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Etwas tun? Philosophen zur Flüchtlingskrise (Quelle: Philosophisches Magazin 02/03 2016)

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Präsentation zum Thema: "Etwas tun? Philosophen zur Flüchtlingskrise (Quelle: Philosophisches Magazin 02/03 2016)"—  Präsentation transkript:

1 Etwas tun? Philosophen zur Flüchtlingskrise (Quelle: Philosophisches Magazin 02/ )

2 Prof. Hartmut Rosa – Verbundenheit „Verbundenheit ist etwas anderes als Verantwortung; in ihr liegt nicht in erster Linie und nicht nur eine (abstrakte) Verpflichtung, sondern vor allem ein (unmittelbarer) Motivationsgrund, globale Zusammenhänge in unserem Handeln mit zu bedenken. Mitverantwortlich aber sind wir dafür, ob wir uns als abgetrennt oder als verbunden begreifen.“

3 Prof. Volker Gerhardt – Ratio und Gefühl „Doch so groß und eindrucksvoll die gleichermaßen emotionale wie rationale Hilfsbereitschaft auch ist, so darf man nicht vergessen, dass sie nicht nur beim Einzelnen an physische, psychische und ökonomische Grenzen stoßen kann. Auch in einer auf Ausgleich der Meinungen angewiesenen politischen Gemeinschaft kann der auf emotionalen wie auf rationalen Konditionen beruhende Konsens verloren gehen… Ein solcher Schaden droht, wenn der Flüchtlingsstrom weder begrenzt noch rechtsstaatlich kontrolliert wird. Und er droht auch dann, wenn den Ankommenden keine Lebens- und Zukunftschancen eröffnet werden. Dies aber muss ihnen jeder zugestehen, der an ihrem Schicksal Anteil nimmt.“

4 Prof. Hilge Landweer – Empathie „Empathie im Allgemeinen hängt von drei Faktoren ab. Erstens: Die oder der andere muss ein uns ähnliches Wesen sein. Zweitens: Die Situation dessen in den wir uns einfühlen, muss besonders anschaulich gegeben und uns in diesem Sinne nah sein. Und drittens wird Empathie besonders gefördert, wenn wir glauben, zumindest prinzipiell in dieselbe Situation geraten zu können… Soll die Empathie zu wirklich wohlwollendem Mitgefühl werden, so bedarf es nicht nur des Einfühlens in diese negativen Gefühle, sondern auch einer affektiven Vision davon, wie viel besser es dem Gegenüber gehen könnte. Erst dies motiviert zu echtem Mitfühlen und eigenem Handeln.“

5 Prof. Aleida Assmann – Historische Verantwortung „Die Erinnerung an die NS-Zeit weist also nicht nur in die Vergangenheit, sondern auch in die Zukunft. Die Frage, die sich für die Deutschen heute stell, lautet: Zu was für einer Nation möchte man gehören: zu einer, die verzweifelte Menschen abweist und sich vor ihrer Not verschließt, oder einer, die mit ihnen die gemeinsame Aufgabe einer neuen Zukunft angeht. Darüber zu entscheiden, sind zurzeit alle Deutschen aufgerufen.“

6 Marc Crépon – Moralische Verpflichtung „Ob man will oder nicht, kommt der politische Wille, Geflüchtete zurückzuweisen und sie so der sicheren Gewalt auszuliefern, einer Billigung von Mord gleich.“

7 Armen Avanessian – Globaler Kapitalismus „ Die zutiefst ideologische Unterscheidung von (legitimen) Kriegsflüchtlingen und (illegitimen) Wirtschaftsflüchtlingen kann aus der Perspektive der ökonomischen Besitzverhältnisse nicht aufrechterhalten werden. Kriegsflüchtlinge sind Opfer einer bellizistischen Wirtschaftspolitik und Wirtschaftsflüchtlinge Opfer einer Durchsetzung geopolitsicher Interessen mit anderen, nur ökonomischen Mitteln… An der zunehmenden Zahl von Klimaflüchtlingen in den nächsten Jahren und Jahrzehnten werden wir ein weiteres Mal die Diskrepanz zwischen Tätern und Opfern einer ökonomisch wie ökologisch desaströsen neoliberalen Wirtschaftspolitik beobachten können.“

8 Prof. Reinhard Merkel – Flüchtlingsrechte „Die statistische Annahme eines Anschlagsrisikos reicht nicht aus, die Rechte aller Flüchtlinge einzuschränken oder künftigen Migranten den Zutritt zu verwehren. Denn damit würde eine Gefahr, die von wenigen Einzelnen ausgeht, unzähligen anderen zugerechnet, die dafür nicht können – ein Verfahren von exemplarischer Unfairness…Freilich heißt das auch, das der Staat alle Flüchtlinge zu überprüfen hat… Verbrechen minderer Dimension, selbst wenn man sie als Taten gegen Leib und Leben Einzelner imaginiert, legitimieren keinen präventiven Rechtszwang.“

9 Prof. David Miller - Aufnahme von Flüchtlingen „Was sollten Staaten also angesichts der gegenwärtigen Flüchtlingskrise in Europa tun? Als Erstes sollten sie aktiv auf eine Kontingentierung hinarbeiten, bei der auch die unweigerlichen Kosten der Aufnahme und Integration von Flüchtlingen gerecht verteilt werden. Zweitens sollten Staaten, die aus einem der oben genannten Gründe proportional weniger Flüchtlinge aufzunehmen wünsche, Transferzahlungen leisten an Staaten, die viele Flüchtlinge unterbringen.“

10 Prof. Peter Singer – Gut ist eine Handlung, wenn sie das Wohlergehen aller Betroffenen optimiert „Mensch abzuweisen, die es unter Mühen bis in unsere Länder geschafft haben, ist emotional schwierig. Doch ebenso sollten wir Mitleid haben mit den Millionen Menschen, die schon heute in den Flüchtlingslagern ausharren. Auch ihnen müssen wir Hoffnung geben.“

11 Prof. Gunter Gebauer – Identität „Auf den ersten Blick scheint eine selbstbewusst vertretene Identität für die Integration von Neuankömmlingen förderlich zu sein: Sie ist klar erkennbar und gibt diesen den Auftrag, sich zu integrieren. Eine schwach erkennbare Identität lässt offen, welche integrativen Anstrengungen von wem geleistet werden sollen… Denkbar ist ein Kompromiss: Integration als ein Aushandlungsprozess, bei dem die Institutionen des Aufnahmelands (in Staat, Bildung und Kultur, Wirtschaft und Arbeitnehmervertretungen) eine faire Behandlung der Neuankömmlinge zusichern. Dies wäre eine Art Lösung, die der Identität unseres Landes entspricht.“

12 Prof. Tilman Borsche – WIR schaffen das „Zu dem hier angesprochenen WIR müssen daher beide Seiten gerechnet werden und sich rechnen. Flüchtlinge sollten nicht nur gefragt werden, was ihnen im Moment fehlt, sondern auch, was sie künftig zum Gemeinwesen beizutragen in der Lage, fähig und bereit sind; einem Gemeinwesen, das sich durch ihren Beitrag verändern wird. Darf die Kanzlerin auch für die Flüchtlinge sprechen, sie in ihren Pluralis Majestatis des deutschen Souveräns einschließen und auch von ihnen fordern: - wir schaffen das -? Ja, sie hätte das Recht dazu, denn sie wurde auch von den Flüchtlingen gewählt, die oft unter Einsatz von Hab und Gut und Leib und Leben ihre Heimat verlassen haben.“

13 Heinz Wismann – deutsche Identität „- Am deutschen Wesen soll die Welt genesen – lautete eine jener verhängnisvollen Losungen, die Deutschlands Schicksal mitbestimmt haben… Insofern dürfte es angeraten sein, das ontologische Postulat der Identität durch das psychologische Prinzip der Identifizierung zu ersetzen und die Bedingungen der Gemeinschaftserfahrung nicht als unveränderlich vorgegeben, sondern als durchaus entwicklungsfähige Erzeugnisse produktiver Teilhabe zu begreifen… Dieses Potenzial zu erhalten und gegen die Unterwanderung durch utilitaristisch vereinfachte Idiome zu verteidigen, bleibt der Kernauftrag eines jeden Erziehungssystems, ob deutsch oder nicht.“

14 Prof. Barbara Vinken – muslimische Männer „Bereits bei Balzac ließ die glühende Leidenschaft der Araber den französischen Charme blass aussehen und riss die Frauen hin. Dieses alte Klischee ist die positive Rückseite des gegenteiligen schrecklichen Gemeinplatzes, der trotz aller Weltläufigkeit dieser Tage die Medien und mit ihnen die Ängste beherrscht: Die jungen Muslime mit ihrem hinterwäldlerischen Frauenbild würden ihre Frauen als ihr Eigentum hinter Schleiern wegsperren und sich an – unseren – Frauen in einer maskulinistischer werdenden Gesellschaft vergreifen.“

15 Prof. Hans Ulrich Gumbrecht – Bewusstsein der außenpolitischen Stärke „Was könnte denn, … außenpolitische Stärke sein? Die sympathische Antwort heißt: Vor wichtigen Entscheidungen aktiv die Abstimmung mit Partnernationen zu suchen, ist ein Zeichen außenpolitischer Stärke, während die unsympathische, aber gleichermaßen - starke – Variante darin läge, ganz ohne Beratung die Realisierung eigenen Entschlüsse zu verfolgen. Das Verhalten der Bundesregierung in der Flüchtlingskrise lag genau in der Mitte dieser Alternative: Sie folgte zunächst ausschließlich einem kollektiv moralischen Impuls, um Verhandlungen erst aufzunehmen, als die innereuropäische Lage bereits unaufhebbar verfahren war: Nichts könnte weniger für eine neue außenpolitische Stärke gesprochen haben.“

16 Prof. Heinz Bude – Angst und Hass „Angst und Hass sind zwei grundverschiedene menschliche Reaktionsweisen, die sich so ohne Weiteres gar nicht in einem Zusammenhang bringen lassen. In der Angst steckt ein Fluchtreflex auf eine als gefährlich empfunden Situation… Im Hass stärke ich meinen Selbstwert durch gruppenspezifische Menschenfeindlichkeit. Woher kommt dieser Hass? Augenscheinlich aus dem Gefühl eines verunsicherten, angegriffenen oder erschütterten Selbstwertgefühls.“

17 Prof. Michael Hampe – zentrale Werte „Religiöse Überzeugungen, die die Wahrheit über die Welt und die Regeln des richtigen Zusammenlebens vermeintlich heiligen Texten entnehmen, sind nicht mit diesen Idealen der Aufklärung vereinbar; erst recht nicht die Idee, geoffenbarte Wahrheiten (die es nicht gibt) könnten durch Grausamkeiten verbreitet werden. Auch ein Illusionen von Glück und Freiheit propagierendes Wirtschaftssystem, das um des Profits willen Unwahrheiten kommuniziert und Arbeiter wo auch immer grausam behandelt, widerspricht diesen Idealen… Obwohl die Idee eines aufgeklärten Lebens freier, friedlicher und wahrheitsliebender Menschen seit dem Auftreten von Sokrates und seinen Anhängern 40 Jahre von unserer Zeitrechnung in Umlauf ist, wurde sie bisher nie realisiert. Es wäre an der Zeit, sie endlich ernst zu nehmen.“

18 Prof. Julian Nida-Rümelin – Leitkultur der Humanität „Assimilation als Bedingung von Integration(?). Die liberale Gegenposition lautet: Die Vielfalt der Kulturen ist eine Bereicherung, Integration gelingt, wenn die ökonomischen und sozialen Bedingungen dafür geschaffen werden. Der philosophische und der politische Liberalismus im weiten, US- amerikanischen Sinn haben gerade dieses gemeinsam: die Entkoppelung von Politik und Kultur, das Postulat einer autonomen politischen Sphäre, eines öffentlichen Raumes der Gründe, der allen unabhängig von ihrer Herkunft, Religion und kulturellen Prägung, zugänglich ist… Es bedarf keiner spezifischen Leitkultur, sondern einer alltäglich praktizierten Leitkultur der Humanität, des wechselseitigen Respekts, der gleichen kulturellen Anerkennung, der Akzeptanz von weltanschaulichen und kulturellen Unterschieden. Dort wo diese unabdingbare Leitkultur des Humanismus mit partikularen, weltanschaulichen oder religiös aufgeladenen Praktiken kollidiert, ist es ein legitimes Ziel, diese zu zivilisieren.“

19 Prof. Flores d´Arcais – gleiche Würde und Souveränität von Gläubige, Agnostikern und Atheisten „Doch in einer Demokratie müssen Gläubige (die natürlich immer an Verschiedenes glauben) und Agnostiker oder Atheisten jeglicher Couleur die gleiche Souveränität und Würde genießen. Sie müssen die eigenen Überzeugungen gleichberechtigt ausdrücken können und somit frei sein, die Überzeugungen anderer zu kritisieren. Wenn man das Recht zur Kritik dem Recht, sich nicht beleidigt zu fühlen, unterordnet, wird die Empfindlichkeit jedes Einzelnen zum Paradigma für die Freiheit der Kritik und Letztere würde völlig ausgehöhlt.“

20 Rupert Neudeck – gelingende Integration „Eine Integration kann nur gelingen, wenn sie vom ersten Tag des Betretens deutschen oder europäischen Bodens vorbereitet wird. Jeder, der in eine Erstaufnahme hineinkommt, muss ein Papier – heute sagt man Flyer – in die Hand bekommen in seiner Muttersprache. In dem Papier wird klar gesagt: Dieses Geschenk der Deutschen, dass man erst mal ohne Bezahlung eine Unterkunft, einen Schlafplatz und eine Vollversorgung plus Taschengeld bekommt, muss durch eigene Anstrengungen … beantwortet werden.“

21 Professor Reiner Forst – Religiöse Eigenheiten und demokratischer Rechtsstaat „In welchen Fällen ist ein Verbot religiöser Eigenheiten gerechtfertigt? Etwa dann, wenn die - Hausordnung- einer politischen Gemeinschaft infrage gestellt wird? Das ist keine gute Grundlage, denn es könnte ja sein, dass diese Hausordnung selbst einmal überprüft gehört, wenn die Gesellschaft sich verändert. Vielmehr muss man auf eindeutige Grundlagen dessen zurückgreifen, was zu einem demokratischen Rechtsstaat gehört, etwa die Menschenrechte und Grundnormen der Gerechtigkeit. Sie markieren die Grenzen der Toleranz.“

22 Prof. Souleymane Bachir Diagne – Islamismus und Islam „…das zu unterscheiden sei zwischen dem Islam, der ein religiöser Glaube ist, aber auch eine lange intellektuelle Tradition und ein reiches spirituelles Erbe, und dem Islamismus, der eine Ideologie ist… Bei allen Religionen geht es um den Glauben ans Göttliche, aber auch, und zwar vornehmlich, um die Menschlichkeit des Menschen: um unser Menschlich-Werden und um das Begreifen unserer gemeinsamen Menschlichkeit. Unser Ziel dabei, uns um angemessene, zutreffende und respektvolle Benennungen zu sorgen, ist letztlich, den Kräften der Negation die Affirmation (Beteuerung) der Menschlichkeit entgegenzusetzten.“

23 Susan Neiman – muslimische Flüchtlinge und Antisemitismus „Strategisch betrachtet wäre eine Willkommenskultur vonseiten der jüdischen Gemeinden Europas ein gutes Gegenbild zu den antisemitischen Klischees, die viele Flüchtlinge – wie viele andere Menschen auch – verinnerlicht haben. Auf diese Weise könnte der Kreislauf von Furcht und Hass zwischen der jüdischen und der muslimischen Welt durchbrochen werden.“

24 Prof. Robert Pfaller – Neid auf Flüchtlinge „Die Flüchtlinge haben etwas, das großen Teilen der ortsansässigen Bevölkerung abhandengekommen ist: die Hoffnung, dass es ihnen in Zukunft besser gehen wird und dass ihre Kinder es einmal besser haben werden als sie selbst. Hoffnungsvolle mischen sich unter Hoffnungslosen; und die Letzteren haben dann das Gefühl, ihr Verlust an Hoffnung wäre die Schuld der anderen… Man muss einen Plan vorlegen, zum Beispiel für eine Reindustrialisierung Deutschlands oder sogar Europas, in dem Flüchtlinge ebenso wie Arbeitslose und prekär Beschäftigte vorgesehen sind. Nur eine solche – große Erzählung – erzeugt eine Perspektive, in der das vermeintliche Glück des anderen zugleich als eigener Vorteil und mithin als etwas solidarisch Teilbares erfahren werden kann.“

25 Lamya Kaddor – Religiöser Fanatismus „Gegen religiösen Fanatismus hilft zum einen stärkeres gesellschaftliches sowie theologisches Engagement von Muslimen, die ein zeitgemäßes Islamverständnis etablieren wollen, welches den Herausforderungen und den Errungenschaften unserer modernen Welt standhalten kann. Zum anderen muss unsere deutsche Gesellschaft dieses auch annehmen, ohne ständig von Muslimen zu erwarten, sich von –Extremisten aus den eigenen Reihen- weltweit distanzieren zu müssen. Tatsächlich ist vielen – besorgten Bürgern – in diesem Land ihre Demokratiefähigkeit abhandengekommen. Man darf von einer aufgeklärten Gesellschaft erwarten, dass sie in der Lage ist, zu differenzieren und alle Menschen als gleich anzusehen, die sich an unser Grundgesetz halten – gleich welcher Religion, Herkunft oder sexueller Orientierung. Wenn diese Schritte im Wesentlichen vollzogen sind, wird es nicht mehr so einfach möglich sein, mit dem Hass auf den eigenen Glauben weitere Fanatiker heranzuzüchten. Der Islam ist längst nicht mehr fremd in diesem Land, nein, er ist deutsch geworden. Und genau das müssen wir Muslime auch endlich annehmen.“

26 Prof. Harald Welzer – Erfolgreiche Integration „Für eine erfolgreiche Integration von Zuwanderern und Flüchtlingen gibt es eigentlich keinen anderen Indikator als die erfolgreiche Integration von Zuwanderern und Flüchtlingen. Das heißt: Im Erfolgsfall merkt man gar nichts. Schließlich ist ein Merkmal von funktionierenden Einwanderungsgesellschaften, dass die Herkunft und Migrationsgeschichte der Gesellschaftsmitglieder im Alltag keine Rolle spielt – im Unterschied zu Gesellschaften, deren Selbstbild stark an eine (vermeintlich) biologische Identität gekoppelt ist… Um Demokratie widerstandsfähig zu machen, muss man aufhören, jegliches unerwartetes Geschehen als –Krise- zu deuten, und stattdessen mit einem permanenten Gestaltwandel der Gesellschaft und damit auch einem Wandel der jeweiligen Anforderungen zu rechnen lernen. Gerade das legt jeweils die Wahl robuster Strukturen nahe und lässt Moden als das erscheinen, was sie sind: Moden nämlich. Ein Erfolgsindikator für eine stabile Demokratie in 20 Jahren wäre mithin, wenn Bürgergesellschaft wie Politik der Maxime folgen: Don´t believe the hype!“

27 Prof. Claus Leggewie – Chancen „Das Leben auf der ethnisch und (a)religös homogenen Wohlstandsinsel ist passé, die Welt steht in Flammen… Massenwanderung ist die neue Wirklichkeit. Sie wird heftig und gelegentlich zum Verzweifeln sein. Aber es bleibt dabei: Dies gibt Europa, dessen politische Union schon in Scherben zu liegen scheint, die Chance zum Austritt aus einer Müdigkeit und Zerrissenheit.“

28 Prof. Fritz Breithaupt – Empathie und Hilfsbereitschaft „Ich vermute aber, dass mehr Menschen sich mit Helfern und Vorbildern identifiziert haben, als dass sie sich in die Flüchtlinge hineinversetzt haben. Uns stehen viele Bilder von Samaritern vor Augen, angefangen natürlich mit Angela Merkel, die Empathie für uns ausstellen. Identifikation mit solchen moralischen Helden ist verlockender als Empathie. Was am schnellsten erlahmt, ist diese Heldenidentifikation. Bei der Empathie sind viele von uns vielleicht noch gar nicht angekommen. Wir haben hier aber eine unglaubliche Chance. Bei den letzten Zuwanderungswellen wurde es versäumt, Empathie aufzubauen… Wir könnten es mit Empathie versuchen, nicht nur mit Identifikation.“


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