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Tristan und Isolde Die Romane und Erzählungen des europäischen Mittelalters.

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Präsentation zum Thema: "Tristan und Isolde Die Romane und Erzählungen des europäischen Mittelalters."—  Präsentation transkript:

1 Tristan und Isolde Die Romane und Erzählungen des europäischen Mittelalters

2 2 Tristan-Spuren in der Kultur des Mittelalters (1-2) Dante Alighieri ( ), ‚Comedia‘ - Stufen des Aufstiegs: Inferno – Purgatorio – Paradiso - Inferno, 2. Höllenkreis: Vergehen der Unzucht (vizio di lussuria) - Paare: Francesca da Rimini und Paolo Malatesta; Lanzelot und Guinevra; Paris und Helena; Dido und Eneas; Tristan und Isolde. Henricus de Settimello (bei Florenz), ‚Elegia de diversitate Fortunae et Philosophiae consolatione‘ ( 2. H. 12. Jh.): Ergo quis infelix patitur peiora? Quis ille Tristanus, qui me tristia plura tulit? (‚Welcher Unglückliche hat nun Schlimmeres erlitten? Wer ist denn jener Tristan, der mehr Trauriges ertragen hat als ich?)

3 3 Minnekästchen, Frankreich, um 1320 Tristan und Isolde: Baumgartenszene - Einhornjagd

4 4 Tristan-Spuren in der Kultur des Mittelalters (3) Heinrich von Veldeke (um 1170/80), Tristran muose sunder sînen danc (aus: Des Minnesangs Frühling [MF] 58,35) Aufgesang: Tristan musste – zwanghaft – die Königin Isolde lieben. poisun ‚Gifttrank‘ zwingt dazu. Abgesang: Der Sänger des Liedes überbietet mit seiner Liebe die des (sagenhaften) Tristan; seine Liebe ist größer, obwohl nicht vom Trank – wie bei Tristan – durch ein Zaubermittel (poisun) erzwungen. – Apostrophe an die geliebte Dame; ich dein – du mein. Vorbild Heinrichs von Veldeke: ein Lied des nordfrz. Sängers (Trouvère) Chrétien de Troyes (u.a. Verf. der Romane ‚Erec‘ und ‚Yvain ou le chevalier au lion‘). Zahlreiche Anspielungen auf Tristan und Isolde in der frz. und provenzalischen Lyrik des 12./13. Jhs. (s. Wolf, Mythe, S. 8f.).

5 5 Erscheinungs- und Lebenformen der Tristan-Isolden-Geschichte Im zeitlichen Nebeneinander: Drei Existenzweisen der Tristan- Isolden Geschichte: 1. Ungeformtes Sagenwissen. - Kernbestand - Liebe gegen die Normen der Gesellschaft (Ehebruch), - die durch einen Zaubertrank ausgelöst ist und die zum Tod führt (Koppelung von Glück und Leid, Liebe und Tod). 2. Mündliches Erzählen in Episoden; vorrangig: Liebestrank; List- und Täuschungsepisoden; Liebestod. - Die episodische Struktur des Erzählens ist noch in den schriftlich tradierten Dichtungen erkennbar. 3. Tristan-Dichtungen im Medium von Schrift und Buch tradiert: Romane, Episodendichtungen

6 6 Die Gattung Roman im Mittelalter 12. Jh. als Zeit intensiver kultureller Innovationen: Adelskultur: Kultivierung des des täglichen Lebens: Verfeinerung der sozialen und zeremonialen Formen (Gespräch, Tischsitten, Begrüßung, Abschied). Ausbildung spezifischer Kulturformen: Jagd, Tanz, Spiel, Gesang, Literatur … Roman (neben Minnesang und Sangspruch) als Literatur- Gattung der Unterhaltung an Adelshöfen. Literatur und der weltliche, illitterate Laienadel ohne die Fähigkeit des Lesens, ohne geschulten Umgang mit dem Buch. Literatur zum Vorlesen (Roman; Erzählung etc.) oder Vorsingen (Minnesang, Sangspruch). Rezeptionsmodus: Literatur zum Hören.

7 7 Gattung – literarisches Feld Gattung: Gruppe von Texten, - deren (partiell veränderbare) Merkmale im Bewusstsein einer Kulturgemeinschaft präsent sind (Merkmalsbündel); - die sich durch diese Merkmale von anderen Texten unterscheiden. - die aufgrund dieser Merkmale eine historische Reihe bilden; [Lit.: Hempfer, Gattung, in: RLW; Vosskamp, Gattungsgeschichte, ebd.] Gattung als Begriff und Ordnungskriterium ist auch in anderen Bereichen der Kultur präsent (Kunst, Musik etc.) Feld (nach Bourdieu): thematisch ausgerichtet auf lit. Diskurse, auf Möglichkeiten eine Geschichte zu erzählen unabhängig von der Form ihrer sprachlichen Gestaltung. Oder auch: über eine Geschichte zu sprechen. Zum lit. Feld gehören - alle Formen mündlichen oder schriftlichen Erzählens, - des Gesprächs über eine Geschichte sowie - alle Reflexe einer Geschichte im kulturellen Gedächtnis einer Zeit. [Feld, literarisches, in: Nünning, Metzler-Lex. Literatur- und Kulturtheorie]

8 8 Im Zentrum: Tristan-Romane Gattung als deskriptives Ordnungskonzept. Anwendbar in allen Bereichen dervom Menschen erfassten Welt: Pflanzen, Tiere … Kunst, Musik, Literatur … Gattungsgeschichte als Erkenntnisobjekt. Die Gattung Roman im Mittelalter: als Versroman zunächst in Frankreich ab etwa 1140/50; ab etwa 1170 auch im deutschen Sprachraum ausgeprägt. Prosaromane in Frankreich ab etwa 1230; in Deutschland ab 15. Jh. (einziger Vorläufer: Prosa-Lanzelot, um 1270). Früheste deutsche Romane nach franz. Vorlagen: ‚Alexanderroman‘ des Pfaffen Lamprecht, ‚Tristrant‘ des Eilhart von Oberge; ‚Eneasroman‘ des Heinrich von Veldeke.

9 9

10 10 Eilhart von Oberge: der Autor (s. Bumke, Mäzene, S. 88ff.; 103ff.; Bumke, Höf. Kultur; VL) Aus einem welfischen Ministerialengeschlecht, ansässig in der Nähe Braunschweigs, urkundlich bezeugt Braunschweig: Machtzentrum des sächsischen Herzogtums Heinrichs des Löwen (1129/ ; Herzog von Sachsen 1142, von Bayern 1154; geächtet 1180), verheiratet mit Mathilde, Tochter Kg. Heinrichs II. von England. Der Hof Heinrichs des Löwen als kulturelles Zentrum: - Bautätigkeit (Burg Dankwarderode; Stiftskirche St. Blasius (heute „Dom“). - Sachkultur: Ausstattung der Stiftskirche - Buchmalerei: Evangeliar Heinrichs des Löwen; Psalter. - Literatur: ‚Lucidarius‘; ‚Rolandslied‘ des Pfaffe Konrad (nach frz. Vorlage); Eilhart von Oberge, ‚Tristrant‘ (ebenso). Kulturelle Einflüsse vom französischsprachigen engl. Königshof (darunter wahrscheinlich die Vorlagen für ‚Rolandslied‘ und ‚Tristrant‘.

11 11 Eilhart von Oberge, ‚Tristrant‘: Überlieferung Fassung A aus der Entstehungszeit: nur fragmentarisch überliefert (s. die Ausgabe von Hadumod Bußmann). Fassung B: Überarbeitung von A, etwa um Erhalten in zwei Handschriften des 15. Jh.s, die unterschiedliche Bearbeitungen repräsentieren; dazu ein Fragment 14. Jh. (Parallelabdruck aller Textzeugen durch D. Buschinger; Ausgabe: Lichtenstein) Prosaroman ‚Tristrant und Isalde‘: Bearbeitung eines Unbekannten auf der Grundlage der Fassung A. Erster Druck, mit Holzschnitten: Ausgaburg – Weitere Drucke bis ins beginnende 17. Jh. (Ausgabe nach dem ersten Druck, Augsburg 1484 von Alois Brandstetter; Neuausgabe durch N. Henkel in Vorbereitung)

12 12 Eilhart von Oberge, ‚Tristrant‘ Strukturierte Skizze des Erzählgangs 1-53 Prolog Vorgeschichte: Tristrants Eltern Rivalin und Blankeflur; sein Jugend Tristrant bei seinem Oheim, König Marke Kampf mit Morolt von Irland, Oheim der Isalde. – Sieg, aber Verletzung Tr.s Tr.s Heilungsfahrt nach Irland, Heilung durch Isalde (Tr.=Pro). Tr. Helfer in einer Hungersnot. – Rückkehr an den Hof Markes Tristrant und Isalde: Die Liebesgeschichte zwei Schwalben und ein Haar. – Brautfahrt für Marke. Tristrant als Tantris (Anagramm). – Werbung, Drachenkampf, Liebestrank Liebesabenteuer: Die untergeschobene Braut – Mordanschlag auf Brangaene – Baumgarten – Mehlstreuszene.

13 Gericht über die Liebenden Tristrants Flucht Isalde wird bestraft, indem sie den Aussätzigen überantwortet wird Rettung durch Tristrant – Flucht und Waldleben Entdeckung durch Marke – Trennung der Liebenden: die Kraft des Tranks hat nachgelassen; Vermittlung durch den Einsiedler Ugrim. Is. Kehrt zu Marke zurück, Tristrant geht in die Verbannung Tristrant in der Verbannung - Tristrant bei König Artus: die Wolfsfalle und Walewans (Gawans) Hilfe. - Isalde Weißhand: 1. Kampf: Tr. befreit König Havelin. - die unvollzogene Ehe mit Isalde Weißhand und

14 Tristrants Fahrten zu der blonden Isalde 1. Fahrt: mit Kehenis ( ), darin: Liebesabenteuer des Kehenis (Schlafkissen).- Entdeckung - Flucht. – Zorn der Isalde. – Isaldes Reue und Wiederversöhnung ( ). 2. Fahrt: Tr. als Pilger – Erkennung – Flucht. Kehenis‘ Liebesabenteuer mit der Gattin des Nampetenis ( ) 3. Fahrt: Tr. und Kurvenal als Knappen – Entdeckung – Flucht ( ). 4. Fahrt: Tristrant als Narr ( ) Ende Verwundung Tr.s durch Nampetenis ( ) – Tr.s Tod (weißes und schwarzes Segel) ( ). – Isaldes Tod. Epilog – Grabwunder ( ).

15 15 Kunst und Kultur am Hof Heinrichs des Löwen (1129/ : Verhängung der Acht; 1180: Aberacht. – 1181 Verbannung nach England) Stammsitz Braunschweig. Herzogtum Sachsen, Bistümer zur Herrschafts- sicherung:, u.a. Ratzeburg Herzogtum Bayern, Gründung Münchens

16 16 Stiftskirche St. Blasien („Dom“), davor Löwendenkmal (1163/69); links: Burg Dankwarderode mit Übergang zur Kirchen

17 17 Löwendenkmal Heinrichs des Löwen, Bronzeguss. um 1170 Braunschweig, vor der Stiftskirche St. Blasien („Dom“)

18 18 Braunschweig, Burg Dankwarderode, Festsaal (mit Umgestaltungen 19. Jh.)

19 19 Stiftskiche St. Blasien. Altar und Leuchter gestiftet von Heinrich dem Löwen

20 20 Evangeliar Heinrich des Löwen (Helmarshauser Evangeliar, um 1180), Krönungsbild Wolfenbüttel, Herzog August Bibliothek

21 21 Evangeliar Heinrich des Löwen, Krönungsbild: Richenze, Lotharius, Gertrudis, Dux Heinricus (Vater), Dux Heinricus (d. Löwe), Ducissa Mathilda filia Henrici, Mathilda (Wolfenbüttel, HAB, Cod. 105 Noviss. 2°f. 171v)


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