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Tod und Sterben Tutorium: Medizinische Psychologie Bettina Bewernick WS 2003/04.

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Präsentation zum Thema: "Tod und Sterben Tutorium: Medizinische Psychologie Bettina Bewernick WS 2003/04."—  Präsentation transkript:

1 Tod und Sterben Tutorium: Medizinische Psychologie Bettina Bewernick WS 2003/04

2 Gesellschaftliche Aspekte Death education/Sterbeaufklärung (Teilbereich der Thanatologie) Thanatologie: dem griechischen Gott des Todes, und bedeutet 'Forschung über Sterben und Tod' Keine menschliche Erfahrung überwältigender als Tod Arzt/Mensch mit Tod konfrontiert Lebensauffassung und Gewohnheiten bestimmen Art der Beschäftigung mit dem Tod Eher Verleugnung des Todes in westlicher Gesellschaft bis Mitte 20.Jh verstarben besonders in ländlichen Gebieten die meisten zu Hause, im Kreise der Familie danach Verlagerung des Sterbeortes in Krankenhäuser/Heime  professionelles Fachpersonal betreut Sterbende

3 Einstellung des Menschen zu Sterben und Tod  Religiosität: akzeptiert und als dem Leben zugehörig assoziiert  Konfession: Formen der Trauerbewältigung nach einem Todesfall, die Ungewissheit über das 'Danach' ist somit relativiert, Angst vor Sterben und Tod vermindert sich  gelassenerer und unverkrampfterer Umgang mit Sterben und Tod.  Lebensalter: je älter je häufiger Gedanken an die eigene Vergänglichkeit  Gesundheitszustand: Schwere Krankheiten führen vermehrt zu Gedanken an den Tod. An N=75 freiwilligen Studenten der Universität Göttingen, wovon 45 weiblich und 30 männlich waren, neuentwickelten Fragebogen zur Sterbeaufklärung, 1992,93)

4 Einstellung des Menschen zu Sterben und Tod II  Geschlecht: Frauen neigen stärker zu Todesangst, Tod als Erlösung und als fremde Macht; Männer sachlicher  Bildung: Versachlichung bei steigendem Bildungsstand, niedrigere Angst vor Sterben, Umgang und Einstellung dazu offener  sozialer Status: mit Steigen der Lebensqualität durch gegebene Mittel, auch Wunsch nach Verlängerung des Lebens, Tod wird nicht akzeptiert; niedriger sozialer Status: Tod als Ausweg aus der gegenwärtigen Lebenslage. An N=75 freiwilligen Studenten der Universität Göttingen, wovon 45 weiblich und 30 männlich waren, neuentwickelten Fragebogen zur Sterbeaufklärung, 1992,93)

5 Todesvorstellungen Lebensende  Tod ist tatsächlich das Ende des Lebens  knapp, trocken und unprätentiös  Der vitale Vorgang erreicht seinen Endpunkt  Eine Untergruppe definiert den Tod als den natürlichen Abschluß des Lebens, der biologische Prozeß steht im Vordergrund  Lineare Zeitvorstellung  Individueller Tod endgültige Auslöschung der Existenz, keine Wiederkehr Fremde Macht  Schicksal  resignative Tönung  Tod als unabwendbar  Er besitzt Macht über uns (durchaus personifiziert), er ist ein Wesen, das in die Welt gesandt wird, um den Menschen die prädisponierte Bestimmung zukommen zu lassen, das Individuum aus seiner Existenz herauszulösen

6 Todesvorstellungen II Urvölker und Tod  Tod als Ortswechsel, Kontakt mit Gestorbenen (Traum, Trance, Kultische Rituale)  Tod als Folge magischer, dämonischer Einflüsse, eigener Tod nicht als Individuum, da Teil der Stammesseele  Zyklische Weltvorstellung: alles kehrt wieder Tod als Erlösung  von Schmerzen, vom Diesseitigen  als Übergang zu neuem Leben im Jenseits  befreit er das Körperliche, oft durch Krankheit zum Jammertal gemachte Unglück von seiner materiellen Hülle und Einengung  Für den, der Siechtum beobachtet hat, bedeutet Aufrechterhaltung des Lebens oft Qual. [...] Angst  Tod als schreckliches Ereignis  Der Tod wird angstvoll zu vermeiden versucht, wird tabuisiert und verleugnet.

7 Arzt und Tod Medizinischer Blick  Schutz vor leibhaftigem Erleben und Identifikation  Reaktionen der Betroffenen werden durch routiniertes, neutrales Verhalten „normalisiert“  Routinen, Hierarchien und Rituale  Ziel: Handlungsfähig sein, medizinische Qualität zu sichern, Vertrauen des Patienten erhalten

8 Tod: Selbsterfahrung vs. 10 Min Zeit, nachdenken

9 Rollenspiel: Zu zweit zusammen, jeweils Tod für andere Person Nicht sprechen Wenn Ihr Euch in die Augen seht, heißt das, das Ihr sterbt Man kann seinen Tod aktiv suchen/vermeiden/passiv abwarten Tod kann einen suchen/ einem ausweichen

10 Aufgabe Welche Gedanken habt Ihr, wenn Ihr an Euren Tod denkt Welche Gefühle habt Ihr....  Was würdet Ihr gerne noch vorher regeln?  Mit wem würdet Ihr darüber sprechen?  Wie würden Eure Freunde/Verwandte reagieren?  Wie würdet Ihr gerne sterben/beerdigt werden?  Wolltet Ihr jemanden dabei haben, wenn Ihr sterbt?

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12 Was ist Palliativmedizin? moderne Form der Schmerztherapie/medizinische Versorgung Sterbender, die Linderung statt künstlicher Lebensverlängerung in den Mittelpunkt stellt

13 Sterbehilfe: Begriffe Beihilfe zur Selbsttötung:  Arzt gibt Informationen oder stellt Medikamente zur Selbsttötung zur Verfügung, Patient tut einen wesentlichen Schritt selbst  Suizid nicht strafbar, aber Arzt strafbar Indirekte Sterbehilfe:  Lebensverkürzung wird billigend in Kauf genommen, ist aber nicht Ziel der Maßnahme, Z.B. Schmerzlinderung durch Morphium (aktiv und passiv möglich)  Nur wenn Hirntod nicht eingetreten  Wenn mutmaßliche Einwilligung des Pat  Bei Sinnlosigkeit/Unmöglichkeit von Maßnahmen Direkte Sterbehilfe:  beabsichtigte Lebensverkürzung im Interesse des Patienten um weiteres Leiden zu verhindern (aktiv und passiv möglich)

14 Sterbehilfe: Begriffe Passive Sterbehilfe:  Pflicht zur Lebensverlängerung entfällt bei hoffnungsloser Prognose  ausdrücklicher/mutmaßlicher Willen des Patienten zum Behandlungsverzicht  keine Lebensverlängernden Maßnahmen bzw. Maßnahmen abbrechen  straffrei, seit 1998 unter bestimmten Umständen Aktive Sterbehilfe/Euthanasie:  Gezielte Verkürzung des Lebens, um dem Patienten Leiden zu ersparen  auch nach Willen des Patienten in Deutschland verboten, Patient hat kein Recht auf Tötung!

15 Umfrage der Deutschen Hospiz Stiftung Deutsche Hospiz Stiftung, Befragung Juni 2000, N=1007 Befragung März 1997, N=984

16 Umfrage der Deutschen Hospiz Stiftung II Deutsche Hospiz Stiftung, Befragung Juni 2000, N=1007

17 Situationen, die den Wunsch nach aktiver Sterbehilfe hervorrufen können Frage: "Es kann Situationen im Leben eines Menschen geben, in denen man nicht mehr weiterleben möchte. Einmal angenommen, es sei erlaubt, dass Ärzte Todkranken auf deren Wunsch eine "Erlösungsspritze" als Sterbehilfe geben dürfen. In welcher der folgenden Situationen könnten Sie sich vorstellen, dass Sie sich dies als Todkranker wünschen (Mehrfachnennungen möglich)?" Wenn die Schmerzen für mich unerträglich sind 62 % Wenn ich Verrichtungen wie Essen, Atmen oder zur Toilette gehen nicht mehr selbstständig durchführen kann 48 % Wenn ich den Sterbeprozess mit meiner persönlich empfundenen Würde nicht mehr in Einklang bringen kann 43 % Wenn ich es als sinnlos empfinde, auf den Tod zu warten, angesichts der Tatsache, dass es die Möglichkeit gibt, den Sterbeprozess aktiv abzukürzen 33 % Wenn ich in meinem äußeren Erscheinungs-bild durch die Krankheit so verändert bin, dass ich nicht mehr leben möchte 20 % Wenn ich auf Hilfe von fremden Menschen angewiesen bin 19 % Wenn ich nicht mehr weiterleben mag, die Gründe jedoch für mich behalten möchte 15 % Wenn ich zu schwach bin, um mein gewohntes Leben weiter zu führen 13 %

18 Forsa-Umfrage Oktober 2000, 1002 Erwachsene per Telefon Frage: "Stellen Sie sich bitte einmal folgende Situation vor: Ein todkranker, volljähriger und im Vollbesitz seiner geistigen Kräfte befindlicher Patient bittet seinen Arzt mehrmals darum, nicht länger auf den Tod warten zu müssen. Der Arzt leistet daraufhin aktive Sterbehilfe, d.h. er tötet den Patienten auf dessen nachhaltigen Willen und Wunsch. Wie bewerten Sie das Verhalten des Arztes: Würden Sie sagen, sein Verhalten ist aus moralischen und ethischen Gründen abzulehnen oder würden Sie sagen, sein Verhalten ist aus moralischen und ethischen Gründen zu befürworten?„ ist abzulehnen: 20 % ist zu befürworten: 68 %

19 Grenzen der Intensivbehandlung Heilbarkeit Lebenserhalt Autonomie des Patienten Gerechtigkeit für Gesamtbevölkerung Oft widersprechende Grundsätze Fallbeispiel

20 Sterbehilfe: Fallbeispiel Frau, 62, kollabiert, vom Notarzt intubiert CT: starke Gehirnblutung, operativ ausgeräumt Inoperables Nierenkarzinom mit Lungenmetastasen Nach Narkose: komatös, ohne Spontanatmung Einige Stammhirnreflexe noch auslösbar  müssen alle medizinische Möglichkeiten ausgeschöpft werden bis vollständiger Hirntod?  Ist Therapieeinschränkung erlaubt? Geboten?  Wie darf Therapie begrenzt werden?

21 Diskussion Sterbehilfe nur bei infauster Prognose! Aktiv oder Passiv?  Passive Sterbehilfe oft unterlegen, da der Tod nicht auf schmerzlose und möglichst „angenehme“ Weise eintritt, sondern einfach abgewartet wird  Verzicht auf Maßnahme (z.B. Reanimation) weniger belastend als Abstellen einer Maschine für Arzt/Pflegepersonal Vertrauensverlust dem Arzt gegenüber (Tod und Heilung durch 1 Person) Missbrauch  bei ohnehin sterbenden, muß „Mörder“ nur abwarten Grenze?  Auch bei Bewußtlosen, nicht Einwilligungsfähige?

22 Diskussion II Andere Länder  In den Niederlanden: aktive Sterbehilfe verboten, aber unter bestimmten Bedingungen straffrei- WARUM? Intensivmedizin  kann sehr lange Sterben verhindern Knappe Ressourcen Grundsätze der Ärztekammer: „Aufgabe des Arztes ist es, unter Beachtung des Selbstbestimmungsrechtes des Patienten Leben zu erhalten, Gesundheit zu schützen und wiederherzustellen sowie Leiden zu lindern und Sterbenden bis zum Tod beizustehen....Art und Ausmaß einer Behandlung sind vom Arzt zu verantworten. Er muß dabei den Willen des Patienten beachten....Aktive Sterbehilfe ist unzulässig und mit Strafe bedroht, auch dann, wenn sie auf Verlangen des Patienten geschieht. Die Mitwirkung des Arztes bei der Selbsttötung widerspricht dem ärztlichen Ethos und ist strafbar.“


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