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Workshop „Gegen sexualisierte Gewalt im Sport“ Ort, Datum ReferentIn: Stand: 29. Mai 2014.

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Präsentation zum Thema: "Workshop „Gegen sexualisierte Gewalt im Sport“ Ort, Datum ReferentIn: Stand: 29. Mai 2014."—  Präsentation transkript:

1 Workshop „Gegen sexualisierte Gewalt im Sport“ Ort, Datum ReferentIn: Stand: 29. Mai 2014

2 2 Die Workshop-Materialien basieren zum größten Teil auf Materialien der Deutschen Sportjugend und wurden konkretisiert und angepasst für den Westdeutschen Handballverband.

3 Inhalte des Workshops Zahlen, Daten, Fakten Definition Informationen zu Opfern und Täter/-innen Sexualisierte Gewalt im Sport Umsetzung: Bausteine eines Präventionskonzepts Präventions- und Interventionsmaßnahmen Konkrete erste Schritte Methoden: Präsentation Diskussion 3

4 Ziele des Workshops Sensibilisieren Schwierigkeiten, Grenzüberschreitungen wahrzunehmen und zu thematisieren Informieren Formen sexualisierter Gewalt Möglichkeiten der Prävention Schritte der Intervention Motivieren und Maßnahmen entwickeln Umsetzungsmöglichkeiten im eigenen Verein/Verband Unterzeichnung des Ehrenkodex 4

5 Die Deutsche Sportjugend und der Deutsche Olympische Sportbund verurteilen auf‘s Schärfste jede Form von Gewalt und Macht- missbrauch gegen Kinder, Jugendliche und Erwachsene und fordern ihre Mitgliedsorganisationen auf, gemeinsam Gewalt vorzubeugen. Positionspapier des DOSB-Präsidiums, Wir haben zum einen die Verantwortung gegenüber unseren Mitgliedern, dass bei uns im Verband/Verein sexualisierte Gewalt erschwert wird, zum anderen haben wir auch die Pflicht, uns mit dem gesellschaftlichen Thema auseinanderzusetzen und Hilfen für unsere Mitglieder anzubieten, denen sexualisierte Gewalt außerhalb des Verbandes widerfährt oder widerfahren ist. Schreiben des WHV-Präsidiums, 2014

6 6 Im Sport gibt es viele „unscharfe“ Situationen Besonderheiten im Sport körperzentrierte sportliche Aktivitäten, Notwendigkeit von Körperkontakten spezifische Sportkleidung die „Umziehsituationen“ Rahmenbedingungen (Wettkampf/Fahrten mit Übernachtung) Rituale, wie Umarmungen z.B. bei Siegerehrungen Enge Bindung der Kinder und Jugendlichen an Trainerinnen und Trainer

7 7 Neutralisierungsstrategien „…war doch nicht so gemeint“ Das Problem wird von den Handelnden heruntergespielt. „…war doch nicht so schlimm“ oder „stell‘ dich nicht so an“ Die übergriffigen Handlungen werden als nicht so schwerwiegend bewertet. „…so was machen die, wenn sie groß werden“, „das gehört dazu“ Die Handlungen werden als normal für die Lebensphase bezeichnet.

8 Sportorganisation Was tun? Präventionskonzept erstellen und umsetzen Kultur der Aufmerksamkeit schaffen Professionelles Handeln im Krisenfall 8

9 9 Sexualisierte Gewalt – Definition Machtausübung, Unterwerfung, Demütigung mit dem Mittel der Sexualität Sexualisierte Gewalt

10 Sexualisierte Gewalt – Definition, Ausmaß und Formen Enge Auslegung: Sexuelle Nötigung oder Vergewaltigung, erzwungene sexuelle Handlungen, Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung, die im Strafgesetzbuch definiert sind (§174 – §184 StGB) 10

11 Sexualisierte Gewalt – Definition, Ausmaß und Formen Weite Auslegung: Auch sexuelle Belästigungen, das heißt sexualisierende Übergriffe durch Worte, Bilder, Gesten und sonstige Handlungen mit und ohne direkten Körperkontakt 11

12 macht mindestens einmal vor dem 18. Lebensjahr eine sexuelle Gewalterfahrung, die der Gesetzgeber als sexuellen Missbrauch, exhibitionistische Handlung, Missbrauch von Schutzbefohlenen, sexuelle Nötigung oder Vergewaltigung unter Strafe stellt. 12 Opfer von sexueller Gewalt Etwa jedes 4. bis 5. Mädchen und jeder 9. bis 12. Junge

13 Menschen mit Behinderung befinden sich oft in besonderen Lebenssituationen, gekennzeichnet durch Wehrlosigkeit, Hilflosigkeit und soziale Abhängigkeit, in denen Macht-, Abhängigkeits- und Vertrauensbeziehungen ausgenutzt werden können. 13 Sexuelle Gewalt an Menschen mit Behinderung Mädchen und Frauen mit Behinderung sind etwa doppelt so häufig von sexueller Gewalt betroffen wie Mädchen und Frauen ohne Behinderung Gewalt an Jungen und Männern wird oftmals nicht als solche erkannt Quelle: The World Disability Report – Disability ‘99. Genf, 1998

14 14 Täter und Täterinnen Definition Pädosexuell: Erwachsene mit einer ausschließlich oder überwiegend dauerhaften sexuellen Ausrichtung auf Kinder Zu beachten ist auch: sexualisierte Gewalt unter Kindern und Jugendlichen (peer-Gewalt) sexualisierte Gewalt unter Erwachsenen Aber nur ein Teil der Täter/-innen ist pädosexuell Es gibt unter den Täter/-innen auch Erwachsene mit einer primär sexuellen Orientierung auf Erwachsene Es gibt keine spezifischen äußeren Erscheinungsmerkmale!

15 Kontexte für sexualisierte Gewalt durch bekannte Täter/-innen EntblößenMissbrauch mit Körperkontakt andere sexuelle Handlungen Arbeitskontext Schulkontext E-K Schulkontext K-K Freizeit/ Sport E-K Nachbarn Enger Freundeskreis Bekannte/weiteres soziales Umfeld Erwachsene aus dem Umfeld der Eltern, Großeltern, Freunde Heim- und Pflegekontext Ex-Partner Medizinischer Kontext Priester Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) (2011): Erster Forschungsbericht zur Repräsentativbefragung Sexueller Missbrauch. 15

16 Strategien von Täter/-innen in Institutionen Sexualisierte Gewalt beginnt in der Regel nicht mit einem eindeutigen Übergriff Längere Anbahnungsprozesse Testen der Widerstandsfähigkeit des Opfers Aufbau eines engen Vertrauensverhältnisses zum Opfer, Eltern, Kolleginnen und Kollegen  unter solchen Bedingungen ist die Aufdeckung von sexualisierter Gewalt schwierig 16

17 Täter/-innen suchen gezielt Situationen, in denen sie auf leichte und unkomplizierte Weise (körperliche) Kontakte mit Kindern und Jugendlichen eingehen und aufbauen können. Daher besteht die Gefahr, dass sich Täter/-innen genau mit dieser Intention in Sportvereine begeben. 17

18 Risikoanalyse im Sport Körperzentriertheit Körperkontakt Kleidung Umkleide- u. Duschsituationen Rituale, Siegerehrungen Abgeschirmte Situationen Freizeiten, Wettkämpfe mit Anfahrt und Übernachtung 18

19 Risikoanalyse im Sport Hierarchien Kompetenz- u. Altersgefälle Geschlechterhierarchien stereotype Mediendarstellungen Leistungsorientierung 19

20 Erscheinungsformen sexualisierter Gewalt im Sport Verbale und gestische Übergriffe Übergriffe exhibitionistischer Art Verletzungen der Intimsphäre durch Eindringen in die Umkleiden und Duschen Grenzverletzung bei Kontrolle der Sportkleidung Übergriffe bei der Hilfestellung Direkte Formen sexueller Gewalt bis hin zur Vergewaltigung Quelle: Palzkill, B.. & Klein, M. (1998): Gewalt gegen Frauen und Mädchen 20

21 21 Angst, jemanden zu Unrecht zu beschuldigen Angst, weil ich die Konsequenzen einer möglichen Aufdeckung mittragen müsste Hilflosigkeit, weil mir nicht klar ist, wie ich den Verdacht bestätigen kann Unsicherheit im künftigen Umgang mit den Mädchen und Jungen Ekel und Abscheu beim Gedanken an die Missbrauchshandlungen Wut auf den Täter oder die Täterin Wut auf das Opfer, weil ich mich nun hilflos fühle Abwehr gegen den Missbrauchsverdacht, weil Handlungsdruck und Verantwortung für mich zu groß sind Gefühle von …

22 Zeit für Fragen/Anmerkungen Was war mir bekannt? Was ist mir neu? Was bewegt mich? Was ist mir nicht klar? 22

23 Sportvereine und -verbände haben rechtlich dafür einzustehen, dass die minderjährigen Sportlerinnen und Sportler nicht Opfer von sexualisierter Gewalt werden. Garantenstellung gegenüber Minderjährigen: Nicht die Tatsache, dass es in der eigenen Organisation zu Übergriffen kommen kann, diskreditiert eine soziale Einrichtung oder den Sportverein, sondern allenfalls ein unprofessioneller Umgang damit. 23

24 Sportorganisation Was tun? Präventionskonzept erstellen und umsetzen Kultur der Aufmerksamkeit schaffen Professioneller Umgang im Krisenfall 24

25 Sportorganisation Sexualisierte Gewalt enttabuisieren Wissen und Handlungs- kompetenzen entwickeln Sportliche Aktivitäten transparent gestalten Mädchen und Jungen stärken Eignung von Mitarbeiter/-innen überprüfen 25

26 Sportorganisation Beauftragte Leitbild, Satzungen, Ordnungen Sexualisierte Gewalt enttabuisieren 26

27 1. Sexualisierte Gewalt enttabuisieren  Verankerung im Leitbild, in der Satzung und in den Ordnungen des Vereins  Benennung von Beauftragten 27

28 ÜL Sportwart /-in Vorstand Beauftragte m/w Präsident /-in Verankerung der Beauftragten 28

29 Sportwart /-in Vorstand Beauftragte m/w Präsident /-in Verankerung der Beauftragten Expert/-innen 29 ÜL

30 Sportwart /-in Vorstand Beauftragte m/w Präsident /-in Verankerung der Beauftragten 30 Expert/-innen ÜL

31 Aufgaben der Beauftragten Wissensvermittlung im Verein Koordination u. Entwicklung des Präventionskonzeptes Erstellung eines Verhaltensleitfadens vertrauensvolle Ansprechpartner/-innen sein Aufbau von Kontakten u. Netzwerken in der Region Beschwerde-/Interventionsmanagement 31

32 Sportorganisation Beauftragte Leitbild, Satzungen, Ordnungen Sexualisierte Gewalt enttabuisieren Wissen und Handlungs- kompetenzen entwickeln Besprechungen Qualifizierung 32

33 2. Wissen und Handlungskompetenzen entwickeln  regelmäßige Besprechung bei Vereinssitzungen  vereinsinterne Qualifizierung  externe Qualifizierung 33

34 Sportorganisation Beauftragte Leitbild, Satzungen, Ordnungen Sexualisierte Gewalt enttabuisieren Wissen und Handlungs- kompetenzen entwickeln Besprechungen Qualifizierung Sportliche Aktivitäten transparent gestalten Teamarbeit Elternarbeit Verhaltensleitfaden 34

35 3. Sportliche Aktivitäten transparent gestalten  Teamarbeit und kollegiale Beratung  Transparenz in der Elternarbeit  Erarbeitung eines gemeinsamen Verhaltensleitfadens 35

36 Verhaltensleitfaden beinhaltet Regelungen zu folgenden Bereichen: Duschen mit minderjährigen Sportler/-innen Betreten der Umkleiden Durchführung von Freizeitaktivitäten Fahrten zu Auswärtsspielen und Trainingslagern Umgangsformen (angemessene Sprache etc.) 36

37 Sportorganisation Beauftragte Leitbild, Satzungen, Ordnungen Sexualisierte Gewalt enttabuisieren Wissen und Handlungs- kompetenzen entwickeln Besprechungen Qualifizierung Sportliche Aktivitäten transparent gestalten Team Elternarbeit Verhaltensleitfaden Mädchen und Jungen stärken Kinderrechte Partizipation 37

38 4. Mädchen und Jungen stärken  Aufklärung und Austausch über Kinderrechte  Mitbestimmung und Partizipation 38  Kultur des Vertrauens (erneut) schaffen

39 Sportorganisation Beauftragte Leitbild, Satzungen, Ordnungen Sexualisierte Gewalt enttabuisieren Wissen und Handlungs- kompetenzen entwickeln Besprechungen Qualifizierung Sportliche Aktivitäten transparent gestalten Team Elternarbeit Verhaltensleitfaden Mädchen und Jungen stärken Kinderrechte Partizipation Eignung von Mitarbeiter/-innen überprüfen Ehrenkodex Führungszeugnis 39

40 5. Eignung von Mitarbeiter/-innen überprüfen  Unterzeichnung des Ehrenkodex  Erweitertes Führungszeugnis im Präventionskonzept 40  Thematisierung bei neuen Mitarbeiter/-innen

41 Ehrenkodex Für alle ehrenamtlich, neben- und hauptberuflich Tätigen in Sportvereinen und -verbänden. Hiermit verspreche ich, ______________________________________________: Ich werde die Persönlichkeit jedes Kindes, Jugendlichen und jungen Erwachsenen achten und dessen Entwicklung unterstützen. Die individuellen Empfindungen zu Nähe und Distanz, die Intimsphäre und die persönlichen Schamgrenzen der mir anvertrauten Kinder, Jugendlichen und jungen Erwachsenen sowie die der anderen Vereinsmitglieder werde ich respektieren. Ich werde Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene bei ihrer Selbstverwirklichung zu angemessenem sozialen Verhalten anderen Menschen gegenüber anleiten. Ich möchte sie zu fairem und respektvollem Verhalten innerhalb und außerhalb der sportlichen Angebote gegenüber Mensch und Tier erziehen und sie zum verantwortungsvollen Umgang mit der Natur und der Mitwelt anleiten. Ich werde sportliche und außersportliche Angebote stets an dem Entwicklungsstand der mir anvertrauten Kinder, Jugendlichen und jungen Erwachsenen ausrichten und kinder- und jugendgerechte Methoden einsetzen. Ich werde stets versuchen, den mir anvertrauten Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen gerechte Rahmenbedingungen für sportliche und außersportliche Angebote zu schaffen. Ich werde das Recht des mir anvertrauten Kindes, Jugendlichen und jungen Erwachsenen auf körperliche Unversehrtheit achten und keine Form der Gewalt, sei sie physischer, psychischer oder sexualisierter Art, ausüben. Ich werde dafür Sorge tragen, dass die Regeln der jeweiligen Sportart eingehalten werden. Insbesondere übernehme ich eine positive und aktive Vorbildfunktion im Kampf gegen Doping und Medikamentenmissbrauch sowie gegen jegliche Art von Leistungsmanipulation. Ich biete den mir anvertrauten Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen für alle sportlichen und außersportlichen Angebote ausreichende Selbst- und Mitbestimmungsmöglichkeiten. Ich respektiere die Würde jedes Kindes, Jugendlichen und jungen Erwachsenen und verspreche, alle jungen Menschen, unabhängig ihrer sozialen, ethnischen und kulturellen Herkunft, Weltanschauung, Religion, politischen Überzeugung, sexueller Orientierung, ihres Alters oder Geschlechts, gleich und fair zu behandeln sowie Diskriminierung jeglicher Art sowie antidemokratischem Gedankengut entschieden entgegenzuwirken. Ich möchte Vorbild für die mir anvertrauten Kinder, Jugendlichen und jungen Erwachsenen sein, stets die Einhaltung von sportlichen und zwischenmenschlichen Regeln vermitteln und nach den Gesetzen des Fair Play handeln. Ich verpflichte mich einzugreifen, wenn in meinem Umfeld gegen diesen Ehrenkodex verstoßen wird. Ich ziehe im „Konfliktfall“ professionelle fachliche Unterstützung und Hilfe hinzu und informiere die Verantwortlichen auf der Leitungsebene. Der Schutz der Kinder und Jugendlichen steht dabei an erster Stelle. Ich verspreche, dass auch mein Umgang mit erwachsenen Sportlerinnen und Sportlern auf den Werten und Normen dieses Ehrenkodexes basiert. Durch meine Unterschrift verpflichte ich mich zur Einhaltung dieses Ehrenkodexes. __________________________________ Ort, Datum Unterschrift 41

42 Thematisierung bei neuen Mitarbeiter/-innen Ausführliche Besprechung des Ehrenkodex‘ Vorstellung des Präventionskonzepts Einschätzung der neuen Mitarbeiterin/des neuen Mitarbeiters  Unterstreichen der hohen Bedeutung der Prävention für den Verein 42

43 Erweitertes Führungszeugnis Ein Auszug aus dem Strafregister für Personen, die in kinder- und jugendnahen Bereichen tätig sind (nach §30a Bundeszentralregistergesetz) Träger der freien Kinder-und Jugendhilfe, also Jugendorganisationen im Sport können das Führungszeugnis als Maßnahme im Präventionskonzept nutzen. 43 Seit dem 01. Januar 2012 ist das Bundeskinderschutzgesetz in Kraft. Insbesondere die Änderungen von §72a im SGB VIII betreffen die Arbeit des organisierten Kinder- und Jugendsports. Die öffentlichen Träger der Kinder- und Jugendhilfe sollen mit den freien Trägern Regelungen für die Vorlage von erweiterten Führungszeugnissen treffen.

44 Sportorganisation Beauftragte Leitbild, Satzungen, Ordnungen Sexualisierte Gewalt enttabuisieren Wissen und Handlungs- kompetenzen entwickeln Besprechungen Qualifizierung Sportliche Aktivitäten transparent gestalten Team Elternarbeit Verhaltensleitfaden Mädchen und Jungen stärken Kinderrechte Partizipation Eignung von Mitarbeiter/-innen überprüfen Ehrenkodex Führungszeugnis 44 Konkretisierung

45 5 Schritte – Intervention bei sexualisierter Gewalt im Sportverein 1.Verdachtsäußerungen gewissenhaft prüfen 2.Mit externen Fachstellen kooperieren 3.Im besten Interesse des jungen Menschen handeln 4.Fürsorgepflicht gegenüber Mitarbeiter/-innen wahren 5.Klar und sachlich kommunizieren 45

46 46 Intervention – Prinzipien Das Opfer schützen. Ruhe bewahren. Zuhören. Eigene Gefühle klären. Nicht überstürzt handeln. Nichts versprechen, was man anschließend nicht halten kann. Professionelle Hilfe suchen. Aussagen und Situationen protokollieren. Verbindliche Absprachen über das weitere Vorgehen treffen.

47 47 WHV – Augen auf! Der WHV wird eine Aktion Augen auf starten, um für jeden sichtbar seine Haltung gegenüber sexualisierter Gewalt im Sport zu dokumentieren. Das Logo wird auch allen Vereinen/Verbänden und Bezirken zur Verfügung gestellt. Der WHV setzt zahlreiche Präventationsmaßnahmen intern um und ist auf den Krisenfall vorbereitet. Für die angeschlossenen Organisa- tionen hat der WHV klare Richtlinien erarbeitet.

48 48 WHV – Überblick Muss-Empfehlungen! Ehrenkodex unterschreiben lassen Dies sollte nach einem Gespräch mit den Trainern/Betreuern/Übungsleitern erfolgen. Erweitertes Führungszeugnis vorlegen lassen und Information vermerken Für Trainer/Betreuer/Übungsleiter und alle, die regelmäßig mit Kindern und Jugendlichen arbeiten Ausbildung des Jugendwartes/Beauftragten bzgl. Prävention sexualisierte Gewalt im Sport Übungsleiterausbildungen In allen Lizenzverlängerungen wird das Thema integriert und bei dem Erwerb von neuen Lizenzen ebenfalls

49 49 WHV – Überblick Kann-Empfehlungen (1/2) Veröffentlichung des Ehrenkodex auf der Homepage der Vereine Logo „Augen auf“ auf der Homepage der Vereine Vereinsmaßnahmen sollten bei Klick auf Logo hinterlegt werden. Ausbildung weiterer Personen bezüglich Prävention und Krisenfall Es wird die Ausbildung weiterer Personen im Verein empfohlen. Benennung eines Ansprechpartners im Verein Für eventuelle Verdachtsfälle und für die Präventionsmaßnahmen wird eine Person benannt.

50 50 WHV – Überblick Kann-Empfehlungen (2/2) Öffentlichkeitsarbeit Um Täter abzuschrecken, Eltern zu informieren und Kinder und Jugendliche zu stärken wird das Thema im Verein enttabuisiert. Lokale Kontakte knüpfen Es gibt zahlreiche lokale Organisationen, die den Verein bei der Umsetzung der Prävention und im Krisenfall unterstützen können. Es wird empfohlen frühzeitig diese Kontakte zu knüpfen. Dies gilt insbesondere für Maßnahmen zur Stärking des Selbstvertrauens der Kinder und Jugendlichen.

51 Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit! 51

52 Literaturverzeichnis: Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) (2011): Erster Forschungsbericht zur Repräsentativbefragung Sexueller Missbrauch. o.O. Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) (2012). Mutig fragen – besonnen handeln. Informationen für Mütter und Väter zur Thematik des sexuellen Missbrauchs an Mädchen und Jungen. Berlin. Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) (Hrsg.) (2012): Lebenssituation und Belastungen von Frauen mit Beeinträchtigungen und Behinderungen in Deutschland. Bielefeld, Frankfurt, Berlin, Köln. Deutsche Sportjugend (dsj) im DOSB e.V. (Hrsg.) (2011). Gegen sexualisierte Gewalt im Sport – Kommentierter Handlungsleitfaden für Sportvereine zum Schutz von Kindern und Jugendlichen. Frankfurt am Main. Deutsche Sportjugend (dsj) im DOSB e.V. (Hrsg.) (2011). Gegen sexualisierte Gewalt im Sport – Orientierungshilfe für rechtliche Fragen zum Schutz von Kindern und Jugendlichen. Frankfurt am Main. AJS 52

53 Literaturverzeichnis: Enders, U. (2003). Die zwei Gesichter der Täter und Täterinnen. In: Enders (Hrsg.). Zart war ich, bitter war’s. Handbuch gegen sexuellen Missbrauch. Köln. S Landessportbund NRW (Hrsg.) (2010). „Schweigen schützt die Falschen!“ Initiativen und Materialien zur Prävention und Intervention sexualisierter Gewalt im Sport. Duisburg. CD sowie im Internet Ministerium für Gesundheit, Soziales, Frauen und Familie NRW (2003). Ratgeber gegen sexuellen Missbrauch. Köln. Palzkill, B. & Klein, M. (1998). Gewalt gegen Mädchen und Frauen im Sport, Pilotstudie im Auftrag des Ministeriums für Frauen, Jugend, Familie und Gesundheit des Landes Nordrhein- Westfalen. Essen. Rulofs, B. (2006). Gewalt im Sport aus Perspektive der Geschlechterforschung. In: Hartmann- Tews & Rulofs (Hrsg.), Handbuch Sport und Geschlecht, S Schorndorf. The World Disability Report – Disability ’99 (1998). Genf. Wachter, O. (1985). Heimlich ist mir unheimlich. Zürich, Köln, S

54 Herausgeber: Deutsche Sportjugend (dsj) im DOSB e.V. Inhalt: Meike Schröer, Dr. Bettina Rulofs, Dr. Bettina Suthues Unter Mitarbeit von: Kristine Gramkow, Ebba Koglin, Elena Lamby, Peter Lautenbach, Wilfried Pohler, Renate Reuter, Dorota Sahle Förderhinweis: Gefördert durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) aus Mitteln des Kinder- und Jugendplans (KJP). Die dsj dankt dem Landessportbund NRW sowie der Sportjugend NRW für die Bereitstellung von Materialien und Erfahrungen. 54


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