Die Präsentation wird geladen. Bitte warten

Die Präsentation wird geladen. Bitte warten

Diagrammatik – Relationentypen 29.11.2006 Tableau ReiheNetzAblauf KreisQuadrat Faltung Architektonik Techn. Zeichnung Cluster.

Ähnliche Präsentationen


Präsentation zum Thema: "Diagrammatik – Relationentypen 29.11.2006 Tableau ReiheNetzAblauf KreisQuadrat Faltung Architektonik Techn. Zeichnung Cluster."—  Präsentation transkript:

1 Diagrammatik – Relationentypen Tableau ReiheNetzAblauf KreisQuadrat Faltung Architektonik Techn. Zeichnung Cluster BodymapKarte Ausgehend vom Buch Der Schacht von Babel von Boris Buden stellte sich die Frage, ob der Begriff der Übersetzung auch für Bilder/Diagramme eine Verfeinerung der relationalen Sicht ermöglichen könnte. Übersetzung und Bezugnahme (als Ausgangsfrage) Relationalität als Übersetzung / Übersetzung als Relationalität Nicht jede Form der relationalen Bezugnahme ist eine Übersetzung. Nicht jede Form der Übersetzung ist relationale Bezugnahme. Definitionsversuche zum Begriff übersetzen übersetzen = (auf)zeigendes Bezugnehmen übersetzen = zeigendes Bezugnehmen übersetzen = bedeutendes Nebeneinanderstellen übersetzen = absetzendes Verlassen Es geht also darum alle visuellen (performativen) Techniken der Bezugnahme aufzuschlüsseln. Jedes Lernen einer Sprache benötigt die (gestisch) zeigende Bezugnahme, wobei der Handlungskontext (die Situation) bzw. die Atmosphäre in die Kodierung/Verankerung mit einfließen. In der Bild/Diagramm-Diskussion wurde die Bedeutung der Relationalität schon mehrfach angesprochen. Man könnte also die These formulieren, daß Diagramme relevante Mittel für Bezugnahmen bieten können. In der Folge soll es daher um diagrammatische Techniken der Bezugnahmen gehen. Über diagrammatische Bezugnahmetechniken Diagrammatik als Bezugnahmetechnik Jede Bezugnahme in der Realwelt und in mimetischen Materialien (Bilder, Objekte) kann diagrammatisch gelesen werden. Wichtige Anmerkung: Die diagrammatische Leseart ist nicht auf die Fläche beschränkt (Siehe Diagrammatik in der Architektur). Jede explizit repräsentierte Bezugnahme ist der diagrammatische Anteil des Bild/Objektes. Den Sinn des Originals in einem Punkt berühren (wie die Tangente einen Kreis berührt) (B. Buden mit W. Benjamin) Kann diese bedeutsame Berührungssituation auch Bild/Diagramm-Material formuliert oder sogar visuell umgesetzt werden? Welche Formen der Übersetzung werden durch zeigende Berührung repräsentiert? Gibt es so etwas wie mehrsprachige Bilder ?.... also Bilder, die die Übersetzung in sich tragen? Attributive Präzisierung durch Visualisierung anhand ähnlicher Exemplare Ähnlichkeit durch Nähe repräsentieren Techniken Differenz bzw. Kategorien zu etablieren Konstruktionen, die der funktionalen Klärung dienen Topologische Beziehung, Lagebeziehung (3D), Geomorphologische Zusammenhänge --- Relationen übereinstimmender Merkmale (Iconizität) --- Relationen verknüpfbarer Merkmale (Indexikalität) An anderer Stelle wurde gezeigt, daß die komplexe Überlappungsstruktur der Collage in Netzgebilde übersetzt werden kann. Damit kann auch auf Collagen eine ähnliche Lesart angewendet werden. Dabei ist spannend, daß zB. das verwendete Bildmaterial selbst auch die Vernetzung realisiert (also keine weitere Trägerstruktur im Spiel ist). situative Lagebeziehung --- Diverse Karten-Projektionen (drawing systems) u.a. maßstabstreue Abbildung Relationen übereinstimmender Merkmale (Iconizität) Ähnlichkeitsbeziehung, Verwandtschaftsbeziehung, Analogiebeziehung --- Relationen übereinstimmender Merkmale (Iconizität) Körperbeziehung, Referenzbeziehung, Analogiebeziehung, Sympathie-Beziehung s.o. --- Vermutete Kausalbeziehungen => Relationen verknüpfbarer Merkmale (Indexikalität) Genealogische Beziehung, Verwandtschaftsbeziehung, Relationen in der Zeit --- Ober/Unterbegriffs-Relation (Tesauri als Baum) Relationen verknüpfbarer Merkmale (Indexikalität) Selektion, Zusammengehörigkeit, Sympathie-Beziehung, s.o. Bestandsrelation, Attributive Elementar-Relation (Spalte einer Tabelle) (Attribution) --- Relationen freier Namensgebung (Symbolizität) Begriffsbeziehung, Gegensatzbeziehung, Synonym-Beziehung, Bedeutungszusammenhang, argumentative Beziehungen, signifikante Relationen --- Zitationsbeziehung, Übersetzungsbeziehung, Topologische Relationen (als Schema) Systemische Beziehung (Abhängigkeit), Prozesszusammenhang, Handlungsträger-Relation logischer Zusammenhang, Inferenzzusammenhang (Schlußfolgerung), logische Relationen (Peirce), Relationen in der Zeit (raum-zeitliche Relationen) --- Mittel/Zeck-Relation, Instrument-Relation, Verursachungs-Relation, Kausal-Zusammenhang, Schema als komplexe Wissenseinheit, Simulationsmodelle, Topologische Relationen (als Schema), Relationen verknüpfbarer Merkmale (Indexikalität) Idealbeziehung, Idealkonstellation, geometrische Relation Topologische Relation (außen vs. innen) Konfigurationsbeziehung, struktureller Aufbau, statische Zusammenhänge Analogiebeziehung s.o. Funktionale Beziehung, Stücklistenbeziehung (Teil/Ganzes-Relation), Strukturelle Beziehung, Topologische Beziehung, technische Relationen --- Orthogonal-Projektion (drawing system) Maßstabstreue Abbildung, Kinematische Modelle, Simulationsmodelle, Relationen übereinstimmender Merkmale (Iconizität) Repräsentation eines Lagezusammenhangs (wie 06): Das Eingespanntsein von Verbalbegriffen in eine Netzstruktur kann als feldhafte Definition bzw. als semantisches Netz gelesen werden. Techniken der Ansammlung die topologischen Prinzipien der Schichtung und komplexen Faltung allgemeinere räumliche Architektonik konkrete Objekte als Referenzsystem einfache Abfolgen repräsentieren definierende & differenzierende Zuordnung - differenzierende Separation (begriffliche Differenzierung) Modelle für die Repräsentation von Prozesszeitlichkeit (also von komplexen Abläufen bzw. Systemen) Zur beziehungsorientierten Sicht: Dieser Wandel in der Betrachtungsperspektive und in der Benennung ist von zentraler Bedeutung. Mit der Ausklammerung der Symbole und der mimetisch orientierten Befüllung kommt man einer durch und durch relational orientierten Sicht. Anstelle der körperlichen Realwelt-Entitäten (Konkretisierungen) treten Beziehungen, Konstellationen, Felder, … etc. In der Sprache der Netzwerke formuliert: Man macht den Wandel von den Knotenelementen (Quasi-Verkörperung) hin zu den Netzkanten durch, also im Extrem zu Netzen ganz ohne Knoten, also zu Netzen die nur aus den Stützungsverhältnissen von Kanten bestehen. Die Diagrammatik versucht also quasi unsichtbare (oder verdeckte) Verhältnisse ans Licht zu bringen und explizit zu repräsentieren. Da jede Form von diagrammatischer Beziehung auch graphisch/zeichnerisch (also gestisch !) umgesetzt bzw. praktiziert werden kann, finden sich diese Ordnungsgerüste in den unterschiedlichsten Medien. Dienende Disziplinen wie die Typographie haben umfassendes diagrammatisches Anwendungswissen erarbeitet. Diagramme als das relationale Medium Das was in der Verbalsprachlichkeit die Verben als Relationsbegriffe leisten, können die Diagramme in graphischer Form repräsentieren. Semantische Übertragung durch gegenständliche Bezugnahmen (Analogiedenken) (Symbolizität) Diagrammatische Techniken der Bezugnahme / Diagrammatische Bezugnahmetechnik Techniken der Inbezugsetzung (als Methoden der AuseinanderSetzung) Was kann durch Gegenüberstellung aufgezeigt werden? Ähnlichkeit, partielle Übernahme, Weiterentwicklungen,... Die Qualität der Beziehung ist schwer explizit zu repräsentieren. So erkennen wir die Ähnlichkeitsbeziehung durch die Wahrnehmung der Ähnlichkeit (der diskreten Elemente). Die Nebeneinanderstellung kann nur den Anstoß zu dieser Wahrnehmung geben. Die diagrammatische Reihung kann die Wahrnehmung bestimmte Beziehungsqualitäten nahelegen. Grundlage ist aber der geschulte Blick. Geht es dabei nicht (nur) um die Diskussion der Ähnlichkeit, dann ist es in vielen Konstellationen notwendig, den relevanten Aspekt herauszustreichen bzw. zu markieren. Stellvertretend kann ein besonders signifikantes Exemplar herausgehoben (zB. vergrößert oder zentral positioniert) werden. Durch diese Heraushebung wird dann auch die Lesart der anderen Exemplare nahegelegt. Die Markierung kann auch auf alle präsentierten/aufgelegten Exemplare angewendet werden. So wird (nonverbal) zeigend klar, was hier in den Blick kommen soll. Entlang der Markierungen können die Exemplare ausgerichtet werden; die Markierungen können aber auch als Knoten eines Beziehungsnetzes fungieren. Man hat damit ein semantisches Netz mit impliziter Semantik realisiert. Die Techniken der Bezugnahme sind also semantisch sehr offen bzw. abstrakt. Das hat den Vorteil, daß die diagrammatischen Techniken der Inbezugsetzung sehr vielseitig einsetzbar sind. Dieser Vorteil ist aber auch ihr Nachteil: Visuell wenig geschulte Betrachter können auch analytisch konzipierte Bildtableaus solange nicht lesen, solange sie die semantische Perspektive nicht (verbalsprachlich) nachgereicht bekommen. Diese Schwierigkeit markiert auch den Übergang von impliziten semantischen Netzen zu semantischen Netzen mit explizit definierter und explizit repräsentierter Semantik. Das kann durch graphisch unterschiedlich ausgeführte (kodierte) Kantentypen inklusive erklärende Legende geschehen, oder durch (verbale) Beziehungsbegriffe, die graphisch direkt auf die Beziehungskanten plaziert werden. Techniken der Ordnung sind immer (auch) Techniken der Zu-Ordnung oder Auseinanderhaltung. Diese ZuOrdnung führt zur AnOrdnung und AusRichtung Praktisch alle 11 Schematypen ermöglichen das Inbezugsetzen diskreter Einheiten bzw. das analytische Zusammenbringen/Zusammenstellen von diskreten Einheiten. Techniken der Ordnung bieten immer Separationsmöglichkeiten bzw. Möglichkeiten der Auseinanderhaltung. Dabei kommt der (gezeichneten) Linie eine wichtige Rolle zu. War es bei der ZuOrdnung die verbindende Linie (oder die zumindest gedachte feldhaft sich aufspannende Linie), ist es nun die trennende Linie, die Grenzziehung, die Rahmung, der Container. to draw a distinction räumliche/örtliche (topographische) Zuordnung geographisch räumliche Separation vergleichende Zuordnung ballende, häufende/clusternde Separation analogische Zuordnung figurativ/organische Separation versammelnde Zuordnung tabellarische Separation reihende Anordnung (verzweigend) gliedernde Separation systemische, prozeßorientierte Zuordnung prozeßgliedernde, systemisch differenzierende Separation idealkategorische und geometrische Zuordnung sektorierende Separation überlagernde, überlappende, collagierende, verknotende Zuordnung schwache Separation (Vermischung, Faltung) aufbauorientierte Zuordnung aufbauorientierte Separation konstruktive, stücklistenorientierte Zuordnung komponentenorientierte u. schneidende Separation Die Diagrammatik richtet ihren Blick auf das Dazwischen (das in between) bzw. auf das unsichtbar Dazwischen-Liegende. Es geht also im hohen Maße um Techniken das Unsichtbare, Dazwischenliegende zu repräsentieren bzw. zu visualisieren. Natürlich sind dabei auch Begriffe wie Intertextualität, Binnenkontext, Kontextualtität, Rahmung, Horizont, Perspektive... etc. von Bedeutung. Hier in dieser Betrachtung soll es aber primär um den diagrammatischen Blick auf die Fragestellung gehen. Techniken der Ordnung & ZuOrdnung sind immer auch für Repräsentationsfragen nutzbar. (Siehe dazu: Semantische Netze). Wie kann also das InBetween diagrammatisch in den Blick kommen: Durch die Techniken der Zuordnung Durch die Techniken der vernetzenden Zuordnung (Siehe: Language of networks) Durch die Techniken der Auseinanderhaltung (der gestalteten Distanzierung) Durch die Abbildung von Kräfteverhältnissen (Siehe: Bezugnahme & Einwirkung - Diagrammatik als Visualisierung von Kräfteverhältnissen) Mit Petra Gehring: Diagramme sind Dazwischenschreibungen Das Dazwischenschreiben, diagrammein, Diagrammfindung Besser als von Einschreibung (Derrida).... sollte man von Dazwischenschreibung sprechen und statt von grammein von diagrammein.... (Petra Gehring) Von Werner Busch wurde in Berlin der Begriff der Spur etwas ausführlicher besprochen. Linie & Spur, Körperspur, kreuzende Spur, gelegte Spur, zerstörte Spur, Spuren künstlerischer Energie, Spuren die andeutungsweise auf etwas verweisen, Spur als Überbleibsel – als Rest, Vor- und Nachläufigkeit,.... Hier soll nun kurz überprüft werden, ob das Konzept der Spur auch für die diagrammatischen Fragestellungen fruchtbar gemacht werden kann. Mit Peirce kommt in dieser Perspektive die sgn. Indexikalität mit ins Spiel (Zeichen als Index) Landschaft als Spur komplexer Faltungen und Verbringungen / Karten als Vermessungsspur Spuren, die Andeutungsweise auf etwas verweisen Körperspur (im Rahmen des body mapping) / Gestische Spur / Spurhafte Ähnlichkeit gelegte, überlagernde Spuren Umlaufbahn als Spur Ablaufspur, Prozeßspur (Indexikalität) Zeitliche Spur (Indexikalität) fragmentarische Spur / Fragment Überlappungsspuren / Spuren komplexer Faltungen und Überlagerungen (Indexikalität) konstruierte Spuren kinematische Spuren (Indexikalität) --- Bedeutung einschreiben oder zuschreiben Das Befüllungsmotiv wurde an anderer Stelle bereits angesprochen. Wenn die Schemata im Grunde als semantikfreie Ordnungsgebilde aufgefaßt werden, stellt sich die Frage, wie Semantik in diese Gebilde (Trägerstrukturen) eingebettet gedacht werden kann. Da für die Einnistung der Inhalte praktisch alle diagrammatischen Elemente ganz unmittelbar in Frage kommen, ist es auch sinnvoll von einer Einschreibung oder Zuschreibung zu sprechen. Diese Spur der Einschreibung und Geste der Zuschreibung soll nun etwas näher betrachtet werden. Hilfreich ist es auch technische Diagramme oder Geschäftsdiagramme in die Überlegungen einzubeziehen. Über die Skalierung (die Semantik der Achsen), werden den Datenpunkten und Linienzügen quantitative und qualitative Wertigkeiten zugeordnet. Diese achsenparallele Zuschreibung kann auch für komplexe/mehrdimensionale Bezugnahmen gedacht werden. Einzelne Knoten können über mehrere Kanten mit anderen Stellen in Beziehung treten. Dies kann als ein semantisches Eingespanntsein gelesen werden. Jeder Begriff wird durch diese Vernetzung semantisch definiert. Die diagrammatische Struktur, kann also als abstrakte Trägerstruktur für inhaltliche Einschreibungen verstanden werden. Anmerkung: Der Grad der Abstraktion darf nicht absolut gesehen werden, da praktische jede Ordnungsform in irgendeiner Weise der Natur entnommen wurde und nebenbei auch mit unterschiedlichen Blickrichtungen (Vogelperspektive, Froschperspektive/Rückenlage,...) in Verbindung gebracht werden kann. Vergleiche dazu auch die Analysen von Manfred Sommer (suchen und finden). Bedeutungszuschreibung durch abstrahierende Herauslösung (Iconizität) und symbolische Markierung (Symbolizität) Bedeutungszuschreibung durch Nahestellung (feldhaft eingebettet sein) Bedeutungszuschreibung durch Bezugnahme auf konkrete Körper bzw. Gegenstände tabellarische Zuschreibung (Vergl. Francois Jullien / Die Kunst Listen zu erstellen) narrative Bedeutungseinschreibung (wie im Film) / Die Bedeutung spannt sich u.a. zwischen den Frames und Einstellungen auf vernetzend definierende Bedeutungseinschreibung (wie bei semantischen Netzen) vernetzend definierende Bedeutungseinschreibung mit zeitlicher Zusatzbedeutung (vergl. Expertensysteme) systematisierende Bedeutungseinschreibung --- Relationen freier Namensgebung (Symbolizität) Funktionale Bedeutungszuschreibung Symbolische Bedeutungszuschreibung als Grundmotiv und Grundordnung --- Relationen freier Namensgebung (Symbolizität) Bedeutungszuschreibung durch vermischendes Nahebringen Denotation: (1) Die auf den mit dem Wort gemeinten Gegenstand hinweisende Bedeutung (2) Inhaltsangabe eines Begriffs (in der Logik) Spaltensemantik in Datenbanken Die Sequenz legt u.a. in zeitlicher Hinsicht eine bestimmte Lesart nahe Das Eingespanntsein von Verbalbegriffen in eine Netzstruktur kann als feldhafte Definition bzw. als semantisches Netz gelesen werden. In Idealsystemen (duale Codierung; Fünfheit; Zwölfheit; etc.) wurde oft versucht, inhaltliche Komplexe in lückenlose regelmäßige Aspektkreise zu vereinigen. In vielen Fällen greift die Ordnungsidee zu dominierend in das semantische Feld ein. Ähnlich wie in 08 werden in der Architektonik oft (semantische) Idealstrukturen verhandelt. In das tragende architektonische Grundgebäude werden div. Zusatzaspekte eingeschrieben. Visualisierung funktionaler Bedeutungen Diagramme, die sich zwischen diskrete Einheiten schieben Je nach Inhalt (Materiallage) liegen diskrete Einheiten bereits vor, oder sie werden im Zuge der Ordnungsvorgänge erst definiert. So wie Villem Flusser von der zerpickenden Analyse sprach, zieht das Diagramm seine Spuren im Material. Ordnende Zwischenschreibung Die Diagramme dokumentieren/repräsentieren den Ordnungsprozeß. Die Ordnung drängt sich wie ein Zellengefüge zwischen das Material. Verbindenden Zwischenschreibung Die Ordnende Geste fährt an bestimmten Stellen ins Material. Diese Stellen werden als Grenzen markiert, oder als Stellen expliziter Differenzierung besonders hervorgehoben. Das ist möglich, in dem Durchlässigkeit (wie bei einer Membran) visualisiert, oder die hergestellte/aufgelöste Nähe durch verbindende Stege/Kanten hervorgehoben wird. Diese Verbindung vermittelt Inhalte. Diese Verbindung kann Inhalte/Begriffe öffnen, sie kann sie aber auch im Sinne einer Definition schärfen. Es ist jeweils eine Frage der kontextbewußten Setzung bzw. Konfrontation, wie sich die Bedeutungen verschieben. Bedeutende Zwischenschreibung Auch wenn die Semantik der Zwischenräume, Membranen und Kanten nicht explizit definiert werden, entwickeln sie semantische Kräfte. Auch wenn die Zwischenschreibung ein beliebig geführte ungerichtete Linie ist, kann von einer semantisch bedeutsamen ZwischenSchreibung gesprochen werden. Die Geste der Zwischenschreibung verbindet bedeutsame Einheiten, so wie wir es von verbalsprachlichen Sätzen gewöhnt sind. Auch ohne Zuordnung von Wortarten (wie zB. dem Verb) hat diese Zwischenschreibung inhaltliche Konsequenzen. Es zeigt sich etwas, es wird etwas angedeutet, es wird etwas nahegelegt,... man wird weitergeführt, man wird in ein Bedeutungsfeld hineingezogen,... Explizit definierte Zwischenschreibungen Definierte Ontologien oder semantische Netze mit explizit definierter Semantik sind gute Beispiele dafür, was es heißt, verbale Konzepte im Rahmen der Zwischenschreibung zur Anwendung zu bringen. Die Zwischenschreibung kann so die Grammatik der Verbalsprachlichkeit in diese diagrammatische Ordnung einbringen. Diese Zwischenschreibung steht also auch in der rein graphisch realisierten Verbindungslinie an der Schwelle der Grammatik. Komplexe Konfigurationen von Zwischenschreibungen Wenn man nicht nur 2 diskrete (semantische) Einheiten in die Betrachtung einbezieht, dann wird klar, daß unterschied- lichste Figurationen vereinbart werden könnten, daß man Valenzen bzw. Bindungsregeln definieren könnte... etc. Diagramme als topologische Zwischenschreibungen Die Zwischenschreibungen könne auch räumliche Konstellationen und komplexeste Beziehungsverhältnisse exakt repräsentieren. Das können sowohl statische Konstellationen sein, aber auch performative Regelwerke, die beschreiben, was erfolgt, wenn ganz bestimmten Typen aufeinander treffen oder miteinander in Beziehung gebracht werden (vergl. dazu objektorientierte GIS-Systeme und ihre dynamischen topologischen Interaktionen). Diagramme als logische Zwischenschreibungen Mit Peirce und der Visualisierung von Regelwerken in Expertensystemen bzw. der Visualisierung der Verlaufsschritte von Inferenzvorgängen (in KI-Systemen), kann das Diagramm auch als logische Zwischenschreibung gelesen werden. Zwischenschreibungen und mimetisches Material Sobald Zwischenschreibungen erfolgen, schleichen sich das Diagramm bzw. diagrammatische Strukturen in das mimetische Material ein. Zwischenschreibung als Algorithmus Wenn man die Zwischenschreibung als verdeckten Prozeß auffaßt, dann könnten bestimmte algorithmische Vorgänge als diagrammatischer Ordnungsprozeß aufgefaßt werden. Wenn Meßwerte (Datenpunkte) zu linearen oder flächigen Gebilden verrechnet werden, dann erfolgt im wahrsten Sinne des Wortes eine diagrammatische ZwischenSchreibung. Die Übersetzung innerer materialer Verhältnisse in Bildmaterial (durch diagrammgebende Medien), wäre dann auch eine Zwischenschreibung. So könnte als jede analog/digitale Formatumsetzung auch als virtuelle Zwischenschreibung gelesen werden. Diagramme als partielle Überschreibung Das Material der Überlappung bzw. Zwischenschreibung muß nicht als (lineares) Ergänzungsmaterial gedacht werden. Mit Collagen und Faltungen und Knotungen kann gezeigt werden, daß das Grundmaterial auch unvermittelt in Beziehung/Kontakt treten kann. Diagramme als Stützungsverhältnisse Ähnlich wie bei der Collage, kann man sich (mit Derrida) auch Konstellationen vorstellen, wo diskrete Einheiten ineinander verkeilt sind bzw. sich gegenseitig stützen. Diese ganz unvermittelten Stützungsverhältnisse stehen dann auch für das Diagramm. Die Berührungsstellen wirken wie Definitionsverhältnisse. Begriffe sind durch ihr Eingespanntsein über andere Begriffe definiert. Das diskrete Material wird sich selbst zur Brücke. Das Diagramm tritt mit keinen graphischen Zusatzmaterialien in Erscheinung. Linearität der Diagramme Im Kontext der Analysen von Zeichnungen (auf diversen Konferenzen) wurde die Nähe der Diagrammefragestellungen zu den Fragen der Zeichnung mehrfach gestreift. Damit wird aber verdeckt, daß flächige, räumliche und performative Zugänge ebenso fruchtbar sind. Flächigkeit der Diagramme Im Zuge der Lesung der Diagramme muß man sich entscheiden, ob man Kanten, Knoten oder ganze Komplexe (wie Maschen) als Zwischenschreibungen lesen will. Das ist keine triviale Fragestellung. Noch immer haben wir den Hang die Knotensicht höher zu bewerten als die Kantensicht (als die Sicht der Relationen). Die europäische Leserichtung, das flächige Ausgebreitetsein führt oft zur geographisch Motivierten Leseversuchen, die zB. in Diagrammen der sozialen Netzwerkanalyse räumliche Strukturen vermutet. Die Kulturtechnik des Landkartenlesens ist in der Regel weiter verbreitet, als die Erfahrung mit Netzgebilden (was sich aber in den nächsten Jahren sehr schnell ändern könnte). In der Ordnung der Dinge stellt M. Foucault die vier Ähnlichkeitenals tragende Denkstruktur der Renaissance vor. (1) convenientia: Die Dinge, die sich nebeneinander Stellen, wenn sie einander nahekommen. (2) aemulatio: Eine Art Reflex oder Spiegel über den verstreute Dinge einander Antworten. (3) Analogie: Ihre Kraft ist immens: selbst über subtilste Ähnlichkeiten der Verhältnisse kann eine unbeschränkte Zahl von Verwandtschaften entstehen. (4) Sympathien: Sie ruft die Bewegung der Dinge der Welt hervor und bewirkt die Annäherung der entferntesten Dinge. Planare oder azimutale Projektion Azimutal äquidistante Projektion Polare stereographische Projektion Lambert azimutale Projektion Gauss/Krüger Projektion Mercatorprojektion Zylindrische Projektion Kegelprojektion Kugelprojektion Perspektive-Zeichnung in der Architektur und im Design Schrägriß / Mathematische Projektion Schräg geführte Schnitte axonometrische Projektion (komplexe Maschine u. Architektureinblicke) Diese Projektion ist in der Regel anschaulicher als die Orthogonaldarstellung Risse: Aufriß, Seitenriß, Grundriß; Vorderansicht, Seitenansicht, Draufsicht Isometrische Schrägrisse Orthogonal-Schemapläne für Netzsysteme Explosionsdarstellungen für Montageanleitungen Ober/Unterbegriffs-Relation (vernetzte Thesauri), Merkmalsrelationen zw. Begriffen, Assoziative Beziehungen, Prädikatenlogische Beziehung, Eltern/Kind-DB-Relation von OBJK, Familienähnlichkeit als Relation, Prädikative Propositionen, Vergleichszusammenhang, Ziel/Teilziel-Relationen, Ziel-(erreichungs)Struktur Implizite Semantik /vs/ Explizite Semantik


Herunterladen ppt "Diagrammatik – Relationentypen 29.11.2006 Tableau ReiheNetzAblauf KreisQuadrat Faltung Architektonik Techn. Zeichnung Cluster."

Ähnliche Präsentationen


Google-Anzeigen