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Epidemiologie zum EHEC-HUS Ausbruch, Mai/Juni 2011, Deutschland Gérard Krause für die Abteilung Infektionsepidemiologie Robert Koch-Institut Abteilung.

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Präsentation zum Thema: "Epidemiologie zum EHEC-HUS Ausbruch, Mai/Juni 2011, Deutschland Gérard Krause für die Abteilung Infektionsepidemiologie Robert Koch-Institut Abteilung."—  Präsentation transkript:

1 Epidemiologie zum EHEC-HUS Ausbruch, Mai/Juni 2011, Deutschland Gérard Krause für die Abteilung Infektionsepidemiologie Robert Koch-Institut Abteilung für Infektionsepidemiologie Stand 17. Juni 2011

2 Gliederung n Ablauf der ersten Tage n Surveillance n Epidemiologische Studien n Daten zum EHEC/HUS-Ausbruch n Zusammenfassung und erste Schlußfolgerungen

3 Ablauf der ersten Tage

4 Ablauf der ersten Tage I n Do : – Anruf von Gesundheitsamt: Einladung durch Seuchenreferenten HH – Information des RKI an BfR und BMG n Fr : – 1. Team nach HH – Lagebesprechung mit örtlichen Behörden, erste Patienteninterviews n Sa : – Erste qualitative Hinweise auf Gemüse an örtliche Lebensmittelbehörde weitergeleitet – 1. Fall-Kontroll-Studie Quelle: Robert Koch Institut,

5 Ablauf der ersten Tage II n So : – Auswertung der 1. Fall-Kontroll-Studie – Erste Europäische Frühwarnung EWRS+ Information an WHO – Warnung an Landebehörden – dpa-Interview Krause: Hinweis auf rohes Gemüse n Mo : – Aktivierung des Lagezentrums – Internet-Informationen – Vorbereitung der 2. Fall-Kontroll-Studie n Di : – Pressegespräch – Erste offizielle IGV Meldung – Start der 2. Fall-Kontroll-Studie

6 Ablauf der ersten Tage III n Mi : – Identifizierung des Erregers durch RKI – Interdisziplinäre Telefonkonferenz vom RKI organisiert – Telekonferenz mit Gesundheitsbehörden der Länder – Pressekonferenz des Ministers – Pressekonferenz BfR + RKI: Ergebnisse der 2. Fall-Kontroll-Studie, Verzehrsempfehlung n Do : – Internet Information auf Englisch – Epidemiologisches Bulletin – Eurosurveillance-Artikel n … Quelle: Robert Koch Institut,

7 Surveillance

8 n Fortlaufende reguläre (Routine-) EHEC/HUS Surveillance – Erfassung der nach IfSG übermittelten EHEC/HUS-Fälle, beschleunigt durch täglichen Datentransfer – Aktive Surveillance (eigene Nachfrage) zur Anzahl der HUS-Fälle in Kooperation mit Kliniken und der Deutschen Nephrologischen Gesellschaft n Zusätzliche EHEC/HUS Surveillance – Aktive Surveillance (eigene Nachfrage) zu Neuaufnahmen mit blutigen Durchfällen in Notfallaufnahmen in Kliniken – Labor-Surveillance zur Anzahl positiver EHEC-Befunde – Abfrage der Behandlungskapazität der Kliniken Quelle: Robert Koch Institut,

9 Validieren, Eingeben und elektronisches Übermitteln der Daten Melden EHEC- Nachweis (IfSG) Labore Bundesland-Ebene Robert Koch-Institut Lokale Ebene Ärzte Internationale Ebene (WHO, ECDC) Nationale Ebene (weitere zuständige Behörden ) Labor-InformationenKlinische Informationen Melden HUS (IfSG) Validieren und elektronische Übermitteln der Daten Routine System Neu implementiertes System berichten EHEC/HUS Berichten EHEC O104:H4 Nachweis Ausgewählte Labore Berichten Kapazität für Behandlung von HUS- Fällen Medizinische oder Nephrologische Abteilungen Epidemiologischer Informationsaustausch Berichten Patienten mit blutigem Durchfall Not- aufnahmen

10 Surveillance blutiger Durchfälle in Notfallaufnahmen in vermehrt betroffenen Gebieten (Stand 16. Juni 2011) Prozentualer Anteil von Patienten mit blutigem Durchfall an allen Patienten in Notfallaufnahmen nach Altersgruppe und Geschlecht erste Anzeichen eines Rückgangs? Quelle: Robert Koch Institut,

11 Mehrere Kohortenstudien 2. Online-Befragung Verzehrsgewohnheiten 1. Online-Befragung Verzehrsgewohnheiten Epidemiologische Studien im Zeitverlauf (nach Datum des Beginns) 3. Explorative Befragungen 2. Explorative Befragungen 1. Explorative Befragungen 4. Fall-Kontroll-Studie 3. Fall-Kontroll-Studie 2. Fall-Kontroll-Studie 1. Fall-Kontroll-Studie Anruf von Gesundheitsamt Einladung von Seuchenreferenten HH Quelle: Robert Koch Institut,

12 12 County Health Department Robert Koch-Institute State Health Department Medical Doctor (HUS) Laboratory (EHEC) Week of Notification 28 Su 27 Sa 26 Fr 25 Th 24 We 23 Tu 22 Mo 3. Week after Notification 21 Su 20 Sa 19 Fr 18 Th 17 We 16 Th 15 Mo 2. Week after Notification 14 Su 13 Sa 12 Fr 11 Th 10 We 9 Tu 8 Mo 1. Week after Notification 7 Su 6 Sa 5 Fr 4 Th 3 We 2 Tu 1 Mo Time of Data Transfer according to the law All German Clinics for Paediatric Nephrology active HUS surveillance (1st/month) passive surveillance Routine-Surveillance EHEC/HUS Quelle: Robert Koch Institut,

13 Epidemiologische Studien

14 Fall-Kontroll-Studien n 1. Fall-Kontroll-Studie (14 Patienten, 16 Kontrollen) in Hamburg zur Identifizierung möglicher Risikofaktoren auf Basis der explorativen Befragung. n 2. Fall-Kontroll-Studie (25 Patienten aus Hamburg und 96 Kontrollen gepaart nach Altersgruppe, Geschlecht und Wohnort), veröffentlicht am 26. Mai 2011 n 3. Fall-Kontroll-Studie (46 neue Fälle aus Lübeck, Hamburg, Bremen und einer Kontrollgruppe von 2100 Gesunden aus Norddeutschland, die im Rahmen einer Verbraucherbefragung nach ihren Verzehrsgewohnheiten befragt wurden), veröffentlicht am 3. Juni 2011 n 4. Fall-Kontroll-Studie (etwa 20 neue Fälle aus Bremerhaven, Lübeck und Cuxhaven und 60 gesunden Kontrollen mit entsprechendem Alter, Geschlecht und Wohnort) Quelle: Robert Koch Institut,

15 Kohorten-Studien n 1. Gastronomiebetrieb A (22 Mitarbeiter, davon 6 Erkrankte), keine Assoziation. n 2. Dänische Reisegruppe (21 Personen, 7 Erkrankte), keine Assoziation n 3. Reisegruppe Gastronomiebetrieb B (38 Personen, 9 Erkrankte), keine Assoziation n 4. Schwedische Reisegruppe (30 Personen, 12 Erkrankte), keine Assoziation n 5. Verein A, Gastronomiebetrieb C (104 Personen, 11 Erkrankte), keine Assoziation n 6. Rezeptbasierte Multikohortenstudie (168 Personen, 31 Erkrankte): Sprossen als einziger Risikofaktor Quelle: Robert Koch Institut,

16 Die Sprossenfrage n In der vierten Fall-Kontroll-Studie (FKS) hatten 18/26 Fälle (69%) und 73/80 Kontrollen (91%) den Sprossenverzehr verneint. n Unter den "Nein-Sagern" wurden 7 (39%) der 18 Fälle und 37 (51%) der 73 Kontrollen nachbefragt. – Von den 7 Nein-sagenden Fällen, haben 4 auf Nachfrage angegeben, doch Sprossen im angenommenen Zeitraum verzehrt zu haben. – Alle 37 Nein-sagenden Kontrollen sind bei ihrer Meinung geblieben. n Unter erneut befragten Fällen, die zu einem früheren Zeitpunkt exploriert wurden (also nicht Teil der FKS-4 sind) – 5 (62%) von 8 Nein-Sagern zu Ja gewechselt (95% CI: 24-91%) – Keine der Kontrollen von Nein-Sagern zu Ja gewechselt Abfrage von Kontrollen nach Sprossen in der ersten FKS – ob eine signifikante Assoziation identifiziert worden wäre ist unklar – hätte trotzdem nur einen kleinen Teil der Fälle erklärt – Und hätte deswegen vermutlich keine Evidenz für eine Festlegung auf Sprossen generiert (WHO 2008: Foodborne disease outbreaks : guidelines for investigation and control ISBN ) Nicht die Frage nach Sprossen durch das RKI ist versäumt worden, sondern die Sprossenkonsum ist von Patienten falsch erinnert worden Quelle: Robert Koch Institut,

17 Clusteruntersuchungen des RKI n 41 Cluster vom RKI zusammen mit Task Force EHEC identifiziert – Niedersachsen – Schleswig-Holstein – Mecklenburg-Vorpommern – Hamburg – Hessen – Nordrhein-Westfahlen n Ausgangspunkt für Lebensmittelrückverfolgung Quelle: Robert Koch Institut,

18 Behördenübergreifende Zusammenarbeit zur Identifikation von Vehikeln und Erregerquelle

19 Weitere epidemiologische Studien n Studien zur Erfassung der Ausscheidungsdauer und Haushaltsübertragungen zur Einschätzung der Bedeutung einer Mensch-zu-Mensch-Übertragung n Online-Befragung zur Erhebung von Verzehrsgewohnheiten der Bevölkerung seit dem 26. Juni 2011 n Sero-epidemiologische Studien n Repräsentative deutschlandweite Online- Befragungen zur Krankheitslasterfassung Quelle: Robert Koch Institut,

20 Mehrere Kohortenstudien 2. Online-Befragung Verzehrsgewohnheiten 1. Online-Befragung Verzehrsgewohnheiten Epidemiologische Studien im Zeitverlauf (nach Datum des Beginns) 3. Explorative Befragungen 2. Explorative Befragungen 1. Explorative Befragungen 4. Fall-Kontroll-Studie 3. Fall-Kontroll-Studie 2. Fall-Kontroll-Studie 1. Fall-Kontroll-Studie Anruf von Gesundheitsamt Einladung von Seuchenreferenten HH Quelle: Robert Koch Institut,

21 Surveillance blutiger Durchfälle in Notfallaufnahmen in vermehrt betroffenen Gebieten (Stand 16. Juni 2011) Prozentualer Anteil von Patienten mit blutigem Durchfall an allen Patienten in Notfallaufnahmen nach Altersgruppe und Geschlecht erste Anzeichen eines Rückgangs? Quelle: Robert Koch Institut,

22 Daten zum EHEC/HUS-Ausbruch

23 Übermittelte HUS-Inzidenz nach Alter und Geschlecht (Stand 17. Juni 2011) Quelle: Robert Koch Institut,

24 Übermittelte HUS-Inzidenz nach Alter und Geschlecht (Stand 17. Juni 2011) Quelle: Frank C, Werber D, Cramer JP et al. NEJM 2011

25 Epidemiologische Kurve der EHEC- und HUS-Fälle mit bekanntem Erkrankungsbeginn (Stand 17. Juni 2011) Quelle: Robert Koch Institut,

26 Epidemiologische Kurve nach Zeitpunkten (geglättet nach Wochenende und Feiertag) Quelle: Robert Koch Institut,

27 Zeitverzug beim Meldeweg für HUS, vor und nach dem 20.Mai Mai 2011 Ab 20. Mai 2011 Quelle: Robert Koch Institut,

28 Zeitverzug beim Meldeweg für EHEC, vor und nach dem 20.Mai Mai 2011 Ab 20. Mai 2011 Quelle: Robert Koch Institut,

29 HUS-Inzidenz (Fälle/ Einwohner) nach Expositions- und nach Meldekreis (Stand 17. Juni 2011) Quelle: Robert Koch Institut,

30 Epidemische Kurve nach Zeitpunkten im Meldevollzug

31 Zusammenfassung und Schlußfolgerung

32 Deutschland, 2011: EHEC o104:H4 durch kontaminierte Sprossen n > 3250 EHEC Nachweise, > 850 HUS n Todesfälle: 17 EHEC + 32 HUS n Dauer: Ende 1. Maiwoche 2011 bis letzte Juniwoche? n Entdeckt: 18. Mai 2011 Nachmittags wurde Ga informiert n Erkennen des Ausbruchs bis Identifizierung der Ursache: – Ca. 3 Wochen n Warnung vor Tomaten, Gurken und Salat Warnung vor Sprossen

33 Ähnliche/vergleichbare Ausbrüche Japan, 1996 EHEC O157 (Rettichsprossen) USA, 2006 EHEC O157 (Spinat) USA, 2008 S. Saintpaul (Chilischoten) Deutschland, 2011 EHEC O104 (Sprossen) Anzahl der Fälle~12.000~210~1.500>3.500 Todesfälle3-1132>38 Zeitraum der ersten Erkrankung bis zur Erkennung des Ausbruchs >7 Wochen~3 Wochen~4 Wochen~2 Wochen Zeitraum von der Erkennung des Ausbruchs bis zur Identifikation der Infektionsquelle >4 Wochen~5 Tage~7 Wochen~3 Wochen Dauer des Ausbruchs~12 Wochen~6 Wochen~16 Wochen>6 Wochen

34 Erste Vorschläge aus der aktuellen Erfahrung n Ressortübergreifende Koordination und Kommunikation n Innerhalb des Gesundheitsressorts – Surveillance 1.Einbindung der Ärzteschaft, bzgl. Meldeaktivität 2.Moderne Informationstechnologie 3.Erreger-Feintypisierung (Diagnostik in primär versorgenden Laboren) 4.Mortalitäts-Surveillance – Intervention 1.Personelle Kapazität des ÖGD 2.Infektionsepidemiologische Taskforce 3.Erfassung der Versorgungskapazität durch die Bundesländer – Kommunikation 1.Risikokommunikation (Bund-Länder) 2.Sachgerechter Informationsaustausch (einschl. Fachgesellschaften etc.) – Forschungsbedarf

35 Danksagung n Krankenhäuser n Gesundheitsämter und Landesstellen n Lebensmittel- und Veterinärbehörden n Konsiliarlabor und Referenzlabor n Andere Abteilungen des RKI


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