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© Birgit Langbein 2005 Mediengestaltung: Typographie LE1 1 Mediengestaltung Eine Vorlesung an der FHTW Berlin Birgit Langbein.

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1 © Birgit Langbein 2005 Mediengestaltung: Typographie LE1 1 Mediengestaltung Eine Vorlesung an der FHTW Berlin Birgit Langbein

2 © Birgit Langbein 2005 Mediengestaltung: Typographie LE1 2 Inhalte der Vorlesung 1. Einführung 2. Typographie 3. Layout 4. Farbe 5. Bildgestaltung 6. Web- und Screendesign Leistungsnachweis: Konzeption, Entwurf und Umsetzung einer Website anhand eines Fallbeispiels. Inhalte der Vorlesung

3 © Birgit Langbein 2005 Mediengestaltung: Typographie LE1 3 Lernziele Sie kennen gestalterische Grundregeln der Typographie und des Layouts und können sie bei der Erstellung von Print- und Bildschirmdokumenten anwenden. Sie kennen wesentliche Anforderungen an das Screen- und Web-Design. Sie sind in der Lage, diesen Anforderungen bei einem Web-Projekt gerecht zu werden, bzw. vorhandene Web-Sites unter verschiedenen Aspekten zu überprüfen und zu bewerten. Sie können eine Web-Site konzipieren in Bezug auf das graphische Konzept, die Benutzerführung und Funktionen.

4 © Birgit Langbein 2005 Mediengestaltung: Typographie LE1 4 Begriff Mediengestaltung n Begriff „Medien“ Medium Mittel zur Darstellung bzw. Übertragung von Informationen z. B. Text-, Bild-, Audio-, Videodokument Medien/Media Plural von Medium  Begriff „Gestaltung“ Herstellung einer visuellen Ordnung Gestaltung kann zweckgerichtet oder rein dekorativ sein

5 © Birgit Langbein 2005 Mediengestaltung: Typographie LE1 5 Lehreinheit 1 Typographie

6 © Birgit Langbein 2005 Mediengestaltung: Typographie LE1 6 Begriff (1)  Herleitung typos: Eindruck, Muster, Bild graphia (altgr.): Schreiben, Darstellen, Beschreiben  kulturhistorisch sämtliche Bereiche der Buchdruckerkunst: vom Schriftentwurf, über den Letterguss, den Methoden zur drucktechnischen Vervielfältigung, bis hin zur formalen Gestaltung der Druckwerke  gegenwärtig: bedingt durch technischen und gesellschaftlichen Strukturwandel keine allgemeingültige Definition mehr

7 © Birgit Langbein 2005 Mediengestaltung: Typographie LE1 7 Typographie beinhaltet heute I. Lehre der historischen und neueren Schriftgeschichte, die Klassifikation von Druck- und Screenschriften sowie deren kunstgeschichtliche Zuordnung; II. das Wissen über Betrachtungs- und Lesegewohnheiten; III. die Lehre von der ästhetischen, künstlerischen und funktionalen Gestaltung von Buchstaben, Satzzeichen und Schriften sowie deren Anwendungen in Druckwerken, in digitalen Medien und im dreidimensionalen Raum; IV. die Lehre, Sprache und Gedanken mittels maschinell bzw. digital reproduzierbarer Schriften sichtbar und den Anforderungen entsprechend optimal lesbar oder verständlich zu machen; V. die visuelle Gestaltung eines Druckerzeugnisses, einer Multi-Media-Arbeit oder einer dreidimensionalen Oberfläche in der Art, dass Inhalt und Schrift sowie die Anordnung von Text und Bild ein optisch und didaktisch befriedigendes Ganzes ergeben; VI. die Kenntnisse von der handwerklichen, druck- und programmtechnischen Implementierung einer Schriftsatzarbeit. In der gestalterischen Typographie differenziert man grundsätzlich zwischen: Makrotypographie = Gesamtkomplex einer gestalterischen Schriftsatzarbeit und Mikrotypographie = Gestaltung und Anwendung der Schrift.

8 © Birgit Langbein 2005 Mediengestaltung: Typographie LE1 8 Schriftentwicklung  Höhlenmalereien von vor über Jahren: älteste Zeugnisse menschlicher Zeichenkunst, wurden in den Felsen geritzt, gehauen oder aufgemalt.  Sie dienten nicht der direkten Mitteilung und stehen nicht in direkter Beziehung zu ausgesprochenen Silben oder Wörtern. Deshalb gelten sie nicht als Vorläufer von Schrift.

9 © Birgit Langbein 2005 Mediengestaltung: Typographie LE1 9 Schriftentwicklung Ein gemeinsamer Ursprung?  etwa 5000 v.Chr., in der Gegend des Mittleren Orient, der „erste Schreiber“  Schematische Darstellung von Objekten und Aktionen in Bildzeichen  durch Aneinanderreihung der Bildzeichen konnte Gedankenverlauf darstellt werden  Bilderschriften sind Ausgangspunkt der Sprachfixierung.  Allen Schriften haben sich mit Sicherheit aus Bilderschriften entwickelt.  Obwohl einige Zeichen bei vielen Völkern übereinstimmen, kann man keine gemeinsame Urschrift feststellen. Übereinstimmende Zeichen: Sichel (Mond), Dreieck (Berg) und Welle (Wasser)

10 © Birgit Langbein 2005 Mediengestaltung: Typographie LE1 10 Schriftentwicklung n Zeichen: alles, was aufgrund einer vorher vereinbarten sozialen Konvention als etwas aufgefasst werden kann, das für etwas anderes steht. (Eco, Morris) Zeichen ist Index oder Folge (Folgeverhältnis) von etwas z. B. Rauch wäre ein Zeichen für Feuer. Zeichen ist Ikon, wenn seine Beziehung zum Gegenstand auf einem Abbildverhältnis (Ähnlichkeit) basiert. Das Icon ist ein Zeichen mit direktem visuellen Zusammenhang zum Objekt. (z. B. Zeichen für Fluchtweg, Gift, Radioaktivität ) Zeichen ist Symbol, wenn es weder auf Folgeverhältnis noch auf Ähnlichkeit basiert, etwas das über sich selbst hinausweist. (z. B. Kennzeichen, Wahrzeichen, Abzeichen, Sinnbild, (Erkennungs-)Marke, (Ausweis-)Karte, Bezeichnung, Schriftzeichen.

11 © Birgit Langbein 2005 Mediengestaltung: Typographie LE1 11 Schriftentwicklung Verschiedene Entwicklungen Das neuzeitliche Zeichen für "Pferd“ Chinesisch: trotz Systematisierung auch heute noch eine Bilderschrift (pictographisches System). Lateinisch: Aus Bildern wurden durch starke Vereinfachung abstrakte Zeichen, die für eine Silbe oder einzelnes Phonem stehen (phono- graphisches System). Das archaische Zeichen für "Pferd“ Von der Hieroglyphe zum Buchstaben "A“

12 © Birgit Langbein 2005 Mediengestaltung: Typographie LE1 12 Schriftentwicklung n Schriftzeichen: Symbole, die entweder Laute (Alphabete und Silbenschriften) oder ganze Worte und Wortgruppen repräsentieren. Konventionen legen die Beziehung der Schriftzeichen zu der jeweiligen Sprache fest. Pictograhisches System: die Zeichen stehen für Objekte (z. B. Rind, Haus, Kamel), Phonografisches System: Die Zeichen stehen für Laute, die in der Kombination Worte für Begriffe ergeben. Im Unterschied zur Silbenschrift stehen die Zeichen des Alphabetes in der Regel für jeweils nur ein Phonem. –Ein Alphabet ist eine Menge von Zeichen zur Abbildung von Lauten einer Sprache.

13 © Birgit Langbein 2005 Mediengestaltung: Typographie LE1 13 Schriftentwicklung „Grammatik“ von Bilderschriften (1) Bildzeichen als Ideenzeichen (Ideogramme) Bildzeichen als reine Objektzeichnungen Ein Piktogramm ist ein einzelnes Bildsymbol, das eine Information durch vereinfachte grafische Darstellung vermittelt. Ein Ideogramm ist ein Schriftzeichen, das einen Begriff darstellt und dabei symbolische Zeichen für abstrakte Begriffe verwendet oder sich aus zwei oder mehreren Piktogrammen zusammensetzt.

14 © Birgit Langbein 2005 Mediengestaltung: Typographie LE1 14 Determinative: durch Kombination mit anderen Zeichen erhält dasselbe Zeichen unterschiedliche Bedeutungen. Schriftentwicklung „Grammatik“ von Bilderschriften (2) Die Bildzeichen werden immer weiter zum Symbol abstrahiert, zu Wortbild-Zeichen. Bildzeichen mit abstrakten Inhalten (für die es keine VorBilder in der Natur gibt )

15 © Birgit Langbein 2005 Mediengestaltung: Typographie LE1 15 Lautschrift (Phonogramm) Um den Prozess des Schreibens und des Lesens zu vereinfachen, begann man die Zahl der Zeichen zu reduzieren. Für Wörter desselben Klanges benutzte man nur noch ein Schriftzeichen. Durch das Zusammenfügen von zwei Zeichen, erhielt man einen abstrakten Begriff. Spiel Öffnen Sie den zusammengerollten Zettel. Lesen Sie den Begriff und stellen Sie auf dem kleinen Zettel diesen Begriff bildlich dar. Geben Sie das Ergebnis Ihrem Nachbarn zum Entschlüsseln. Schriftentwicklung „Grammatik“ von Bilderschriften (3)

16 © Birgit Langbein 2005 Mediengestaltung: Typographie LE1 16 Bilderschriften: Beispiele Sumerische Bilderschrift  Sumerer, 4. Jahrtausend v. Chr., Handel treibendes Volk zwischen Euphrat und Tigris: stark stilisierte Zeichen, hauptsächlich für wirtschaftliche Mitteilungen  Material und Werkzeug verändern die Schrift Durch dreieckige Griffel entstand die Keilschrift.  durch 3 Jahrtausende, unter Einfluss von Nachbar- völkern, Veränderung der Keilschrift, u. a. Reduzierung der Zeichen von 2000 auf 500 durch Zuordnung phonetischer Laute zu einzelnen Zeichen und Kombination

17 © Birgit Langbein 2005 Mediengestaltung: Typographie LE1 17 Bilderschriften: Beispiele Hieroglyphen (ägyptische Bilderschrift)  etwa 3000 v.Chr. von Priestern geschaffen  eingemeißelt in riesige Monumente  Hieroglyphen dienten weniger der Mitteilung, sondern der Aufzeichnung von religiösen und geschichtlichen Texten.  Entwicklung zu einer "Schreib- schrift ": die hieratische Schreibweise als erste „Kursive“  Werkzeug: Rohrpinsel auf Papyrus  Ansätze zu einer Silbenschrift

18 © Birgit Langbein 2005 Mediengestaltung: Typographie LE1 18 Bilderschriften: Beispiele n Chinesische Bilderschrift Tausende Schriftzeichen gehören heute zur chinesischen Schrift und kein Ende ist in Sicht... Die Silben sind oft mehrdeutig und erfordern immer Kombinationen mit anderen Zeichen. Markantes Merkmal Unterbrochene Bogen- und Kreisformen, die von der Handhabung des Pinsels herrühren.

19 © Birgit Langbein 2005 Mediengestaltung: Typographie LE1 19 Buchstabenalphabet Das phönizische Konsonanten- Alphabet (1200 v.Chr.)  Erstes Volk, dessen Schriftsystem alle Konsonanten (22) seiner Sprache durch einfache Schriftzeichen wiedergeben konnte.  Verbreitete sich stark und wurde von den Griechen komplett übernommen.

20 © Birgit Langbein 2005 Mediengestaltung: Typographie LE1 20 Antike Schriften Das griechische Alphabet (800 bis 500 v.Chr.)  Konsonanten aus dem Semitischem, die nicht gebraucht wurden, formte man zu den für die europäische Sprachen so wichtigen Vokalen um.  Weitere Veränderung: Man schrieb bis dahin, wie auch heute noch bei den semitischen Völkern, von rechts nach links, danach von links nach rechts Die griechische Kapitalis: Vorteil: Klare geometrische Formen, gut unterscheidbar. Nachteil: Noch keine Worttrennungen bekannt, dadurch schwer zu lesen. Das griechische Zeichensystem bildet das Stammalphabet aller abendländischen Schriftarten.

21 © Birgit Langbein 2005 Mediengestaltung: Typographie LE1 21 Antike Schriften Das römische Inschriftenalphabet (Capitalis monumentalis 100 n.Chr.)  Italische Stämme, z. B. die Etrusker, übernahmen das griechische Alphabet und entwickelten es entsprechend ihrer Sprache weiter.  Die Römer unterwarfen sich die italischen Stämme und übernahmen das Alphabet von den Etruskern.  Die Lesbarkeit verbessert sich durch die feine Interpunktion zwischen Wörtern und Sätzen. Das klassische Rom prägte die Form unserer heutigen Großbuchstaben. Mit flachpinselartigem Werkzeug wurde die Schrift auf Stein aufgetragen. Es entstanden dabei breite und schmale Striche, aber auch schwellende Kurven. Anschließend wurde die Schrift in Stein gemeißelt. Durch diese Meißeltechnik entstanden vermutlich die Serifen.

22 © Birgit Langbein 2005 Mediengestaltung: Typographie LE1 22 Begriffe  Serifen Serifen sind die häkchenartigen Enden an Buchstaben. Serifen verbessern die Lesbarkeit, da sie das Auge lenken.  Kapitalis Unter Capitalis Romana versteht man die Versalien-Schrift der Römer, die in Stein gehauen wurde. Von dieser Schrift lassen sich alle Antiqua-Schriften ableiten. Ein besonders berühmtes Beispiel ist die Schrift der Trajanssäule. Für den Alltagsgebrauch besaßen die Römer zudem eine Kursivschrift.  Antiqua Bezeichnung für alle Schriften, die sich von der alten (so die wörtliche Übersetzung aus dem Lateinischen) römischen Kapitalis her ableiten  Versalien Versalien (von lat. versus = "Zeile") sind die Großbuchstaben des Alphabets. Sie werden auch als Majuskeln (lat. major = "größer") bezeichnet.

23 © Birgit Langbein 2005 Mediengestaltung: Typographie LE1 23 Antike Schriften: handschriftliche Varianten der römischen Capitalis (4. Jh.) Capitalis quadrata Im Gegensatz zur steingehauenen Schrift entstand sie als Buchschrift. Geschrieben wurde auf Pergament, Leinwand oder Papyrus. Dabei wurde die Meißelschrift streng nachgeahmt Capitalis rustica Einfacher und schneller zu schreibende Form der „quadrata“. Nahezu 1000 Jahre wurde sie fast unverändert als Auszeichnungsschrift verwendet.

24 © Birgit Langbein 2005 Mediengestaltung: Typographie LE1 24 Um 400: Unziale als Buchschrift, Römische Kursiv als Schreibschrift  Unzial-Schriften, vom 4. bis ins 12. Jh. benutzt, in dieser Zeit vollzog sich die Umbildung von Versalien zu Gemeinen.  Ausbreitung des Christentums führte zu einem allgemeinen Stilwandel. Der romanische Stil mit seinen Rundbögen verdrängte die römische Monumentalarchitektur, das Prinzip der Rundung setzte sich in der Schrift fort.  Buchstabenformen vereinfachten sich und bildeten Ober- und Unterlängen.  Ab 500: Die römische Kursiv setzte sich als schnell zu schreibende Gebrauchsschrift durch.

25 © Birgit Langbein 2005 Mediengestaltung: Typographie LE1 25 Karolinger Minuskel n entstanden um 800 in den Schreibklöstern Karl des Großen n Ausgewogener Schriftduktus, Wortbilder durch deutliche Abstände gut erfassbar.

26 © Birgit Langbein 2005 Mediengestaltung: Typographie LE1 26 Gotische Schrift  1163 wurde mit dem Bau der Kathedrale Notre-Dame in Paris begonnen.  Ausdruck des gotischen Stilempfindens, veränderte auch das Schriftbild der „Karolinger Minuskel“.  Buchstaben wurden steiler aufgerichtet und enger zusammengestellt – das Vertikalprinzip wie in der Architektur.  Buchstaben wurden an den Enden eckig gebrochen.  Zeilenabstände wurden verkleinert.  Das Schriftbild verdunkelte sich und bildete ein rautenförmiges Gewebe.  Feierlicher, andächtiger Charakter. Die Lesbarkeit verschlechterte sich! oben Gotische Schrift. links Die Veränderung der Karolinger Minuskel zum gotischen Stil.

27 © Birgit Langbein 2005 Mediengestaltung: Typographie LE1 27 Renaissance-Schriften Die Wiederentdeckung römischer und griechischer Stile  In Italien setzte sich der gotische Spitzbogenstil nicht so recht durch.  Mitte des 14. Jahrhunderts: Abkehr vom Allmachtsanspruch der Kirche und der mittelalterlichen Kunst. Alte römische und griechische Manuskripte wurden wiederentdeckt. Wegen ihrer klaren und hellen Gestalt wurde die „Karolinger Minuskel“ als „Römische Urschrift“ betrachtet.  Minuskel und Capitalis Monumentalis bildeten die entscheidende Vorlage bei für italienische Renaissanceschrift. Diese „Antiquaschrift“ beruht also auf 2 Alphabeten, der Capitalis als eigenständige Buchstabenschrift und der Minuskel als Kleinbuchstabenschrift.  Markante Veränderungen: Die Kleinbuchstaben bekommen feine Serifen. Substantive werden fortan groß geschrieben. Bessere Lese-Eigenschaften. n Mit der Renaissance-Antiqua entstand ein Schriftsystem, das sich in seiner Lesbarkeit kaum mehr verbessern ließ.

28 © Birgit Langbein 2005 Mediengestaltung: Typographie LE1 28 Renaissance-Schriften Die Renaissance-Antiqua

29 © Birgit Langbein 2005 Mediengestaltung: Typographie LE1 29 Schriftentwicklung bis zur Gegenwart Nur noch stilistische Wandlungen...  Fortan war die Schriftentwicklung lediglich kontinuierlichen stilistischen Wandlungen unterworfen: über Barock-Antiqua bis hin zur Antiqua des Klassizismus.  Im 18. Jhd. wurden Groteskschriften (serifenbetonte und serifenlose Linearantiqua) zunächst nur für Auszeichnungen entwickelt. Um die Jahrhundertwende wurden sie jedoch weiter verbessert, so dass für sie für den Mengensatz tauglich waren.  Heute scheint die Entwicklung der perfekten Gebrauchsschriften abgeschlossen zu sein.  Seit Anfang der 80er Jahre wird Schrift nicht nur als Kommunikationsmittel, sondern auch als Ausdrucksmedium verwendet. (von oben) Renaissance Barock Klassizismus

30 © Birgit Langbein 2005 Mediengestaltung: Typographie LE1 30 Klassifikation von Schriften  Die Klassifikation von Druckschriften in der DIN-Norm (DIN ) orientiert sich teilweise an historischen Entwicklungsschritten. Beispiele: Gruppe Renaissance-Antiqua Gruppe Barock-Antiqua...  Die Einordnung von Schriften in diese Gruppen bzw. Schriftklassen erfolgt aber nach rein stilistischen Kriterien. Grund: Auch heute noch werden Renaissance-Schnitte überarbeitet oder „neu“ entworfen und unter neuem Namen auf den Markt gebracht. Beispiel: Schrift „Palatino“ von Hermann Zapf 1950

31 © Birgit Langbein 2005 Mediengestaltung: Typographie LE1 31 Klassifikation von Schriften IVenezianische Renaissance-Antiqua IIFranzösische Renaissance-Antiqua IIIBarock-Antiqua IVKlassizistische Antiqua VSerifenbetonte Linearantiqua VISerifenlose Linearantiqua VIIAntiquavarianten VIIISchreibschriften IXHandschriftliche Antiqua XGebrochene Antiqua XIFremde Schriften

32 © Birgit Langbein 2005 Mediengestaltung: Typographie LE1 32 Klassifikation von Schriften Venezianische und französische Renaissance-Antiqua Charakteristik  ausgerundete, nach beiden Seiten aus- laufende Serifen (veniz.), oder gekehlt (frz.)  die Serifen sind konkav  Die Abschlüsse der Kleinbuchstaben- Oberlängen sind schräg.  Achsen der runden Buchstaben leicht nach links geneigt  Bei der Venezianischen Renaissance-Antiqua liegt der Querstrich des „e“ schräg, bei der französischen waagerecht. Schriften: Garamond, Palatino, Centauer, Sabon, Meridien, Michelangelo, Van Dijk, Bembo, Diethelm, Trump Venez. Antiqua Franz. Antiqua

33 © Birgit Langbein 2005 Mediengestaltung: Typographie LE1 33 Klassifikation von Schriften Venezianische und französische Renaissance-Antiqua Hintergrund  Entstanden durch die geistige Neuorientierung im 15. Jh. und der Wiederentdeckung der Antike.  Jenson-Type: Nicolas Jenson entwickelte 1470 die erste vollendete Renaissance-Antiqua ohne gotische Elemente.  Bembo-Type: Aldus Manutius schuf um 1500 erste Kursive. (Versalien waren nicht kursiv)  Claude Garamond (Stempelschneider und Schriftengießer) vollendete die Renaissance-Antiqua. Entwarf u. a. Kursive mit erstmals schräggestellten Versalien.  Um 1445 epochale Erfindung des mechanischen Buchdrucks mit Hilfe von bewegliche Lettern aus Metall durch Gutenberg.

34 © Birgit Langbein 2005 Mediengestaltung: Typographie LE1 34 Klassifikation von Schriften Barock-Antiqua (Übergangsantiqua) Charakteristik  Weniger gerundete, feinere Serifen  Abschlüsse der Oberlängen bei Kleinbuchstaben flacher  Achsen der runden Buchstaben senkrecht  betontere Gegensätze in der Strichführung, zwischen Haupt- und Haarstrich (Kontrast) Schriften Baskerville, Caslon, Castellar, Fournier, Fleischmann, Janson, Times, Concorde

35 © Birgit Langbein 2005 Mediengestaltung: Typographie LE1 35 Klassifikation von Schriften Barock-Antiqua (Übergangsantiqua) Hintergrund Blütezeit um 1750 Schriftbild wurde enger und kontrastreicher, die Serifen feiner profiliert erste Impulse von van Dyck (holländischer Stempelschneider) im 17. Jahrhundert. Janson (Leipzig), Caslon (England) und Fournier (Frankreich) griffen diese hollandischen Entwürfe auf und entwickelten sie weiter Schrift „Times“ in den 30er Jahren von Stanley Morison für die Zeitung TIMES entwickelt, ist stilistisch eine Barock-Antiqua und wurde zur meistverwendetsten Schrift ihrer Klasse. Barock- Antiqua

36 © Birgit Langbein 2005 Mediengestaltung: Typographie LE1 36 Klassifikation von Schriften Barock-Antiqua (Übergangsantiqua) Times New Roman Die wohl bekannteste Schrift der Barock-Antiqua- Klasse: Die Times New Roman erschien erstmals am 3. Oktober 1932 in der Times. Erst vierzig Jahre später, unter drastisch veränderten Druckbedingungen, wurde sie durch eine andere ersetzt. Obwohl ursprünglich für den Zeitungsdruck geschaffen, verbreitete sie sich nach der Herausgabe 1933 für die allgemeine Verwendung schnell. Stanley Morison (1889–1967)

37 © Birgit Langbein 2005 Mediengestaltung: Typographie LE1 37 Klassifikation von Schriften Klassizistische Antiqua Charakteristik  Extrem feine Serifen.  Abschlüsse der Oberlängen waagerecht.  Achse der runden Buchstaben senkrecht.  Starker Kontrast: kräftiger Abstrich/Haarstrich. Schriften Amati, Bodoni, Didot, Madison, Normande, Saphir, Smaragd, Thorne, Verdi-Versalien, Walbaum Bodoni

38 © Birgit Langbein 2005 Mediengestaltung: Typographie LE1 38 Klassifikation von Schriften Klassizistische Antiqua Hintergrund  Ende des 18. Jh. Auswirkung des Kupferstiches auf die Schriftgestaltung:  Buchstaben wurden eingraviert in eine Kupferplatte. Farbe wurde aufgetragen und abgewischt. Unter starkem Druck nahm aufgelegtes feuchtes Papier die Farbe aus den Vertiefungen an. Dadurch waren sehr feine Haarstriche möglich.  Berühmtester Vertreter – die Schrift Bodoni, die in kleinen Schriftgraden für den Mengensatz aber ungeeignet ist.  Die klassizistische Antiqua war der Abschluss einer jahrhundertelangen Entwicklung der Buchschrift. Klassizistische Antiqua

39 © Birgit Langbein 2005 Mediengestaltung: Typographie LE1 39 Klassifikation von Schriften Klassizistische Antiqua Beispiel Klassizistische Antiqua

40 © Birgit Langbein 2005 Mediengestaltung: Typographie LE1 40 Klassifikation von Schriften Serifenlose Linearantiqua Charakteristik Keine Serifen und Ansätze. Optisch gleichbleibende Strichdicke. Schriften Akzidenz-Grotesk, Antiqua Olive, Bauhaus, Folio, Echo, Eras-Grotesk, Formata, Futura, Gill, Headline, Helvetica, Eurostyle, Maxima, Pergament, Signum, Super-Grotesk, Syntax- Antiqua, Univers, Frutiger

41 © Birgit Langbein 2005 Mediengestaltung: Typographie LE1 41 Klassifikation von Schriften Serifenlose Linearantiqua Hintergrund  1816 wurde die erste serifenlose Linearantiqua von William Caslon in London veröffentlicht, die aber nur aus Versalien bestand.  Nach einigen Versuchen der Namensfindung wurde sie GROTESK benannt.  Erst ab Mitte des 19. Jh. setzte sie sich durch, aber erst nachdem Gemeine dazugekommen waren.  In Amerika wurde sie unter der Bezeichnung GOTHIC verwendet.  Älteste heute noch gebräuchliche serifenlose Linearantiqua: Akzidenz-Grotesk, die 1900 entstand. Aus ihr gingen die Helvetica und die Folio hervor. Gegenwart:  Die Serifenlose Linearantiqua ist eine in vielen Varianten weit verbreitete Schrift

42 © Birgit Langbein 2005 Mediengestaltung: Typographie LE1 42 Klassifikation von Schriften Serifenbetonte Linearantiqua Charakteristik  Egyptienne: Übergänge zu Serifen eckig.  Clarendon: Übergänge zu Serifen gerundet.  Italienne: Serifen stärker als Grundstrich senkrechte Achse der Rundungen Anstriche sind waagrecht angesetzt. Oberlängen der Kleinbuchstaben sind identisch mit der Versalhöhe Serifenbetonte Linearantiqua Boton von Albert Boton (1986)

43 © Birgit Langbein 2005 Mediengestaltung: Typographie LE1 43 Klassifikation von Schriften Serifenbetonte Linearantiqua Hintergrund Die ersten Schnitte dieser neuen Reklame- und Auszeichnungsschriften kamen aus England: gezeigt 1815 von Figgins als serifenbetonte Linearantiqua. Sie wurde in den 30iger Jahren auch „Egyptienne“ genannt. Heute unterscheidet man je nach Aussehen (besonders der Serifen) Egyptienne, Clarendon, Italienne. Schriften Egyptienne American Typewriter, Beton, City, Lubalin Graph, Memphis, Rockwell, Serifa, Stymie Clarendon Clarendon, Impressum, Melior, Volta Italienne Figaro, Hidalgo, Memory, Old Towne, Pro Arte

44 © Birgit Langbein 2005 Mediengestaltung: Typographie LE1 44 Klassifikation von Schriften Antiquavarianten Charakteristik Antiquavarianten sind individuell betonte Abwandlungen historischer Vorbilder. Schriften Calypso, Computer, Codex, Cooper, Delphin, Erler- Versalien, Flash, Goudy, Hammer-Unziele, American Typefounders, Hyperion, Liberta, Neuland, Optima, Oriente, Post-Antiqua, Stencil Hintergrund Nicht alle Schriften lassen sich eindeutig einordnen. Im 20 Jhd. entstanden viele eigenwillige Schriften, die Merkmale verschiedener Schriftklassen aufwiesen. Schrift Delphin von Georg Trump (1951) Antiquavarianten

45 © Birgit Langbein 2005 Mediengestaltung: Typographie LE1 45 Klassifikation von Schriften Schreibschriften Charakteristik Häufig leichte Schräglage, dynamischer Ausdruck, Aussehen von Schreibwerkzeug abhängig: Feder, Pinsel, Kreide etc. Schriften Allegro, Balzac, Boulevard, Choc, Compliment, Diskus, Gavotte, Grafik, Impuls, Konzept, Legende, Lithographia, Maxim, Mistral, Mustang, Paloma, Salto, Slogan, Stentor, Time-Script, Typoscript, Virtuosa Schreibschrift Schrift: Boulevard

46 © Birgit Langbein 2005 Mediengestaltung: Typographie LE1 46 Klassifikation von Schriften Schreibschriften Hintergrund  Drucktypen, die aus den sogenannten »lateinischen« Kurrent, Schul-und Kanzleischriften, aus individuellen Handschriften und künstlerischen Schriftentwürfen entstanden sind.  Ursprüngliche Schreibwerkzeuge:Spitzfeder, Breitfeder, Rundfeder,Pinsel oder Kreide. Schreibschrift

47 © Birgit Langbein 2005 Mediengestaltung: Typographie LE1 47 Klassifikation von Schriften Handschriften Charakteristik  Formen der Gruppe I-VI handschriftlich durch Federzug abgewandelt.  Antiqua-Schriften, die in persönlicher Weise vom Schriftkünstler handschriftlich abgewandelt worden sind.  Sie zeigen keine strenge stilistische Systematik wie alle anderen Antiqua- Schriften, sondern betont handschriftliche Originalität. Schriften Arkona, Delphin, Dom Casual, Express, Impuls, Justlefthand, Poppl-College, Post-Antiqua, Vivaldi Handschrift Dom Casual regular & bold

48 © Birgit Langbein 2005 Mediengestaltung: Typographie LE1 48 Klassifikation von Schriften Gebrochene Schriften Charakteristik  Alle Rundungen sind gebrochen Schriften sehen aus, als wären sie mit der Breitfeder geschrieben. Teilweise starker Kontrast fett:/fein. Teilweise feine Anstriche und Endstriche. Schräger Querstrich beim »e«.  Auch Deutsche Schriften genannt. Sammelgruppe für alle gebrochenen Schriften. Sie werden heute nur noch selten verwendet (als Headlineschriften). Nach ihren Erkennungsmerkmalen werden sie weiter unterteilt: Gothisch, Rundgotisch, Schwabacher, Fraktur

49 © Birgit Langbein 2005 Mediengestaltung: Typographie LE1 49 Klassifikation von Schriften Fremde Schriften Charakteristik In dieser Gruppe werden alle nichtlateinischen Schriften, wie z. B. griechische, hebräische, kyrillische, arabische, japanische, aber auch Bilderschriften eingeordnet. Fremde Schriften

50 © Birgit Langbein 2005 Mediengestaltung: Typographie LE1 50 Verwenden von Schriften Warum eine bestimmte Schrift auswählen?  Trotz abstrakter Zeichen sind die bildhaften Wurzeln der Buchstaben erhalten geblieben.  Buchstabenwahrnehmung und Wahrnehmung und Verarbeitung von Bildern erfordern die gleichen Gedächtnisprozesse!  Buchstaben und das Bild einer Schrift sind im Gedächtnis.  Je markanter ein Schriftzug, umso stärker die emotionale Bindung. (Beispiel: Markenschriftzug) Beispiele Markant und weniger markant

51 © Birgit Langbein 2005 Mediengestaltung: Typographie LE1 51 Verwenden von Schriften Tipps zur Schriftauswahl 1.Schrift entsprechend dem Inhalt wählen 2.Polaritätsprofil: Skala mit gegensätzlichen Eigenschaftspaaren erstellen. Beispiel:elegantplump lebendigruhig modernaltmodisch 3.Zuordnungen: 5 bis 10 Schriften Menschen, Objekten, Ideen oder Texten zuordnen

52 © Birgit Langbein 2005 Mediengestaltung: Typographie LE1 52 Verwenden von Schriften Zuordnung von Inhalten zu einer Schriftklasse  Renaissance-Antiqua klassische Literatur, Bibel, Gesangbücher, Geschäftsberichte Bank, freundliche Werbetexte, Kirchenflugblatt, Hochzeitseinladung, teurer Käse, würzige Suppe, Etikett für alten, edlen Schnaps, klassische Zigaretten, Herrenmode, Visitenkarte Management, Grundschrift für seriöse Tageszeitung, Zeitungskopf, Geisteswissenschaftliche- oder Literaturzeitschrift, Romane, Lehrbücher Geschichte, Kunstgeschichte, Reiseführer Italien, Paris; Beschriftung Konditorei  Barock-Antiqua sachliche, seriöse Zeitungen, Fachzeitschriften Literatur, Kunst, Grafik, Design, Architektur, Taschenbuch, Lexikon, Verzeichnisse, Bildbände, Ausstellungskataloge, Einladungen exquisites Abendessen, Visitenkarte karrierebewusster Männer Werbung für Autos der gehobenen Preisklasse

53 © Birgit Langbein 2005 Mediengestaltung: Typographie LE1 53 Verwenden von Schriften Zuordnung von Inhalten zu einer Schriftklasse  Klassizistische Antiqua Werbung für Antiquitäten, guten Whiskey, Luxusautos, Schmuck, teure Glaswaren, Visitenkarte für Frauen, Rechtsanwälte Romane, klassische Literatur, sprachbewusste Lyrik und Dichtung, Sinnsprüche, Frauenromane, Religionsbücher, Theaterprogramme, Zeitungen mit hohem Niveau und Ansehen, Zeitschriften für Literatur und Kultur, Liebesbriefe, Schild für Antiquitätenläden, gediegene Weinkarte, antiquierte Zigarettenschachtel, Traueranzeigen  Serifenlose Linearantiqua Formblätter, Handzettel, Preisschild, Leitsysteme, Headline Schulbücher (naturwiss.), Krimis, Reiseführer, Comics, Taschenbücher, Prosa, Headlineschrift Jugendzeitung, Sportteil, politische Propaganda, Plakate, CD- Cover, Verkehrsmittel, Headline Wirtschaftsmagazin

54 © Birgit Langbein 2005 Mediengestaltung: Typographie LE1 54 Verwenden von Schriften Zuordnung von Inhalten zu einer Schriftklasse  Serifenbetonte Linearantiqua Visitenkarte für Architekten,Tischler, Installateure, Broschüren Bauvorhaben, Männerschuhe, Gebrauchsanleitungen technisch, geschäftlicher Briefverkehr Headline für nüchterne und trockene Zeitungen, seriöse Zeitschriften für Naturwissenschaften, Computer, Finanzen, billige Romane, Krimis, naturwissenschaftliche Sachbücher Gewinnspiellose, kalter Energydrink, Wodka-Etikett, Schilder für Eisenwarenhandel, Informatik-Firmen

55 © Birgit Langbein 2005 Mediengestaltung: Typographie LE1 55 Verwenden von Schriften Schrift unterschiedlicher Schriftarten mischen  Ziele: formale Gliederung einer Schriftsatzarbeit durch Auszeichnung Zuordnung einer Schrift zum Inhalt, dadurch schnelleres Erfassen komplexer Inhalte und Auffinden bestimmter Textpassagen Ästhetische Aspekte Nachteil: gestalterischer Aufwand, Schriftressourcen müssen vorhanden sein  Methoden: Schriftart einer bestimmten Funktion oder Position zuweisen, z. B. Überschrift, Marginalien Der Duktus beider Schriften (Verhältnis Grundstrich und Haarlinien), die Strichstärke und das Verhältnis von Mittellänge zu Oberlänge sollten ähnlich sein. Nie Schriften einer Klasse mischen.  Das verträgt sich beispielsweise: Garamond/Frutiger, Times/Helvetica, New Century/Futura, Palatino/Avant Garde, Schreibschriften und Antiqua-Schriften  Anwendung: Geschäftsberichte, Firmenprospekte, wissenschaftliche Arbeit, Zeitungen/Zeitschriften

56 © Birgit Langbein 2005 Mediengestaltung: Typographie LE1 56 Verwenden von Schriften Schrift unterschiedlicher Schriftarten mischen

57 © Birgit Langbein 2005 Mediengestaltung: Typographie LE1 57 Anatomie der Buchstaben Typografische Bezeichnung einzelner Buchstabenteile

58 © Birgit Langbein 2005 Mediengestaltung: Typographie LE1 58 Anatomie der Buchstaben  Geviert Die Höhe eines Buchstabens von der Oberkante der Oberlänge (H-Linie) bis zur Unterkante der Unterlänge (p-Linie), umgesetzt auf die Horizontale. Unterteilung in Viertelgeviert, Drittelgeviert und Halbgeviert  Schrift im Bleisatz Dreidimensionaler Buchstabe aus der Zeit des Bleisatzes. Kegelgröße Schriftgröße Schriftgrad Fleisch Kegel Signatur Dickte (Breiten)

59 © Birgit Langbein 2005 Mediengestaltung: Typographie LE1 59 Schriftfamilie (Font) Als Schriftfamilie werden sämtliche Schnitte bezeichnet, in denen eine Schrift herausgekommen ist. Die Schriftschnitte unterscheiden sich in Schriftstärke (Strichstärken), Breite und Schriftlage. Abb.: Namens- und Zahlenschema, das Adrian Frutiger für seine Schrift "Univers" entwickelt hat.

60 © Birgit Langbein 2005 Mediengestaltung: Typographie LE1 60 Schriftfamilie (Font) Differenzierung nach Schriftschnitten  Die Bezeichnungen für den Schriftschnitt kann je nach Hersteller eines Programms variieren, neben der englischen und deutschen Bezeichnung existieren etliche Synonyme.  Schriftstärke und Schriftlage: Standardmäßig hat fast jede Schrift wenigstens einen fetten und einen kursiven Schnitt. "Oblique" weist auf eine, digital vom Programm erzeugte Schräglage hin. Echte Kursivschnitte haben dagegen handschriftlichen Charakter.  book: Ist immer meist noch etwas dünner als REGULAR und ist für Mengensatz konzipiert.  Tipp: Vorhandene Schnitte nutzen, Schrift nicht mit Computerprogrammen verzerren, da Verlust der Charakteristik.

61 © Birgit Langbein 2005 Mediengestaltung: Typographie LE1 61 Schriftsysteme (Corporate Fonts, Schriftsippe)  Eine Gruppe zusammengehöriger Schriften, umfasst meist Antiqua, Grotesk und/oder Egyptienne-Druckschriften  wurden typometrisch aus einem Grundkörper entwickelt  die Buchstaben haben die gleichen Proportionen und Grundformen, d. h. Mittellängen und Versalhöhen (p, - x, -H,- und k-Linien sind kalibriert  Keine Probleme beim Schrift-Mix, manche Schriftsysteme verfügen über die gleichen Dickten, Strichstärken und Grauwert  Schriftsysteme bewähren sich im Bereich des Corporate Designs besonders gut  werden als Trilogie (Antiqua, Grotesk, Egyptienne) oder Duale Schriftsysteme (Antiqua, Grotesk) angeboten  Beispiele: Corporate A-S-E (Kurt Weidemann, 1990) Officina ITC (Erik Spiekermann, Just van Rossum, 1990)

62 © Birgit Langbein 2005 Mediengestaltung: Typographie LE1 62 Schriftfamilie Schriftdesign, Schrift-Schnitte  Die verschiedenen Schnitte einer Schrift werden von den Schriftdesignern bei hochwertigen Schrift-Fonts aufwendig konstruiert und digitalisiert und stellen keine einfache Verzerrung des normalen Standardschnittes dar! Das macht eine hochwertige Schrift teuer beim Erwerb.  Bei „billigen“ Schriften gibt es meist nur wenige Schnitte zum Normal-Schnitt. Etwaige andere Schnitte werden dann meist mit dem Rechner durch bloße Verzerrung der Schrift erzeugt. Adobe Type Library: Agfa | Monotype: FontShop Berlin: ITC: Letraset: Linotype Library:

63 © Birgit Langbein 2005 Mediengestaltung: Typographie LE1 63 Schriftgröße/Schriftgrad  Der Schriftgrad bezeichnet die Größe einer Schrift.  Eine verbindliche Bemessungsgrundlage existiert aber nicht. Manche Hersteller von Schriften messen z. B. die Versalhöhe (von der Grundlinie zur H-Linie), andere von der Oberlänge (k-Linie) bis zur Unterlänge der Minuskel. Zur Zeit des Bleisatzes entsprach die Schriftgrad der Kegelhöhe (Buchstabenhöhe + Zuschlag oben und unten)  Schriftgrößen sind also kein Fixum! Sie variieren von Schrift zu Schrift und von System zu System, bzw. Hersteller.  Auch können Zeilenabstand und Laufweite einer Schrift diese größer oder kleiner wirken lassen. Ein fetter Schnitt wirkt neben einem normalen Schnitt immer etwas kleiner, weil die Buchstabeninnenräume kleiner sind.

64 © Birgit Langbein 2005 Mediengestaltung: Typographie LE1 64 Schriftgröße/Schriftgrad Maßeinheiten Die beiden wichtigsten sind heute der DTP-Punkt und der Didot-Punkt. Bildschirm- Typografie: Pixel

65 © Birgit Langbein 2005 Mediengestaltung: Typographie LE1 65 Quellen Adrian Frutiger „Der Mensch und seine Zeichen“ 3. Auflage 1991, Weiss Verlag GmbH, Dreieich Manfred Simoneit „Typographisches Gestalten“ Polygraph Verlag Frankfurt am Main 3. Auflage, 1989 Cyrus Dominik Khazaeli „Crashkurs Typo und Layout“ Rowohlt, 1995 Jürgen Gulbins, Christine Kahrmann „Mut zur Typographie“ Springer Verlag Berlin Heidelberg New York 2. Auflage, Das Lexikon der Deutsche Typographie beinhaltet Glossare über: typografie & werbung & suchmaschinen & internetsmilies & farben & musik


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