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© Wolfgang Gaebel Einführung in die Psychiatrie: Fachdifferenzierung, Historie, Schwerpunkte, Krankheitskonzepte Priv.-Doz. Dr. med. J. Zielasek Klinik.

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1 © Wolfgang Gaebel Einführung in die Psychiatrie: Fachdifferenzierung, Historie, Schwerpunkte, Krankheitskonzepte Priv.-Doz. Dr. med. J. Zielasek Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Heinrich-Heine-Universität - LVR-Klinikum Düsseldorf - Bergische Landstr Düsseldorf

2 © Wolfgang Gaebel Organisatorische Vorbemerkungen Kursablauf Termine

3 © Wolfgang Gaebel Block E Zeitstruktur: W0 W2 W14 W15 Propädeutik Systematik Prüfungen Psychiatrie: MC Klausur mit 40 Fragen Mittwoch 3. Februar :00 s.t.-15:00 Uhr (vorauss. HS 3A) gemeinsam mit Neuro-Fächern und Psychosomatik

4 © Wolfgang Gaebel Block E: Studentenzahl ca. 160 Studenten nach neuer AO ca. 15 Psychologie-Studenten ca. 175 Studenten ca. 10 Gruppen à 20 Studenten Seminar Di. 13 s.t. -13:45 Uhr ca. 32 Gruppen à 6 Studenten UAK Di. 14 s.t.- 15:30 Uhr SELBSTEINTRAGUNG IN GRUPPENLISTEN ZU JE SECHS STUDENTEN HEUTE UND MORGEN!!! Die genaue Einteilung mit Namensliste wird per Aushang (HS RKD)

5 © Wolfgang Gaebel Block E: Stundenplan Psychiatrie Propädeutik W1 Di :00-10:00HS RKD Einführung W1 Di :15-16:00HS RKD Propädeutik I W2 Di :15-16:30 HS RKD Propädeutik II Systematik W3 - W1410:15-11:45 HS RKD Vorlesung ab Di bis Di :00 s.t.-13:45Seminar (14-tägig) 14:00 s.t.-15:30 Unterricht am Krankenbett (14-tägig) Achtung: einige wenige UAK Gruppen finden 8:30-10:00 Uhr statt !!!

6 © Wolfgang Gaebel Block E: Vorlesungsplan Propädeutik DI :00-10:00Zielasek Einführung Di :15-14:45Zielasek Der diagnostische Prozess (I+II) 15:00-15:30Zielasek Der diagnostische Prozess (III) 15:30-16:00Zielasek Der therapeutische Prozess (I) Di :15-14:00Janssen Versorgungsstrukturen 14:00-14:45Wölwer Psychotherapieverfahren 15:00-15:45 Luckhaus Rechtliche Aspekte 15:45-16:30Cordes Suizidalität und Notfälle

7 © Wolfgang Gaebel Block E: Vorlesungsplan Systematik (HS RKD Di. 10 c.t. -11:45 Uhr) Angst- und Zwangsstörungen Suchterkrankungen Schizophrenie I (Diagnose, Ätiopathogenese) Schizophrenie II (Therapie, Rehabilitation) Organische psychische Störungen, Konsiliarpsychiatrie Neurosen und Belastungsstörungen Persönlichkeitsstörungen Affektive Störungen Demenz u. a. psychische Störungen im Alter Psychische Störungen im Kindes- und Jugendalter Forensische Psychiatrie Stigmatisierung Spezielle Psychotherapie

8 © Wolfgang Gaebel Seminar und Unterricht am Krankenbett Sechs Termine pro Semester (alle 14 Tage) jeweils dienstags 13:00 Uhr s.t. - 13:45 Uhr Seminar und 14:00 Uhr s.t. - 15:30 Uhr UAK (8:30-10:00 Uhr einige Gruppen im UAK) Studentinnen/Studenten pro Dozentin/Dozent im Seminar 6 Studentinnen /Studenten pro Dozentin/Dozent im UAK Separater Plan mit Stationsplan, Dozenten- und Studentenplan Laufzettel Seminar und UAK bitte am letzten Kurstag bei Frau Riedel im Sekretariat (Poliklinik Haus 2) abgeben!

9 © Wolfgang Gaebel Lehrplan für Psychologen Diplom in 2 Semestern 8,0 SWS 1. Semester Vorlesung und Seminare nach freier Wahl 2. Semester Pflichtseminar Di 13-13:45+UAK14-15:30 Vorlesung, Pflichtseminar und UAK = 3,75 SWS noch 4,25 SWS durch andere Seminare abdecken Bachelor Vorlesung (2,25 SWS) und Seminare ad 4 SWS Master UAK+Pflichtseminar 1,5 SWS und Seminare ad 4 SWS Weitere organisatorische Fragen morgen nach der Vorlesung klären!

10 © Wolfgang Gaebel Propädeutik der Psychiatrie Einführung in die Psychiatrie Der diagnostische Prozess (I) Diagnosesysteme, Explorationsverfahren (II) Psychopathologie (III) Zusatzdiagnostik, Zukunft der Diagnostik Der therapeutische Prozess (I) Therapieverfahren in der Psychiatrie (II) Versorgungsstrukturen (III) Psychotherapieverfahren (IV) Rechtliche Aspekte (V) Suizidalität und Notfälle

11 © Wolfgang Gaebel Literaturempfehlungen Gaebel, W. und Müller-Spahn, F.: Diagnostik und Therapie psychischer Störungen Kohlhammer, Stuttgart, EUR 49,90 Berger, M.: Psychische Erkrankungen. Klinik und Therapie. 3. neu bearbeitete Auflage, Urban & Fischer, Heidelberg, EUR 199,00 Möller, H.-J., Laux, G., Kapfhammer, H.-P.: Psychiatrie und Psychotherapie. 3. Auflage 2007, Springer- Verlag, Berlin Heidelberg New York, EUR 199,95 Freyberger, H. J., Schneider, W. und Stieglitz, R.-D. (Hrsg.): Kompendium Psychiatrie, Psychotherapie und psychosomatische Medizin. 11. vollst. erneuerte und erw. Aufl Karger, Basel Freiburg Paris, EUR 64,49 Möller, H.-J., Laux, G. Deister, A.: Psychiatrie und Psychotherapie. 3. vollständig überarb. und erw. Auflage, 2005, Thieme-Verlag, Stuttgart, EUR 49,95 (Duale Reihe) Arolt, V., Dilling, H. und Reimer, C.: Basiswissen Psychiatrie und Psychotherapie. 6. Auflage, 2006, Springer, Berlin Heidelberg New York, EUR 19,95 Dilling, H., Mombour, W. und Schmidt, M. H.: Internationale Klassifikation psychischer Störungen, Klinisch-diagnostische Leitlinien. 4. korr. u. erg. Aufl. 2004, Huber, Bern Göttingen Toronto, EUR 26,95 Arbeitsgemeinschaft für Methodik und Dokumentation in der Psychiatrie: Das AMDP-System. Leitfaden zur Dokumentation psychiatrischer Befunde. 8. überarb. Auflage 2006; Hogrefe, Bern, EUR 19,95 Fähndrich, E. und Stieglitz, R.-D.: Leitfaden zur Erfassung des psychopathologischen Befundes. Halb- strukturiertes Interview anhand des AMDP-Systems. 3. überarbeitete Aufl. 2006, Hogrefe, Bern, EUR 19,95 Benkert, O. und Hippius, H.: Kompendium der Psychiatrischen Pharmakotherapie, 7. Auflage, 2008, Springer-Verlag, Berlin, Heidelberg, EUR 34,95

12 © Wolfgang Gaebel Psychiatrie als Fachgebiet? Holm-Petersen et al., Acta Psychiatr Scan 2007; 116: PsychiatrieAllgemein- Medizin ChirurgieInnere Medizin Ansehen unter den mediz. Fächern Klinisch interessant Effektive Therapie Heilung für Patienten Schwierige Patienten =niedrig, 7=hoch, MW + SD; 222 dänische Medizinstudenten

13 © Wolfgang Gaebel Einführung in die Psychiatrie Was ist Psychiatrie? Was sind psychische Störungen? Wie häufig sind psychische Störungen? Wie entstehen psychische Störungen? Wie werden psychische Störungen behandelt?

14 © Wolfgang Gaebel Erstes psychiatrisches Lehrbuch (1803) Johann Christian Reil ( ) Professor der Medizin und Stadt-Physikus in Halle prägte die Bezeichnung Psychiatrie = ärztliche Seelenheilkunde

15 © Wolfgang Gaebel Entwicklung der Psycho-Neuro-Fächer in Deutschland Innere Medizin Neurologie Psychiatrie Innere Medizin Nervenheilkunde Neurologie und Psychiatrie Neurologie Psychiatrie und Psychotherapie Psychosomatische Medizin und Psychotherapie Psychologie Psychologische Psychotherapie

16 © Wolfgang Gaebel Arbeitsschwerpunkte und Zugangsweisen der Neuro-Psycho-Fächer Gehirn Psyche Körper Psychiatrie Psychosomatik Neurologie PERSON UMWELT

17 © Wolfgang Gaebel Schnittstellen der Psychiatrie zu anderen Disziplinen Molekular- biologie/ -genetik Psychiatrie Theologie Philosophie Sozial- wissen- schaften Psycho- logie Allgemeine Neurowissen- schaften 1 Spezielle Neuro- wissen- schaften 2 Pharmako- genetik traditionell zukünftig zunehmend 1 Neurologie, Neuropathologie, Neurochirurgie 2 Neuroimaging, Neurophysiologie, Neurochemie, Neuroinformatik Psycho- somatik

18 © Wolfgang Gaebel Begriffsdefinitionen (I) BegriffBedeutung PsychiatrieLehre von der Diagnostik, Therapie, Prävention und Rehabilitation psychischer Störungen einschließlich ihrer wissenschaftlichen Erforschung und Lehre Psychopathologiedeskriptive Erfassung von gestörtem seelischen Erleben, Verhalten und Befinden, Grundlagen- disziplin der Psychiatrie Biologische Psychiatriebeschäftigt sich mit den biologischen Ursachen sowie Grundlagen biologisch orientierter Therapie von psychischen Störungen. Forschungsschwerpunkte: kognitive Prozesse, Emotionalität und ihre biologischen Substrate; genetische Ursachen psychischer Störungen; Psychopharmakologie; Stressforschung; Schlafforschung Sozialpsychiatriebeschäftigt sich mit der Bedeutung von sozialen Einflüssen auf die psychische Gesundheit und Krankheit Forschungsschwerpunkte: Epidemiologie, psychiatrische Versorgung, Lebensqualität, Gesundheitsökonomie NeurologieLehre von der Diagnostik, Therapie und Prävention von organischen Erkrankungen des zentralen und peripheren Nervensystems einschliesslich ihrer wissenschaftlichen Erforschung und Lehre

19 © Wolfgang Gaebel Begriffsdefinitionen (II) BegriffBedeutung Psychosomatikbeschäftigt sich mit dem Zusammenhang zwischen somatischen Erkrankungen und psychischen Störungen PsychologieLehre von den Formen und Gesetzmässigkeiten des normalen Erlebens und Verhaltens, umfasst folgende Teilgebiete: allgemeine Psychologie, klinische Psychologie, Persönlichkeitspsychologie, Entwicklungspsychologie, Sozialpsychologie, physiologische Psychologie, Neuropsychologie PsychopharmakologieLehre von der Beeinflussung psychischer Prozesse durch psychotrop wirksame Pharmaka (Psychopharmaka), eigenständige, interdisziplinäre Wissenschaft (Grundlagen- und klinische Forschung) PsychotherapieBehandlung psychischer, aber auch körperlicher Störungen mit psychologischen Mitteln, insbesondere mit speziellen Gesprächstechniken und übenden Verfahren. Im allgemei- nen wird eine einsichtsorientierte von einer stützenden Psychotherapie unterschieden. Die Methoden sind sehr vielfältig. Dazu zählen u.a. tiefenpsychologisch-analytische Verfahren, Verhaltenstherapie, Paar- und Familientherapie, körperbezogene Therapiemethoden, autosuggestive, übende und entspannende Verfahren

20 © Wolfgang Gaebel Einführung in die Psychiatrie Was ist Psychiatrie? Was sind psychische Störungen? Wie häufig sind psychische Störungen? Wie entstehen psychische Störungen? Wie werden psychische Störungen behandelt?

21 © Wolfgang Gaebel Psychische Störungen - Definition Psychische Störungen sind... Störungen im Erleben, Befinden und Verhalten (psychopathologisches Syndrom), begleitet von psycho-neurobiologischen und ggf. somatischen Funktionsstörungen, verursacht/bedingt durch ein Zusammenspiel neurobiologischer und psychosozialer Faktoren, deren Verlauf sich mit wechselnder Ausprägung über die ganze Lebensspanne erstrecken und deren Verlaufsausgang –durch störungsspezifische Beeinträchtigungen (impairments), –psychosoziale Behinderungen (disabilities) und –Benachteiligungen (handicaps) sowie –somatische (z.B. Suchterkrankungen) und –vitale Komplikationen (z.B. Suizid) gekennzeichnet sein kann.

22 © Wolfgang Gaebel Triadisches diagnostisches System der Psychiatrie I. Körperlich begründbare (exogene, organische) Psychosen und Defektzustände II. Endogene Psychosen III. Abnorme Variationen seelischen Wesens Folgen von Krankheiten Hirnbeteiligende körperliche Erkrankungen (Primäre) Hirnkrankheiten Somatologische Ordnung Intoxikationen Infektionskrankheiten Andere interne Erkrankungen Paralyse Andere entzündliche Hirnkrankheiten Hirnverletzungen Hirngefäßprozesse Senile Hirnerkrankungen Systematische Atrophien Tumore MS Epilepsie Akut: Bewußtseinstrübung Chronisch: Persönlichkeits- veränderung und Demenz Zyklothymien Schizophrenien Abnorme Verstandesanlagen (Oligophrenien) Abnorme Persönlichkeiten (Psychopathien) Abnorme Erlebnisreaktionen und Persönlichkeitsentwicklungen (Neurosen) Abnorme Triebanlagen (sexuelle Abnormitäten) Suchten (Alkohol- und Drogenabhängigkeit) ???? Psychologische Ordnung

23 © Wolfgang Gaebel Störungsklassen nach ICD-10 F0Organische, einschließlich symptomatischer psychischer Störungen F1Psychische und Verhaltensstörungen durch psychotrope Substanzen F2Schizophrenie, schizotype und wahnhafte Störungen F3Affektive Störungen F4Neurotische, Belastungs- und somatoforme Störungen F5Verhaltensauffälligkeiten mit körperlichen Störungen oder Faktoren F6Persönlichkeits- und Verhaltensstörungen F7Intelligenzminderung F8Entwicklungsstörungen F9Verhaltens- und emotionale Störungen mit Beginn in der Kindheit und Jugend F99Nicht näher bezeichnete psychische Störungen

24 © Wolfgang Gaebel Entwurf eines künftigen multiaxialen Diagnosesystems (DSM-V) Axis I: Genotype Identification of disease-/symptom-related genes Identification of resiliency/protective genes Identification of genes related to therapeutic responses to and side effects of specific psychotropic drugs Axis II: Neurobiological phenotype Identification of intermediate phenotypes (neuroimaging, cognitive function, emotional regulation) related to genotype Relates to targeted pharmacotherapy Axis III: Behavioral phenotype Range and frequency of expressed behaviors associated with genotype, neurobiological phenotype, and environment Relates to targeted therapies Axis IV: Environmental modifiers or precipitants Environmental factors that alter the behavioral and neurobiological phenotype Axis V: Therapeutic targets and response Charney et al. (2002)

25 © Wolfgang Gaebel Einführung in die Psychiatrie Was ist Psychiatrie? Was sind psychische Störungen? Wie häufig sind psychische Störungen? Wie entstehen psychische Störungen? Wie werden psychische Störungen behandelt?

26 © Wolfgang Gaebel Epidemiologie (I) Lebenszeitprävalenz psychischer Störungen (%) Top DALYs 2002 Weltweit ca. 25% World Mental Health Report, perinatale Erkrkg. 2 Atemwegsinfektion 3 HIV/AIDS 4 Depressionen Europa mind. 27% EU-Grünbuch 1 Neoplasien 2 KHK 3 zerebrovask. 4 Depressionen Deutschland 42,5% Jacobi et al., Neoplasien 2 kardiovask 3 Depressionen 4 zerebrovask.

27 © Wolfgang Gaebel Epidemiologie (II) Häufigkeit psychischer Störungen in Deutschland - Die 12-Monatsprävalenz liegt bei ca. 32% (Bundesgesundheitssurvey 2001) - Etwa 70%ige Zunahme der Zahl der durch psychische Störungen verursachten AU-Fälle im Zeitraum , nach einem kurzen Plateau aktuell weitere Zunahme (DAK Gesundheitsreport 2005, BEK Report 2008) - 28% aller Renten wg. Berufsunfähigkeit wurden 2002 aufgrund von psychischen Störungen bewilligt, 1983 waren es nur 9% (Verband der Rentenversicherungsträger)

28 © Wolfgang Gaebel Volkskrankheit Depressionen (I) Psychische Störungen sind der häufigste Grund für Frühberentungen wegen Erwerbsminderung, hierunter stellen die Depressionen die häufigste Diagnose dar Ursachen für Erwerbsminderungsrenten 2003 –somatische Ursachen72,9 % –psychische Störungen27,1 % (Platz 1 aller Krankheitsgruppen) davon: Depression26,4% Schizophrenie16,5% Belastungsreaktion,15,5% somatoforme Störungen Alkoholabhängigkeit15,3% Quelle: D. Richter: Psychische Störungen und Erwerbsminderungsrenten. DRV Schriften Band 55 (2006)

29 © Wolfgang Gaebel Volkskrankheit Depressionen (II) Punktprävalenz ca. 5 % aktuell ca. 4 Millionen Betroffene ca Frühberentungen jährlich wegen Depressionen ca. 11 Millionen AU-Tage jährlich wegen Depressionen Quelle: Spiessl et al., Volkskrankheit Depression, Dt. Med. Wschr. 2005: 131: 35-40

30 © Wolfgang Gaebel Volkskrankheit Depressionen (III) Depressionen stellen mittlerweile die dritthäufigste Ursache für den Anteil an AU-Tagen dar Anteil an den AU-Tagen 2004 im Bereich der DAK 1. Rückenschmerzen7,6% 2. Akute Infektionen der oberen Atemwege4,0% 3. Depressive Episode 3,1% … 9. Reaktionen auf schwere Belastungen und1,6% Anpassungsstörungen Quelle: DAK Gesundheitsreport 2005

31 © Wolfgang Gaebel Fallzahlentwicklung stationärer Krankenhausfälle mit der Hauptdiagnose einer psychischen Störung Quelle:

32 © Wolfgang Gaebel Durchschnittliche Verweildauer vollstationärer Patienten Quelle:

33 © Wolfgang Gaebel Psychiatrie und Psychotherapie Psychosomatische Medizin Nervenheilkunde Anzahl der Fachärzte in Deutschland Source: Statistics of the Federal Chamber of Medical Doctors

34 © Wolfgang Gaebel Gemeinde Hausärztliche Versorgung Psychiatrisch- psychotherapeutische Versorgung Häufigkeit seelischer Störungen in der Bevölkerung Gesamtheit aller seelischen Störungen in allgemeinärztlicher Behandlung vom Allgemeinarzt erkannte seelische Störungen Gesamtheit seelischer Störungen in psychiatrischer Behandlung Seelische Störungen in stationär psychiatrischer Behandlung 25%23% 14%1,7%0,6% (1.Filter) (2.Filter)(3.Filter) (4.Filter) Haupteinflussfaktor Krankheitsverhalten Krankheitserkennung Überweisung zu psychiatrischer Behandlung Stationäre Zuweisung SchlüsselpersonPatientAllgemeinarztNervenarztAllgemeinarzt Einflussfaktoren auf Schlüsselpersonen Art und Schweregrad der Symptome; Art der Krankheits- bewältigung Ausbildung, Einstellung zu psychisch Kranken, Persönlichkeits- faktoren Ausbildung, Ver- trauen auf eigene Fähigkeit, Verfügbar- keit und Qualität psychiatr. Dienste; Einstellung gegen- über Nervenärzten Bettenangebot, Verfügbarkeit ergänzender gemeinde- psychiatrischer Angebote andere Einflussfaktoren Einstellung des sozialen Umfelds; Verfügbarkeit und Zugänglichkeit der Versorgungs- einrichtungen Darstellung der Krankheitssymptome, soziodemo- graphische Merkmale des Patienten Einstellung des Patienten und der Angehörigen Inanspruchnahme verschiedener Stufen des psychiatrischen Versorgungssystems Aus: Goldberg & Huxley (1980), modifiziert nach Rössler & Salize (1995), in: DGPPN (1997)

35 © Wolfgang Gaebel Einführung in die Psychiatrie Was ist Psychiatrie? Was sind psychische Störungen? Wie häufig sind psychische Störungen? Wie entstehen psychische Störungen? Wie werden psychische Störungen behandelt?

36 © Wolfgang Gaebel Nach: Engel (1980), Goodman (1991) Entstehung, Diagnostik und Therapie psychischer Störungen werden im Rahmen des biopsycho- sozialen Modells kon- zeptualisiert. bio- psycho- sozial

37 © Wolfgang Gaebel Gesundheit und Krankheit Was ist (psychische) Gesundheit? –Die ausreichende Kompetenz des Systems Mensch, beliebige Störungen auf beliebigen Systemebenen autoregulativ zu bewältigen. –Ergo: Es gibt keine Gesundheit ohne psychische Gesundheit! Was ist (psychische) Krankheit? –Wenn der Organismus die autoregulative Kompetenz zur Bewältigung von auftretenden Störungen auf beliebigen Systemebenen nicht ausreichend zur Verfügung stellen kann und relevante Regelkreise für die Funktionstüchtigkeit des Individuums überfordert sind bzw. ausfallen. –Ergo: Erst die harmful dysfunction macht die Funktionsstörung zur Krankheit. modifiziert nach J. W. Egger (2005)

38 © Wolfgang Gaebel Entwicklung psychischer Störungen im Erwachsenenalter Psychosoziale Risiko- und Schutzfaktoren in Kindheit und Jugend Biopsychosoziale RisikofaktorenBiopsychosoziale Schutzfaktoren Niedriger sozioökonomischer StatusDauerhafte gute Beziehung zu mindestens einer Bezugsperson Mütterliche Berufstätigkeit im ersten Grossfamilie/kompensatorische Lebensjahr Elternbeziehungen Schlechte Schulbildung der ElternGutes Ersatzmilieu nach frühem Mutterverlust Grosse Familien, sehr wenig WohnraumÜberdurchschnittliche Intelligenz Kriminalität oder Dissozialität eines Robustes, aktives und kontaktfreudiges Elternteils Temperament Chronische DisharmonieSicheres Bindungsverhalten Unsicheres BindungsverhaltenSoziale Förderung modifiziert nach Egle et al. (1997)

39 © Wolfgang Gaebel Jahre Monate Genetische Disposition (EZ % Konkordanz) Genetische Disposition (EZ % Konkordanz) Gesteigerte Vulnerabilität durch Traumata in der Kindheit Gesteigerte Vulnerabilität durch Traumata in der Kindheit Psychosoziale oder physische Stressoren Psychosoziale oder physische Stressoren Depressivität Entstehung und Verlauf psychischer Störungen am Beispiel der Depression (I)

40 © Wolfgang Gaebel Entstehung und Verlauf psychischer Störungen am Beispiel der Depression (II) Somatische Faktoren z.B. Infekte, Reserpin Somatische Faktoren z.B. Infekte, Reserpin Neurobiologische Störung z.B. Transmitter-Imbalance Psychotherapie + Soziotherapie Psychotherapie + Soziotherapie Depression (d.h. psychisches Leiden, soziale Beeinträchtigung) Depression (d.h. psychisches Leiden, soziale Beeinträchtigung) Psychosoziale Faktoren z.B. Überforderungen, Verlusterlebnisse Psychosoziale Faktoren z.B. Überforderungen, Verlusterlebnisse Psychotherapie + Soziotherapie Psychotherapie + Soziotherapie Antidepressiva

41 © Wolfgang Gaebel Neuroanatomische Strukturen psychischer Funktionen (I) Funktionwichtige Strukturen Bewusstsein, Wachheit (arousal)Cortex, Formatio reticularis des Hirnstammes, thalamische Projektionssysteme, Rhinencephalon Aufmerksamkeitpräfrontaler Cortex, Thalamus (v.a. Nucleus reticularis) Wahrnehmungparietal-temporal-okzipitaler Assoziationscortex Orientierung (räumlich)parieto-okzipitale Region Gedächtnis - implizitneocortikale Assoziationsgebiete Basalganglien, Amygdala, Cerebellum - explizit (deklarativ)mediobasale Temporalregion Hippokampus, dienzephale Regionen Spracheperisylvische Region der sprachdominanten, meist linken Hemisphäre

42 © Wolfgang Gaebel Neuroanatomische Strukturen psychischer Funktionen (II) Funktionwichtige Strukturen Exekutive Funktionen (Informations- dorsolateraler präfrontaler Cortex, medialer analyse, Planungsprozess, Ausführen Thalamus und Kontrolle von Handlungen) Affekt, Emotionen, Stimmung limbische (v.a. Amygdala und Hippokampus- formation) und paralimbische Strukturen, Hirnstamm, Hypothalamus, Thalamus, präfrontaler Cortex Motivation, Antrieb limbisches System, frontaler Cortex, Basalganglien Motorik motorischer Cortex, Basalganglien Rückenmark, präfrontaler Assoziationscortex

43 © Wolfgang Gaebel Bedeutung von Neurotransmittersystemen für psychische Funktionen und psychopathologische Syndrome (I) Psychische Funktionen Neurotransmitter Bewusstsein, Vigilanz5-HTNAGABA Glu Gedächtnis5-HTAch Lernfähigkeit5-HTNAAch WahrnehmungDA Affekt, Stimmung5-HTNADA Motorik5-HTDA Psychopathologie Depression5-HTNAAch ManieNAAch Angst5-HTNA

44 © Wolfgang Gaebel Bedeutung von Neurotransmittersystemen für psychische Funktionen und psychopathologische Syndrome (II) Psychopathologie Neurotransmitter Aggression5-HTNADAGABA Zwang/Suizidalität5-HT Wahn/Halluzinationen5-HTNADAGlu AbhängigkeitNADAGlu Demenz5-HTNAAch Essstörungen5-HT Schlafstörungen5-HTNA Sexuelle Funktionsstörungen5-HTNAAch 5-HT (Serotonin) Ach (Acetylcholin) GABA (Gamma-Amino-Buttersäure) NA (Noradrenalin) DA (Dopamin) Glu (Glutamat)

45 © Wolfgang Gaebel Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit!


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