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Sinnlichkeit und Transzendenz Zur Anthropologie Ludwig Feuerbachs und Karl Rahners PD Dr. René Buchholz Vorlesung WS 2007/08.

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1 Sinnlichkeit und Transzendenz Zur Anthropologie Ludwig Feuerbachs und Karl Rahners PD Dr. René Buchholz Vorlesung WS 2007/08

2 Teil 1: Ludwig Feuerbach Daten und Texte

3 Paul Johann Anselm Ritter von Feuerbach ( ) Ludwig Andreas Feuerbach wurde am 28. Juli 1804 in Landshut geboren. Mutter: Wilhelmine Tröster *1774 Vater: Paul Ritter Anselm von Feuerbach, Strafrechtslehrer. Werke u.a.: Strafgesetzbuch für das Königreich Bayern (1813); Über deutsche Freiheit und Vertretung deutscher Völker durch Landstände (1814); Kaspar Hauser. Beispiel für ein Verbrechen am Seelenleben des Menschen (1832).

4 oben: Iphigenie, 1871 links: Im Frühling, Ludwig Feuerbachs Neffe: Der Maler Anselm Feuerbach

5 Georg Wilhelm Friedrich Hegel ( ) 1823 studiert Feuerbach Theologie in Heidelberg bei dem Hegelianer Karl Daub. 1824übersiedelt Feuerbach nach Berlin, wo er Hegel hört. Feuerbachs Interesse gilt nun der Philosophie ; zum Wintersemester 1825/26 Wechsel nach Erlangen (naturwissenschaftliche Studien), wo er 1828 promoviert. Die Theologie kann ich nicht mehr studieren. Vater, laß deinen Sohn gewähren; wo die innere Möglichkeit gebricht, halten nicht mehr die Baustützen und Balken anderer Rücksichten, Reflexionen und äußerliche Gründe. (Brief Feuerbachs an den Vater aus dem Jahr 1825 )

6 In den Jahren 1827/28 artikuliert Feuerbach erste Zweifel am System Hegels erscheint anonym die Schrift Gedanken über Tod und Unsterblichkeit mit einem Anhang Satirisch theologische Distichen. Die Schrift wird verboten und ist, nachdem Feuerbachs Verfasserschaft bekannt wurde, seiner weiteren akademischen Laufbahn abträglich gibt Feuerbach seine akademische Lehrtätigkeit auf. Ludwig Feuerbach Stich von Hugo Bürkner um 1890

7 Die Menschheit lebte in dem Heidentum in der Einheit der ihr Leben umfassenden und begründenden Elemente oder Momente; Volk, Staat, Religion und Kunst war im Wesen eine Sache, Gott und die Welt eine Welt. Da diese Einheit aber immer eine natürliche war, die Einheit eines besondern, durch seine eigentümliche Natur von andern Völkern unterschiedenen Volkes, so war Gott selbst, wie er Gegenstand des Heidentums war, der Gott eines besondren Volkes, ein besondrer Gott, die Einheit damit eine den andern Einheiten oder Völkern entgegengesetzte und feindlich gegenüberstehende, und folglich, als eine solche, in Widerspruche gegen den Geist, welcher das Wesen der Menschheit und als ihr Wesen die Allgemeine Einheit aller Völker und Menschen ist. (1833 = GW 2, 5) 1833 erscheint die Geschichte der neuern Philosophie von Bacon von Verulam bis Benedikt Spinoza ( , )

8 1834 Abälard und Héloise oder der Schriftsteller und der Mensch Heirat mit Bertha Löwe, Übersiedlung nach Bruckberg bei Ansbach. Feuerbach beteiligt sich an der Porzellanfabrik seines Schwagers, was ihm ökonomische Unabhängigkeit sichert. Im gleichen Jahr erscheint Entwicklung und Kritik der Leibnizschen Philosophie Pierre Bayle. Ein Beitrag zur Geschichte der Philosophie und Menschheit Schloss Bruckberg

9 Das Ich ist beleibt – heißt aber nichts anderes als: Das Ich ist nicht nur ein activum, sondern auch passivum. Und es ist falsch, diese Passivität des Ich unmittelbar aus seiner Aktivität ableiten oder als Aktivität darstellen zu wollen. Im Gegenteil: Das passivum des Ich ist das activum des Objekts. … Oder ist der animalische Leib überhaupt so identisch mit dem Ich, daß es aus sich selbst schöpft, was es aus dem Leibe schöpft? Allein das Ich ist keineswegs durch sich selbst als solches, sondern durch sich als leibliches Wesen, also durch den Leib der Welt offen. … Im Leib sein heißt in der Welt sein. Soviel Sinne – soviel Poren, soviel Blößen. Der Leib ist nichts als das poröse Ich. (1841 = GW 9, 150f)

10 1841 Das Wesen des Christentums, Feuerbachs religionskritisches Hauptwerk. Aber die Religion ist, allgemein ausgedrückt, Bewußtsein des Unendlichen; sie ist also und kann nichts andres sein als das Bewußtsein des Menschen von seinem, und zwar nicht endlichen, beschränkten, sondern unendlichen, Wesen. Ein wirklich endliches Wesen hat keine, auch nicht die entfernteste Ahnung, geschweige Bewußtsein von einem unendlichen Wesen, denn die Schranke des Wesens ist auch die Schranke des Bewußtseins. … Bewußtsein im strengen oder eigentlichen Sinne und Bewußtsein des Unendlichen ist identisch. … Aber was ist denn das Wesen des Menschen, dessen er sich bewußt wird oder was konstituiert die Gattung, die eigentliche Menschheit im Menschen? Die Vernunft, der Wille, das Herz. … Die göttliche Dreieinigkeit im Menschen über dem individuellen Menschen ist die Einheit von Vernunft, Liebe, Wille (1841 = GW 5, 29-31)

11 Der Philosoph muß das im Menschen, was nicht philosophiert, was vielmehr gegen die Philosophie ist, dem abstrakten Denken opponiert, das also, was bei Hegel zur Anmerkung herabgesetzt ist, in den Text der Philosophie aufnehmen. (1842 = GW 9, S. 254) 1842 Vorläufige Thesen zur Reform der Philosophie ( ) Die Religion ist die erste, und zwar indirekte, Selbsterkenntnis des Menschen. Die Religion geht daher überall der Philosophie voraus, wie in der Geschichte der Menschheit, so auch in der Geschichte der einzelnen. Der Mensch verlegt sein Wesen zuerst außer sich, ehe er es in sich findet. Das eigne Wesen ist ihm zuerst als andres Wesen Gegenstand. (1841 = GW 5, S. 47)

12 Unterschrift Feuerbachs Persönlichkeit, Egoität, Bewußtsein ohne Natur ist nichts oder, was eins, ein hohles, wesenloses abstractum. Aber Natur ist … nichts ohne den Leib. Der Leib ist allein jene verneinende, einschränkende, zusammenziehende, beengende Kraft, ohne welche keine Persönlichkeit denkbar ist. Nimm deiner Persönlichkeit ihren Leib – und nimmst ihr ihren Zusammenhalt. Der Leib ist der Grund, das Subjekt der Persönlichkeit. Nur durch den Leib unterscheidet sich die reale Persönlichkeit von der eingebildeten eines Gespenstes. … Aber der Leib ist nichts ohne Fleisch und Blut. Fleisch und Blut ist Leben und Leben allein die Realität, die Wirklichkeit des Leibes. Aber Fleisch und Blut ist nichts ohne den Sauerstoff der Geschlechtsdifferenz. Die Geschlechtsdifferenz ist keine oberflächliche oder nur auf gewisse Körperteile beschränkte; sie ist eine wesentliche; sie durchdringt Mark und Bein. … Die Persönlichkeit ist daher nichts ohne Geschlechtsdifferenz; die Persönlichkeit unterscheidet sich wesentlich in männliche und weibliche Persönlichkeit. (1841 = GW 5, 177f)

13 1843 Grundsätze der Philosophie der Zukunft ( ) § 1 Die Aufgabe der neueren Zeit war die Verwirklichung und Vermenschlichung Gottes – die Verwandlung und Auflösung der Theologie in die Anthropologie. … §22 Wie das göttliche Wesen nichts anders ist als das Wesen des Menschen, befreit von der Schranke der Natur, so ist das Wesen des absoluten Idealismus nichts anderes als das Wesen des Subjektiven Idealismus, befreit von der … Sinnlichkeit oderGegenständlichkeit überhaupt.…

14 §24 Die Identität von Denken und Sein, der Zentralpunkt der Identitätsphilosophie, ist nichts andres als eine notwendige Folge und Ausführung von dem Begriffe Gottes als des Wesens, dessen Begriff oder Wesen das Sein enthält. … Die Identität von Denken und Sein ist daher nur der Ausdruck von der Gottheit der Vernunft - der Ausdruck davon, daß das Denken oder die Vernunft das absolute Wesen, der Inbegriff aller Wahrheit und Realität ist … (1843 = GW 9, S. 265, 298 und 302)

15 1845 Das Wesen der Religion 1846 Wider den Dualismus von Leib und Seele, Fleisch und Geist Die Unsterblichkeitsfrage vom Standpunkt der Anthropologie Fragmente zur Charakteristik meines philosophischen Curriculum vitae Die erste Gesamtausgabe seiner Werke erscheint ab 1846 bei Wigand in Leipzig. 1848/1849Vorlesungen über das Wesen der Religion im Rathaussaal zu Heidelberg; der Text erscheint 1851.

16 Auszug aus Wider den Dualismus von Leib und Seele (1846) Die Kenntnis des menschlichen Gehirns und Körpers überhaupt hat der Mensch aus der Anatomie der menschlichen Leichname geschöpft; indem er daher sein Hirn denkt, so denkt er das Leben unwillkürlich unter dem Bilde des Todes, das Hirn als ein anatomisches Objekt – ein Objekt folglich, mit dem es ihm ebenso unmöglich ist, den Denkakt zu verbinden, als mit dem Leichnam das Leben. Von seiner Einbildungskraft hintergangen, sieht er nicht ein, daß das Hirn als Subjekt, als lebendiges ein ganz anderes Wesen ist denn als Objekt, daß das Hirn, wie überhaupt das innere des Organismus nur im Tode in die Kategorie des eigentlichen Materialismus verfällt, nur im Tode ein äußerliches, tastbares, sichtbares, riech- und schmeckbares Objekt wird, im Leben aber nur ein Objekt des inneren Sinnes, d. i. Selbstgefühls ist. (1846 = GW 10, 126)

17 1857 Theogonie aus den Quellen des klassischen, hebräischen und christlichen Altertums 1860 Konkurs und Liquidation der Bruckberger Porzellanfabrik; Feuerbach verliert seine ökonomische Unabhängigkeit, Umzug mit Frau und Tochter nach Rechenberg bei Nürnberg. 1863Über Spiritualismus und Materialismus, besonders in Beziehung auf die Willensfreiheit (Auseinandersetzung mit Schopenhauer) 1866Erster Schlaganfall, 1870 folgt der zweite.

18 1868 Lektüre des Marxschen Kapitals Beitritt zur Sozialdemokratischen Arbeiterpartei Die letzten Lebensjahre Oben: Karl Marx im Jahr Feuerbach stirbt am 13. September in Nürnberg

19 Die Zuordnung von Theologie und Anthropologie ist ein Grundzug gegenwärtiger Theologie geworden. Insofern ist F[euerbach]s anthroplogisch motivierte Religionskritik eine wirksame theologische Herausforerung... Heinrich Fries (1979, 92) Gerade um der Objektivität ökonomischer Kategorien willen wird es künftig darauf ankommen, eine – materialistisch begründete – Theorie der Subjektivität zu entwickeln. Alfred Schmidt (1988, 266)

20 Teil 2: Karl Rahner Daten und Texte

21 Freiburg/Br Karl Josef Erich Rahner wird am 3. März 1904 als viertes von sieben Kindern in Freiburg/Br. geboren. Schulzeit in Freiburg, 1922 Abitur 1922Eintritt in die Gesellschaft Jesu

22 Jesuitenkolleg Stella Matutina in Feldkirch 1922Noviziat in Feldkirch, Kolleg Stella Matutina 1924bis 1927 philosophische Studien in Pullach Thomistische Metaphysik; Erste Studien Kants, Maréchals und Heideggers 1929bis 1933 Studium der Theologie in Valkenburg (an der holländisch-deutschen Grenze). 1932Priesterweihe; 1933/1934 Terziat

23 1934bis 1936 Studienjahre in Freiburg, Rahner besucht Vorlesungen und Seminare Martin Heideggers zu Kant, Schelling, Hegel und Leibniz Martin Heidegger ( ) Die Promotion mit der Arbeit Geist in Welt bei Martin Honecker ( ) scheitert. 1936bis 1938: Innsbrucker Jahre, Rahner promoviert 1936 in Theologie Habilitation (Dogmatik); Dozent in Innsbruck

24 Karikatur eines Studenten (1938) 1939Erscheint Geist in Welt Und das Letzt-Erkannte, Gott, leuchtet nur auf in der grenzenlose Weite des Vorgriffs, in der Begierde nach Sein überhaupt, von der jede Tat des Menschen getragen ist, die am Werk ist nicht nur in seinen letzten Erkenntnissen, sondern auch darin, daß der freie Geist Sinnlichkeit wird und werden muß, um Geist zu sein und sich so aussetzt allen Schicksalen dieser Erde. So begegnet der Mensch sich, wenn er sich in der Welt findet und wenn er nach Gott fragt, und wenn er nach seinem Wesen fragt, findet er sich immer schon in der Welt und unterwegs zu Gott … (Geist in Welt, SW 2, 299)

25 Karl Rahner in Wien (1940) 1939Schließung des Innsbrucker Jesuitenkollegs durch die NS-Behörden -Rahner wird Mitarbeiter im Wiener Seelsorgeamt. 1941Zu den Vorträgen, die Rahner in Wien hält, gehört auch die Reihe Hörer des Wortes 1943Rahner lernt Alfred Delp SJ kennen. - - Beteiligung an einem theologischen Gutachten (Philosophische und theologische Zeitfragen) anlässlich der Kritik des Freiburger Bischofs Konrad Gröber an den Tendenzen der zeitgenössischen Theologie.

26 1944/45 Seelsorger in Niederbayern 1945 bis 1948 Dozent für Dogmatik in Pullach b. München, ab 1948bis 1964 Dozent für Dogmatik in Innsbruck, 1949 o. Prof. für Dogmatik 1954erscheint Band 1 der Schriften zur Theologie. 1955Mitherausgeber des Lexikons für Theologie und Kirche; ab 1960Mitarbeit in der Paulus-Gesellschaft, Diskussion über das Verhältnis von Theologie, Philosphie und Naturwissenschaft 1950 Enzyklika Humani Generis; lehramtliche Kritik der Nouvelle Théologie; Rahner publiziert den Aufsatz Über das Verhältnis von Natur und Gnade

27 … ich glaube, daß das, was wir das Materielle an uns und unserer Umwelt nennen …, nicht einfach identisch ist mit dem Wesenlosen und Scheinhaften, dem einmal Abgetanen, demjenigen, das vor dem Endgültigen des Menschen vergeht. Wenn aber das Materielle nicht einfach die objektive Täuschung und nicht bloß das abzutuende Material ist, an dem die Geschichte der Geister sich in Freiheit einübt, bis ihre Tat getan ist, sondern ein Stück der wahren Wirklichkeit selbst, dann geht sie eben laut der Verheißung Gottes mit ein in die Vollendung, dann kann sie auch der Endgültigkeit und Vollendung teilhaftig werden. … Wer die irdische Welt abtut und den vollendeten spiritualistisch oder existenzialistisch oder wie immer endgültig von dieser Erde wegweist in eine Seligkeit des (angeblich) reinen Geistes, verkürzt und verrät die wahre Wirklichkeit des Menschen, des Kindes dieser Erde. (Schriften II, 223f) Karl Rahner: Auferstehung des Fleisches

28 1962 bis 1965 Zweites Vatikanisches Konzil Rahner begleitet als Peritus Kardinal König (Wien) nach Rom. Mitarbeit an den Vorlagen wichtiger Konzilstexte (Lumen Gentium, Dei Verbum, Gaudium et Spes) 1964bis 1967: Dozent für Christliche Weltanschauung und Religionsphilosophie in München als Nachfolger Romano Guardinis.

29 Theologie und Anthropologie (1966) [2] Gott aber ist kein Gegenstand neben anderen im aposteriorischen Erfahrungsbereich des Menschen, sondern der ursprüngliche Grund und die absolute Zukunft aller Wirklichkeit. Als solcher kann er nur als das absolute Woraufhin des Menschen erfaßt werden. Jede solche Theologie also ist notwendig transzendentale Anthropologie, jede Ontologie ist Onto-logie. [1] Die Frage nach einem bestimmten Gegenstand als philosophische ist aber notwendig die Frage nach dem erkennenden Subjekt, weil es apriorisch den Horizont der Möglichkeit solcher Erkenntnis mitbringen muß und darin die – wieder transzendentalen - Strukturen des Gegenstands mitgesetzt sind.

30 [3] Will man nicht in einen häretischen positivistischen Fideismus verfallen, gilt … auch von einer Offenbarungstheologie: sie selbst hat in sich als inneres Moment und Bedingung ihrer Möglichkeit den transzendental-unbegrenzten Horizont des menschlichen Geistes, von dem her so etwas wie Gott überhaupt nur verstanden werden kann.

31 [4] Natürlich-philosophische Theologie ist zuerst und zuletzt nicht Geschäft neben einer Offenbarungstheologie, so daß beide in schlechthinniger Unabhängigkeit voneinander getrieben werden könnten, sondern ein inneres Moment an der Offenbarungstheologie selbst; [5] wenn diese philosophische Theologie aber eine transzendentale Anthropologie ist, gilt dies also auch von der Offenbarungstheologie. …

32 [6] Platon, Aristoteles, Thomas werden immer lebendige Philosophen bleiben, von denen wir zu lernen haben. Das ändert aber nichts an der Tatsache …, daß eine heutige Philosophie und somit auch die Theologie hinter die transzendental-anthropologische Wende der neuzeitlichen Philosophie seit Descartes, Kant, über den deutschen Idealismus (einschließlich seiner Gegenschläge) bis zur heutigen Phänomenologie, Existenzphilosophie und Fundamentalontologie nicht zurück kann und nicht zurück darf.

33 [7] … Wird in dieser kommenden Philosophie die Thematik sein: Hoffnung, Gesellschaft, Ideologiekritik, neue Gestalt der Freiheit in neuer gesellschaftlicher Bindung, die Erfahrung Gottes in der Erfahrung des sich planenden Menschen usw., [8] dann ist der Mensch, sein sich selbst ins Geplante und eben auch ins Unverfügbare aufgegebene Wesen nochmals das Thema der Philosophie. [9] Und darum ist auch von der epochalen Gestalt der Philosophie von morgen her die Wendung zu einer transzendentalen Anthropologie eine Forderung an die Theologie von heute und morgen. (Schriften zur Theologie VIII, 50f, 56 u. 57f)

34 rechts: Max Horkheimer (1895 – 1973) links: Milan Machovec ( ) Jesus für Atheisten (Stuttgart 1972) oben: Ernst Bloch ( ) 1964bis 1968 Tagungen der Paulusgesellschaft, Diskussion zwischen Christen und Marxisten 1967Diskussion zwischen K. Rahner, J.B. Metz und M. Machovec in Marienbad und Münster

35 M a c h o v e c Ich verstehe als tiefsten Sinn der Marxschen Lehre: Der Mensch soll danach suchen, alle Formen der Entfremdung zu überwinden. Dann ist die Geschichte der Lehre von der Erbsünde und von Aufklärung, von Augustinus bis Kant, natürlich die sehr authentische Vorgeschichte dieser Suche. … Die Lehre vom Kommunismus soll kein Gespenst sein. Der authentische Inhalt ist doch die Lehre vom möglichen künftigen gesellschaftlichen Zustand, in welchem jedes Wesen zu einer freien, vollen Persönlichkeit reifen könnte. Die große prophetische Zukunftsoffenheit, die große Gabe und Entdeckung der jüdisch-christlichen Tradition soll der Menschheit bleiben. Aber sie soll mit der wissenschaftlichen Fähigkeit und Analyse der modernen Jahrhunderte aufs engste verbunden werden. (in: Rahner 1970, 81f)

36 Das Christentum hat gewissermaßen gar keinen anderen Humanismus als den, daß es die … Anthropologia negativa aufrechterhält und sich gegen jeden Versuch einer abschließenden positiven Formulierung des Wesens des Menschen, einer, wenn man so sagen kann, positiven Zielsetzung, das irgendwie innerweltlich ausgewiesen werden kann, grundsätzlich wehrt und gleichsam die Eröffnetheit auf eine solche Theologia und Anthropologia negativa als gearde das eigentlich Erlösende und Befreiende sieht. (Rahner 1970, 94) R a h n e r

37 1968bis 1971: Ordinarius für Dogmatik und Dogmengeschichte in Münster 1972erscheint Strukturwandel der Kirche als Aufgabe und Chance 1971 bis 1975 Gemeinsame Synode der Bistümer in der Bundesrepublik Deutschland in Würzburg; -Emeritierung Karl Rahner Joseph Ratzinger auf der Synode in Würzburg 1976erscheint Grundkurs des Glaubens. Einführung in den Begriff des Christentums

38 Man könnte … den Menschen … definieren als das, was entsteht, wenn die Selbstzusage Gottes, sein Wort, in das Leere des gott-losen Nichts liebend hinausgesagt wird. Man hat auch deswegen den menschgewordenen Logos das abgekürzte Wort Gottes genannt. Die Abkürzung, die Chiffre Gottes selbst ist der Mensch, d.h. der Menschensohn und die Menschen, die letztlich sind, weil es den Menschensohn geben sollte. (Grundkurs, 42f und 222) Der Mensch ist trotz der Endlichkeit seines Systems immer schon als ganzer vor sich gebracht. … Indem er die Möglichkeit eines bloß endlichen Fragehorizontes setzt, ist diese Möglichkeit schon wieder übeholt, erweist sich der Mensch als der Mensch als das Wesen eines unendlichen Horizontes. Indem er diese Endlichkeit radikal erfährt, greift er über diese Endlichkeit hinaus, erfährt er sich als Wesen der Transzendenz, als Geist.

39 1983Karl Rahner / Heinrich Fries: Einigung der Kirchen – reale Möglichkeit (QD 100) 1981Umzug nach Innsbruck 1984Erscheint der 16. Band der Schriften zur Theologie -Karl Rahner stirbt am 30 März in der Innsbrucker Universitätsklinik November, Vortrag: Vergessene Anstöße dogmatischer Art des II. vatikanischen Konzils (jetzt: Schriften XVI, )

40 Verwendete Quellen und Monographien: Feuerbach,Ludwig: Gesammelte Werke, hrsg. von Werner Schuffenhauer, Berlin 1967ff. Imhof,Paul / Biallowons, Hubert (Hgg.): Karl Rahner. Bilder eines Lebens, Zürich- Freiburg u.a Fries,Heinrich: Feuerbach, in: Karl-Heinz Weger (Hrsg.), Religionskritik von der Aufklärung bis zur Ggenwart, Freiburg/Br. 1979,

41 Rahner,Karl: Sämtliche Werke, Band 2: Geist in Welt, Freiburg-Basel-Wien Schriften zur Theologie, Einsiedeln- Zürich-Köln, 16 Bände, Kritisches Wort. Aktuelle Probleme in Kirche und Welt, Freiburg-Basel-Wien Schmidt, Alfred: Emanzipatorische Sinnlichkeit. Ludwig Feuerbachs anthropologischer Materialismus, München-Zürich Raffelt,Albert / Verweyen, Hansjürgen: Karl Rahner, München Kohut,Adolph: Ludwig Feuerbach. Sein Leben und seine Werke, Leipzig 1909.

42 Winiger,Josef: Ludwig Feuerbach. Denker der Menschlichkeit. Eine Biografie, Berlin Vorgrimler,Herbert: Karl Rahner verstehen. Eine Einführung, Neuausgabe Kevelaer 2002.


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