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Über die Sorge für das gemeinsame Haus Enzyklika von Papst Franziskus Zusammenstellung von Br. Stefan Federbusch ofm.

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Präsentation zum Thema: "Über die Sorge für das gemeinsame Haus Enzyklika von Papst Franziskus Zusammenstellung von Br. Stefan Federbusch ofm."—  Präsentation transkript:

1 Über die Sorge für das gemeinsame Haus Enzyklika von Papst Franziskus Zusammenstellung von Br. Stefan Federbusch ofm

2 Inhalt dieser Powerpoint Langversion: Nach dem Inhaltsverzeichnis jeweils eine Zusammenfassung der wichtigsten Aussagen des Kapitels [Folien 3-53] Der franziskanische Rahmen [Folien 54-64] Kritische Würdigung: Anfragen und Diskussionspunkte [Folien 65-83] Kurzversion: Themen der Enzyklika - Stichwortartige Präsentation der einzelnen Kapitel [84-120] Gebete des Papstes [ ]

3 Veröffentlichung Vorstellung am 18. Juni 2015 durch: Kardinal Peter Turkson (Päpstlicher Rat Justitia et Pax) Giovanni Zizioulas (Orthodoxer Metropolit von Pergamo) Hans Joachim Schellenhuber (Gründer des Potsdam- Institut für Klimafolgenforschung) Carolyn Wo (Leiterin der US-amerikanischen Catholic Relif Services) Valeria Martano (Grundschullehrerin – Mitglied von San Egidio)

4 Inhalt VORWORT[1-16] OHNE TITEL Nichts von dieser Welt ist für uns gleichgültig Vereint in ein und derselben Sorge Der heilige Franziskus von Assisi Mein Aufruf

5 Inhalt Vorwort Papst Franziskus schreibt, dass die Schwester Erde aufschreit „wegen des Schadens, den wir ihr aufgrund des unverantwortlichen Gebrauchs und des Missbrauchs der Güter zufügen, die Gott in sie hineingelegt hat. Wir sind in dem Gedanken aufgewachsen, dass wir ihre Eigentümer und Herrscher seien, berechtigt, sie auszuplündern.“ Er rechnet zu den „am meisten verwahrlosten und misshandelten Armen diese unsere unterdrückte und verwüstete Erde“ und beklagt, dass „Wir vergessen, dass wir selber Erde sind“. Er verweist auf das, was seine Vorgänger Johannes XXIII., Paul VI., Johannes Paul II. und Benedikt XVI. in ihren jeweiligen Enzykliken zum Thema gesagt haben. P. Franziskus setzt einen starken ökumenischen Akzent, indem er den orthodoxen Patriarch Bartholomäus zitiert, der gesagt hat, dass ein Verbrechen gegen die Natur zu begehen Sünde sei. Er stellt den hl. Franziskus als „das Beispiel schlechthin für die Achtsamkeit gegenüber dem Schwachen und für eine froh und authentisch gelebte ganzheitliche Ökologie“ dar. „Angesichts der weltweiten Umweltschäden möchte ich mich jetzt an jeden Menschen wenden, der auf diesem Planeten wohnt.“ P. Franziskus will die „gesamte Menschheitsfamilie in der Suche nach einer nachhaltigen und ganzheitlichen Entwicklung vereinen“ und lädt zu einem Dialog ein, wie wir die Zukunft gestalten.

6 Aufruf von Papst Franziskus Zielgruppe: Alle Menschen Die dringende Herausforderung, unser gemeinsames Haus zu schützen, schließt die Sorge ein, die gesamte Menschheitsfamilie in der Suche nach einer nachhaltigen und ganzheitlichen Entwicklung zu vereinen, denn wir wissen, dass sich die Dinge ändern können. [13] Ich lade dringlich zu einem neuen Dialog ein über die Art und Weise, wie wir die Zukunft unseres Planeten gestalten. Wir brauchen ein Gespräch, das uns alle zusammenführt, denn die Herausforderung der Umweltsituation, die wir erleben, und ihre menschlichen Wurzeln interessieren und betreffen uns alle. [14] Die Haltungen, welche – selbst unter den Gläubigen – die Lösungswege blockieren, reichen von der Leugnung des Problems bis zur Gleichgültigkeit, zur bequemen Resignation oder zum blinden Vertrauen auf die technischen Lösungen. Wir brauchen eine neue universale Solidarität. [14]

7 Zentrale Themen der Enzyklika Zentralthemen: „Zentralthemen, welche die gesamte Enzyklika durchziehen. Zum Beispiel: die enge Beziehung zwischen den Armen und der Anfälligkeit des Planeten; die Überzeugung, dass in der Welt alles miteinander verbunden ist; die Kritik am neuen Machtmodell und den Formen der Macht, die aus der Technik abgeleitet sind; die Einladung, nach einem anderen Verständnis von Wirtschaft und Fortschritt zu suchen; der Eigenwert eines jeden Geschöpfes; der menschliche Sinn der Ökologie; die Notwendigkeit aufrichtiger und ehrlicher Debatten; die schwere Verantwortung der internationalen und lokalen Politik; die Wegwerfkultur und der Vorschlag eines neuen Lebensstils.“ [16]

8 Inhalt ERSTES KAPITEL[17-61] WAS UNSEREM HAUS WIDERFÄHRT I. Umweltverschmutzung und Klimawandel II. Die Wasserfrage III. Der Verlust der biologischen Vielfalt IV. Verschlechterung der Lebensqualität und sozialer Niedergang V. Weltweite soziale Ungerechtigkeit VI. Die Schwäche der Reaktionen VII. Die Verschiedenheit der Meinungen

9 Inhalt Kapitel I Kapitel I stellt eine umfassende Analyse der gegenwärtigen Umweltprobleme dar (20-42). Sie reichen von Verschmutzung der Luft, Abfall (Müll) und Wegwerfkultur (mangelnde Kreislaufsysteme), über den Klimawandel, die Wasserfrage, den Verlust der biologischen Vielfalt, der Gefährdung besonders sensibler Gebiete wie des Amazonas bis zum Schutz der Ozeane und Korallenbänke. Erörtert werden die Chancen und Grenzen von Umweltverträglichkeits- prüfungen.

10 Inhalt Kapitel I Es folgt eine Auflistung der Probleme, die sich aus der Umweltschädigung für den Sozialbereich ergeben. Benannt werden: das maßlose und ungeordnete Wachsen vieler Städte und deren Folgen sowie die Veränderungen durch die Medien und die digitale Welt. Der Papst verknüpft die Umwelt- mit der Gerechtigkeitsfrage: „Wir kommen jedoch heute nicht umhin anzuerkennen, dass ein wirklich ökologischer Ansatz sich immer in einen sozialen Ansatz verwandelt, der die Gerechtigkeit in die Umweltdiskussionen aufnehmen muss, um die Klage der Armen ebenso zu hören wie die Klage der Erde.“

11 Inhalt Kapitel I Papst Franziskus verweist darauf, dass „‘eine wachsende Bevölkerung mit einer umfassenden und solidarischen Entwicklung voll und ganz zu vereinbaren ist‘. Die Schuld dem Bevölkerungszuwachs und nicht dem extremen und selektiven Konsumverhalten einiger anzulasten, ist eine Art, sich den Problemen nicht zu stellen.“ Begründet wird dies unter anderem damit, dass ein Drittel aller Lebensmittel weggeschmissen wird. „… Nahrung, die weggeworfen wird, gleichsam vom Tisch des Armen […] geraubt wird“. [50]

12 Inhalt Kapitel I Ausgehend von seiner Analyse kommt Papst Franziskus zu dem Urteil, dass die Industrieländer des Nordens eine „ökologische Schuld“ tragen: „Denn es gibt eine wirkliche „ökologische Schuld“ – besonders zwischen dem Norden und dem Süden – im Zusammenhang mit Ungleichgewichten im Handel und deren Konsequenzen im ökologischen Bereich wie auch mit dem im Laufe der Geschichte von einigen Ländern praktizierten unproportionierten Verbrauch der natürlichen Ressourcen.“ [51]

13 Inhalt Kapitel I Papst Franziskus kritisiert dass die Auslandsverschuldung der armen Länder zu einem Kontrollinstrument der reichen Länder geworden ist. Er spricht von einem strukturell perversen System von kommerziellen Beziehungen und Eigentumsverhältnissen. Als Konsequenz verlangt er, „dass die entwickelten Länder zur Lösung dieser Schuld beitragen, indem sie den Konsum nicht erneuerbarer Energie in bedeutendem Maß einschränken und Hilfsmittel in die am meisten bedürftigen Länder bringen, um politische Konzepte und Programme für eine nachhaltige Entwicklung zu unterstützen.“ In Bezug auf den Klimawandel spricht er von diversifizierte[n] Verantwortlichkeiten. [52]

14 Inhalt Kapitel I Papst Franziskus beklagt die Schwäche der internationalen politischen Reaktionen. Die Gründe sieht er in der Unterwerfung der Politik unter die Technologie und das Finanzwesen und die Vergötterung des Marktes. Das Bündnis von Wirtschaft und Technologie klammere alles aus, was nicht zu seinen unmittelbaren Interessen gehört, es manipuliere die Informationen und setze Sonderinteressen über das Gemeinwohl. Er fordert ein „Rechtssystem zu schaffen, das unüberwindliche Grenzen enthält und den Schutz der Ökosysteme gewährleistet“, eine leadership, die die Interessen der derzeitigen und der kommenden Generationen berücksichtigt. [53-54]

15 Inhalt Kapitel I Papst Franziskus beklagt die Verdrängung der Probleme auf allen Ebenen: „Diese ausweichende Haltung dient uns, unseren Lebensstil und unsere Produktions- und Konsumgewohnheiten beizubehalten. Es ist die Weise, wie der Mensch sich die Dinge zurechtlegt, um all die selbstzerstörerischen Laster zu pflegen: Er versucht, sie nicht zu sehen, kämpft, um sie nicht anzuerkennen, schiebt die wichtigen Entscheidungen auf und handelt, als ob nichts passieren werde.“ [59]

16 Inhalt Kapitel I Papst Franziskus gesteht zu, dass es nicht nur einen Lösungsweg gibt und dass es nicht Sache der Kirche ist, endgültige Vorschläge zu machen. Es sei weder der Weg, alles durch Technik lösen zu wollen („Mythos des Fortschritts“,) noch völlig ohne jede Art von Eingriff. Klar ist jedoch, „dass das gegenwärtige weltweite System unter verschiedenen Gesichtspunkten unhaltbar ist, denn wir haben aufgehört, an den Zweck menschlichen Handelns zu denken.“ [60]

17 Inhalt ZWEITES KAPITEL[62- DAS EVANGELIUM VON DER SCHÖPFUNG I. Das Licht, das der Glaube bietet II. Die Weisheit der biblischen Erzählungen III. Das Geheimnis des Universums IV. Die Botschaft eines jeden Geschöpfes in der Harmonie der gesamten Schöpfung V. Eine universale Gemeinschaft VI. Die gemeinsame Bestimmung der Güter VII. Der Blick Jesu

18 Inhalt Kapitel II Im zweiten Kapitel macht Papst Franziskus klar, dass die Bewahrung der Schöpfung Bestandteil des Glaubens ist. Er verdeutlicht dies mit einem Durchgang durch die biblischen Schriften. Durch die Anmaßung, sein zu wollen wie Gott, kam es zum Bruch („Sünde“) in der Harmonie mit der Schöpfung. Die unermessliche Würde des Menschen beinhaltet kein Herrschertum über die Schöpfung [65-66] Die Schöpfungsgeschichte beinhaltet den Auftrag, „den Garten der Welt zu „bebauen“ und zu „hüten“ (vgl. Gen 2,15). Während „bebauen“ kultivieren, pflügen oder bewirtschaften bedeutet, ist mit „hüten“ schützen, beaufsichtigen, bewahren, erhalten, bewachen gemeint. Das schließt eine Beziehung verantwortlicher Wechselseitigkeit zwischen dem Menschen und der Natur ein.“ [67]

19 Inhalt Kapitel II Konkret bedeutet dies: die Verbundenheit von allem zu erspüren die Gesetze der Natur und die empfindlichen Gleichgewichte unter den Geschöpfen auf dieser Welt zu respektieren den Eigenwert alles Geschaffenen anzuerkennen Die Dinge nicht gegen ihre Ordnung zu gebrauchen den Fortbestand der Erde zu sichern

20 Inhalt Kapitel II Es folgen Hinweise auf Kain und Abel, Noah, das Sabbatgebot, die Psalmen und die Propheten. Papst Franziskus verweist darauf, dass die Schöpfung in der Ordnung der Liebe angesiedelt ist. „Die Liebe Gottes ist der fundamentale Beweggrund der gesamten Schöpfung.“ Die Natur wird einerseits entmythologisiert, der Mensch andererseits in Verantwortung genommen. Beide Gesichtspunkte gestatten, mit dem „modernen Mythos vom unbegrenzten materiellen Fortschritt Schluss zu machen“. [78] „Das Ziel des Laufs des Universum liegt in der Fülle Gottes, die durch den auferstandenen Christus – den Angelpunkt des universalen Reifungsprozesses – schon erreicht worden ist.“ [83]

21 Inhalt Kapitel II Papst Franziskus spricht von einer „universale[n] Familie“, einer „sublime[n] Gemeinschaft, die uns zu einem heiligen, liebevollen und demütigen Respekt bewegt“ (89), bei der „nichts und niemand aus dieser Geschwisterlichkeit ausgeschlossen“ ist. [92] Er betont noch einmal den Zusammenhang zwischen dem Einsatz für die Bewahrung der Schöpfung und dem Einsatz für die Armen: „Ein Empfinden inniger Verbundenheit mit den anderen Wesen in der Natur kann nicht echt sein, wenn nicht zugleich im Herzen eine Zärtlichkeit, ein Mitleid und eine Sorge um die Menschen vorhanden ist.“ „Alles ist miteinander verbunden. Darum ist eine Sorge für die Umwelt gefordert, die mit einer echten Liebe zu den Menschen und einem ständigen Engagement angesichts der Probleme der Gesellschaft verbunden ist.“ [91]

22 Inhalt Kapitel II Die praktische Konsequenz, die Papst Franziskus daraus ableitet, ist die, dass der gesamte ökologische Ansatz eine soziale Perspektive einzubeziehen habe, der die Grundrechte derer berücksichtigt, die am meisten übergangen werden. Das Prinzip der Unterordnung des Privatbesitzes unter die allgemeine Bestimmung der Güter bedeutet, dass es immer mit einer „sozialen Hypothek“ belastet ist und zugunsten des Gemeinwohls einzusetzen ist. [93] Das Kapitel endet mit dem „Blick Jesu“. [96-100]

23 Inhalt DRITTES KAPITEL DIE MENSCHLICHE WURZEL DER ÖKOLOGISCHEN KRISE I. Die Technologie: Kreativität und Macht II. Die Globalisierung des technokratischen Paradigmas III. Krise und Auswirkungen des modernen Anthropozentrismus

24 Inhalt Kapitel III Im dritten Kapitel beschreibt Papst Franziskus die menschlichen Ursachen der Umweltkrise. Er sieht sie in dem technokratischen Paradigma. Es beinhalte eine Technik des Besitzens, des Beherrschens und des Umgestaltens. Durch die Entwicklung der Technik (Nuklearenergie, Biotechnologie, Informatik usw.) hat der Mensch enorm viel Macht bekommen, wird aber nicht zu deren richtigen Gebrauch erzogen. Die Umweltkrise ist ein Zeichen des Reduktionismus, der die Welt lediglich als Produkt der Ausbeutung betrachtet. [ ]

25 Inhalt Kapitel III Das technokratischen Paradigma beinhaltet die Idee eines unendlichen und grenzenlosen Wachstums… Dieses Wachstum setzt aber die Lüge bezüglich der unbegrenzten Verfügbarkeit der Güter des Planeten voraus, die dazu führt, ihn bis zur Grenze und darüber hinaus „auszupressen“. [106] „Das technokratische Paradigma tendiert auch dazu, die Wirtschaft und die Politik zu beherrschen. Die Wirtschaft nimmt jede technologische Entwicklung im Hinblick auf den Ertrag an, ohne auf mögliche negative Auswirkungen für den Menschen zu achten. Die Finanzen ersticken die Realwirtschaft. Man hat die Lektionen der weltweiten Finanzkrise nicht gelernt, und nur sehr langsam lernt man die Lektionen der Umweltschädigung.“ [109]

26 Inhalt Kapitel III Da der Markt von sich aus keine ganzheitliche Entwicklung des Menschen und keine soziale Inklusion gewährleistet, fordert der Papst zum Widerstand gegen den Vormarsch des technokratischen Paradigmas auf und zur Befreiung von diesem Modell [ ]. „Was gerade vor sich geht, stellt uns vor die Dringlichkeit, in einer mutigen kulturellen Revolution voranzuschreiten. Niemand verlangt, in die Zeit der Höhlenmenschen zurückzukehren, es ist aber unerlässlich, einen kleineren Gang einzulegen, um die Wirklichkeit auf andere Weise zu betrachten, die positiven und nachhaltigen Fortschritte zu sammeln und zugleich die Werte und die großen Ziele wiederzugewinnen, die durch einen hemmungslosen Größenwahn vernichtet wurden.“ [114]

27 Inhalt Kapitel III Papst Franziskus sieht hinter dem technokratischen Paragigma einen modernen Antropozentrismus, der in seiner Maßlosigkeit die technische Vernunft über die Wirklichkeit gestellt hab e. „Wenn sich der Mensch für unabhängig von der Wirklichkeit erklärt und als absoluter Herrscher auftritt, bricht seine Existenzgrundlage selbst zusammen.“ Folge: „Es wird keine neue Beziehung zur Natur geben ohne einen neuen Menschen. Es gibt keine Ökologie ohne eine angemessene Anthropologie.“ [ ]

28 Inhalt Kapitel III Papst Franziskus analysiert, dass sich „mit der Allgegenwart des technokratischen Paradigmas und der Verherrlichung der grenzenlosen menschlichen Macht in den Menschen dieser Relativismus entwickelt, bei dem alles irrelevant wird, wenn es nicht den unmittelbaren eigenen Interessen dient.“ [122] Diese Art von Relativismus führt sowohl zur Ausbeutung von Menschen wie auch der Natur. Diese Haltung führt dazu, keine objektive Wahrheit oder keine allgemein gültigen Prinzipien mehr anzuerkennen und die Gesetze nur als willkürlichen Zwang und als Hindernisse anzusehen, die es zu umgehen gilt. [123]

29 Inhalt Kapitel III Papst Franziskus betont den Wert der Arbeit: „Die Arbeit ist eine Notwendigkeit, sie ist Teil des Sinns des Lebens auf dieser Erde, Weg der Reifung, der menschlichen Entwicklung und der persönlichen Verwirklichung. Den Armen mit Geld zu helfen muss in diesem Sinn immer eine provisorische Lösung sein, um den Dringlichkeiten abzuhelfen. Das große Ziel muss immer sein, ihnen mittels Arbeit ein würdiges Leben zu ermöglichen.“ [123] Um Arbeitsplätze zu schaffen, ist „eine Wirtschaft zu fördern, welche die Produktionsvielfalt und die Unternehmerkreativität begünstigt.“ Insbesondere gilt dies für die „große Mannigfaltigkeit an kleinbäuerlichen Systemen für die Erzeugung von Lebensmitteln“. [129]

30 Inhalt Kapitel III In der Frage der Tierversuche zitiert Papst Franziskus den Katechismus, dass Tierversuche nur dann legitim sind, „wenn sie in vernünftigen Grenzen bleiben und dazu beitragen, menschliches Leben zu heilen und zu retten“. [130] In Bezug auf gentechnisch veränderte Pflanzen oder Tiere sei es schwierig ein Urteil zu fällen. Es brauche Raum für Diskussionen und Zugang zu zuverlässigen Informationen. Er spricht sich gegen Experimente an lebenden menschlichen Embryonen aus. [ ]

31 Inhalt VIERTES KAPITEL EINE GANZHEITLICHE ÖKOLOGIE I. Umwelt-, Wirtschafts- und Sozialökologie II. Die Kulturökologie III. Die Ökologie des Alltagslebens IV. Das Prinzip des Gemeinwohls V. Die generationenübergreifende Gerechtigkeit

32 Inhalt Kapitel IV Das vierte Kapitel widmet sich der Frage einer ganzheitlichen Ökologie. Auch hier wieder zum Einstieg der bereits genannte Zusammenhang zwischen Schutz der Natur und Schutz des Menschen: „Entscheidend ist es, ganzheitliche Lösungen zu suchen, welche die Wechselwirkungen der Natursysteme untereinander und mit den Sozialsystemen berücksichtigen. Es gibt nicht zwei Krisen nebeneinander, eine der Umwelt und eine der Gesellschaft, sondern eine einzige und komplexe sozio-ökologische Krise. Die Wege zur Lösung erfordern einen ganzheitlichen Zugang, um die Armut zu bekämpfen, den Ausgeschlossenen ihre Würde zurückzugeben und sich zugleich um die Natur zu kümmern.“ [139]

33 Inhalt Kapitel IV Papst Franziskus fordert: die Einbeziehung der Forschung in akademischer Freiheit [140] eine Wirtschaftsökologie, die den Umweltschutz als Bestandteil von Entwicklungsprozessen betreibt [141] eine Sozialökologie für die Institutionen [142] eine Kulturökologie zur Pflege der kulturellen, historischen und künstlerischen Reichtümer [143] die Achtung der Rechte der Völker und Kulturen, wie sie soziokulturell gewachsen sind [144] – Rechte der Ureinwohner [146]

34 Inhalt Kapitel IV Papst Franziskus fordert: die ganzheitliche Verbesserung der menschlichen Lebensqualität [147] die Pflege der öffentlichen Plätze, das Panorama und die urbanen Bezugspunkte [150] die Behebung der Wohnungsnot [152] die Verbesserung öffentlicher Verkehrsmittel [153] Infrastruktur für ländliche Gebiete [154] Beziehung des Lebens des Menschen zu dem moralischen Gesetz, das in seine eigene Natur eingeschrieben ist [155]

35 Inhalt Kapitel IV Papst Franziskus fordert: die Förderung des Gemeinwohls mit den Faktoren Subsidiarität, sozialer Friede und distributive Gerechtigkeit [157], verbunden mit einem Appell zur Solidarität und einer vorrangigen Option für die Ärmsten [158] Solidarität zwischen den Generationen [159], denn: „Der Rhythmus des Konsums, der Verschwendung und der Veränderung der Umwelt hat die Kapazität des Planeten derart überschritten, dass der gegenwärtige Lebensstil, da er unhaltbar ist, nur in Katastrophen enden kann, wie es bereits periodisch in verschiedenen Regionen geschieht.“ [160]

36 Inhalt Kapitel IV Papst Franziskus beendet das Kapitel mit einer weiteren nachgeschobenen Analyse: „Die Schwierigkeit, diese Herausforderung ernst zu nehmen, hängt mit dem ethischen und kulturellen Verfall zusammen, der den ökologischen begleitet. Der postmoderne Mensch läuft ständig Gefahr, zutiefst individualistisch zu werden, und viele soziale Probleme sind mit dem gegenwärtigen egoistischen Immediatismus verbunden, mit den Krisen der familiären und sozialen Bindungen, mit den Schwierigkeiten, den Mitmenschen anzuerkennen.“ [162]

37 Inhalt FÜNFTES KAPITEL EINIGE LEITLINIEN FÜR ORIENTIERUNG UND HANDLUNG I. Der Umweltdialog in der internationalen Politik II. Der Dialog im Hinblick auf neue nationale und lokale politische Konzepte III. Dialog und Transparenz in den Entscheidungsprozessen IV. Politik und Wirtschaft im Dialog für die volle menschliche Entfaltung V. Die Religionen im Dialog mit den Wissenschaften

38 Inhalt Kapitel V Im fünften Kapitel stellt Papst Franziskus einige Leitlinien zum Handeln auf: Es braucht einen weltweiten gemeinsamen Plan und Konsens in Bezug auf nachhaltige Landwirtschaft, Ressourcenverbrauch, Energieeffizienz, Trinkwasser, Kohlenstoffreduktion usw. [ ] Er benennt Stationen der Umweltbewegung wie den Erdgipfel in Rio 1992, die Basler Konvention über die gefährlichen Abfälle, das Washingtoner Artenschutzübereinkommen, das Wiener Übereinkommen zum Schutz der Ozonschicht sowie seine Umsetzung durch das Montrealer Protokoll [ ]

39 Inhalt Kapitel V Für den Bereich Klimawandel kritisiert Papst Franziskus: die Internationalisierung der Umweltkosten [170] den Emissionshandel [171] Er fordert: Internationale Vereinbarungen und globale Rahmenbestimmungen [173] ein System der Verwaltung der Ozeane [174] eine Vereinbarung über die Regelungen der Ordnungs- und Strukturpolitik für den gesamten Bereich des sogenannten „globalen Gemeinwohls“ [174]

40 Inhalt Kapitel V Er fordert: stärkere und wirkkräftig organisierte internationale Institutionen zu entwickeln, die Befugnisse haben, die durch Vereinbarung unter den nationalen Regierungen gerecht bestimmt werden, und mit der Macht ausgestattet sind, Sanktionen zu verhängen eine echte politische Weltautorität [175] Rechtssetzungen innerhalb der Staaten [176] Über Nichtregierungsorganisationen und intermediäre Verbände muss die Gesellschaft die Regierungen verpflichten, rigorosere Vorschriften, Vorgehensweisen und Kontrollen zu entwickeln [179]

41 Inhalt Kapitel V Er fordert: Individuelle Lösungen für jedes Land [180] Kontinuität auch bei Regierungswechseln [181] Transparente politische Entscheidungsprozesse [183] Umweltverträglichkeitsprüfungen von Beginn an [184] Einbeziehung der unmittelbar Betroffenen [185] Prinzip der Vorbeugung [186] „Noch einmal betone ich, dass die Kirche nicht beansprucht, die wissenschaftlichen Fragen zu lösen, noch die Politik zu ersetzen, doch ich fordere zu einer ehrlichen und transparenten Debatte auf, damit Sonderbedürfnisse oder Ideologien nicht das Gemeinwohl schädigen.“ [188]

42 Inhalt Kapitel V Für den Bereich Politik und Wirtschaft fordert Papst Franziskus: „Die Politik darf sich nicht der Wirtschaft unterwerfen, und diese darf sich nicht dem Diktat und dem effizienzorientierten Paradigma der Technokratie unterwerfen. Im Hinblick auf das Gemeinwohl besteht für uns heute die dringende Notwendigkeit, dass Politik und Wirtschaft sich im Dialog entschieden in den Dienst des Lebens stellen, besonders in den des menschlichen Lebens.“ [189] Den Abschied von der magischen Auffassung des Marktes, die zu der Vorstellung neigt, dass sich die Probleme allein mit dem Anstieg der Gewinne der Betriebe oder der Einzelpersonen lösen [190]

43 Inhalt Kapitel V Papst Franziskus stellt fest, dass die Verlangsamung eines gewissen Rhythmus von Produktion und Konsum Anlass zu einer anderen Art von Fortschritt und Entwicklung geben kann [191] und fordert dazu auf, Formen nachhaltiger und gerechter Entwicklung zu finden [192]. Angesichts des „unersättlichen und unverantwortlichen Wachstums, das jahrzehntelang stattgefunden hat“, bedarf es in einigen Teilen der Welt eine gewisse Rezession [Wachstums] zu akzeptieren und Hilfen zu geben, damit in anderen Teilen ein gesunder Aufschwung stattfinden kann. [193]

44 Inhalt Kapitel V Nach Meinung des Papstes hilft keine Mittelweg zwischen Umweltschutz und Fortschritt, sondern nur eine Neudefinition des Fortschritts [194] jenseits von Markt und planwirtschaftlich geführtem Staat [195]. Es braucht einen neuen, ganzheitlichen Ansatz, der in einem interdisziplinären Dialog gefunden wird. „Denn es reicht nicht, oberflächliche ökologische Überlegungen einzubeziehen, während man nicht die Logik infrage stellt, die der gegenwärtigen Kultur zugrunde liegt.“ [197]

45 Inhalt Kapitel V Papst Franziskus appelliert an die Glaubenden, in Übereinstimmung mit ihrem Glauben zu leben und ihm nicht mit ihrem Tun zu widersprechen. „Der größte Teil der Bewohner des Planeten bezeichnet sich als Glaubende, und das müsste die Religionen veranlassen, einen Dialog miteinander aufzunehmen, der auf die Schonung der Natur, die Verteidigung der Armen und den Aufbau eines Netzes der gegenseitigen Achtung und der Geschwisterlichkeit ausgerichtet ist. Dringend ist auch ein Dialog unter den Wissenschaften selbst, denn jede von ihnen pflegt sich in die Grenzen ihrer eigenen Sprache zurückzuziehen, und die Spezialisierung neigt dazu, sich in Abschottung und in eine Verabsolutierung des eigenen Wissens zu verwandeln.“ [201]

46 Inhalt SECHSTES KAPITEL ÖKOLOGISCHE ERZIEHUNG UND SPIRITUALITÄT I. Auf einen anderen Lebensstil setzen II. Erziehung zum Bündnis zwischen der Menschheit und der Umwelt III. Die ökologische Umkehr IV. Freude und Frieden V. Liebe im zivilen und politischen Bereich VI. Sakramentale Zeichen und die Feiertagsruhe VII. Die Trinität und die Beziehung zwischen den Geschöpfen VIII. Die Königin der ganzen Schöpfung IX. Jenseits der Sonne

47 Inhalt Kapitel VI Im sechsten und letzten Kapitel geht es zunächst um die ökologische Erziehung. Papst Franziskus, stellt fest: Die Menschheit muss sich ändern: „Es fehlt das Bewusstsein des gemeinsamen Ursprungs, einer wechselseitigen Zugehörigkeit und einer von allen geteilten Zukunft. Dieses Grundbewusstsein würde die Entwicklung neuer Überzeugungen, Verhaltensweisen und Lebensformen erlauben.“ [202] Er kritisiert das derzeitige Konsumverhalten: „Der zwanghafte Konsumismus ist das subjektive Spiegelbild des techno- ökonomischen Paradigmas.“ [203] „Während das Herz des Menschen immer leerer wird, braucht er immer nötiger Dinge, die er kaufen, besitzen und konsumieren kann.“ [204]. Die „Versessenheit auf einen konsumorientierten Lebensstil kann – vor allem, wenn nur einige wenige ihn pflegen können – nur Gewalt und gegenseitige Zerstörung auslösen.“ [204]

48 Inhalt Kapitel VI Der Mensch hat die Fähigkeit, sich zu ändern. Da Kaufen immer auch eine moralische Handlung ist, gibt es durch Boykotte bestimmter Produkte die Möglichkeit, Druck auszuüben. [206] Die Überwindung des Individualismus ermöglicht einen alternativen Lebensstil. [208] „Die Umwelterziehung soll die Kritik an den auf der instrumentellen Vernunft beruhenden „Mythen“ der Moderne (Individualismus, undefinierter Fortschritt, Konkurrenz, Konsumismus, regelloser Markt) einschließen und auch die verschiedenen Ebenen des ökologischen Gleichgewichts zurückzugewinnen: das innere Gleichgewicht mit sich selbst, das solidarische mit den anderen, das natürliche mit allen Lebewesen und das geistliche mit Gott. Die Umwelterziehung müsste uns darauf vorbereiten, diesen Sprung in Richtung auf das Mysterium zu vollziehen, von dem aus eine ökologische Ethik ihren tiefsten Sinn erlangt. [209]

49 Inhalt Kapitel VI Für Papst Franziskus bedarf es eines Bewusstseinswandels und ökologischer Tugenden, um zu einer echten Haltung der Bewahrung der Schöpfung zu kommen. [211] „Es ist Sache der Politik und der verschiedenen Vereinigungen, sich um eine Sensibilisierung der Bevölkerung zu bemühen. Auch der Kirche kommt diese Aufgabe zu. Alle christlichen Gemeinschaften haben bei dieser Erziehung eine wichtige Rolle zu erfüllen. Ich hoffe auch, dass in unseren Seminaren und den Ausbildungsstätten der Orden zu einer verantwortlichen Genügsamkeit, zur dankerfüllten Betrachtung der Welt und zur Achtsamkeit gegenüber der Schwäche der Armen und der Umwelt erzogen wird.“ [214]

50 Inhalt Kapitel VI Papst Franziskus stellt einige Leitlinien einer ökologischen Spiritualität vor: die Umweltkrise ist für ihn ein Aufruf zu einer tiefgreifenden inneren Umkehr [217]. Persönlich, aber ebenso kollektiv, denn: „Auf soziale Probleme muss mit Netzen der Gemeinschaft reagiert werden“ [219] Er benennt vier Grundeinstellungen der Umkehr: Dankbarkeit und Unentgeltlichkeit, Verzicht und Großzügigkeit, liebevolles Bewusstsein, nicht von den anderen Geschöpfen getrennt zu sein, sondern mit den anderen Wesen des Universums eine wertvolle allumfassende Gemeinschaft zu bilden, sowie seine Kreativität zu entfalten und seine Begeisterung zu steigern, um die Dramen der Welt zu lösen [220]

51 Inhalt Kapitel VI Papst Franziskus wünscht sich einen prophetischen und kontemplativen Lebensstil, der fähig ist, sich zutiefst zu freuen, ohne auf Konsum versessen zu sein. Es handelt sich um die Überzeugung, dass „weniger mehr ist“. [222] Für ihn ist Genügsamkeit befreiend. [223] Zu ihr gehört, den inneren Frieden (wieder) zu gewinnen und sich Zeit zu nehmen, im Einklang mit der Schöpfung zu leben. [225] Es geht um gelassene Aufmerksamkeit im Hier und Jetzt [226] und um Dankbarkeit für die empfangenen Gaben [227]. „Eine ganzheitliche Ökologie ist auch aus einfachen alltäglichen Gesten gemacht, die die Logik der Gewalt, der Ausnutzung, des Egoismus durchbrechen.“ [230]

52 Inhalt Kapitel VI Papst Franziskus verweist auf die Sakramente als „eine bevorzugte Weise, in der die Natur von Gott angenommen wird und sich in Vermittlung des übernatürlichen Lebens verwandelt.“ [235] „In der Eucharistie findet die Schöpfung ihre größte Erhöhung…, wenn der menschgewordene Gott selbst so weit geht, sich von seinem Geschöpf verzehren zu lassen.“ [236] Der Sonntag als Tag der Ruhe als „eine Ausweitung des Blickfeldes, die erlaubt, wieder die Rechte der anderen zu erkennen“ [237]

53 Inhalt Kapitel VI Papst Franziskus verweist darauf, dass die „gesamte Wirklichkeit (und somit jedes Geschöpf) in ihrem Innern eine eigentlich trinitarische Prägung besitzt“ [239] In einem Abschnitt werden jeweils Maria („Maria, die Mutter, die für Jesus sorgte, sorgt jetzt mit mütterlicher Liebe und mit Schmerz für diese verletzte Welt“ [241]) und Josef gewürdigt [242] Die Enzyklika endet mit dem eschatologischen Ausblick: „Das ewige Leben wird ein miteinander erlebtes Staunen sein, wo jedes Geschöpf in leuchtender Verklärung seinen Platz einnehmen und etwas haben wird, um es den endgültig befreiten Armen zu bringen“ [243] sowie zwei Gebeten.

54 Der franziskanische Rahmen Aufhänger Sonnengesang “Laudato si’, mi’ Signore – Gelobt seist du, mein Herr”, sang der heilige Franziskus von Assisi. In diesem schönen Lobgesang erinnerte er uns daran, dass unser gemeinsames Haus wie eine Schwester ist, mit der wir das Leben teilen, und wie eine schöne Mutter, die uns in ihre Arme schließt: “Gelobt seist du, mein Herr, durch unsere Schwester, Mutter Erde, die uns erhält und lenkt und vielfältige Früchte hervorbringt und bunte Blumen und Kräuter.“ [1]

55 Der franziskanische Rahmen Vorbild Franziskus Ich möchte diese Enzyklika nicht weiterentwickeln, ohne auf ein schönes Vorbild einzugehen, das uns anspornen kann. Ich nahm seinen Namen an als eine Art Leitbild und als eine Inspiration im Moment meiner Wahl zum Bischof von Rom. Ich glaube, dass Franziskus das Beispiel schlechthin für die Achtsamkeit gegenüber dem Schwachen und für eine froh und authentisch gelebte ganzheitliche Ökologie ist. Er ist der heilige Patron all derer, die im Bereich der Ökologie forschen und arbeiten, und wird auch von vielen Nichtchristen geliebt. Er zeigte eine besondere Aufmerksamkeit gegenüber der Schöpfung Gottes und gegenüber den Ärmsten und den Einsamsten. Er liebte die Fröhlichkeit und war wegen seines Frohsinns, seiner großzügigen Hingabe und seines weiten Herzens beliebt. Er war ein Mystiker und ein Pilger, der in Einfachheit und in einer wunderbaren Harmonie mit Gott, mit den anderen, mit der Natur und mit sich selbst lebte. An ihm wird man gewahr, bis zu welchem Punkt die Sorge um die Natur, die Gerechtigkeit gegenüber den Armen, das Engagement für die Gesellschaft und der innere Friede untrennbar miteinander verbunden sind. [10]

56 Der franziskanische Rahmen Vorbild Franziskus Sein Zeugnis zeigt uns auch, dass eine ganzheitliche Ökologie eine Offenheit gegenüber Kategorien verlangt, die über die Sprache der Mathematik oder der Biologie hinausgehen und uns mit dem Eigentlichen des Menschen verbinden. Wie es uns geht, wenn wir uns in einen Menschen verlieben, so war jedes Mal, wenn er die Sonne, den Mond oder die kleinsten Tiere bewunderte, seine Reaktion die, zu singen und die anderen Geschöpfe in sein Lob einzubeziehen. Er trat mit der gesamten Schöpfung in Verbindung und predigte sogar den Blumen „und lud sie zum Lob des Herrn ein, wie wenn sie vernunftbegabte Wesen wären“. [11]

57 Der franziskanische Rahmen Vorbild Franziskus Seine Reaktion war weit mehr als eine intellektuelle Bewertung oder ein wirtschaftliches Kalkül, denn für ihn war jedes Geschöpf eine Schwester oder ein Bruder, ihm verbunden durch die Bande zärtlicher Liebe. Deshalb fühlte er sich berufen, alles zu hüten, was existiert. Sein Jünger, der heilige Bonaventura, erzählte: „Eingedenk dessen, dass alle Geschöpfe ihren letzten Ursprung in Gott haben, war er von noch überschwänglicherer Zuneigung zu ihnen erfüllt. Auch die kleinsten Geschöpfe nannte er deshalb Bruder und Schwester.“ Diese Überzeugung darf nicht als irrationaler Romantizismus herabgewürdigt werden, denn sie hat Konsequenzen für die Optionen, die unser Verhalten bestimmen. Wenn wir uns der Natur und der Umwelt ohne diese Offenheit für das Staunen und das Wunder nähern, wenn wir in unserer Beziehung zur Welt nicht mehr die Sprache der Brüderlichkeit und der Schönheit sprechen, wird unser Verhalten das des Herrschers, des Konsumenten oder des bloßen Ausbeuters der Ressourcen sein, der unfähig ist, seinen unmittelbaren Interessen eine Grenze zu setzen. Wenn wir uns hingegen allem, was existiert, innerlich verbunden fühlen, werden Genügsamkeit und Fürsorge von selbst aufkommen. Die Armut und die Einfachheit des heiligen Franziskus waren keine bloß äußerliche Askese, sondern etwas viel Radikaleres: ein Verzicht darauf, die Wirklichkeit in einen bloßen Gebrauchsgegenstand und ein Objekt der Herrschaft zu verwandeln. [11]

58 Der franziskanische Rahmen Vorbild Franziskus Andererseits legt der heilige Franziskus uns in Treue zur Heiligen Schrift nahe, die Natur als ein prächtiges Buch zu erkennen, in dem Gott zu uns spricht und einen Abglanz seiner Schönheit und Güte aufscheinen lässt: „Von der Größe und Schönheit der Geschöpfe lässt sich auf ihren Schöpfer schließen“ (Weish 13,5), und „seine unsichtbare Wirklichkeit [wird] an den Werken der Schöpfung mit der Vernunft wahrgenommen, seine ewige Macht und Gottheit“ (Röm 1,20). Deshalb forderte Franziskus, im Konvent immer einen Teil des Gartens unbebaut zu lassen, damit dort die wilden Kräuter wüchsen und die, welche sie bewunderten, ihren Blick zu Gott, dem Schöpfer solcher Schönheit erheben könnten. Die Welt ist mehr als ein zu lösendes Problem, sie ist ein freudiges Geheimnis, das wir mit frohem Lob betrachten. [12]

59 Der franziskanische Rahmen Franziskus: Harmonie mit der Schöpfung Die Harmonie zwischen dem Schöpfer, der Menschheit und der gesamten Schöpfung wurde zerstört durch unsere Anmaßung, den Platz Gottes einzunehmen, da wir uns geweigert haben anzuerkennen, dass wir begrenzte Geschöpfe sind. Diese Tatsache verfälschte auch den Auftrag, uns die Erde zu „unterwerfen“ (vgl. Gen 1,28) und sie zu „bebauen“ und zu „hüten“ (vgl. Gen 2,15). Als Folge verwandelte sich die ursprünglich harmonische Beziehung zwischen dem Menschen und der Natur in einen Konflikt (vgl. Gen 3,17-19). Darum ist es bedeutungsvoll, dass die Harmonie, in der der heilige Franziskus von Assisi mit allen Geschöpfen lebte, als eine Heilung jenes Bruches interpretiert wurde. Der heilige Bonaventura sagte, dass Franziskus, „da er mit allen Geschöpfen in Frieden war“, wieder in „den Zustand vor der Ursünde“ gelangte. [66]

60 Der franziskanische Rahmen Franziskus: Sonnengesang (87) und Verbundenheit (91) Ein Empfinden inniger Verbundenheit mit den anderen Wesen in der Natur kann nicht echt sein, wenn nicht zugleich im Herzen eine Zärtlichkeit, ein Mitleid und eine Sorge um die Menschen vorhanden ist. Die Ungereimtheit dessen, der gegen den Handel mit vom Aussterben bedrohten Tieren kämpft, aber angesichts des Menschenhandels völlig gleichgültig bleibt, die Armen nicht beachtet oder darauf beharrt, andere Menschen zu ruinieren, die ihm missfallen, ist offensichtlich. Das bringt den Sinn des Kampfes für die Umwelt in Gefahr. Es ist kein Zufall, dass der heilige Franziskus in dem Hymnus, in dem er Gott durch dessen Geschöpfe preist, hinzufügt: „Gelobt seist du, mein Herr, durch jene, die verzeihen um deiner Liebe willen.“ Alles ist miteinander verbunden. Darum ist eine Sorge für die Umwelt gefordert, die mit einer echten Liebe zu den Menschen und einem ständigen Engagement angesichts der Probleme der Gesellschaft verbunden ist. [91]

61 Der franziskanische Rahmen Franziskus: Arbeit Jede Form von Arbeit setzt eine Vorstellung über die Beziehung voraus, die der Mensch mit dem anderen aufnehmen kann und muss. Die christliche Spiritualität hat zusammen mit dem betrachtenden Staunen über die Geschöpfe, wie wir es beim heiligen Franziskus von Assisi finden, auch ein tiefes gesundes Verständnis der Arbeit entwickelt, wie wir es zum Beispiel im Leben des seligen Charles de Foucauld und seiner Jünger antreffen können.[125]

62 Der franziskanische Rahmen Franziskus: Umkehr Wir erinnern an das Vorbild des heiligen Franziskus von Assisi, um eine gesunde Beziehung zur Schöpfung als eine Dimension der vollständigen Umkehr des Menschen vorzuschlagen. Das schließt auch ein, die eigenen Fehler, Sünden, Laster oder Nachlässigkeiten einzugestehen und sie von Herzen zu bereuen, sich von innen her zu ändern. [218]

63 Der franziskanische Rahmen Franziskus: Umkehr Ich lade alle Christen ein, diese Dimension ihrer Umkehr zu verdeutlichen, indem sie zulassen, dass die Kraft und das Licht der empfangenen Gnade sich auch auf ihre Beziehung zu den anderen Geschöpfen und zu der Welt, die sie umgibt, erstrecken und jene sublime Geschwisterlichkeit mit der gesamten Schöpfung hervorrufen, die der heilige Franziskus in so leuchtender Weise lebte.[221]

64 Franziskanische Akzente Franziskanisches Schöpfungsverständnis Umwelt als Mitwelt Verbundenheit alles geschaffenen untereinander Geschwisterlichkeit Perspektive der Armen Verknüpfung Umwelt- mit Gerechtigkeitsfrage „Ökologische Schuld“ der Industrieländer Universale Solidarität Veränderte Wirtschaftsweise (Wachstumsrücknahme) Veränderter Lebensstil

65 Kritische Würdigung Aspekt 1: Franziskanischer Background Die Enzyklika atmet durch und durch franziskanischen Geist. Sie greift mit den Punkten „Schöpfungs- verständnis“ und „Perspektive der Armen“ zwei zentrale franziskanische Gedanken auf. Franz von Assisi wird 9 Mal erwähnt und als Vorbild dargestellt, in dem sich die Thesen von Papst Franziskus kristallisieren. Aus franziskanischer Perspektive ist es ein Glücksfall, dass der Papst auch hier nach dem Motto verfährt „Nomen est omen“ und die franziskanische Spiritualität päpstlich „geadelt“ wird.

66 Kritische Würdigung Aspekt 2: Theologie Die Enzyklika ist die erste, die sich explizit dem Thema Bewahrung der Schöpfung widmet. Die Auslegung der Schöpfungsgeschichte entspricht heutiger moderner Theologie. Papst Franziskus wendet sich gegen das kreationistische Verständnis einer wortwörtlichen Auslegung der Bibel und spricht von der „symbolischen und narrativen Sprache“ der Schöpfungserzählungen. Er grenzt sich somit klar von bestimmten konservativen Strömungen (etwa in den USA) ab.

67 Kritische Würdigung Aspekt 2: Theologie Die Darstellung des Papstes und die Reaktion der Medien zeigt, dass das moderne Verständnis durchaus noch nicht überall angekommen ist und als innerkirchlicher Paradigmenwechsel an der Basis zu verwurzeln ist. Das vermeintliche christliche Selbstverständnis vom „Beherrscher der Schöpfung“ hat zur kapitalistischen Gesinnung und der mit ihr verbundenen ausbeuterischen Haltung gegenüber der Natur beigetragen. Das Verständnis der kosmischen Verbundenheit mit allem Geschaffenen findet sich stärker in den asiatischen Religionen.

68 Kritische Würdigung Aspekt 3: Nachhaltigkeit / Gerechtigkeit Die Enzyklika koppelt die Umweltfrage mit der Gerechtigkeitsfrage. Verständlich nicht nur aus der lateinamerikanischen Erfahrungswelt des Papstes. Nachhaltigkeit wird heute verstanden als Zusammenspiel von Ökologie, Ökonomie und sozialer Gerechtigkeit. Von daher kann die soziale Frage nicht ausgeklammert bleiben. In LS taucht der Leitbegriff „Armut“ / „arm“ 63x auf. Die Bewahrung der Schöpfung kann nur mit den Armen, nicht gegen sie gelingen. Der Begriff der Nachhaltigkeit taucht explizit nicht als Nomen, lediglich als Adjektiv 19x auf, wird aber implizit in der Enzyklika vorausgesetzt.

69 Kritische Würdigung Aspekt 4: Anthropologie Papst Franziskus macht deutlich, dass das Gelingen ökologischer Bemühungen von einer anderen Anthropologie abhängt. Ein fehlgeleiteter Anthropozentrismus ist zu korrigieren. Der Begriff der „Humanökologie“ wird in verschiedene Richtungen entfaltet. Die Frage ist hier (wie auch schon in Evangelii gaudium), ob der Papst nicht von einem zu negativen Menschenbild ausgeht und seine Sicht von einer zu kulturpessimistischen Grundhaltung geprägt ist.

70 Kritische Würdigung Aspekt 5: Relativismus Papst Franziskus führt in seiner Analyse die (alle) Fehlentwicklungen auf den Relativismus zurück. Hinter der kapitalistischen Denkweise, hinter dem „Einweggebrauch“ stehe dieselbe relativistische Denkweise wie bei Kinderschändern, Sklavenhaltern und organisierter Kriminalität. Ein solch pauschales eindimensionales Begründungsmuster verhindert eher den geforderten Dialog als dass es ihn fördert.

71 Kritische Würdigung Aspekt 6: Technokratisches Paradigma Der häufigste Leitbegriff in LS ist „Technik“ (97x), dies in Kombination mit Machtkritik (67x). Papst Franziskus führt in seiner Analyse die Umweltkrise auf das technokratische Paradigma zurück. Zwar würdigt er bestimmte technische Fortschritte, fordert aber seine Abschaffung und eine kulturelle Revolution. Es bleibt die Frage, wie viel Technik brauchen wir zur Bewältigung der Umweltkrise und wie setzen wir sie innerhalb eines neuen Wirtschaftsmodells ein?

72 Kritische Würdigung Aspekt 6: Technokratisches Paradigma Ein Beispiel für die Kritik insbesondere aus rechtskonservativen Kreisen: „Immer wieder verbinden sich die klassisch-katholischen Vorbehalte gegen eine ordoliberale Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung mit den üblichen Verurteilungen aller möglichen Ismen von Anthropozentrismus über Konsumismus bis Hedonismus zu einem moralinsauren Gebräu. Versatzstücke von Verelendungs- und Weltverschwörungstheorien machen dieses ökologische Manifest mitunter ungenießbar“ [Daniel Deckers in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung vom 18. Juni 2015]

73 Kritische Würdigung Aspekt 7: Wachstumskritik Papst Franziskus kritisiert noch massiver als ein Evangelii gaudium „perverse“ System-Logiken (52 / 197) und das Wachstumsmodell. Er fordert für die reichen Industrieländer eine Wachstumsrücknahme („Regression“), um den ärmeren Ländern eine Entwicklung zu ermöglichen. Ohne eine Verringerung des Ressourcenverbrauchs ist langfristig kein Schutz der Schöpfung möglich. Dies erfordert eine massive Veränderung unseres Lebensstils. Die spannende Frage ist, wie viele Menschen in den Industrieländern dazu bereit sind.

74 Kritische Würdigung Aspekt 8: Wirtschaftsmodell Papst Franziskus fordert wie in Evangelii gaudium ein neues Wirtschaftsmodell, das jenseits von Neoliberalismus mit seinem freien Markt und gelenkter sozialistischer Planwirtschaft liegt. Ein wesentliches Kriterium ist die Gemeinwohlorientierung. Das Privateigentum hat sich wieder auf das Gemeinwohl hin zu ordnen. Ein neues Wirtschaftssystem ist im Zusammenspiel aller Wissenschaftsrichtungen und gesellschaftlichen Kräfte zu entwickeln.

75 Kritische Würdigung Aspekt 9: Ganzheitliche Ökologie Ähnlich der Forderung nach einer „ganzheitlichen Entwicklung“ (Populorum progessio 1967) geht es Papst Franziskus um eine „ganzheitliche Ökologie“, verstanden als komplexes Beziehungsgeschehen. Die komplexe sozio- ökologische Krise kann nur bewältigt werden, wenn Natur und Mensch gleichermaßen in den Blick kommen. Die jeweiligen kulturellen Hintergründe sind für unterschiedliche Lösungswege zu berücksichtigen. Es fällt auf, dass die „Frauenfrage“ als wesentlicher Faktor sowohl der sozialen Gerechtigkeit wie der Umweltgerechtigkeit an keiner Stelle thematisiert wird.

76 Kritische Würdigung Aspekt 10: Politik Papst Franziskus fordert von der Politik, dass sie wieder den Primat über die Wirtschaft und das Finanzwesen gewinnt. Er kritisiert massiv, dass es nach der Finanzkrise von 2008 kaum Veränderungen gegeben hat. Für den Bereich Umweltschutz fordert er globale Institutionen, die auch das Recht zu Sanktionen haben, da sich die einzelnen Staaten als zu schwach erweisen, geeignete Maßnahmen durchzusetzen. Die Frage ist, wer die geforderte Weltautorität einsetzen kann.

77 Kritische Würdigung Aspekt 11: Bevölkerungswachstum Papst Franziskus verweist zurecht darauf, dass eine hohe Geburtenrate nicht allein für ökologische und soziale Probleme verantwortlich gemacht werden kann. Es stimmt auch, dass unser Planet noch mehr als die derzeitige Bevölkerung ernähren kann. Dennoch sind die Tragfähigkeit der Erde und mit ihr die vorhandenen natürlichen Ressourcen begrenzt. Es bedarf einer Bevölkerungsentwicklung, die eine bestimmte Grenze nicht überschreitet. Wie dies gelingen kann, ist miteinander zu diskutieren.

78 Kritische Würdigung Aspekt 12: Klimawandel Papst Franziskus schließt sich gegen die „Klimaskeptiker“ ausdrücklich der großen Mehrheit der wissenschaftlichen Studien an, die den Klimawandel für menschengemacht (anthropogen) halten. Das Klima als Kollektivgut bedarf durch entsprechende Steuerungsinstrumente des Schutzes der gesamten Weltgemeinschaft, wobei es unterschiedliche Grade von Verantwortung gibt. Die Hauptverursacher haben einen größeren Beitrag zur Bewältigung des Problems zu leisten. Kritisch ist zu fragen, ob der Emissionszertifikate- handel tatsächlich so negativ ist wie vom Papst dargestellt (171). Menschen, die aufgrund ökologischer Degradation ihre Lebensräume verlassen müssen, sollen als Flüchtlinge mit entsprechendem rechtlichem Status anerkannt werden.

79 Kritische Würdigung Aspekt 13: Dialog Es fällt auf, dass im Kapitel 5 in allen Überschriften das Wort „Dialog“ auftaucht. In LS insgesamt 23x. Der Papst beansprucht nicht die Lösung aller Fragen. Er ruft zum Dialog auf mit den Wissenschaften und innerhalb der Religionen. Er greift auf zahlreiche Äußerungen verschiedener Bischofskonferenzen zurück (21 Zitate) und verdeutlicht lokale wie globale Notwendigkeiten gleichermaßen. Er spricht staatliche und nichtstaatliche Akteure gleichermaßen an.

80 Kritische Würdigung Aspekt 14: Lebensstil und Konsummuster Der Papst übt massive Kritik an den Konsummustern großer Teile der reichen Bevölkerungsschichten (das Wort Konsum wird 55x verwendet). Lebensstilfragen sind keine rein persönliche Sache, sondern ein verantwortlicher Beitrag zur Überlebensfähigkeit des gemeinsamen Hauses Erde. Die zahlreichen konkreten Handlungsmöglichkeiten, sind in Teilen bei uns zur Selbstverständlichkeit geworden, in vielen Ländern aber nur höchst rudimentär umgesetzt.

81 Kritische Würdigung Aspekt 15: Bewusstseinsbildung Zurecht weist der Papst darauf hin, dass Gesetze allein für Veränderungen nicht ausreichen. Es bedarf einer veränderten Haltung und Einstellung. Die ökologischen Tugenden sind über die Familie, die Schule, die Politik und kirchliche Einrichtungen einzuüben. Diesen Bewusstseinswandel zu fördern, darin liegt eine der zentralen Konsequenzen der Enzyklika für die Ländern mit „ökologischer Schuld“.

82 Kritische Würdigung Aspekt 16: Spiritualität Der Papst spricht von einer ökologischen Spiritualität und vier Grundeinstellungen der Umkehr: Dankbarkeit, Verzicht, Verbundenheit und Kreativität. Einfachheit und Achtsamkeit sind Werte, die alle Religionen teilen. Die Frage ist, in wie weit sie intern gelebt werden und wie sie auch als säkulare Werte für „religiös Unmusikalische“ zu vermitteln sind, in wie weit Genügsamkeit tatsächlich auf breiter Basis als befreiend erlebt wird.

83 Kritische Würdigung Ausblick: Spur der Hoffnung „Während die Menschheit des post-industriellen Zeitalters vielleicht als eine der verantwortungs- losesten der Geschichte in der Erinnerung bleiben wird, ist zu hoffen, dass die Menschheit vom Anfang des 21. Jahrhunderts in die Erinnerung eingehen kann, weil sie großherzig ihre schwerwiegende Verantwortung auf sich genommen hat.“ [165]

84 Themen der Enzyklika Kapitel I – Was unserem Haus widerfährt: Intensivierung der Lebens- und Arbeitsrhythmen [18] steigende Sensibilität für die Umwelt [19] Luftschadstoffe [20] Gefährliche Abfälle – Müll – Bioakkumulation [21] Wegwerfkultur [22] Klimawandel [23-26] Erschöpfung natürlicher Ressourcen [27] Sauberes Trinkwasser - Privatisierung [28-30] Anstieg der Nahrungsmittelpreise [31]

85 Themen der Enzyklika Kapitel I – Was unserem Haus widerfährt: Verlust biologischer Vielfalt [32-34] Umweltverträglichkeitsprüfungen [35-36] Präferierte Schutzgebiete (Amazonas / Kongobecken) [37-38] Monokulturen [39] Ozeane / Korallenbänke [40-41] Investitionen in Forschung [42]

86 Themen der Enzyklika Kapitel I – Was unserem Haus widerfährt: Negative soziale Auswirkungen: Wachsen der Städte, Privatisierung von Land, soziale Ausschließung, Gewalt usw. [43-46] „Zeichen, die zeigen, dass das Wachstum der letzten beiden Jahrhunderte nicht in allen seinen Aspekten einen wahren ganzheitlichen Fortschritt und eine Besserung der Lebensqualität bedeutet hat. Einige dieser Zeichen sind zugleich Symptome eines wirklichen sozialen Niedergangs“ [46] Einfluss der Medien und der digitalen Welt[47]

87 Themen der Enzyklika Kapitel I – Was unserem Haus widerfährt: Auswirkungen auf die Schwächsten des Planeten [48] „Wir kommen jedoch heute nicht umhin anzuerkennen, dass ein wirklich ökologischer Ansatz sich immer in einen sozialen Ansatz verwandelt, der die Gerechtigkeit in die Umweltdiskussionen aufnehmen muss, um die Klage der Armen ebenso zu hören wie die Klage der Erde.“ [49] Bevölkerungswachstum „… muss auch anerkannt werden, dass eine wachsende Bevölkerung mit einer umfassenden und solidarischen Entwicklung voll und ganz zu vereinbaren ist“. Die Schuld dem Bevölkerungszuwachs und nicht dem extremen und selektiven Konsumverhalten einiger anzulasten, ist eine Art, sich den Problemen nicht zu stellen.“ [50]

88 Themen der Enzyklika Kapitel I – Was unserem Haus widerfährt: Ethik der internationalen Beziehungen „Denn es gibt eine wirkliche „ökologische Schuld“ – besonders zwischen dem Norden und dem Süden – im Zusammenhang mit Ungleichgewichten im Handel und deren Konsequenzen im ökologischen Bereich wie auch mit dem im Laufe der Geschichte von einigen Ländern praktizierten unproportionierten Verbrauch der natürlichen Ressourcen.“ [48]

89 Themen der Enzyklika Kapitel I – Was unserem Haus widerfährt: Auslandsverschuldung der armen Länder als Kontrollinstrument Der Erdboden der Armen im Süden ist fruchtbar und wenig umweltgeschädigt, doch in den Besitz dieser Güter und Ressourcen zu gelangen, um ihre Lebensbedürfnisse zu befriedigen, ist ihnen verwehrt durch ein strukturell perverses System von kommerziellen Beziehungen und Eigentumsverhältnissen. Es ist notwendig, dass die entwickelten Länder zur Lösung dieser Schuld beitragen, indem sie den Konsum nicht erneuerbarer Energie in bedeutendem Maß einschränken und Hilfsmittel in die am meisten bedürftigen Länder bringen, um politische Konzepte und Programme für eine nachhaltige Entwicklung zu unterstützen. [52] Klimawandel: diversifizierte Verantwortlichkeiten

90 Themen der Enzyklika Kapitel I – Was unserem Haus widerfährt: Leadership / Rechtssystem [53] Schwäche der internationalen politischen Reaktion [54] Klimaanlagen [55] Fortführung des Systems [56] Neue Kriege [57] „… wuchert eine oberflächliche oder scheinbare Ökologie, die eine gewisse Schläfrigkeit und eine leichtfertige Verantwortungslosigkeit unterstützt.“ [59]

91 Themen der Enzyklika Kapitel I – Was unserem Haus widerfährt: Mythos des Fortschritts / Mensch jede Art von Fortschritt verbieten – „Zwischen diesen beiden Extremen müssten mögliche zukünftige Szenerien erdacht werden, denn es gibt nicht nur einen einzigen Lösungsweg.“ [60] „In Bezug auf viele konkrete Fragen ist es nicht Sache der Kirche, endgültige Vorschläge zu unterbreiten, und sie versteht, dass sie zuhören und die ehrliche Debatte zwischen den Wissenschaftlern fördern muss, indem sie die Unterschiedlichkeit der Meinungen respektiert.“ „… ist sicher, dass das gegenwärtige weltweite System unter verschiedenen Gesichtspunkten unhaltbar ist, denn wir haben aufgehört, an den Zweck menschlichen Handelns zu denken…“ [61]

92 Themen der Enzyklika Kapitel II – Evangelium von der Schöpfung: Dialog Wissenschaft-Religion [62-64] Würde des Menschen [65] Schöpfungsgeschichte [66] Auftrag, Erde zu hüten [67] Schöpfungsordnung respektieren – fehlgeleiteter Anthropozentrismus [68-69] Kain und Abel / Noah [70] Schabbatgebot [71]

93 Themen der Enzyklika Kapitel II – Evangelium von der Schöpfung: Psalmen [72] Propheten [73] Babylonische Gefangenschaft [74] Figur des Vaters als Schöpfer [75] Schöpfung als Plan der Liebe Gottes [76-77] Entmythologisierung – Verantwortung des Menschen [78-82] „Das Ziel des Laufs des Universum liegt in der Fülle Gottes, die durch den auferstandenen Christus – den Angelpunkt des universalen Reifungsprozesses – schon erreicht worden ist“ [83]

94 Themen der Enzyklika Kapitel II – Evangelium von der Schöpfung: Schöpfung als Liebkosung Gottes [84-88] Sonnengesang [87] Entwicklung der „ökologischen Tugenden“ [88] Alles Geschaffene ist eine universale Familie [89] Wut über Ungerechtigkeit [90] „Alles ist miteinander verbunden. Darum ist eine Sorge für die Umwelt gefordert, die mit einer echten Liebe zu den Menschen und einem ständigen Engagement angesichts der Probleme der Gesellschaft verbunden ist.“ [91] „Friede, Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung sind drei absolut miteinander verbundene Themen, die nicht getrennt und einzeln behandelt werden können, ohne erneut in Reduktionismus zu fallen.“ [92] Gemeinwohlorientierung des Privateigentums [93-95] Der Blick Jesu [96-100]

95 Themen der Enzyklika Kapitel III – Menschliche Wurzel: vorherrschendes technokratisches Paradigma [ ] „Tatsache ist, dass „der moderne Mensch nicht zum richtigen Gebrauch der Macht erzogen wird“, denn das enorme technologische Wachstum ging nicht mit einer Entwicklung des Menschen in Verantwortlichkeit, Werten und Gewissen einher.“ [105] eindimensionales Paradigma „Nach diesem Paradigma tritt eine Auffassung des Subjekts hervor, das im Verlauf des logisch-rationalen Prozesses das außen liegende Objekt allmählich umfasst und es so besitzt. Dieses Subjekt entfaltet sich, indem es die wissenschaftliche Methode mit ihren Versuchen aufstellt, die schon explizit eine Technik des Besitzens, des Beherrschens und des Umgestaltens ist... Von da aus gelangt man leicht zur Idee eines unendlichen und grenzenlosen Wachstums, das die Ökonomen, Finanzexperten und Technologen so sehr begeisterte. Dieses Wachstum setzt aber die Lüge bezüglich der unbegrenzten Verfügbarkeit der Güter des Planeten voraus, die dazu führt, ihn bis zur Grenze und darüber hinaus „auszupressen“.“ [106]

96 Themen der Enzyklika Kapitel III – Menschliche Wurzel: Reduktionismus [ ] Technokratisches Prinzip beherrscht Wirtschaft und Politik [109] „Die Finanzen ersticken die Realwirtschaft. Man hat die Lektionen der weltweiten Finanzkrise nicht gelernt, und nur sehr langsam lernt man die Lektionen der Umweltschädigung… Der Markt von sich aus gewährleistet aber nicht die ganzheitliche Entwicklung des Menschen und die soziale Inklusion“ [109] Sinn für Gesamtheit geht verloren [110] Widerstand gegen den Vormarsch des technokratischen Paradigmas - Befreiung vom… - kulturelle Revolution [ ]

97 Themen der Enzyklika Kapitel III – Menschliche Wurzel: Anthropozentrismus hat technische Vernunft über die Wirklichkeit gestellt [ ] „Alles ist miteinander verbunden. Wenn sich der Mensch für unabhängig von der Wirklichkeit erklärt und als absoluter Herrscher auftritt, bricht seine Existenzgrundlage selbst zusammen.“ [117] Kein Biozentrismus: „Es wird keine neue Beziehung zur Natur geben ohne einen neuen Menschen. Es gibt keine Ökologie ohne eine angemessene Anthropologie.“ [118]

98 Themen der Enzyklika Kapitel III – Menschliche Wurzel: Wichtigkeit von Beziehungen [119] „Denn man kann nicht eine Beziehung zur Umwelt geltend machen, die von den Beziehungen zu den anderen Menschen und zu Gott isoliert ist. Es wäre ein als ökologische Schönheit getarnter romantischer Individualismus und ein stickiges Eingeschlossensein in der Immanenz.“ [119] Abtreibung [120] Entwicklung einer neuen Synthese [121]

99 Themen der Enzyklika Kapitel III – Menschliche Wurzel: Praktischer Relativismus führt zu fehlgeleitetem Lebensstil [ ] Problematische Vergleiche! Wert der Arbeit [ ] „Die Arbeit ist eine Notwendigkeit, sie ist Teil des Sinns des Lebens auf dieser Erde, Weg der Reifung, der menschlichen Entwicklung und der persönlichen Verwirklichung. Den Armen mit Geld zu helfen muss in diesem Sinn immer eine provisorische Lösung sein, um den Dringlichkeiten abzuhelfen. Das große Ziel muss immer sein, ihnen mittels Arbeit ein würdiges Leben zu ermöglichen.“ [128] Vorrang kleinbäuerlicher Systeme [129]

100 Themen der Enzyklika Kapitel III – Menschliche Wurzel: Tierversuche [ ] Biotechnologie – gentechnisch veränderte Pflanzen - Zugang zu Informationen[ ] Experimente mit Embryonen [136]

101 Themen der Enzyklika Kapitel IV – Ganzheitliche Ökologie: „ganzheitliche Lösungen suchen, welche die Wechselwirkungen der Natursysteme untereinander und mit den Sozialsystemen berücksichtigen. Es gibt nicht zwei Krisen nebeneinander, eine der Umwelt und eine der Gesellschaft, sondern eine einzige und komplexe sozio-ökologische Krise.“ [ ] Rolle der Forschung [140] Nachhaltige Entwicklung [141] Sozialökologie [142] Kulturökologie [ ] Besonderer Blick auf Ureinwohner [146]

102 Themen der Enzyklika Kapitel IV – Ganzheitliche Ökologie: ganzheitliche Verbesserung der menschlichen Lebensqualität [147] Humanökologie [ ] Verkehr [153] moralisches Gesetz, das in die eigene Natur des Menschen eingeschrieben ist [154] Gemeinwohl – Subsidiarität – sozialer Friede – distributive Gerechtigkeit [ ] Appell zur Solidarität und in eine vorrangige Option für die Ärmsten [178]

103 Themen der Enzyklika Kapitel IV – Ganzheitliche Ökologie: Solidarität zwischen den Generationen [159] „Der Rhythmus des Konsums, der Verschwendung und der Veränderung der Umwelt hat die Kapazität des Planeten derart überschritten, dass der gegenwärtige Lebensstil, da er unhaltbar ist, nur in Katastrophen enden kann…“ [161] Individualismus – Immediatismus - „Krisen der familiären und sozialen Bindungen, mit den Schwierigkeiten, den Mitmenschen anzuerkennen“[162]

104 Themen der Enzyklika Kapitel V – Leitlinien für Handlung: Gemeinsamer Plan - internationale leaderships [164] Maßnahmen zum Klimaschutz [165] Weltweite Ökobewegungen [166] Konferenz Rio 1992 [167] Basler Konvention über die gefährlichen Abfälle / Washingtoner Artenschutzübereinkommen / Wiener Übereinkommen zum Schutz der Ozonschicht [168] Internationalisierung der Umweltkosten [169] Ablehnung des An- und Verkaufs von „Emissionszertifikaten“ [171]

105 Themen der Enzyklika Kapitel V – Leitlinien für Handlung: Korruptionsbekämpfung [172] internationaler Vereinbarungen - globale Rahmenbestimmungen [173] Verwaltung der Ozeane - Vereinbarung über die Regelungen der Ordnungs- und Strukturpolitik für den gesamten Bereich des sogenannten „globalen Gemeinwohls“ [174] verantwortlichere weltweite Reaktion, die darin besteht, gleichzeitig sowohl die Reduzierung der Umweltverschmutzung als auch die Entwicklung der armen Länder und Regionen in Angriff zu nehmen [175]

106 Themen der Enzyklika Kapitel V – Leitlinien für Handlung: stärkere und wirkkräftig organisierte internationale Institutionen zu entwickeln, die Befugnisse haben, die durch Vereinbarung unter den nationalen Regierungen gerecht bestimmt werden, und mit der Macht ausgestattet sind, Sanktionen zu verhängen [175] Forderung einer echten politischen Weltautorität [175] Regelungen innerhalb der Staaten [ ] Transparente politische Prozesse [182] Umweltverträglichkeitsprüfung – Einbeziehung der Betroffenen vor Ort [183]

107 Themen der Enzyklika Kapitel V – Leitlinien für Handlung: Prinzip der Vorbeugung – Umkehrung der Beweislast [186] Politik und Wirtschaft sollen sich im Dialog entschieden in den Dienst des Lebens stellen – Kritik, dass das Problem der Realökonomie nicht in Angriff genommen wurde [187] Umwelt kann nicht durch bloße Kostennutzenrechnung geschützt werden [188]

108 Themen der Enzyklika Kapitel V – Leitlinien für Handlung: „Wir müssen uns jedoch davon überzeugen, dass die Verlangsamung eines gewissen Rhythmus von Produktion und Konsum Anlass zu einer anderen Art von Fortschritt und Entwicklung geben kann. Die Anstrengungen für eine nachhaltige Nutzung der natürlichen Ressourcen sind kein nutzloser Aufwand, sondern eine Investition, die mittelfristig andere wirtschaftliche Gewinne bieten kann. Wenn wir nicht engstirnig sind, können wir entdecken, dass die vielseitige Gestaltung einer mehr innovativen und weniger umweltschädlichen Produktion rentabler sein kann. Es geht darum, den Weg für andere Möglichkeiten zu öffnen, die nicht etwa bedeuten, die Kreativität des Menschen und seinen Sinn für Fortschritt zu bremsen, sondern diese Energie auf neue Anliegen hin auszurichten.“ [191]

109 Themen der Enzyklika Kapitel V – Leitlinien für Handlung: kluge und rentable Formen von Wiederverwertung, Umfunktionierung und Recycling schaffen; er könnte die Energieeffizienz der Städte verbessern… Formen nachhaltiger und gerechter Entwicklung [192] „Wenn in einigen Fällen die nachhaltige Entwicklung neue Formen des Wachstums mit sich bringen wird, muss man immerhin in anderen Fällen angesichts des unersättlichen und unverantwortlichen Wachstums, das jahrzehntelang stattgefunden hat, auch daran denken, die Gangart ein wenig zu verlangsamen, indem man einige vernünftige Grenzen setzt und sogar umkehrt, bevor es zu spät ist. Wir wissen, dass das Verhalten derer, die mehr und mehr konsumieren und zerstören, während andere noch nicht entsprechend ihrer Menschenwürde leben können, unvertretbar ist. Darum ist die Stunde gekommen, in einigen Teilen der Welt eine gewisse Rezession zu akzeptieren und Hilfen zu geben, damit in anderen Teilen ein gesunder Aufschwung stattfinden kann.“ [193]

110 Themen der Enzyklika Kapitel V – Leitlinien für Handlung: Es genügt nicht, die Pflege der Natur mit dem finanziellen Ertrag oder die Bewahrung der Umwelt mit dem Fortschritt in einem Mittelweg zu vereinbaren. In diesem Zusammenhang sind die Mittelwege nur eine kleine Verzögerung des Zusammenbruchs. Es geht schlicht darum, den Fortschritt neu zu definieren. Eine technologische und wirtschaftliche Entwicklung, die nicht eine bessere Welt und eine im Ganzen höhere Lebensqualität hinterlässt, kann nicht als Fortschritt betrachtet werden. [194]

111 Themen der Enzyklika Kapitel V – Leitlinien für Handlung: „Das Prinzip der Gewinnmaximierung… ist eine Verzerrung des Wirtschaftsbegriffs… Als ethisch könnte nur ein Verhalten betrachtet werden, in dem „die wirtschaftlichen und sozialen Kosten für die Benutzung der allgemeinen Umweltressourcen offen dargelegt sowie von den Nutznießern voll getragen werden und nicht von anderen Völkern oder zukünftigen Generationen.“ [194] „Wir brauchen eine Politik, deren Denken einen weiten Horizont umfasst und die einem neuen, ganzheitlichen Ansatz zum Durchbruch verhilft, indem sie die verschiedenen Aspekte der Krise in einen interdisziplinären Dialog aufnimmt. [197]

112 Themen der Enzyklika Kapitel V – Leitlinien für Handlung: Ethische Grundsätze sind immer kontextuell [199] Appell an Gläubige [200] Religionen veranlassen, einen Dialog miteinander aufzunehmen, der auf die Schonung der Natur, die Verteidigung der Armen und den Aufbau eines Netzes der gegenseitigen Achtung und der Geschwisterlichkeit ausgerichtet ist. [201]

113 Themen der Enzyklika Kapitel VI – Ökologische Erziehung: Die Menschheit muss sich ändern: „Es fehlt das Bewusstsein des gemeinsamen Ursprungs, einer wechselseitigen Zugehörigkeit und einer von allen geteilten Zukunft. Dieses Grundbewusstsein würde die Entwicklung neuer Überzeugungen, Verhaltensweisen und Lebensformen erlauben.“ [202] Konsumverhalten: „Der zwanghafte Konsumismus ist das subjektive Spiegelbild des techno-ökonomischen Paradigmas.“ [203] „Während das Herz des Menschen immer leerer wird, braucht er immer nötiger Dinge, die er kaufen, besitzen und konsumieren kann.“ [204]

114 Themen der Enzyklika Kapitel VI – Ökologische Erziehung: Verbraucherinitiativen – Boykott von Produkten [206] Erd-Charta [207] Achtsamkeit [208] neue Gewohnheiten - erzieherische Herausforderung [209] – Umwelterziehung [210] – Motivation [211] Konkretionen: Vermeidung des Gebrauchs von Plastik und Papier, die Einschränkung des Wasserverbrauchs, die Trennung der Abfälle, nur so viel kochen, wie man vernünftigerweise essen kann, die anderen Lebewesen sorgsam behandeln, öffentliche Verkehrsmittel benutzen oder ein Fahrzeug mit mehreren Personen teilen, Bäume pflanzen, unnötige Lampen ausschalten, Dinge wieder verwerten [211]

115 Themen der Enzyklika Kapitel VI – Ökologische Erziehung: Schule – Katechese - Bedeutung der Familie [213] Sensibilisierung der Bevölkerung durch Kirche und Politik - Seminare und Ausbildungsstätten der Orden: Erziehung zu einer verantwortlichen Genügsamkeit, zur dankerfüllten Betrachtung der Welt und zur Achtsamkeit gegenüber der Schwäche der Armen und der Umwelt [214] ästhetische Erziehung [215] Denkmuster beeinflussen die Verhaltensweisen [215]

116 Themen der Enzyklika Kapitel VI – Spiritualität: Leitlinien ökologischer Spiritualität [216] Aufruf zu einer tiefgreifenden inneren Umkehr [217] Gemeinschaftliche Umkehr [219] „An erster Stelle schließt es Dankbarkeit und Unentgeltlichkeit ein, das heißt ein Erkennen der Welt als ein von der Liebe des himmlischen Vaters erhaltenes Geschenk. Daraus folgt, dass man Verzicht übt, ohne eine Gegenleistung zu erwarten, und großzügig handelt, auch wenn niemand es sieht oder anerkennt.“ [220] mit den anderen Wesen des Universums eine wertvolle allumfassende Gemeinschaft bilden [220]

117 Themen der Enzyklika Kapitel VI – Spiritualität: prophetischer und kontemplativer Lebensstil, der fähig ist, sich zutiefst zu freuen, ohne auf Konsum versessen zu sein… Es handelt sich um die Überzeugung, dass „weniger mehr ist“. [222] Befreiende Genügsamkeit [223] „Der innere Friede der Menschen hat viel zu tun mit der Pflege der Ökologie und mit dem Gemeinwohl, denn wenn er authentisch gelebt wird, spiegelt er sich in einem ausgeglichenen Lebensstil wider, verbunden mit einer Fähigkeit zum Staunen, die zur Vertiefung des Lebens führt.“ [225]

118 Themen der Enzyklika Kapitel VI – Spiritualität: Zeit nehmen – gelassene Aufmerksamkeit [ ] Danksagung zu den Mahlzeiten [227] Universale Geschwisterlichkeit [228] Kleiner Weg der hl. Terese von Lisieux: Eine ganzheitliche Ökologie ist auch aus einfachen alltäglichen Gesten gemacht, die die Logik der Gewalt, der Ausnutzung, des Egoismus durchbrechen. [230] „Die Sakramente sind eine bevorzugte Weise, in der die Natur von Gott angenommen wird und sich in Vermittlung des übernatürlichen Lebens verwandelt. Über das kultische Geschehen sind wir eingeladen, die Welt auf einer anderen Ebene zu umarmen.“ [235]

119 Themen der Enzyklika Kapitel VI – Spiritualität: Eucharistie: „Vereint mit dem in der Eucharistie gegenwärtigen inkarnierten Sohn sagt der gesamte Kosmos Gott Dank.“ [236] Sonntag: Dimension der Empfänglichkeit und der Unentgeltlichkeit – „Die Ruhe ist eine Ausweitung des Blickfeldes, die erlaubt, wieder die Rechte der anderen zu erkennen“. [237] Trinitarischer Zugang: gesamte Wirklichkeit besitzt in ihrem Innern eine trinitarische Prägung [239]

120 Themen der Enzyklika Kapitel VI – Spiritualität: Maria: Mutter und Königin der ganzen Schöpfung [241] Josef [242] Ewiges Leben [243] Zwei Gebete [246]

121 Gebet für die Erde Allmächtiger Gott, der du in der Weite des Alls gegenwärtig bist und im kleinsten deiner Geschöpfe, der du alles, was existiert, mit deiner Zärtlichkeit umschließt, gieße uns die Kraft deiner Liebe ein, damit wir das Leben und die Schönheit hüten. Überflute uns mit Frieden, damit wir als Brüder und Schwestern leben und niemandem schaden. Gott der Armen, hilf uns, die Verlassenen und Vergessenen dieser Erde, die so wertvoll sind in deinen Augen, zu retten. Heile unser Leben, damit wir Beschützer der Welt sind und nicht Räuber, damit wir Schönheit säen und nicht Verseuchung und Zerstörung. Rühre die Herzen derer an, die nur Gewinn suchen auf Kosten der Armen und der Erde. Lehre uns, den Wert von allen Dingen zu entdecken und voll Bewunderung zu betrachten; zu erkennen, dass wir zutiefst verbunden sind mit allen Geschöpfen auf unserem Weg zu deinem unendlichen Licht. Danke, dass du alle Tage bei uns bist. Ermutige uns bitte in unserem Kampf für Gerechtigkeit, Liebe und Frieden.

122 Christliches Gebet mit der Schöpfung Wir preisen dich, Vater, mit allen Geschöpfen, die aus deiner machtvollen Hand hervorgegangen sind. Dein sind sie und erfüllt von deiner Gegenwart und Zärtlichkeit. Gelobt seist du. Sohn Gottes, Jesus, durch dich wurde alles erschaffen. In Marias Mutterschoß nahmst du menschliche Gestalt an; du wurdest Teil dieser Erde und sahst diese Welt mit menschlichen Augen. Jetzt lebst du in jedem Geschöpf mit deiner Herrlichkeit als Auferstandener. Gelobt seist du. Heiliger Geist, mit deinem Licht wendest du diese Welt der Liebe des Vaters zu und begleitest die Wehklage der Schöpfung; du lebst auch in unseren Herzen, um uns zum Guten anzutreiben. Gelobt seist du. O Gott, dreifaltig Einer, du kostbare Gemeinschaft unendlicher Liebe, lehre uns, dich zu betrachten in der Schönheit des Universums, wo uns alles von dir spricht. Erwecke unseren Lobpreis und unseren Dank für jedes Wesen, das du erschaffen hast. Schenke uns die Gnade, uns innig vereint zu fühlen mit allem, was ist.

123 Christliches Gebet mit der Schöpfung Gott der Liebe, zeige uns unseren Platz in dieser Welt als Werkzeuge deiner Liebe zu allen Wesen dieser Erde, denn keines von ihnen wird von dir vergessen. Erleuchte, die Macht und Reichtum besitzen, damit sie sich hüten vor der Sünde der Gleichgültigkeit, das Gemeinwohl lieben, die Schwachen fördern und für diese Welt sorgen, die wir bewohnen. Die Armen und die Erde flehen, Herr, ergreife uns mit deiner Macht und deinem Licht, um alles Leben zu schützen, um eine bessere Zukunft vorzubereiten, damit dein Reich komme, das Reich der Gerechtigkeit, des Friedens, der Liebe und der Schönheit. Gelobt seist du. Amen.


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