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Schnell-Lese-Techniken Version 24.04.2008 Peter Rösler www.schnell-leser.de 1 Schnell-Lese-Techniken Grundlagen des Lesens „Echtes“ Schnell-Lesen (6- bis.

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1 Schnell-Lese-Techniken Version Peter Rösler 1 Schnell-Lese-Techniken Grundlagen des Lesens „Echtes“ Schnell-Lesen (6- bis 25-fache Geschwindigkeit) Schnelles Normal-Lesen (doppelte Geschwindigkeit) Lesemanagement und planvolles Nichtlesen

2 Schnell-Lese-Techniken Version Peter Rösler 2 Quellen (1) u.a. Brown, B. L., Inouye, D. K., Barrus, K. B., & Hansen, D. M. (1981). An Analysis of the Rapid Reading Controversy. In J. R. Edwards (Ed.), The Social Psychology of Reading. Language and Literacy Monograph Series. Silver Spring: Institute of Modern Languages. Carver, R.P. (1985). How good are some of the world's best readers? Reading Research Quarterly, 20, Carver, R.P. (1990). Reading rate: a review of research and theory. San Diego, California: Academic Press. Cranney, G., Brown, B. L., Hansen, D. M. & Inouye D. K. (1982). Rate and reading dynamics reconsidered. Journal of Reading, 25(6), Fujimaki, Norio; Hayakawa, Tomoe; Munetsuna, Shinji; Sasaki Toyofumi (2004). Neural activation dependent on reading speed during covert reading of novels. Neuroreport, 15(2), Homa, D. (1983). An assessment of two extraordinary speed-readers. Bulletin of the Psychonomic Society, 21, Just, M. A. & Carpenter, P. A. (1987). Speed reading. In M. A. Just & P. A. Carpenter, The psychology of reading and language comprehension (pp ). Boston, MA: Allyn and Bacon. Kurita, M. (2003). Change in the Intellectual and Physiological Functions of 160 Persons Who Studied in the Intermediate Class of Kurita's Speed Reading Course. Journal of International Society of Life Information Science (ISLIS), 21(1), Masson, M.E.J. (1985). Rapid reading processes and skills. Reading Research: Advances in Theory and Practice, 4, McLaughlin, G. (1969). Reading at impossible speeds. Journal of Reading, 1969, 12, , McNamara, D. S. (2001). Speed reading. In N. J. Smelser & P. B. Baltes (Eds.), International Encyclopedia of the Social & Behavioral Sciences (pp ). Oxford: Elsevier Science. O'Connor, N.; & Hermelin, B. (1994). Two autistic savant readers. Journal of autism and developmental disorders, 24(4), Rayner, K., & Pollatsek, A. (1989). The psychology of reading. Englewood Cliffs, NJ: Prentice Hall. Rayner, K. (1998). Eye movements in reading and information processing: 20 years of research. Psychological Bulletin, 124, Taylor, S. (1965). Eye movements in reading: Facts and fallacies. American Educational Research Journal, 1965, 2, Underwood, G. & Batt, V. (1996). Reading and Understanding. Oxford: Blackwell ca. 50 wissenschaftliche Publikationen, vorwiegend aus dem Bereich „Experimentelle Psychologie“

3 Schnell-Lese-Techniken Version Peter Rösler 3 Quellen (2) George Stancliffe –Manual „Speed Reading 4 Kids“, 3rd edition 2003 –www.speedreading4kids.com Walter-Uwe und Rotraut Michelmann –Einzeltraining von P. Rösler bei Michelmann im Jahr 2005 –Bücher: „Effizient und schneller lesen“, „Turbolesen“ Evelyn Wood –untersuchte mehr als 50 „natural speed readers“ Erfahrungswissen von Personen, die „echte“ Schnell- Leser untersucht oder ausgebildet haben:

4 Schnell-Lese-Techniken Version Peter Rösler 4 Säulen des Schnell-Lesens Lesemanagement planvolles Nichtlesen schneller normal lesen z.B. 500 wpm statt 240 wpm „echtes“ Schnell-Lesen z.B wpm statt 240 wpm weniger lesenschneller lesen (mehr wpm) Es gibt Hinweise, dass dies kaum geht! Quelle: Peter Rösler, 2007

5 Schnell-Lese-Techniken Version Peter Rösler 5 Schnell-Lese-Techniken Grundlagen des Lesens Grundlagen des Lesens „Echtes“ Schnell-Lesen (6- bis 25-fache Geschwindigkeit) Schnelles Normal-Lesen (doppelte Geschwindigkeit) Lesemanagement und planvolles Nichtlesen Grundlagen des Lesens Quellen: wissenschaftliche Publikationen

6 Schnell-Lese-Techniken Version Peter Rösler 6 Definitionen wpm Wpm (mit großem „W“) Standard-Wort Details siehe Notizansicht words per minute / Wörter pro Minute Standard-Wörter pro Minute 5 Buchstaben + 1 Leerzeichen Carver, R.P. (1990). Reading rate: a review of research and theory. San Diego, California: Academic Press.

7 Schnell-Lese-Techniken Version Peter Rösler 7 Die fünf Lesemodi nach Carver (1990) Quellen siehe Notizansicht 138 WpmMemorizing (auswendig lernendes Lesen) 200 WpmLearning (lernendes Lesen) 300 WpmRauding * (normales Lesen) 450 WpmSkimming (überfliegendes Lesen) 600 WpmScanning (suchendes Lesen) typische Lesegeschw. (von College-Studenten) Lesemodus * „… the rauding process is used about 90% of the total time that all readers spend reading.“

8 Schnell-Lese-Techniken Version Peter Rösler 8 Am effizientesten liest man mit der eigenen „Rauding Rate“R r Quelle: Carver (1985) Details siehe Notizansicht Verständnis Lesegeschwindigkeit Person TEST-IQ hat bei 492 Wpm ihr normales Lesen („rauding“) ausgereizt und kann 79% der Verständnisfragen korrekt beantworten. Zwingt sie sich, noch schneller zu lesen, bricht das Textverständnis linear mit der Geschwindigkeitserhöhung ein. Liest sie langsamer als mit 492 Wpm, erhöht sich zwar ihr Textverständnis, aber nur noch minimal. Am effizientesten liest TEST-IQ also mit 492 Wpm, ihrer „Rauding Rate“.

9 Schnell-Lese-Techniken Version Peter Rösler Wpm als Obergrenze Die Rauding Rate ist individuell verschieden (u.a. abhängig von „cognitive speed”). Personen mit einer Rauding Rate über 600 Wpm gibt es nicht (oder sind extrem selten). Rauding Rate Ca. 80% der College-Studenten lesen mit ihrer Rauding Rate, die anderen 20% lesen langsamer, als es ihre persönliche Rauding Rate zulassen würde. Quelle: Carver (1990) Details siehe Notizansicht

10 Schnell-Lese-Techniken Version Peter Rösler 10 Selbsttest: Wie schnell lesen Sie derzeit? Lesen Sie den Übungstext normal schnell, genauso schnell oder langsam, –wie Sie berufliche Dokumente lesen, –so dass Sie das meiste vom Text verstehen. Die Anweisungen zum Selbsttest sind so formuliert, dass die meisten Teilnehmer den Lesemodus "Rauding" (normales Lesen) durchführen werden, und weder ins Skimming (überfliegendes Lesen) noch ins Learning (lernendes Lesen) geraten werden.

11 Schnell-Lese-Techniken Version Peter Rösler 11 Lesegeschwindigkeit beim Selbsttest: Ergebnisse Mittelwert: 252 wpm (286 Wpm) 572 Testpersonen, vorwiegend Softwareentwickler, Übungstext: leicht bis mittelschwer, deutschsprachig, durchschnittliche Wortlänge 5,8 Buchstaben, daher 1 wpm = 1,134 Wpm „Rauding“-Obergrenze lt. Carver: 529 wpm (600 Wpm) Quelle: Peter Rösler, 2007 Details siehe Notizansicht

12 Schnell-Lese-Techniken Version Peter Rösler 12 Das Auge bewegt sich nicht fließend über die Seite Das Auge macht abwechselnd Fixationen und Sakkaden „Fixation“: der Blick ist fest auf einen Fixationspunkt gerichtet –Dauer durchschnittlich 250 msec (bei geübten Lesern durchschnittlich 200 – 250 msec) –nur während der Fixation wird Information aufgenommen „Sakkade“: Sprung von einem Fixationspunkt zum nächsten –Dauer durchschnittlich 30 msec Abbildung aus Speed Reading, S. 46 Quellen siehe Notizansicht

13 Schnell-Lese-Techniken Version Peter Rösler 13 Beispiel mit Fixationsdauern Figure 11.1 Length of eye fixations on words in a passage of text. Just & Carpenter (1987). The psychology of reading and language comprehension. Boston: Allyn and Bacon. Regression (Sakkade rückwärts zu bereits gelesenem Wort) in Zeile 2 Regressionen machen etwa % aller Sakkaden aus (bei geübten Lesern) Fixationsdauern in msec

14 Schnell-Lese-Techniken Version Peter Rösler 14 Sprunglänge einer Sakkade 7 Sakkadenlänge in Buchstabenbreiten (durchschnittlich bei geübten Lesern) Der Leser steuert Fixationsdauern und Sakkadenlängen, um effizienter zu lesen Quellen siehe Notizansicht

15 Schnell-Lese-Techniken Version Peter Rösler 15 Variable Fixationsdauern und Sakkadenlängen Geübte Leser nutzen das Wissen über die Struktur der Sprache die Vorhersagbarkeit des folgenden Textes - aufgrund des Kontextes (bereits gelesener Text) und - aufgrund dessen, was vom folgenden Text schon optisch erkennbar ist (parafoveale Information). "underneath" wird eher am Wortende fixiert. (Weil es das einzige englische Wort dieser Länge ist, das mit "neath" endet.) underneath engagement "engagement" wird eher am Wortanfang fixiert. (Weil "ment" bei vielen Wörtern am Wortende vorkommt und dadurch redundant ist.) Quellen siehe Notizansicht

16 Schnell-Lese-Techniken Version Peter Rösler 16 Anatomie des Auges Quellen siehe Notizansicht

17 Schnell-Lese-Techniken Version Peter Rösler 17 Bereiche des Gesichtsfeldes Sehkegel, in dem das foveale, parafoveale, nahperiphere und periphere Sehen dargestellt ist (die Winkel geben hier den Blickwinkel von einer Seite zur anderen an). Aus Solso (1994) Die Übergänge sind in Wirklichkeit fließend, s. nächste Folie Quellen siehe Notizansicht

18 Schnell-Lese-Techniken Version Peter Rösler 18 Die Sehschärfe nimmt nach außen hin stark ab NasalTemporal Fovea Sehschärfe [Winkelminuten –1 ] Quellen siehe Notizansicht

19 Schnell-Lese-Techniken Version Peter Rösler 19 Sehschärfe und Wahrnehmungsspanne Sehschärfe und Wahrnehmungsspanne aufgrund von tachistoskopischen Experimenten. Aus S. Taylor (1965), s.a. Notizansicht der PowerPoint-Folie Bei normalem Leseabstand entspricht 1° Blickwinkel ca. 3-4 Buchstabenbreiten

20 Schnell-Lese-Techniken Version Peter Rösler 20 Beispiel mit simulierter Bildschärfe Quelle: Hunziker Acuity fixation point

21 Schnell-Lese-Techniken Version Peter Rösler 21 Experiment: Blickspanne ermitteln Fixieren Sie ein kurzes Wort und bewegen Sie die Zeigefinger langsam nach außen. Quelle: Zach Davis, PoweReading, S. 44, ISBN Wie viele Wörter bzw. Buchstaben können Sie noch lesen, ohne den Blick vom zentralen Wort abzuwenden?

22 Schnell-Lese-Techniken Version Peter Rösler 22 Wortidentifikationsspanne besonders scharf. Da aber die Rede für 7 - 8Buchstabenbreiten Wörter können nur innerhalb der sogenannten Wortidentifikationsspanne erkannt werden, die sich vom Fixationspunkt aus ca Buchstabenbreiten in Leserichtung erstreckt. Quellen siehe Notizansicht

23 Schnell-Lese-Techniken Version Peter Rösler 23 besonders scharf. Da aber die Rede für ”The priest brought much ammunition” (1) Buchstabenbreiten Werden bei jeder Fixation die zentralen 11 – 17 Buchstaben durch trickreiche Versuchsanordnungen maskiert, erkennen die Leser fast nichts mehr und müssen raten. "The pretty bracelet attracted much attention" was read as "The priest brought much ammunition“ and "The banner waved above the stone monument" as "The banker watched the snow mountain." Quellen siehe Notizansicht

24 Schnell-Lese-Techniken Version Peter Rösler 24 ”The priest brought much ammunition” (2) … ohne die zentralen 11 – 17 Buchstaben … Die Leser konnten höchstens kurze Funktionswörter wie the, and, und a erkennen, insbesondere am Anfang oder am Ende der Zeile sowie Informationen über Anfangsbuchstaben (manchmal auch Endbuchstaben) von Wörtern, Buchstabenformen und Wortlängen erhalten und aus der verfügbaren Information versuchen, sinnvolle Sätze zu konstruieren (“Raten”). Der “zum Raten noch nützliche” Bereich ist die sogenannte Wahrnehmungsspanne. Quellen siehe Notizansicht

25 Schnell-Lese-Techniken Version Peter Rösler 25 Wahrnehmungsspanne besonders scharf. Da aber die Rede für Buchstabenbreiten Das Gebiet, aus dem während einer Fixation sinnvolle Informationen gewonnen werden können, heißt Wahrnehmungsspanne und erstreckt sich vom Fixationspunkt aus ca Buchstabenbreiten nach links und bis ca Buchstabenbreiten nach rechts. Wortidentifikationsspanne ca. 5° des Blickwinkels Quellen siehe Notizansicht

26 Schnell-Lese-Techniken Version Peter Rösler 26 Lesefähigkeit nach Altersstufen Figure 5.5 The development of eye movements from Grade 1 of schooling through to college level Source: Buswell, 1922 Nach Stancliffe das Lebensalter, in dem das Schnell-Lesen-Lernen am leichtesten fällt. „8 to 12 year olds (about 3rd to 6th grades).“ Quellen siehe Notizansicht

27 Schnell-Lese-Techniken Version Peter Rösler 27 Lesefähigkeit nach Altersstufen (Details)... Quellen siehe Notizansicht

28 Schnell-Lese-Techniken Version Peter Rösler 28 Frage: warum unsymmetrisch? besonders scharf. Da aber die Rede Genauso: warum werden die Zeilen oberhalb und unterhalb der Fixation nicht wahrgenommen, obwohl die Sehschärfe nach oben und unten kaum schneller abfällt als nach links oder rechts? Warum liegen Wortidentifikations- spanne und Wahrnehmungs- spanne nicht symmetrisch um den Fixationspunkt …... obwohl die Sehschärfe nach links und rechts symmetrisch abnimmt? Quelle: Peter Rösler, 2008 Details siehe Notizansicht

29 Schnell-Lese-Techniken Version Peter Rösler 29 Vermutung: eine aktive Leistung des Gehirns … Ein Teil der Informationen, welche die Augen über die Sehnerven zur Verfügung stellen, werden offensichtlich vom Gehirn ausgeblendet. Hunziker (2006): "Aufmerksamkeit kann auch bedeuten, dass man irrelevante Informationen unterdrückt. Nach Sperling et al. (2005) können Leseschwache schlechter bedeutungslose Informationen (Hintergrundrauschen) aus ihrer Wahrnehmung herausfiltern, wodurch sich ihre Wahrnehmung verlangsamt oder verfälscht. Beim Lesen besteht das visuelle Hintergrundrauschen aus den Textzeilen oberhalb und unterhalb des Fixationspunktes. … Gute Leser haben gelernt, ihre visuelle Aufmerksamkeit zu bündeln..." Quelle: Peter Rösler, 2008 Details siehe Notizansicht Für die aktuelle Fixation ist folgendes bedeutungslos: die Wörter links von der Fixation und die Zeilen oberhalb der Fixation (weil der Leser sie schon kennt) und die Zeilen unterhalb der Fixation (weil es noch zu viele Fixationen dauert, bis sie aktuell werden). Nur der Bereich rechts der Fixation ist wichtig, u.a. damit die Sakkadenlänge zum nächsten Fixationspunkt gesteuert werden kann.

30 Schnell-Lese-Techniken Version Peter Rösler 30 … die beim Schnell-Lesen unerwünscht ist Zum "echten" Schnell-Lesen gehört dazu, dass man die Bündelung der Aufmerksamkeit ("Tunnelblick"?) weglässt, also ganze "Blickkreise" wahrnimmt. Quelle: Peter Rösler, 2008 Details siehe Notizansicht 8 to 12 years Vielleicht können Kinder zwischen 8 und 12 Jahren das Schnell-Lesen deswegen besonders leicht lernen, weil sie den (für das normale Lesen sinnvollen) "Tunnelblick" noch nicht richtig verinnerlicht haben und ihn deshalb leichter weglassen können.

31 Schnell-Lese-Techniken Version Peter Rösler 31 Schnell-Lese-Techniken Grundlagen des Lesens „Echtes“ Schnell-Lesen (6- bis 25-fache Geschwindigkeit) „Echtes“ Schnell-Lesen (6- bis 25-fache Geschwindigkeit) Schnelles Normal-Lesen (doppelte Geschwindigkeit) Lesemanagement und planvolles Nichtlesen „Echtes“ Schnell-Lesen Quellen: Erfahrungswissen und spekulative Erklärungsversuche, wenige wiss. Publikationen

32 Schnell-Lese-Techniken Version Peter Rösler 32 „Echtes“ Schnell-Lesen Erreichbare Lesegeschwindigkeiten Erreichbare Lesegeschwindigkeiten Augenbewegungen und Erklärungsversuche Fingerschwünge Anmerkungen zum Lernen von „echtem“ Schnell-Lesen Wissenschaftliche Publikationen Erreichbare Lese- geschwindig- keiten

33 Schnell-Lese-Techniken Version Peter Rösler 33 Bandbreite genauen Schnell-Lesens (1) Stancliffe: „Most adults aren't much good over 2,000 or 3,000 wpm.“ Bandbreite genauen Schnell-Lesens (1500 – 6000 wpm, geschätzt aufgrund der derzeit bekannten Daten, P. Rösler, 2007) Stancliffe: „… common to have students achieve reading rates of between 1,500 and 5,000 wpm.“ Wood: mehr als 50 von Evelyn Wood untersuchte „natural speed readers“ Michelmann: von Michelmann ausgebildete „echte“ Schnell-Leser Quelle: Peter Rösler, 2007 Details siehe Notizansicht

34 Schnell-Lese-Techniken Version Peter Rösler 34 Bandbreite genauen Schnell-Lesens (2) Bandbreite genauen Schnell-Lesens Die Häufigkeitsverteilung bei den Schnell-Lesern ist nicht bekannt. Nach Stancliffe dürfte der „Berggipfel“ bei ca – wpm liegen. Kurvenverlauf reine Spekulation Wer das „ echte" Schnell-Lesen lernen will, sollte davon ausgehen, im Erfolgsfall „nur“ mit oder wpm genau lesen zu können, nicht aber etwa mit oder wpm. Quelle: Peter Rösler, 2007 Details siehe Notizansicht

35 Schnell-Lese-Techniken Version Peter Rösler 35 „Echtes“ Schnell-Lesen Erreichbare Lesegeschwindigkeiten Augenbewegungen und Erklärungsversuche Augenbewegungen und Erklärungsversuche Fingerschwünge Anmerkungen zum Lernen von „echtem“ Schnell-Lesen Wissenschaftliche Publikationen Augen- bewegungen, Erklärungs- versuche

36 Schnell-Lese-Techniken Version Peter Rösler 36 Augenbewegungen beim Schnell-Lesen (1) Start 25 Fixationen beim Schnell-Lesen mit wpm (Position und Abfolge der Fixationen ist aus Selbst- beobachtungen von Schnell- Lesern abgeleitet. Hier ist eine idealisierte Fixationsfolge dargestellt.) 25 Fixationen beim normalen Lesen mit 240 wpm (Position und Abfolge der Fixationen ist konsistent mit wissenschaftlichen Veröffentlichungen, es sind aber keine Regressionen dargestellt.) Hinweis: Folie ist nur animiert verständlich, nicht als Ausdruck Quellen siehe Notizansicht

37 Schnell-Lese-Techniken Version Peter Rösler 37 Augenbewegungen beim Schnell-Lesen (2) Die Augen bewegen sich im „Slalom“ über die Seite. Laut Selbstauskunft von Schnell-Lesern wurden fast alle Wörter auf der Seite erkannt und der Text verstanden! Quellen siehe Notizansicht

38 Schnell-Lese-Techniken Version Peter Rösler 38 Erklärungsversuch Schnell-Leser erkennen laut Selbstauskunft pro Fixation mehrere Wörter aus mehreren Zeilen, nämlich alle Wörter aus einem bestimmten Blickkreis. Um eine Lesegeschwindigkeit von 2400 wpm erklären zu können, müssen die Blickkreise einen Radius von ca. 9 Buchstaben- breiten haben (wie hier im Bild). Um 6000 wpm erklären zu können, muss man einen Radius von ca Buchstabenbreiten annehmen. Quelle: Peter Rösler, 2007 Details siehe Notizansicht

39 Schnell-Lese-Techniken Version Peter Rösler 39 Reicht die Sehschärfe aus? (1) 2400 wpm, Radius ca. 9 Buchstabenbreiten Wortidentifikationsspanne, Buchstabenbreiten in Leserichtung Annahme: Schnell-Leser nutzen die Sehschärfe des Auges vom Fixationspunkt gerechnet nicht nur in Leserichtung, sondern auch nach links, oben und unten bis zum Limit aus. Lesegeschwindigkeiten von 2400 wpm sind mit der Wortidentifikationsspanne von Buchstabenbreiten noch einigermaßen gut erklärbar. Quelle: Peter Rösler, 2007 Details siehe Notizansicht

40 Schnell-Lese-Techniken Version Peter Rösler 40 Reicht die Sehschärfe aus? (2) 6000 wpm, Radius ca Buchstabenbreiten Wahrnehmungsspanne, Buchstabenbreiten in Leserichtung Lesegeschwindigkeiten von 6000 wpm sind mit der Wortidentifikationsspanne von Buchstabenbreiten nicht mehr gut erklärbar. Offenbar gelingt es einigen Schnell- Lesern, auch die Wörter innerhalb der Wahrnehmungsspanne von Buchstabenbreiten genau genug zu erkennen. (Ein Erklärungsversuch folgt in den nächsten 3 Folien.) Quelle: Peter Rösler, 2007 Details siehe Notizansicht

41 Schnell-Lese-Techniken Version Peter Rösler 41 „Mosaik-Erkennungs-Effekt“ (1) Was ist das? Das rechte Ohr von … … Abraham Lincoln! Zu unscharf, unmöglich zu erkennen. Genauso unscharf! Aber viele unscharfe Informationen stützten sich gegenseitig. Dieser Effekt wird in der Literatur „Lincoln illusion“ genannt. Quelle: Peter Rösler, 2007 Details siehe Notizansicht

42 Schnell-Lese-Techniken Version Peter Rösler 42 „Mosaik-Erkennungs-Effekt“ (2) Es ist nicht sicher, dass das Abraham Lincoln ist! (Es kann auch ein anonymer Hamburger Seemann sein.) Aber 99% der so aussehenden Abbildungen sollen tatsächlich Abraham Lincoln darstellen. Wer also in diesem Bild Abraham Lincoln errät, tut dies mit nur geringer Fehlerquote. Quelle: Peter Rösler, 2007 Details siehe Notizansicht

43 Schnell-Lese-Techniken Version Peter Rösler 43 „Mosaik-Erkennungs-Effekt“ beim Schnell-Lesen? Mosaik-Erkennungs-Effekt Vermutung: auch beim Schnell-Lesen gibt es eine Art „Mosaik-Erkennungs-Effekt“, so dass nicht nur die Worte innerhalb der Wortidentifikationsspanne (7-8 Buchstabenbreiten) erkannt werden, sondern auch die Worte innerhalb der Wahrnehmungsspanne ( Buchstabenbreiten) mit hoher Trefferquote richtig erschlossen werden. Schnell-Leser erschliessen demnach (mit geringer Fehler- quote), dass es z.B. "The pretty bracelet attracted much attention" und nicht "The priest brought much ammunition“ heißt. Vgl. Folie ”The priest brought much ammunition” Quelle: Peter Rösler, 2007 Details siehe Notizansicht

44 Schnell-Lese-Techniken Version Peter Rösler 44 „Echtes“ Schnell-Lesen Erreichbare Lesegeschwindigkeiten Augenbewegungen und Erklärungsversuche Fingerschwünge Fingerschwünge Anmerkungen zum Lernen von „echtem“ Schnell-Lesen Wissenschaftliche Publikationen Finger- schwünge

45 Schnell-Lese-Techniken Version Peter Rösler 45 Der „Schwingfinger“ Manche Schnell-Leser (u.a. Michelmann) steuern mit dem so genannten „Schwingfinger“ die nötigen Augenbewegungen. Einige andere Schnell-Leser (u.a. Stancliffe) und vermutlich die meisten „natural speed readers“ steuern die Augen- bewegungen ohne „Schwingfinger“. Start Video Quellen siehe Notizansicht

46 Schnell-Lese-Techniken Version Peter Rösler 46 „Slalom“ und „Schleife“ (1) Von den vielen denkbaren und von Evelyn Wood vorgegebenen Bewegungsabläufen sind nach Michelmann nur zwei nötig: „Slalom“ und „Schleife“.

47 Schnell-Lese-Techniken Version Peter Rösler 47 „Slalom“ und „Schleife“ (2) Mit dem „Slalom“ liest man von ca bis ca wpm. Genaues Schnell-Lesen ist nur mit dem „Slalom“ möglich. Mit der „Schleife“ liest man von ca bis weit über wpm. Die „Schleife“ könnte man auch „überfliegendes Schnell-Lesen“ nennen

48 Schnell-Lese-Techniken Version Peter Rösler 48 Schwingfinger führt die Augen Der Schwingfinger führt die Augen so, dass die Fixationen exakt entlang der Slalomlinie gesetzt werden können. Speed Reading, S. 72 Kurzexperiment: ohne eine Führung werden die Fixationen ungenau gesetzt.

49 Schnell-Lese-Techniken Version Peter Rösler 49 „Echtes“ Schnell-Lesen Erreichbare Lesegeschwindigkeiten Augenbewegungen und Erklärungsversuche Fingerschwünge Anmerkungen zum Lernen von „echtem“ Schnell- Lesen Anmerkungen zum Lernen von „echtem“ Schnell- Lesen Wissenschaftliche Publikationen Lernen von "echtem" Schnell-Lesen

50 Schnell-Lese-Techniken Version Peter Rösler 50 Schnell-Lesen lernen dauert sehr lange! Das „echte“ Schnell-Lesen kann man in ca. einem halben Jahr erlernen (3 Monate erlernen, 3 Monate begleitete Anwendung). Dieser Zeitraum ist lt. Michelmann erfahrungsgemäß nötig, bis die Konditionierung erreicht ist. Der kürzeste Lernprozess: Prof. Dr. med. Paulini aus Limburg benötigte nur 5½ Wochen zum Erlernen. Jüngeren fällt das Schnell-Lesen-Lernen im Allgemeinen leichter als Älteren. Stancliffe: „… children … did much better than the adults did. Especially kids between 8 and 12 years of age.“ Quellen siehe Notizansicht

51 Schnell-Lese-Techniken Version Peter Rösler 51 Lernprozess von P.Rösler bei Michelmann

52 Schnell-Lese-Techniken Version Peter Rösler 52 Was ein Schnell-Leser alles lernen muss

53 Schnell-Lese-Techniken Version Peter Rösler 53 Übung: Suchworttechnik Der Finger schwingt in 0,75 bis 1 sec. hin, in 0,75 bis 1 sec. zurück. Mit jedem Hinschwung werden 3-4 Zeilen mitgenommen, mit dem Rückschwung weitere 3-4 Zeilen. Sprechen Sie das gesuchte Wort ständig lautlos mit. Der Finger hält automatisch beim gesuchten Wort an. Quellen: Turbolesen S. 41/44, Effizient und schneller lesen S. 147 ff. die „kleine Schwester“ des Schnell-Lesens Erfolgsquote: s. Notizansicht der Folie

54 Schnell-Lese-Techniken Version Peter Rösler 54 „Echtes“ Schnell-Lesen Erreichbare Lesegeschwindigkeiten Augenbewegungen und Erklärungsversuche Fingerschwünge Anmerkungen zum Lernen von „echtem“ Schnell-Lesen Wissenschaftliche Publikationen Wissenschaftliche Publikationen Wissen- schaftliche Publikationen

55 Schnell-Lese-Techniken Version Peter Rösler 55 Nur 4 relevante Publikationen? Ca. 50 wissenschaftliche Publikationen zu Schnell- Lesen haben wir bis jetzt (März 2008) gesichtet. Wir nehmen an, dass es insgesamt wahrscheinlich maximal 100 Publikationen gibt. Unter den 50 gesichteten Publikationen scheint es nur 4 Publikationen zu geben, in denen "echte" Schnell-Leser untersucht wurden: Brown, B. L., Inouye, D. K., Barrus, K. B., & Hansen, D. M. (1981). An Analysis of the Rapid Reading Controversy. In J. R. Edwards (Ed.), The Social Psychology of Reading. Language and Literacy Monograph Series. Silver Spring: Institute of Modern Languages. Carver, R.P. (1985). How good are some of the world's best readers? Reading Research Quarterly, 20, Cranney, G., Brown, B. L., Hansen, D. M. & Inouye D. K. (1982). Rate and reading dynamics reconsidered. Journal of Reading, 25(6), McLaughlin, G. (1969). Reading at impossible speeds. Journal of Reading, 1969, 12, , (Wegen unterschiedlichem Schriftsystem wurden japanische Schnell-Leser nicht betrachtet.) Quelle: Peter Rösler, 2008 Details s. Notizansicht

56 Schnell-Lese-Techniken Version Peter Rösler 56 Weniger als 10 „echte“ Schnell-Leser untersucht Brown (1981) 5 echte Schnell-Leser (5 "Skilled Rapid Readers") Carver (1985) 1 echter Schnell-Leser ("SPEED-3,700") Cranney (1982) Cranney (1982) beschreibt dieselben Experimente und Testpersonen wie Brown (1981) McLaughlin (1969) 1 echter Schnell-Leser ("Miss L") Der Verständnisgrad von "Miss L" wurde aber nicht quantifiziert. Testperson "Subject J" war möglicherweise auch ein echter Schnell- Leser, konnte aber wegen seiner Lesetechnik (mit Fingerschwung) nicht getestet werden. Quelle: Peter Rösler, 2008

57 Schnell-Lese-Techniken Version Peter Rösler "Skilled Rapid Readers" aus Brown (1981) … Quellen siehe Notizansicht

58 Schnell-Lese-Techniken Version Peter Rösler 58 … liegen über Carver's 600 Wpm Obergrenze Quellen siehe Notizansicht 5 "Skilled Rapid Readers" aus Brown (1981) Weitere Beispiele "echter" Schnell-Leser: (nur anekdotische Evidenz & Daten nur geschätzt, P.Rösler 2008) Kim Peek, wpm, "98% retention" Romilly Cocking, wpm, 70-80% Verständnis Peter Rösler, wpm, 50% Verständnis Carver's 600 Wpm Obergrenze Carver's Obergrenze gilt für "echte" Schnell-Leser nur dann, wenn sie "ausnahmsweise" normal lesen ("rauding"). Z.B. beträgt die Rauding Rate von Romilly Cocking ca wpm und von Peter Rösler ca. 450 wpm (bei >= 80% Verständnis).

59 Schnell-Lese-Techniken Version Peter Rösler 59 Schnell-Lese-Techniken Grundlagen des Lesens "Echtes" Schnell-Lesen (6- bis 25-fache Geschwindigkeit) Schnelles Normal-Lesen (doppelte Geschwindigkeit) Schnelles Normal-Lesen (doppelte Geschwindigkeit) Lesemanagement und planvolles Nichtlesen Schnelles Normal-Lesen Quellen: Erfahrungswissen und wissenschaftliche Publikationen

60 Schnell-Lese-Techniken Version Peter Rösler 60 Schnelles Normal-Lesen 600 Wpm als Obergrenze 600 Wpm als Obergrenze Ist Verdopplung innerhalb dieser Grenze möglich? (z.B. von 240 wpm auf 500 wpm) Empfehlungen Obergrenze 600 Wpm

61 Schnell-Lese-Techniken Version Peter Rösler 61 Wie schon erwähnt: 600 Wpm sind Obergrenze Der "Knick", ab dem das Verständnis linear einbricht, liegt bei College-Studenten typischerweise bei ca. 300 Wpm, bei sehr guten Lesern spätestens bei 600 Wpm. Quelle: Carver (1990) Details siehe Notizansicht Kann man den "Knick" (d.h. die persönliche Rauding Rate R r ) wenigstens etwas in Richtung 600 Wpm verschieben, z.B. durch ein Schnell-Lese-Seminar? Rauding Rate

62 Schnell-Lese-Techniken Version Peter Rösler 62 Schnelles Normal-Lesen 600 Wpm als Obergrenze Ist Verdopplung innerhalb dieser Grenze möglich? (z.B. von 240 wpm auf 500 wpm) Ist Verdopplung innerhalb dieser Grenze möglich? (z.B. von 240 wpm auf 500 wpm) Empfehlungen Verdopplung möglich?

63 Schnell-Lese-Techniken Version Peter Rösler 63 LesegeschwindigkeitEffective Reading Rate Kurs- beginn Kurs- ende 2 Mon. später 10 Mon. später 3 Mon. später Kursteilnehmer Rösler, 27./ Eigene Erfahrung: Verdopplung erlebt … Ergebnis eines 2-Tages-Seminars, das nach dem Buch „Speed Reading" von Tony Buzan durchgeführt wurde: 2 Monate nach Kursende war meine effektive Lese- geschwindigkeit doppelt so hoch wie vorher. Die verdoppelte Geschwindig- keit und die Techniken des Lesemanagements/gezielten Nichtlesens reichten aus, dass sich bei mir keine „Leseberge“ mehr anhäuften. Quelle: Peter Rösler, 2003 Details siehe Notizansicht

64 Schnell-Lese-Techniken Version Peter Rösler 64 LesegeschwindigkeitEffective Reading Rate Kurs- beginn Kurs- ende 2 Mon. später 10 Mon. später 3 Mon. später Kursteilnehmer Rösler, 27./ … aber Nebenwirkungen Im Buch „Speed Reading“ steht zudem nichts über Lesestörungen, die man sich einhandeln kann, wenn man dauerhaft über eine gewisse Grenze „hinausübt“. Bei über 600 (?) Wpm werden Übungen gefährlich (genaue Daten gibt es nicht). Im Jahr 2003 übte ich vermutlich schon an dieser Grenze, denn mein Lesegefühl wurde manchmal etwas unsicher. Evtl. haben sich damit erste Anfänge einer Lesestörung gezeigt. (Zum Glück bekam ich Kontakt zum Ehepaar Michelmann und habe die Übungen rechtzeitig abgesetzt.) Das Buch „Speed Reading“ enthält wohl leider auch potentiell schädliche Übungs- techniken. Die Übungen hatten Nebenwirkungen, die noch Monate andauerten: beim Lesen fühlte ich mich oft etwas gehetzt. Ich konnte kaum lesen ohne mir innerlich zu sagen „lies schneller, lies schneller“. Quelle: Peter Rösler, 2003 Details siehe Notizansicht

65 Schnell-Lese-Techniken Version Peter Rösler 65 Weiteres Beispiel: Evaluation von Schnell-Lese-Kursen Ein seit Jahrzehnten tätiger Seminaranbieter hat weltweit über 3 Mio. Teilnehmer trainiert. Nach Angaben des Seminaranbieters haben in Deutschland von 2002 bis 2006 über Teilnehmer ihre Leseeffizienz im Durchschnitt um den Faktor 2,7 gesteigert. Acht englischsprachige Schnell-Lese-Kurse an der Freien Universität Berlin vom Dezember 2001 bis Juli 2002 (insgesamt 87 Teilnehmer) wurden evaluiert. Quelle: Homepage des Seminaranbieters, s.a. Notizansicht

66 Schnell-Lese-Techniken Version Peter Rösler 66 Ergebnis der 87 Teilnehmer … LesegeschwindigkeitEffective Reading Rate KursbeginnKursende Die 87 Teilnehmer verbesserten Lese- geschwindigkeit und Effective Reading Rate um Faktor 2 bis 3! Viele andere Seminaranbieter berichten ebenso von 2 bis 3-fachen Verbesserungen. Quellen siehe Notizansicht

67 Schnell-Lese-Techniken Version Peter Rösler 67 … und Nachtest 2 bis 9 Monate später wpm KursbeginnKursende2-9 Mon. später LesegeschwindigkeitEffective Reading Rate 13 Teilnehmer nahmen an einem Nachtest 2 bis 9 Monate später teil. Lesegeschwindigkeit und Effective Reading Rate lagen wieder nahe bei den Werten vom Kursbeginn! Der Kurs hatte also anscheinend keinen dauerhaften positiven Effekt auf diese Werte. Quellen siehe Notizansicht

68 Schnell-Lese-Techniken Version Peter Rösler 68 Kleiner positiver Effekt denkbar … Immerhin waren die 13 Teilnehmer bei zwei deutschsprachigen Lesetests etwas besser als 18 Vergleichspersonen. Da der direkte Vergleich mit dem Kursbeginn fehlt (es gab dort keine deutschsprachigen Lesetests) und andere Einzelheiten des Versuchsdesigns nicht den strengen Standards von Carver (1990, S ) genügen, bleibt unklar, ob und was genau der Kurs langfristig verändert hat. LesegeschwindigkeitEffective Reading Rate 13 Teilnehmer18 Vergleichspersonen deutschsprachige Lesetests 2-9 Monate später Quellen siehe Notizansicht

69 Schnell-Lese-Techniken Version Peter Rösler 69 … aber Effekt evtl. auch anders erklärbar Carver (1990) sagt: Carver (1990) zu einem ähnlichen Beispiel: Zugestanden, eine 13%-Variation in Lese- geschwindigkeiten ist ganz normal (siehe Carver, 1983). Es sei auch zugestanden, dass 6 Wochen Lesepraxis mit täglichen 1 oder 2 Extrastunden die Rauding Rate von diesen Personen tatsächlich um 10-20% erhöhte. Es sei auch zugestanden, dass zusätzliches konzentrieren auf “etwas schneller sein” vermutlich die Geschwindigkeit um 10-20% ohne Verständnisverlust erhöhen kann. … Es ist nicht besonders schwierig, Studenten dazu zu bringen, schneller zu lesen, wenn sie nach dem Lesen Fragen gestellt bekommen, die selbst mit den schnelleren Skimming-Geschwindigkeiten einfach zu beantworten sind. Aber es gibt keine Hinweise, dass mit solchen Trainings die persönliche Rauding Rate, R r, verbessert werden kann. Quellen siehe Notizansicht

70 Schnell-Lese-Techniken Version Peter Rösler 70 Es bleiben Zweifel am Nutzen solcher Trainings Auch Fachleute mit Erfahrungswissen warnen vor ungeeigneten Methoden: (Michelmann, 1998) P. Rösler, 2007: Meine jetzige Meinung zum Thema „kann man sich von 240 wpm auf 500 wpm verdoppeln“: Seit 2002 habe ich das aufgrund eigener Erfahrungen (s. Folie „Verdopplung erlebt“) ganz selbstverständlich für möglich gehalten. Jetzt kommen mir immer mehr Zweifel, ob das geht und ob die Bemühungen, das zu schaffen, über- haupt Sinn machen. … Wer an dieser Lesegrenze liest, sollte nicht versuchen, sie zu überschreiten. Denn wer sich dann antreiben läßt, … sei es durch Metronom, Finger oder Diagonallesen, dem läßt sein Blick-Netz keinen Spielraum mehr. … sonst reißt das Blicke-Netz. … besonders bei sehr raschen Lesern kann es also passieren, daß diese ihre Lesegrenze sprengen und dann über Lesestörungen klagen. Quellen siehe Notizansicht

71 Schnell-Lese-Techniken Version Peter Rösler 71 Schnelles Normal-Lesen 600 Wpm als Obergrenze Ist Verdopplung innerhalb dieser Grenze möglich? (z.B. von 240 wpm auf 500 wpm) Empfehlungen Empfehlungen Empfeh- lungen

72 Schnell-Lese-Techniken Version Peter Rösler 72 Geeignete Leseumgebung Michelmann: Bei Tageslicht (optimal sind 1000 Lux) lesen Sie doppelt bis dreifach schneller als bei Kerzenschein! Der gesamte Raum muss gut ausgeleuchtet sein (sonst gehen viele Fixierungen durch „Sicherungsblicke“ in dunkle Ecken verloren) pixelio.de Quellen siehe Notizansicht

73 Schnell-Lese-Techniken Version Peter Rösler 73 Viel lesen macht schnell … Michelmann: Die beste Methode, im konventionellen Bereich das Lesetempo zu steigern: regelmäßig sehr viel lesen. Ganz gelassen, also ohne jede Hast, viel Text genießen – das ist der beste Turbolader für Ihr Lesen. Quellen siehe Notizansicht

74 Schnell-Lese-Techniken Version Peter Rösler 74 … zumindest manche Leser Carver (1990): Die ca. 80% der College-Studenten, die schon so schnell lesen wie es ihre Rauding Rate erlaubt, können praktisch nichts mehr tun (außer weiterhin mit ausreichend Lesepraxis den Level halten). Die anderen 20%, die üblicherweise „lernend lesen“, also langsamer lesen als es ihre Rauding Rate erlaubt, können vermutlich durch viel Lesen von leichter Lektüre ihre Lesegeschwindigkeit Richtung Rauding Rate erhöhen. Rauding Rate “lernend lesen”: weil man entweder insgesamt sehr wenig liest, oder weil man hauptsächlich relativ schwere Lektüre liest und sich damit das lernende Lesen angewöhnt hat. Quellen siehe Notizansicht

75 Schnell-Lese-Techniken Version Peter Rösler 75 Offene Frage „Aber wie weiß ich, ob ich zu den 20% gehöre, die ihre Rauding Rate noch nicht ausnutzen?“ (Bessere Antwort folgt, sobald geklärt ist, mit welchen Tests Carver die Rauding Rate experimentell bestimmt und ob diese Tests schon ins Deutsche übertragen wurden.) Vermutung: wer im Selbsttest von Folien 7-8 einen Wert bis 180 wpm erzielt hat (also zu den 20% Langsameren gehört), hat die persönliche Rauding Rate wohl noch nicht ausgeschöpft. Quellen siehe Notizansicht

76 Schnell-Lese-Techniken Version Peter Rösler 76 Schnell-Lese-Techniken Grundlagen des Lesens "Echtes" Schnell-Lesen (6- bis 25-fache Geschwindigkeit) Schnelles Normal-Lesen (doppelte Geschwindigkeit) Lesemanagement und planvolles Nichtlesen Lesemanagement und planvolles Nichtlesen Lese- management Quellen: Erfahrungswissen

77 Schnell-Lese-Techniken Version Peter Rösler 77 Lesemanagement und planvolles Nichtlesen Schneller Lesen (gerechnet in wpm) ist nur einer von zwei Wegen, Zeit beim Lesen zu sparen. Der andere Weg besteht darin, weniger zu lesen! D.h. die zu lesenden Bücher/Kapitel/Absätze/ Sätze werden gezielt ausgewählt („Lesemanagement“).

78 Schnell-Lese-Techniken Version Peter Rösler 78 Beispiel: wie liest man ein Buch? Eben nicht einmal von vorne bis hinten. Je nach Lese-Lehrer werden mehrere Durchsichtszyklen vorgeschlagen, die zunehmend gründlicher werden. –z.B. beginnend mit „Blättern im Sekundentakt“ –und erst zuletzt ein genaues Wort-für-Wort-Lesen. Der Leser entscheidet abhängig vom Gelesenen, ob sich der nächste Durchsichtszyklus überhaupt lohnt.

79 Schnell-Lese-Techniken Version Peter Rösler 79 Ausnutzen von Redundanz und Struktur Lesemanagement fällt am leichtesten, wenn die Texte redundant und/oder gut strukturiert sind. Das ist bei vielen Sachbüchern der Fall. (Überschriften, Einleitungskapitel, „Management Summary“ etc.) Bei Unterhaltungsliteratur (Romanen, Krimis etc.) fehlt oft die Redundanz oder es ist nicht leicht ersichtlich, wo sie sitzt. (Wer beispielsweise bei einem Krimi einen Schlüsselsatz überliest, versteht die Zusammenhänge nicht mehr.) Romane und Krimis will man aber sowieso mit Genuss (also langsam) lesen.

80 Schnell-Lese-Techniken Version Peter Rösler 80 Sie können sofort loslegen! Im Gegensatz zum „echten“ Schnell-Lesen (dauert lange zum Erlernen) und zum schnellen Normal-Lesen (unklar, ob und bei wem das überhaupt geht) ist Lesemanagement und planvolles Nichtlesen sofort einsetzbar (und bringt auch sofort viel Zeitersparnis).

81 Animation ein/aus: Esc [Alt c s Alt+o Return] Shift+F Grundlagen echtes Schnell-Lesen Normal-Lesen 29

82 Schnell-Lese-Techniken Version Peter Rösler 82 Es folgen Reserve-Folien für die Diskussion

83 Schnell-Lese-Techniken Version Peter Rösler 83 Causal Model for Reading Achievement Quellen siehe Notizansicht

84 Schnell-Lese-Techniken Version Peter Rösler 84 Eigene Einschätzung liegt nicht weit daneben Quellen siehe Notizansicht

85 Schnell-Lese-Techniken Version Peter Rösler 85 Wernicke wird umgangen Source:http://www-karc.nict.go.jp/w131104/english/gaiyo/gai html


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