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Proseminar Das Französische in Afrika Prof. Dr. Elisabeth Burr

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Präsentation zum Thema: "Proseminar Das Französische in Afrika Prof. Dr. Elisabeth Burr"—  Präsentation transkript:

1 Proseminar Das Französische in Afrika Prof. Dr. Elisabeth Burr
Universität Leipzig Institut für Romanistik Wintersemester 2005/06 Proseminar Das Französische in Afrika Prof. Dr. Elisabeth Burr

2 Das Französische in Algerien
Referat vom : Das Französische in Algerien Referent: Daniel Dumke

3 Gliederung Zur Einführung: Die Sprachen des Maghreb
Algerien: Landeskundliche Grundlagen Frankreich, Algerien und das Französische: Sprachentwicklung während der Kolonialzeit Algerische Sprachpolitik seit der Unabhängigkeit

4 Zur Einführung: Die Sprachen des Maghreb

5 Der Begriff „Maghreb“ al maghrib

6 Der Begriff „Maghreb“

7 Die Sprachen im Überblick
- „Frarabe“ Französisch Berberisch Arabisch > Hocharabisch > Dialektarabisch

8 Berberisch Allgemeines zu den Berbern Amazigh, Imazighen
[Berber  Barbar]

9 Berberisch Allgemeines zu den Berbern Nördlicher Shilhah Kabylei
Sahara Araber Shawiya (Aurès)

10 Berberisch Tamazight Allgemeines zu den Berbern b) Zur Sprache
Tifinagh (Tuareg) Tamazight

11 Hocharabisch Dialektarabisch arabe litterale arabe dialectale
gawmi „élitiste par nature“ (Beaucé 1988:174) Dialektarabisch arabe dialectale wattani

12 Dialektarabisch arabe dialectale „komplementäre Diglossie“
(Kühnel 1995:14) „Le dialectal ne mérite pas le nom de langue et ne convient pas aux objectifs de la vie intellectuelle.“ (der ägyptische Kritiker Taha Husain, 1993) Dialektarabisch arabe dialectale wattani

13 Kommunikation zwischen den Maghrebstaaten
Französisch „Frarabe“ [> franglais] „analphabètes bilingues“ (Kühnel 1995:27) versus „keine Notlösung“ (Brahimi 1993:63) Kommunikation zwischen den Maghrebstaaten

14 2. Algerien: Landeskundliche Grundlagen

15 Territorium Gesamtfläche: 2,38 Mio. km2 > zweitgrößter
Maghreb: Mauretanien, Marokko, Algerien, Tunesien, Libyen französischspr. Maghreb: Marokko, Algerien, Tunesien weitere Nachbarländer im Süden: Mali, Niger im Norden: Mittelmeer Gesamtfläche: 2,38 Mio. km2 > zweitgrößter Staat Afrikas Bevölkerung: 32,5 Mio. Einw. (14 Einw./km2)

16 Räumliche Gliederung Große Küstenstädte: Hauptstadt Algier (1,52 Mio.)
zweitgrößtes Land Afrikas starker Kontrast zwischen Norden und Süden: relativ fruchtbare Gebiete vs.unwirtliche Sahara / entsprechende klimatische Kontraste > 4/5 der Fläche = Wüstenland! entsprechende Besiedlung: stark bevölkertes urbanes Küstentiefland vs. fast gar nicht bevölkerte Wüstengebiete (Nomaden) Große Küstenstädte: Hauptstadt Algier (1,52 Mio.) Oran ( ) Constantine ( ) 4/5 Wüstengebiete: Sahara

17 Besiedlung Bevölkerungsverteilung: 60% Stadt : 40% Land
99% sunnitische Moslems >> „unifie le peuple algérien“ (Leclerc 2005) schwierig, Berber und Moslems ethnographisch sicher abzugrenzen (Verschmelzung in den letzten Jahrhunderten) (Leclerc 2005) Hauptunterscheidungsmittel sind die Sprachen - ganz im Sinne der Berber (Brahimi 1993:38) Bevölkerungsverteilung: 60% Stadt : 40% Land Große Küstenstädte: Hauptstadt Algier (1,52 Mio.) Oran ( ) Constantine ( ) Ethnische Gruppen: Araber: 83% Berber: 16% Europäer: < 1% >> 99% Muslime

18 Die Berber Algeriens „Wenn man sagt, dass Algerien aus Arabern und Berbern besteht, so ist das falsch. Die Algerier sind mehr oder weniger arabisierte Berber. Das algerische Blut ist arabisch-berberisch mit einer berberischen Dominante in einer arabischen Kultur.“  (der frühere Außenminister Ahmed Taleb Ibrahimi)

19 Die Berber Algeriens

20 Politik Wirtschaft Al Jaza‘ir FLN: Front de Libération Nationale
Hinweis: Zahlenangaben weichen gerade im Bereich der Alphabetisierung stark voneinander ab (70 bis 90%) in jedem Fall: relative hohe Alphabetisierung für ein afrikanisches Land Al Jaza‘ir FLN: Front de Libération Nationale Abdelaziz BOUTEFLIKA (Präsident seit 1999) Wirtschaft

21 3. Algerien,. Frankreich und. das Französische:. Sprachentwicklung
3. Algerien, Frankreich und das Französische: Sprachentwicklung während der Kolonialzeit

22 Das algerische Territorium bis 1830
3. Jh. v. Chr. ansässige Berberstämme gründen das Königreich Numidien ~ bald Bestandteil des Römischen Reiches 7. Jh. n. Chr. Eindringen arabischer Stämme und Eroberung gesamt Nordafrikas > Assimilierung der einheimischen Kulturen: Islamisierung > Diglossie: Berberisch/Dialektarabisch – Hocharabisch

23 Das algerische Territorium bis 1830
1600 Maghreb wird zum Protektorat des Osmanischen Reiches [> kein Einfluss auf kulturelle und sprachliche Entwicklung] 19. Jh. Beginnender Niedergang des Osmanischen Reiches [Machtvakuum] 1830 Frankreich erobert Algier

24 Kolonialpolitik... Rücksichtslosigkeit der Kolonisatoren: - Umwandlung von Moscheen in Kirchen 1830 „Die französischen Siedler müssen überall dort ansässig gemacht werden, wo sich gutes Wasser und fruchtbares Land findet. Wem es gehört, spielt keine Rolle.“ (Marschall Bugeaud, 1833)

25 Kolonialpolitik... 1830 „Toutes les populations qui n‘acceptent pas nos conditions doivent être rasées. Tout doit être pris, saccagé, sans distinction de l‘âge ni de sexe: L‘herbe ne doit plus pousser où l‘armée française a mis le pied [...]. Voilà comment il faut faire la guerre aux Arabes: tuer tous les hommes jusqu‘à l’âge de quinze ans, prendre toutes les femmes et les enfants, en charger les bâtiments, les envoyer aux îles Marquises ou ailleurs. En un mot, anéantir tout ce qui ne rampera pas à nos pieds comme des chiens.“ (Oberleutnant L.-F. de Motagnac in seinen Lettres d‘un soldat am ) 1848 1881

26 ...als Sprachpolitik Ab 1833 Reformierung des Bildungswesens entsprechend dieser Ideen > typisch für die franz. Kolonialpolitik - Bildung folgt allerdings franz. Standards > Ausrufung der Republik Frankreich mit Algerien als integralem Bestandteil. (vgl. Marokko und Tunesien) Neben das Ziel der ökonomischen Assimilation tritt also immer auch das der kulturellen Assimilation, wobei natürlich nicht auszuschließen ist, dass letztere schlussendlich auch nur der ersten dienen soll. “When the Portuguese colonized, they built churches, when the British colonized, they built trading stations, when the French colonized, they built schools.” (Gordon 1962:7 nach Brahimi 1993:11) « Je regarde la propagation de l’instruction et de notre langue comme le moyen le plus efficace de faire faire des progrès à notre domination dans ce pays […]. Le vrai prodige á opérer serait de remplacer peu à peu l’arabe par le français. » (Duc de Rovigo, 1832) 1938

27 Bewertung „Trotz dieser aus arabischer Sicht negativen Bilanz bleibt als Positivum der französischen Sprachpolitik ein Bildungssystem, das mit seinen europäischen Strukturen und wissenschaftlich-technischen Inhalten in Algerien eine günstigere Ausgangsbasis für die postkoloniale Entwicklung geschaffen hat als in den meisten anderen unabhängig gewordenen Staaten.” (Kühnel 1995:41) aber (Brahimi 1993:12): - Etablierung der technischen Bildung auf städtischen Raum beschränkt. > Bewirkt Kluft zwischen Stadt und Land. Unaufholbarer Rückstand infolge der Anbindung des Fortschritts an die französische Sprache.

28 Algerischer Widerstand
Medersas Das System des Kolonialfranzösischen „ein mehr oder weniger deutlich ausgeprägtes Regionalfranzösisch“ (Gleßgen 1997:34) patouète [>katal. patuès] Ecole d‘Alger Albert Camus ( )

29 Der Algerienkrieg (1954-62) Accords d‘Evian (1962)
Association des Ulama: „L‘Islam est notre religion, l‘arabe notre langue, l‘Algérie notre patrie.“ (Abdelhamid Ben Badis, 1931) Charles de Gaulle Accords d‘Evian (1962)

30 Algerische Sprachpolitik
seit der Unabhängigkeit

31 Algerien nach 1962: Periodisierung 1962. Referendum und Unabhängigkeit
1963. Ahmed BEN BELLA Präsident (FLN!) > Machtübernahme entgegen der Evian-Bestimmungen; Militärregime 1965. Col Houari BOUMEDIENNE Präsident > Neue Verfassung mit Bekenntnis zu Sozialismus, Islam und FLN 1978. Col CHADLI BENDJEDID Präsident 1990er Jahre. STAATSKRISE: Bürgerkriegsähnliche Zustände > 1990/91. Annullierung der Wahlen nach überwältigenden Erfolgen der FIS. Extremistische „Widerstandsbewegungen“ (AIS). > Liamine ZEROUAL Präsident: erfolgloser Kampf gegen Terror 1999. Abdelaziz BOUTEFLIKA Präsident > Verhandlungen führen zu Auflösung der AIS (Zusicherung von Amnestie). Weitgehendes Ende des Terrors > liberalere Politik

32 Ziele und Bedingungen algerischer Sprachpolitik
« Son rôle de culture nationale consistera, en premier lieu à rendre à la langue arabe, expression même des valeurs culturelles de notre pays, sa dignité et son efficacité en tant que langue de civilisation. […] elle combattra ainsi le cosmopolitisme culturel et l’imprégnation occidentale qui ont attribué à inculper à beaucoup d’algériens le mépris de leur langue et de leurs valeurs nationales. » (Leitlinien des Nationalen Rates der Algerischen Nation in der Charte de Tripoli, 1962)

33 Ziele und Bedingungen algerischer Sprachpolitik
> Herstellung einer nationalen Identität über das Dreieck Kultur – Sprache – Religion >> Durchsetzung des Hocharabischen als einziger Sprache in allen öffentlichen Bereichen >> Umsetzung: - zentral und geplant durch die algerische Regierung (Zustimmung des Parlaments rein formal) - stets Ankoppelung an Bildungspolitik

34 Beispiele für Arabisierungsmaßnahmen
Ahmed Ben Bella ( ) Arabisierung der 1. Klassen Col Houari Boumedienne ( ) vollständige Arabisierung der Grundstufe Arabisierung der Justiz Arabisierung der Geisteswissenschaften 1974: Lehrerausbildung nur noch in arabischer Sprache

35 Beispiele für Arabisierungsmaßnahmen
Col Chadli Bendjedid ( ) Vollendung der Arabisierung der Ober- und Mittelstufe 1989: Abschaffung des bilingualen Abiturs Arabisierungsgesetz vom „Art. 16: Kino- und Fernsehfilme sind in Arabisch, übersetzt oder synchronisiert zu senden.“ „Art. 29: Jedes offizielle Dokument ist null und nichtig, das in einer anderen als der arabischen Sprache abgefasst ist.“ „Art. 37: Das Hochschulwesen soll beginnend mit dem Studienjahr 1991/92 bis spätestens 1997 vollständig arabisiert sein.“

36 Die Sprachsituation im heutigen Algerien
Ergebnisse: Die Sprachsituation im heutigen Algerien - Muttersprachen: Dialektarabisch für 72% Berberisch für 28% - Frankophoner Teil der Gesamtbevölkerung = 28% > Vergleich 1960: 10%!! - Französisch = „la langue étrangère“ > dominiert Naturwissenschaft, Technik und Wirtschaft > Funktionen selbst im privaten Bereich; frarabe - Verhältnis Hocharabisch/Französisch in den Medien: Fernsehen: 75/ Rundfunk: 50/ Presse: 35/65 - Analphabetenrate für Hocharabisch 1994 = 53% > dominiert Religion, Geisteswissenschaften, Justiz und das Schulwesen

37 Die Sprachsituation im heutigen Algerien
Ergebnisse: Die Sprachsituation im heutigen Algerien „Die französische Sprache scheint in der gesellschaftlichen Realität die Stellung einzunehmen, die Hocharabisch offiziell zugesprochen wird.“ (Brahimi 1993:274) „Noch immer ist jedoch der Einfluss der französischen Sprache [...] deutlich größer als die Öffentlichkeit vielleicht vermutet.“ (Brahimi 1993:274f.)

38 Die Sprachsituation im heutigen Algerien
Ergebnisse: Die Sprachsituation im heutigen Algerien « L’Algérie peut être considérée, á tort ou á raison, comme ‘le second pays francophone du monde’ avec prés de 21 millions des personnes qui ont une connaissance plus ou moins grande du français, soit environ 67% de la population. » (Leclerc 2005)

39 Objektive Probleme Französische Vorgeprägtheit der sozialen und wirtschaftlichen Systeme „In welchem Umfang Politik und Wirtschaft von der französischen Sprache dominiert wurden, zeigt die Tatsache, dass nach Abzug der Franzosen die einheimischen Führungskräfte Hocharabisch tatsächlich erst lernen mussten.“ (Brahimi 1993:36)

40 Objektive Probleme Französische Vorgeprägtheit der sozialen und wirtschaftlichen Systeme „Arabisch ist die offizielle Sprache Algeriens, wir aber können nicht einmal führende Posten in staatseigenen Betrieben bekommen, wenn wir arabische Hochschulabschlüsse vorweisen. Wir werden, verglichen mit den Frankophonen, als Studenten zweiter Klasse behandelt.“ (ein studentischer Streikführer, 1979)

41 Objektive Probleme Französische Vorgeprägtheit der sozialen und wirtschaftlichen Systeme „Diskfunktionalität“ des Hocharabischen „[Das Hocharabische] wurde durch die politisch vorgegebenen Fakten zurückgedrängt und somit von einer konstruktiven und produktiven Auseinandersetzung mit der einsetzenden Industrialisierung und der damit verbundenen rasanten ökonomischen und technischen Entwicklung abgekoppelt.“ (Brahimi 1993:14)

42 Objektive Probleme Französische Vorgeprägtheit der sozialen und wirtschaftlichen Systeme „Diskfunktionalität“ des Hocharabischen c) Hocharabisch ist Fremdsprache! „L‘Algérien moyen est souvent incapable de saisir le sens réel des informations radiophoniques ou télévisées diffusées en arabe officiel.“ (Leclerc 2005)

43 Subjektive Probleme mangelnde Identifikation mit dem Hocharabischen
> abstrakter panarabischer statt algerischer Nationalismus « On est alors passé de la dépendance d’une France coloniale à une autre dépendance, celle du Proche-Orient. » (Leclerc 2005)

44 Subjektive Probleme mangelnde Identifikation mit dem Hocharabischen
b) Verbindungen der AlgerierInnen zu Frankreich > Migrationsbewegungen > Popularität französischer Musik und des französischen Fernsehens (Satellitenübertragung!) > Nähe zum westlichen Wertesystem

45 Subjektive Probleme mangelnde Identifikation mit dem Hocharabischen
b) Verbindungen der AlgerierInnen zu Frankreich

46 Subjektive Probleme mangelnde Identifikation mit dem Hocharabischen
b) Verbindungen der AlgerierInnen zu Frankreich c) Wirtschafts- und Machtinteressen d) Protest der Berber > z.B. „Frühlingsbewegung“ in der Kabylei, 1981

47 Subjektive Probleme mangelnde Identifikation mit dem Hocharabischen
b) Verbindungen der AlgerierInnen zu Frankreich c) Wirtschafts- und Machtinteressen d) Protest der Berber e) Art und Weise der Durchsetzung der Maßnahmen

48 Subjektive Probleme

49 Bewertung „[…] ohne ausreichende Berücksichtigung der sprachlichen Realität und der Akzeptanz durch die Bevölkerung“ (Kühnel 1995:51) « Si les dirigeants algériens n’ont pu imposer l’arabe classique dans la vie quotidienne, c’est que cette langue n’est pas adaptée aux besoins des Algériens, contrairement à arabe algérien, au berbère et au français.» (Leclerc 2005)

50 Neue Tendenzen unter Abdelaziz Bouteflika
1990er Jahre: “Dirty War”

51 Neue Tendenzen unter Abdelaziz Bouteflika
(seit 1999) POLITIK DER NATIONALEN VERSÖHNUNG Verfassungsänderung 2002: Anerkennung des Tamazight als nationale Sprache Teilnahme am IX. Gipfel der Frankophonie in Beirut, 2002 « L’usage de la langue française est un lien qui assure notre unité. » « L’Algérie […] un pays arabe […] un pays méditerrané. » (Bouteflika auf dem Frankophoniegipfel von 2002)

52 Zusammenfassung

53 Das algerische Territorium war lange Zeit mehrsprachig gewesen, als es die Franzosen im 19. Jahrhundert im Zuge einer brutalen Kolonialisierung ihrem eigenen Staat einverleibten. Neben dem Hocharabischen, das als elitäre, nur der Oberschicht zugänglichen Sprache den religiösen und politischen Bereich dominierte, fand man vielfältige arabische und berberische Dialekte vor, die als Muttersprachen der UreinwohnerInnen die alltägliche Kommunikation gewährleisteten. Der vorhandenen Diglossie fügten die Kolonialherren nun eine weitere hinzu, indem sie das Hocharabische auf den religiösen Bereich beschränkten und das Französische als einzige Sprache der öffentlichen Sektoren, insbesondere aber des Schulwesens etablierten. So stabilisierte man seine Fremdherrschaft und nahm der Urbevölkerung selbst noch die Möglichkeit zur Entwicklung einer eigenen nationalen kulturellen Identität. Wie nachhaltig diese als Sprachpolitik vollzogene Kolonialpolitik wirkt, zeigt sich seit nunmehr über 40 Jahren, in denen das – zumindest von Frankreich befreite – Algerien durch eine strikte Arabisierungspolitik dem Hocharabischen verlorengegangene Bastionen zurückzuerobern sucht. Alle noch so radikalen, in voller Konsequenz immer auch gegen die arabischen Dialekte und die berberische Minderheit gerichteten Maßnahmen konnten dem Französischen seinen Status als „la langue étrangère“ nicht wirklich streitig machen. Die Gründe hierfür sind vielfältig. Nicht zuletzt müsste aber begonnen werden, die heutige Sprachpolitik den gegebenen gesellschaftlichen Realitäten und den Bedürfnissen des Volkes anzupassen. Der von Präsident Abdelaziz Bouteflika in jüngster Zeit eingeschlagene Weg der „nationalen Versöhnung“ ist vielleicht ein erster richtiger Schritt in diese Richtung.

54 Quellen

55 Anonymus (2005). “Algeria”, in: Anonymus (ed. ). CIA
Anonymus (2005). “Algeria”, in: Anonymus (ed.). CIA. The World Factbook. <http://www.odci.gov/cia/publications/factbook/geos/ag.html> [ ]. Anonymus (2005a). “Timeline Algeria”, in: Anonymus (ed.). BBC News. Country Profiles. <http://news.bbc.co.uk/1/low/world/middle_east/ stm> [ ] Brahimi, Fadila (1993). Spracheinstellungen in mehrsprachigen Gesellschaften. Das Beispiel Algerien. Frankfurt am Main et al.: Lang. Gleßgen, Martin-Dietrich (1997). “Das Französische im Maghreb. Bilanz und Perspektiven der Forschung”, in: Romanistisches Jahrbuch 47, 1996, Berlin, Gleßgen, Martin-Dietrich (1997a). “Französisch in der maghrebinischen Literatur. Driss Chraïbi: ‘Une enquête au pays’”, in: Dahmen, W(?). et al. (eds.). Schreiben in einer anderen Sprache. Zur Intellektualität romanischer Sprachen und Literaturen. Tübingen: Narr. Kühnel, Roland (1995). Die sprachliche Situation an Hochschulen des Maghreb und die offizielle Sprachpolitik. Eine soziolinguistische Untersuchung. Frankfurt a. M. et al.: Lang. Leclerc, Jacques (August 2005): “Algérie”, in: Leclerc, Jacques: L’aménagement linguistique dans le monde, Québec: TLFQ, Université Laval <http://www.tlfq.ulaval.ca/axl/afrique/algerie.htm> [ ].


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