Die Präsentation wird geladen. Bitte warten

Die Präsentation wird geladen. Bitte warten

Vorlesung Einführung in die Soziologie - Grundfragen der Soziologie SoSe 2010 6. Veranstaltung (28.05.10) Macht und Herrschaft Prof. Dr. Karl-Werner Brand,

Ähnliche Präsentationen


Präsentation zum Thema: "Vorlesung Einführung in die Soziologie - Grundfragen der Soziologie SoSe 2010 6. Veranstaltung (28.05.10) Macht und Herrschaft Prof. Dr. Karl-Werner Brand,"—  Präsentation transkript:

1 Vorlesung Einführung in die Soziologie - Grundfragen der Soziologie SoSe Veranstaltung ( ) Macht und Herrschaft Prof. Dr. Karl-Werner Brand, TUM, School of Education, FG Soziologie, Kontakt:

2 Wiederholungsfragen zum Thema „Institution“ und „Organisation“  Was sind spezifische Merkmale von Institutionen?  Was ist mit den Aussagen gemeint „Institutionen sind geronnene Kultur“ (K. Eder) oder „institutions are the rules of the game“ (D. C. North)?  Was sind Beispiele für Institutionen?  Wie unterscheiden sich Institutionen von Organisationen? Was sind ihre zentralen (konstitutiven) Elemente  Was sind spezifische Merkmale von Organisationen?  Was besagen Konzepte, die Organisationen als „rationale Systeme“ begreifen?  Worauf richten Ansätze ihr Augenmerk, die Organisationen als „natürliche/soziale Systeme“ begreifen?  Worauf richten Ansätze ihr Augenmerk, die Organisationen als „offene Systeme“ begreifen? Welche Varianten dieser theoretischern Zugänge kennen Sie bzw. wurden behandelt?

3 Symbolischer Interaktionismus  Was versteht man unter Macht und unter Herrschaft?  Was verleiht Macht? Worin ist Macht begründet?  Wie entstehen und verfestigen sich Machtbeziehungen?  Welche Formen von Herrschaft gibt es?  Worauf stützt sich Herrschaft?  Wie verändern sich Macht- und Herrschaftsstrukturen? Annäherung an „Macht“ und „Herrschaft“

4 „Macht“ bei Francis Bacon, Friedrich Nietzsche, Emile Durkheim, Norbert Elias, Anthony Giddens...  Handlungsaspekt:  Francis Bacon („Novum Organum“, 1620): empirisches, kausales Wissen verleiht Macht; Macht = Machenkönnen, Verfügungsmacht  Friedich Nietzsche: „Wille zur Macht“ = Wille zur Erkenntnis zum Zweck des Handelns  Strukturaspekt  Institutionen sind „mit gebieterischer Macht ausgestattet“ (Durkheim)  „Homo sociologicus“: Mensch muss sich als sozial handelndes Individuum den gesellschaftlichen Verhaltenserwartungen und Verhaltenszumutungen fügen (= die „Macht der Verhältnisse“)  Relationaler Beziehungsaspekt  Macht ist „Struktureigentümlichkeit aller menschlicher Beziehungen“ (N. Elias)  Macht ist zwangsläufig mit jeder Handlung gegeben, mit jedem Eingriff in die Welt, mit der Fähigkeit „einen Unterschied herzustellen“ (Giddens). Jede Handlung strukturiert die Handlungssituation für andere (neu). Niemand ist völlig machtlos.

5 Symbolischer Interaktionismus „Macht bedeutet jede Chance, innerhalb einer sozialen Beziehung den eigenen Willen auch gegen Widerstreben durchzusetzen, gleichviel worauf diese Chance beruht.“ „Der Begriff Macht ist soziologisch amorph. Alle denkbaren Qualitäten eines Menschen und alle denkbaren Konstellationen können jemand in die Lage versetzen, seinen Willen in einer gegebenen Situation durchzusetzen.“ (Max Weber 1922; Wirtschaft und Gesellschaft, S. 28 f) = handlungstheoretische Machtdefinition Max Webers Definition von „Macht“

6 ... eine wechselseitige Beziehung; nie nur einseitig, sondern Merkmal eines sozialen Austauschverhältnisses ... kennzeichnend für Beziehungen, die asymmetrisch strukturiert sind ... die Fähigkeit, „das Feld möglichen Handelns der anderen zu strukturieren“. Solche Machtverhältnisse eröffnen für die Betroffenen aber viele Antwort- und Reaktionsmöglichkeiten; sie bleiben als „Subjekte“ erhalten (M. Foucault)  Macht ist ein fragiles Gut. ‚Machthaber‘ versuchen in der Regel ihre Macht auf Dauer zu stellen, zu institutionalisieren und zu legitimieren, d.h. aus Macht Herrschaft werden zu lassen. Relationales Machtkonzept: Macht ist...

7 Gründe oder Quellen von Macht  persönliche Überlegenheit: physische Überlegenheit, Charisma (Ausstrahlung), kommunikative/rhetorische Fähigkeiten, psychische Durchsetzungsfähigkeit...  Autorität: aus der hohen fachlichen Kompetenz, der funktionalen Autorität (qua Position) oder der moralischen Überlegenheit resultierender Einfluss auf das Handeln anderer (impliziert freiwillige Anerkennung)  Ideologische Macht: Macht über das Denken, Definitionsmacht, Machtinteressen & Ideologien, Religion & Macht  „strukturelle Macht“: Macht die aus der Zugehörigkeit zu bestimmten Kreisen & Milieus, zur herrschenden Klasse, zu gesellschaftlichen Eliten entspringt  „strukturelle Abhängigkeiten“: Macht bzw. Abhängigkeit, die aus der Position und den damit verbundenen ungleichen Ressourcen in einem Beziehungsnetzwerk oder systemischen Kontext erwächst (z. B. strukturelle Abhängigkeit vom Weltmarkt etc.)  Gewalt: Gewalt wirkt auf Körper und Dinge ein; „es zwingt, beugt, bricht, zerstört“ (Abel, S. 251); es negiert den Subjektcharakter des Betroffenen; fordert Unterwerfung, verzichtet auf Rechtfertigungen der Macht [  Hanna Arendt: Gewalt = Gegensatz von Macht ]

8 Heinrich Popitz: Prozesse der Machtbildung Wie kommt es zur Bildung und Stabilisierung von Machtverhält- nissen? Drei Szenarien:  Szenario 1: Passagierschiff  Szenario 2: Gefangenenlager  Szenario 3: Resozialisierungsmaßnahme von Jugendlichen  Wert der „Ordnung“ als Basislegitimation ??

9 Sozialisation im Lebenslauf  Herrschaft ist ein „Sonderfall von Macht“ (M. Weber). Jede Macht hat ein Bedürfnis nach „Selbstrechtfertigung“ und „Anerkennung“. Aus der Anerkennung der Rechtfertigungsgründe erwächst die Legitimität von Machtverhältnissen.  Herrschaft ist legitime Machtausübung, d. h. „die Chance, für einen Befehl bestimmten Inhalts bei angebbaren Personen Gehorsam zu finden.“ (Max Weber, Wirtschaft und Gesellschaft)  Legitime Machtausübung kann sich zu einem Herrschaftsverhältnis verfestigen. „Jedes Herrschaftsverhältnis ist ein Machtverhältnis. Aber nicht jedes Machtverhältnis verfestigt sich so, dass man von Herrschaft reden kann.“ (H.P. Bahrdt; Schlüsselbegriffe der Soziologie) „Herrschaft“

10 Max Weber unterscheidet drei Idealtypen legitimer Herrschaft. Diese stützen sich auf drei verschiedene Legitimationsgründe:  Legale Herrschaft  Traditionale Herrschaft  Charismatische Herrschaft Vermutlich müssen diese Legitimationstypen heute, 100 Jahre nach Max Weber, zumindest durch zwei weitere Legitimationstypen von Herrschaft ersetzt werden:  Demokratische Legitimation (Legitimation durch Sicherstellung allgemeiner Teilhabe-, Mitbestimmungs- und Menschenrechte)  Sozialstaatliche Legitimation (Legitimation durch Sicherstellung sozialer Grundleistungen) Herrschaftstypen nach Max Weber

11 ... ist Herrschaft kraft Satzung. Reinster Typus = bürokratische Herrschaft, basierend auf formalen Regeln oder Gesetzen, denen auch der Herrschende unterworfen ist ... ist für Weber die rationalste Form der Herrschaft. Herrschaft kraft Wissen, ohne Ansehen der Person (= bürokratische Verwaltung). Nicht notwendig Demokratie.  Achtung: Legal ist nicht identisch mit legitim! Legalität ist eine Form der Legitimation neben anderen. Legale Herrschaft

12 .. ist Herrschaft kraft Glaubens an die Heiligkeit der überlieferten Ordnung und Herrschaftsgewalt. Wird als selbstverständliche Regelung sozialer Ordnung angesehen. Befehle(nde) sind selbst durch Tradition gebunden.  Beispiele:  Ständische Gesellschaften (Feudalismus)  Patriarchat  Kirche Traditionale Herrschaft

13  „Charisma“ meint eine besondere personelle Autorität, eine außergewöhnliche, außeralltägliche Ausstrahlung oder Aura einer Person, den Glauben an seine außergewöhnlichen charismatischen Fähigkeiten (Prophet, Kriegsheld, Demagoge)  Charismatische Herrschaft ist durch das Verhältnis von „Führer“ und die Gemeinschaft der „Jünger“ geprägt  Charisma wird erzeugt bzw. verstärkt durch Erfolg, d.h. es „verstärkt sich selbst“. Erfolg kann sein: militärische Erfolge, Wohlergehen der Gesellschaft (Gruppe)...  Charismatische Herrschaft ist instabil. Wenn der Erfolg ausbleibt, wenn sich das Charisma nicht mehr bewährt, wenn das Volk oder die Gemeinschaft nicht mehr an das Charisma des Führers glaubt, wankt die Herrschaft.  Versuch, sich durch Organisationen und Machtstrukturen abzusichern. Charismatische Herrschaft

14 Erschütterung, Veränderung von Herrschaftsstrukturen  Infragestellung der Legitimität, der Rechtfertigungsgründe bestehender Herrschaft  Demokratische Transformation? Austausch der Eliten? Gegenmacht ??  Soziale Bewegungen (Voraussetzungen, Mobilisierungsbedingungen, Wirkungen)??  Revolutionen (Voraussetzungen, Erfolgsbedingungen, Wirkungen)??  Kriege, Eroberung – Kolonisierung – Imperialistische Abhängigkeiten ??  Zerfall von Staaten ??


Herunterladen ppt "Vorlesung Einführung in die Soziologie - Grundfragen der Soziologie SoSe 2010 6. Veranstaltung (28.05.10) Macht und Herrschaft Prof. Dr. Karl-Werner Brand,"

Ähnliche Präsentationen


Google-Anzeigen