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ALI (RA). Stammbaum Ali ist der Sohn von Abu Talib, dem Onkel des Propheten väterlicherseits. Seine Mutter ist Fatima bt. Asad b. Haschim.  Der Prophet.

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1 ALI (RA)

2 Stammbaum Ali ist der Sohn von Abu Talib, dem Onkel des Propheten väterlicherseits. Seine Mutter ist Fatima bt. Asad b. Haschim.  Der Prophet wuchs ab seinem 8. Lebensjahr in Abu Talibs Haus als Waisenkind auf. Er verliebte sich in Alis Schwester Umm Hani, durfte sie indes nicht heiraten. Da Abu Talib sie mit einem Mann aus einem anderen Stamm vermählen wollte, um die Beziehungen zwischen den Stämmen zu stärken. Ali kam 10 Jahre vor der Prophetenschaft in Mekka zur Welt.  Aufgrund von Abu Talibs finanziellen Schwierigkeiten nahm Rasulullah nach seiner Eheschließung mit Hatidscha als Dank für die Wohltaten, die er von Abu Talib erfuhr, Ali als Kind zu sich.

3 Erster Muslim? Es gibt seit jeher einen Streit zwischen den Sunniten und der Schia, ob Ali oder Abu Bakr der erste Muslim war. Dazu wurden dann auch unzählige Hadithe erfunden, auf die hier nicht eingegangen wird. Ohne Partei für eine der beiden Seiten ergreifen zu wollen, muss zugestanden werden, dass nach Rasulullahs Rückkehr aus der Höhle Hira, es naheliegender ist, dass ein Familienmitglied eher die Möglichkeit der Kenntnisnahme und der Konvertierung hatte, als ein Freund der Familie. Daher kann davon ausgegangen werden, dass Ali kurz vor Abu Bakr zum Islam konvertiert ist. Interessant in diesem Zusammenhang ist, dass Zaid b. Haritha bei dieser Diskussion komplett ausgeblendet wird, obwohl er auch als ein Familienmitglied vor Abu Bakr die Gelegenheit zur Konvertierung gehabt haben muss. So ist auch laut Taberi, Zaid der erste männliche Muslim.

4 Hidschra Auf Anweisung von Rasulullah legte sich Ali bei der Hidschra in Rasulullahs Bett, damit die Muschrikun keinen Verdacht schöpften. Als sie merkten, dass Ali im Bett lag und Rasulullah bereits geflohen war schlugen sie auf Ali ein. Bevor Ali Rasulullah nach Medina folgte, händigte er den Eigentümern, die Rasulullah zuvor anvertrauten Güter aus und holte Rasulullah in Kuba ein.

5 Verbrüderung in Medina Obwohl die Funktion der Verbrüderung der war, dass die durch die Hidschra mittellos gewordenen Mekkaner von den einheimischen Medinensern Unterstützung für einen Neustart bekommen, behaupten manche Überlieferungen, dass Rasulullah Ali mit sich selbst verbrüdert hätte. Höchstwahrscheinlich wurden diese von der Schia erfunden. Entgegengesetzt dazu gibt es auch andere Überlieferungen, in denen es heißt, dass Ali mit dem Ansar Sahl b. Hunaif verbrüdert wurde. Offenbar entspricht dies eher der Wahrheit, da wir auch sehen, dass Sahl Ali nie von der Seite gewichen ist, sie einander stets unterstützt haben und Sahl zu Alis Amtszeit zunächst als Gouverneur von Scham, dann von Medina ernannt wurde.

6 Eheschließung mit Fatima Am Ende des 2. Jahres in Medina verheiratete Rasulullah seine Tochter Fatima mit Ali. Im Gegensatz zu den alewitischen Darstellungen soll Ali optisch nicht attraktiv gewesen sein. Balazuri beschreibt ihn als einen kleinen, dicken, glatzköpfigen, behaarten Mann, der Augenprobleme hatte. Aus diesem Grund soll Fatima zunächst gegen die Vermählung gewesen sein und erst nach Zureden von Rasullah eingewilligt haben. Als Mahr hatte Ali ihr ein Kamel, das er sich in Badr als Beute verdient hatte vorbereitet. Da sein Onkel Hamza allerdings im betrunkenen Zustand das Kamel geschlachtet hatte, musste er Fatima seine Rüstung als Mahr geben. (Alkohol war zu diesem Zeitpunkt noch nicht verboten.)

7 Eheschließung mit Fatima Aus dieser Ehe kamen Hasan, Husain, Muhsin, Zainab und Umm Khultum zur Welt. Einige Zeit nach der Eheschließung wollte Ali Dschuwarija, die Tochter von Abu Dschahl, heiraten. Aus Angst seine Tochter könnte darunter leiden, widersetze sich Rasulullah seinem Wunsch und betonte, dass seine Tochter niemals in einer Mehrehe mit Abu Dschahls Tochter leben werde. Er verglich Ali mit seinem anderen polytheistischen Schwiegersohn Abu‘l-As und lobte letzteren, da dieser neben Zainab keine weiteren Frauen geheiratet hatte. Ali musste sich vorerst mit der Monogamie zufrieden geben. Nach dem Ableben von Fatima heiratete er sodann 9 weitere Frauen und bekam insgesamt 14 Söhne und 19 Töchter.

8 Aufgaben in Medina Ali nahm in Medina bis auf Tabuk an den meisten Schlachten teil. Unter seiner Führung schickte auch Rasulullah Soldaten zum Auskundschaften von Gebieten. Außerdem war er einer der Schreiber der Offenbarung.

9 Ali als Kämpfer Es kann nicht verleugnet werden, dass Ali ein sehr tapferer und starker Soldat war. Jedoch gibt es auch in diesem Punkt reichlich Übertreibungen der Schia, z.B. in Bezug auf die Anzahl der Personen, die er getötet hat etc. Vor allem in der Schlacht von Haibar wird legendenartig dargestellt wie Rasulullah die Fahne zunächst Abu Bakr überreichte, nach seinem Misserfolg Umar und nach seinem Misserfolg sagte, dass er die Fahne einer tapferen Person geben wird, den Allah und sein Gesandter lieben und der Haibar gewaltsam einnehmen wird und daraufhin Alis Augenprobleme wundersam heilte und ihm die Fahne überreichte, ohne sich die Frage zu stellen, warum Rasulullah, der in Haibar so krank wurde, dass er zwei Tage sein Zelt nicht verlassen konnte, sich selbst nicht geheilt hat oder warum er die Fahne nicht von Anfang an Ali gegeben hat.

10 Ali als Kämpfer Aber dann wüssten wir ja nicht wie schwach Abu Bakr und Umar sind, die Ali das Khalifat vor der Nase weggeschnappt haben und wie toll Ali ist. Dem nicht genug, es wird sagenhaft geschildert wie Ali, nachdem er sein Schild fallen lassen hat, die Tür der Burg rausriss und sie als Schild nutze, sodann die Tür auf seinen Rücken packte, um den Muslimen daraus eine Brücke zu bilden, damit die gesamte Armee sie auf Alis Rücken überqueren kann. Wohlbemerkt diese Tür soll so groß und schwer gewesen sein, dass entweder 8 oder 20, in machen Überlieferungen sogar 70 Personen sie nicht tragen konnten.

11 Gadir-i Hum Als Dalil dafür, dass Ali nach Rasulullah der rechtmäßige Khalif war, benutzt die Schia die Begebenheit von Gadir-i Hum, in der Rasulullah auf der Rückreise von seiner Abschiedspilgerfahrt in Gadir-i Hum angeblich Ali bei der Hand nahm und ihn nach sich als Erbe einsetzte. Dazu wird auch der Vers in 5:67 missbraucht und das ganze wird soweit getrieben, dass eine der Funktionen Rasulullahs angeblich die Ausrufung von Alis Imamats sei. Und das alles trotz der Tatsache, dass die Überlieferungen um Gadir-i Hum sich nicht in den ersten Quellen befinden. Weder in Ibn Ishak, Ibn Hischam, Ibn Sad, Wakidi noch bei Taberi. Offensichtlich wurden Worte Rasulullahs, die er über Ali sagte aus dem Zusammenhang gerissen und als Beleg für sein Recht am Khalifat missbraucht.

12 Gadir-i Hum Im Vorfeld von Gadiri Hum soll Rasullah Ali als Zakatbeauftragter in den Jemen geschickt haben. Während er die Zakat verteilt habe, hätte er eine Dscharaija (Sklavin) namens Wasifa aus der Zakat für sich behalten und hätte ihr beigewohnt. Daraufhin wäre es mit einigen Sahabas zu Auseinandersetzungen gekommen, die Alis Verhalten Rasulullah, auf seinem Rückweg von seiner Abschiedspilgerfahrt, gemeldet hätten. Dabei hätten sie Ali maßlos angegriffen. Rasulullah wäre sichtlich genervt von den Auseinandersetzungen gewesen und hätte versucht die Diskussionen zu beenden, indem er betont hätte, dass Ali als Zakatbeauftragter ein Anrecht an der Zakat gehabt habe und hätte schließlich gesagt: „Was wollt ihr von Ali? Ali gehört zu mir und ich gehöre zu ihm. Schimpft nicht mit ihm.“ „Wer Ali schikaniert, schikaniert mich.“ „Wessen Wali ich bin, dessen Wali ist auch Ali.“

13 Gadir-i Hum Auch wenn wir annehmen würden, dass Rasullah diese Worte wirklich gesagt hat, so liegt es dennoch auf der Hand, dass diese Worte nichts mit der Ernennung eines Khalifen zu tun haben, sondern Rasulullah lediglich versucht haben muss Ali in Schutz zu nehmen um den Streit endgültig zu beenden. Wenn Allah st Rasulullah wirklich damit beauftragt haben sollte, Ali als Khalif und Imam der Umma auszurufen, dann hätte Rasulullah das doch bei seiner Abschiedspilgerfahrt machen müssen. Es gab kaum eine andere Gelegenheit wo Rasulullah so viele Menschen aus den verschiedensten Regionen versammelt hatte. Wir sehen jedoch, dass Rasulullah in seinen Hutbas, die er an mehreren Stellen gehalten hatte und die später als eine Abschiedshutba zusammengetragen worden sind, auf alle möglichen Themen eingegangen ist, von den Rechten der Frauen bis hin zum Verbot von Zinsen und Rassismus, jedoch mit keinem Wort einen Nachfolger erwähnt hat.

14 Alis Ernennung als Rasulullahs Nachfolger Nicht nur Gadir-i Hum, die Schia nutzt so ziemlich viele Begebenheiten um Alis Anrecht auf das Khalifat zu begründen, wie z.B., dass Rasulullah auf seinem Sterbebett Ali angeblich etwas in sein Ohr geflüstert hätte. Selbstverständlich handelte es sich hierbei um seine Einsetzung als Khalif. Die Frage jedoch warum eine Entscheidung, die die ganze Umma betreffen sollte heimlich weitergegeben wird bleibt unbeantwortet. Auch dass Rasulullah bei der Schlacht von Tabuk Ali als Stellvertreter in Medina zurücklies wird von der Schia als Dalil benutzt und verglichen mit Musa as, der Harun as zurücklies und um das ganze zu bekräftigen werden Rasulullah folgende Worte in den Mund gelegt: „Du bist mir wie Harun für Musa war, mit dem Unterschied, dass nach mir kein Prophet mehr kommen wird.“

15 Der Vorfall Kirtas Als ein weiterer wichtiger Vorfall, in dem angeblich Rasulullah Ali als Khalif eingesetzt haben soll wird der Vorfall Kirtas genutzt. Rasulullah habe auf seinem Sterbebett um ein Blatt Papier (Kirtas) gebeten, um einige Ratschläge für die Umma niederschreiben zu lassen, die ihnen helfen sollte, vom rechten Weg nicht abzukommen. Obwohl es nicht mehr dazu kam, behauptet die Schia, dass Rasulullah in diesem Schreiben Ali als Khalif einsetzen wollte. Woraufhin die Sunniten zum Gegenschlag ausholen und behaupten, Rasulullah hätte zunächst einmal den nächsten Khalifen ernennen wollen, doch dann davon abgelassen, mit der Begründung, seine Umma würde sowieso nur Abu Bakr wählen.

16 Der Vorfall Kirtas Auch wenn wir davon ausgehen würden, dass der Vorfall Kirtas sich wirklich ereignet hat, überzeugen keine der beiden Seiten. Denn dieser Vorfall soll sich am Donnerstag abgespielt haben. Wir wissen, dass Rasulullah am Montag gestorben ist, d.h. mindestens noch 3 weitere Tage gelebt hat und einen Tag nach dem Kirtas am Freitag in der Moschee eine Hutba gehalten hat. Wenn er wirklich die Absicht gehabt hätte, jemanden als Nachfolger einzusetzen, dann wäre die Freitagshutba der beste Zeitpunkt dafür gewesen. Doch nichts dergleichen geschah.

17 Ahl Bait Ein weiterer Streitpunkt zwischen den Sunniten und der Schia ist die Definition von Ahl Bait. Trotz der eindeutigen Definition des Kurans zählen die Schiiten nur Rasulullah, Ali, Fatima, Hasan, Husain und ihre Nachkommen zu den Ahl Bait und sehen sie als heilig an. Die Sunniten hingegen folgen der Definition des Kurans (33:33) und akzeptieren auch die Frauen des Propheten als Ahl Bait, ohne die Ahl Bait als heilig anzusehen, jedoch mit dem gebührenden Respekt.

18 Ahl Bait Dieser Streit allein genügt um den Stellenwert des Kurans in der Umma aufzuzeigen. Weder ist die Schia bereit die eindeutige Ahl Bait Definition des Kurans zu akzeptieren, noch die allgemeine Definition von Familie. Allah st sagt in 11:46 zu Nuh as, dass sein Sohn Kanan aufgrund seines Kufrs nicht mehr zu seiner Familie zählt und ist in 2:124 nicht bereit, das Dua von Abraham, aus seiner Nachkommenschaft mögen Imame hervorgehen, für ungerechte Personen aus seiner Nachkommenschaft zu erhören. Somit konstruiert Allah st für uns eine neue Definition von Familie, in dem nicht die Blutsverwandtschaft ausschlaggebend ist, sondern die Imanzugehörigkeit. Und dennoch wird seit Jahrhunderten Rassismus im Namen eines Propheten betrieben, der gekommen ist um Rassismus ein für alle mal auszumerzen.

19 Zeit nach dem Propheten Wir sehen, dass Ali, nach seiner anfänglichen Kritik, Abu Bakr die Bajja leistet und unter seinem Khalifat als Soldat an den Ridda Kriegen teilnimmt. Auch unter Umar nimmt er Staatsaufgaben wahr, z.B. ist er, während der Eroberung von Palästina und Syrien, in Medina der Stellvertreter von Umar. Entgegengesetzt dazu behauptet die Schia, dass Umar Fatima während ihrer Schwangerschaft geschlagen hätte, woraufhin sie ihren Sohn Muhsin verloren hätte, obwohl sogar Yakubi, der der Schia nahesteht, überliefert, dass Muhsin später als Kind gestorben ist. Solche Überlieferungen verwundern einen noch mehr, wenn man weiß, dass Umar hiernach sogar Umm Khultum, die Tochter von Ali und Fatima, heiraten durfte. In der ersten Hälfte von Uthmans Regierungszeit gab es zwischen den beiden keine Konflikte. Diese entstanden berechtigterweise erst in der zweiten Hälfte als die Ummajaden immer mehr den Staatsapparat infiltrierten und die Schatzkammern der Umma plünderten.

20 Ali als Alim Obwohl Ali bereits für seine originellen Fatwas bekannt war, sah man sich auch bezüglich seiner Weisheit gezwungen zu übertreiben. Wie z.B., dass er Dschibril gesehen und gehört haben soll und die Seiten, die Dschibril gebracht habe, gelesen haben soll. Ferner soll Ali von allen Versen die Offenbarungsanlässe kennen, obwohl feststeht, dass er nicht permanent bei dem Propheten zugegen war. Rasulullah soll über ihn gesagt haben: „Ich bin das Haus der Weisheit und Ali ist seine Tür.“

21 Ali als Alim Darüber hinaus soll Rasulullah nachdem Ali geboren wurde, ihm seinen ersten Happen zu Essen gegeben haben. Aus diesem Grund soll Ali nichts außer Weisheit sprechen. Dass Säuglinge mit Muttermilch ernährt werden, welche ausschließlich bei Frauen aufzufinden ist war dem Überlieferer anscheinend entgangen. Als letztes Beispiel für die Übertreibungen soll noch angeführt werden, dass Rasulullah nach Alis Geburt in sein Ohr den Azan gesprochen habe, ungeachtet der Tatsache, dass der Azan erst nach dem Islam in Medina eingeführt wurde.

22 Alis Tugenden Ali ra ist leider die Person, die in der islamischen Geschichte von den verschiedenen Parteien für ihre eigenen Interessen am meisten missbraucht wurde. Daher finden wir die meisten Übertreibungen und Erfindungen in den Überlieferungen über seine Person. Als Trotzreaktion auf die Verunglimpfungen der Ummajaden nahmen die Sunniten Ali in Schutz und fabrizierten regelrecht Legenden um seine Person. Die Liebe zu ihm wird sogar zu einem Kriterium für den Iman erhoben, denn nur ein Muschrik könne ihn nicht lieben. Es ist allseits bekannt dass die Schia bei seiner Verehrung sogar noch weiter als die Sunniten geht und Ali als den größten Helden der gesamten Menschheitsgeschichte feiert. Manche schiitische Sekten schreiben ihm nicht nur Eigenschaften von Rasulullah zu, sondern auch Allahs Attribute. Das ganze wird soweit getrieben, dass Allah st angeblich in ihn inkarniert sei.

23 Alis Tugenden Unter all diesen Legenden geht Alis vorbildhaftes Beispiel leider unter. Denn er war wahrhaft in vielen Hinsichten ein Vorbild für die Umma. Insbesondere seine Genügsamkeit. Obwohl er nun Staatsoberhaupt war plünderte er weder wie die Ummajaden die Schatzkammern der Umma, noch erlaubte er seinen Familienmitgliedern Zuwendungen aus der Schatzkammer. Als beispielsweise sein Bruder Akil, von Ali keine Zuwendungen erhielt, wechselte er zu Muawija, der ihn dafür aus der Schatzkammer von Scham reichlich belohnte. Ali lebte auch als Khalif unter sehr bescheidenen Umständen. Er ließ sich nicht wie Muawija ein Schloss bauen. Ganz im Gegenteil als er einmal in Geldnöte geriet, verkaufte er sein eigenes Schwert auf dem Markt. Auch als ein Nichtmuslim seine Rüstung gestohlen hatte, wusste er zwar selber, dass diese Rüstung ihm gehörte, da er es jedoch vor Gericht nicht beweisen konnte, behielt der Dieb seine Rüstung.

24 Alis Khalifat Zusammenfassend kann man sagen, dass Ali kein erfolgreiches Khalifat geführt hat und von allen vier Khalifen die schlechteste Amtszeit hatte. Die Eroberungen, die bereits gegen Ende von Uthmans Amtszeit stagniert waren, konnten zu Alis Amtszeit aufgrund der internen Konflikte nicht wieder begonnen werden. Ferner verlor Ali in den 5 Jahren eine Provinz nach der anderen, obwohl anfangs nur Scham ihm nicht die Bajja geleistet hatte. Und sogar in Scham richtete sich der Widerstand zunächst nur gegen seine Haltung gegenüber den Mördern von Uthman und deren Nichtverurteilung. Doch weil Ali es nicht schaffte dieses Problem auf diplomatischem Weg auszuräumen bereite es seinen endgültigen Untergang vor.

25 Alis Begehren nach dem Khalifat Seit dem Ableben von Rasulullah war Ali der Überzeugung, dass er der rechtmäßige Khalif sei und das Khalifat seiner Familie zustehe. Doch die Mehrheit in der Umma war nicht derselben Meinung. Ali zeigte seinen Protest indem er Abu Bakr vorerst nicht die Bajja leistete. Auch wenn er zu Umars Ernennung geschwiegen hatte, weil er sowieso keine Chancen gegen Umar gehabt hätte, so hat er sich doch bei der Wahl von Uthman erfolglos sehr viel Mühe gegeben um selber gewählt zu werden. Und auch zu Uthmans Amtszeit hat Alis Begehren nicht aufgehört. So wurde er der Sprecher der Aufständigen. Kurz vor der Ermordung von Uthman führte er sich bereits auf wie ein Khalif. Als Uthman in seinem Haus umzingelt wurde, ernannte er Abu Ajjub als Vorbeter. Des weiteren hatte er die Schlösser der Schatzkammer aufgebrochen und Geld an das Volk verteilt. Er hat die Ermordung von Uthman etwas außerhalb von Medina abgewartet. Auf die Empfehlungen Medina komplett zu verlassen ist er nicht gefolgt, da er nach dem Ableben von Uthman schnell handeln wollte. Und so kam es auch. Am Tag der Ermordung von Uthman leistete das Volk Ali unverzüglich die Bajja.

26 Alis Wahl Die Aufständigen wussten, dass keiner aus Medina einen von ihnen als Khalif akzeptieren würde und gingen zu den Mitgliedern von Umars Gremium. Sie schlugen Ali, Zubair b. Awwam, Talha b. Ubaidullah und ibn Umar als Khalif vor. Letzten Endes sprach sich das Volk von Medina für Ali aus, so dass er das Khalifat akzeptierte, indes ohne die Menschen außerhalb von Medina zu befragen. Jedoch hatte Ali gute Karten. Denn Aschtar, der Anführer der Aufständigen aus Kufa, war ein Gefolgsmann von Ali und Muhammad b. Abu Bakr, der Anführer der Aufständigen aus Ägypten, war sein Stiefsohn. Abgesehen von Scham, in dem Muawija seinen Widerstand gegen Ali vorbereitete, war die Mehrheit für ihn.

27 Alis Eile bei der Bajja Ali handelte unverzüglich, um der Ausrufung der anderen Kandidaten als Khalif zuvorzukommen. Obwohl er Jahre zuvor Abu Bakr und Umar auf schärfste dafür verurteilt hatte, handelte er nun genauso, wie sie damals in Sakifa bei der Wahl von Abu Bakr. Indes muss zugestanden werden, dass Ali der stärkste Kandidat war, da er auch bei der Wahl von Uthman als einziger Rivale übriggeblieben war. Ali wusste, dass seine Eile zu Problemen und Unmut unter der Umma führen wird, daher betonte er in seiner ersten Hutba, dass die Bajja bereits geleistet wurde und jeder, der ihn nun ablehnen würde den Islam ablehnen würde. Das sollte jedoch die Probleme nicht lösen, sondern im Gegensatz zu den anderen drei Khalifen sollte Ali immerwährend ein Legitimitätsproblem haben. Auch dass Ali die beiden anderen Kandidaten Zubair und Talha zur Bajja zwang führte nur zu ihrer verstärkten Opposition.

28 Alis Eile bei der Bajja Sogar sein Sohn Hasan kritisierte ihn für seine vorschnelle Herangehensweise und ermahnte ihn die Meinungen der Menschen außerhalb von Medina abzuwarten. Doch Ali erwiderte, dass einzig die Bajja von Medina zähle, obwohl nicht einmal alle in Medina die Bajja geleistet hatten. Im Gegensatz zu Abu Bakr sollten die oppositionellen Stimmen nicht mit der Zeit verstummen. Denn die Zeiten hatten sich geändert. Während der Ridda Kriege nicht auf der Seite von Abu Bakr zu sein, bedeutete auf der Seite der Abtrünnigen zu sein. Aber sich nun Ali zu widersetzen, bedeutete Muawija zu unterstützen, der alle großzügig mit offenen Armen empfing und angeblich als der rechtmäßige Erbe von Uthman lediglich die Bestrafung der Mörder forderte. Diese Phase sollte damit enden, dass die Sahabas liquidiert wurden, die besten aus der Umma die besten aus der Umma abschlachteten und die Umma in diesem Chaos sich der Monarchie unterwarf, denn Alis ältester Sohn Hasan sollte keinen anderen Ausweg mehr sehen als das Khalifat an Muawija abzugeben.

29 Alis Legitimitätsproblem Aus Medina hatten folgende Personen Ali keine Bajja geleistet: z.B. ibn Umar, Sad b. Abu Wakkas, Usama b. Zaid, Mugira b. Schuba, Kab b. Udschra, Kab b. Malik, Numan b. Baschar, Hasan b. Thabit, Fudala b. Ubaid, Zaid b. Thabit, Abu Said Hudri, Muhammad b. Maslama, Suhaib b. Sinan, Abdullah b. Salam… Obwohl es Aschtar vorschlug, lehnte es Ali ab diese Personen zur Bajja zu zwingen. Denn keine dieser Personen hatte die Absicht Khalif zu werden bzw. aktiv Widerstand gegen Ali zu leisten. Der aktive Widerstand kam kurze Zeit später von Aisha zusammen mit Talha und Zubair. Wohingegen Muawija zunächst geduldig darauf wartete, dass seine Rivalen sich gegenseitig abschlachteten und ihm somit den Weg zum Khalifat ebneten.

30 Keine Schura Eins der größten Fehler von Ali war, dass er im Gegensatz zu Umar, keine rechtmäßige Schura zusammengestellt hat, eine Schura, die ihm mit Rat und Tat zur Seite gestanden und seine Legitimität abgesichert hätte. Obwohl ibn Umar ihn ermahnte eine Schura einzuberufen, hörte Ali nicht auf ihn. Denn er konnte keine Schura zusammenstellen ohne die Mitglieder aus Umars Schura darin zu besetzen und die hatten ihm nun mal keine Bajja geleistet. Er befürchtete auch, dass so eine Schura Talha und Zubair, die älter waren als er, nach dem arabischen Urf als Khalif bevorzugen würden. Aisha forderte dies bereits. Da Ali sich nicht zu einer Schura überreden ließ, handelte er planlos und unorganisiert und wurde später für all seine Entscheidungen alleine zur Verantwortung gezogen.

31 Alis Unterstützer Ali kam hauptsächlich durch die Unterstützung der verschiedenen Gruppen unter den Aufständigen an die Macht. Wäre er ohne ihre Hilfe an die Macht gekommen, dann wäre höchstwahrscheinlich vieles anders gekommen. Denn all diese Gruppen verfolgten ihre eigenen Interessen unter denen Ali noch sehr leiden sollte. Am deutlichsten wird das im Tahkim worauf wir später noch kommen werden. Es steht außer Frage, dass die Haschimiten Ali voll und ganz unterstützt haben. Die zweite große Gruppe, dessen Unterstützung ihm sicher war, war die Ansar, die Einheimischen aus Medina. Weil sie nicht der Kuraish angehörten waren sie bis dato aus allen Ämtern ausgeschlossen worden. Sie hatten das selbe Schicksal wie Ali geteilt und nun verbündeten sich die Ausgestoßen, was sich für die Ansar auszahlen sollte, denn für die wichtigsten Handelszentren Ägypten und Basra wurden zwei Gouverneure aus den Ansar ernannt.

32 Diwan Eins der wichtigsten Amtshandlung von Ali war die Änderung der Verteilung der Einnahmen (Diwan). Die ungerechte Verteilung hatte zu Uthmans Zeiten zum Aufruhr bis hin zu Uthmans Ermordung geführt. Dies war eine sehr wichtige Entscheidung. Doch fand sie keine Unterstützung von den Kuraishiten, die aufgrund dieser Änderung ihr Vermögen nicht mehr mehren konnten und somit Zuflucht bei Muawija fanden.

33 Kufa als neue Hauptstadt Damit Ali einen Krieg gegen Muawija führen konnte, brauchte er Geld und Soldaten. Beides waren in den Garnisonsstädten (Kufa, Basra, Ägypten, Scham) vorhanden. Da der Irak in der Nähe von Scham war verließ Ali Medina und ernannte Kufa, die Stadt aus der die meisten Aufständigen kamen, als die neue Hauptstadt des islamischen Staates. Kufa war eine kosmopolitische Stadt, die erst vor kurzem gegründet wurde. Sie war für ihre Stammesauseinandersetzungen und ihre Unruhen bekannt. Ein weiteres Problem, dass Ali hatte, waren die Jemeniten aus dem Irak. Da sie gegen die Kuraish waren, die Ali bis dato das Khalifat verwehrt hatten, waren sie auf der einen Seite bereit seine größte Stütze zu sein, auf der anderen Seite ließen sie ihn während seines Konfliktes mit Muawija im Stich, denn sie sahen diesen Streit als eine interne Auseinandersetzung unter den Kuraishiten an.

34 Die Zusammenstellung der Armeen Alis Armee bestand hauptsächlich aus Arabern, die, bis auf die Haschimiten, nicht der Kuraish angehörten. Er setzte seine Armee zusammen aus Haschimiten, den Ansar und den Jemeniten aus Kufa. Muawijas Armee bestand aus den Einheimischen aus Scham und 13 Stämmen der Kuraishiten. Darunter waren in Siffin Generäle wie der Sohn von Umar Ubaidullah, aus dem Stamm Adij, Abdullah b. Amr aus dem Stamm Sahm, Abdurrahman b. Halid aus dem Stamm Mahzum, Habib b. Dahhak aus dem Stamm Harith b. Fihr.

35 Talha und Zubair Im Gegensatz zu dem blinden Sad b. Ebi Wakkas, stellte die Opposition dieser beiden eine Gefahr für Ali da, so dass er die beiden zur Bajja zwang. Talha wurde von Aschtar vor die Wahl gestellt entweder die Bajja zu leisten oder umgebracht zu werden und Zubair wurde von Hakim b. Dschabala mit seinem Schwert zur Bajja gezwungen. Da Talha der Älteste unter ihnen war hatte er sich erhofft Khalif zu werden und Zubair hatte sich das Khalifat erhofft, weil er älter als Ali und im Gegensatz zu dem einarmigen Talha nicht behindert war. Doch keins der beiden hatte soviel Unterstützung von den Stämmen bekommen wie Ali und war so charismatisch wie er.

36 Talha und Zubair Nach der erzwungenen Bajja wollten sie sich mit der Ernennung als Gouverneure von Basra und Kufa zufrieden geben. Doch Ali begann einen weiteren Fehler und war nicht bereit die Herrschaft mit ihnen zu teilen, was letzten Endes dazu führte, dass sie ihre Bajja zurücknahmen und in Dschamal neben Aisha an dem bewaffneten Widerstand gegen Ali teilnahmen. Nur dieser strategische Fehler zeigt, dass Ali, der kaum politische Erfahrungen hatte, nicht vorausschauend war und sich statt Verbündete, unablässig Feinde machte. Als Ali sich darauf vorbereitete Muawija in Scham anzugreifen, schlichen sich die beiden mit der Ausrede, sie wollen zur Umra nach Mekka, davon und nahmen ihre, mit Gewalt erzwungene, Bajja zurück.

37 Die Mörder von Uthman Zu Zeiten von Ali hatte sich die Umma bereits gespalten. Manche leisteten ihm die Bajja, manche wiederum nicht und bereiteten sich auf einen bewaffneten Widerstand vor, andere indessen hatten zwar nicht die Bajja geleistet, aber hatten auch nicht die Absicht aktiv Widerstand zu leisten und andere hingegen hatten ihre Bajja unter die Bedingung, Uthmans Mörder zu bestrafen, gestellt. Muawija gehörte zu den Letzteren. Mal beschuldigte er Ali selber Uthmans Mörder zu sein, mal machte er damit Propaganda, dass Ali den Mördern Schutz bieten würde. Jedoch war das alles nur ein Vorwand mit dem er Ali zu Fall bringen wollte. Denn sobald er selber an die Macht kam, interessierte er sich nicht weiter für die Bestrafung der Mörder.

38 Die Mörder von Uthman Die Sunniten versuchen Ali mit folgender Schutzbehauptung reinzuwaschen. Angeblich hätte Ali die Mörder bestrafen wollen, jedoch habe man in dem Chaos nicht feststellen können, wer die Mörder waren. So habe Ali die Aufklärung vorerst verschoben, damit er nachdem sich die Lage beruhigt hätte, ungestört den Fall aufklären könne. Es stimmt nicht, dass in Medina Chaos herrschte und die Aufständigen die Kontrolle über die Stadt an sich gerissen hatten. Die Kontrolle lag immer noch bei den Ansar. Und auch wenn es die Aufständigen waren, die Uthman letzten Endes getötet hatten, so trugen die Ansar eine Mitschuld, denn sie hatten sie, obwohl sie es gekonnt hätten, nicht daran gehindert und sie somit passiv unterstützt. Dass Ali die Beduinen aufgefordert hätte die Stadt zu verlassen ist eine weitere Schutzbehauptung, da er doch gerade selber mit diesen Beduinen nach Kufa in die von ihm neu ernannte Hauptstadt gezogen ist.

39 Die Mörder von Uthman Die Wahrheit ist, Uthmans Mörder waren alle namentlich bekannt und Ali hatte nicht vor sie zu bestrafen. Unter ihnen waren u.a. Amr b. Humk, Kinana b. Bischr, Sawdan b. Humran, Dschabala b. Ajham, Mugira b. Ahnas. Einige von ihnen hatten sogar ihren Platz an Alis Seite eingenommen, mal wie Aschtar als General in Alis Armee, mal wie Alis Stiefsohn Muhammad b. Abu Bakr als von ihm ernannter Gouverneur von Ägypten. Bemerkenswert ist auch noch, dass Ali, der von Uthman die Bestrafung von Ubaidullah b. Umar gefordert hatte, nun selber das Recht nicht anwenden wollte. Höchstwahrscheinlich hat Ali hier mit zweierlei Maß gemessen, da er bei Ubaidullah der Ansicht war, dieser habe aus Rache getötet, indes bei Uthman davon überzeugt war, dass die Mörder, dessen Sprecher er war, nur ihr Recht gefordert hatten. Nachdem er gesehen hatte, dass Uthman nicht mit sich reden lässt, hatte er sich als Sprecher der Aufständigen zurückgezogen und Uthman ihnen überlassen.

40 Die Mörder von Uthman Auch später betonte Ali, dass er selber zwar Uthman nicht ermordet habe, Uthman jedoch von den Aufständigen nicht als Mazlum umgebracht worden sei, als jemand dem Unrecht wiederfahren ist. Er war der Ansicht, dass Uthman aufgrund seiner Fehler zu Recht umgebracht wurde, aufgrund der Tatsache, dass er eine Marionette in den Händen der Umajjaden war, die die Schatzkammern der Umma plünderten. Im Gegensatz zu Talha und Zubair war Ali in seinem Vorgehen konsequent. Denn diese beiden hatten zunächst einmal die Aufständigen unterstützt, jedoch als es nach der Revolution nicht so kam wie sie es erwartet hatten, hatten sie sich gegen Ali gestellt und ihn für Uthmans Ermordung angeklagt, obwohl sie nicht einmal an seiner Beerdigung teilgenommen hatten. Nicht zur Beerdigung zu erscheinen galt damals als ein Zeichen des Protestes.

41 Die Mörder von Uthman Ebenfalls forderte Aisha Vergeltung für Uthmans Tod, obwohl auch sie zuvor die Aufständigen unterstützt hatte und sie zu Uthmans Ermordung mit den Worten: „Tötet diesen senilen Greis! Möge Allah ihn vernichten!“ aufgerufen hatte. Und zuletzt forderte auch Muawija Vergeltung, obwohl er selber Uthman regelrecht im Stich gelassen hatte. Denn ein ermordeter Uthman war für ihn wertvoller als der Greis, der die Umma nicht mehr kontrollieren konnte. So ließ sich Muawija bei der Bereitstellung einer Armee um Uthman zur Hilfe zu eilen reichlich Zeit, in der Hoffnung, dass bis dahin Uthman ermordet wird und er als der neue Oberhaupt der Ummajaden für Uthman Vergeltung fordern und sein Erbe antreten kann. Doch nun zeigten alle mit dem Finger auf Ali, der als einziger konsequenterweise nicht bereit war sich von den Aufständigen und ihrer Tat zu distanzieren.

42 Die Mörder von Uthman Die Lage war für Ali ein Dilemma. Wenn er die Mörder bestraft hätte, hätte er viele Menschen, die ihm bereits die Bajja geleistet hatten und durch deren Unterstützung er überhaupt an die Macht gekommen war verloren. Denn sie waren der Ansicht, dass Uthman zu Recht umgebracht wurde. Hätte er sie auf der anderen Seite nicht bestraft, dann wäre er von den Umajjaden und der Fraktion von Aisha angeklagt worden. Ali entschied sich für letzteres und wurde 5 Jahre lang des Mordes an Uthman angeklagt, was letzten Endes der Grund für seinen Untergang sein sollte.

43 Der Gouverneurenerlass Nachdem Ali nun die Kontrolle über die Stadt Medina, die Waffen und die Schatzkammer, die die Umajjaden bis dato geplündert hatten, hatte, musste er sich um die Gouverneure der Umajjaden in den verschiedenen Provinzen kümmern. Er dachte, die Gouverneure abzuberufen und an ihrer Stelle neue zu ernennen, würde sämtliche Probleme in den Provinzen lösen. So wurden alle umajjadischen Gouverneure entlassen. Die freien Stellen besetzte er aus den Reihen seiner eigenen Unterstützer, den Haschimiten und den Ansar. Doch diese waren jahrelang aus allen Ämtern ferngehalten worden und hatten kaum politische Erfahrung.

44 Alis Gouverneure In den 5 Jahren wurden in den verschiedenen Provinzen mehrere Gouverneure ernannt. Zu ihnen zählen aus den Haschimiten:  Abdullah b. Abbas in Basra  Ubaidullah b. Abbas in Jemen  Kusam b. Abbas in Mekka und Taif  Tammam b. Abbas in Medina  Alis Stiefsohn Muhammad b. Abu Bakr in Ägypten aus den Ansar:  Sahl b. Hunaif in Scham und Medina  Sahls Bruder Uthman b. Hunaif in Basra  Abu Masud und Karaza b. Ka‘b in Kufa  Abu Ajjub al Ansari in Medina  Kais b. Sa‘d b. Ubada in Ägypten Alle konnten ihre Ämter antreten, bis auf die Provinz Scham, in der Muawija Widerstand leistete.

45 Alis Gouverneure Die Wahl von Alis Gouverneuren stieß auf Unmut unter der Umma. Aschtar fragte sich, was es ihnen gebracht hätte Uthman zu ermorden, wenn der neue Khalif wieder so wie Uthman alle Gouverneure aus seiner eigenen Sippe und seinen Unterstützern ernannte. An die Stelle der Umajjaden waren nun die Haschimiten getreten. Die Ansar wurden nur herangezogen, weil die Haschimiten alleine nicht so stark wie die Umajjaden waren und als Unterstützung gebraucht wurden. Ali begann damit Uthmans Fehler und schaffte es nicht die Herrschaft auf alle Stämme zu verteilen, sich somit ihre Unterstützung zu sichern und das Monopol eines einzigen Stammes zu verhindern. Hätte Ali Talha und Zubair als Gouverneure ernannt, wäre es nicht zu der Schlacht von Dschamal gekommen, der tausenden von Menschen das Leben gekostet hat. Dabei hätte er sie nicht einmal an die wichtigsten Stellen wie Basra und Kufa ernennen müssen, sondern hätte sie weiter weg schicken können, z.B. nach Jemen oder Bahrain.

46 Alis Gouverneure Wäre Ali nicht so voreilig bei der Entlassung von Muawija gewesen, wäre es nicht zu Siffin und zu Tahkim gekommen, was ihn zunächst sein Khalifat und letzten Endes sein Leben gekostet hat. Es ist bemerkenswert, dass es nicht Ali war, sondern später Muawija sein sollte, der in die Fußstapfen von Umar tritt und die Herrschaft auf die Mehrheit unter der Umma verteilt, so dass ihm die Unterstützung vieler Stämme sicher war. Bis zu der Einsetzung Jazids als sein Erbe schaffte es Muawija wie Umar sogar seine eigene Sippe die Umajjaden von sich und den meisten Ämtern fern zu halten. All das zeigt uns, dass es eine Sache ist ein guter Muslim zu sein, eine andere ein erfahrener Politiker zu sein. Ali mag ein viel besserer Muslim als Muawija gewesen sein, jedoch konnte er ihm auf der politischen Bühne nicht das Wasser reichen und steckte eine Niederlage nach der anderen ein, was unausweichlich zu Muawijas Machtergreifung und der Gründung der Umajjadischen Dynastie führen sollte.

47 Dschamal – Aishas Widerstand Während Ali sich auf einen Krieg mit Muawija vorbereitete, kam die Nachricht von Aishas Widerstand. Aisha hatte den Aufstand gegen Uthman unterstützt und sich auch über seine Ermordung in Mekka gefreut. Doch als bekannt wurde, dass Ali nun der neue Khalif sein soll, widersetze sie sich dieser Entscheidung und beschuldigte ihn der Mörder von Uthman zu sein. Sie forderte Vergeltung und behauptete hiernach die Wahl des Khalifen der Schura zu übertragen. Indes erhoffte sie sich zunächst die Machtergreifung ihres Bruders Muhammad b. Abu Bakr, der in Wirklichkeit einer der Mörder von Uthman war. Als dieser sich jedoch auf die Seite seines Stiefvaters Ali stellte, unterstützte sie Talha, der auch aus ihrem Stamm Taim war. Talha und Zubair waren beide Aishas Schwager. Talha war mit Aishas Schwester Umm Khultum verheiratet und Zubair mit Aishas Schwester Asma, deren Sohn Abdullah b. Zubair war. Es ist nicht zu übersehen, dass Aisha eine Abneigung gegen Ali hatte. Dazu kann Alis Reaktion auf die Halsbandaffäre (Ifk), in der er Rasulullah riet sich von Aisha zu trennen, beigetragen haben, reicht jedoch nicht als einzige Ursache aus.

48 Dschamal – Die Unterstützung der Umajjaden Abgesehen von Muawija unterstützen auch die Umajjaden aktiv Aishas Widerstand. Marwan wollte, dass es zwischen Ali und Aisha zu einem Krieg kommt, der beide Seiten schwächen würde. Daher forderte er seinen Stamm auf, die schwächere Seite von beiden, Aisha, zu unterstützen, um Ali zu schwächen und seinen Angriff auf Muawija zu verhindern. Aus den Umajjaden waren unter den Beteiligten angesehene Männer wie Marwan b. Hakam, die alten Kufa Gouverneure Walid b. Ukba und Said b. As. Die Armee von Aisha wurde mit den Geldern der alten Gouverneure, die bei ihrer Entlassung die Schatzkammern der Umma geplündert hatten, finanziert. Z.B. brachte der alte Gouverneur Jala b. Umajja, der auch der Schwiegersohn von Zubair war, Dirham aus der Schatzkammer von Jemen und 600 Kamele aus der eingetriebenen Zakat.

49 Dschamal – Basra als Stützpunkt Als letztes Problem, das gelöst werden musste, war der Stützpunkt des Aufstandes. Um die Armee auf Dauer finanzieren zu können musste er eine Garnisonsstadt sein, in der durchgängig Einnahmen flossen. Mekka kam nicht in Frage, in Medina befand sich Ali, in Kufa und Ägypten waren Alis größte Unterstützer und in Scham war Muawija. So blieb als einziger Stützpunkt Basra übrig. Die Armee marschierte mit 700 Mann in Richtung Basra und kam durch Beteiligungen aus den verschiedenen Regionen mit 3000 Mann in Basra an.

50 Dschamal – Die Hunde von Hawab Um Aisha aus der Verantwortung zu ziehen wurden Überlieferungen erfunden, in denen angeblich Rasulullah zu einer Gruppe unter denen Aisha saß gesagt haben soll: „Ich wünschte ich wüsste wen die Hunde von Hawab anbellen werden.“. Nachdem Aisha auf dem Weg nach Basra in Hawab das Bellen von Hunden vernahm, erinnerte sie sich an Rasulullahs Worte und wollte reumütig umkehren, wurde jedoch von Abdullah ibn Zubair und ca. 50 Personen, die schwörten, dass dieser Ort nicht Hawab ist, umgestimmt. Da das Bellen von Hunden in der vorislamischen Zeit als schlechtes Omen galt versucht man mit dieser Überlieferung Aishas Unschuld aufzuzeigen, da sie angeblich versucht hätte umzukehren, aber von anderen getäuscht worden sei. Dass Rasulullah solche Aberglauben verboten hatte wird indes nicht zur Kenntnis genommen. Die selbe Überlieferung wurde außerdem 25 Jahre zuvor für die falsche Prophetin Umm Ziml Salma benutzt.

51 Dschamal – Basras Reaktion Als die Armee in Basra ankam hatte Basra Ali bereits die Bajja geleistet. Daher hielten Aisha, Talha und Zubair nacheinander eine Ansprache um den Menschen den Grund für ihr Kommen zu erklären. Ihre Begründung, sie würden für Uthmans Ermordung Vergeltung fordern, konnte die Einheimischen aus Basra nicht überzeugen. Denn sie wussten, dass zuvor Talha und Zubair Uthmans Ermordung gerade gefordert hatten. Talha hatte Briefe nach Basra geschickt um die Menschen gegen Uthman aufzuhetzen. Sie wussten auch, dass Talha und Zubair Ali die Bajja geleistet hatten und hatten kein Verständnis für ihr inkonsequentes Verhalten. Sie fragten sie, was sie in Basra suchen, warum sie nicht nach Medina gezogen wären, da sich dort die Mörder von Uthman aufhalten würden und waren nicht bereit sich für einen internen Machtkampf unter den Kuraishiten zu opfern. Daher forderten sie die Armee auf Basra zu verlassen.

52 Dschamal – der kleine Dschamal Krieg Daraufhin kam es erst zu verbalen Auseinandersetzungen und dann zu einem bewaffneten Angriff der Armee. Auslöser war der Streit um die Bajja von Talha und Zubair. Beide behaupteten ihre Bajja unter Zwang geleistet zu haben, konnten die Einheimischen jedoch nicht davon überzeugen, woraufhin sie einen Kompromiss schlossen. Die Einheimischen wollten Ali einen Brief schicken und fragen ob die Bajja wirklich unter Zwang geleistet wurde. In der Zwischenzeit sollte weiterhin der Gouverneur von Ali Uthman b. Hunaif die Stadt verwalten und die Armee sollte in Basra auf Alis Antwort warten. Da jedoch Talha und Zubair die Befürchtung hatten, dass Ali nach Basra kommen würde um sie zu töten, griffen sie nachts den Gouverneur und seine Leute im Gebet an. Sie ermordeten 40 Menschen, nahmen den Gouverneur fest, misshandelten ihn und sperrten ihn ein. Obwohl Aisha seine Hinrichtung forderte, wurde er mit der Begründung, er sei ein Sahaba Rasulullahs, lediglich aus der Stadt vertrieben.

53 Dschamal – der kleine Dschamal Krieg Unterdessen versuchte Abdullah b. Zubair die Schatzkammer zu beschlagnahmen, stieß jedoch auf Widerstand der einheimischen Soldaten, so dass weitere 70 Einheimische auf grausame Weise ermordet wurden. Anhänger von Ali und Hukaim b. Dschadala versuchten Abdullah b. Zubair aufzuhalten, doch das führte nur zu weiteren Toten. Letzten Endes wurde die Stadt gewaltsam eingenommen und die Bajja für Talha und Zubair geleistet. Nur dieser „kleine“ Dschamal Krieg zeigt die wahre Absicht der Armee von Aisha. Sie waren angeblich gekommen um Vergeltung für Uthmans Ermordung, für die Ermordung eines einzigen Mannes zu fordern, hielten sich jedoch nicht an ihre Abmachung mit den Einheimischen und töteten selber unzählige Menschen auf grausame Weise, plünderten die Schatzkammer von Basra, vertrieben den Gouverneur, nahmen die Stadt gewaltsam ein, forderten die Bajja für Talha und Zubair und riefen die Menschen auf Ali zu töten.

54 Dschamal – der kleine Dschamal Krieg In der Zwischenzeit kam die Antwort des Boten aus Medina, in der Usama b. Zaid, Suhaib, Abu Ajjub al Ansari und Muhammad Maslama bestätigt hatten, dass Talha und Zubair unter Zwang die Bajja geleistet hatten. Ali hatte ebenfalls eingestanden, dass sie gezwungen wurden, betonte jedoch, dass tugendhafte Menschen sie nicht zur Spaltung, sondern zur Einheit gezwungen hätten.

55 Dschamal – Soldaten aus Kufa Ali brauchte Soldaten um den Widerstand in Basra zu brechen. So schickte er Boten nach Kufa um Soldaten zusammenzutrommeln. Der Gouverneur von Kufa Abu Musa el Aschari jedoch widersetze sich Alis Forderung und hielt in der Moschee eine Ansprache, in der er die Einheimischen aufforderte keinen weiteren Kampf zu führen bis die Sache um Uthmans Tod geklärt ist. Da dies nur ein Machtkampf unter den Kuraishiten war, solle man sich nicht einmischen und die Kuraishiten unter sich lassen. Doch Hasan konnte die Bewohner von Kufa überzeugen, so dass bzw Mann nach Basra marschierten. Dies sollte der erste Krieg zwischen zwei muslimischen Parteien sein. Indessen war Aschtar nach Kufa gelangt. Aufgrund seiner Kritik an Ali stürmte Aschtar das Haus des Gouverneurs Abu Musa und verjagte ihn.

56 Dschamal – die sunnitische Version Nach der Sunnitischen Lehre soll der Krieg angeblich so stattgefunden haben: Damit es nicht zu einem Krieg zwischen Muslimen kommen sollte, hätten sich Ali und Aisha geeinigt unter der Bedingung, dass die Mörder von Uthman gefunden werden. Daraufhin hätte sich Ibn Saba mit den Mördern von Uthman, die sich in der Armee von Ali befanden, nachts getroffen und um nicht ausgeliefert zu werden, hätten sie vereinbart, die Armee von Ali anzugreifen, damit diese denken sollten Aisha würde sie angreifen und zur Verteidigung übergehen. So wäre es dann auch gekommen. Ali hätte überrascht von dem Nachtangriff Aisha angegriffen und diese hätte gedacht, dass Ali sie hintergangen hätte und sich verteidigt. (Obwohl es geschichtlich feststeht, dass der Dschamal Krieg tagsüber stattfand, hat man anscheinend um die Überrumpelung beider Seiten glaubhafter darstellen zu können den Krieg in der erfundenen Version nachts stattfinden lassen.) Ali und Aisha hätten in Wirklichkeit nicht kämpfen wollen und alles in ihrer Macht liegende getan um den Krieg zu beenden. Talha und Zubair hätten ebenfalls nicht gekämpft, wären jedoch beide umgebracht worden, Zubair außerhalb des Kriegsplatzes als er sich aus lauter Trauer zurückgezogen hätte und Talha noch am Kriegsplatz.

57 Dschamal – die sunnitische Version Somit waren alle Sahabas unschuldig und konnten für die ca gefallen Soldaten, die der Machtkampf der Kuraishiten gekostet hatte, nicht zur Verantwortung gezogen werden. Sie alle waren angeblich Opfer von dem Bösen Juden Ibn Saba, der die Sahabas auch zu Uthmans Ermordung angestachelt hatte. Obwohl diese Überlieferung nur in Taberi vorkommt und in allen anderen Quellen wie z.B. Ibn Sad, Balazuri, Dinawari nicht auftaucht ist dies die gängigste Version der Sunniten. Und obwohl der Rawi der Ibn Saba Überlieferungen Sajf von Sunniten z.B. im Zusammenhang der Ridda Kriege als Lügner und Gottloser gebrandmarkt wird, wird er hier für glaubwürdig erachtet. Bemerkenswert ist auch noch, dass Ibn Saba, der so aktiv in das Geschehen eingreift, in Siffin plötzlich wie vom Erdboden verschluckt verschwindet. Höchstwahrscheinlich hat man in Siffin Ibn Saba als Rettungsring nicht mehr gebraucht, da die Umajjaden als Sündenbock ausgereicht haben.

58 Dschamal – der große Dschamal Krieg Als Ali mit seiner Armee in Basra ankam, wollte er zunächst einmal mit der gegnerischen Armee reden. Er wollte wissen, warum sie die Menschen in Basra getötet hatten. Doch die Antwort lautete, es könne keine Gespräche geben, sondern nur Krieg. So startete Ali einen weiteren diplomatischen Versuch und schickte einen Boten, der einen Mushaf hochhielt und die gegnerische Partei aufrief den Kuran als Richter anzuerkennen. Als man jedoch dem Boten auf grausame Weise seine Hände abschlug und ihn umbrachte gab Ali den Befehl zum Angriff. Talha wurde in der Schlacht von Marwan b. Hakam, der ihn für Uthmans Tod verantwortlich hielt, ermordet und Zubair wurde nach seiner Niederlage auf dem Rückweg von ibn Dschurmuz ermordet. Der Krieg endete mit Toten erst als Aishas Kamel, auf dem sie den Krieg koordinierte, getötet und sie festgenommen wurde.

59 Dschamal – keine Kriegsbeute Nach Alis Anweisung sollte in diesem Krieg keine Kriegsbeute eingenommen werden, was unter den Soldaten zu Unverständnis stieß. Sie fragten sich, wenn es erlaubt war diese Menschen zu töten, warum darf man sie dann nicht gefangen nehmen und ihre Güter beschlagnahmen? Ali konnte darauf keine zufriedenstellende Antwort geben, außer sie zu fragen, wer von ihnen denn gerne die Mutter der Gläubigen Aisha als Dscharija, als Gefangene nehmen möchte? Allein diese Frage zeigte in was für einem Dilemma sich die Muslime befanden.

60 Dschamal – Sieg der Umajjaden Auch wenn Ali diesen Krieg angeblich gewonnen hat, so ist doch dieser Krieg für alle Beteiligten, außer den Umajjaden, eine Niederlage. Denn auch wenn Ali nun wieder die Kontrolle über die Provinz Basra hatte, so hatte er doch die Einheimischen endgültig verloren, da er im Krieg viele von ihnen getötet hatte. Hiernach wollten auch die Bewohner von Kufa Ali in Siffin nicht so recht unterstützen. Außerdem waren die weiteren zwei Khalifakandidaten Talha und Zubair ermordet worden, das bedeutete, dass Muawija nur noch einen einzigen Rivalen hatte, und zwar Ali. Des Weiteren wurde die Frau des Propheten Aisha besiegt und sollte sich nie wieder in politische Angelegenheiten einmischen, was Muawija später noch von Nutzen sein sollte. Dieser Krieg insgesamt kratze an Alis Image und stärkte Muawija, denn nun konnte Muawija Ali nicht nur als Mörder von Uthman darstellen, sondern auch als der Mörder unzähliger Sahabas, die in Dschamal gefallen waren.

61 Dschamal – eine Frau als Führerin Aufgrund Aishas Kriegsführung im Dschamal Krieg wurde die Frage diskutiert, ob eine Frau überhaupt über Männer herrschen darf. Wir sehen, dass Allah st es im Kuran nicht verbietet. Jedoch gibt es eine Überlieferung, in dem angeblich Rasulullah folgendes gesagt haben soll: „Eine von einer Frau geführte Gesellschaft ist eine dem Untergang geweihte Gesellschaft.“ (Buhari)  Nach der ersten Ansicht ist dieser Hadith sahih und findet auf alle Fälle Anwendung. Demnach darf eine Frau niemals über Männer herrschen.  Die zweite Ansicht sagt, dass dieser Ahad Hadith zwar sahih ist, aber keine Norm (Hukm) darstellt, sondern nur eine Feststellung in Bezug auf einen Einzelfall. Gemeint war die persische Königin Boran (Tochter von Chosrau, König des Sassadinenreichs), die zur Zeit von Umar an die Macht kam. Das erste Problem, das wir hier haben ist, dass Boran laut Tabari in einer Krisenzeit eine erfolgreiche Herrschaft geführt hat. D.h. der Hadith hat sich nicht bewahrheitet. Abgesehen davon sollte man sich fragen, woher Rasulullah gewusst haben soll, was zu Umars Zeiten in Persien geschehen wird.

62 Dschamal – eine Frau als Führerin  Nach der dritten Ansicht ist dieser Hadith erfunden. Das Zeugnis des einzigen Rawis Abu Bakra Nufair bin Haris darf nicht angenommen werden, da er in der Amtszeit von Umar jemanden der Zina bezichtigt hatte, seine Anschuldigung aber nicht beweisen konnte. Daher unterliegt er laut 24:4 einem lebenslangen Zeugnisverbot  (24:4) Und diejenigen, die den keuschen Frauen (Zina) vorwerfen dann (dafür) keine vier (Augen-)Zeugen bringen, diese sollt ihr mit achtzig Peitschenschlägen peitschen und ihr Zeugnis niemals gelten lassen.  Die Frage, die sich nun stellt ist, warum der Rawi so etwas erfinden sollte. Auffällig ist, dass er nicht an der Schlacht von Dschamal teilgenommen hat, in der Aisha gegen Ali eine Armee anführte. Als man den Rawi fragte, warum er nicht an der Schlacht teilgenommen habe, erwähnte er diesen Hadith als Ausrede.

63 Dschamal – eine Frau als Führerin  Die nächste Frage, die unbeantwortet bleibt ist, warum nur er diesen Hadith kannte? Weder Ali noch andere Sahabas haben Aisha diesen Hadith vorgehalten. Und warum hat er den Hadith nicht vor der Schlacht erwähnt? Er hätte somit den Tod von Menschen verhindern können.  Abgesehen davon sehen wir im Kuran, dass Allah st uns zwei Frauen als Herrscher darstellt und beide von Allah st gelobt werden. Einmal Assia (66:11) und einmal Balkis, die Königin von Saba. Assia ist im Gegensatz zu Pharao nicht Sklave, sondern Herr ihrer selbst und bevorzugt einen einzigen Palast in der Dschanna der Herrschaft dieser Welt, wohingegen Allah über den Pharao sagt: „Und Pharao führte sein Volk in den Untergang und wies den Weg nicht“ (20:79) Demnach ist es nicht das Geschlecht eines Menschen, das zum Untergang führt, sondern seine Taten. Balkis wird von Allah st in 27:15-44 als eine Königin dargestellt, die ihr Volk wie Sulaiman as mit einem Schurasystem regiert und durch ihr diplomatisches Geschick ihr Volk vor dem Untergang bewahrt.

64 Dschamal – eine Frau als Führerin Allah st sagt im Kuran, dass Er „die Frau und den Mann“ als Khalifa (Statthalter auf Erden) eingesetzt hat.  Er ist es, Der euch zu Statthaltern auf Erden gemacht hat. (35:39) Weiterhin sagt Allah st, dass wir die Treuhandschaft dem geben sollen, der ihrer würdig ist. Es geht also nicht um das Geschlecht, sondern um die Kompetenz.  Allah gebietet euch, dass ihr die Treuhandschaft jenen übergebt, die ihrer würdig sind; und wenn ihr zwischen Menschen richtet, dass ihr richtet nach Gerechtigkeit. Fürwahr, herrlich ist, wozu Allah euch ermahnt. Allah ist allhörend, allsehend. (4:58)

65 Dschamal – eine Frau als Führerin Laut dem Kuran ist das Sunnatullah (Gesetz Allahs) für den Untergang der Völker weder die Herrschaft einer Frau, noch der Kufr eines Volkes, sondern lediglich der Zulm (das Unrecht), den sie einander antun. (siehe 17:16; 6:47; 11:117; 89:11-13; 18:59; 11: ) Und das Gesetz Allahs für die Änderung der Lage eines Volkes lautet nicht, die Herrschaft eines Mannes, sondern wenn sie ihre Herzen ändern.  Dies, weil Allah niemals eine Gnade ändern würde, die Er einem Volke gewährt hat, es sei denn, daß es seinen eignen Seelenzustand ändere, und weil Allah allhörend, allwissend ist. (8:53)  Gewiss, Allah ändert die Lage eines Volkes nicht, ehe sie (die Leute) nicht selbst das ändern, was in ihren Herzen ist. Und wenn Allah einem Volk etwas Übles zufügen will, so gibt es dagegen keine Abwehr, und sie haben keinen Helfer außer Ihm. (13:11)

66 Siffin Ca. sieben Monate nach Dschamal konnte sich Ali endlich Muawija widmen. Sein Gouverneur Sahl b. Hunaif, den er nach Scham geschickt hatte, wurde nicht in die Stadt gelassen und musste wieder umkehren. Indessen hetzte Muawija die Bewohner von Scham aufgrund der Ermordung von Uthman gegen Ali auf. Er zeigte ihnen Uthmans blutiges Hemd und die abgeschnitten Finger von Uthmans Ehefrau, die sie bei dem Versuch Uthman zu retten verloren hatte. In Wirklichkeit jedoch beabsichtigte er Ali zu stürzen um selber an die Macht zu kommen. Weil er seit Jahren bereits Gouverneur in Scham war, war Muawija inzwischen sehr stark geworden und hatte eine homogene Armee von Mann, die im Gegensatz zu Alis Armee, jahrelang unter Byzanz das Gehorchen gelernt hatten. Das einzige was ihm noch fehlte war die Unterstützung der Sahabas. Die war ihm jedoch nach Alis Diwanänderung und Dschamal Desaster auch sicher, da viele sich nun auf Muawijas Seite stellten.

67 Siffin – Kampf der Dschahilija In Wirklichkeit war die Schlacht von Siffin eine uralte Auseinandersetzung zwischen den Haschimiten und den Umajjaden, die in Mekka mit einem Konflikt zwischen Haschim und Abduschams angefangen hatte und später zwischen Abdulmuttalib und Harb b. Umajja fortgeführt wurde. Als in Badr drei Umajjaden vor der Schlacht Einzelkämpfe abhalten wollten, lehnten sie die Ansar als Gegner ab und verlangten von Rasulullah drei Haschimiten. Mit Abu Sufjan gelangten die Umajjaden wieder in Mekka an die Macht. Doch mit der Einnahme von Mekka löste wieder ein Haschimite und zwar Rasulullah die Umajjaden ab. Dank Uthman kamen sie jedoch erneut diesmal in Medina an die Macht und waren nicht bereit Alis Machtergreifung zu akzeptieren. Das ganze sollte mit dem Sieg von Muawija und der Gründung der Umajjadischen Dynastie fortgeführt werden und 90 Jahre später mit der Gründung der Abbasidischen Herrschaft und dem Sieg der Haschimiten enden. Die Umajjaden gründeten außerdem in Andalusien eine Herrschaft und die Haschimiten gründeten die Herrschaft der Fatimiden, Idrisiden und der Zaiditen.

68 Siffin - Briefe Vor dem Krieg in Siffin kam es zu einem Briefwechsel zwischen Ali und Muawija. Ali forderte Muawija zur Bajja auf und Muawija wiederum beschuldigte ihn die Mörder von Uthman zu decken. Er stellte seine Bajja unter die Bedingung, die Mörder von Uthman, die sich in Alis Armee befanden, an ihn auszuliefern. Als Ali sich nicht dazu bereit erklärte, ging Muawija zu seinem nächsten brillianten Schachzug über und sagte, wenn du Uthman nicht ermordet hast, dann überlass die Wahl des Khalifen der Schura. Unter diesen unschuldigen Forderungen steckte Muawijas Plan Ali zu stürzen um selber die Macht zu ergreifen. Denn er legte keinen Wert auf die Schura. So setze er vor seinem Ableben seinen Sohn Jazid als Khalif ein und gründete die Umajjadische Dynastie.

69 Siffin – Pakt mit Amr b. As Nachdem Uthman Amr b. As als Gouverneur von Ägypten abgesetzt hatte, hatte er sich nach Palästina zurückgezogen und versucht die Menschen gegen Uthman aufzuhetzen. Nach der Ermordung von Uthman hatte er erwartet, dass Ali ihn wieder einsetzt. Doch Ali wies ihn schroff zurück. Amr zu verstoßen war ein weiterer strategischer Fehler von Ali, der Muawija zugutekommen sollte. Denn nun verbündete sich Amr mit Muawija. Sobald Muawija an die Macht kommen sollte, sollte Amr bis zu seinem Ableben Gouverneur von Ägypten bleiben. Allein dieser Pakt zeigt was für ein Genie Muawija war. Muawija wusste, dass Amr die Menschen gegen Uthman aufgehetzt und zu Uthmans Ermordung beigetragen hatte. Außerdem war es Amr gewesen, der aus purem Neid verhindert hatte, dass Muawija unter Umars Khalifat Zypern erobern konnte. Muawija hätte ihn nun einfach umbringen können, doch Muawija wollte Khalif werden und brauchte ein Genie wie Amr an seiner Seite und dieser Pakt sollte in Siffin das Blatt wenden und Alis Sieg in seine endgültige Niederlage verwandeln.

70 Siffin – Pakt mit Amr b. As Im Gegensatz zu Ali ließ sich Muawija nicht von seinen Emotionen leiten. Ungeachtet der Fehler von Menschen wusste er sie so einzusetzen, dass sie ihre Stärken einbringen konnten, jedoch keinen Schaden anrichteten. Muawija wies niemanden zurück und nutze alle Mittel um Menschen auf seine Seite zu bringen. Dort wo er bestechen konnte, verzichtete er auf überzeugen, dort wo er überzeugen konnte, verzichtete er auf die Peitsche, dort wo die Peitsche ausreichte, verzichtete er auf das Schwert.

71 Siffin – Pakt mit Byzanz Vor dem Angriff von Ali schloss Muawija Verträge mit Byzanz. Er zahlte ihnen einen sehr hohen Betrag um während des Krieges mit Ali die Grenzen von Scham vor einem Angriff der Byzantiner zu sichern und all seine Kraft auf Ali zu konzentrieren. Falls die Byzantiner ihn hintergehen sollten, drohte er ihnen damit sich mit Ali zu verbünden und als eine Einheit gegen Byzanz vorzugehen. So begann der zweite Krieg unter den Muslimen und dauerte ca. 40 Tage an. Auf beiden Seiten befanden sich eigene Familienmitglieder, so waren z.B. der Bruder von Ali „Akil“ und der Bruder von Muhammad b. Abu Bakr „Abdurrahman b. Abu Bakr“ auf der Seite von Muawija. Dies erschwerte die Lage um so mehr.

72 Siffin – Amrs Vorschlag Als gegen Ende sicher wurde, dass Ali den Krieg gewinnen wird, unterbreitete Amr b. As den Vorschlag, Kuranseiten auf die Speere zu tun um die Armeen aufzurufen den Kuran als Richter zu akzeptieren. Obwohl Ali protestierte und betonte, dass dies nur eine List sei, akzeptierte seine heterogene Armee den Vorschlag. Die Armee von Ali, die er überwiegend aus Jemeniten aus Südarabien besetzt hatte, sollte ihm nun zum Verhängnis werden. Sie waren schon seit jeher Feinde der Nordaraber gewesen und hatten sich diesem Krieg, den sie als einen Machtkampf unter den Kuraishiten (den Nordarabern) ansahen nur widerwillig bereit erklärt. Nach dem Vorschlag von Amr erklärte der inzwischen kriegsmüde gewordene jemenitische General Aschasch b. Kais, dass wenn Ali den Vorschlag nicht annehmen würde, er mit seinen Soldaten auf Muawijas Seite wechseln würde. Dazu kann auch seine Wut aufgrund seiner Absetzung als Gouverneur von Aserbaidschan beigetragen haben.

73 Siffin – Amrs Vorschlag Die Nordaraber in Alis Armee, die sich später als Khawaridsch abspalten sollten, waren dafür, dass weitergekämpft wird. Auch Alis General Aschtar war so kurz vor dem Sieg für die Weiterführung des Krieges. Doch Ali fügte sich der Mehrheit und beendete den Krieg. Somit endete der zweite Machtkampf der Kuraishiten mit einer sehr hohen Anzahl an Toten. Den verschiedenen Überlieferungen zufolge wurden bis Menschen umgebracht, unter ihnen waren auch Sahabas wie Ammar b. Jasir, der auf der Seite von Ali gekämpft hatte.

74 Siffin – Wahl der Richter Muawija ernannte den Nordaraber Amr b. As als seinen Richter. Ali schlug seinen General Aschtar, der der Anführer der Aufständigen aus Kufa war, als Richter vor. Doch die Armee widersetze sich seinem Vorschlag mit der Begründung, er wäre es doch gewesen, der die Erde in Schutt und Asche gelegt hätte. Alis zweiten Vorschlag Abdullah b. Abbas, der ebenfalls als Kuraishite den Nordarabern angehörte, lehnten die Südaraber ab und betonten, dass sie es nicht akzeptieren werden, dass beide Richter Nordaraber sind. Da Muawijas Richter ein Nordaraber war, sollte Alis Richter als Ausgleich ein Südaraber sein. Sie waren es leid seit Jahren ausschließlich von den Nordarabern regiert und selber von allen Positionen ausgeschlossen zu werden.

75 Siffin – Wahl der Richter So schlugen sie als Richter den Südaraber Abu Musa al Aschari vor, doch Ali protestierte, da dieser zuvor versucht hatte zu verhindern, dass Ali eine Armee zusammentrommelt und aufgrund seiner Absetzung als Gouverneur von Kufa Ali gegenüber feindselig war. Als die Armee ihn vor die Wahl stellte, entweder Abu Musa zu akzeptieren oder sie würden zu Muawijas Seite wechseln, musste Ali nachgeben und begann mit der Ernennung Abu Musas als seinen Richter einen weiteren verhängnisvollen Fehler. Und somit bestanden die Richter aus einem Verbündeten von Muawija und einem Feind von Ali. Das Ergebnis sollte daher niemanden überraschen.

76 Tahkim Nach dem Siffin Krieg treffen sich wie vereinbart die Richter Abu Musa al Aschari und Amr b. As in Dumatul Dschandal mit 400 Personen, darunter neutrale Beobachter wie Abdullah b. Umar, Abdullah b. Zubair und Mugira b. Schuba  Sie reden über die Ermordung von Uthman und die Bestrafung der Mörder  und die Bajja von Muawijja, die er Ali leisten soll.  Sie akzeptieren das Muawija der Erbe von Uthman ist und die Mörder bestraft werden müssen.  Amr b. As sagt, die Mörder seien in der Armee von Ali. Ali würde ihnen Unterschlupf gewähren. Daher würde Muawija ihm die Bajja nicht leisten.  Als neue Khalifakandidaten fallen Namen wie Abdullah b. Umar und Abdullah b. Amr, aber sie können sich auf niemanden einigen.

77 Tahkim  Abu Musa sieht ein, dass das Volk von Scham Ali niemals die Bajja leisten wird und um eine Einheit wiederherzustellen unterschreibt er mit Amr, dass beide Ali und Muawija abberufen und die Umma entscheiden soll, wer der neue Khalif werden soll. Nach den Verhandlungen treten die Richter vor die versammelte Gruppe und Amr gibt Abu Musa aufgrund seines Alters den Vorzug. Abu Musa hält seine Ansprache und endet mit den Worten: „Um das Blutvergießen zu beenden und den Frieden wiederherzustellen haben wir beschlossen Ali und Muawija abzusetzen. So wie ich diesen Ring ausziehe, so setze ich Ali ab.“ Daraufhin ergreift Amr das Wort und sagt: „Abu Musa hat Ali abgesetzt und auch ich setze Ali ab und ernenne als neuen Khalifen Muawija.“ Auch wenn Abu Musa dem widersprach war es nun zu spät. Amr hatte die Situation zu ihren Gunsten genutzt und Muawija als Khalif ernannt.

78 Tahkim Tahkim stärkte Muawija enorm. Seine Armee, die am verlieren war, hatte letzten Endes dadurch gewonnen. Er war gar kein Khalif, dass man ihn hätte wie Ali abberufen können, sondern nur ein einfacher Gouverneur, den Ali bereits abberufen hatte, aber nun wurde er auf dem gleichen Rang wie Ali gesehen. Und Ali war nur noch jemand, der behauptete Khalif zu sein, obwohl die Richter im Tahkim gar nicht die Befugnis für die Abberufung des Khalifen hatten, sondern lediglich über die Probleme bzgl. der Ermordung von Uthman reden sollten. Aber am Ende artete das ganze aus, so dass hiernach Muawija in Scham sein Khalifat ausrief. Selbstverständlich akzeptierte Ali ihr Urteil nicht. Ab diesem Zeitpunkt verfluchte er nach jedem Duhr Gebet im Dua Kunut Muawija, Amr, Abu Musa, Habib b. Maslama, Abdurrahman b. Halid, Dahhak b. Kais und Walid b. Ukba. Als Muawija das erfuhr, fing er auch an Ali, Abdullah b. Abbas, Hasan, Husain und Kais b. Sad im Dua Kunut zu verfluchen. Dieses verfluchen der Ahl Bait sollte unter den Umajjaden bis Umar b. Abdulaziz andauern.

79 Die Khawaridsch Die Khawaridsch bestanden hauptsächlich aus nordarabischen Beduinen. Sie waren dafür bekannt sehr gläubig zu sein, dem Kuran die oberste Priorität einzuräumen, außerdem noch für ihre Aufrichtigkeit, ihre Großzügigkeit, ihre Härte und Strenge. Sie waren gegen die Hegemonie der Kuraish und die Inkonsequenz des Khalifen Ali. Daher verstanden sie nicht warum man z.B. in Dschamal die gegnerische Seite zwar umbringen darf, aber sie nicht gefangen nehmen sollte, auch wenn sich unter ihnen die Frau des Propheten Aisha befand. Wenn es eine Regel gab, dann sollte sie für alle gelten. Aus diesem Grund hatten sie zuvor auch nicht verstanden warum sie als Beduinen in der Armee unter Uthman nicht soviel Lohn wie andere Soldaten erhielten. Der Kuran hatte sie etwas anderes gelehrt, die Kuraishiten ihnen jedoch das Gegenteil vorgelebt.

80 Die Khawaridsch - Harura Entgegen der sunnitischen Quellen, berichten die eigenen Quellen der Khawaridsch, dass sie auch in Siffin gegen Amrs Vorschlag protestiert haben. Sie fragten sich, wenn man nun mit Muawija Frieden schließen sollte, warum hatte man dann zuvor so viele Menschen umgebracht? Nach dem Alis Armee auf diplomatischem Weg besiegt nach Kufa zurückkehrte, spalteten sie sich von ihnen und gingen nach Harura. Ali schickte ibn Abbas als Bote zu ihnen. Sie sagten zu ibn Abbas, dass Ali sich statt mit dem Urteil Allahs, mit dem Urteil der Menschen zufrieden gegeben hätte und zitierten 12:40. Sie fragten, wenn die Gegenseite Muminun waren, warum habt ihr uns gegen sie kämpfen lassen, obwohl es haram ist gegen Muminun zu kämpfen? Wenn sie keine Muminun waren, warum durften wir nicht kämpfen bis wir sie vernichten? Warum durch wir keine Gefangenen nehmen, keine Beute machen?

81 Die Khawaridsch – Harura Ibn Abbas erwiderte mit dem Vers 5:95, in dem Allah st erwähnt, dass zwei gerechte Personen unter den Muslimen urteilen sollen. Doch sie fragten ihn, ist derjenige, gegen den wir bis gestern gekämpft haben ein gerechter Mann? Wenn ja, dann haben wir mit dieser Gerechtigkeit nichts zu tun. Ihr habt über die Urteile und Befehle Allahs Menschen als Richter eingesetzt, obwohl Allah bereits über Muawija und seine Leute sein Urteil gesprochen hatte. Er hatte befohlen mit ihnen zu kämpfen bis sie bereuen oder sich ergeben. Doch ihr habt einen Vertrag mit ihnen geschlossen, wo doch Allah seit der Hinabsendung der Sure Berae es verboten hat mit denen einen Vertrag zu schließen, die gegen die Muslime kämpfen, bis sie die Dschizja zahlen. Als ibn Abbas sie nicht überzeugen konnte, ging Ali zu ihnen. Sie forderten Ali auf zu bereuen und Ali sagte, dass er seine Taten bereue. Daraufhin folgten sie ihm wieder nach Kufa und verbreiteten die Nachricht, dass Ali die Tahkim Entscheidung zurückgenommen hätte und Muawija bald angreifen würde.

82 Die Khawaridsch - Nahrawan Als Ali dies erfuhr betonte er, dass er die Tahkim Entscheidung nicht zurückgenommen hätte und die Entscheidung der Richter abwarten werde. Sodann verließen die Khawaridsch ihn endgültig und wählten als neuen Anführer Abdullah b. Wahb. Unter ihnen waren auch viele Sahabas. Ihr Slogan war „Das Urteil obliegt Allah!“, das einer von ihnen nach dem Beschluss des Tahkims gerufen hatte. Indessen freute sich Scham über die Spaltung der Khawaridsch, da Ali sich nun um die Khawaridsch kümmern musste, anstatt um Muawija. Die Khawaridsch aus Kufa versammelten sich diesmal in Nahrawan und riefen auch ihre Genossen aus Basra hierher. In der Zwischenzeit hatten die Richter ihre Tahkimentscheidung bekanntgegeben.

83 Die Khawaridsch - Nahrawan Ali schickte den Khawaridsch eine Botschaft, in der er die Entscheidung vom Tahkim nicht anerkannte und mit ihnen erneut gegen Muawija kämpfen wollte. Doch die Khawaridsch lehnten Alis Angebot ab. Sie sagten, bereits mit seiner Anerkennung des Tahkims hätte er sich selbst abberufen. Sie riefen ihn zur Tawba auf und sagten, dass er jetzt nicht für Allah schimpfen würde, sondern aufgrund seines eigenen Nafs. Indessen ging Misr b. Fadak mit einer Gruppe aus Basra nach Nahrawan. Als sie in dem Dorf von Abdullah b. Habbab ankamen, erzählten sie ihm vom Tahkim. Doch Abdullah sagte, dass er von seinem Vater gehört habe, dass wenn die Zeit der Fitna kommt, er in seinem Haus bleiben soll. Misr entgegnete, dass Allah ihm im Kuran etwas anderes raten würde als Abdullahs Vater und zitierte 8:39 und brachte Abdullah um. Als er in Nahrawan ankam, verurteilten die Khawaridsch ihn für seinen Mord und wollten ihn umbringen, doch er entkam ihnen.

84 Die Khawaridsch – der Krieg in Nahrawan Aufgrund der neuen Ereignisse musste sich Ali zunächst einmal um die Khawaridsch in Nahrawan kümmern. Er marschierte mit seiner Armee nach Nahrawan und forderte die Auslieferung des Mörders von Abdullah b. Habbab. Die Khawaridsch erwiderten, dass der Mörder sich nicht unter ihnen befinden würde. Doch Ali hatte die Befürchtung, dass sie, wenn er nach Scham marschiert, Kufa angreifen könnten. Er sah sie wie die Aufständigen in Dschamal an und stellte sie vor die Wahl, sich ihm entweder zu unterwerfen oder zu sterben. So kam es zwischen beiden Gruppen zu einem Krieg, in der die Mehrheit der Khawaridsch in kurzer Zeit abgemetzelt wurden. Die übrig gebliebenen Khawaridsch sollten diesen Tag niemals vergessen. Er sollte der Auslöser für unzählige Aufstände der Khawaridsch unter Ali werden und letzten Endes der Grund für das Attentat auf Ali. Noch davor sollte Ali Schwierigkeiten bekommen jemals wieder eine Armee aufzustellen, da viele, die ihre Verwandten in Nahrawan verloren hatten Ali nicht mehr wohlgesinnt waren.

85 Ägypten Ali hatte als ersten Gouverneur von Ägypten Kais b. Ubada, den Sohn des alten Hazradsch Anführers Sad b. Ubada, ernannt. Kais war ein sehr talentierter Staatsmann. In Muawijas Augen war er soviel Wert wie Kämpfer. Daher versuchte er ihn zunächst für sich zu gewinnen. Doch als Kais Ali treu blieb und sich auf Muawijas Angebote nicht einließ, ging er zu Plan B über. Um Ali gegen Kais aufzuhetzen ließ er mehrere Briefe von Kais an Muawija und umgekehrt fälschen und Ali in die Hände spielen, woraufhin Ali Kais absetzte. Somit hatte Ali seinen besten Staatsmann verloren. An seine Stelle ernannte er seinen unerfahrenen Stiefsohn und Mörder von Uthman Muhammad b. Abu Bakr. Indessen stachelte Muawija die Umajjaden in Ägypten zu einem Aufstand an und schickte Amr b. As mit einer Armee nach Ägypten, die kurze Zeit später Ägypten einnahm.

86 Ägypten Nach der Eroberung lockte Amr Muhammad mit der Aussage, er habe sich von Muawija getrennt in die Falle und ließ ihn umbringen und eingehüllt in Eselsleder verbrennen. In der Zwischenzeit ließ Muawija Aschtar, der Muhammad zur Hilfe eilte, unterwegs mit einem Honiggetränk vergiften. Daraufhin schickte Ali eine Armee von Mann unter der Führung von Malik b. Kab nach Ägypten. Doch als die Nachricht von Muhammads Tod kam, kehrte die Armee wieder um. Ali war eindeutig Muawija in die Falle gelaufen und hatte nicht nur die Provinz Ägypten, sondern drei seiner besten Männer verloren, Kais b. Ubada, Muhammad b. Abu Bakr und Aschtar.

87 Basra Nach dem Dschamal Krieg hatte Ali als neuen Gouverneur Ibn Abbas eingesetzt. Es gab jedoch beschwerten der Einheimischen, weil ibn Abbas das Geld der Menschen zu Unrecht vereinnahmen würde. Als Ali die Anschuldigungen untersuchen wollte, kränkte das ibn Abbas, der daraufhin viele Güter mit sich nahm und nach Mekka ging. Als die Einheimischen aus Basra versucht hatten ihn aufzuhalten kam es zu einer bewaffneten Auseinandersetzung. Dennoch konnte ibn Abbas mit den Gütern nach Mekka gelangen. Indessen schickte Muawija seine Leute unter der Führung von Abdullah b. Hadrami nach Basra. Als die Nachricht, dass Abdullah b. Hadrami viele Menschen in Basra auf Muawijas Seite bringen konnte, zu Ali durchdrang schickte dieser Ajan b. Dubaj und Dscharija b. Kudama nach Basra. Den Krieg gewann die Armee von Ali. Abdullah b. Hadrami und 70 seiner Soldaten flüchteten in ein Haus in Basra, und baten Alis Armee um Asyl. Doch die Armee von Ali setzte das Haus in Brand, so dass sie allesamt lebendig verbrannt wurden. Erwähnenswert ist noch, dass zur Zeit von Ali in Basra Geld geprägt wurde. Dazu wurde bereits vorhandenes byzantinisches und persisches Geld arabisch geprägt.

88 Kufa und Dschazira Ali hatte zunächst in Kufa einen der wichtigsten Oppositionellen von Uthman den Jemeniten Umara b. Schibab als Gouverneur ernannt. Doch auf Wunsch der Einheimischen und Aschtar, durfte Abu Musa al Aschari Gouverneur bleiben. Nachdem dieser jedoch versucht hatte zu verhindern, dass Ali für Dschamal Soldaten aus Kufa zusammentrommeln kann, wurde er entlassen. Muawija hatte den Sahaba Numan b. Baschir mit einer Armee zunächst nach Basra, dann nach Kufa geschickt. Doch die Armee des Khalifen hatte sie in die Flucht geschlagen. Daraufhin schickte Muawija Dahhak mit einer Armee, wurde aber wiederum von Alis Armee unter der Führung von Hudschr b. Adij besiegt. Indessen ließ Muawija Anbar, das in der Nähe von Kufa war, plündern. Muawija schickte Armeen in die Gebiete von Dschazira. Auch wenn er keinen Erfolg damit hatte, so beschäftigte er damit Ali und hinderte ihn daran Scham anzugreifen.

89 Hidschaz und Jemen Im 40. Jahr der Hidschra (660) schickte Muawija eine Armee unter der Führung von Busr b. Abu Artat in den Hidschaz, die in Medina für Muawija die Bajja entgegennahmen und Abu Huraira als den neuen Gouverneur von Medina ernannten. Die Soldaten des Khalifen besiegten Muawijas Armee in Mekka. Jedoch gewann Muawija einen diplomatischen Sieg indem er Jazid b. Sadschara mit Soldaten als in seinem Namen beauftragter Hadsch-Amir nach Mekka schickte. Es kam zwischen den Soldaten von Muawija und Ali zu Spannungen. Um ein Blutvergießen im Haram Gebiet zu verhindern einigten sich beide Seiten auf Schaiba b. Uthman als Amir der Hadsch. Somit hatte Muawija verhindert, dass Alis Amir die Hadsch leitet und einen weiteren diplomatischen Sieg errungen. Ein Jahr später ernannte Busr Schaiba b. Uthman als den neuen Gouverneur von Mekka. Doch Alis Armee unter der Führung von Dscharija eroberte Mekka zurück. Ali ernannte Ubaidullah b. Abbas als den neuen Gouverneur von Jemen. Doch als Muawija eine Armee in den Jemen schickte, floh der Gouverneur zu Ali zurück. Die Armee von Muawija unter Busr hatte nun die Kontrolle über den Jemen hergestellt. Allerdings sollte Alis General Dscharija diese Gebiete wieder zurückerobern.

90 Vertrag mit Muawija Inzwischen kontrollierte Muawija Scham und Ägypten. Ali kontrollierte den Hidschaz und den Jemen. Keiner der beiden konnte allerdings den Irak völlig unter seine Kontrollen bringen. Es herrschte überall Chaos. Letzten Endes schlossen Ali und Muawija einen Waffenstillstand nach dem Ali der Irak und Muawija Scham und Ägypten unterstehen sollte.

91 Alis Ermordung Ein Jahr und zwei Monate nach Siffin ermordete der Khawaridsch ibn Muldscham Ali ra. Sie gaben ihm die Schuld für die Unruhen in ihrem Land und wollten sich außerdem für ihre ermordeten Verwandten und Freunde in Nahrawan rächen. Drei Khawaridsch verabredeten sich am selben Tag ein Attentat auf Ali, Muawija und Amr b. As zu verüben. Der einzige der umkam war Ali ra. Muawija kam mit Verletzungen davon und anstelle von Amr b. As wurde ein anderer Mann getötet, den Amr zufällig an dem Tag an seiner Stelle als Imam zur Moschee geschickt hatte. Ali starb zwei Tage nach dem Attentat auf ihn im Alter von 63 Jahren. Aufgrund von Alis Feinden soll sein Grab unbekannt geblieben sein. Doch manche Quellen behaupten, dass sein Grab neben einer Moschee in Kufa sein soll.

92 Hasan b. Ali Nach der Ermordung von Ali wird sein Sohn Hasan als neuer Khalif gewählt. In der Zwischenzeit wird Muawija immer stärker und die Menschen um Hasan werden immer weniger. Letzten Endes gibt Hasan Muawija das Khalifat unter Bedingungen ab.

93 Ich muss zugeben, dass es mir sehr schwer fiel diese PPP vorzubereiten und ich, aufgrund der Tatsache, dass mich diese Ereignisse emotional sehr mitgenommen haben, länger gebraucht habe als bei allen anderen Verschriftlichungen. Doch auch ich muss lernen Emotionalität beiseite zu lassen und die Geschichte als das zu studieren was sie ist. Kein Lobgesang, sondern ein Ausschnitt aus dem Leben voller Lehren, Vorbilder und abschreckender Beispiele. Dabei ist es wichtig niemals zu vergessen, dass der Mensch kein statisches Wesen ist, sondern sich wie sein Herz ständig im Wandel befindet. Es gibt weder engelsgleiche Menschen, noch abgrundtief böse. Niemals sollten wir uns anmaßen über einen Menschen zu urteilen nur aufgrund eines Auszuges aus seinem Leben. Letztlich obliegt das Urteil über den Menschen einzig Allah. Unsere Aufgabe sollte es sein uns auf die einzelnen Taten und ihre Auswirkungen auf die Geschichte zu konzentrieren, um Lehren für unser eigenes Leben und unsere eigene Zeit zu ziehen. und Allah weiß es am Besten!

94 Quellenangabe  Dört Halifeyi Farkli Okumak – 4 Hz. Ali  Prof. Mehmet Azimli  Ana Hatlariyla Islam Tarihi (2) (Hulefa-i Rasidin Dönemi)  Prof. Adem Apak  Saltanata Giden Yolda Muaviye Bin Ebi Süfyan  Irfan Aycan


Herunterladen ppt "ALI (RA). Stammbaum Ali ist der Sohn von Abu Talib, dem Onkel des Propheten väterlicherseits. Seine Mutter ist Fatima bt. Asad b. Haschim.  Der Prophet."

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