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Das Genogramm- Interview Kathleen Heining Carolin Hesse Theresa Kurth Philipp Millius Anna-Lena Wrede 1.

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Präsentation zum Thema: "Das Genogramm- Interview Kathleen Heining Carolin Hesse Theresa Kurth Philipp Millius Anna-Lena Wrede 1."—  Präsentation transkript:

1 Das Genogramm- Interview Kathleen Heining Carolin Hesse Theresa Kurth Philipp Millius Anna-Lena Wrede 1

2 1.Das Genogramm – Allgemein 2.Symbolik eines Genogramms 3.Fallbeispiel 4.Zusammenfassung 5.Diskussion Gliederung 2

3  "Unter einem Genogramm verstehen wir die Darstellung eines Familienstammbaums, der - über mindestens drei Generationen hinweg - die vielfältigsten Informationen über die Mitglieder einer Familie und ihre Beziehungen enthält. Genogramme zeichnen in grafischer Form Informationen über eine Familie auf, ermöglichen einen raschen Überblick über komplexe Familienstrukturen und bilden eine reichhaltige Quelle zur Hypothesenbildung sowohl über die Verknüpfung eines klinischen Problems mit der Familienstruktur als auch über die historische Entwicklung dieser Struktur und der damit verbundenen Probleme." (Monica MacGoldrick) Das Genogramm 3

4  Bezeichnung für eine piktografische Darstellung  Verhaltensmuster, beziehungsstörende psychologische Faktoren und sich innerhalb einer Familie wiederholende Verhaltensweisen sollen visualisiert und anschließend analysiert werden  in Familienforschung- und beratung ein Instrument zum Erschließen von Sinnstrukturen von Familien  kein grundsätzlicher Unterschied im Vorgehen in Forschung bzw. Beratung Was ist das Genogramm ? 4

5 1.Kategorie: thematisiert familienstrukturelle Betrachtungen 2.Kategorie: befasst sich mit den Übergängen im Familienzyklus und deren Gestaltung unter dem Aspekt der Bewältigung von Herausforderungen 3.Kategorie: Entdeckung von generationsübergreifenden Mustern, die Handlungs- und Orientierungsmuster von Familien alltäglich strukturieren Charakteristika des Genogramms 5

6 4. Kategorie: Erfassung von Lebensereignissen in der Spanne von persönlichen bis hin zu makrogesellschaftlichen Geschehnissen und deren Bewältigung im Familiensystem 5. Kategorie: thematisiert Familienzusammenhänge unter dem Aspekt triadischer Beziehungsmuster 6. Kategorie: versucht zu rekonstruieren, wie Familien ständig damit befasst sind, Ungleichgewichte zu beseitigen und ein verloren gegangenes Gleichgewicht wieder herzustellen Charakteristika des Genogramms 6

7  Als Methode der Rekonstruktion von Krisen und ihrer Bewältigung  Dient der Rekonstruktion einer Lebenspraxis um einen Prozess kontinuierlicher Entscheidungen → (Re-) Konstruktion von Entscheidungsprozessen  Lebenspraxis als widersprüchliche Einheit von Entscheidungszwang und Begründungsverpflichtung, in der sich i. d. R. mehrere Handlungsoptionen ergeben  Anhand des Datenmaterials: Entwicklung von Hypothesen (Möglichkeit der Falsifikation)  kein grundsätzlicher Unterschied in der Vorgehensweise bei Forschung und Beratung, allerdings in deren jeweiliger Zielsetzung 7 Sequenzanalyse

8 Zur Rekonstruktion des Entscheidungsprozesses sind drei Sequenzabfolgen notwendig: 1. Die vergangene Sequenzstelle, in welcher Möglichkeiten eröffnet werden 2. Die Aktuelle Sequenzstelle, in welcher eine Möglichkeit ausgewählt und realisiert und insofern Wirklichkeit vollzogen wird 3. Eine weitere Sequenzstelle, in welcher aus den in 2) eröffneten neuen Möglichkeiten eine realisiert, Wirklichkeit somit vollzogen wird und neue Möglichkeiten eröffnet werden  Also Überblick über mindestens drei Generationen 8 Sequenzanalyse

9 Unterschiede in Familienforschung und Beratung  Familienforschung: Es geht um die Erkenntnis des Allgemeinen, gewonnen am individuellen Fall  Familienberatung: Es geht um die Erkenntnis des Besonderen unter Zuhilfenahme allgemeinen theoretischen Wissens und fachlicher Erfahrung  zusätzlich: Unterschied der Zeitstruktur…  Familienforschung: werden in einer Situation der Handlungsentlastung und ohne Begrenzung der zu erkundenden Perspektiven durchgeführt  Familienberatung: unterliegen in der Regel einem Handlungsdruck, und die Reichweite der Erkundung möglicher Perspektiven wird beschränkt durch das Anliegen der zu Beratenden, ihre Handlungsmöglichkeiten zu erweitern 9 Sequenzanalyse

10 10 Was kommt in der Familienforschung nach der Genogrammanalyse?  Überprüfung einer Fallstrukturhypothese, die durch die Genogrammanalyse entwickelt worden ist  methodisches Instrument Sequenzanalyse  Analyse unter der Frage, „ob die zentralen Familienthemen, die wir anhand der Genogrammanalyse vermuten, ihren Niederschlag in zentralen Familienthemen finden und in welcher Form dies geschieht.“  Meist Folge eines zweiten Gesprächs zwecks Nachfrage weiterer Details zum Genogramm und zum ersten Gespräch  eventuelle Korrekturen machen erneute punktuelle Genogrammanalyse nötig  Ziel: Erstellen einer Familienmonographie

11 11 Genogrammanalyse in der Familienberatung 1.Wann werden Genogrammdaten erhoben? Optionen: a) Problemformulierung durch die KlientInnen mit anschließender Anamnese; Erhebung der für die Erstellung eines Genogramms notwendigen Daten; Analyse des Genogramms b) Immer nur so viel aus dem Genogramm zu besprechen, wie notwendig ist, um KlientInnen zum Erzählen/Entdecken ihrer Geschichte zu bewegen; Entdeckung des Potentials von Wandel bzw. „Besänfitgung“

12 12 2. Wie werden Genogrammdaten erhoben? Möglichst nicht schematisch Arbeit mit den Daten, die erinnert werden können; dabei evtl. Motivation zu Erinnerungen 3. Wie werden Genogrammdaten analysiert? Habituelle Analyse durch erfahrenen BeraterInnen erfolgt während der Datenerhebung; Formulierung von Hypothesen mit entsprechenden Nachfragen  Das Wissen, das bei der Genogrammarbeit erforderlich ist, kann aus vielen Quellen geschöpft werden: Fachwissen Alltagswissen

13  Graphische Darstellung der Familienstruktur  Familieninformationen  Familienbeziehungen Aufgaben des Genogramms 13

14 Symbolik I Standardisierte Symbole zur Erstellung von Genogrammen 14

15 Symbolik II 15

16 16 Fallbeispiel Familie Kontorra

17 Das Fallbeispiel – entnommen aus Bruno Hildenbrand's „Einführung in die Genogrammarbeit“ Abkürzungen für die beteiligten Personen A1: Ärztin A2: Arzt T: weitere Teilnehmerinnen und Teilnehmer H: Hildenbrand Fallbeispiel- Familie Kontorra 17

18 Fallbeispiel- Familie Kontorra A1: Also, Herr Kontorra ist 1979 geboren. Das heißt, er ist 25. Er kam im Februar. Also ist er jetzt sechs Wochen da. Er war im letzten Jahr in der Psychiatrie in Münster. Er hatte in der Zwischenzeit seine Wohnung verloren und hat einfach keine weitere gefunden, wusste also nicht wohin, und da hat man ihm in Münster von unserer Klinik erzählt, und er kam dann mal hierher, um sich das anzuschauen, und sagte gleich, hier will er hin. War dann noch mal nach der Entlassung bei der Mutter und noch mal in der Wohnung wohl von Bekannten so provisorisch, bevor er dann eben hier ankam H: Das hört sich ja fast so an, als ob das hier so eine Art Obdachloseneinrichtung wäre. (…) H: Also, wenn Dieter Kontorra diese Klinik als eine Art Obdachloseneinrichtung interpretiert, dann fragt sich, wie man in diesem Fall ein therapeutisches Arbeitsbündnis erarbeiten kann. Denn es reicht ihm ja eine Dach überm Kopf im Prinzip. A1: Ja also nicht ganz, aber das gab auf jeden Fall den äußeren Anlass, warum er überhaupt hier ankam, das hätte er sonst sicher nicht gemacht. Wenn er irgendein Angebot gehabt hätte von was, was für ihn verträglich gewesen wäre, irgendwo anders zu wohnen. H: Gut, das ist ja schon mal was Griffiges, da fangen wir jetzt mit dem Genogramm an. Dass Dieter Kontorra der Patient ist vergessen wir jetzt wieder. 18

19 Fallbeispiel- Familie Kontorra → Kontextfreiheit des Analysierens Zunächst befasst sich die Gruppe mit der ältesten Person im Genogramm. → Bewegungsrichtung der Genogrammarbeit Nur dieser Teil des Genogramms wird bei der Arbeit an dem Selbigen aufgedeckt. → Sequenzialität 19

20 Die im Genogramm abgebildeten objektivierten Daten beschreiben stets lediglich Möglichkeitsräume im komplexen Prozess der sozialen Konstruktion von Wirklichkeit. Entscheidungsspielräume von betroffenen Personen werden als Möglichkeiten gedankenexperimentell rekonstruiert und dann mit den innerhalb des Genogramms abgebildeten Wirklichkeiten verglichen. Dabei wird das vorhandene Wissen aller Teilnehmer mobilisiert. Entscheidungen gelten dabei immer als Krisenkonstellationen, aus denen sich die Autonomie einer konkreten Lebenspraxis herausbildet. Fallbeispiel- Familie Kontorra 20

21 Fallbeispiel- Familie Kontorra 21

22 H: So, jetzt zum Jüngsten [Erwin]. Wann ist der geboren? A2: 30. H: 1930, am Kriegsende ist der 15. Was denken wir, was sich bei ihm beruflich tut, wo schon seine Schwestern stark herausgefordert werden? Was kommt denn da so infrage für den Sohn eines Postinspektors? A2: Studieren: H: Eben und was? Immer das Nächsthöhere. Was ist das Nächsthöhere in der Verwaltung? T: Jura. Wenn er dazu keine Lust hat, was studiert er dann? T: Irgendwas technisch Orientiertes. A2: Wirtschaft. H: Wirtschaft? Das wäre dann schon ein ziemlicher Sprung verglichen mit dem Beruf des Vaters. A2: 1949 fing das Wirtschaftswunder an. H: Also, in die Wirtschaft zu gehen wäre für ihn schon ein ziemlich gewaltiger Sprung, verbunden mit starker Ablösung. Das ist aber nicht ausgeschlossen, weil ein Postinspektor auch ständig mit der Wirtschaft zu tun hat. Insgesamt würden wir also erwarten, dass der Sohn gegenüber dem Vater einen Aufstieg macht, und das hieße automatisch Studium. Dass er Koch wird, das ist so ausgeschlossen, wie dass er von heute auf morgen Indianer wird. Fallbeispiel- Familie Kontorra 22

23 A2: 1948 bis 1948 Kochlehre. [allgemeines Lachen]. Ja, Volltreffer, weil da ist der Erklärungsbedarf jetzt da. (…) → Erklärungsbedarf H: Wie aber kann man das erklären? Vielleicht so: 1945, als an allem Mangel war, war es immer gut, wenn man Anschluss an das Ernährungssystem hatte (…) Wo lebt die Familie nach dem Zweiten Weltkrieg, angenommen, sie wurde vertrieben? A2: In Köln Fallbeispiel- Familie Kontorra 23

24 Fallbeispiel- Familie Kontorra 24

25 Fallbeispiel- Familie Kontorra  Der Individualisierungsprozess der nächsten Generation als Wahl und Ausschluss von Optionen. Heirat wird verstanden als Abschluss des Ablöseprozesses. Aus der Genogrammarbeit geht ein vermuteter „Paarkonflikt mit flüchtigem Vater und einer Mutter, die um Stabilität ringt“ hervor. Der Sohn Paul Stanislaus wuchs als ältester Sohn bei den Großeltern auf und folgt beruflich dem großväterlichen Modell. Bei dem Sohn Paul deutet sich eine Konfliktkonstellation an, die zur Blockierung der biografischen Entwicklung geführt haben könnte. 25

26 Fallbeispiel- Familie Kontorra  Die Rekonstruktion der Familiengeschichte Pauls und Monikas führt zu folgender Hypothese: „Beide Partner stammen aus Familien, in denen Loyalitätsthemen übermächtige Bedeutungen angenommen haben. Wenn Paul Monika heiratet, dann heiratet er mit ihr eine Frau, die diesen Konflikt frühzeitig durch Verlassen des Feldes entschieden hat. (…) Offen ist aber, in welchem Ausmaß beide Partner durch Loyalitätsthemen noch an ihre Herkunftsfamilie gebunden sind. Wenn sie noch stark gebunden wäre, wäre die Entwicklung einer autonomen Paarbeziehung erheblich behindert.“ 26

27 Fallbeispiel- Familie Kontorra 27

28 H: So, jetzt ist die Frage, wie sich die Söhne zu den Loyalitätskonflikten verhalten. Und da geht mir der Verstand aus, offen gesagt. A2: Ja, sie haben keine Chance, weil sie irgendwie, egal für welche Seite sie sich entscheiden, sie kriegen es ja nicht gelöst. H: Die Söhne könnten sich doch sagen, sollen die Eltern machen, was sie wollen, jetzt gehen wir einfach. [A2:hm.] Aber so einfach ist das Leben nun auch wieder nicht. Loyalitätsbindungen sitzen tief. A2: Das wäre jedenfalls eine starke Leistung.(...) A2: Wenn man das so kurz sagen kann, dann könnte man vermuten, dass beide versuchen, den jeweiligen Konflikten originell aus dem Weg zu gehen. Also dem Konflikt mit der mütterlichen Linie, Landwirtschaft und so weiter, versuchen sie, aus dem Weg zu gehen, indem sie die höhere Schullaufbahn einschlagen. H: Also Richtung Vater. A2: Dadurch befinden sie sicher aber im Konfliktfeld des Vaters [H: Ja] Also nehmen sie da den Umweg und streben die Karriere des Schulversagers an [A1: Hm.], allerdings zu spät, erst in der zwölften Klasse. Und um sich dann allem zu entziehen, bietet sich natürlich das Krankwerden an. Fallbeispiel- Familie Kontorra 28

29 Fallbeispiel- Familie Kontorra H: Beide? A2: Beide, ja. Beide brechen die Schule in der zwölften Klasse ab und flüchten sich in alternative Kulturen mit Ecstasy, LSD und sonstigen (…) H: Das ist natürlich interessant, dass sie die Schule in der zwölften abbrechen. (…) zeigen allen, dass sie es eigentlich könnten, und brechen dann in der zwölften Klasse ab. (…) H: Was macht Tim heute? A2: Der ist in sozialpsychiatrischen Einrichtungen der Caritas in Meppen, als Bewohner, ist also chronisch krank. Psychose. 29

30 A1: Ja, also, wobei man da noch genauer sagen sollte, dass beide mit 19 krank geworden sind, der Tim zuerst und dann der Dieter auch. Der Dieter hat die zwölfte Klasse abgeschlossen noch mit Mühe, da war er eigentlich schon krank, aber das hat er gerade noch geschafft. H: Das ist 96, als der erste Krankheitsfall eintritt? A1: Ja, beim Bruder kann es 96 sein, ja. H: Und 97 ist die Trennung der Eltern. Und wo gehen die Söhne dann hin, zur Mutter oder zum Vater? A1: Der Vater muss ausziehen, also, das ist eine ziemlich fatale Situation, ja? Der Bruder wird langsam krank, das merkt aber lange keiner, der zieht sich ja auch immer mehr zurück (…) Und dann erzählt er, dass eben die beiden Jungs sich immer eigentlich auf die Seite des Vaters geschlagen haben, wenn Streit war. H: Wer sagt das? A1: Der Dieter erzählt das so. Also, der Tim und der Dieter und der Vater, die hätten immer zusammengehalten. H: Aber gelebt haben sie bei der Mutter? Fallbeispiel- Familie Kontorra 30

31 A1: Danach ja. H: Also, der Loyalitätskonflikt wird maximal perpetuiert, die hätten ja zum Vater ziehen können, damit hätten sie Stellung bezogen, so halten sie aber die Dinge in der Schwebe, und die Eltern auch. A2: Schlagen sich auf die Seite des Vaters und bleiben bei der Mutter. [H:Eben.] Starke Leistung. H: Jetzt gehen wir mal zur Dokumentation über. Fallbeispiel- Familie Kontorra 31

32  Genogrammarbeit verbindet Vergangenes und Zukünftiges  Liefert Informationen zwischen mehreren Generationen  Erschließung typ. Generationskonflikte  Immer Kontextinformationen sammeln ! (Zeitgeschehen)  Stadtinformationen, Wirtschaftssituation, Ballungsgebiete, Einwohnerzahlen, Industrie, Politik, Konfession, etc. Nicht vergessen ! 32

33  Kann man mit einer Genogrammanalyse ausschließlich auf den vorliegenden Fall schließen oder kann man sogar allgemeingültige Aussagen treffen? Diskussion 33

34  Sollten in einem Genogramm Symbole für Interaktionsmuster eingearbeitet werden? Diskussion 34

35  Würden Sie die Genogrammanalyse anwenden? Diskussion 35

36  Welche Vor- und Nachteile ergeben sich durch/ bei der Genogrammarbeit? Diskussion 36

37 Vielen Dank für eure Aufmerksamkeit ! 37


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