Erwachsener wirklich eine Ausnahme? Die meisten Lerntheorien versuchen, Lernprozesse möglichst eng zu definieren und lassen nur das als Lernen gelten, was mit einer beobachtbaren Verhaltensveränderung vebunden ist.

22 Lernen im Erwachsenenalter Unter Lernen sollte nicht nur beobachtbare Verhaltensänderungen verstanden werden und deshalb bietet sich dafür der umfassenderer Begriff der „Erfahrung“ an. Unter Erfahrung wird ein Prozess verstanden, indem sich der einzelne Mensch mit seiner natürlichen und sozialen Umwelt auseinandersetzt. Diese Auseinandersetzung schließt das Handeln (z.b. Arbeit) und das Nachdenken über das Handeln ein. Erfahrung ist nicht beobachtbar, aber dennoch evident. Erfahrung ist ein Interpretations- und Verstehensprozess gesellschaftlicher und natürlicher Objektivität. Erfahrung ist ein ganzheitlicher und komplexer Vorgang der Erkenntnisgewinnung.

23 Lernen im Erwachsenenalter Die Motivation, die aus den Erfahrungen kommt. Wenn ein „Erwachsener“ … „lernt“, dann hat dies Gründe (Sinnzusammenhang): beruflicher Aufstieg, Sicherung des sozialen Standards, Kontaktsuche, Lösung persönlicher Problemlagen etc. Das Lernen im Erwachsenenalter erfolgt i.R. „freiwillig“. Freiwillig insofern, dass an sich keine juristische Handhabe besteht, Lernen zu erzwingen. Konditionierend wäre allerdings das Anpassungslernen durch deprivierende Sozialisationsfaktoren als Auslöser. Der Grund oder der Sinn zu lernen liegt idealtypisch im Erwachsenen selbst. Er ist motiviert und davon überzeugt. Lernen bezieht seine Motivation aus der für den Lernenden konkreten und sinnvollen Situation.

24 Lernen im Erwachsenenalter Herrmann/Kuhnen (unter Mitarbeit von Abels): Lernen mit Erwachsenen. Kurseinheiten 4 und 5: Sozialisation im Erwachsenenalter. (Doppelkurseinheit). FernUniversität Hagen Folien erstellt von Elke Theile


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