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Prof. Dr. Eve-Marie Engels Die künstliche Natur des Menschen Anthropologische und ethische Aspekte Prof. Dr. Eve-Marie Engels Eberhard Karls Universität.

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1 Prof. Dr. Eve-Marie Engels Die künstliche Natur des Menschen Anthropologische und ethische Aspekte Prof. Dr. Eve-Marie Engels Eberhard Karls Universität Tübingen Lehrstuhl für Ethik in den Biowissenschaften Fakultät für Biologie Fakultät für Philosophie und Geschichte Interfakultäres Zentrum für Ethik in den Wissenschaften (IZEW)

2 Prof. Dr. Eve-Marie Engels Thema meines Vortrages Neuartige Herausforderungen für Anthropologie und Ethik durch Biotechniken Probleme, vor die uns Biotechniken stellen, sollen von der philosophischen Anthropologie her aufgerollt und verstanden werden.

3 Prof. Dr. Eve-Marie Engels Die künstliche Natur des Tieres? Mein Ziel ist nicht die Verfestigung einer Kluft zwischen Mensch und Tier bzw. Natur, sondern eine Reflexion auf den Menschen.

4 Prof. Dr. Eve-Marie Engels Gliederung 1.Das Menschenbild der philosophischen Anthropologie 2.Grenzverschiebungen und Grenzüberschreitungen durch Biotechniken 3.Die Notwendigkeit von Bioethik

5 Prof. Dr. Eve-Marie Engels Natur ‚nasci’, geboren werden Ein Lebewesen ist ‚von Natur aus’ so und so beschaffen: Ausstattung mit bestimmten Anlagen, Fähigkeiten, Begabungen usw., die einem Lebewesen vor allen erzieherischen und kulturellen Einflüssen in die Wiege gelegt sind

6 Prof. Dr. Eve-Marie Engels Natur Abgrenzung von künstlich hergestellten Artefakten

7 Prof. Dr. Eve-Marie Engels Natur Natur bedeutet nicht Entfaltung und Ausformung eines Lebewesens nach einem festen Programm ohne jeden Umwelteinfluss

8 Prof. Dr. Eve-Marie Engels Menschliche Natur?

9 Prof. Dr. Eve-Marie Engels Johann Gottfried Herder ( ) „Der Mensch ist der erste Freigelassene der Schöpfung; er stehet aufrecht. Die Waage des Guten und Bösen, des Falschen und Wahren hängt in ihm: er kann forschen, er soll wählen. Wie die Natur ihm zwo freie Hände zu Werkzeugen gab und ein überblickendes Auge, seinen Gang zu leiten: so hat er auch in sich die Macht, nicht nur die Gewichte zu stellen, sondern auch, wen ich so sagen darf, selbst Gewicht zu sein auf der Waage.“ Aus: Ideen zur Philosophie der Geschichte der Menschheit , I. 4, IV.

10 Prof. Dr. Eve-Marie Engels Helmuth Plessner ( ) Exzentrische Positionalität des Menschen Die Stufen des Organischen und der Mensch. Berlin 1928

11 Prof. Dr. Eve-Marie Engels Positionalität des Lebendigen Besonderheit lebender Organismen, im Austausch und Wechselwirkung mit ihrer Umwelt einen Ort, eine Position, zu behaupten Außen, Innen, Selbstbezüglichkeit, Feedback

12 Prof. Dr. Eve-Marie Engels Exzentrische Positionalität des Menschen Der Mensch als das Lebewesen, das „in die Mitte seiner Existenz gestellt ist, weiß diese Mitte, erlebt sie und ist darum über sie hinaus.“ „Er lebt und erlebt nicht nur, sondern er erlebt sein Erleben.“ Selbstreflexion

13 Prof. Dr. Eve-Marie Engels Die anthropologischen Grundgesetze 1.Das Gesetz der natürlichen Künstlichkeit 2.Das Gesetz der vermittelten Unmittelbarkeit 3.Das Gesetz des utopischen Standorts

14 Prof. Dr. Eve-Marie Engels Natürliche Künstlichkeit „Der Mensch lebt nur, indem er ein Leben führt.“ Von Natur aus, aus Gründen seiner Existenzform der exzentrischen Positionalität, ist der Mensch künstlich. Exzentrische Lebensform und Ergänzungsbedürftigkeit bilden ein und denselben Tatbestand.

15 Prof. Dr. Eve-Marie Engels Kultur Der Mensch ist „von Natur halb“. Künstlichkeit als Mittel, mit sich und der Welt ins Gleichgewicht zu kommen. Exzentrische Positionalität als „Anlass“ zur Kultur Ontische Notwendigkeit der Kultur

16 Prof. Dr. Eve-Marie Engels Der Mensch ist von Natur aus ein Kulturwesen. Keine scharfe Grenze zwischen Natur und Kultur, zwischen natürlicher und künstlicher Anpassung

17 Prof. Dr. Eve-Marie Engels Utopischer Standort Die Exzentrizität erlaubt keine eindeutige Fixierung der eigenen Stellung. „ Die Menschen erreichen zu jeder Zeit, was sie wollen, und indem sie es erreichen, ist schon der unsichtbare Mensch in ihnen über sie hinweggeschritten.“

18 Prof. Dr. Eve-Marie Engels Max Scheler ( ) Weltoffenheit des Menschen

19 Prof. Dr. Eve-Marie Engels Das Mängelwesen Mensch Der Mensch als eine Wesen der Technik. Funktion der Technik: Organersatz Organentlastung Organüberbietung (Arnold Gehlen )

20 Prof. Dr. Eve-Marie Engels Menschliche Natur Mehrdeutiger Begriff organischer Teil des Menschen, das Naturwüchsige konstitutive Ergänzungsbedürftigkeit des Menschen das Ganze des menschlichen Lebensvollzuges unter Einschluss des Kulturellen

21 Prof. Dr. Eve-Marie Engels Die Natur hat Freiheitsspielräume offen gelassen, die der Mensch zu gestalten hat.

22 Prof. Dr. Eve-Marie Engels Konfliktträchtigkeit Naturwüchsiges und Kulturell-Technisches können miteinander kollidieren: Transzendenz des Naturwüchsigen durch Kultur und Technik, dennoch Erfahrung naturwüchsiger Grenzen

23 Prof. Dr. Eve-Marie Engels Exzentrische Positionalität, Weltoffenheit Notwendigkeit der Selbstdeutung des Menschen in Menschenbildern und Naturbildern In den Realisationsweisen von Kultur einschließlich Wissenschaft und Technik äußern sich die Selbstdeutungen des Menschen

24 Prof. Dr. Eve-Marie Engels Traditionellerweise stand die geistige Dimension des Menschen bei der Frage der Gestaltung im Vordergrund, d.h. Erziehung, Bildung usw.

25 Prof. Dr. Eve-Marie Engels Durch die Biotechniken gewinnen die naturwüchsigen Aspekte des Menschen eine besondere Bedeutung. Sie werden in stärkerem Ausmaß als bisher disponibel, jedoch nicht unbedingt kontrollierbar.

26 Prof. Dr. Eve-Marie Engels Selbstgestaltung des Naturwüchsigen, der organischen Natur des Menschen

27 Prof. Dr. Eve-Marie Engels Der Mensch schreibt das „Buch des Lebens“ mit.

28 Prof. Dr. Eve-Marie Engels Aktualität der anthropologischen Einsicht, dass der Mensch von Natur aus ein Kulturwesen ist Gesetz der natürlichen Künstlichkeit

29 Prof. Dr. Eve-Marie Engels Neubesinnung und Neubestimmung des Menschen Herausforderung für Anthropologie, Ethik, Recht und Politik

30 Prof. Dr. Eve-Marie Engels Eröffnung neuer Handlungsspielräume durch die Lebenswissenschaften (Biologie, Medizin) und ihre Techniken etwa seit den sechziger Jahren des 20. Jh. Biotechniken

31 Prof. Dr. Eve-Marie Engels Lebenswissenschaften und ihre Biotechniken ermöglichen Grenzverschiebungen und Grenzüberschreitungen. Sie werden daher zu Anlässen und zentralen Gegenständen ethischer und rechtlicher Reflexion. Gründe für die Entstehung der Bioethik

32 Prof. Dr. Eve-Marie Engels Grenzüberschreitungen Grenzverschiebungen Qualitativ neue Eingriffsmöglichkeiten in die Natur von Pflanze, Tier und Mensch durch die Lebenswissenschaften (Biologie, Medizin) und ihre Technologien

33 Prof. Dr. Eve-Marie Engels Bedeutung der Begriffe „Verschiebungen und Überschreitungen natürlicher Grenzen“ ist zunächst als Beschreibung gemeint. Die notwendige Aufgabe der Bewertung kann erst nach einer angemessenen Darstellung der Sachlage erfolgen.

34 Prof. Dr. Eve-Marie Engels Neue Dimensionen von Eingriffsmöglichkeiten in das Lebendige Außermenschliche Natur: Pflanzen und Tiere Menschliche Natur Neue Dimension hinsichtlich der Tiefe und der Reichweite der Eingriffe

35 Prof. Dr. Eve-Marie Engels Voraussetzungen für die Möglichkeit von Grenzüberschreitungen Theoretische Entwicklungen in den biologischen Wissenschaften als eine Voraussetzung für die Überschreitung und Verschiebung natürlicher Grenzen

36 Prof. Dr. Eve-Marie Engels Die Einheit des Lebendigen Nicht nur innerhalb von Pflanzen- und Tiergruppen gibt es zahlreiche grundlegende Gemeinsamkeiten, sondern auch zwischen dem Pflanzen- und Tierreich.

37 Prof. Dr. Eve-Marie Engels Theoretische Entwicklungen Darwins Evolutions- und Abstammungstheorie Klassische und molekulare Genetik Gentechnologie u.a. Fächerübergreifende Disziplinen Biologie als interdisziplinäre Wissenschaftsgruppe

38 Prof. Dr. Eve-Marie Engels Grenzverschiebungen und Grenzüberschreitungen Transplantationsmedizin: Grenzverschiebungen am Ende des Lebens Reproduktionsmedizin: Grenzverschiebungen am Anfang des Lebens Gentechnik: transgene Pflanzen und Tiere gene farming, gene pharming

39 Prof. Dr. Eve-Marie Engels Gewinnung pluripotenter embryonaler Stammzellen Grenzüberschreitungen in der Art der Fortpflanzung (das Klonschaf Dolly) Xenotransplantation als artüberschreitende Transplantation lebender Zellen, Gewebe und Organe Chimären Sequenzierung des menschlichen Genoms

40 Prof. Dr. Eve-Marie Engels Grenzüberschreitungen in den Neurowissenschaften: Bildgebende Verfahren, nichtinvasive Einblicke in das Gehirn und seine Aktivitäten Die Vernetzung der Neurowissenschaften mit den Kommunikations- und Informationswissenschaften Neuroimplantate und andere ICT-Implantate

41 Prof. Dr. Eve-Marie Engels Potentiale durch die Lebenswissenschaften Erweiterung der Freiheitsspielräume menschlichen Handelns Effektivere Bekämpfung von Krankheiten Längere Lebenserwartung u.a.

42 Prof. Dr. Eve-Marie Engels Kehrseite Der „gläserne Mensch“ Gentests genetische Kenntnisse über Individuen und ihre genetisch Verwandten Bildgebende Verfahren die „transparente Schädeldecke“, der Blick in den Kopf ICT-Implantate personenbezogene Informationen unterschiedlichster Art auf einem implantierten Chip

43 Prof. Dr. Eve-Marie Engels Ambivalenz Gratwanderung zwischen der Erweiterung von Freiheitsspielräumen und dem Verlust an Selbstbestimmung

44 Prof. Dr. Eve-Marie Engels Anthropologische Implikationen Einblicke in die materiellen Grundlagen geistiger Vorgänge auf eine bisher nicht mögliche Weise

45 Prof. Dr. Eve-Marie Engels Mensch-Maschine-Schnittstellen Weichenstellungen für die Veränderung des Individuums über das medizinisch Wünschbare und Vertretbare hinaus Verbesserung, Enhancement über den Bereich des Therapeutischen hinaus? Manipulations- und Überwachungsinstrumente?

46 Prof. Dr. Eve-Marie Engels Technik wurde bis ins 20. Jh. hinein in Form von Werkzeugen genutzt, die außerhalb des menschlichen Körpers vom Menschen verwendet wurden mit dem Ziel des Organersatzes, der Organentlastung und der Organüber- bietung.

47 Prof. Dr. Eve-Marie Engels Der Mensch als Artefakt? In den Lebenswissenschaften gibt es heute Anwendungsweisen von Biotechniken innerhalb des menschlichen Körpers. Organersatz Organentlastung Organüberbietung? Enhancement der menschlichen Natur?

48 Prof. Dr. Eve-Marie Engels Natürliche Künstlichkeit des Menschen Ab welchen Eingriffen wird der Mensch zum Artefakt? Aus anthropologischen Gründen sind die Grenzen für Eingriffe in den Menschen schwer zu ziehen: Unschärfe der Natur-Kultur-Differenz Grenzen sind abhängig von der Selbstdeutung des Menschen.

49 Prof. Dr. Eve-Marie Engels Unmittelbare Folgen dieser neuen Handlungsoptionen Wir haben zu entscheiden, wo die Grenzen zu verlaufen haben. Unklarheit über zentrale Gegenstände, Zustände und Begriffe Verunsicherung in Recht, Moral und Ethik Rechtliches, moralisches und ethisches Vakuum Enttabuisierungen

50 Prof. Dr. Eve-Marie Engels Frage nach der Identität des Menschen als Individuum und Spezies Grenzen durch das Naturwüchsige des Menschen?

51 Prof. Dr. Eve-Marie Engels Das Beispiel Klonen

52 Prof. Dr. Eve-Marie Engels Fortpflanzung (Reproduktion) asexuelle (ungeschlechtliche, vegetative) sexuelle (geschlechtliche, generative)

53 Prof. Dr. Eve-Marie Engels Ungeschlechtliche Vermehrung „Bei der asexuellen (ungeschlechtlichen, vegetativen) Fortpflanzung ist ein Individuum der einzige Elter, und dieser gibt Kopien all seiner Gene an seine Nachkommen weiter.“ Campbell, Reece: Biologie. Heidelberg, Berlin 2003, S. 278f Beispiele: Einzeller, Süßwasserpolyp Hydra

54 Prof. Dr. Eve-Marie Engels

55 Geschlechtliche Vermehrung Beispiel: Der Mensch Das Erbgut des Menschen setzt sich aus 2 x 23 Chromosomen zusammen, jeweils 23 von der Mutter (aus ihrer Eizelle) und vom Vater (aus seinem Spermium).

56 Prof. Dr. Eve-Marie Engels Klonen von Schafen und anderen Säugetieren Ungeschlechtliche Reproduktion von Lebewesen, die sich unter natürlichen Bedingungen geschlechtlich fortpflanzen Dies würde auch für den Menschen gelten.

57 Prof. Dr. Eve-Marie Engels

58 Menschenversuche, gesundheitliche Risiken Individual- und sozialethische Probleme Verwirrung der Familienbeziehungen durch Fortpflanzungsklonen

59 Prof. Dr. Eve-Marie Engels Radikale Änderung der Familienbeziehungen Bei männlichem Zellkernspender wäre der Klon Sohn des Zellkernspenders Zwillingsbruder des Zellkernspenders als Sohn und Bruder des Zellkernspenders wäre er zugleich Halbbruder und Onkel der anderen Kinder des Zellkernspenders.

60 Prof. Dr. Eve-Marie Engels Als Sohn und Bruder des Zellkernspenders wäre er zugleich ein Neffe und Halbbruder der Brüder des Zellkernspenders.

61 Prof. Dr. Eve-Marie Engels Der Vater des Zellkernspenders wäre zugleich Vater und Großvater des Klons.

62 Prof. Dr. Eve-Marie Engels Der Klon hätte eine „Cytoplasma- und Mitochondrienmutter“ (Spenderin der Eizelle, die entkernt wurde). Er hätte eine leibliche Mutter, die ihn ausgetragen hat. Diese leibliche Mutter wäre gegebenenfalls nicht identisch mit seiner sozialen Mutter.

63 Prof. Dr. Eve-Marie Engels Weibliche Zellkernspenderin Durch die Technik des Klonens würden Männer für die Erzeugung von Klon- Mädchen völlig überflüssig. Körperzelle, Eizelle, Leihmutter, soziale Mutter würden völlig zur Erzeugung und Erziehung eines weiblichen Klons ausreichen.

64 Prof. Dr. Eve-Marie Engels Xenotransplantation Artüberschreitende Transplantation lebender Zellen, Gewebe und Organe, hier vom Tier (Schwein) auf den Menschen

65 Prof. Dr. Eve-Marie Engels Vermenschlichung der Tiere (Schweine) durch deren transgene Veränderung zur Anpassung der Tierorgane an den menschlichen Organismus

66 Prof. Dr. Eve-Marie Engels Ausstattung des Menschen mit Tierorganen Hindernisse Infektionsrisiko Abstoßungsreaktionen des menschlichen Immunsystems gegen die Tierorgane Physiologische Unterschiede zwischen Tier- und Menschenorganen psychische Aspekte

67 Prof. Dr. Eve-Marie Engels Woran sollen sich Menschenbilder orientieren? Natur als Norm?

68 Prof. Dr. Eve-Marie Engels Grenzen der Selbstgestaltung Natur selbst? „Natur als Norm“ nicht in dem Sinne, dass eine Veränderung der Natur tabu ist. Natur zeigt uns jedoch die Grenzen der Selbstgestaltung durch ihre Rückmeldung, durch Erfolg und Misserfolg. Orientierung an der Natur ohne naturalistischen Fehlschluss

69 Prof. Dr. Eve-Marie Engels Fragen Welche Gesetze sind für diese Situation einschlägig? Was ist hier erlaubt, verboten, geboten? Welche ethischen Prinzipien, Normen und Werte sind für diese Bereiche einschlägig?

70 Prof. Dr. Eve-Marie Engels Notwendigkeit der Entscheidungsfindung Neue Handlungsoptionen → Notwendigkeit der Positionierung über den Umgang mit ihnen Sowohl Ablehnung als auch Akzeptanz setzen eine ethische Auseinandersetzung mit ihnen voraus, da hierfür Begründungen und damit Entscheidungskriterien erforderlich sind.

71 Prof. Dr. Eve-Marie Engels Bioethik ist somit kein Luxus im elfenbeinernen Turm, auf den man verzichten könnte, sondern eine unentrinnbare Notwendigkeit.

72 Prof. Dr. Eve-Marie Engels Was bedeutet „Bioethik“? Die Bioethik ist ein Hauptgebiet der interdisziplinären, anwendungsbezogenen Ethik. Sie strebt eine normative Verständigung über die Spielräume und Grenzen menschlichen Handelns im Umgang mit der lebendigen Natur einschließlich der Natur des Menschen an, wie er sich in den alltäglichen Bezügen der Lebenswelt und in den theoretischen wie praktischen Kontexten von Wissenschaft und Forschung darstellt.

73 Prof. Dr. Eve-Marie Engels Gegenstand der Bioethik: alles Lebendige, nicht nur der Mensch, also auch Pflanzen und nichtmenschliche Tiere, Ökosysteme als Schutzgüter Die Bioethik ist vom Gegenstandbereich her also nicht anthropozentrisch orientiert. Zur Bioethik gehören daher auch Tierethik, Naturethik, ökologische Ethik u.a.

74 Prof. Dr. Eve-Marie Engels Wessen Handeln betrachtet die Bioethik? Allgemeine Bioethik Ihr Gegenstand ist das Handeln und Verhalten von uns allen gegenüber der lebendigen Natur in den verschiedenen Kontexten des Alltagslebens Beispiele: Umweltzerstörung, Wasser- und Luftverschmutzung, Massentierhaltung, Tiertransporte u.a.

75 Prof. Dr. Eve-Marie Engels Ethik in den Biowissenschaften Ihr Gegenstand ist das Handeln von Biowissenschaftler(inne)n und Mediziner(inne)n in den Kontexten von Forschung und Technik (Biotechnik), ärztlichem Handeln, der Anwendung von Erkenntnis u.a.

76 Prof. Dr. Eve-Marie Engels Ethik in den Biowissenschaften Ethische Fragestellungen, die der biowissenschaftlichen und medizinischen Arbeit und Tätigkeit in Theorie und Praxis erwachsen, werden in einer interdisziplinären Kooperation von Biowissenschaftler(inne)n und Mediziner(inne)n mit ihren Kolleg(inn)en aus der Ethik und anderen Wissenschaftsbereichen gemeinsam benannt, analysiert, diskutiert und bewertet.

77 Prof. Dr. Eve-Marie Engels Elemente bioethischer Urteilsbildung Die Bearbeitung bioethischer Probleme erfordert zunächst einmal die Klärung von Gegenstands- und Begriffsfragen. Bioethische Fragen sind nämlich keine rein ethischen Probleme, sondern erfordern eine interdisziplinäre Verständigung.

78 Prof. Dr. Eve-Marie Engels Interdisziplinäre Bioethik als Grenzüberschreitung von Einzeldisziplinen

79 Prof. Dr. Eve-Marie Engels Elemente bioethischer Urteilsbildung Einzelwissenschaften Wissenschaftstheoretische und philosophische Reflexionen einschließlich solcher der philosophischen Anthropologie und der Naturphilosophie Ethik

80 Prof. Dr. Eve-Marie Engels Ethische Fragen im engeren Sinne Welche Prinzipien, Normen und Werte sind für das betreffende Gebiet einschlägig? Welche Aspekte haben wir bei konfligierenden Sichtweisen in einer Güterabwägung zu berücksichtigen?

81 Prof. Dr. Eve-Marie Engels Ethische Fragen im engeren Sinne Welche Konsequenzen ergeben sich für verschiedene Bereiche aus der Durchführung und Unterlassung einer Biotechnik?

82 Prof. Dr. Eve-Marie Engels Ethische Fragen im engeren Sinne Sind die Ziele der zur Diskussion stehenden Forschung und Technik ethisch vertretbar? Sind die zur Erreichung dieser Ziele gewählten Mittel ethisch vertretbar?

83 Prof. Dr. Eve-Marie Engels Welche möglichen Alternativen gibt es zu den gewählten Mittel, wenn diese Mittel ethisch problematisch sind?

84 Prof. Dr. Eve-Marie Engels Prinzipien, Normen und Werte Grundrechte und Verfassungsgüter Achtung vor der Menschenwürde Lebensrecht Forschungsfreiheit Tier- und Umweltschutz u.a.

85 Prof. Dr. Eve-Marie Engels Prinzipien, Normen und Werte Prinzipien der mittleren Ebene Respekt vor Autonomie Nichtschädigung Wohltun Fairness

86 Prof. Dr. Eve-Marie Engels Politische Dimension der Bioethik


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