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(9) Abrupte Klimaänderungen Klima- und Umweltveränderungen Klima 228.

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Präsentation zum Thema: "(9) Abrupte Klimaänderungen Klima- und Umweltveränderungen Klima 228."—  Präsentation transkript:

1 (9) Abrupte Klimaänderungen Klima- und Umweltveränderungen Klima 228

2 Abrupte Klimaänderungen Eine der größten Überraschungen für die Klimaforschung in den vergangenen Jahren war die Entdeckung abrupter Klimaschwankungen im Bereich des Nordatlantiks, bei denen die Temperaturen innerhalb weniger Jahrzehnte um 10°C gestiegen sind. Ursache dafür waren höchstwahrscheinlich tiefgreifende Veränderungen der Meeresströme. Klima 229

3 GRIP–Eisbohrkern aus Grönland Schwankung des 18 O Gehalts (und damit der Temperatur) im grönländischen Gletschereis (Summit) mit zunehmender Tiefe (links). Durch die zunehmende Verdünnung der Jahresschichten repräsentieren die oberen 1500 m des Bohr- kerns (links) ~10,000 Jahre, die unteren 1500 m dagegen über 200,000 Jahre. Die ersten 115,00 Jahre sind daher oben noch einmal in linearem Zeit-Maßstab aufgetragen. Besonders auffällig sind die stabilen Temperaturen während des Holozäns und die abrupten Änderungen zwischen kalten Stadialen und wärmeren Interstadialen während der letzten Kaltzeit (1 18 O 1.5°C). Klima 230

4 Ein besonders kaltes Stadial Das ausgeprägt kalte Stadial vor etwa Jahren folgt auf den Ausbruch des Toba-Vulkans in Sumatra, mit einer Förderung von etwa 2800 km 3 Tephra der bei weitem größte Vulkanausbruch des gesamten Quartärs (VEI = 8, M = 8.8) (Bildung der Sibandung Caldera) Quelle: VolcanoWorld. Klima 231

5 Klimazeugen Neogloboquadrina pachyderma s. (die linksgewundene Form), eines der Lieblingstiere der Paläoklimatologen mit etwa 0.25 mm Durchmesser. Diese planktonische Foraminiferenart lebt nur in Wasser, das kälter als 10°C ist, bei einer Temperatur von weniger als 5°C bildet sie etwa 95% der gesamten Planktonfauna. Klima 232 Die Gehäuse bestehen aus Kalzium- karbonat. Rechts: Eine lebendes Exemplar (Quelle: University of California).

6 Klimazeugen Dryas octopetala die Silberwurz kommt heute z.B. in Grönland und in den Alpen vor. Während der Kaltzeiten war sie in Europa weit verbreitet, sie ist charakteristisch für die Flora von Tundren und Kältesteppen. Nach der Erwärmung am Ende der letzten Kaltzeit (mit Rückkehr der Wälder nach Mitteleuropa) taucht sie während einer abrupten Abkühlung, der Jüngeren Dryas (für die sie namensgebend ist) wieder in ganz Europa in Pollenprofilen auf. Zu dieser Zeit verschwanden die Wälder wieder fast vollständig aus Mitteleuropa. Klima 233

7 DOZ und Heinrich–Events Die abrupten Schwankungen zwischen Stadialen und Interstadialen (links) werden nach ihren Entdeckern als Dansgaard-Oeschger-Zyklen (kurz DOZ) bezeichnet. Die kalten Phasen in Grönland korrelieren mit einem hohen Gehalt an Neogloboquadrina pachyderma s. in atlantischen Sedimentbohrkernen (rechts), sie waren also offenbar nicht auf Grönland beschränkt. Während der kältesten Stadiale müssen ganze Flotten von Eisbergen über den Nord- atlantik gedriftet sein. Sie haben ihre Spuren in Form von drop-stones am Meeres-boden hinterlassen (Mitte). Diese Ereignisse wurden (wieder nach ihrem Entdecker) Heinrich-Events getauft. Klima 234

8 Der Nordatlantikstrom (1) Meeresströme im Nordatlantik und deren Temperatur. Oberflächenströme (durchgezogen) und Tiefenströme (strichliert), Quelle: Science. Klima 235

9 Der Nordatlantikstrom (2) Der Nordatlantikstrom transportiert ~15 Millionen m 3 Wasser pro Sekunde (der Amazonas ~0.2 Millionen m 3 /s). Der Wärme- strom nach Norden (vgl. IR Bild, oben rechts) beträgt unglaubliche Watt (1 Million Gigawatt), das entspricht 30 % der Sonneneinstrahlung im Nordatlantik, nördlich von 30°N. In Norwegen sind die Jännermittel dadurch um bis zu 20°C erhöht. Klima 236

10 Der Nordatlantikstrom (3) Klima 237

11 Der Nordatlantikstrom (4) Der Nordatlantikstrom ist Teil einer weltumspannenden Zirkulationszelle, die durch das Absinken von kaltem und gleichzeitig stark salzhaltigem Wasser in Gang gehalten wird. Diese Thermohaline Zirkulation reagiert empfindlich auf kleine Veränderungen des Salzgehaltes im Oberflächenwasser. Wird das Oberflächenwasser zu stark mit Süßwasser verdünnt (z.B. nach dem Ausbruch des baltischen Eisstausees), dann stoppt die Produktion von Tiefenwasser und es wird kein warmes Wasser mehr aus dem Süden angesaugt, das sonst unter Mithilfe der Westwinde Europa wärmt. Während der kalten Stadiale und auch beim Rückfall in die Jüngere Dryas war diese Warmwasserheizung Europas offenbar außer Betrieb, der Golfstrom erreichte nur noch Portugal. Klima 238

12 Die Jüngere Dryas Beim Übergang Allerød - Jüngere Dryas sank der Methangehalt der Atmosphäre (global) von 700 auf 450 ppb. Auch im Cariaco – Becken, vor der Küste von Venezuela änderte sich das Klima drastisch (Quelle: Science). Klima 239 Beim Über- gang von der Jüngeren Dryas zum Präboreal verdoppelten sich die Niederschlags -mengen in nur 3 Jahren. Die Jüngeren Dryas fällt in eine Zeit mit hoher Sonneneinstrahlung.

13 Pleistozäne Megafauna (1) Noch vor 12,000 Jahren lebten in Europa Wollnashörner, Mammuts und Riesenelche (links oben). Mammuts wurden nachweislich von Menschen häufig gejagt (rechts oben). Säbelzahnkatzen, wie Smilodon (links), waren mit eindrucks- vollen Zähnen ausgestattet. Klima 240

14 Pleistozäne Megafauna (2) Vor 19,000 – 13,000 gab es in Osteuropa eine blühende Kultur von Mammut-Jägern. In Mezhirich, ~100 km südöstl. von Kiew wurden mehrere Hütten aus Mammutknochen gefunden. Dieses Exemplar hatte ein Fundament aus 43 Schädeln und Mauern aus 95 Unterkiefern (links oben: J. Jelinek, links unten: Rekonstruktion im Naturkundl. Museum in Kiew). Die Knochen stammen aber nur z. T. von erlegten Tieren, sie wurden offenbar gezielt gesammelt – anderes Bau- material war nur spärlich vorhanden. Klima 241

15 Pleistozäne Megafauna (3) Auch in Australien war die Pleistozäne Megafauna vertreten, hier auch mit riesigen Waranen (oben, Quelle: Nature). Hier starb sie aber schon vor der Jüngeren Dryas (aber nach der Ankunft de Menschen) aus. Das Riesenwombat (Diprotodon australis), oben das Opfer, war bedeutend größer als seine heute lebenden Verwandten, wie z.B. das Nacktnasenwombat (Vombatus ursinus), rechts unten mit Kind. Klima 242


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