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Prof. Dr. Wolf Wagner Ethik und Recht 12. Sitzung: Ethik, Moral und Gerechtigkeit in den grundlegenden Gesetzen für die Soziale Arbeit I - Grundrechte.

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1 Prof. Dr. Wolf Wagner Ethik und Recht 12. Sitzung: Ethik, Moral und Gerechtigkeit in den grundlegenden Gesetzen für die Soziale Arbeit I - Grundrechte und Menschenrechte

2 Gliederung Die Herleitung der Menschenrechte bei Kant Menschrechte der UNO Umsetzung ins Grundgesetz

3 Gliederung Die Herleitung der Menschenrechte bei Kant Menschrechte der UNO Umsetzung ins Grundgesetz

4 Quelle Die philosophische Herleitung der Menschenrechte durch Immanuel Kant „Über den Gemeinspruch: Das mag in der Theorie richtig sein, taugt aber nicht für die Praxis.“ in: Kant – Werke in zwölf Bänden, Werke XI, Schriften zur Anthroplogie Geschichtsphilosophie Politik und Pädagogik I; Herausgegeben von Wilhelm Weischedel; Suhrkamp Verlag S

5 These: Kant entwickelt die Menschenrechte aus der reinen Logik ohne Erfahrungsvoraussetzungen, also ohne empirische oder kulturelle Voraussetzungen. Darum sind die Menschenrechte keine „eurozentristische“ Setzung, kein „kolonialistischer Zwangsexport“ oder „Kulturimperialismus“, sondern haben universelle Gültigkeit für alle Menschen, die sich vernünftigen Gedanken nicht verschließen.

6 Kants Anliegen Kants spezieller Beitrag zur Philosophie ist es, dass er der Philosophie den Bereich vor jeder Erfahrung als Arbeitsgebiet zuweist.

7 Kants Anliegen Die Erfahrungswissenschaften sind für das Physische, das anfassbar Existierende, zuständig.

8 Kants Anliegen Die Philosophie muss alle ihre Überlegungen aus der reinen, vernünftigen Argumentation jenseits des Physischen (Metaphysik) ohne jeden Erfahrungsinhalt (a priori – vor allem Inhalt) herleiten und kann dann – so sein Anspruch - für ihre Ergebnisse universelle Gültigkeit beanspruchen.

9 Kants Anliegen „Transzendental“ nannte Kant diese Philosophie – das Physische überschreitend, transzendierend.

10 Text 1 Im zweiten Teil „Vom Verhältnis der Theorie zur Praxis im Staatsrecht“ argumentiert Kant sehr verschlüsselt, dass die Zwecksetzung bei der Festlegung von Recht und Pflichten nicht weiterführe. Man müsse sich stattdessen um die logischen Voraussetzungen jeder Rechtssetzung kümmern. Das ist die geniale Wende im kantianischen Denken. dass er sich um die logischen Voraussetzungen einer empirischen Erscheinung kümmert.

11 Text 2 Beim Recht läuft das so: Recht bedeutet eine Einschränkung der Freiheit, zu handeln wie immer man will. Also ist Freiheit die logische Voraussetzung von Recht. „Der bürgerliche Zustand also, bloß als rechtlicher Zustand betrachtet, ist auf folgende Prinzipien a priori gegründet: Die F r e i h e i t jedes Gliedes der Sozietät, als M e n s c h e n. Die G l e i c h h e i t desselben mit jedem anderen, als U n t e r t a n. Die S e l b s t ä n d i g k e i t jedes Gliedes eines gemeinen Wesens, als B ü r g e r s.

12 Text 3 Diese Prinzipien sind nicht sowohl Gesetze, die der schon errichtete Staat gibt, sondern nach denen allein eine Staatserrichtung, reinen Vernunftprinzipien des äußeren Menschenrechts überhaupt gemäß, möglich ist. Also:

13 Text 4 1. Die F r e i h e i t als Mensch, deren Prinzip für die Konstitution eines gemeinen Wesens ich in der Formel ausdrücke: Niemand kann mich zwingen, auf seine Art (wie er sich das Wohlsein anderer Menschen denkt) glücklich zu sein, sondern ein jeder darf seine Glückseligkeit auf dem Weg suchen, welcher ihm selbst gut dünkt, wenn er nur der Freiheit anderer, einem ähnlichen Zwecke nachzustreben, die mit der Freiheit von jedermann nach einem möglichen allgemeinen Gesetze zusammen bestehen kann, (d.i. diesem Rechte des anderen) nicht Abbruch tut.“ (S. 145)

14 Text 5 2. Die G l e i c h h e i t als Untertan, deren Formel so lauten kann: Ein jedes Glied des gemeinen Wesens hat gegen jedes andere Zwangsrechte, wovon nur das Oberhaupt desselben ausgenommen ist (…) Es ist aber alles, was u n t e r Gesetzen steht, in einem Staate Untertan, mithin dem Zwangsrechte, gleich allen anderen Mitgliedern des gemeinen Wesens, unterworfen; (S. 146)

15 Text 6 Diese durchgängige Gleichheit der Menschen in einem Staat, als Untertanen desselben, besteht aber ganz wohl mit der größten Ungleichheit, der Menge, und den Graden ihres Besitztums, es sei an körperlicher oder Geistesüberlegenheit über andere, oder an Glücksgütern außer ihnen und an Rechten überhaupt (deren es viele geben kann) respektiv auf andere;

16 Text 7 so daß des einen Wohlfahrt sehr vom Willen des anderen abhängt (des Armen vom Reichen), daß der eine gehorsamen muß (wie das Kind den Eltern, oder das Weib dem Mann) und der andere ihm befiehlt, daß der eine dient (als Taglöhner) der andere lohnt, u.s.w. Aber dem R e c h t e nach (welches als der Ausspruch des allgemeinen Willens nur ein einziges sein kann, und welches die Form Rechtens, nicht die Materien oder das Objekt, worin ich ein Recht habe, betrifft) sind sie dennoch, als Untertanen, alle einander gleich; (S. 147)

17 Text 8 3. Die S e l b s t ä n d i g k e i t (sibisufficientia) eines Gliedes des gemeinen Wesens als B ü r g e r s, d.i. als Mitgesetzge3bers. In dem Punkte der Gesetzgebung selbst sind alle, die unter schon vorhandenen öffentlichen Gesetzen frei und gleich sind, doch nicht, was das Recht betrifft, diese Gesetze zu geben, alle für gleich zu achten. Diejenigen, welche dieses Rechts nicht fähig sind, sind gleichwohl, als Glieder des gemeinen Wesens, der Befolgung dieser Gesetze unterworfen, und dadurch des Schutzes nach derselben teilhaftig; nur nicht als B ü r g e r, sondern als S c h u t z g e n o s s e n. (S. 150)

18 Text 9 Derjenige nun, welcher das Stimmrecht in dieser Gesetzgebung hat, heißt ein B ü r g e r (citoyen, d.i. S t a a t b ü r g er, nicht Stadtbürger, bourgeois). Die dazu erforderliche Qualität ist, außer der n a t ü r l i c h e n (daß es kein Kind, kein Weib sei), die einzige: dass er s e i n e i g e n e r H e r r (sui iuris) sei, mithin irgend ein E i g e n t u m habe (…) (S. 151)“

19 Fragen zum Text: Wo hält sich Kant nicht mehr an sein selbst aufgestelltes Prinzip, nur logische Voraussetzungen zu untersuchen und keine empirischen Inhalte zu verwenden? Welche Teile des Textes verlieren dadurch die beanspruchte universelle Gültigkeit?

20 Gliederung Die Herleitung der Menschenrechte bei Kant Menschrechte der UNO Umsetzung ins Grundgesetz

21 Menschenrechtserklärung der UNO Artikel 1 (voller Text auf der Homepage) Alle Menschen sind frei und gleich an Würde und Rechten geboren. Sie sind mit Vernunft und Gewissen begabt und sollen einander im Geist der Brüderlichkeit begegnen.

22 Artikel 2 Jeder hat Anspruch auf die in dieser Erklärung verkündeten Rechte und Freiheiten ohne irgendeinen Unterschied, etwa nach Rasse, Hautfarbe, Geschlecht, Sprache, Religion, politischer oder sonstiger Überzeugung, nationaler oder sozialer Herkunft, Vermögen, Geburt oder sonstigem Stand.

23 Artikel 2 Des weiteren darf kein Unterschied gemacht werden auf Grund der politischen, rechtlichen oder internationalen Stellung des Landes oder Gebiets, dem eine Person angehört, gleichgültig ob dieses unabhängig ist, unter Treuhandschaft steht, keine Selbstregierung besitzt oder sonst in seiner Souveränität eingeschränkt ist.

24 Artikel 3 Jeder hat das Recht auf Leben, Freiheit und Sicherheit der Person.

25 Artikel 5 Niemand darf der Folter oder grausamer, unmenschlicher oder erniedrigender Behandlung oder Strafe unterworfen werden.

26 Artikel 6 Jeder hat das Recht, überall als rechtsfähig anerkannt zu werden.

27 Artikel 7 Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich und haben ohne Unterschied Anspruch auf gleichen Schutz durch das Gesetz. Alle haben Anspruch auf gleichen Schutz gegen jede Diskriminierung, die gegen diese Erklärung verstößt, und gegen jede Aufhetzung zu einer derartigen Diskriminierung.

28 Gliederung Die Herleitung der Menschenrechte bei Kant Menschrechte der UNO Umsetzung ins Grundgesetz

29 Recht und Ethik der Sozialen Arbeit Naturrecht Grundgesetz SGBI SGB II bis XII Kommunale Sozial- und Jugendplanung VerwaltungsrechtStrafrecht EuroparechtVölkerrecht

30 Beispiel für Europarecht Europäische Sozialcharta mente/Europarats- Abkommen/Sozialcharta/content.htmlhttp://www.humanrights.ch/home/de/Instru mente/Europarats- Abkommen/Sozialcharta/content.html ische_Sozialchartahttp://de.wikipedia.org/wiki/Europ%C3%A4 ische_Sozialcharta

31 Recht und Ethik der Sozialen Arbeit Naturrecht Grundgesetz SGBI SGB II bis XII Kommunale Sozial- und Jugendplanung VerwaltungsrechtStrafrecht EuroparechtVölkerrecht

32 Beispiel für Völkerrecht Internationaler Pakt über wirtschaftliche, soziale und kulturelle Rechte vom 19.Dezember amt.de/diplo/de/Aussenpolitik/Mensche nrechte/Download/IntSozialpakt.pdfhttp://www.auswaertiges- amt.de/diplo/de/Aussenpolitik/Mensche nrechte/Download/IntSozialpakt.pdf

33 Beispiel für Völkerrecht Artikel 6 (1) Die Vertragsstaaten erkennen das Recht auf Arbeit an, welches das Recht jedes einzelnen auf die Möglichkeit, seinen Lebensunterhalt durch frei gewählte oder angenommene Arbeit zu verdienen, umfasst, und unternehmen geeignete Schritte zum Schutz dieses Rechts. (2) Die von einem Vertragsstaat zur vollen Verwirklichung dieses Rechts zu unternehmenden Schritte umfassen fachliche und berufliche Beratung und Ausbildungsprogramme sowie die Festlegung von Grundsätzen und Verfahren zur Erzielung einer stetigen wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Entwicklung und einer produktiven Vollbeschäftigung unter Bedingungen, welche die politischen und wirtschaftlichen Grundfreiheiten des einzelnen schützen. Internationaler Pakt über wirtschaftliche, soziale und kulturelle Rechte

34 Beispiel für Völkerrecht Artikel 13 (1) Die Vertragsstaaten erkennen das Recht eines jeden auf Bildung an. Sie stimmen überein, dass die Bildung auf die volle Entfaltung der menschlichen Persönlichkeit und des Bewusstseins ihrer Würde gerichtet sein und die Achtung vor den Menschenrechten und Grundfreiheiten stärken muss. Sie stimmen ferner überein, dass die Bildung es jedermann ermöglichen muss, eine nützliche Rolle in einer freien Gesellschaft zu spielen, dass sie Verständnis, Toleranz und Freundschaft unter allen Völkern und allen rassischen, ethnischen und religiösen Gruppen fördern sowie die Tätigkeit der Vereinten Nationen zur Erhaltung des Friedens unterstützen muss. (2) Die Vertragsstaaten erkennen an, dass im Hinblick auf die volle Verwirklichung dieses Rechts (…) c) der Hochschulunterricht auf jede geeignete Weise, insbesondere durch allmähliche Einführung der Unentgeltlichkeit, jedermann gleichermaßen entsprechend seinen Fähigkeiten zugänglich gemacht werden muss; Internationaler Pakt über wirtschaftliche, soziale und kulturelle Rechte

35 Recht und Ethik der Sozialen Arbeit Naturrecht Grundgesetz SGBI SGB II bis XII Kommunale Sozial- und Jugendplanung VerwaltungsrechtStrafrecht EuroparechtVölkerrecht

36 Aufgabe Überprüfen Sie die folgenden rechtlichen Regelungen darauf, welche –Naturrechtlichen Grundannahmen in ihnen stecken –Ethik der sozialen Arbeit in ihnen steckt –Moralischen Annahmen über richtiges Verhalten in ihnen steckt

37 GG Artikel 1 [Menschenwürde; Grundrechtsbindung der staatlichen Gewalt] (1) Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt. (2) Das Deutsche Volk bekennt sich darum zu unverletzlichen und unveräußerlichen Menschenrechten als Grundlage jeder menschlichen Gemeinschaft, des Friedens und der Gerechtigkeit in der Welt. (3) Die nachfolgenden Grundrechte binden Gesetzgebung, vollziehende Gewalt und Rechtsprechung als unmittelbar geltendes Recht.

38 GG Artikel 2 [Allgemeine Handlungsfreiheit; Freiheit der Person; Recht auf Leben] (1) Jeder hat das Recht auf die freie Entfaltung seiner Persönlichkeit, soweit er nicht die Rechte anderer verletzt und nicht gegen die verfassungsmäßige Ordnung oder das Sittengesetz verstößt. (2) Jeder hat das Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit. Die Freiheit der Person ist unverletzlich. In diese Rechte darf nur auf Grund eines Gesetzes eingegriffen werden.

39 GG Artikel 3 [Gleichheit vor dem Gesetz; Gleichberechtigung von Männern und Frauen; Diskriminierungsverbote] (1) Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich. (2) Männer und Frauen sind gleichberechtigt. Der Staat fördert die tatsächliche Durchsetzung der Gleichberechtigung von Frauen und Männern und wirkt auf die Beseitigung bestehender Nachteile hin. (3) Niemand darf wegen seines Geschlechtes, seiner Abstammung, seiner Rasse, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt werden. Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden.

40 GG Artikel 6 [Ehe und Familie; nichteheliche Kinder] (1) Ehe und Familie stehen unter dem besonderen Schutze der staatlichen Ordnung. (2) Pflege und Erziehung der Kinder sind das natürliche Recht der Eltern und die zuvörderst ihnen obliegende Pflicht. Über ihre Betätigung wacht die staatliche Gemeinschaft. (3) Gegen den Willen der Erziehungsberechtigten dürfen Kinder nur auf Grund eines Gesetzes von der Familie getrennt werden, wenn die Erziehungsberechtigten versagen oder wenn die Kinder aus anderen Gründen zu verwahrlosen drohen. (4) Jede Mutter hat Anspruch auf den Schutz und die Fürsorge der Gemeinschaft. (5) Den unehelichen Kindern sind durch die Gesetzgebung die gleichen Bedingungen für ihre leibliche und seelische Entwicklung und ihre Stellung in der Gesellschaft zu schaffen wie den ehelichen Kindern.

41 GG Artikel 12 [Berufsfreiheit; Verbot der Zwangsarbeit] (1) Alle Deutschen haben das Recht, Beruf, Arbeitsplatz und Ausbildungsstätte frei zu wählen. Die Berufsausübung kann durch Gesetz oder auf Grund eines Gesetzes geregelt werden. (2) Niemand darf zu einer bestimmten Arbeit gezwungen werden, außer im Rahmen einer herkömmlichen allgemeinen, für alle gleichen öffentlichen Dienstleistungspflicht. (3) Zwangsarbeit ist nur bei einer gerichtlich angeordneten Freiheitsentziehung zulässig.

42 GG Artikel 14 [Eigentum; Erbrecht; Enteignung] (1) Das Eigentum und das Erbrecht werden gewährleistet. Inhalt und Schranken werden durch die Gesetze bestimmt. (2) Eigentum verpflichtet. Sein Gebrauch soll zugleich dem Wohle der Allgemeinheit dienen. (3) Eine Enteignung ist nur zum Wohle der Allgemeinheit zulässig. Sie darf nur durch Gesetz oder auf Grund eines Gesetzes erfolgen, das Art und Ausmaß der Entschädigung regelt. Die Entschädigung ist unter gerechter Abwägung der Interessen der Allgemeinheit und der Beteiligten zu bestimmen. Wegen der Höhe der Entschädigung steht im Streitfalle der Rechtsweg vor den ordentlichen Gerichten offen.

43 GG Artikel 20 [Staatsstrukturprinzipien; Widerstandsrecht] (1) Die Bundesrepublik Deutschland ist ein demokratischer und sozialer Bundesstaat.

44 GG Artikel 20a [Umweltschutz] Der Staat schützt auch in Verantwortung für die künftigen Generationen die natürlichen Lebensgrundlagen und die Tiere im Rahmen der verfassungsmäßigen Ordnung durch die Gesetzgebung und nach Maßgabe von Gesetz und Recht durch die vollziehende Gewalt und die Rechtsprechung.

45 GG Artikel 23 [Europäische Union] (1) Zur Verwirklichung eines vereinten Europas wirkt die Bundesrepublik Deutschland bei der Entwicklung der Europäischen Union mit, die demokratischen, rechtsstaatlichen, sozialen und föderativen Grundsätzen und dem Grundsatz der Subsidiarität verpflichtet ist und einen diesem Grundgesetz im wesentlichen vergleichbaren Grundrechtsschutz gewährleistet.

46 GG Artikel 25 [Völkerrecht und Bundesrecht] Die allgemeinen Regeln des Völkerrechtes sind Bestandteil des Bundesrechtes. Sie gehen den Gesetzen vor und erzeugen Rechte und Pflichten unmittelbar für die Bewohner des Bundesgebietes.

47 GG Artikel 28 [Verfassungsmäßige Ordnung in den Ländern (Homogenitätsgebot); Gewährleistung der kommunalen Selbstverwaltung] (1) Die verfassungsmäßige Ordnung in den Ländern muß den Grundsätzen des republikanischen, demokratischen und sozialen Rechtsstaates im Sinne dieses Grundgesetzes entsprechen. In den Ländern, Kreisen und Gemeinden muß das Volk eine Vertretung haben, die aus allgemeinen, unmittelbaren, freien, gleichen und geheimen Wahlen hervorgegangen ist. Bei Wahlen in Kreisen und Gemeinden sind auch Personen, die die Staatsangehörigkeit eines Mitgliedstaates der Europäischen Gemeinschaft besitzen, nach Maßgabe von Recht der Europäischen Gemeinschaft wahlberechtigt und wählbar. In Gemeinden kann an die Stelle einer gewählten Körperschaft die Gemeindeversammlung treten. (2) Den Gemeinden muß das Recht gewährleistet sein, alle Angelegenheiten der örtlichen Gemeinschaft im Rahmen der Gesetze in eigener Verantwortung zu regeln. Auch die Gemeindeverbände haben im Rahmen ihres gesetzlichen Aufgabenbereiches nach Maßgabe der Gesetze das Recht der Selbstverwaltung. Die Gewährleistung der Selbstverwaltung umfaßt auch die Grundlagen der finanziellen Eigenverantwortung; zu diesen Grundlagen gehört eine den Gemeinden mit Hebesatzrecht zustehende wirtschaftskraftbezogene Steuerquelle. (3) Der Bund gewährleistet, daß die verfassungsmäßige Ordnung der Länder den Grundrechten und den Bestimmungen der Absätze 1 und 2 entspricht.

48 GG Artikel 33 [Staatsbürgerliche Gleichstellung aller Deutschen; öffentlicher Dienst; Berufsbeamtentum] (1) Jeder Deutsche hat in jedem Lande die gleichen staatsbürgerlichen Rechte und Pflichten. (2) Jeder Deutsche hat nach seiner Eignung, Befähigung und fachlichen Leistung gleichen Zugang zu jedem öffentlichen Amte.

49 GG Artikel 72 [Konkurrierende Gesetzgebung] (1) Im Bereiche der konkurrierenden Gesetzgebung haben die Länder die Befugnis zur Gesetzgebung, solange und soweit der Bund von seiner Gesetzgebungszuständigkeit nicht durch Gesetz Gebrauch gemacht hat. (2) Der Bund hat in diesem Bereich das Gesetzgebungsrecht, wenn und soweit die Herstellung gleichwertiger Lebensverhältnisse im Bundesgebiet oder die Wahrung der Rechts- oder Wirtschaftseinheit im gesamtstaatlichen Interesse eine bundesgesetzliche Regelung erforderlich macht. (3) Durch Bundesgesetz kann bestimmt werden, daß eine bundesgesetzliche Regelung, für die eine Erforderlichkeit im Sinne des Absatzes 2 nicht mehr besteht, durch Landesrecht ersetzt werden kann.

50 GG Artikel 80 [Erlaß von Rechtsverordnungen] (1) Durch Gesetz können die Bundesregierung, ein Bundesminister oder die Landesregierungen ermächtigt werden, Rechtsverordnungen zu erlassen. Dabei müssen Inhalt, Zweck und Ausmaß der erteilten Ermächtigung im Gesetze bestimmt werden. Die Rechtsgrundlage ist in der Verordnung anzugeben. Ist durch Gesetz vorgesehen, daß eine Ermächtigung weiter übertragen werden kann, so bedarf es zur Übertragung der Ermächtigung einer Rechtsverordnung.

51 GG Artikel 83 [Verteilung der Kompetenzen zwischen Bund und Ländern] Die Länder führen die Bundesgesetze als eigene Angelegenheit aus, soweit dieses Grundgesetz nichts anderes bestimmt oder zuläßt. Artikel 84 [Ausführung durch die Länder als eigene Angelegenheit; Bundesaufsicht] (1) Führen die Länder die Bundesgesetze als eigene Angelegenheit aus, so regeln sie die Einrichtung der Behörden und das Verwaltungsverfahren, soweit nicht Bundesgesetze mit Zustimmung des Bundesrates etwas anderes bestimmen. (2) Die Bundesregierung kann mit Zustimmung des Bundesrates allgemeine Verwaltungsvorschriften erlassen. (3) Die Bundesregierung übt die Aufsicht darüber aus, daß die Länder die Bundesgesetze dem geltenden Rechte gemäß ausführen. Die Bundesregierung kann zu diesem Zwecke Beauftragte zu den obersten Landesbehörden entsenden, mit deren Zustimmung und falls diese Zustimmung versagt wird, mit Zustimmung des Bundesrates auch zu den nachgeordneten Behörden

52 GG Artikel 104 [Rechtsgarantien bei Freiheitsentziehung] (1) Die Freiheit der Person kann nur auf Grund eines förmlichen Gesetzes und nur unter Beachtung der darin vorgeschriebenen Formen beschränkt werden. Festgehaltene Personen dürfen weder seelisch noch körperlich mißhandelt werden. (2) Über die Zulässigkeit und Fortdauer einer Freiheitsentziehung hat nur der Richter zu entscheiden. Bei jeder nicht auf richterlicher Anordnung beruhenden Freiheitsentziehung ist unverzüglich eine richterliche Entscheidung herbeizuführen. Die Polizei darf aus eigener Machtvollkommenheit niemanden länger als bis zum Ende des Tages nach dem Ergreifen in eigenem Gewahrsam halten. Das Nähere ist gesetzlich zu regeln.

53 Fragen

54 Rückblick Die Herleitung der Menschenrechte bei Kant Menschrechte der UNO Umsetzung ins Grundgesetz


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