Die Präsentation wird geladen. Bitte warten

Die Präsentation wird geladen. Bitte warten

Kontroll- rechnungen © Ewert/Wagenhofer 2005. Alle Rechte vorbehalten!

Ähnliche Präsentationen


Präsentation zum Thema: "Kontroll- rechnungen © Ewert/Wagenhofer 2005. Alle Rechte vorbehalten!"—  Präsentation transkript:

1 Kontroll- rechnungen © Ewert/Wagenhofer Alle Rechte vorbehalten!

2 7.2 Ziele nAnalyse der Funktionen von Kosten- und Erlöskontrollen nDarstellung der verschiedenen Methoden von Abweichungsanalysen und ihrer Aussagekraft nErmittlung und Diskussion typischer Kosten- und Erlösabweichungen nDarstellung von Auswertungsmöglichkeiten von Abweichungen nAnalyse der Auswertung im Rahmen eines Agency-Modells

3 7.3 Kontrolle und Abweichungsursachen nKontrolle: Gegenüberstellung von Sollgrößen und realisierten Größen, Ermittlung von Abweichungen sowie Auswertung Nicht kontrollierbare Abweichungen Unvorhersehbare Zufallsereignisse Überbetriebliche Ereignisse (höhere Gewalt, Wirtschaftskrise...) Zwischenbetriebliche Ereignisse (Konkurrenz, Markteinbruch...) Innerbetriebliche Ereignisse (Schäden an Anlage,...) Kontrollierbare Abweichungen Vermeidbare Abweichungen Hauptaugenmerk der Kontrolle Abweichungsursachen Planungsfehler Fehlerhafte Situationsbeschreibung, Prognosefehler Fehlerhafte Situationsbeschreibung, Prognosefehler Realisationsfehler Unbeabsichtigte Fehler Beabsichtigte Fehler Unbeabsichtigte Fehler Beabsichtigte Fehler Auswertungsfehler Fehler bei Istgrößenermittlung, Abweichungserrechnungsfehler, Interpretationsfehler Fehler bei Istgrößenermittlung, Abweichungserrechnungsfehler, Interpretationsfehler

4 7.4 Funktionen der Kontrolle (1) nEntscheidungsfunktion Verbesserung künftiger Planungs- und Entscheidungsprozesse (Lernfunktion) Mehrperiodige Unternehmenssituation Entscheidungen und Umweltsituationen in früheren Perioden entfalten Auswirkungen in Folgeperioden Verbesserung der Planung künftiger Perioden Setzen von Maßnahmen zur Vermeidung künftiger Abweichungen nVerhaltenssteuerungsfunktion Koordination dezentral getroffener Entscheidungen, erforderlich durch Zielkonflikte zwischen Entscheidungsträger(n) und Unternehmensleitung Asymmetrisch verteilte Information –Informationsvorsprung der Bereichsleiter gegenüber Unternehmensleitung –Zentrale kann Aktivitäten nicht direkt beobachten

5 7.5 Funktionen der Kontrolle (2) n Verhaltenswirkung ist in Zusammenhang mit Organisation und Personalführung zu sehen

6 7.6 Abweichungen und theoretische Modelle Abweichungen nicht kontrollierbare Modelle mehrperiodig einperiodig Modelle Ohne Berücksichtigung Kosten/Nutzen Mit Berücksichtigung Kosten/Nutzen

7 7.7 Grundsätzliche Konzeption von Kontrollrechnungen - Überblick Aufstellung des Kontrollfeldes Bestimmung Soll- und Istgrößen Vergleich Soll- und Istgrößen Aufspaltung in Einzel- abweichungen Auswertung der Ergebnisse

8 7.8 Grundsätzliche Konzeption von Kontrollrechnungen (1) nAufstellung des Kontrollfeldes Weitgehend aus Erfahrung, Wirtschaftlichkeitsprinzip Kontrollobjekte zu kontrollierende Aktivitäten bzw Sachverhalte Kontrollausmaß geschlossener oder partieller Soll-Ist-Vergleich Kontrollhäufigkeit Zeitabstände zwischen Kontrollen

9 7.9 Grundsätzliche Konzeption von Kontrollrechnungen (2) nBestimmung der Sollgrößen (1) Istgrößen des Unternehmens aus früherer Periode (Zeitvergleich) –Schmalenbach; Vergleich Schlendrian mit Schlendrian –Philosophie des continuous improvement Normalisierte Größen als Durchschnitt von Istgrößen früherer Perioden –Beseitigung von Ausreißern Istgrößen "vergleichbarer" Unternehmen (Betriebsvergleich) –Welche Unternehmen vergleichbar? –Welche Schlüsse möglich? –Definition und Detaillierungsgrad der Sollgrößen beim Vergleichsunternehmen Plangrößen als Prognosegrößen –Prognosegrößen auch für Unternehmensplanung relevant –Prognosegrößen beinhalten erwartete Unwirtschaftlichkeiten

10 7.10 nBestimmung der Sollgrößen (2) Plangrößen als Standardgrößen Basis: Feste Preise (Verrechnungspreise) Normalgrößen:Normalbeschäftigung, Normalverbrauch (Vereinfachung der Planung) Optimalgrößen: Basis künftiger optimaler Bedingungen Verhaltensorientierte Größen: Verhaltenswissenschaftliche Überlegungen (zB Anspruchsniveautheorie) Ökonomische Überlegungen (rationale Entscheidungsträger ) nBestimmung Istgrößen Identisch zu Sollgrößen Problem der Erfaßbarkeit der Istgrößen bei Sollgrößen zu beachten Fixkostenproblematik: Arbeitshypothese: Abweichungen nur bei variablen Kosten Grundsätzliche Konzeption von Kontrollrechnungen (3)

11 7.11 Anspruchsniveautheorie (1) nAnspruchsniveau Jenes Ziel, dessen Erreichung vom Entscheidungsträger erhofft wird (subjektives Erfolgsgefühl) nGrundidee Reduktion Sollkosten zunächst Erhöhung Anspruchsniveau und Leistung bei weiterer Reduktion geringere Steigerung bis Sinken des Anspruchsniveaus

12 7.12 Anspruchsniveautheorie (2) k = gesetztes Istkostenniveau E(k) = subjektives Erfolgsgefühl M(k) = subjektives Mißerfolgsgefühl p(k) = Erfolgswahrscheinlichkeit W(k) = subjektiver Erfolgs-Mißerfolgs-Gefühls-Erwartungswert k* = Kostenvorgabe B(k-k*) = Belohnung (Bestrafung) (1) Keine Kostenvorgabe (2) Mit Kostenvorgabe

13 7.13 Anspruchsniveautheorie (3) Kosten- niveau Fälle B(k k*) ? knkn k n = durchschnittlich erzielbares Kostenniveau ohne Kostenvorgabe k k = das jeweils realisierte Istkostenniveau k a = Anspruchsniveau (mit Berücksichtigung von k*) k* = Kostenvorgabe

14 7.14 Implikationen der Verhaltensbetrachtungen nEntscheidungsfunktion und Verhaltenssteuerungsfunktion können verschiedene Sollgrößen erfordern nProduktions- und kostentheoretische Zusammenhänge sind nicht die einzigen Grundlagen für Kostenprognosen nVerhaltensorientierte Aspekte sind ebenfalls bei Kostenprognosen zu beachten nVerhaltensaspekte betonen die individuelle Motivationsstruktur der Mitarbeiter, daher starke situative Ahängigkeit Das Anreizsystem B(k k*) spielt offenbar auch bei verhaltensorientierten Ansätzen eine zentrale Rolle, wird aber nicht explizit thematisiert nDie obigen Implikationen gelten analog auch für andere Kontrollobjekte

15 7.15 Abweichungsanalysen: Bezugssystem (1) nIst-Soll- oder Soll-Ist- Vergleich? (Grundkonzept) Gesamtabweichung strukturierbar als: Soll Kostenerhöhung positives Vorzeichen haben Ist-Soll Vergleich Interpretation am Unternehmensziel Soll-Ist-Vergleich für Kostenabweichung, Ist-Soll- Vergleich für Deckungsbeitrags- oder Gewinnabweichung oder Ist-Soll-Vergleich für alle Teilabweichungen

16 7.16 Abweichungsanalysen: Bezugssystem (2) nBezugsbasis Unterschied formal bedeutsam bei Angabe der Abweichung als Prozentsatz der Basis! Materielle Unterschiede bei der Aufspaltung in Einzelabweichungen (Gewichtung) Istbezugsgröße eher für Abweichungen aus nicht kontrollierbaren Ursachen Entscheidungsfunktion Planbezugsgröße eher für Abweichungen aus kontrollierbaren Ursachen Verhaltenssteuerung n In weiterer Folge Ist-Soll-Vergleiche mit Planbezugsgrößen

17 7.17 Bezugssysteme - Beispiel Beispiel r p = 10 r i = 12 q p = 21 q i = 20 Plankosten K p = r p × q p = 210 Istkosten K i = r i × q i = 240 Ist-Soll-Vergleich mit Planbezugsgrößen = ( 1) + 2 ( 1) = = +30 Ist-Soll-Vergleich mit Istbezugsgrößen = ( 1) 2 ( 1) = = +30

18 7.18 Bezugssysteme - Beispiel... Beispiel r p = 10 r i = 12 q p = 21 q i = 20 Plankosten K p = r p × q p = 210 Istkosten K i = r i × q i = 240 Soll-Ist-Vergleich mit Planbezugsgrößen = ( 2) ( 2) 1 = = 30 Soll-Ist-Vergleich mit Istbezugsgrößen = ( 2) ( 2) 1 = = 30

19 7.19 Verursachungsgerechte Aufspaltung der Gesamtabweichung (1) nNutzen einer Aufspaltung Gesamtabweichung für sich wenig aussagekräftig Wertmäßige Abweichungsermittlung dient Wirtschaftlichkeitsüberlegungen nVoraussetzungen Funktionaler Zusammenhang zwischen Kosten und Einflußgrößen Bei Erlösfunktionen oft nur Schätzungen möglich Plankontrolle Sollwerte für die Einflußgrößen liegen vor Istwerte der Einflußgrößen werden ermittelt nAufspaltung der Gesamtabweichung Ist-Soll-Vergleich mit Planbezugsgrößen Gesamtabweichung Wünschenswert: Aufspaltung in Einzelabweichungen, die jeweils zurückzuführen sind auf Änderung einer Einflußgröße

20 7.20 Verursachungsgerechte Aufspaltung der Gesamtabweichung (2) nAufspaltung bei additiver und multiplikativer Verknüpfung Additive Verknüpfung und gegenseitige Unabhängigkeit der Einflußgrößen: Multiplikative Verknüpfung: Zwei Kosteneinflußgrößen: K(r, q) = Faktorpreis r · Faktormenge q

21 7.21 Verursachungsgerechte Aufspaltung der Gesamtabweichung (3) Abweichungen 1. Ordnung: Preis- und Mengenabweichung Abweichung 2. Ordnung, gemischte Abweichung: r· q Aufspaltung zulasten einer Einzelabweichung: rprp riri Plankosten r p ·q p r q Preisänderung x Planmenge r·q p Planpreis x Mengen- änderung r p · q r· q qpqp qiqi

22 7.22 Verursachungsgerechte Aufspaltung der Gesamtabweichung (3) nAnalyse der Einflußgrößen bei multiplikativer Verknüpfung Abweichung n. Ordnung: Differenzen zwischen Ist- und Sollwert von n Einflußgrößen. Alle Abweichungen höher als 1. Ordnung sind durch Änderung mehrerer Einflußgrößen entstanden Beispiel : v... Direktverbrauchskoeffizient b... Beschäftigung der Kostenstelle K = r·v·b Keine verursachungsgemäße Aufspaltung möglich, wenn gemischte Ableitungen der Kosten nach mindestens zwei Einflußgrößen nicht verschwinden:

23 7.23 Methoden der Abweichungsanalyse (1) Wesentlichste Methoden n Differenzierte (differenziert-kumulative) Methode Gesonderter Ausweis von Abweichungen höherer Ordnung n Alternative Methode Bei Berechnung der Einzelabweichungen Annahme, daß nur eine Einflußgröße von Istwert auf Planwert gesetzt wird Summe der Einzelabweichungen ungleich Gesamtabweichung Variante 1: Jede Teilabweichung enthält Abweichungen höherer Ordnung Variante 2: Keine Teilabweichung enthält Abweichungen höherer Ordnung Differenzierte Methode Alternative Methode Kumulative Methode Symmetrische Methode Min-Methode

24 7.24 Methoden der Abweichungsanalyse (2) nKumulative Methode Den Einzelabweichungen werden unterschiedlich viele Abweichungen höherer Ordnung zugewiesen Summengleichheit Einzelabweichungen - Gesamtabweichung 1. Festlegung der Reihenfolge der Einflußgrößen 2. Berechnung der Einzelabweichungen: 1. Einzelabweichung analog zur alternativen Methode Weitere Einzelabweichungen werden von jeweils letzter Differenzgröße als neuer Sollgröße berechnet Laufende Durchnumerierung dieser Sollgrößen Abweichungen höherer Ordnung stärker bei zuerst ermittelten Abweichungen enthalten

25 7.25 Methoden der Abweichungsanalyse (3) nSymmetrische Methode Abweichungen höherer Ordnung werden zu gleichen Teilen auf Abweichung erster Ordnung aufgeschlagen Keine zwingende Begründung dieser Annahme möglich Bei zwei multiplikativ verknüpften Einflußfaktoren mit K = Faktorpreis r · Faktormenge q

26 7.26 Methoden der Abweichungsanalyse (4) nMin Methode Grundsätzlich separater Ausweis von Abweichungen höherer Ordnung Unterschied zur differenzierten Methode durch spezifische Regel zur Wahl der Bezugsgrößen, mit denen die Veränderungen von Kosteneinflussgrößen gewichtet werden. Gewichtung von -Größen richtet sich jetzt nach dem Minimum der jeweils noch verbleibenden Kosteneinflussgrößen

27 7.27 Methoden der Abweichungsanalyse (5) Die Gesamtabweichung ist : Fall 1: Alle Istgrößen übersteigen die Plangrößen Fall 2: Alle Istgrößen unterschreiten die Plangrößen. Die Summe der Abweichungen 1. Ordnung nach der Min-Methode ist dann Fall 3: Unterschiedliche Veränderungen der Einflußgrößen. Angenommen, (r i > r p ), während die Istmenge die Planmenge unterschreitet (q i < q p ). keine Abweichungen höherer Ordnung

28 7.28 Methoden der Abweichungsanalyse Beispiel (1) Planwert Istwert Faktorpreis r p = 200 r i = 280 Faktormenge q p = 300 q i = 400 Gesamtabweichung als Ist-Soll-Vergleich:K i = 280·400 = K p = 200·300 = K = Differenzierte Methode:Preisabweichung: rq p = 80 · 300 = Mengenabweichung r p q = 200 · 100 = Abweichung 2. Ordnung: r q = 80 · 100 = Alternative Methode: (1) ausgehend von den Istkosten K i : Preisabweichung: · 400 = Mengenabweichung: · 300 =

29 7.29 Methoden der Abweichungsanalyse Beispiel (2) (2) ausgehend von den Plankosten K p : Preisabweichung: 280 · = Mengenabweichung: 200 · = Kumulative Methode: (1) Abspaltung zunächst der Preisabweichung: Preisabweichung: ·400 = Mengenabweichung: 200 · = (2) Abspaltung zunächst der Mengenabweichung: Mengenabweichung: · 300 = Preisabweichung: 280 · =

30 7.30 Methoden der Abweichungsanalyse Beispiel (3) Symmetrische Methode: Preisabweichung: rq p + ( r q)/2 = Mengenabweichung: r p q + ( r q)/2 =24.000

31 7.31 Beispiel zur Min-Methode Fall 1: Fall 2: Fall 3:

32 7.32 Methoden der Abweichungsanalyse Eigenartige Wirkungen Kann die Methode sogar die ausgewiesene Wirkungsrichtung beeinflussen? Symmetrische Methode, (wenigstens) 3 Einflußfaktoren: Beispiel: Verbrauchsabweichung

33 7.33 Wahl der zweckmäßigen Methode (1) nOrientierung an Funktion Entscheidungsfunktion alle Einzelabweichungen werden beachtet und gleichmäßig berechnet Verhaltenssteuerungsfunktion für Verantwortliche nachvollziehbare und akzeptable Ergebnisse nVollständigkeit Summe Einzelabweichungen gleich Gesamtabweichung differenzierte, kumulative, symmetrische und Min-Methode

34 7.34 Wahl der zweckmäßigen Methode (2) nInvarianz Höhe der Einzelabweichungen unabhängig von Reihenfolge erfüllt bei differenzierter, alternativer, symmetrischer und Min-Methode Kumulative Methode: heuristische Regeln für Festlegung der Reihenfolge –Abweichungen mit exogen bestimmten Einflußgrößen: (echte) Beschäftigungsabweichung, (Faktor-) Preisabweichungen –Weniger wichtige Abweichungen –Keine Änderung der einmal festgelegten Reihenfolge

35 7.35 Wahl der zweckmäßigen Methode (3) nWillkürfreiheit -1. Aspekt: -Zurechnung der Einzelabweichungen gemäß Verantwortung (Controllability) -Abweichungen höherer Ordnung mit nicht beeinflußbaren Einflußgrößen sind nicht betreffenden Abweichungen 1. Ordnung anzulasten --> Differenzierte Methode, Min-Methode, Alternative Methode auf der Basis von Plankosten -2. Aspekt: -Bezugsgrößen: Verwendung von Istbezugsgrößen kann problematisch sein --> Min-Methode erfüllt nicht mehr das Kriterium der Willkürfreiheit

36 7.36 Wahl der zweckmäßigen Methode (4) nKoordinationsfähigkeit Auswertung Einzelabweichungen: Keine kompensierenden Effekte Einzelabweichungen ohne Abweichungen höherer Ordnung Trotzdem Überschneidungen in Abweichungen 1. Ordnung möglich Höherer Istpreis, Geringere Istmenge Abw. 1. Ordnung nach differenzierter Methode Negative Abweichungen höherer Ord. Überschätzung des Preiseffektes Kompensation durch negative AHO Teilabweichungen der Min-Methode

37 7.37 Wahl der zweckmäßigen Methode (5) nWirtschaftlichkeit und Praktikabilität Kosten bei EDV-Unterstützung bei allen Methoden nahezu gleich Unterschiedlich hoher Zeitaufwand für Erläuterung, Verstehen usw Nutzen: Eignung für Kontrollzwecke Am besten geeignet: Differenzierte Methode Am häufigsten verwendet: Kumulative Methode

38 7.38 Kostenkontrolle Beschäftigungsabweichung nPlankostenrechnung zu Vollkosten: Fixkosten in Kostenstellenkosten enthalten Verrechnete Plankosten: y: Vektor der zur Beschäftigung b proportionalen Einflußgrößen Berechnung für limitationale Produktionsprozesse mit M Faktorarten Sollkosten: Beschäftigungsabweichung = Sogenannte Beschäftigungs- abweichung Verlauf proportional zum Beschäftigungsgrad

39 7.39 Kostenkontrolle Beschäftigungsabweichung (2) n Grenzplankostenrechnung (Echte) Beschäftigungsabweichung fremdbestimmt Bei kumulativer Methode Aussonderung zu Beginn der Analyse

40 7.40 Beschäftigungsabweichung und Nutzkosten/Leerkosten Beschäftigung b Kosten K BA=Leerkosten KSKS KVKV Kosten K KFKF KSKS BA KVKV Leerkosten Nutzkosten

41 7.41 Kostenkontrolle: Preisabweichung und Mengenabweichung Preisabweichung: Variationen der Faktorpreise r Nicht kontrollierbare Einflüsse Verwendung Prognosewerte Einfluß möglich Verantwortungszuweisung ggf problematisch –Beschaffung großer Mengen zu Lasten Lagerkosten –Häufiger Wechsel der Lieferanten zu Lasten Qualität nErfassung der Preisabweichung Zugangsmethode: Lagerbestände zu Planpreisen Abgangsmethode: Lagerbestände zu Istpreisen Mengenabweichung (Verbrauchsabweichung): Änderung v Unwirtschaftlichkeiten, materialbedingte, auftragsbedingte oder mischungsbedingte Abweichungen Spezialabweichungen: Veränderung Verhältnis Eigenfertigung - Fremdbezug Einsatz anderer Produktionsanlagen Seriengrößenabweichung: Änderung Rüstrelation Intensitätsabweichung (nichtlinearer Einfluß)

42 7.42 Weitere Anwendungen nAbweichungen der Rendite (ROI)

43 7.43 Kostenkontrolle: Induzierte Abweichungen nAbweichungsinterdependenzen zwischen Kontrollobjekten Organisatorische Verknüpfung der Kontrollobjekte Gut erfaßbar bei mehrstufigen Produktionsprozessen k 1 =r 1 ·v 1 Preisabweichung r 1 oder Mengenabweichung v 1 induziert Preisabweichung r 2 (Sekundärpreisabweichung) Verbrauchsabweichung v 2 oder Beschäftigungsabweichung b 2 induziert Beschäftigungsabweichung b 1 Keine Doppelverrechnungen von Abweichungen! Schwierigkeiten, Anpassungsentscheidungen zu berücksichtigen (Substitution)

44 7.44 Erlösabweichung: Interdependenzen (1) nTypischerweise keine technologisch bedingten Zusammenhänge nInterdependenzen von Einflußgrößen Beispiel: PlanIst KostenfunktionK = 2+xPreis5,56,6 Preis-Absatz-Funktionx = 20-2pAbsatzmenge9,07,7 Erlös49,550,82 Analyse ohne Berücksichtigung der Interdependenz Preis - Menge: Preisabweichung: p ·x p = (6,6 5,5) · 9 =+9,90 Mengenabweichung: p p · x = 5,5 · (7,7 9) = 7,15 Abweichung 2. Ordnung: p · x = (6,6 5,5) ·(7,7 9) = 1,43 Gesamtabweichung+1,32 Interpretation problematisch

45 7.45 Erlösabweichung: Interdependenzen (2) Analyse mit Berücksichtigung der Interdependenz Preis - Menge Annahme: Zuerst Preisfestlegung Preiserhöhung bewirkt Sinken der Nachfrage auf 1 x = 6,8 - 9 = -2,2 und 2 x = 7,7 - 6,8 = +0,9 Abweichungen 2. Ordnung induzierte Erlösänderung restliche Mengenabw. Für das Beispiel: Preisabweichung: (6,6 - 5,5) · 9 + 5,5 · (6,8 - 9) =-2,20 Mengenabweichung: 5,5 · (7,7 - 6,8) =+4,95 Abweichung 2. Ordnung: (6,6 - 5,5) ·(6,8 - 9) + (6,6 - 5,5) ·(7,7 - 6,8) =-1,43 Gesamtabweichung+1,32

46 7.46 Erlösabweichung: Externe und interne Abweichungen (1) nHoher Einfluß nicht kontrollierbarer Größen Gesamtwirtschaftliche Größen Marktentwicklung Verhalten der Kunden oder der Konkurrenz nErmittlung des Effekts der intern bestimmbaren Größen Marktanteil = Absatzmenge des Unternehmens / Marktvolumen x r = x/x m Relativer Preis = Preis des Unternehmens /Branchenpreis p r = p/p m Für das Beispiel:

47 7.47 Erlösabweichung: Externe und interne Abweichungen (2) Erlösfunktion Branchenpreisabweichung: Marktvolumensabweichung: Abweichungen höherer Ordnung: 0,34375 Sollgröße Marktanteil aufgrund Preisänderung: x s = 6,8 Marketingeffektivitätsabweichung: Preiseffektivitätsabweichung:

48 7.48 Deckungsbeitragsabweichung nAussagekräftiger als isolierte Betrachtung der Kosten und Erlöse, wenn Erlöse kausal mit bestimmten Kosten verbunden Marketingmaßnahmen und andere Aktivitäten bewirken Änderungen bei Kosten und Erlösen nInterpretationsschwierigkeiten Unterschiedliche Vorzeichen bei Istwerten und Planwerten möglich Beispiel: x p = 3.000x i = d p = -15d i = +3 Einzelabweichungen nach differenzierter Methode: Deckungsbeitragsabweichung: (d i - d p ) ·x p = (3 + 15) · = Mengenabweichung: d p · (x i - x p ) = -15 ·( ) = Abweichung 2. Ordnung: (d i - d p ) · (x i - x p ) = (3 + 15) · ( ) = Gesamtabweichung: Positive Mengenabweichung trotz geringerer Istmenge d p negativ, deshalb wäre kurzfristig Nichtproduktion optimal gewesen

49 7.49 Erlösabweichung: Empirische Ergebnisse Stichprobenerhebung bei Controllern/Managern deutscher mittelständischer Unternehmen (Witt (1990)) Durchschnittswerte aus siebenstufiger Skala: 1... trifft überhaupt nicht zu 7... trifft völlig zu Gute Ursachenoffenlegung4,2 Hohe Managementakzeptanz2,4 Guter Allgemeinüberblick3,1 Zu großer Umfang6,1 Inhaltlich zu anspruchsvoll5,4 Die meisten Befragten ohne oder mit wenig praktischer Erfahrung!

50 7.50 Planungskontrolle nAusgangspunkt: ex post-Plangröße K s K S... Bestmögliche Plangröße unter aktuellen Bedin- gungen bzw Annahmen n Abgrenzung der Verantwortung zwischen Planabteilung und Realisierenden problematisch Ex post-Plangröße müßte Informationsstand des Verantwortlichen berücksichtigen Plangröße nur für Beurteilung der Planung- oder Realisation Informationskosten sind zu beachten Realisationsabweichungsermittlung hat wichtige Anreizwirkung zur Informationsnutzung n Realisationshandlungen können Umweltentwicklung direkt beeinflussen n Je kürzer der Planungshorizont, desto weniger wahrscheinlich Planabweichungen

51 7.51 Beispiel Verhältnisse zum Planungszeitpunkt Der realisierte Gewinn sei: G i = Zum Kontrollzeitpunkt wird mit folgenden Annahmen gerechnet Ex-post-Kontrolle:

52 7.52 Auswertung von unbeabsichtigten Abweichungen nGrund: Unsicherheit der künftigen Entwicklung nAbweichungen kontrollierbar nicht kontrollierbar unbeabsichtige Abweichungen: verschiedene Modelle zur Auswertung Berücksichtigung von Kosten und Nutzen der Auswertung ein- oder mehrperiodig aktuelle Entwicklungen im Bereich der Fertigungstechnologien und Fertigungssysteme

53 7.53 Statistische Modelle nAnnahmen und Voraussetzungen Höhe der Abweichungen als einziger Indikator für (nicht) kontrollierbare Ursache Große Zahl von Beobachtungen erforderlich nKontrollkarten-Verfahren (Shewhart-Verfahren) Größere Abweichungen werden als kontrollierbar eingestuft Festlegung von Kontrollgrenzen Beachtung möglicher Fehler –Fehler 1. Art: Analyse trotz Nicht-Kontrollierbarkeit –Fehler 2. Art: Keine Analyse trotz Kontrollierbarkeit IdR zweiseitige Auswertungsstrategien Oft unterschiedliche Grenzwerte für positive und negative Abweichungen Methodik: Hypothesentest, ob Abweichung = 0 Annahmebereich bei Normalverteilungsannahme in Intervall ( t,+t )

54 7.54 Statistische Modelle Illustration Abweichung außerhalb Intervall [-2,58, +2,58 ] Wahrscheinlichkeit 1 % für unkontrollierbare Ursachen zB Abstellen und Prüfen der Fertigungsanlage Festlegung Warngrenzwerte zB Intervall [-1,96, +1,96 ] 5 % Wahrscheinlichkeit für unkontrollierbare Ursachen zB Test bei laufender Anlage

55 7.55 Kontrollkartenverfahren - Grafik Abweichung vermutlich zufälligVermutlich kontrollierbarer Fehler

56 7.56 Einperiodiges Modell mit Kosten/Nutzen der Auswertung nEntscheidungsmatrix: I Kosten der Untersuchung, soll mit Sicherheit Kontrollierbarkeit aufdecken K Kosten der Korrekturmaßnahmen OK Kosten bei Nichtkorrektur kontrollierbarer Ursachen Bei I und K zusätzlich anfallende Kosten relevant Außerdem muß gelten: I + K < OK Risikoneutralität: Entscheidung nach dem Erwartungswert der Kosten Voraussetzung: Wahrscheinlichkeit [0, 1] für kontrollierbare Abweichung Abweichungsursache kontrollierbar nicht kontrollierbar Aktion Untersuchung und ggf KorrekturI + KI sofortige KorrekturKK nichts unternehmenOK0

57 7.57 Einperiodiges Modell mit Kosten/Nutzen der Auswertung: Lösung nEntscheidung zwischen Aktion 1 und Aktion 3 (nichts tun) Durchführung einer Untersuchung, wenn Nie Untersuchung, wenn OK I + K Stets Untersuchung, wenn I = 0 und OK > K nEntscheidung zwischen Aktion 1 und Aktion 2 (sofortige Korr.) Durchführung einer Untersuchung, wenn Nie Untersuchung, wenn I K Stets Untersuchung, wenn I = 0 nEntscheidung zwischen Aktion 2 und Aktion 3 Sofortige Korrekturmaßnahmen, wenn: K < ·OK

58 7.58 Einperiodiges Modell mit Kosten/Nutzen der Auswertung: Grafik OK ·OK K I + K Untersuchung, uU Korr. 1 I + ·K nichts tunsofort Korr I 0 Kosten

59 7.59 Beurteilung von Abweichungsuntersuchungen Experiment (Lipe (1993)) Testpersonen: 142 Studenten, 59 Controller Produktionsbereich mit hoher Verbrauchsabweichung bei Fertigungslohnkosten Verantwortliche Pat entscheidet über Abweichungsuntersuchung Kosten der Untersuchung: Korrekturkosten: Barwert künftiger Kosten ohne Korrektur: Wahrscheinlichkeit nicht kontrollierbarer Ursache: 50% Testpersonen sollen Pats Leistung beurteilen, Skala 0 (sehr schlecht) (sehr gut) Grundlage: Testbericht mit Istkosten, Schätzungen, Auswertungsentscheidung Beurteilung signifikant abhängig vom Ergebnis der Untersuchung: Korrigierbare Ursache:Bewertung 66 (Studenten) bzw 74 (Controller) Untersuchungskosten als gerechtfertigte Kosten Nicht Korrigierbare Ursache: Bewertung 57 (Studenten) bzw 55 (Controller) Untersuchungskosten als Verlust

60 7.60 Auswertung von beabsichtigten Abweichungen nUnterschiede gegenüber Auswertung unbeabsichtigter Abweichungen Verursachung sowohl durch absichtliche gesetztes Verhalten als auch durch nicht kontrollierbare Einflussgrößen Differenzierung in kontrollierbare und nicht kontrollierbare Ursachen für Verhaltenssteuerungsfunktion nicht geeignet Auswertung von Abweichungen ex post wertlos Motivationswirkung ex ante

61 7.61 Agency-Modell (1) nAgency-Modell auch Prinzipal-Agenten-Modell genannt im einfachsten Fall: zwei Personen in hierarchischer Organisation Prinzipal: Unternehmenseigentümer Agent: Manager Zielkonflikt - Anreizproblem

62 7.62 Agency-Modell (1) nAnnahmen Prinzipal: risikoneutral, besitzt Produktionstechnologie Agent: risikoscheu, entscheidet über Arbeitseinsatz a Umweltsituation : externe, nicht kontrollierbare Größen Ergebnis x = x(a, ): allgemein beobachtbar Prinzipal erhält Ergebnis, bezahlt daraus Agenten S(x) Höheres a durchschnittlich höheres Ergebnis, höherer Disnutzen für Agenten V(a) asymmetrisch verteilte Information: Prinzipal kann nicht von x auf a schließen Teilnahme-Bedingung des Agenten: Mindestnutzen bei alternativer Beschäftigung (Reservationsnutzen U)

63 7.63 Agency-Modell (2) nFirst best-Lösung bei beobachtbarer Arbeitsleistung oder beobachtbarem Umweltzustand nEinfache Lösung in zwei Fällen: Agent ist risikoneutral Prinzipal möchte niedrigste Arbeitsleistung durchsetzen nSecond best-Lösung bei Informationsasymmetrie Trade-off zwischen Risiko und Anreizen

64 7.64 Zustände, Überschüsse und Beobachtbarkeit Beispiel Keine Rückschlüsse vom Überschuß auf die Aktion möglich Unterdrückung der Zustände wie folgt:

65 7.65 Moving support Was wäre, wenn folgende Situation vorläge? Was, wenn folgende Situation vorläge?

66 7.66 Agency-Modell (3) nEin binäres Modell Ergebnis: x 2 > x 1 > 0 Arbeitsleistung: a H > a L Wahrscheinlichkeitsstruktur: Nutzenfunktion des Agenten Wenn, dann gilt

67 7.67 Agency-Modell (4) Zielfunktion des Prinzipals Teilnahmebedingung Aktionswahlbedingung

68 7.68 Agency-Modell (5) Lagrange-Funktion Nutzenwerte der optimalen Entlohnung

69 7.69 Agency-Modell (6) nVergleich mit first best-Lösung für i = 1,2 Bei Beobachtbarkeit: Aktionswahl-Restriktion irrelevant First best-Lösung Asymmetrische Information: Aktionswahl-Restriktion relevant Second best-Lösung Differenz: Agency costs

70 7.70 Beispiel

71 7.71 Abweichungsanalyse im Agency-Modell Anbindung der Kompensation an die Ergebnisabweichung x = x i - x p = x(a i, i ) - x (a p, p ) Lösung bleibt dieselbe Prinzipal kann keine Abweichungsauswertung durchführen, die unerwünschtes Verhalten offenbart Ex post entsteht Abweichung aus Zufallsschwankung Risikoaufteilung ex post nicht optimal nVerletzung des Controllability - Prinzips Agent muß für Gesamtabweichung und damit für verantwortlich gemacht werden nKontrollmechanismus wirkt sich auf Planung aus! nAnreizwirkung einer Auswertung Kenntnis der Auswertungsstrategie bewirkt ex ante Anreiz für Agenten, sich wie vereinbart zu verhalten Kosten-Nutzen - Abwägung erforderlich

72 7.72 Grundsätzliche Auswertungsstrategien im Agency-Modell (1) nAnnahmen Prinzipal risikoneutral Agent wählt zwischen niedriger (a L )oder hoher Arbeitsleistung (a H ) Auswertungskosten K Abweichungsauswertung liefert Information y zB wie folgt: y H Wahrsch. (y H |a H )= y L Wahrsch. (y L |a H )=1 1/2 < 1 y Bei = 1 faktisch sichere Information über die Arbeitsleistung Prinzipal entscheidet nach Beobachtung von x über Auswertung Auswertungswahrscheinlichkeit = (x) [0,1] Entlohnung ohne Auswertung s(x), mit Auswertung s(x,y L ), s(x,y H ) oder s(x)

73 7.73 Auswertungsstrategien im Agency-Modell (2) nAnnahme: = 1 nAuswertung nur bei ungünstigem Ergebnis Optimierungsproblem Unter den Nebenbedingungen nAuswertung nur bei hohem Ergebnis Aktionswahlbedingung

74 7.74 Beispiel nochmals

75 7.75 Beispiel...

76 7.76 Auswertungsstrategien im Agency-Modell (3) nNicht perfekte Information durch Auswertung Signal y = y 1 oder y = y 2 Optimierungsproblem (Auswertung nur bei x 1 ) Nebenbedingungen

77 7.77 Beispiel

78 7.78 Beispiel...

79 7.79 Mögliche Auswertungsstrategie Nutzen Kosten 0 Auswertungskosten K Auswerten Nicht auswerten Das muß aber stets im Einzelfall gezeigt werden!

80 7.80 Mögliche Auswertungsstrategie... Auswertungskosten K Nutzen N(x) auswerten nicht auswerten Nutzen Kosten 0 Abweichung

81 7.81 Auswertungsstrategien im Agency-Modell Zusammenfassung nArt der Risikoscheu des Agenten führt zu unterschiedlichen Ergebnissen nKontinuierliche Agency-Modelle: nur Auswertung mit Sicherheit oder keine Auswertung nNutzen ist in der Regel nicht symmetrisch um Null verteilt nFunktion: ex ante-Wirkung auf Agenten – Verhaltenssteuerung Auswertung ungünstiger Abweichungen: Versicherungseffekt Auswertung günstiger Abweichungen: Belohnung nMathematisch komplexere Modelle könnten nur noch mehr Varianten optimaler Auswertungsstrategien liefern


Herunterladen ppt "Kontroll- rechnungen © Ewert/Wagenhofer 2005. Alle Rechte vorbehalten!"

Ähnliche Präsentationen


Google-Anzeigen