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Der therapeutische Prozess (V): Suizidalität und Notfälle Joachim Cordes Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Heinrich-Heine-Universität.

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1 Der therapeutische Prozess (V): Suizidalität und Notfälle Joachim Cordes Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Heinrich-Heine-Universität - Rheinische Kliniken Düsseldorf - Bergische Landstr. 2 D Düsseldorf

2 PSYCHIATRISCHE NOTFALLSITUATIONEN Erregungszustände, Angstsyndrome, Manie, Katatonie Suizidales Verhalten Delir, Bewusstseinsstörungen Alkohol- und drogeninduzierte Notfälle Psychopharmaka-induzierte Notfälle

3 LEITSYMPTOME Bewußtseins- störungen vermindert verändert Somnolenz Sopor Koma Dämmerzustand Verwirrtheitszustand Delir Antriebs- störungen gesteigert gehemmt Erregung Negativismus Stupor Autismus Stimmungs- störungen gehoben gesenkt Manie Angstsymptome Depression Suizidalität

4 Diagnostische Leitlinien des Delirs nach ICD - 10 Störungen des Bewusstseins, der Aufmerksamkeit Störungen der Kognition und der Wahrnehmung Psychomotorische Störungen Störungen des Schlaf - Wach - Rhythmus affektive Störungen

5 DIFFERENTIALDIAGNOSTIK DELIRANTER SYNDROME Aufmerksamkeitsstörungen Störungen der Auffassung, Wahrnehmung und Urteilsfähigkeit Störungen der Psychomotorik Affektstörungen Störungen des Schlaf-Wach-Rhythmus Bewusstseinsklar ohne Orientierungsstörungen (verworrenes Denken) Schizophrenie Manie Bewusstseinstrübung Orientierungsstörungen ohne vegetative Symptomatik Hirninfarkt Hirnblutung Hirntumor Schädel-Hirn-Trauma Intoxikationen internistische Erkrankungen z.B. - Infektionen - Dehydration mit Orientierungs- störungen delirantes Syndrom i.R. einer Demenz mit vegetativer Symptomatik (Tremor, Schwitzen, Tachykardie) v.a. Entzugssyndrome bei Alkohol Drogen anderen psychotropen Substanzen Dämmerzustand

6 Ursachen für Bewusstseinsstörungen zerebrale Gefäßveränderungen Herz-Kreislaufstörungen Störungen der Blutzusammensetzung zerebral-organische Prozesse Alkohol Medikamente internistische Stoffwechselerkrankungen psychogene Bewusstseinsstörung

7 DIAGNOSTIK UND THERAPIE DER PANIKSTÖRUNG (ICD-10) Häufigkeit 1,5 -3,5 % (Lebenszeitprävalenz) Beginn plötzlich Diagnose - wiederkehrende, schwere Angstattacken in Situationen ohne objektive Gefahr - keine Begrenzung auf spezifische Situationen, damit nicht vorhersehbar Differentialdiagnose Herzerkrankungen Hyperthyreose Phäochromozytom Horrortrip Symptomatik Herzklopfen, Brustschmerz, Erstickungsgefühle, Schwindel, Entfremdungsgefühle, Furcht zu sterben, Kontrollverlust, Angst wahnsinnig zu werden, häufig Crescendo der Angst Dauer meistens Minuten Tendenz zur Chronifizierung Pathogenese Störungen in der GABAergen und/oder noradrenergen und/oder serotonergen Neurotransmission Therapie der Panikattacke Lorazepam (Expidet) 1 -2,5 mg (max. 4 mg/24 Std.) alternativ Alprazolam 0,25- 0,5 mg (max. 4 mg/14 Std.)

8 EPIDEMIOLOGIE / URSACHEN Zunahme der Lebenserwartung Medikamentöse Langzeittherapie Gravierende medizinische Eingriffe Missbrauch von Alkohol, Medikamenten, Drogen und Intoxikationen

9 ANAMNESE BEI DER ERSTEXPLORATION Auslöser der Notfallsituation - aus der Sicht des Patienten - aus der Sicht Dritter Wichtige Kontaktadressen Aktuelle Vorgeschichte - Symptomatik - Beginn - auslösende Ereignisse - aktuelle Therapie

10 ANAMNESE BEI DER ERSTEXPLORATION Bisheriger Krankheitsverlauf und Therapie Alkohol-, Drogenkonsum Somatische Erkrankungen Aktuelle Lebenssituation - Lebensform - soziale Integration - Arbeitsfähigkeit

11 GRUND- UND TECHNISCHE ZUSATZUNTERSUCHUNGEN (I) BEI VERWIRRTHEITSZUSTÄNDEN (*BASISUNTERSUCHUNGEN) Allgemein- Blutdruck* - Herzfrequenz* - Temperatur* Infektion- Leukozyten* - Urinstatus* (Blutkulturen) - BKS Metabolische- Elektrolyte (Na, K, Ca)* Störungen - Kreatinin* - Glukose (Blut)* - Leberwerte (GOT, GPT, -GT) - T3, T4, TSH (*) Hämatologische - Erythrozyten und Hb (V.a. Anämie) Störungen- MCV (V.a. Alkoholabusus, Mangel an Vitamin B 12, Folsäure) - Thrombozyten

12 GRUND- UND TECHNISCHE ZUSATZUNTERSUCHUNGEN (II) BEI VERWIRRTHEITSZUSTÄNDEN (*BASISUNTERSUCHUNGEN) Herz-Kreislauf-- EKG* erkrankungen- CPK (V.a. Herzinfarkt) - Röntgen-Thorax (V.a. Pneumonie, Herz-Kreislauferkrankungen) Cerebrale- CCT (V.a. Tumor, Blutungen, Infarkt) (*) Erkrankungen- EEG (Epilepsieverdacht) - LP (ggf. bei neurologischer Indikation) Blutspiegelbestimmungen - Digoxin bei Verdacht auf Intoxikation- Antikonvulsiva - Lithium - Antidepressiva - Neuroleptika - Sedativa Drogenscreeningbei Verdacht

13 Definition Suizidalität, auch Suizidgefährdung oder umgangssprachlich Lebensmüdigkeit genannt, umschreibt einen psychischen Zustand, in dem alle Gedanken, Phantasien, Impulse und Handlungen darauf ausgerichtet sind, gezielt den eigenen Tod herbeizuführen. (Wikipedia)

14 Parasuizidalität (autoaggressives bzw. Selbstschädigendes Verhalten) vielfache selbst verletztende und primär nicht final angelegte suizidale Handlungen

15 Beurteilungskriterien suizidaler Syndrome Latente Suizidalität Akute Suizidalität Suizidarrangement Suizidintention Suizidmethode

16 Arten von Suizidversuchen 64 % Intoxikationen 16 % Stich-, Schnittverletzung 06 % absichtlicher Verkehrsunfall 04 % Sturz aus großer Höhe 04 % Erhängen, Erdrosseln, Ersticken

17 Weltweite Häufigkeit von Suiziden und Suizidversuchen ca. alle 40 Sekunden ein Suizid ca. 1 Mio. Menschen jährlich Suizid ca. 15 Mio. Menschen jährlich einen Versuch (WHO-Daten 2004)

18 Häufigkeit in Deutschland 15 – 35 Jahre 2. häufigste Todesursache 20 / Einwohner Männer : Frauen 2,5 : 1 jeder 2 Suizid einer Frau > 60 Jahre Anstieg mit dem Alter bei Kindern extrem selten, ab 10 Jahre BRD Kinder 98 % Psychische Erkrankung

19 Suizidversuche 10 – 15 fach häufiger als Suizide Frauen : Männer 2,5 : 1 besonders in den jüngeren Altersgruppen Gaebel, Müller-Spahn 2002, Diagnostik und Therapie psychischer Störungen, Kohlhammer Möller, Laux, Deister 2005, Duale Reihe, Psychiatrie und Psychotherapie, Thieme Verlag

20 Frauen Männer WestenOsten Je Einwohner SUIZIDSTERBLICHKEIT StBA; Todesursachenstatistik

21 Westen Osten über Alter ALTERSSPEZIFISCHE SUIZIDSTERBLICHKEIT 1995 Je Männer bzw. Frauen StBA, Todesursachenstatistik

22 Suizide in China kein Meldesystem, offizielle Angaben Suizide / Jahr 685 Suizide pro Tag Haupttodesursache bei Jährigen Fünfhäufigste Todesursache in China

23 SUIZIDURSACHEN Depressionen Alkoholabhängigkeit Persönlichkeitsstörungen andere Gesundheitsbericht Deutschland (1998)

24 SUIZIDRISIKO BEI DEPRESSIVEN (I) % der Suizidenten in der Allgemeinbevölkerung litten zum Zeitpunkt des Suizides an einer depressiven Störung Ein hoher Anteil depressiver Kranker spricht beim Hausarzt direkt oder indirekt über Hoffnungslosigkeit und Suizidalität. Diese Chance muß genutzt werden. Gaebel, Müller-Spahn 2002, Diagnostik und Therapie psychischer Störungen, Kohlhammer Möller, Laux, Deister 2005, Duale Reihe, Psychiatrie und Psychotherapie, Thieme Verlag

25 SUIZIDRISIKO BEI DEPRESSIVEN (II) 15% der Patienten mit schweren depressiven Störungen versterben durch Suizid 20-60% depressiver Kranker weisen Suizidversuche in ihrer Krankheitsgeschichte auf, 40-80% leiden an Suizidideen während einer Depression

26 Risikofaktoren Geschlecht, Alter Familienstand Soziale Schicht, Arbeitsstand Stadt – Landunterschiede Religionszugehörigkeit Jahreszeitliche Schwankungen

27 VERDACHTSMOMENTE FÜR SUIZIDRISIKO (I) Frühere Suizidversuche, altruistische Suizidmotivation Suizide in der Familie oder Umgebung Direkte oder indirekte Suizid-Drohungen/ Ankündigungen Verlust mitmenschlicher Beziehungen

28 VERDACHTSMOMENTE FÜR SUIZIDRISIKO (II) Vereinsamung alter Menschen Berufliche oder finanzielle Schwierigkeiten Vorbereitung, um bisher Versäumtes in Ordnung zu bringen, z.B. Testament Schuld-, Krankheits-, Verarmungsgefühle depressiver Wahn Hoffnungslosigkeit

29 Ätiologie I. Soziale Situation II. Biologische Faktoren III. Psychologische Erklärungsmodelle

30 I. Soziale Erklärungsmodelle keine Berichte von suizidalem Verhalten bei Primaten Politische Ereignisse, Urbanisierung, Verlust sozialer Strukturen, Änderung der Geschlechtsrolle Imitationshypothese : Häufung in der Familie, Freunde

31 II. Biologische Erklärungsmodelle Serotonerges Defizit im präfrontalen Cortex von Suizidopfern Erniedrigte Serotoninspiegel im Liquor Prädiktiver Wert für spätere Suizidversuche Gleiche biologische Veränderung bei Probanden mit impulsiven Gewalttaten

32 III. Psychologische Erklärungsmodelle Aggressionstheorie (Freud) Verzerrte Denkschemata (Beck) Narzissmustheorie (Kohut) Appell an die menschliche Bindung Verhaltenstheoretisches Modell

33 Dem Parasuizid/Suizid geht oft ein präsuizidales Syndrom (nach Ringel) voraus: Erleben von Ausweglosigkeit Sozialer Rückzug Ständiges Sich-Beschäftigen mit Todesgedanken

34 SUIZIDGEFÄHRDUNG FRAGEN AN PATIENTEN (I) Ankündigung: Einengung : Aggressionen Haben Sie über Ihre Absichten schon mit jemanden gesprochen? Haben sich Ihre Interessen, Gedanken und zwischenmenschliche Kontakte gegenüber früher eingeschränkt, verringert? Haben Sie gegen jemanden Aggressionsgefühle, die Sie gewaltsam unterdrücken?

35 SUIZIDGEFÄHRDUNG FRAGEN AN PATIENTEN (II) Suizidalität: Vorbereitung: Grübeln: Haben Sie schon einmal daran gedacht sich das Leben zu nehmen? An was denken Sie? Sind es eher Gedanken an Ruhe und Todeswunsch ohne aktive Planung? Wie konkret sind Ihre Gedanken und Absichten? Denken Sie bewußt daran? Oder drängen sich die Gedanken auf, auch wenn Sie es nicht wollen?

36 Therapie Krisenintervention Pharmakotherapie Psychotherapie

37 Psychotherapeutische Behandlung Korrektur der subjektiven Bilanz des Lebens Suizid ist nicht rückgängig Appell an menschliche Bindungen Vereinbarung eines zeitlichen Aufschubes Langfristig kann der Therapeut den Patienten von einem Suizid nicht abhalten Hoffnung signalisieren Suizidversuch immer ernst nehmen

38 1. Suizidhinweise immer ernst nehmen 2. Aufbau einer therapeutischen Beziehung 3. Beurteilung des Suizidrisikos ambulante vs. stationäre Therapie, Klinikeinweisung (Rechtsgrundlage) Kritisch: - ausgeprägter Suizidalität (konkrete Suizidpläne, nicht kontrollierbare Suizidimpulse) - fehlende sozialer Integration - fehlende ambulanter Betreuung - fehlende Bündnisfähigkeit des Patienten - behandlungsbedürftige körperliche Erkrankung THERAPEUTISCHE PRINZIPIEN BEI SUIZIDALITÄT (I)

39 Bei Verzicht auf Klinikeinweisung: - Weiterbetreuung sicherstellen (feste und zuverlässige Termine, kurze Intervalle - feste Bezugsperson im sozialen Umfeld - Aufklärung der Angehörigen bzw. Bezugspersonen über Suizidrisiko (Entbindung von der Schweigepflicht) THERAPEUTISCHE PRINZIPIEN BEI SUIZIDALITÄT (II)

40 Medikamentöse Therapie: -Einschlafstörungen: z.B. Zolpidem 10 mg - Verordnung von sedierenden Antidepressiva - kleine Packungsgröße - Gabe von Benzodiazepinen, z.B. Lorazepam (1-2,5mg) - Anxiolytisch wirksames Neuroleptikum (z.B. Thioridazin mg als initiale Dosis) THERAPEUTISCHE PRINZIPIEN BEI SUIZIDALITÄT (II)

41 FEHLER IM UMGANG MIT DEPRESSIVEN IN SUIZIDALEN KRISEN (I) Vermeidung von direktem Nachfragen Nichtbeachten von Zeichen Mangelnde Exploration der Umstände, die zu Suizidalität geführt haben Bagatellisierung von Not und Krise durch den Arzt, Mitmachen von Bagetellisierungstendenzen des Patienten

42 FEHLER IM UMGANG MIT DEPRESSIVEN IN SUIZIDALEN KRISEN (II) Ablehnung des Patienten als nicht krank Therapeutische Überaktivität als Abwehr von Betroffenheit Klassifikation von Suizidalen als Versager oder Erpresser Geheime Suizidpakte schließen zu rasche Suche nach positiven Veränderungen

43 Ethische Aspekte in der Krisensituation Vertrauen und Autonomie des Patienten wahren Schweigepflicht gegenüber Dritten beachten Reflektion der Interaktion mit dem Patienten Beurteilung der zu erwartenden Effekte einer therapeutischen Intervention Entscheidung über die Angemessenheit von Maßnahmen Abwägung Interesse des Patienten, Sicherheitsbedürfnis der Gesellschaft

44 DURCHÜHRUNG EINER AMBULANTEN KRISENINTERVENTION (I) 1.Kontakt: Vorstellung, Erklärung des Settings 2. Problemanalyse: Situationsanalyse (Auslösende Faktoren der Krise, psychosoziale Situation) - Analyse der Bewältigungsmechanismen - Ressourcenanalyse (u.a. soziale Kompetenz, erlernte Copingstrategien)

45 DURCHÜHRUNG EINER AMBULANTEN KRISENINTERVENTION (I) 3. Problem und Zieldefinition -verständliche Formulierung des Problems - Beschreibung Lösungsstrategien - Formulierung effizienterer Mechanismen der Bewältigung

46 DURCHÜHRUNG EINER AMBULANTEN KRISENINTERVENTION (II) 4. Problembearbeitung problemzentrierte Gesprächsführung Erarbeitung neuer Coping Strategien Analyse der aktuellen Krise Lorazepam 1-2 mg/Tag, mittelfristig Antidepressiva Beratung durch Sozialarbeiter Vermittlung juristischer Hilfe

47 DURCHÜHRUNG EINER AMBULANTEN KRISENINTERVENTION (II) 5. Beendigung der Intervention - Ist die Krise überwunden? - Liegen wirksame Copingmechanismen vor? - Zukünftige Strategie bei neuerlicher Krisen 6. Follow-up -Standortbestimmung - Indikation für langfristige Therapie (Psychotherapie und/oder Pharmakotherapie) überprüfen

48 PSYCHOPHARMAKA-INDUZIERTE NOTFALLSITUATIONEN - orthostatischer Kollaps - Delir - Suizidalität - Erregungszustände z.B. aufgrund paradoxer Reaktionen - Agranulozytose - malignes neuroleptisches Syndrom - Harnretention - paralytischer Ileus - schwere allergische Reaktionen - Frühdyskinesien - Akathisien - Krampfanfälle - Depressive Syndrome - Orthostatische Dysregulationen

49 AGRANULOZYTOSE UNTER BEHANDLUNG MIT CLOZAPIN (I) <500 Granulozyten/mm 3 (Agranulozytose) <1500 Granulozyten/mm 3 (Granulozytopenie ) Kumulative Inzidenz 0,8-1% erstes Behandlungsjahr Geschlechtsunterschiede nicht sicher nachgewiesen % aller Granulozytopenien in den ersten 18 Wo. Kein Zusammenhang zur Inzidenz

50 AGRANULOZYTOSE UNTER BEHANDLUNG MIT CLOZAPIN (I) Fieber, Schüttelfrost, Halsschmerzen, gestörte Wundheilung Nach Absetzen von Clozapin Normalisierung des Blutbildes innerhalb von 2-4 Wochen Absetzen von Clozapin, stationäre Einweisung (Hämatologische Abteilung); GM-CSF-Gabe, wenn neutrophile Granulozyten 1000/mm³; Blutbildkontrollen über 4 Wochen; Normalisierung des Blutbildes innerhalb von 2-4 Wochen

51 Inzidenz %, m > w (v.a. jüngere m) lebensbedrohlich, akute Symptomentwicklung Fieber, instabiler Blutdruck, Tachykardie, Schwitzen vermehrter Speichelfluss, Urininkontinenz, Tachypnoe Rigor, Tremor, Akinese, Opisthotonus, Schluckstörungen Bewusstseinstrübungen, Stupor Leukozytose, Creatin-Phosphokinase (CK) erhöht, Myoglobinämie/urie, metabolische Azidose DIAGNOSTIK UND THERAPIE DES MALIGNEN NEUROLEPTISCHEN SYNDROMS (I)

52 meist innerhalb von 1-2 Wochen nach Behandlungsbeginn Auslösende Substanzen:alle Neuroleptika, wahrscheinlich höheres Risiko bei hochpotenten Substanzen, Lithium + NL (selten), Antidepressiva (sehr selten) DIAGNOSTIK UND THERAPIE DES MALIGNEN NEUROLEPTISCHEN SYNDROMS (II)

53 DIAGNOSTIK UND THERAPIE DES MALIGNEN NEUROLEPTISCHEN SYNDROMS (III) Pathogenese: Blockade von Dopaminrezeptoren (Hypothalamus, Basalganglien) Störung des intrazellulären Kalziumstoffwechsels, Störung im muskulären Bereich Komplikationen: Ateminsuffizienz, Herz- Kreislaufversagen, Rhabdomyolyse und akutes Nierenversagen

54 DIAGNOSTIK UND THERAPIE DES MALIGNEN NEUROLEPTISCHEN SYNDROMS (III) Therapie: - NL sofort absetzen - stationäre (ggf. intensivmed.) Therapie - Fiebersenkung (Abkühlung) - Flüssigkeitszufuhr - Gabe von Dantrolen (4-10 mg/kg/KG oral in den ersten 24 Std.), ggf. i.v. Gabe max. 10 mg/kg/KG/die - ev. in Kombination mit Bromocriptin (10 - max. 60 mgl 24 Std.) - alternativ zu Bromocriptin Amantadin (Pk-Merz), mg/die - Rezidivrisiko ca. 15%

55 SYMPTOMATIK ANTICHOLINERGES DELIR (I) zentral peripher Orientierungsstörungen Pupillendilatation Gedächtnis- Auffassungsstörungen Miktionsstörungen Angst, psychomotorische Obstipation, Ileus Unruhe Erregungszustände Sinustachykardie Wahrnehmungsstörungen Fieber optische Halluzinationen Haut warm, trocken Ataxie, Myoklonien Koma (modifiziert nach Hyman, Tesar 1994)

56 ANTICHOLINERGES DELIR (I) Häufigkeit abhängig von Dosis, Substanztyp und individueller Disposition Pathogenese: Blockade, zentraler und peripherer Acetylcholinrezeptoren Prädisponierende Faktoren: Hohe Dosierung, schneller Dosisanstieg, Kombination mehrerer anticholinerg wirksamer Substanzen, höheres Lebensalter, zerebrale Vorschädigung

57 ANTICHOLINERGES DELIR (II) Häufige auslösende Trizyklische Neuroleptika (z.B. Thioridazin, Levome- Substanzen promazin) und Antidepressiva (z.B. Amitriptylin, Doxepin, Clomipramin) Therapie- Absetzen der auslösenden Medikation - Stationäre Aufnahme ggf. bei schwerem Delir i.v.-Gabe von Phy- sostigmin (1-2 mg langsam i.v., kurze Wirkungs- dauer von ca Minuten, EKG-Monitoring) ansonsten symptomatische Behandlung (z.B mg Haloperidol p.o. bei paranoid- halluzinatorischem Syndrom bzw. Erregungszustand)

58 CHOLINERGES SYNDROM zentral peripher Symptomatik Schwindel Bradykardie Kopfschmerzen Hypotonie, Kollaps Somnolenz Epileptische Anfälle Verwirrtheit Muskelschwäche Agitiertheit Hypersalivation Depression Schweissausbrüche Schlaflosigkeit Bauchkrämpfe Diarrhöe Übelkeit, Erbrechen Appetitlosigkeit Häufigkeit abhängig von Dosis und individueller Disposition Pathogenese Hemmung der Acetylcholinesterase Prädisponierende Faktoren hohe Dosierung, rasche Dosissteigerung, zerebrale Vorschädigung Häufige auslösende Sub- Cholinesterase-Hemmer wie z.B. Rivastigmin (Exelon) stanzenund Donepezil (Aricept) Therapie - Reduktion bzw. Absetzen - ggf. stationäre Einweisung bei massiver Überdosierung: Atropinsulfat 0.03 mglkg KG i.v. ansonsten symptomatische Behandlung (z.B. Gabe von Antiemetika)

59 SEROTONINSYNDROM (I) zentral peripher Symptomatik epileptische Anfälle Übelkeit, Erbrechen psychomotorische Unruhe Diarrhöe Bewusstseinsstörungen kardiale Delir Rhythmusstörungen Hypertension Hyperthermie Profuses Schwitzen Tremor Myoklonien, Muskelto- nuserhöhung Akathisie Häufigkeit abhängig von Dosis und individueller Disposition Pathogenese Aktivierung des serotoninergen Systems

60 SEROTONINSYNDROM (II) Prädisponierende hohe Dosierung, rasche Dosissteigerung Faktoren Kombinationstherapie mit mehreren serotoninaktivierenden Substanzen, zerebrale Vorschädigung Häufig auslösende Sub- Serotonin-Rückaufnahme-Hemmer stanzen Therapie stationäre Aufnahme Überwachung der Vitalfunktionen Absetzen der angeschuldigten Substanz Symptomatische Therapie (Magenspülung, Aktivkohle) kein spezifisches Antidot verfügbar


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