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Aktuelle Themen der MT II – Medizinethik – WS 2014/15 Univ. Prof. Dr. med. Dr. theol. Mag. pharm. Matthias Beck Universität Wien

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Präsentation zum Thema: "Aktuelle Themen der MT II – Medizinethik – WS 2014/15 Univ. Prof. Dr. med. Dr. theol. Mag. pharm. Matthias Beck Universität Wien"—  Präsentation transkript:

1 Aktuelle Themen der MT II – Medizinethik – WS 2014/15 Univ. Prof. Dr. med. Dr. theol. Mag. pharm. Matthias Beck Universität Wien

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5 Herausforderungen Personalisierte Medizin Partizipative Medizin Genetik – Epigenetik Verantwortung des Einzelnen steigt Mitwirken an Heilung, Gesundbleiben Selbstbestimmt Sterben Theologie: Der Einzelne

6 Herausforderungen II Individualisierte, personalisierte und partizipative Medizin Pharmacogenomics Genomics, Epigenomics, Proteomics, Genetik – Epigenetik Psychoneuroimmunologie

7 Themen I - Lebensanfang Menschenbild - Lebensbeginn Krankheit Embryo in vivo, Embryo in vitro Pränataldiagnose (PND) Chromosomenschäden Gendefekte; Gen-Diagnose/Gen-Therapie Prädiktive Medizin, genetische Dispositionen Genetisches Wissen/Recht auf Nichtwissen

8 Themen II Embryo in vitro In-vitro-Fertilisation Präimplantationsdiagnose (PID) Embryonale Stammzellforschung Pharmacogenomics Gentests im Internet

9 Aktuelle Diskussion (Bioethikkommission) In-vitro-Fertilisation (seit 1978) Kinder für alleinstehende Frauen Kinder für lesbische Paare Kinder für homosexuelle Paare Leihmutterschaft Rettungsgeschwister Präimplantationsdiagnose (PID)

10 PID - Gesetzgebung Situation in Deutschland Situation in Österreich Stand der Diskussion Vorstellung des Papiers der Bioethikkommission Papier des Deutschen Ethikrates

11 Aktuelle Diskussion II Stammzellforschung Medizin Nobelpreis Yamanaka iPS Zellen Adulte Stammzellen Nabelschnurblutzellen Embryonale Stammzellen

12 Aktuelle Diskussion III Forschung an Nichteinwilligungsfähigen Beschneidung Medizinethische Fragen in den Religionen Ethik im Internet im Blick auf die Medizin

13 Themen III - Lebensende Hirntod / aktuelle Diskussion Neuroethik Organtransplantation (Organexplantation) Wachkoma Euthanasie  aktive, passive, indirekte Beihilfe zum Suizid Patientenverfügung

14 Ethiken Philosophische Theologische Jüdische Christliche (Evangelisch – Katholisch) Muslimische Hinduistische Buddhistische

15 Ethik: Definition Ethik ist die wissenschaftliche Reflexion auf gelebte Moral.

16 Ethik- Recht Legitim Legal

17 Wissenschaften Naturwissenschaften Medizin Jus Psychologie Soziologie Philosophie Theologie

18 Wissenschaftstheorie Naturwissenschaft: Verallgemeinerbarkeit/Messbarkeit Psychologie: Individuum, aber auch verallgemeinerbar Philosophie/Theologie/Ethik/Spiritualität: Verallgemeinerbar, aber auch: Der Einzelne

19 Leben I Was ist Leben? (physiologisch, philosophisch, theologisch) Wie geht Leben? Lebensphasen - Lebensganzes Leben ist Wachstum (körperlich, seelisch, geistig) Orientierung Autorität („augere“, wachsen lassen) Bildung (Geist-, Herz-, Charakter-) Ordnung (äußere – innere)

20 Leben II Leben ist Veränderung, Selbstbewegung (Aristoteles) Durchhaltendes Moment (Seele, Identität) Sich veränderndes Moment Körper – Leib Leib-Seele-Problem (Schopenhauer) Lebensbeginn – Lebensende (lineare Zeitvorstellung, Geschichte)

21 Where do ESC come from ?

22 1- unipotent 2- multipotent 3- pluripotent 4- totipotent O‘Connor and Crystal, 2006 Embryonic stem cells (ESC)Adult stem cells (ASC) Developmental Potential of Stem Cells

23 Totipotent: every cell has the potential to built the whole organism (until 8-cell stage) Developmental Potential of embryonic stem cells (in vitro)

24 Reprogramming: controlling the development of the cygote through methylation CH3 Reprogramming: activation of „embryonic“ genes Cloning: defective reprogramming.

25 Plato - Unsterblichkeit der Seele Unsterbliche Seele: Ewigkeit – irdische Existenz - Ewigkeit Körper (Leib) ist Gefängnis der Seele. Seele verlässt ihn im Tod Dualismus von Seele und Leib „Leibfeindlichkeit“

26 Aristoteles - Seele als Leben Seele als inneres Lebensprinzip Formprinzip und Ganzheitsprinzip Drei-Stufige Seele: Nährseele Sensible Seele Denkende Seele Trennung von Geist und Seele

27 Thomas von Aquin - Synthese Christlich-jüdisches Menschenbild Nephes: Hals-Kehle-Leben-Lebenskraft Ruach: Hauchen-Atem-Geist-Sinn Seele als Form des Leibes Anima intellectiva, sensitiva, vegetativa Sukzessivbeseelung

28 Thomas von Aquin Anima forma corporis Genetik: In-forma-tion Ganzheit

29 Descartes Trennung von Geist und Materie: res cogitans / res extensa Gedanken: keine Länge/Breite Ausgedehnte Dinge: messbar

30 Neuzeit nach Descartes Philosophie: Geist (deutscher Idealismus) Hegel: Phänomenologie des Geistes (Marx: dialektischer Materialismus) Medizin: Philosophikum-Physikum „Materialismus“: Krankheitsursache in den Genen Materie Mensch: Embryonale Stammzellen

31 Sigmund Freud „Wiederentdeckung“ der Seele Seele nicht mehr als Ganzheitsprinzip Seele jetzt als Unbewusstes, Trieb, Es, Ich, Über-Ich, Konflikte. Psychosomatische Medizin Psychoonkologie Psychoneuroimmunologie

32 Paradigmenwechsel Physik: Einstein, Bohr Heisenberg, Planck Biologie: Gen-Protein-Funktion Psychoneuroimmunologie

33 Gen – was ist das? Chemisch Desoxyribonucleinsäure Im lebenden Organismus: Gene werden geschaltet Altes Paradigma: Ein Gen – ein Protein – eine Funktion Neues Paradigma: Ein Gen – mehrere Proteine (bis zu 8) – unterschiedliche Funktionen Epigenetik: Umgebung - Innenleben

34 Psychoneuroimmunologie „Auch das Gehirn... nimmt direkten Einfluß darauf, welche Gene einer Zelle aktiviert und welche Funktionen von der Zelle infolgedessen ausgeführt werden.“ [1] [1] [1] G. Huether/St. Doering/U. Rüger/E. Rüther/G. Schüßler, Psychische Belastungen und neuronale Plastizität. Ein erweitertes Modell des Streßreaktionsprozesses für das Verhältnis zentralnervöser Anpassungsprozesse, in: U. Kropiunigg/A. Stacher, Ganzheitsmedizin und Psychoneuroimmunologie. Vierter Wiener Dialog, Wien 1997, , hier 126.

35 Psychoneuroimmunologie II Wie beobachtet wurde, „stellt der seelische Stress der Depression mehrere Gene des Immunsystems ab, die für die Produktion von Immunbotenstoffen zuständig sind.“ [1] [1] [1] Bauer, Das Gedächtnis des Körpers, 136.

36 Das Innenleben Emotionalität Mensch-Mensch Gefühl Intuition Mensch-Gott Gespür Stimmigkeit Gewissen

37 Menschenwürde

38 Philosophie Aristoteles ( ) Eher keine Hinweise auf Menschenwürde In Nikomachischer Ethik: Gerechtigkeit Tugendethik

39 Cicero ( v. Chr.) – De re publica/ De officiis Cicero: Würde und Würdigkeit sind bezogen auf die persönliche Leistung eines einzelnen für sein Gemeinwesen. Würde muss man sich verdienen und man kann sie verlieren (Ehre, Lob). Würde ist abstufbar, veräußerlich, verlierbar Würde des Menschen im Gegensatz zum Tier (De officiis)

40 Theologie: Judentum - Christentum Mensch: Ebenbildlichkeit Gottes Vor Gott sind alle Menschen gleich (Paulus: es gibt nicht mehr Juden und Griechen…)

41 Philosophie des Mittelalters/Neuzeit Pico della Mirandola (1463 – 1494): Willensfreiheit, das Tier ist festgestellt, der Mensch frei Reformation: (Subjekt), freier Wille Dürer: Portrait: Der Einzelne Kant ( ): Befreiung aus selbstverschuldeter Unmündigkeit, Autonomie, Selbstbestimmung

42 Kant – Kategorischer Imperativ „Handle nur nach derjenigen Maxime, durch die du zugleich wollen kannst, dass sie ein allgemeines Gesetz werde.“ (Grundlegung zur Metaphysik der Sitten)

43 Immanuel Kant: Würde – Wert „Im Reiche der Zwecke hat alles entweder einen Preis oder eine Würde. Was einen Preis hat, an dessen Stelle kann auch etwas anderes als Äquivalent gesetzt werden; was dagegen über allen Preis erhaben ist, mithin kein Äquivalent verstattet, das hat eine Würde.“ [1] [1] [1] Kant, Grundlegung zur Metaphysik der Sitten, 434.

44 Würde – Wert II Dinge haben „relativen Wert, …und heißen daher Sachen dagegen werden vernünftige Wesen Personen genannt weil ihre Natur sie schon als Zwecke an sich selbst“ achtet [1] [1] [1] Kant. 428.

45 Kant – kategorischer Imperativ „Handle so, daß Du die Menschheit, sowohl in Deiner Person, als in der Person eines jeden anderen, jederzeit zugleich als Zweck, niemals bloß als Mittel gebrauchst.“ (Grundlegung zur Metaphysik der Sitten)

46 Würde des Menschen Die Würde des Menschen ist unantastbar. (Art. 1, Charta Lissabon Vertrag, Dt. GG)

47 Würde – was folgt daraus? Recht auf Unversehrtheit (Lissabon Vertrag, Grundrechte Art. 2, Abs. 2 GG): „Jeder hat das Recht auf Leben und körperliche (und geistige) Unversehrtheit.“

48 Embryo – Würde? S peziesargument: immer ein Mensch K ontinuität I ndividualität P otentialität Frage: zwei in einem? Beckwith-Wiedemann Syndrom

49 Ungeborenes Leben - Würde „Wo menschliches Leben existiert, kommt ihm Menschenwürde zu... Diese Würde des Menschseins liegt auch für das ungeborene Leben im Dasein um seiner selbst willen.“ [1] [1] [1] BverfGE (252)= BVerfG NJW 1753.

50 Verbot der Totalinstrumentalisierung (vgl. embryonale Stammzellen) Fortpflanzungsmedizingesetz (Präimplantationsdiagnose noch verboten) Embryonenschutzgesetz Eigenes Gesetz zur Präimplantationsdiagnose

51 Fortpflanzungsmedizingesetz § 9 Entwicklungsfähige Zellen dürfen nicht für andere Zwecke als für medizinisch unterstütze Fortpflanzungen verwendet werden. § 1(3) Als entwicklungsfähige Zellen sind befruchtete Eizellen und daraus entwickelte Zellen anzusehen.

52 Embryonenschutzgesetz § 1 (1), 2. „Mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren … wird bestraft… Wer es unternimmt, eine Eizelle zu einem anderen Zweck künstlich zu befruchten, als eine Schwangerschaft der Frau herbeizuführen, von der die Eizelle stammt.“

53 „Principlism“ (USA) Autonomie Nicht Schaden (Nonmaleficence) Wohltun/Fürsorge (Beneficience) Gerechtigkeit

54 Informed consent Aufklärung (Nutzen, Risiken, Aussagekraft) Zustimmung Autonomie Nicht Zustimmungsfähige (Embryo, Kinder, Demente) Zeugen Jehovas

55 Menschenwürde - Menschenrechte 1948Allgemeine Erklärung der Menschenrechte der UNO 1950Europäische Menschenrechtskonvention 1997Menschrechtskonvention zur Biomedizin des Europarates 2000EU Charta – Lissabon Vertrag (Grundrechts-Charta)

56 EU Charta „Jeder“  Toute personne „Personne“  Person Jede Person hat das Recht auf Leben.

57 Peter Singer „Der Fötus, das schwerst geistig behinderte Kind, selbst das neugeborene Kind - sie alle sind unbestreitbar Mitglieder der Spezies Homo sapiens, aber niemand von ihnen besitzt ein Selbstbewußtsein oder hat einen Sinn für die Zukunft oder die Fähigkeit, mit anderen Beziehungen zu knüpfen“ [1] [1] [1] P. Singer, Praktische Ethik, Stuttgart , 119.

58 Peter Singer „Es gibt viele Wesen, die bewußt und fähig sind, Lust und Schmerz zu erfahren, aber nicht selbstbewußt und vernunftbegabt und somit keine Personen. Viele nichtmenschliche Tiere gehören … zu dieser Kategorie; das gilt auch für Neugeborene und manche geistig Behinderte.“ [2] [2] [2] Singer, Praktische Ethik. 136.

59 Präimplantationsdiagnostik Erlauben? Partiell erlauben (vgl. Deutschland) Verbieten?

60 In-vitro-Fertilisation Samen und Eizelle außerhalb des Mutterleibes erste IVF 1987Donum vitae 1990Embryonenschutzgesetz 1992Fortpflanzungsmedizingesetz 2008Dignitas Personae

61 In-vitro-Fertilisation II IVF überhaupt? (Wie viele Embryonen? Schäden?) Stufen: zunächst: Unfruchtbarkeit - Kinderlose Paare Heute: Embryonenforschung, Stammzellforschung, PID Homolog – Heterologe Samenspende – Eizellspende Leihmutterschaft IVF + PID (auch bei fruchtbaren Paaren bei genetischer Disposition der Eltern) IVF für gleichgeschlechtliche Paare Rettungsgeschwister

62 Themen III Screening auf Lebensfähigkeit oder „alles“ Chip Technologie für PND, auch für IVF und PID ? – Screening verboten? Indikationen?

63 Fehlbildungen bei IVF und ICSI „Es kann jedoch nicht ausgeschlossen werden, dass die ICSI das Risiko für große Fehlbildungen gegenüber der natürlichen Zeugung erhöht. Dies gilt jedoch in gleichem Maße auch für die IVF. Die Auswertung der Metaanalysen zu dieser Frage ergaben eine relative Risikoerhöhung um circa 30 %.“ (Deutsches Ärzteblatt Jg. 105,Heft 1–2,7. Januar 2008, New England Journal 2012)

64 Präimplantationsdiagnostik (PID) Normal Zeugungsfähige wählen PID - hohes genetisches Risiko - schon behindertes Kind - „schonender“ als „SS auf Probe“ Ethische Problematik: - Routine bei jeder IVF? Begrenzung, Lebensfähigkeit? - Herstellung des Embryo wozu? Um seiner selbst willen? Verbot Österreich: Fortpflanzungsmedizingesetz (FmedG), jetzt neu: Verbot, aber Zulassung unter bestimmten Bedingungen Selektion – aber auch bei SS-Abbruch

65 65 ©Kollek – FSP BIOGUM Entnahme von zwei Zellen des Embryos und deren genetische Untersuchung. PID – Aktuelle Entwicklungen

66 66

67 67 ©Kollek – FSP BIOGUM

68 Embryonen Normal gezeugt – IVF Lebensbeginn Personcharakter Würde: Recht auf Leben, Unversehrtheit, Verbot der Totalverzweckung, Achtung um seiner selbst Willen Individuum (SKIP Argumente) Verzweckung (PID?), Selektion? Herstellung auf Probe

69 In vitro Fertilisation Wenn ja, wie viele Embryonen? Überzählige? Was tun? Vernichten, Forschen? Töten, Sterbenlassen, Total-Verzwecken IVF zur PID? Obwohl normal zeugungsfähig?

70 IVF - Embryonen Embryonale Stammzellforschung Therapie, Grundlagenforschung, Toxizitätsprüfungen Patentierung Entscheidung EuGH Strassburg: Embryo: von der Verschmelzung an Embryo, Würde, keine Patent

71 Zusammenfassung - Aktuelles Präimplantationsdiagnose (viele Embryonen) Samenspende Eizellspende Kinder für gleichgeschlechtliche Paare Enhancement

72 Zusammenfassung Ablehnung Kirche (Donum vitae 1987, Dignitas personae 2008) Wenn ja, wie viele Embryonen Überzählige? (FmedG, ESchG) Was tun? Vernichten, Forschen? Töten – Sterbenlassen, Total-Verzwecken IVF zur PID? Obwohl normal zeugungsfähig?

73 Nochmal Stammzellforschung Bisher: Menschliche embryonale Stammzellen, Nabelschnurblut, Adulte Stammzellen, Zusätzlich: Klonen, „Therapeutisches Klonen“

74 Klonen z.B. zur Stammzellgewinnung Embryosplitting Dolly Methode „Therapeutisches Klonen“

75 Typical defects: post-mortem photographs from cloned sheep Abdominal Defects Kidney defects Mandible defects Tendon defects Rhind et al., 2003

76 Pränataldiagnose (PND) Methoden: Amniocentese Chorionzottenbiopsie Bluttest (Trisomie 21, 13, 18, Geschlecht)

77 Pränataldiagnose II Vorhersagbarkeit des Krankheitsausbruchs (Chorea Huntington, Cystische Fibrose) Vererbte Krebserkrankungen (Brustkrebs, Darmkrebs) – Folgen der Diagnose? Trisomie 21 (sofort) Wissen/Recht auf Nichtwissen Datenschutz Krankenkassen, Versicherungen, Arbeitgeber

78 Fetocid Bisher weithin Konsens: jenseits der Lebensfähigkeit (22./23.SSW) keine Abtreibungen mehr. „Methoden“ der Abtreibung: A) Ausschabung B) Einleitung Geburt C) Fetocid

79 Gentechnikgesetz §69 (3) Eine Genanalyse im Sinne des Abs. 1 Z 1 darf im Rahmen einer pränatalen Untersuchung nur, soweit dies medizinisch geboten ist, und nach schriftlicher Bestätigung der Schwangeren, daß sie zuvor durch einen Arzt oder Facharzt im Sinne des Abs. 1 Z 1 über Wesen, Tragweite und Aussagekraft der Genanalyse und über Risken des vorgesehenen Eingriffes aufgeklärt worden ist und der Genanalyse zugestimmt hat, durchgeführt werden.

80 Gentechnikgesetz §69 Beratung (1) Vor und nach Durchführung einer Genanalyse zur Feststellung einer Veranlagung für eine Erbkrankheit oder zur Feststellung eines Überträgerstatus hat eine ausführliche Beratung der zu untersuchenden Person, sofern diese Genanalyse im Rahmen einer pränatalen Untersuchung vorgenommen wird, der Schwangeren, in den Fällen des § 65 Abs. 4 auch der zustimmungsberechtigten Person, durch den diese Genanalyse gemäß § 65 Abs. 1 Z 1 veranlassenden Arzt stattzufinden.

81 Datenschutz (§ 67 Gentechnikgesetz) Verbot der Erhebung und Verwendung von Daten aus Genanalysen für bestimmte Zwecke Arbeitgebern und Versicherern einschließlich deren Beauftragten und Mitarbeitern ist es verboten, Ergebnisse von Genanalysen von ihren Arbeitnehmern, Arbeitsuchenden oder Versicherungsnehmern oder Versicherungswerbern zu erheben, zu verlangen, anzunehmen oder sonst zu verwerten.

82 Zusammenfassung I Status des Embryo In vivo, in vitro Pränataldiagnostik, Abtreibung, Leben mit Behinderung Genetische, Chromosomale Schäden Gentechnikgesetz Gesetz, Österreich: Strafgesetzbuch § 96, 97, Deutschland § 218, 218a Fetocid

83 Krankheiten Naturwissenschaftlich Psychisch / Psychologisch Geistig-Geistlich / Theologisch Angreifer – Immunsystem Genetisch – Epigenetisch

84 Gesetze Embryo in vivo (Abtreibung) : Strafrecht § 96 Österreich, § 218 Deutschland Embryo in vitro (Stammzellforschung): Fortpflanzungsmedizingesetz Embryonenschutzgesetz

85 Schwangerschaftsabbruch Österreich § 96„Wer mit Einwilligung der Schwangeren deren Schwangerschaft abbricht, ist mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr… zu bestrafen § 97 Die Tat ist nach §98 nicht strafbar, wenn…  Embryopathische Indikation

86 Schwangerschaftsabbruch II Deutschland § 218 (1)„Wer eine Schwangerschaft abbricht, wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren … bestraft.“ § 218 aDer Tatbestand des § 218 ist nicht verwirklicht, wenn…  Keine embryopathische Indikation

87 Präimplantationsdiagnostik Erlauben? Partiell erlauben (vgl. Deutschland) Verbieten?

88 Pränataldiagnostik Unterschied : Genetische – chromosomale Schäden (Deutscher Ethikrat: Nur auf Lebensfähigkeit, keine prädiktive Diagnostik: Chorea) Abtreibung Leben mit Behinderung Krankenkassen Datenschutz Gentechnik-Gesetz Österreich

89 „Principlism“ (USA) Autonomie Nicht Schaden (Nonmaleficence) Wohltun/Fürsorge (Beneficience) Gerechtigkeit

90 Ethik - Warum? Entscheidungen treffen Begründungen Wertungen Betroffen: immer Menschen (nicht Organe) legal – legitim

91 Ethik wo? Alltag Notfall Krankenhaus Altenheim In der Forschung

92 Medizinischer Eingriff Körperverletzung Daher nur: mit Zustimmung des Patienten Nach Aufklärung Informed consent

93 Aufklärung (Nutzen, Risiken, Aussagekraft) Zustimmung Autonomie Nicht Zustimmungsfähige (Embryo, Kinder, Demente) Zeugen Jehovas

94 Ziele der Medizin Diagnose Therapie Prophylaxe

95 Krankheit was ist das?

96 Gleichgewicht Homöostase Gesundheit muss immer wieder hergestellt werden

97 Immunsystem Relativ: Zu schwach Zu stark Gegen sich selbst

98 Anatomie des Gehirns Gehirn = „zentraler Integrator“ Bewusstsein Großhirnrinde – Inhalt des Bewusstseins Hirnstamm – Integrations/Regulationsleistungen Außnahme: Leberfunktion, Nierenfunktion, Herzkranzgefäße Quelle: VL Prof. Litschauer Neurophysiologie

99 Geschichte des Hirntodes 1952 Beatmungsmaschine (Poliomyelitis), Björn Ibsen 1959 „Coma dépassé“, irreversibles Koma; Pierre Mollaret, Maurice Goulon „erfolgreiche“ Herztransplantation, Christiaan Barnard; Sura Wada -> Anklage wegen Mordes 1968 „Hirntod“; Harvard Medical School: Ad-hoc-Komission; 10 Mediziner, 1 Theologe, 1 Jurist 1981USA: President‘s Commision for the study of ethical problems in med., 4 Diagnose-Kriterien 1982 Ö: gesetzliche Regelung der Leichenspende 1997D: Transplantationsgesetz 2008USA: President‘s Council on Bioethics: „Controversies in the Determination of Death“

100 Hirntod – Diagnose 1. Dokumentierter Verlauf einer Verletzung Keine Unterkühlung, Vergiftung, Kreislaufschock… 2. Vollständiges Koma Glasgow Coma Scale 3. Keine Hirnstammreflexe Würgereflex Hustenreflex Kornealreflex Pupillenreflex Vestibulookulärer Reflex 4. Keine Anzeichen einer Atmung beim Apnoe-Test

101 Apnoe-Test Grundlagen: Hirnstamm => medulläres Atemzentrum; bei Hirnschädigung → Ausfall → keine eigene Atmung mehr → Beatmungsmaschine Durchführung: 1. ~10 min Beatmung mit 100% O 2 2. Respirator wird abgeschaltet, CO 2 im Blut steigt = physiologischer Trigger für Atmung 3. Keine Spontanatmung = Verlust der Eigenatmung Problem: zu hohes CO 2 wirkt wie Gift auf die Körperzellen -> u.a. Blutdruckabfall… -> schon „angeschlagenes“ Gehirn wird noch weniger mit Blut / O 2 versorgt,… Dass beim gesunden Menschen diese chemische Regulation vorhanden ist, heißt nicht, dass es auch im selben Ausmaß beim meistens schwerverletzten „hirntoten Patienten“ funktioniert.

102 Andere neuronale Krankheitsbilder a. Anenzephalie Starke Missbildung / keine Ausbildung von Gehirngewebe Atmung, Schlucken, Grimassen bei Schmerz, Weinen, Gähnen, Kein Gehirn → kein Bewusstsein (?!) Begehrte Transplantationsquelle, (noch) nicht erlaubt Analogie zum Großhirn - Hirntod

103 b. Locked – in – Syndrom Gehirnzentren und Verbindungssysteme sind intakt, aber die wegführenden motorischen Leitungsbahnen sind unterbrochen Schmerzwahrnehmung, Hör- und Sehvermögen, Sensibilität, Bewusstsein meist normal Vollständige Bewegungslosigkeit (auch Atmung), außer vertikaler Blickbewegungen und Augenlid – Bewegungen Analogie zu Hirnstamm – Hirntod Können aufgrund spezieller Hilfsmittel zu kommunizieren lernen c. Apallisches Syndrom Synonym: Wachkoma, Persistant Vegetative State Funktioneller Ausfall / Zerstörung der gesamten Großhirnrinde,… aber Spontanatmung vorhanden Können Jahrzehnte überleben Patienten wirken wach, haben wahrscheinlich kein Bewusstsein ← es gibt keine plausiblen Tests dafür

104 Lebensende Herztod Hirntod Euthanasie/Sterbehilfe aktiv – Tötung auf Verlangen passiv – Zulassen des Sterbens indirekt- Schmerzmedikamente Patientenverfügung - Gesetz

105 Psychiatrie – Theologie „Während die Psychiatrie von den philosophisch- anthropologischen Bemühungen profitierte, läßt sich Entsprechendes für die Beziehungen zwischen Psychiatrie und Theologie nicht feststellen. Von den Weltreligionen ist wenig Einfluß auf die Psychiatrie ausgegangen, und die Psychiatrie befaßte sich wenig mit der Religiosität der Patienten.“ R. Tölle, Psychiatrie, Berlin-Heidelberg-NewYork u.a , 12.

106 „Die Gründe hierfür dürften sowohl in der medizinisch-positivistischen Einstellung der traditionellen Psychiatrie als auch in dem Unverständnis und der Abwehr liegen, mit denen Theologie und Kirchen auf die Triebthematik und die Religionskritik der Psychoanalyse reagierten. Die heutige klinische Psychiatrie versucht, die Religiosität des Patienten in ihrer existentiellen Bedeutung zu beachten.“

107 Anthropologien - Ethiken Philosophische Theologische Jüdische Christliche Muslimische Hinduistische Buddhistische

108 Aus der Sache heraus …………

109 Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit Schöne Ferien


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