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Liturgisches Fürbittgebet – das „Allgemeine Gebet“

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Präsentation zum Thema: "Liturgisches Fürbittgebet – das „Allgemeine Gebet“"—  Präsentation transkript:

1 Liturgisches Fürbittgebet – das „Allgemeine Gebet“
Liborius Olaf Lumma PD Dr. theol., Univ.-Ass. Institut für Bibelwissenschaften und Historische Theologie Universität Innsbruck Liturgisches Fürbittgebet – das „Allgemeine Gebet“

2 Grundlegend: Wiedereinführung des Fürbittgebetes in der Eucharistiefeier durch das II. Vatikanische Konzil (1962—1965). Von dort aus wurden die Fürbitten auch für die Wort-Gottes-Feier übernommen (haben dort aber eine andere Stelle im Ablauf erhalten).

3 Zweites Vatikanisches Konzil, Konstitution über die heilige Liturgie (Sacrosanctum Concilium), Artikel 53: „Oratio communis“ seu „fidelium“, post Evangelium et homiliam, praesertim diebus dominicis et festis de praecepto, restituatur, ut, populo eam participante, obsecrationes fiant pro sancta Ecclesia, pro iis qui nos in potestate regunt, pro iis qui variis premuntur necessitatibus, ac pro omnibus hominibus totiusque mundi salute (vgl. 1 Tim 2,1—2). Nach dem Evangelium und der Homilie soll – besonders an den Sonntagen und gebotenen Feiertagen – das „Allgemeine Gebet“ oder „Gebet der Gläubigen“ wiedereingeführt werden, damit unter Teilnahme des Volkes Fürbitten gehalten werden für die heilige Kirche, für die Regierenden, für jene, die von mancherlei Not bedrückt sind, und für alle Menschen und das Heil der ganzen Welt (vgl. 1 Tim 2,1—2).

4 Zweites Vatikanisches Konzil, Konstitution über die heilige Liturgie (Sacrosanctum Concilium), Artikel 53: „Oratio communis“ seu „fidelium“, post Evangelium et homiliam, praesertim diebus dominicis et festis de praecepto, restituatur, ut, populo eam participante, obsecrationes fiant pro sancta Ecclesia, pro iis qui nos in potestate regunt, pro iis qui variis premuntur necessitatibus, ac pro omnibus hominibus totiusque mundi salute (vgl. 1 Tim 2,1—2). Nach dem Evangelium und der Homilie soll – besonders an den Sonntagen und gebotenen Feiertagen – das „Allgemeine Gebet“ oder „Gebet der Gläubigen“ wiedereingeführt werden, damit unter Teilnahme des Volkes Fürbitten gehalten werden für die heilige Kirche, für die Regierenden, für jene, die von mancherlei Not bedrückt sind, und für alle Menschen und das Heil der ganzen Welt (vgl. 1 Tim 2,1—2).

5 Zweites Vatikanisches Konzil, Konstitution über die heilige Liturgie (Sacrosanctum Concilium), Artikel 53: „Oratio communis“ seu „fidelium“, post Evangelium et homiliam, praesertim diebus dominicis et festis de praecepto, restituatur, ut, populo eam participante, obsecrationes fiant pro sancta Ecclesia, pro iis qui nos in potestate regunt, pro iis qui variis premuntur necessitatibus, ac pro omnibus hominibus totiusque mundi salute (vgl. 1 Tim 2,1—2). Nach dem Evangelium und der Homilie soll – besonders an den Sonntagen und gebotenen Feiertagen – das „Allgemeine Gebet“ oder „Gebet der Gläubigen“ wiedereingeführt werden, damit unter Teilnahme des Volkes Fürbitten gehalten werden für die heilige Kirche, für die Regierenden, für jene, die von mancherlei Not bedrückt sind, und für alle Menschen und das Heil der ganzen Welt (vgl. 1 Tim 2,1—2).

6 Zweites Vatikanisches Konzil, Konstitution über die heilige Liturgie (Sacrosanctum Concilium), Artikel 53: „Oratio communis“ seu „fidelium“, post Evangelium et homiliam, praesertim diebus dominicis et festis de praecepto, restituatur, ut, populo eam participante, obsecrationes fiant pro sancta Ecclesia, pro iis qui nos in potestate regunt, pro iis qui variis premuntur necessitatibus, ac pro omnibus hominibus totiusque mundi salute (vgl. 1 Tim 2,1—2). Nach dem Evangelium und der Homilie soll – besonders an den Sonntagen und gebotenen Feiertagen – das „Allgemeine Gebet“ oder „Gebet der Gläubigen“ wiedereingeführt werden, damit unter Teilnahme des Volkes Fürbitten gehalten werden für die heilige Kirche, für die Regierenden, für jene, die von mancherlei Not bedrückt sind, und für alle Menschen und das Heil der ganzen Welt (vgl. 1 Tim 2,1—2).

7 Fürbittgebet in der römisch-katholischen Liturgie: „Große Fürbitten“ (Karfreitag)

8 Fürbittgebet in der byzantinischen Liturgie: „Große Ektenie“ („Friedenslitanei“)

9 Fürbittgebet in der römisch-katholischen Liturgie: „Große Fürbitten“ (Karfreitag)

10 1. Für die heilige Kirche Lasst uns beten, Brüder und Schwestern, für die heilige Kirche Gottes, dass unser Gott und Herr ihr Frieden schenke auf der ganzen Erde, sie eine und behüte und uns ein Leben gewähre in Ruhe und Sicherheit zum Lob seines Namens. Beuget die Knie. Stille Erhebet euch. Allmächtiger, ewiger Gott, du hast in Christus allen Völkern deine Herrlichkeit geoffenbart. Behüte, was du in deinem Erbarmen geschaffen hast, damit deine Kirche auf der ganzen Erde in festem Glauben verharre. Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn. – Amen.

11 Es folgen neun weitere Gebetsanliegen nach demselben Schema.

12 Aufforderung zum Gebet (an alle gerichtet)
für die Kirche um Frieden, Einheit, Sicherheit Aufforderung zum Stillgebet (an alle gerichtet) Stilles Gebet Aufforderung, wieder zu stehen Abschließendes Gebet (an Gott gerichtet) „Amen“ (= Zustimmung!) →Der gesamte Ablauf wird zehnmal wiederholt !

13 Aufforderung zum Gebet (an alle gerichtet)
für die Kirche um Frieden, Einheit, Sicherheit für den Papst um Leben und Kraft Aufforderung zum Stillgebet (an alle gerichtet) Stilles Gebet Aufforderung, wieder zu stehen Abschließendes Gebet (an Gott gerichtet) „Amen“ (= Zustimmung!) →Der gesamte Ablauf wird zehnmal wiederholt !

14 Aufforderung zum Gebet (an alle gerichtet)
für die Kirche um Frieden, Einheit, Sicherheit für den Papst um Leben und Kraft für die gegliederte Kirche Aufforderung zum Stillgebet (an alle gerichtet) Stilles Gebet Aufforderung, wieder zu stehen Abschließendes Gebet (an Gott gerichtet) „Amen“ (= Zustimmung!) →Der gesamte Ablauf wird zehnmal wiederholt !

15 Aufforderung zum Gebet (an alle gerichtet)
für die Kirche um Frieden, Einheit, Sicherheit für den Papst um Leben und Kraft für die gegliederte Kirche für die Katechumenen um Sündenvergebung für die anderen Christen um Wahrheit und Einheit für die Juden um Treue zu Gottes Bund für die, die nicht an Christus glauben um den Heiligen Geist für die, die nicht an Gott glauben um Gemeinschaft mit Gott für die Regierenden um Geist nach Gottes Willen für die Notleidenden um Befreiung von Nöten Aufforderung zum Stillgebet (an alle gerichtet) Stilles Gebet Aufforderung, wieder zu stehen Abschließendes Gebet (an Gott gerichtet) „Amen“ (= Zustimmung!) →Der gesamte Ablauf wird zehnmal wiederholt !

16 Aufforderung zum Gebet (an alle gerichtet)
für die Kirche um Frieden, Einheit, Sicherheit für den Papst um Leben und Kraft für die gegliederte Kirche für die Katechumenen um Sündenvergebung für die anderen Christen um Wahrheit und Einheit für die Juden um Treue zu Gottes Bund für die, die nicht an Christus glauben um den Heiligen Geist für die, die nicht an Gott glauben um Gemeinschaft mit Gott für die Regierenden um Geist nach Gottes Willen für die Notleidenden um Befreiung von Nöten Aufforderung zum Stillgebet (an alle gerichtet) Stilles Gebet Aufforderung, wieder zu stehen Abschließendes Gebet (an Gott gerichtet) „Amen“ (= Zustimmung!) →Der gesamte Ablauf wird zehnmal wiederholt !

17 (um ...) (etwas sehr Allgemeines)
Aufforderung zum Gebet für ... Menschen (um ...) (etwas sehr Allgemeines)

18 Fürbittgebet in der byzantinischen Liturgie: „Große Ektenie“ („Friedenslitanei“)

19 Lasst uns beten zum Herrn. Kyrie eleison (Herr, erbarme dich).

20 Um Frieden und Heil lasst uns beten zum Herrn
Um Frieden und Heil lasst uns beten zum Herrn. Kyrie eleison (Herr, erbarme dich).

21 Um Frieden und Einheit lasst uns beten zum Herrn
Um Frieden und Einheit lasst uns beten zum Herrn. Kyrie eleison (Herr, erbarme dich).

22 Für diese Kirche + die Menschen lasst uns beten zum Herrn
Für diese Kirche + die Menschen lasst uns beten zum Herrn. Kyrie eleison (Herr, erbarme dich).

23 Für die gegliederte Kirche lasst uns beten zum Herrn
Für die gegliederte Kirche lasst uns beten zum Herrn. Kyrie eleison (Herr, erbarme dich).

24 Für Volk und Regierende lasst uns beten zum Herrn
Für Volk und Regierende lasst uns beten zum Herrn. Kyrie eleison (Herr, erbarme dich).

25 Für die Kirche überall lasst uns beten zum Herrn
Für die Kirche überall lasst uns beten zum Herrn. Kyrie eleison (Herr, erbarme dich).

26 Um gutes Wetter und gute Ernte lasst uns beten zum Herrn
Um gutes Wetter und gute Ernte lasst uns beten zum Herrn. Kyrie eleison (Herr, erbarme dich).

27 Für Reisende, Kranke, Leidende lasst uns beten zum Herrn
Für Reisende, Kranke, Leidende lasst uns beten zum Herrn. Kyrie eleison (Herr, erbarme dich).

28 Für die verfolgten Christen lasst uns beten zum Herrn
Für die verfolgten Christen lasst uns beten zum Herrn. Kyrie eleison (Herr, erbarme dich).

29 Um Befreiung von Not lasst uns beten zum Herrn
Um Befreiung von Not lasst uns beten zum Herrn. Kyrie eleison (Herr, erbarme dich).

30 Rette uns, Gott! Kyrie eleison (Herr, erbarme dich).

31 Lasst uns gemeinsam mit Maria und den Heiligen uns Christus anvertrauen! Dir, o Herr!

32 Schlussgebet. Amen.

33 um ... (etwas sehr Allgemeines)
Aufforderung zum Gebet für ... (Menschen) oder um ... (etwas sehr Allgemeines) Alle singen „Kyrie eleison“ → Dieser Ablauf wird zehnmal wiederholt ! Abschließendes Gebet an Gott „Amen“ (Zustimmung!)

34 Einige Beobachtungen

35 Die einzelnen Anliegen werden sprachlich nicht an Gott gerichtet, sondern an die Gemeinde! („Lasst uns beten für XYZ...“)

36 Es wird sehr oft zum Gebet „für“ jemanden aufgefordert, ohne näheren Inhalt.

37 Wenn überhaupt „um“ etwas gebetet wird, dann ist das sehr allgemein gehalten („Leben“, „Frieden“, „Einheit“), denn: Das Fürbittgebet setzt voraus, dass alle zustimmen können! („Amen“!)

38 → oratio communis / universalis → Gemeinsames/universelles Gebet
Es kommen keine speziellen Anliegen einer bestimmten Gemeinde zum Ausdruck, sondern Anliegen, denen alle im Glauben zustimmen können. → „Allgemeines Gebet“ → oratio communis / universalis → Gemeinsames/universelles Gebet

39 Es gibt nur drei Arten, wie Gott direkt angeredet wird: 1
Es gibt nur drei Arten, wie Gott direkt angeredet wird: 1. Im abschließenden Gebet – dieses Gebet wird erst durch das „Amen“ aller vollständig.

40 2. Durch die betende Gemeinde in Stille (römische Variante)

41 3. Durch die betende Gemeinde in einem an Gott gerichteten Ruf (byzantinische Variante)

42 Die Person, die die einzelnen Gebetsanliegen vorträgt, richtet sich aber nicht an Gott, sondern an die Gemeinde („lasst uns beten...“).

43 Nach dem II. Vatikanischen Konzil wurde eine Mischform aus römischer und byzantinischer Variante eingeführt.

44 lädt allgemein zum Gebet ein an alle „Gebetsanleiter/in“
Vorsteher/in (Eucharistiefeier: Bischof/Priester, Wort-Gottes-Feier: Gottesdienstleiter/in) lädt allgemein zum Gebet ein an alle „Gebetsanleiter/in“ (Eucharistiefeier: Diakon, Kantor/in, Lektor/in, Wort-Gottes-Feier: detto) trägt die einzelnen Anliegen vor an alle Alle beten in Stille oder durch einen Ruf an Gott spricht das Schlussgebet an Gott

45 „Die Reihenfolge der einzelnen Bitten soll in der Regel sein: a) für die Anliegen der Kirche, b) für die Regierenden und für das Heil der ganzen Welt, c) für alle von verschiedener Not Bedrückten, d) für die Ortsgemeinde.“ (Allgemeine Einführung in das Messbuch, Art. 46)

46 Was soll das?

47 Wenn ihr betet, sollt ihr nicht plappern wie die Heiden, die meinen, sie werden nur erhört, wenn sie viele Worte machen. Macht es nicht wie sie; denn euer Vater weiß, was ihr braucht, noch ehe ihr ihn bittet. (Mt 6,8—9)

48 Alles, worum ihr betet und bittet - glaubt nur, dass ihr es schon erhalten habt, dann wird es euch zuteil. (Mk 11,24)

49 Dein Wille geschehe. (Mt 6,10)

50 Das Allgemeine Gebet in der Liturgie dient nicht dazu, Gott von etwas zu überzeugen oder ihn umzustimmen. Es dient nicht dazu, Gott über irgendetwas zu informieren. Es dient nicht dazu, die Gemeinde über irgendetwas zu informieren.

51 Es ist nicht Ausdruck spontaner, persönlicher Anliegen – auch nicht der des Vorstehers oder derer, die die Liturgie vorbereitet haben. Es ist keine Fortsetzung der Predigt. Es ist kein Mittel, moralische oder politische Meinungen zu äußern. Es richtet sie nicht gegen irgendwen.

52 Das Allgemeine Gebet („universales Gebet“) ist ein rituelles Geschehen, in dem sich die Gemeinde zu einer Gebetsgemeinschaft verbindet und sich und andere und die ganze Welt dem Willen Gottes anvertraut.

53 Es ist ein ästhetisches Ereignis, in dem Gemeinschaft miteinander und das Vertrauen auf Gott eingeübt und erfahren wird.

54 Es ist so auszuformulieren, dass jeder Mensch, der an Christus glaubt, „Amen“ sagen kann.

55 Es bittet nicht um irgendwelche beliebigen Einzelanliegen, sondern es soll das, was ohnehin schon im Glauben besteht, erfahrbar machen: Gemeinschaft mit Gott im Vertrauen auf seine rettende Kraft.

56 Im Allgemeinen Gebet vertraut die Kirche die Bedürftigen dem Willen Gottes an.

57 Diese Bedürftigen sind - die Kirche selbst - alle, die Verantwortung tragen - alle Leidenden - wir selbst - alle - die ganze Schöpfung („Allgemeines/Universales Gebet“)

58 Es ist sinnvoll, dass die Aufforderung zu diesem Gebet vom Diakon ausgeht. Sein Amt repräsentiert die soziale Dimension Christi („der Diakon aller“, Mk 9,35). Daher passt es gut zum Profil des Diakonendienstes, der Gemeinde die Bedürftigen in Erinnerung zu rufen. Wenn kein Diakon da ist, übernimmt jemand anderes (Kantor/in, Lektor/in) seine Rolle.

59 Rollenaufteilung Vorsteher/in:
fordert zu Beginn allgemein zum Gebet auf spricht das abschließende zusammenfassende Gebet an Gott im Namen aller → alle bestätigen durch „Amen“

60 Rollenaufteilung Diakon bzw. „Gebetsanleiter/in“:
fordert mehrmals zum Gebet auf und nennt dabei das Anliegen („für...“, eventuell auch „um...“)

61 Rollenaufteilung Alle: beten zu Gott durch stilles Gebet
oder durch einen Ruf an Gott oder beides bestätigen das Vorstehergebet durch „Amen“

62 Rollenaufteilung Vorsteher/in: steht der Gemeinde vor
spricht laut im Namen der Gemeinde zu Gott Diakon / „Gebetsanleiter/in“: fordert die Gemeinde zum Gebet auf („Sozialdienst im Gebet“) Alle: sind Träger/innen des Gebetes an Gott

63 Übrigens: In der Wort-Gottes-Feier ist zum Abschluss der Fürbitten kein an Gott gerichtetes Vorstehergebet vorgesehen. Stattdessen wird zum Vaterunser übergeleitet, das geht ganz einfach zum Beispiel so: „Lasst uns all unsere Bitten vereinen in den Worten, die Jesus Christus uns gelehrt hat: ...“

64 Mein Vorschlag

65 Es muss bei den einzelnen Gebetsanliegen klar erkennbar sein, dass es sich um Aufforderungen (Einladungen) an die Gemeinde handelt. Die Gemeinde (Kirche) ist die eigentliche Trägerin des Gebets. Sie lebt ihre Berufung, indem sie Gott die Bedürftigen anvertraut. Dafür passt immer die Formulierung „Lasst uns beten für...“ oder „Für ... lasst uns beten (zum Herrn)“.

66 Beispiele: Lasst uns beten für alle Kinder, die ohne Eltern aufwachsen
Beispiele: Lasst uns beten für alle Kinder, die ohne Eltern aufwachsen. Für die Verantwortlichen in Politik und Justiz lasst uns beten zum Herrn.

67 Wenn man bei den Gebetsanliegen nur das für, aber kein um oder dass nennt, entgeht man der Gefahr, das Gebet zur politischen oder moralischen Meinungsäußerung zu machen, es zum Gebet gegen irgendwen zu machen oder den eigenen Willen zum Willen Gottes zu machen.

68 Nicht: „Für die Abgeordneten zum Nationalrat, dass sie morgen endlich das dringend nötige Gesetz zur Einführung der Homosexuellenehe beschließen.“ Auch nicht: „Für die Abgeordneten zum Nationalrat, dass sie morgen die Familien stärken und gegen die sogenannte Homosexuellenehe stimmen.“

69 Nicht: „Für die Abgeordneten zum Nationalrat, dass sie morgen endlich das dringend nötige Gesetz zur Einführung der Homosexuellenehe beschließen.“ Auch nicht: „Für die Abgeordneten zum Nationalrat, dass sie morgen die Familien stärken und gegen die sogenannte Homosexuellenehe stimmen.“

70 Nicht: „Für die Abgeordneten zum Nationalrat, dass sie morgen endlich das dringend nötige Gesetz zur Einführung der Homosexuellenehe beschließen.“ Auch nicht: „Für die Abgeordneten zum Nationalrat, dass sie morgen die Familien stärken und gegen die sogenannte Homosexuellenehe stimmen.“ Sondern: „Für die Abgeordneten zum Nationalrat, die in diesen Tagen vor schwierigen Entscheidungen stehen.“

71 Moralisch wertende Bezeichnungen oder Anspielungen gehören nicht in die Gebetsanliegen. Dem Gebet müssen alle zustimmen können. Das Gebet ist sonst kein Gebet mehr, sondern eine Meinungsäußerung. Streit in der Kirche ist notwendig, gehört aber nicht ins Fürbittgebet.

72 Nicht: „Für unsere Politiker, dass sie Wege zum Frieden und zur sozialen Gerechtigkeit finden.“ Denn das ist gar kein Gebet für die Politiker, sondern ein Wunsch für die Gesellschaft (wenn nicht sogar eine Handlungsaufforderung)! Sondern zum Beispiel so: „Für die politisch Verantwortlichen in unserem Land in ihren schwierigen Aufgaben.“

73 Nicht: „Für unsere Kinder, dass wir ihnen gute Eltern sein können
Nicht: „Für unsere Kinder, dass wir ihnen gute Eltern sein können.“ Denn das ist gar kein Gebet für die Kinder, sondern eher eine „Selbstermahnung“ der Eltern! Sondern zum Beispiel so: „Lasst uns beten für unsere Kinder, die auf Menschen angewiesen sind, die sie ins Leben führen.“

74 Sondern zum Beispiel so:
Nicht: „Dass wir verstehen, wie wir einen Beitrag zur Erhaltung der Umwelt leisten können.“ Hier signalisiert jemand: Ich weiß, dass Umweltschutz ein wichtiges Anliegen ist, und ich erwarte von euch, dass ihr euch dem anschließt. Aber es wird gar nicht „für“ jemanden gebetet, sondern eigentlich eine Handlungsanweisung erteilt: „Tut etwas für die Umwelt!“ (Aber das gehört nicht ins Fürbittgebet, sondern in die Predigt oder in den Pfarrbrief.) Sondern zum Beispiel so: „Lasst uns für uns selbst beten in unserer Verantwortung für die Schöpfung.“

75 „Für unsere Kranken, dass sie besucht und getröstet werden.“
Nicht: „Für unsere Kranken, dass sie besucht und getröstet werden.“ Denn das ist gar kein Gebet für die Kranken, sondern eine Selbstvergewisserung unserer eigenen moralischen Pflicht! Und was ist mit den Kranken, die vielleicht gar nicht besucht werden wollen, sondern lieber alleine sind? Sondern zum Beispiel ganz einfach so: „Lasst uns für alle Menschen beten, die an Leib und Seele krank sind.“

76 Wenn man doch unbedingt einmal „um“ etwas Bestimmtes beten möchte, dann sollte man das Anliegen sehr allgemein halten, so dass alle im Glauben zustimmen können.

77 Beispiele: Um Frieden in Syrien und in allen Kriegsgebieten lasst uns beten zu Gott. Lasst uns beten um Weisheit und Ausdauer für alle Eltern, alle Lehrerinnen und Lehrer und alle, die Kinder und Jugendliche auf ihrem Lebensweg begleiten.

78 Man kann ein „um“-Anliegen auch wie eine Überschrift über alle anderen Anliegen stellen.

79 (V:) Lasst uns beten um die Gaben des Heiligen Geistes
(V:) Lasst uns beten um die Gaben des Heiligen Geistes. (D/L:) Für alle christlichen Gemeinden. Für die Regierenden. Für die Kranken. Für uns selbst.

80 Die einzelnen Fürbitten dürfen niemals verklausulierte Aufforderungen oder Belehrungen oder Selbstermahnungen sein.

81 Nicht: Für die Flüchtlinge in unserer Stadt, dass wir kreativ nach Wegen suchen, ihnen zu helfen, und dass möglichst viele aus unserer Pfarre diese Arbeit unterstützen und sich nicht beirren lassen von den anderen, die gegen die Flüchtlingshilfe sind. Das ist nämlich gar kein Gebet für die Flüchtlinge, sondern eine Ermahnung an die Gemeinde und Kritik an den Gegnern!

82 Sondern: Lasst uns beten für die Flüchtlinge in unserer Stadt und für alle, die ihnen helfen. Lasst uns auch beten für alle, die Vorbehalte gegen Fremde oder Angst vor ihnen haben.

83 Auf die Gebetsaufforderung muss auch Gebet folgen
Auf die Gebetsaufforderung muss auch Gebet folgen! Entweder Zeit der Stille oder Ruf (an Gott) singen oder beides

84 Manchmal sind „informative“ Teile im Fürbittgebet durchaus sinnvoll, denn: Aus konkreten Anlässen kann ein umfassendes Gebetsanliegen entstehen. Aber auch hier: keine Belehrung, kein Referat, sondern Gebetssprache!

85 Nicht: Heute ist der dreiundsiebzigste Jahrestag der Hinrichtung des seligen Franz Jägerstätter. Er ist uns ein Vorbild in seinem Mut, gegen das nationalsozialistische Regime aufzutreten. Er hat für seine Überzeugung sogar den Tod auf sich genommen und wurde am 9. August 1943 ermordet. An ihm nehmen wir uns ein Beispiel. Beten wir jetzt für alle, die heute unter staatlichem Terror leiden und sich für das Gute einsetzen.

86 Sondern: Am Jahrestag der Hinrichtung Franz Jägerstätters lasst uns beten für alle, die sich in unserer Zeit gegen Krieg und Unrecht, für Frieden und Gerechtigkeit einsetzen.

87 Aktuelle Anliegen können und sollen in das Allgemeine Gebet hineingeholt werden. Sie greifen brennende Sorgen auf und geben abstrakten Anliegen ein Gesicht. Dennoch soll sich der Blick immer über den konkreten Anlass hinaus weiten.

88 Man kann vom allgemeinen Anliegen zum konkreten Einzelfall überleiten: „Lasst uns beten für ..., besonders für ...“ Oder umgekehrt vom Einzelfall zum Allgemeinen übergehen: „Lasst uns beten für XYZ und für alle ...“

89 Beispiele: Lasst uns beten für alle Kranken, heute besonders für unsere frühere Pastoralassistentin Helene Huber, die mit dem Tod ringt. Für die Opfer des gestrigen Amoklaufs in Helsinki und für alle, die von Gewalt, Unglück und schwerem Schicksal geschlagen sind.

90 Lange Texte erschweren das Verständnis (Texte sind den Hörenden unbekannt!). Einheitlicher sprachlicher Rhythmus hilft beim Textverständnis.

91 Hin und wieder sollte man sich die im Messbuch vorgeschlagene Reihenfolge der Anliegen ins Bewusstsein rufen: Kirche – Regierende/Welt – Notleidende – eigene Gemeinde

92 Hier ein Beispiel für ein solches sprachlich einfaches, aber inhaltlich allumfassendes Allgemeines Gebet: (Es handelt sich um eine gekürzte Form von: Liborius Olaf Lumma: Für-Bitten. An Werktagen, Heiligenfesten und zu besonderen Anlässen. 2. Auflage Innsbruck/Wien S. 10)

93 V: Lasst uns voll Vertrauen beten zu Gott, unserem Vater
V: Lasst uns voll Vertrauen beten zu Gott, unserem Vater. R: Kyrie eleison. D: Lasst uns beten für unsere Kirche und für alle christlichen Kirchen. D: Lasst uns beten für die Regierenden in unserem Land und allen Ländern der Erde. D: Lasst uns beten für alle Menschen, die Not leiden. D: Lasst uns beten für uns selbst, die wir hier versammelt sind. D: Lasst uns beten für unsere Verstorbenen. V: Gütiger Gott, du hörst die Stimme deiner Kirche, die zu dir ruft. Für deine liebende Nähe danken wir dir, wir loben und preisen dich im Heiligen Geist durch Jesus Christus, unseren Herrn. A: Amen.

94 Wenn wir nun die Einleitung und den Schluss weglassen, bleiben folgende fünf Anliegen, die uns jetzt gut als Raster dienen können:

95 Lasst uns beten für unsere Kirche und für alle christlichen Kirchen
Lasst uns beten für unsere Kirche und für alle christlichen Kirchen. Lasst uns beten für die Regierenden in unserem Land und allen Ländern der Erde. Lasst uns beten für alle Menschen, die Not leiden. Lasst uns beten für uns selbst, die wir hier versammelt sind. Lasst uns beten für unsere Verstorbenen.

96 Je nach konkretem Anlass können wir jetzt aktuelle Anliegen in dieses Raster einfügen. Hier ein paar Beispiele:

97 Lasst uns beten für unsere Kirche und für alle christlichen Kirchen
Lasst uns beten für unsere Kirche und für alle christlichen Kirchen. Lasst uns beten für die Regierenden in unserem Land und allen Ländern der Erde. Lasst uns beten für alle Menschen, die Not leiden. Lasst uns beten für uns selbst, die wir hier versammelt sind, heute besonders für Waltraud an ihrem 70. Geburtstag. Lasst uns beten für unsere Verstorbenen.

98 Lasst uns beten für unsere Kirche und für alle christlichen Kirchen
Lasst uns beten für unsere Kirche und für alle christlichen Kirchen. Lasst uns beten für die Regierenden in unserem Land und allen Ländern der Erde, besonders in Syrien und allen Kriegsgebieten. Lasst uns beten für alle Menschen, die Not leiden. Lasst uns beten für uns selbst, die wir hier versammelt sind. Lasst uns beten für unsere Verstorbenen.

99 Lasst uns beten für unsere Kirche und für alle christlichen Kirchen
Lasst uns beten für unsere Kirche und für alle christlichen Kirchen. Lasst uns beten für die Regierenden in unserem Land und allen Ländern der Erde. Lasst uns beten für alle Menschen, die Not leiden, besonders diejenigen, die in unseren Tagen vor Krieg und Hunger fliehen und keine neue Heimat finden. Lasst uns beten für uns selbst, die wir hier versammelt sind. Lasst uns beten für unsere Verstorbenen.

100 Lasst uns beten für unsere Kirche und für alle christlichen Kirchen
Lasst uns beten für unsere Kirche und für alle christlichen Kirchen. Lasst uns beten für die Regierenden in unserem Land und allen Ländern der Erde. Lasst uns beten für alle Menschen, die Not leiden. Lasst uns beten für uns selbst, die wir hier versammelt sind. Lasst uns beten für unsere Verstorbenen, heute besonders für Herbert Schneider an seinem 5. Todestag.

101 Je nach konkretem Anlass kann ein Anliegen auch einmal durch ein anders ersetzt werden.

102 Lasst uns beten für unsere evangelische Nachbargemeinde, die heute den Reformationstag feiert. Lasst uns beten für die Regierenden in unserem Land und allen Ländern der Erde. Lasst uns beten für alle Menschen, die Not leiden. Lasst uns beten für uns selbst, die wir hier versammelt sind. Lasst uns beten für unsere Verstorbenen.

103 Lasst uns beten für unsere Kirche und für alle christlichen Kirchen
Lasst uns beten für unsere Kirche und für alle christlichen Kirchen. Lasst uns beten für die Opfer des gestrigen Anschlags in Mailand und für alle Menschen, die um sie trauern. Lasst uns beten für alle Menschen, die Not leiden. Lasst uns beten für uns selbst, die wir hier versammelt sind. Lasst uns beten für unsere Verstorbenen.

104 Lasst uns beten für alle Menschen gleich welchen Glaubens, die sich überall auf der Welt für Frieden einsetzen. Lasst uns beten für die Regierenden in unserem Land und allen Ländern der Erde. Lasst uns beten für alle Menschen, die Not leiden. Lasst uns beten für uns selbst, die wir hier versammelt sind. Lasst uns beten für unsere Verstorbenen.

105 Zu besonderen Anlässen können auch ganz neue Gebetsanliegen entstehen, hier ein Beispiel für ein Begräbnis:

106 Für den verstorbenen Otto Ringmüller lasst uns beten zum Herrn
Für den verstorbenen Otto Ringmüller lasst uns beten zum Herrn. Für seine Witwe Marlies, für seine Kinder, für die Angehörigen und alle Menschen, die um ihn trauern, lasst uns beten zum Herrn. Für alle Menschen, die angesichts des Todes keine Hoffnung haben, lasst uns beten zum Herrn. Für alle Menschen, die Not leiden, besonders jene, die in diesen Stunden dem Tod nahe sind, lasst uns beten zum Herrn. Für alle Kinder, die heute geboren werden, lasst uns beten zum Herrn.

107 Fürbitten so vorzutragen, dass sie für die Gemeinde zu einer ästhetischen Erfahrung von Gebetsgemeinschaft werden, verlangt mindestens so gute Vorbereitung wie das Vortragen einer Schriftlesung. (Ist das nicht oft für Kinder eine Überforderung?)

108 Es sollte nur eine einzige Person (oder allenfalls zwei Personen abwechselnd) die Anliegen vortragen. Der Wechsel von Stimmen (womöglich sogar Orten) erschwert es, das Gehörte aufzunehmen. Wenn sich eine Schlange wie an der Supermarktkassa bildet, hilft das der Gemeinde wenig beim Gebet.

109 Der Ambo sollte eher nicht für die Fürbitten genutzt werden, denn es handelt sich bei ihnen weder um Schriftlesung noch sonst eine Form von Verkündigung. Besser ist ein anderer Ort im Kirchenraum, der optisch, vor allem aber akustisch geeignet ist.

110 Gewiss leistet geschlechtergerechte Sprache einen wichtigen Beitrag, Frauen deutlicher ins Bewusstsein zu rufen. Fürbittgebet ist aber ein ästhetisches Ereignis, es braucht keine technische Fachsprache, sondern Poesie.

111 Nicht: „Für die in unserer Pfarre tätigen Pastoralassistentinnen und Pastoralassistenten, Kantoren und Kantorinnen, Ministrantinnen und Ministranten, Chorsänger und –sängerinnen, Lektorinnen und Lektoren und die Erzieher und Erzieherinnen im Pfarrkindergarten.“

112 Sondern: „Für alle, die in unserer Pfarre in Seelsorge und Liturgie und in der Betreuung unserer Kinder tätig sind.“

113 Wenn man es aber doch konkreter möchte, kann man im Laufe der Zeit immer wieder dieselbe Fürbitte verwenden und jedesmal eine andere Gruppe beispielhaft nennen: „Für alle, die in unserer Pfarre Dienst tun, heute besonders für unsere Organistinnen und Organisten.“ Am folgenden Sonntag: „Für alle, die in unserer Pfarre Dienst tun, heute besonders für unsere Ministrantinnen und Ministranten.“ usw.

114 Wenigstens der Ruf (z.B. „Kyrie eleison“) sollte gesungen werden.
(Zum Beispiel Gotteslob 619,5+6; 104, oder deutsch „Herr, erbarme dich unser, 134) Wenn möglich, sollten auch die einzelnen Anliegen gesungen (kantilliert) werden.

115 Es kann sinnvoll sein, eine bestimmte Textvorlage immer wieder zu verwenden (Erfahrung der Vertiefung!) und dann ggfs. durch aktuelle Anliegen zu erweitern. Siehe dazu die Beispiele oben.

116 Mögliche Einwände

117 In vielen Fürbitten wird nicht zum Gebet aufgerufen, sondern der Text richtet sich direkt an Gott (z.B. in den Fürbitttexten im Stundenbuch, Messbuch, Gotteslob usw.).

118 In vielen Fürbitten wird nicht zum Gebet aufgerufen, sondern der Text richtet sich direkt an Gott (z.B. in den Fürbitttexten im Stundenbuch, Messbuch, Gotteslob usw.). Das stimmt! Aber ich halte es für ein Missverständnis; das ist nicht das, was das Konzil „wiedereinführen“ wollte. Außerdem verschiebt es die Rollen von Vorsteher, Diakon, Gemeinde...

119 Nicht alle Fürbitt-Vorlagen sind an Gottvater gerichtet, sondern oft auch an Christus oder die Dreifaltigkeit (z.B. beim Ruf „Christus, höre uns“).

120 Nicht alle Fürbitt-Vorlagen sind an Gottvater gerichtet, sondern oft auch an Christus oder die Dreifaltigkeit (z.B. beim Ruf „Christus, höre uns“). Stimmt, aber das grundlegendste Verständnis von Liturgie lautet immer „zum Vater durch den Sohn“. Es ist sicher nicht falsch, zu Christus oder zur Dreifaltigkeit zu beten, aber ich sehe dafür einfach keine Notwendigkeit.

121 Wäre es nicht wichtiger, das „um“ deutlicher zu benennen anstatt nur zum „für“ aufzurufen?

122 Wäre es nicht wichtiger, das „um“ deutlicher zu benennen anstatt nur zum „für“ aufzurufen?
Das „um“ ist an sich nicht falsch, aber es ist oft ideologie-gefährdet (ich mache mein Gebet zum Gebet der anderen!); siehe dazu die vielen Beispiele oben.

123 Wäre es nicht sinnvoller, vor allem für uns selbst zu beten?

124 Wäre es nicht sinnvoller, vor allem für uns selbst zu beten?
Das Gebet „für uns“ ist in der offiziellen Reihe ja vorgesehen, aber es ist eben nur ein einziges Anliegen unter mehreren, und es steht am Schluss. Also: Es geht im „Für“-Bitt-Gebet zunächst um andere, nicht um mich/uns selbst. Erst am Ende des Gebetes, nachdem wir für andere gebetet haben, reihen wir uns auch selbst unter die Bedürftigen ein.

125 Liturgisches Fürbittgebet („Allgemeines Gebet“, „Gebet der Gläubigen“) folgt eigenen Rollen, Inhalten und einer eigenen Ästhetik. Daher sind Überlegungen für das private Gebet (Was darf ich Gott sagen?) nicht auf das liturgische Fürbittgebet anwendbar.

126 Das bedeutet auch, dass spontanes Sammeln von Gebeten („Jetzt kann jeder sein Gebet vortragen“) nicht dem Sinn des liturgischen Fürbittgebetes entspricht. Liturgisches Fürbittgebet ist etwas anderes als eine Sammlung persönlicher Anliegen. Es ist das Gebet der ganzen Kirche „für alle und für alles“ (so ein Ausdruck in der byzantinischen Eucharistiefeier).

127 Das Ritual des Allgemeinen Gebets zeigt auch die Bedeutung verschiedener liturgischer Ämter:

128 Das Ritual des Allgemeinen Gebets zeigt auch die Bedeutung verschiedener liturgischer Ämter: Vorsteher/in sein heißt: Im Namen der Gemeinde (Kirche) die Stimme öffentlich zu Gott erheben.

129 Das Ritual des Allgemeinen Gebets zeigt auch die Bedeutung verschiedener liturgischer Ämter: Diakon sein heißt: Verantwortung tragen, dass das Bewusstsein für die Bedürftigen immer neu belebt wird.

130 Das Ritual des Allgemeinen Gebets zeigt auch die Bedeutung verschiedener liturgischer Ämter: Gemeinde sein heißt: Das Geschehen durch das eigene „Amen“ tragen und so Gemeinschaft zu stiften. Ohne die Zustimmung der Gemeinde ist alles hinfällig.

131 Im Allgemeinen Gebet tritt die Kirche als Sprecherin der erlösungsbedürftigen Schöpfung vor Gott und vertraut sich, die Bedürftigen und die ganze Schöpfung seinem Willen an.

132 Die christliche Berufung (= Gnade und Verpflichtung) besteht darin, in der Gemeinschaft der Glaubenden im Namen der ganzen Schöpfung vor Gott zu stehen. Diese Berufung lebt die Kirche im Allgemeinen Gebet.


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