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Technisch betrachtet ganz einfach Ich komme also in Hassi Messaoud an.

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Präsentation zum Thema: "Technisch betrachtet ganz einfach Ich komme also in Hassi Messaoud an."—  Präsentation transkript:

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2 Technisch betrachtet ganz einfach

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4 Ich komme also in Hassi Messaoud an.

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6 Erdöltechniker, das bin ich von Beruf.

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8 Überall in der Wüste gibt es Teams, die sich mit Bohrung und Ölförderung beschäftigen.

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10 Ich komme da an, in Hassi Messaoud, ich lande also dort und… bleibe.

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12 Es gab dort Hochfackeln,

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14 mit solchen Flammen,

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16 und außer dass sie 15m hoch sind,

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18 brennen die die ganze Zeit, Tag und Nacht, ohne Unterbrechung.

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20 Hassi Messaoud ist voller Sand, mitten in der Wüste.

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22 Dort gibt es einige Holzbaracken auf dem Sand.

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24 Und drumherum,

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26 auf dem Sand

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28 stehen Bäume.

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30 Klar, man hatte Bäume in der Wüste gepflanzt.

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32 Die Juden haben Orangenhaine in der Wüste.

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34 Das ist doch ein Witz, wir haben das auch.

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36 Jeder Baum kostet ca Francs pro Jahr, hab ich gehört.

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38 Klar, die Araber können das nicht zahlen.

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40 Und dennoch hätten sie es können müssen.

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42 Wenn die Juden das können, dann sollten es die Araber auch.

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44 Hätten es die Araber wie die Juden getan, dann würden sie auch zurecht kommen.

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46 Rothschild hat Geld für die Juden aufgetrieben.

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48 Also, hätten die Araber Rothschild freundlich nach Geld gefragt…

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50 glauben Sie, er hätte kein Geld aufgetrieben?

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52 Mehr als genug, das ist ganz klar.

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54 Die Araber können nach nichts fragen, sie sind einfach taktlos.

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56 Ich wurde also nach Hassi Messaoud geschickt.

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58 In der Wüste sind die Bohrteams gemischt.

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60 Araber und Franzosen arbeiten zusammen.

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62 In der Wüste findet man manchmal kleine Lösungen bei der Arbeit.

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64 Zum Beispiel nimmt man einen Lappen und wickelt den um eine Stange,

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66 und dann vibriert die Stange nicht mehr.

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68 Mancher Araber findet so was, durch Zufall, eigentlich, aber sie findens.

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70 Und so ein Zeug muss man ordnen und den anderen Teams weitersagen,

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72 weil das nützlich ist und ziemlich rentabel, denn wenn die Stange nicht mehr vibriert,

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74 dann spart man Zeit, ist besser.

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76 Deshalb gibt es ein großes Interesse daran, diese kleinen Lösungen zu kennen.

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78 Ich komme da also an und soll alle Teams in der Wüste besuchen.

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80 Der Direktor sagt zu mir: Sie werden zusammen mit Raschid fahren.

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82 Das ist ein Araber.

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84 Sie werden 3 Monate zusammen leben und 8000 km durch die Wüste reisen.

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86 Ein echtes Abenteuer!

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88 Aber erst müssen Sie sich kennenlernen und dafür haben Sie 5 Tage.

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90 Also, mir gefällt das… reisen und so, ich mag Abenteuer.

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92 Man stellt mir also Raschid vor.

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94 Abenteuer find ich gut, aber mit jemandem, der Taktgefühl hat.

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96 Wenn man 3 Monate zusammenlebt, dann ist das schon sehr wichtig.

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98 Ich gehe also mit Raschid zum Essen in die Kantine.

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100 Ich, am Anfang, total nett, um Vertrauen aufzubauen.

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102 Ich finde, die Araber sind einfach komplexiert.

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104 Ich fang also an und erzähl ihm:

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106 Ihr habt es schön hier in Algerien, ihr habt Sonne und so…

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108 Irgendwelche Banalitäten, wie aus Postkarten.

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110 Manchmal ist es auch kalt bei euch, im Krieg hatte ich manchmal kalte Füße.

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112 Das war ein etwas sensibles Terrain und er fängt an, vom Krieg zu sprechen.

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114 Ich beruhige ihn, ich war nie im Krieg, ich hatte nie ein Gewehr in der Hand.

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116 Ich hab auch nie auf einen Algerier geschossen, sag ich.

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118 So gibt es keine Schwierigkeiten.

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120 Ganz offen habe ich gesagt, ich hatte nur mit Technik zu tun.

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122 Techniker im Algerienkrieg, tatsächlich wie alle anderen auch.

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124 Mein Bereich waren Minen.

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126 Ich arbeitete mit total netten Leuten, etwas älter, ruhig …

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128 Das waren keine Irren, die zerstören wollten. Nein, nein, wir waren nur Techniker.

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130 Ich erkläre ihm also, wie man Minen legt.

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132 Es ist einfach Minen zu legen, wenn man eine Gruppe Techniker hat.

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134 Und man braucht nur noch etwas sehr einfaches.

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136 Man setzt einen Pflock, an dem man sich orientiert,

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138 dann wählt man einen 45° Winkel und legt 5 Minen in Reihe.

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140 Dann kehrt man in einem 45° Winkel zurück und legt weitere 5 Minen.

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142 Und dann der nächste Winkel…

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144 Am Ende sieht das aus wie Himmel und Hölle.

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146 Für das alles muss man Löcher graben, das machten dann die Araber.

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148 Aber die Minen, die legten natürlich wir. Wir waren ja nicht wahnsinnig.

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150 Ich nehm mir noch ein bisschen Wein.

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152 Wollen Sie auch?

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154 Das ist gut, das ist Sonne in der Flasche.

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156 Und der ist wirklich gut.

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158 Ein Beaujolais Villages. Ach, ist der gut.

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160 Und ich erzähle ihm, wir waren ein gutes Team, ruhig, nicht alt, kräftig…

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162 liebten gutes Essen, und waren immer für einen Spass zu haben.

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164 Da gabs Typen, die sagten, lasst uns zu den Pionieren gehen.

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166 Dort knallt man die Leute nicht ab, und man wird nicht abgeknallt.

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168 Da hat man seine Ruhe.

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170 Wir arbeiteten 8 Stunden, wie Beamte.

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172 Klar, haben wir uns die Ärsche nicht aufgerissen.

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174 Algerien, das muss man sich schon geben, vor allem bei Souk Ahras.

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176 Da hebt Raschid seinen Kopf und sagt: Ich komme aus Souk Ahras.

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178 Ich schau ihn so an und sage… Ach, was weiß ich…

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180 Das muss ihm doch Spaß machen. Man hört doch gerne Gutes über sein Land.

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182 Da ist es sehr toll. Wir haben oft Spritztouren hin gemacht.

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184 Ich behalte das in bester Erinnerung.

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186 Und dann plötzlich sagt er mir: Wir haben noch Paar Tage, sollen wir da hin?

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188 Und ich… Ja, könnte mir Spaß machen.

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190 Also sage ich: Einverstanden.

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192 Wir sind dann los nach Souk Ahras.

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194 Aber Sie wissen nicht, was er mit mir in diesen 3 Tagen gemacht hat.

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196 Er hat mich durch alle Straßen geschleppt und in die umliegenden Dörfer,

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198 und alle 100 m, wenn wir einen Typen trafen, dem eine Hand, ein Arm, ein Bein fehlte,

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200 sagte er mir: Er ist auf eine Mine getreten.

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202 Und dann sagte er mir: Ich werde dich zu mir nach Hause zum Essen einladen.

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204 Ich hatte noch keine algerische Familie von innen gesehen.

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206 Klar hat mich das interessiert. Er bringt mich zu sich zum Essen.

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208 Und direkt vor mir steht sein kleiner Bruder.

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210 Dem kleinen Bruder fehlte die Hand.

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212 Und die Mutter hat ihn gefüttert.

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214 Ich hab nichts gesagt, nicht geschaut.

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216 Ich bin doch nicht blöd, nicht mit mir.

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218 Klar war er auf eine Mine getreten.

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220 Diese Leute haben kein Feingefühl, kein Taktgefühl.

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222 Sie habe ihn mir einfach vor die Nase gesetzt.

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224 Er hätte doch einfach in der Küche essen könne, was weiß ich…

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226 Nur um den Krieg heraufzubeschwören.

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228 Der Typ hat das genossen, das ist alles.

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230 Die haben einfach keine Manieren, dafür kann ich nichts.

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232 Wir sind weiter gegangen und er hat mich zum Krankenhaus gebracht.

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234 Dort gab es Ärzte aus Kuba, aus Bulgarien, die sich um die Behinderten kümmerten.

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236 Dann sind wir in die Felder.

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238 Dort gab es Typen die Minen räumten.

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240 Das waren Algerier und Russen.

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242 Und er sagt mir, das sind Algerier und Russen.

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244 Das hat mir gestunken und ich hab gesagt:

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246 Ist doch toll, internationale Zusammenarbeit.

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248 Nur gut, dass er mich nicht vorgestellt hat:

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250 Das ist der Typ, der die Minen gelegt hat.

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252 So weit ist nun nicht gegangen.

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254 Jetzt darüber zu sprechen, find ich amüsant.

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256 Danach im Auto, war ich gezwungen, was zu sagen, denn er sagte nichts.

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258 Wenn du wütend bist wegen der Jungs, der Krüppel und der Minen…

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260 Das musst du denen vorwerfen, die ihre Steuern zahlen, damit man Krieg führt,

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262 damit man Minen produzieren kann, die für den Krieg stimmen,

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264 das Militär geht nicht allein los.

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266 Was ich gemacht habe war einfach die Arbeit eines Techniker.

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268 Genau, das wars. Einfach nur den Job eines Technikers.

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270 Er hat mir gesagt: Ja, ich weiß. Das war technisch betrachtet ganz einfach.

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272 Dann hat er mich nicht mehr angeschaut, nur noch nach vorne.

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274 Und ich sollte mit so einem Typen 3 Monate in die Wüste?

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276 Nein, das ist zu hart für mich.

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278 Zum Glück gabs ein Wunder. Ich übertreibe nicht.

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280 Ich praktiziere nicht, aber ich glaube an Gott.

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282 Aber, es war tatsächlich ein Wunder.

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284 Kaum waren wir in Hassi Messaoud, war ich krank.

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286 Von dem faulen Wasser, hatte 3 Tage eine Kolik.

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288 Also ist Raschid ohne mich los, ich weiß gar nicht mit wem.

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290 Aber er hat mich vor der Abfahrt besucht, und mir gesagt:

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292 Ich nehm es dir nicht übel, wegen der Jungs und den Minen.

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294 Das hätte er mir nicht sagen sollen.

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296 Er hätte mir überhaupt nicht solche Sachen zeigen sollen, verstehen Sie?

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298 Und ich… Ich weiß auch nicht…

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300 Ich war empört, weil der Typ so taktlos war.

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302 Diese Leute haben einfach kein Taktgefühl.

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304 Und ich hab so nachgedacht und wusste nicht recht, was sagen…

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306 Und dann hab ich gesagt: Das war doch nur der Job eines Technikers.

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308 Er hat mich angeschaut und gesagt:

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310 Eichmann hat auch die Arbeit eines Technikers gemacht.

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312 Eichmann…Kennen Sie Eichmann?

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314 übersetzung m bellu


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