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Praktische Klimatologie für den Kurarzt Prof. Dr. Dr. H. G. Pratzel Akademischer Direktor a.D. Ludwig-Maximilians-Universität München Klima als maßgeblicher.

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1 Praktische Klimatologie für den Kurarzt Prof. Dr. Dr. H. G. Pratzel Akademischer Direktor a.D. Ludwig-Maximilians-Universität München Klima als maßgeblicher Faktor des Behandlungserfolges

2 Klim 2 Inhalte zum Thema Definitionen zur Klimatologie Definitionen zur Klimatologie Wirkfaktoren des Klimas Wirkfaktoren des Klimas Wetterphasen und Wetterbeschwerden Wetterphasen und Wetterbeschwerden Medizinisch nutzbare Klimawirkungen Medizinisch nutzbare Klimawirkungen Strukturen für Heilklimatische Kurorte Strukturen für Heilklimatische Kurorte Indikationen, Kontraindikationen, Nebenwirkungen Indikationen, Kontraindikationen, Nebenwirkungen

3 Klim 3 Einführung Therapeutisch anwendbares Klima (Heilklima) entsteht erst durch Dosierung der zeitlich und örtlich veränderlichen atmosphärischen Faktoren zum Teil entgegen dem Komfortempfinden im Hinblick auf bestimmte Indikationen. Therapeutisch anwendbares Klima (Heilklima) entsteht erst durch Dosierung der zeitlich und örtlich veränderlichen atmosphärischen Faktoren zum Teil entgegen dem Komfortempfinden im Hinblick auf bestimmte Indikationen. Der Arzt als Schöpfer des Kurklimas (Pfleiderer) Der Arzt als Schöpfer des Kurklimas (Pfleiderer)

4 Klim 4 Zusammenhänge Klimatherapie wird im Rahmen der Kurortmedizin als komplexe Heilmaßnahme zusammen mit anderen ganzheitlich ausgerichteten Therapieverfahren in Form von Kuren durchgeführt. Klimatherapie wird im Rahmen der Kurortmedizin als komplexe Heilmaßnahme zusammen mit anderen ganzheitlich ausgerichteten Therapieverfahren in Form von Kuren durchgeführt. Klimatherapie ist ein Behandlungskonzept aus einer Vielzahl einzelner Wirkfaktoren. Klimatherapie ist ein Behandlungskonzept aus einer Vielzahl einzelner Wirkfaktoren. Phototherapie nutzt einen Wirkfaktor, der in der Klimatherapie Bedeutung hat. Phototherapie nutzt einen Wirkfaktor, der in der Klimatherapie Bedeutung hat.

5 Klim 5 Terminologie I Wetter entsteht durch die Zirkulation der Atmosphäre Wetter entsteht durch die Zirkulation der Atmosphäre Witterung ist dessen jeweiliger Grundcharakter Witterung ist dessen jeweiliger Grundcharakter Klima ist der langfristige Durchschnitt des örtlichen Witterungsverlaufs. Klima ist der langfristige Durchschnitt des örtlichen Witterungsverlaufs. Bioklima entsteht durch die an den Körperoberflächen wirksamen atmosphärischen Elemente. Bioklima entsteht durch die an den Körperoberflächen wirksamen atmosphärischen Elemente. (Schmidt-Kessen)

6 Klim 6 Terminologie II Klimatherapie ist die gezielte Behandlung Kranker durch Veränderung ihrer Exposition gegenüber der freien Atmosphäre (Schmidt-Kessen). Klimatherapie ist die gezielte Behandlung Kranker durch Veränderung ihrer Exposition gegenüber der freien Atmosphäre (Schmidt-Kessen). Phototherapie oder Lichttherapie ist die therapeutische Nutzung der Photonenstrahlung im ultravioletten, sichtbaren und infraroten Bereich. Phototherapie oder Lichttherapie ist die therapeutische Nutzung der Photonenstrahlung im ultravioletten, sichtbaren und infraroten Bereich. Heliotherapie ist Phototherapie mit Sonne. Heliotherapie ist Phototherapie mit Sonne. Thalassotherapie ist Meeresheilkunde. Thalassotherapie ist Meeresheilkunde.

7 Klim 7 Terminologie III Klimatherapie (Kur mit Klima) Klimatherapie (Kur mit Klima) gezielte Behandlung mit Klima gezielte Behandlung mit Klima Seeklima Seeklima Hochgebirgsklima Hochgebirgsklima Klimakur (Kur im Klima) Klimakur (Kur im Klima) ungeregelte Klimaeinwirkung ungeregelte Klimaeinwirkung Mittelgebirgsklima + zusätzliche Physiotherapie Mittelgebirgsklima + zusätzliche Physiotherapie (Dirnagl)

8 Klim 8 Klimaregionen Seeklima Seeklima feucht, kühl, windig feucht, kühl, windig Aerosol, Pollenarm Aerosol, Pollenarm Mittelgebirgsklima Mittelgebirgsklima Waldluft, wenig Wind Waldluft, wenig Wind Hochgebirgsklima ab 1200 m Hochgebirgsklima ab 1200 m trocken, kühl, hoher UV-Anteil trocken, kühl, hoher UV-Anteil Abnahme der max. O 2 -Aufnahme um 2%/100m Abnahme der max. O 2 -Aufnahme um 2%/100m ab 1800 m keine Hausstaubmilbe ab 1800 m keine Hausstaubmilbe

9 Klim 9 Hauptprinzip der Klimatherapie Raumklima (Schonklima) Freiluftklima (Reizklima) Adaptation an natürliche Umgebungsfaktoren Verweichlichung zu Hause Luftverunreinigung zu Hause Gesunde Umgebung in Klimakurorten

10 Klim 10 Mechanische Faktoren Luftdruck Luftdruck Winddruck Winddruck Gravitation Gravitation

11 Klim 11 Thermische Faktoren Lufttemperatur Lufttemperatur Strahlungstemperatur Strahlungstemperatur Feuchte Feuchte Luftbewegung (Wind, Zug) Luftbewegung (Wind, Zug)

12 Klim 12 Aktinische Faktoren UV-B ( nm) UV-B ( nm) UV-A ( nm) UV-A ( nm) UV-A1 ( nm) UV-A1 ( nm) Sichtbares Licht ( nm) Sichtbares Licht ( nm) nahe Infrarotstrahlung ( nm) nahe Infrarotstrahlung ( nm)

13 Klim 13 Aktionsspektren

14 Klim 14 Strahlenquellen zur Phototherapie Temperaturstrahler Temperaturstrahler Sonne >300 nm Sonne >300 nm Gasentladungsstrahler Gasentladungsstrahler Hg 254, 313, 366 Hg 254, 313, 366 Niederdruck, Hochdruck, Höchstdruck Niederdruck, Hochdruck, Höchstdruck LASER LASER He/Ne 632 nm He/Ne 632 nm

15 Klim 15 Bedeckungseinfluss auf Strahlungsanteile der Sonne UV: Schwächung auf 50% UV: Schwächung auf 50% Sichtbar: Schwächung auf 25% Sichtbar: Schwächung auf 25%

16 Klim 16 Reflektion von UV-B Schnee 85% Schnee 85% Gras 26% Gras 26% Sand 10-15% Sand 10-15% Watten 9-10% Watten 9-10% nasse Erde 3% nasse Erde 3%

17 Klim 17 Dauer des ersten Sonnenbades bei Expositionsbeginn 1. Mai min h I II III IV Tageszeit

18 Klim 18 Dauer des ersten Sonnenbades bei Expositionsbeginn 1. Juli min h I II III IV Tageszeit

19 Klim 19 Elektrische Faktoren I Luftionen Luftionen Ionen/ cm 3 bei Luftmolekülen/cm Ionen/ cm 3 bei Luftmolekülen/cm 3 ca. 4 Ionen/cm 2 pro Atemzug treffen auf die Lungenoberfläche ca. 4 Ionen/cm 2 pro Atemzug treffen auf die Lungenoberfläche Elektrische Gleichfelder Elektrische Gleichfelder Schönwetterfeld: 100 V/m Schönwetterfeld: 100 V/m Frontdurchgangsfelder: >1 kV/m Frontdurchgangsfelder: >1 kV/m Eigenbewegung: Hautoberflächenfeld: >1 kV/m Eigenbewegung: Hautoberflächenfeld: >1 kV/m

20 Klim 20 Elektrische Faktoren II Elektrische Wechselfelder (atmosphärische Impulsstrahlung, Sferics) Elektrische Wechselfelder (atmosphärische Impulsstrahlung, Sferics) 10-Hz-Felder 10-Hz-Felder Magnetisches Gleichfeld Magnetisches Gleichfeld 0,5 Gauß 0,5 Gauß Magnetisches Wechselfeld Magnetisches Wechselfeld durch 10-Hz-Felder: Gauß durch 10-Hz-Felder: Gauß durch 50-Hz-Netzspannung: 1-5 Gauß durch 50-Hz-Netzspannung: 1-5 Gauß

21 Klim 21 Chemische Faktoren Ozon Ozon Bodennahes Ozon: 0,01 - 0,06 ppm (10-60 µg/m 3) Bodennahes Ozon: 0,01 - 0,06 ppm (10-60 µg/m 3) Verbrauch 4 mg/d/m 2 Erdoberfläche Verbrauch 4 mg/d/m 2 Erdoberfläche Zugspitze 100 µg/m 3 Zugspitze 100 µg/m 3 Westerland 80 µg/m 3 Westerland 80 µg/m 3 In ländlichen Gebieten der Schweiz µg/m 3 In ländlichen Gebieten der Schweiz µg/m 3 Ätherische Öle Ätherische Öle Aerosole Aerosole Radon Radon Schadstoff- und Pollenfreiheit Schadstoff- und Pollenfreiheit

22 Sauerstoff bei 2000 m ¾ bei 5000 m ½ Abnahme des Sauerstoffpartialdrucks P O2 und des arteriellen Sauerstoffdrucks P aO2 mit der Höhe (Jungmann 1971)

23 Klim 23 Änderung mit der Höhe Wasserdampfdruck bei 2000 m Abnahme auf 50% Wasserdampfdruck bei 2000 m Abnahme auf 50% Sauerstoff bei 2000 m Abnahme auf 75% Sauerstoff bei 2000 m Abnahme auf 75% Lufttemperatur Abnahme um 12 °C bei 2000 m Lufttemperatur Abnahme um 12 °C bei 2000 m UVB Zunahme um 30% pro 1000 m UVB Zunahme um 30% pro 1000 m UVA Zunahme um 2-5% pro 1000 m UVA Zunahme um 2-5% pro 1000 m

24 Klim 24 Wetterphasen 1Schönwetter (kühl bis mäßig warm) Ostseite Hoch 2Gesteigertes Schönwetter (warm und trocken) Mitte Hoch 3Übersteigertes Schönwetter (sehr warm und trocken) Westseite Hoch 4Beginnender Wetterumschlag (warm und feucht) Vorderseite Tief 5Vollzogener Wetterumschlag (kalt und feucht) 6zAktive Kaltluft (kalt bis kühl, Regen, Wind) Rückseite Tief 6Wetterberuhigung (kalt und trocken)

25 Klim 25 Wetter und Krankheiten Wetterphase 4 (Vorderseite Tief): Wetterphase 4 (Vorderseite Tief): Entzündungen jeder Art, Entzündungen jeder Art, Asthma-Anfälle, Asthma-Anfälle, Störungen durch Absinken des Blutdrucks, Störungen durch Absinken des Blutdrucks, akute Störungen des Herzens, akute Störungen des Herzens, Thrombosen Thrombosen Wetterphase 5 (Vollzogener Wetterumschlag) Wetterphase 5 (Vollzogener Wetterumschlag) schnelle Beruhigung der Beschwerden schnelle Beruhigung der Beschwerden

26 Klim 26 Wetter und Krankheiten Wetterphase 6z (Rückseite Tief) Wetterphase 6z (Rückseite Tief) akute und spastische Erscheinungen akute und spastische Erscheinungen Gallenblasenkoliken Gallenblasenkoliken Herzschmerzen Herzschmerzen Herzattacken Herzattacken Störungen durch erhöhten Blutdruck Störungen durch erhöhten Blutdruck

27 Klim 27 Wetter und Krankheiten Wetterphase 6 (Wetterberuhigung) Wetterphase 6 (Wetterberuhigung) Kopfschmerzen Kopfschmerzen Migräne Migräne Schlafstörungen Schlafstörungen Depressionen Depressionen

28 Klim 28 Welche Wetterfaktoren wirken maximal belastend ? Der Wechsel Der Wechsel von heiß und trocken (Phase 3) von heiß und trocken (Phase 3) nach kalt und feucht (Phase 5) nach kalt und feucht (Phase 5)

29 Klim 29 Beschwerden im Zusammenhang mit Wetterwechseln (in abfallender Häufigkeit) 1.Müdigkeit 2.Missmutige Stimmungslage 3.Arbeitsunlust 4.Kopfdruck 5.Unruhiger Schlaf 6.Einschlaf- und Konzentrationsstörungen 7.Nervosität 8.Schmerzen an Knochenbruchstellen 1.Müdigkeit 2.Missmutige Stimmungslage 3.Arbeitsunlust 4.Kopfdruck 5.Unruhiger Schlaf 6.Einschlaf- und Konzentrationsstörungen 7.Nervosität 8.Schmerzen an Knochenbruchstellen 9. Durchschlafstörungen 10. Vermehrte Fehlerneigung 11. Gesteigerte Vergesslichkeit 12. Flimmern vor den Augen 13. Schwindelattacken 14. Herzsensationen 15. Schmerzen an Operationsnarben 16. Depressive Verstimmung 9. Durchschlafstörungen 10. Vermehrte Fehlerneigung 11. Gesteigerte Vergesslichkeit 12. Flimmern vor den Augen 13. Schwindelattacken 14. Herzsensationen 15. Schmerzen an Operationsnarben 16. Depressive Verstimmung

30 Klim 30 Welches sind die Hauptgründe für Wetterkrankheiten? Störungen der peripheren Temperaturregulation. Ursachen? Mangel an Training. Probleme der Zivilisation.

31 Klim 31 Folgen einer schlechten Adaptation und Störung der Temperaturregulation 1.Vasokontriktion der peripheren Blutgefäße 2.Umverteilung des Blutvolumens der peripheren Gefäße in den systemischen Kreislauf 3.Blutdruckanstieg

32 Klim 32 Hypothese zur Schmerzzunahme bei chronischer Polyarthritis bei Abnahme der Lufttemperatur (Latman 1987, Rothschild et al. 1982) 1.Abnahme der Lufttemperatur 2.Abnahme der Temperatur in den Gelenken 3.Abnahme der Synovialtemperatur 4.Zunahme der Viskosität der Synovialflüssigkeit 5.Einschränkung der Gelenkbeweglichkeit 6.Zunahme der Schmerzen

33 Klim 33 Schwülegrenzen in Abhängigkeit von der Lufttemperatur und relativen Feuchte (Amelung et al. 1986) Temperatur°C Relative Feuchtigkeit %

34 Klim 34 Medizinisch relevante Faktoren des Gebirgsklimas Reizwirkung der UV-Strahlung über die Haut Reizwirkung der UV-Strahlung über die Haut Wirkung thermische Reize über die Haut und Nasenschleimhaut Wirkung thermische Reize über die Haut und Nasenschleimhaut Wirkung des geringerer Sauerstoffgehalt und höherer Ozongehalt über die Atmung Wirkung des geringerer Sauerstoffgehalt und höherer Ozongehalt über die Atmung Entlastende Wirkung durch besonders reine Luft über die Atmung Entlastende Wirkung durch besonders reine Luft über die Atmung Entlastende Wirkung durch besonders geringen Geräuschpegel Entlastende Wirkung durch besonders geringen Geräuschpegel Psychisch aufbauende Wirkung durch die umwerfende Schönheit der Landschaft über das Auge Psychisch aufbauende Wirkung durch die umwerfende Schönheit der Landschaft über das Auge

35 Klim 35 Klimawirkungen bei angemessener Dosierung Verbesserung der Thermoregulation durch Kälteadaptation Verbesserung der Thermoregulation durch Kälteadaptation Steigerung der körperlichen Leistungsfähigkeit Steigerung der körperlichen Leistungsfähigkeit Verbesserung des Hautzustandes bei Hauterkrankungen Verbesserung des Hautzustandes bei Hauterkrankungen Verbesserung des endogenen UV-Schutzes Verbesserung des endogenen UV-Schutzes Vitamin D 3 -Bildung und Verbesserung der zellulären Sauerstoffversorgung Vitamin D 3 -Bildung und Verbesserung der zellulären Sauerstoffversorgung Beeinflussung des Immunsystems durch Hemmung der Langerhanszellen der Haut (Hemmung der pro-inflammatorischen Typ 1-Reaktion, Abhärtung?) Beeinflussung des Immunsystems durch Hemmung der Langerhanszellen der Haut (Hemmung der pro-inflammatorischen Typ 1-Reaktion, Abhärtung?) Durch Entlastung der Atemwege kann die körperliche Leistungsfähigkeit trainiert werden Durch Entlastung der Atemwege kann die körperliche Leistungsfähigkeit trainiert werden

36 Klim 36 Nachgewiesene Wirkungen einer verbesserten Kälteadaptation Verminderung einer Kälteempfindlichkeit (Schmidt- Kessen 1965) Verminderung einer Kälteempfindlichkeit (Schmidt- Kessen 1965) Die Schmerzschwelle verschiebt sich zu tieferen Temperaturen (Turowski et al. 1987) Die Schmerzschwelle verschiebt sich zu tieferen Temperaturen (Turowski et al. 1987) Der kältebedingte initiale Anstieg des Blutdrucks wird geringer (z.B. Tiedt 1987) Der kältebedingte initiale Anstieg des Blutdrucks wird geringer (z.B. Tiedt 1987) Verminderung der Herzfrequenz nach Kaltreiz ist stärker ausgeprägt (Ashkar et al. 1985) Verminderung der Herzfrequenz nach Kaltreiz ist stärker ausgeprägt (Ashkar et al. 1985) Zunahme der kälteinduzierten reaktiven Stoffwechselwärme (Brück et al. 1970) Zunahme der kälteinduzierten reaktiven Stoffwechselwärme (Brück et al. 1970)

37 Klim 37 Verbesserung des aeroben Stoffwechsels durch Kälteadaptation Die physische Leistungsfähigkeit steigt Durch Terrainkuren unter kühlen Bedingungen, (Regimen refrigerans) Durch Terrainkuren unter kühlen Bedingungen, (Regimen refrigerans) Durch Liegekuren an der frischen Luft (Training en repos). Durch Liegekuren an der frischen Luft (Training en repos).

38 Klim 38 Abnahme der Laktat-Konzentration im Blut bei gleicher Ergometerbelastung durch eine Liegekur an der frischen Luft Vor der Kur 3 Wochen danach By A. Schuh 1995

39 Klim 39 Abnahme der Laktat-Konzentration im Blut bei gleicher Ergometerbelastung durch eine Terrainkur unter kühlen Bedingungen By A. Schuh 1995 Vor der Kur 3 Wochen danach

40 Klim 40 Vitamin D 3 –Bildung und O 2 -Versorgung nm nm Umwandlung von 7-Dehydrocholesterin in Vitamin D 3 Umwandlung von 7-Dehydrocholesterin in Vitamin D 3 Bedarf an D 3 wird gedeckt durch 2mal wöchentliche Sonnenbestrahlung unter Vermeidung eines Erythems auf einer Fläche, deren Größe Armen und Gesicht entspricht. Bedarf an D 3 wird gedeckt durch 2mal wöchentliche Sonnenbestrahlung unter Vermeidung eines Erythems auf einer Fläche, deren Größe Armen und Gesicht entspricht. 7-Dehydrocholesterin Vitamin D 3 1,25-Dihydroxycholecalciferol Aktivierung der intestinalen Ca- und Phosphatresorption Aktivierung der renalen Phosphatrückresorption Aktivierung der intraerythrocytären Glykolyse Anstieg des 2,3-Diphosphoglycerats im Erythrocyten Zunahme der Dissoziation des Oxyhämoglobins Zunahme der O 2 -Versorgung

41 Klim 41 Photobiologische Strahlungswirkungen durch UV-B Erythem: max. 297 nm Erythem: max. 297 nm Latenz: 1-4 Std. Latenz: 1-4 Std. Maximum: 6-9 Std. Maximum: 6-9 Std. MED: mJ/cm 2 MED: mJ/cm 2

42 Klim 42 Melanin-Synthese L-TyrosinL-DopaDopachinon Dopachrom langsamschnell spontan Dopaoxydase Dopaoxydase Protein (Cu ++ ) 2 Aktivierung Beseitigung der SH-Hemmung Tyrosinase Tyrosinase Protein (Cu + ) 2 UV-Strahlung nm Röntgenstrahlung Temperaturerhöhung Entzündungsprozesse SH-Blocker: As, Fe, Bi, Au, Ag, Hg durch Melanin Polym.

43 Klim 43 Die Pigmentierung durch UVA 1 Melanocyt auf 36 Keratinocyten Melanocyt Melanosomen mit Melanin Phagocytose der Melanosomen Stratum basale

44 Klim 44 Langerhanszell-Reaktion Hemmung der Immunantwort Hemmung der Immunantwort Blockierung der T-Helferzellen (Typ 1-Reaktion) Blockierung der T-Helferzellen (Typ 1-Reaktion) Stimulation der T-Suppressorzellen (Typ 2-Reaktion) Stimulation der T-Suppressorzellen (Typ 2-Reaktion)

45 Typ2- Helferzelle Undifferenzierte T-Zelle Killerzellen AK-vermittelte Reaktion IgG, IgA Typ2 Antiinflam. R Zellvermittelte Reaktion, IgM Typ1 Proinflammatorische Reaktion Ag IL1 IL4 TNFα Entzündung IFN-γ IL4, IL10 IFN-γ IL4 IL5 IL6 B-Ly Plasmazelle IL4 Allergen IL4 Akutphase NebenniereHypophyseHypothalamus CRH ACTH LZ IL2 Tcyt CD8 IFN-γ NK MZ Th0 CD4 IL1 Cortisol Typ1- Helferzelle IgE AK Ag IL12 Th1 CD4 Th2 CD4

46 Klim 46 Hauttypen

47 Klim 47 Relative Lichtempfindlichkeit der Körperpartien Handrücken, Unterschenkel 25 % Handrücken, Unterschenkel 25 % Stirn, Hals, Bein % Stirn, Hals, Bein % Arme % Arme % Brust, Bauch, Rücken % Brust, Bauch, Rücken %

48 Klim 48 Strukturen für Heilklimatische Kurorte Terrainwegenetz mind. 30 km (5 – 15% Steigung) Terrainwegenetz mind. 30 km (5 – 15% Steigung) Klimapavillon Klimapavillon Liege- und Gymnastikwiese Liege- und Gymnastikwiese Hydrotherapieeinrichtungen Hydrotherapieeinrichtungen Radwanderwege Radwanderwege Patientenberatung und -führung Patientenberatung und -führung

49 Klim 49 Indikationen Folgezustände nach Trainingsmangel Folgezustände nach Trainingsmangel Therapie: Terrainkur unter kühlen Bedingungen Therapie: Terrainkur unter kühlen Bedingungen Atemwegserkrankungen Atemwegserkrankungen Therapie: Terrainkur und Atemschulung Therapie: Terrainkur und Atemschulung Osteoporose Osteoporose Therapie: Terrainkur und Heliotherapie Therapie: Terrainkur und Heliotherapie Hauterkrankungen (Psoriasis, Neurodermitis) Hauterkrankungen (Psoriasis, Neurodermitis) Therapie: Terrainkur und Heliotherapie Therapie: Terrainkur und Heliotherapie

50 Klim 50 Herz- und Gefäßkrankheiten KHK KHK Hypertonie Stadium 1-III WHO Hypertonie Stadium 1-III WHO können sich in Höhen bis 2000 m aufhalten und bewegungstherapeutischen Maßnahmen zugeführt werden (Hartmann 1989). Körperliche Anstrengung ist im Hochgebirge weniger belastend (geringere Temperatur und Luftfeuchtigkeit)

51 Klim 51 Kontraindikation im Hochgebirge Cor pulmonale mit Druckerhöhung in der Arterie pulmonale Cor pulmonale mit Druckerhöhung in der Arterie pulmonale Ausgeprägte Herzinsuffizienz (Stadien III und IV) Ausgeprägte Herzinsuffizienz (Stadien III und IV) Mitralstenosen Mitralstenosen Arterielle Verschlusskrankheit (Stadien III und IV) Arterielle Verschlusskrankheit (Stadien III und IV) Angina pectoris in Ruhe Angina pectoris in Ruhe Vorsicht bei schnellem Höhenwechsel bei älteren Personen (Auslösung von Herzrhythmusstörungen) Vorsicht bei schnellem Höhenwechsel bei älteren Personen (Auslösung von Herzrhythmusstörungen)

52 Klim 52 Weitere Kontraindikationen im Hochgebirge Akute Infektionskrankheiten Akute Infektionskrankheiten Schwere und akute psychische und neurologische Erkrankungen, Psychosen Schwere und akute psychische und neurologische Erkrankungen, Psychosen Alkoholabhängigkeit Alkoholabhängigkeit Systemsklerose Systemsklerose Akute Entzündungen der Nieren und ableitenden Harnwege Akute Entzündungen der Nieren und ableitenden Harnwege

53 Klim 53 Belastung durch kurzfristigen Höhenaufenthalt Pulsverlangsamung Pulsverlangsamung Verringerung des Herzzeitvolumens Verringerung des Herzzeitvolumens Leichte Blutdrucksenkung Leichte Blutdrucksenkung Druckanstieg in der Arteria pulmonalis Druckanstieg in der Arteria pulmonalis Nach 1 Stunde Höhenaufenthalt Pulsbeschleunigung Pulsbeschleunigung Leichter Anstieg des systolischen Drucks Leichter Anstieg des systolischen Drucks Zunahme der Pulswellengeschwindigkeit Zunahme der Pulswellengeschwindigkeit Zunahme des Herzzeitvolumens Zunahme des Herzzeitvolumens Vertiefung der Atmung Vertiefung der Atmung Leistungsfähigkeit ist vermindert Leistungsfähigkeit ist vermindert Neigung zu Herzrhythmusstörungen bei Disposition Neigung zu Herzrhythmusstörungen bei Disposition Höhenadaptation nach 24 bis 48 Stunden

54 Klim 54 Nebenwirkungen durch Höhenaufenthalt In den ersten Tagen Kopfschmerzen Kopfschmerzen Unruhe und Schlafstörungen Unruhe und Schlafstörungen Bei hyperreagiblen und hypernervösen Personen höchste körperliche und seelische Schonung insbesondere bei Hyperthyreose Hyperthyreose Diabetes, wenn insulinpflichtig Diabetes, wenn insulinpflichtig

55 Klim 55 Weitere Expositionsverfahren und Indikationen Freiluftliegekur (1-3mal täglich 2 Std.) Freiluftliegekur (1-3mal täglich 2 Std.) Rekonvaleszenz bei bettlägerigen Kranken Rekonvaleszenz bei bettlägerigen Kranken Freiluftnachtschlaf (kühle Atemluft) Freiluftnachtschlaf (kühle Atemluft) Wetterfühligkeit Wetterfühligkeit Kreislaufregulations- und Schlafstörungen Kreislaufregulations- und Schlafstörungen Luftbad (Badekleidung, Bewegung, Kälte) Luftbad (Badekleidung, Bewegung, Kälte) hypotone Kreislaufregulationsstörungen hypotone Kreislaufregulationsstörungen Fettsucht Fettsucht Fibromyalgie Fibromyalgie

56 Klim 56 Indikationen der Heliotherapie zur unterstützenden Behandlung Nicht aktive Rheumatoide Arthritis Nicht aktive Rheumatoide Arthritis Generalisierte Tendoperiostose Generalisierte Tendoperiostose Hypertonie Hypertonie Osteomalazie Osteomalazie Osteoporose Osteoporose Atemwegserkrankungen Atemwegserkrankungen Nicht aktive Tbc Nicht aktive Tbc Kardiologische Rehabilitation Kardiologische Rehabilitation Depressionen Depressionen

57 Klim 57 Indikationen der Heliotherapie zur Prävention Lichtgewöhnung im Winter und Frühjahr bei Lichturtikaria u.a. Photodermatosen Lichtgewöhnung im Winter und Frühjahr bei Lichturtikaria u.a. Photodermatosen Rachitisprophylaxe im Kindesalter Rachitisprophylaxe im Kindesalter Infektionsprophylaxe und Steigerung der Immunresistenz Infektionsprophylaxe und Steigerung der Immunresistenz Steigerung des mentalen Lernvermögens. Steigerung des mentalen Lernvermögens.

58 Klim 58 Indikationen der Heliotherapie zur unterstützenden Behandlung von Hautkrankheiten Juckende Dermatosen Juckende Dermatosen Chronisch rezidivierende Urticaria Chronisch rezidivierende Urticaria Atopische konstitutionelle Neurodermitis Atopische konstitutionelle Neurodermitis Psoriasis arthropatica Psoriasis arthropatica Vitiligo Vitiligo

59 Klim 59 Photo-Sole-Therapie bei Psoriasis Minuten Baden in hochprozentiger Sole oder Meerwasser Minuten Baden in hochprozentiger Sole oder Meerwasser Bestrahlung mit suberythemalen Dosen täglich Bestrahlung mit suberythemalen Dosen täglich SUP-Strahler ( nm) SUP-Strahler ( nm) Sonne Sonne Indikationen Indikationen Psoriasis Psoriasis Ichthyosis Ichthyosis

60 Klim 60 Psoriasis

61 Klim 61 Photo-Sole-Therapie bei Neurodermitis Minuten Baden in anfangs 1%iger Sole oder höher soweit verträglich Minuten Baden in anfangs 1%iger Sole oder höher soweit verträglich Bestrahlung täglich mit Bestrahlung täglich mit Hochleistungs-UV-A-Strahler Hochleistungs-UV-A-Strahler Sonne Sonne Indikationen Indikationen Atopische konstitutionelle Neurodermitis Atopische konstitutionelle Neurodermitis

62 Klim 62 Minimale Erythemdosis (MED) Lichttreppe mit mJ/cm 2 Lichttreppe mit mJ/cm 2 Rücken, Gesäß (repräsentativ), Unterarme Rücken, Gesäß (repräsentativ), Unterarme Ablesung nach 24 Stunden Ablesung nach 24 Stunden Heliotherapie wird nach Tabellen dosiert Heliotherapie wird nach Tabellen dosiert

63 Klim 63 Sonnenbäder im Flachland bis 500 m in Minuten

64 Klim 64 Sonnenbäder in Höhenlagen m in Minuten

65 Klim 65 Dynamisierung Leistungssteigerung Stimmungsaufhellung

66 Braun wennst bist, hast überall Kredit Braune Haut signalisiert Sportlichkeit Der Neid der Nachbarn macht die Bräune schön

67 Klim 67 Lichtschutz Die meisten Lichtschutzmittel absorbieren vorwiegend UV-B. Die meisten Lichtschutzmittel absorbieren vorwiegend UV-B. Der Gebrauch von Lichtschutzmitteln führt zu einer stärkeren Belastung der Haut durch UV-A, weil das warnende Erythem unterdrückt wird. Der Gebrauch von Lichtschutzmitteln führt zu einer stärkeren Belastung der Haut durch UV-A, weil das warnende Erythem unterdrückt wird. Endogener Lichtschutz wird vorwiegend durch die Verdickung der Hornschicht erreicht. Einen geringen Anteil am Lichtschutz haben die Aminosäuren und die Urocaninsäure in der Hornschicht. Das Melanin liegt zu tief. Endogener Lichtschutz wird vorwiegend durch die Verdickung der Hornschicht erreicht. Einen geringen Anteil am Lichtschutz haben die Aminosäuren und die Urocaninsäure in der Hornschicht. Das Melanin liegt zu tief. Lichtgewöhnung durch protrahierte und fraktionierte Bestrahlung unterhalb der MED ist zu empfehlen. Lichtgewöhnung durch protrahierte und fraktionierte Bestrahlung unterhalb der MED ist zu empfehlen.

68 Klim 68 Lichtschutzfaktor Schutzzeit = Eigenschutzzeit x Lichtschutzfaktor Schutzzeit = Eigenschutzzeit x Lichtschutzfaktor Lichtschwiele: Lichtschutzfaktor 4 Lichtschwiele: Lichtschutzfaktor 4 Pigmentierung: Lichtschutzfaktor 10 Pigmentierung: Lichtschutzfaktor 10 Adaptation: bis Lichtschutzfaktor 40 Adaptation: bis Lichtschutzfaktor 40

69 Klim 69 Photoallergie Sulfonamide Sulfonamide Psychopharmaka Psychopharmaka Antihistaminika Antihistaminika Antimykotika Antimykotika Phenothiazine Desodorantien optische Aufheller in der Wäsche Süßstoffe Photoallergische Reaktion treten mit einer Latenz von 7-21 Tagen auf.

70 Klim 70 Phototoxizität Verunreinigungen in Vaseline und Gesichtskosmetika Verunreinigungen in Vaseline und Gesichtskosmetika Acridinfarbstoffe Acridinfarbstoffe Trypaflavin Trypaflavin Eosin in Lippenstiften Wiesengras-Dermatitis Bergamottöl (Kölnisch Wasser) Berloque- Dermatitis Phototoxische Reaktionen treten sofort auf.

71 Klim 71 Risiken Onkologische Risiken bei therapeutischer Anwendung sind unerheblich. Onkologische Risiken bei therapeutischer Anwendung sind unerheblich. Bindegewebsveränderungen, Faltenbildung und Basaliome treten auf an bestrahlten Stellen bei übermäßiger und unnötiger Anwendung in Solarien aus kosmetischem Interesse oder lebenslanger Sonnenexposition bei bestimmten Berufsgruppen. Bindegewebsveränderungen, Faltenbildung und Basaliome treten auf an bestrahlten Stellen bei übermäßiger und unnötiger Anwendung in Solarien aus kosmetischem Interesse oder lebenslanger Sonnenexposition bei bestimmten Berufsgruppen. Melanome treten auf zu 75% an nicht bestrahlten Stellen vorwiegend nach starken Lichtentzündungen im Kindesalter in späteren Jahren. Mortalität in Deutschland 0,2 Fälle pro Einwohner. Melanome treten auf zu 75% an nicht bestrahlten Stellen vorwiegend nach starken Lichtentzündungen im Kindesalter in späteren Jahren. Mortalität in Deutschland 0,2 Fälle pro Einwohner.

72 Klim 72 Nutzen und Schaden der UV- Strahlung für den Menschen Schaden Schaden Mangelsituation (Unterdosierung) Mangelsituation (Unterdosierung) Nutzen Nutzen Diätetische Nutzung (Normale Dosierung) Diätetische Nutzung (Normale Dosierung) Präventive Nutzung bei bestehenden Mangelintervallen (Kurzfristige leichte Überdosierung) Primärprävention Präventive Nutzung bei bestehenden Mangelintervallen (Kurzfristige leichte Überdosierung) Primärprävention Stimulation durch Reizung (Kurzfristige leichte Überdosierung) Sekundärprävention Stimulation durch Reizung (Kurzfristige leichte Überdosierung) Sekundärprävention Nutzung zur Therapie (Spezielle Dosierung insbes. bei Hautkrankheiten) Tertiäre Prävention, Rehabilitation, Therapie Nutzung zur Therapie (Spezielle Dosierung insbes. bei Hautkrankheiten) Tertiäre Prävention, Rehabilitation, Therapie Schaden Schaden Toxische Hautreaktionen (Überdosierung) Toxische Hautreaktionen (Überdosierung)

73 Klim 73 Zusammenfassung Klimatherapie ist eine Stimulationstherapie. Klimatherapie ist eine Stimulationstherapie. Sie führt zur Reaktivierung noch vorhandener Selbstheilungskräfte. Sie führt zur Reaktivierung noch vorhandener Selbstheilungskräfte. Sie ist geeignet Medikamente zu reduzieren. Sie ist geeignet Medikamente zu reduzieren. Klimatherapie ist ein typisches Naturheilverfahren. Klimatherapie ist ein typisches Naturheilverfahren.


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