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Psychosoziales Zentrum für Flüchtlingen(PSZ) des Deutschen Roten Kreuzes, Saarbrücken Landesverband Saarland SIETAR Forum 2016 17.- 21. Februar 2016, Bonn.

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Präsentation zum Thema: "Psychosoziales Zentrum für Flüchtlingen(PSZ) des Deutschen Roten Kreuzes, Saarbrücken Landesverband Saarland SIETAR Forum 2016 17.- 21. Februar 2016, Bonn."—  Präsentation transkript:

1 Psychosoziales Zentrum für Flüchtlingen(PSZ) des Deutschen Roten Kreuzes, Saarbrücken Landesverband Saarland SIETAR Forum Februar 2016, Bonn – Gustav Stresemann Institut

2 W.B. Emminghaus: SIETAR-Forum Das Flüchtlingsproblem und die Probleme der Flüchtlinge Schutzbedürftigkeit und rechtliche und administrative Fragen Unterbringung, Verteilung und Versorgung (Obdach, Kleidung, Nahrung) Flucht, Traumatisierung, Aufnahme und Behandlungsmöglichkeit Integration, Partizipation und sozialer Friede

3 W.B. Emminghaus: SIETAR-Forum 20163

4 W.B. Emminghaus: SIETAR-Forum 20164

5 W.B. Emminghaus: SIETAR-Forum 20165

6 W.B. Emminghaus: SIETAR-Forum 20166

7 Der Flüchtling: rechtliche Aspekte Nach der Genfer Flüchtlingskonvention ist ein Flüchtling jede Person, die „(…) aus der begründeten Furcht vor Verfolgung wegen ihrer Rasse, Religion, Nationalität, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen Überzeugung sich außerhalb des Landes befindet, dessen Staatsangehörigkeit sie besitzt, und den Schutz dieses Landes nicht in Anspruch nehmen kann oder wegen dieser Befürchtungen nicht in Anspruch nehmen will.“ Asylberechtigte (Artikel 16 GG) AufenthG § 60.1 bis 7 Asylbewerber/innen (AsylVfG) Geduldete – Aussetzung der Abschiebung W.B. Emminghaus: SIETAR-Forum 20167

8 Rechtsstatus Aufenthaltsgestattung während des Asylverfahrens Duldung nach negativem Abschluss des Asylverfahrens Aufenthaltserlaubnis Abschiebehindernis nach § 60.1, => Erhalt einer nach § 25.2, Erhalt eines Flüchtlingspasses Aufenthaltserlaubnis Abschiebehindernis nach § 60.7, => Erhalt einer AE nach § 25.3, Vorlage eines nationalen Reisepasses notwendig (Ausnahmen nur unter ganz besonderen Bedingungen, dann Ausweisersatzpapier) W.B. Emminghaus: SIETAR-Forum 20168

9 Gruppen im Kultur-Kontakt freiwillig unfreiwillig Sesshaft ethnische Gruppen Einheimische (Inländer) Mobilität Migration ausländische Arbeitnehmer, Flüchtlinge ausländische Studenten, - Asylbewerber, Touristen W.B. Emminghaus: SIETAR-Forum 20169

10 Ausländische und deutsche „Flüchtlinge “ ja nein Asylbewerber Aussiedler Flüchtling ja Asylberechtigte Übersiedler Kontingentflüchtling Austauschstudenten einheimische Bürger (Neu-Bürger) nein „Gastarbeiter“ W.B. Emminghaus: SIETAR-Forum

11 Migrantengruppen Migrant/in: jede/r mit mindestens einem Elternteil, dessen/deren Geburtsort im Ausland liegt. (Spät-)Aussiedler Ausländische Arbeitnehmer Hier geborene, auch Eingebürgerte Flüchtlinge Asylbewerber und Geduldete W.B. Emminghaus: SIETAR-Forum

12 Flüchtling zwischen Vertreibung und Aufnahme a. Weg vom Herkunftsland (push) b. Hin zum Zielland(pull) c. Hinein ins Ungewisse(plonge) d. „Ins Wasser geworfen, aber verboten zu schwimmen“ W.B. Emminghaus: SIETAR-Forum

13 Gründe für psychischen Belastungen a. Social selection: Menschen, die zu uns kommen, haben Schlimmes erlebt und sind deswegen beeinträchtigt. b. Social causation: Menschen, die zu uns kommen, werden schlecht behandelt und sind deshalb beeinträchtigt W.B. Emminghaus: SIETAR-Forum

14 Bürgerkrieg seit März 2011 Im Norden Syriens 2,1 Mio Einwohner (2011) Zweitgrößte Stadt nach Damaskus Seit 2012 im Zuge des Bürgerkriegs umkämpft Weite Teile zerstört Viele Einwohner geflohen Eine exemplarische Herkunftsstadt: Aleppo, Syrien W.B. Emminghaus: SIETAR-Forum 2016

15 Schlepper Hunger/Durst Lebensgefahr (auf dem Mittelmeer) Tod von Mitreisenden Politische Änderungen im Erstaufnahmeland (Ägypten, Türkei, Libanon…) Fluchtvorgeschichte W.B. Emminghaus: SIETAR-Forum 2016

16 Ein exemplarischer Fluchtweg Kassem K. aus Damaskus, Syrien Flucht aufgrund der wirtschaftlichen- und Sicherheitslage: „Es besteht ständig die Gefahr, dass eine Autobombe explodiert“ Flucht über Libanon, Türkei, Griechenland nach Deutschland „Es war ein lebensgefährliches Unterfangen“ Von einem Schlepper von Istanbul in abgelegenes Dorf gebracht worden, weiter zu Fuß im Dunkeln, um nicht von türkischen Sicherheitskräften entdeckt zu werden Große Flüchtlingsgruppen mithilfe aufblasbarer Boote Flüsse überquert, zwei Nächte ohne Nahrung unterwegs In Griechenland wartet weiterer Schlepper: „Ich musste mit zwei weiteren Personen in den Kofferraum steigen. Wir wären dort fast erstickt.“ Mit gefälschten Ausweisdokumenten über Luftweg weiter, festgenommen und inhaftiert Nach Entlassung gelingt beim vierten Versuch die Einreise nach Deutschland W.B. Emminghaus: SIETAR-Forum

17 Flüchtlinge in Beratungssituationen Wohnungsgeber. Ein 28jähriger Syrer bekommt in einer deutschen Familie ein Zimmer. Die Familie nimmt ihn freundlich auf, und er nimmt am gemeinsamen Abendessen teil. Eines Abends gibt ihm der 8jährige Sohn nach dem Abendessen einen Kuss auf die Wange. Der syrische Mann gibt dem Jungen später selbst einen Kuss auf die Wange. Die deutsche Familie zeigt ihn an wegen Kindesmissbrauchs. Der Syrer ist entsetzt. Er ist sich keiner Schuld bewusst. Ehrenamtliche. Ein Ehrenamtlicher besucht eine arabische Familie aus Syrien. Als er die Frau des Hauses begrüßen will, weigert sie sich, ihm die Hand zu geben. Der Ehrenamtliche ist enttäuscht. Er besteht darauf, per Handschlag begrüßt zu werden. In bestimmendem ärgerlichem Ton belehrt er die Frau, sie müsse sich ans Handgeben gewöhnen, wenn sie sich integrieren wolle. Ehrenamtliche. Eine ehrenamtlich tätige Frau betreut eine syrische Familie. Sie schlägt vor, gemeinsam auszugehen und hat vor, die Familie einzuladen. Am Ende des Essens (die deutsche Frau isst vergleichsweise viel, die Araber halten sich zurück) bietet der Ehemann an, die Rechnung zu bezahlen. Die deutsche Frau nimmt das Angebot an. Der Mann bezahlt und ist enttäuscht. In den Tagen danach erhält die Familie ein Geschenk von der Frau und ist ratlos, was sie damit anfangen soll W.B. Emminghaus: SIETAR-Forum

18 Flüchtlinge in Beratungssituationen JobCenter. Eine syrisches Ehepaar bezieht nach seiner Anerkennung öffentliche Mittel, der 67jährige Mann ist in Rente, die 53jährige Frau bekommt Hartz IV vom JobCenter. Sie ist verpflichtet, am Integrationskurs teilzunehmen. Auch ist sie verpflichtet, zu arbeiten. Die Ehefrau ist Analphabetin, hat nie gearbeitet und hält sich auch für zu alt, um noch zu arbeiten. Es droht eine Kürzung der Leistungen, wenn sie nicht zum Integrationskurs geht. Behördenkommunikation. Ein Sprachmittler geht mit einem syrischen Klienten zum JobCenter. Er ist mit dem Mitarbeiter gut bekannt, will ihm die Hand geben. Dieser weist daraufhin, dass er krank sei. Der Handschlag unterbleibt. Der Klient, der das beobachtet hat, ist verwundert, dass der Sprachmittler das so hingenommen hat. Auch hatte er gelernt, dass man sich bie Behörden eigentlich nie die Hand gibt W.B. Emminghaus: SIETAR-Forum

19 Individuumzentrierte Therapie (Einzeltherapie und Gruppenmaßnahmen) Psychosoziales Zentrum für Flüchtlinge des DRK 1. für Bleiberechtigte: Standort Saarbrücken-Burbach mit Einzugsbereich Saarbrücken-West und Völklingen 2. für Asylbewerber und Geduldete: Standort Lebach für Bewohner und Bewohnerinnen der Landesaufnahmestelle Lebach (zur Zeit 3000) und landesweitem Einzugsbereich 3. Koordinierungsstelle mit der Psychotherapeutenkammer des Saarlandes Psychosoziales Zentrum, Vollweidstr. 2, D Saarbrücken, Tel.0681/ Fax. 0681/ / Ostpreußenstraße 14, Tel.06881/537766, Fax: 06881/ W.B. Emminghaus: SIETAR-Forum

20 1. Psychoedukative Maßnahmen: Die Flüchtlinge werden in den Integrationskursen aufgeklärt über die Flucht und Migration verbundenen psychologischen Prozesse, über den Verlauf von Traumatisierung und Akkulturationsstörungen. Sowie über Möglichkeiten der Selbststeuerung und Inanspruchnahme von Therapieangeboten. Ein kontinuierlicher Austausch der Flüchtlinge untereinander wird begleitet. 2. Individuelle Unterstützung: Die Betroffenen können ihre individuellen Erlebnisse im geschützten therapeutischen Rahmen aufarbeiten, ggf. wird auch zu Fachkliniken und Therapeuten vermittelt. 3. Mobiler therapeutischer Einsatz: Die Beratung der Flüchtlinge finden im Beratungszentrum des DRKs statt, erfolgen aber auch vor Ort bei Hausbesuchen und in Einrichtungen der Flüchtlingsunterbringung W.B. Emminghaus: SIETAR-Forum Maßnahmen im AMIF-HOPE-Projekt

21 Das Flüchtlingssyndrom eine komplexe Belastungsstörung W.B. Emminghaus: SIETAR-Forum

22 ICD F 43 – Reaktionen auf schwere Belastungen und Anpassungsstörungen 43.0 – Akute Belastungsreaktion (Betäubung; Desorientierung; vegetative Erregung) 43.1 – Posttraumatische Belastungsstörung (Flashbacks; emotionale Stumpfheit; Vermeidungsverhalten; Hypervigilanz) 43.2 – Anpassungsstörungen (depressive Stimmung; Angst; Besorgnis; ein Gefühl, unmöglich zurecht zu kommen; vorausplanen (…) zu können; Einschränkung bei der Bewältigung alltäglicher Routine) W.B. Emminghaus: SIETAR-Forum

23 Fünf Hauptkriterien der posttraumatischen Belastungsstörung Symptom -gruppen Erlebnis eines Traumas Intrusionen (= unwillkürliche und belastende Erinnerungen an das Trauma) Vermeidungsverhalten und allgemeiner emotionaler Taubheitszustand anhaltendes physiologische Übererregung die Symptome dauern länger als einen Monat W.B. Emminghaus: SIETAR-Forum

24 Komplexe PTSD - Störungen der Affektregulation - Bewusstseinsveränderungen - Gestörte Selbstwahrnehmung - Gestörte Wahrnehmung des Täters - Beziehungsprobleme - Veränderung des Wertesystems Ausgelöst durch das Erleiden von z.B. Krieg, Gefangenschaft oder ethnischer Verfolgung über einen langen Zeitraum Hermann W.B. Emminghaus: SIETAR-Forum

25 TraumatypSymptomeVerarbeitung NaturkatastrophenEinschlaf- oder Durchschlafstörungen Konzentrationsschwierig- keiten Hypervigilanz (Überwachheit, überzogene Achtsamkeit bzw. Reaktionsbereitschaft) Überzogene Schreckreaktionen Unvorhersehbarkeit der Welt Einsicht in Grenzen Technische Desaster Nebeneffekt des Fortschritts Vorsichtsmaßnahmen Kriege, ethnische Konflikte Intendierte Gewalt, Hass Gegenwehr, Totstellen, Schutz Traumatypen und Verarbeitung W.B. Emminghaus: SIETAR-Forum

26 1.Die Verwendung von Deutungen, deren Begründung und Basis 2.Umfang und Art der verbalen Interaktion zwischen Klient und Therapeut 3.Rolle der verbalen Kommunikation 4.Rollendifferenzierung zwischen Klient und Therapeut 5.Relatives Gewicht von körperlichen und psychologischen Belastungen 6.Die Rolle von Ritualen in der Psychotherapie 7.Der Gebrauch von Metaphern, Vorstellungen, Mythen und Geschichtenerzählen in der Psychotherapie 8.Die Art der Therapeut – Klient – Beziehung (Draguns 1999, S. 470) Kulturabhängige Komponenten bei Interventionen bei PTSD W.B. Emminghaus: SIETAR-Forum

27 Aufenthalt in Deutschland - Trauma des Exils - Kulturschock fremde Kultur und Religion fremde Sprache Diskriminierung Kein bzw. erschwerter Zugang zum Arbeitsmarkt schlechte Wohnsituation Missverständnisse mit Behörden unsicherer Aufenthaltsstatus W.B. Emminghaus: SIETAR-Forum

28 Kulturschock (ICD – 10; F43.28) W.B. Emminghaus: SIETAR-Forum Hier handelt es sich um Zustände von subjektivem Leiden und emotionaler Beeinträchtigung, die soziale Funktionen und Leistungen behindern und während des Anpassungsprozesses nach einer entscheidenden Lebensveränderung, nach einem belastenden Lebensereignis oder auch nach schwerer körperlicher Krankheit auftreten. Die Belastung kann die Unversehrtheit des sozialen Netzes betroffen haben (...), das weitere Umfeld sozialer Unterstützung oder soziale Werte (...)... Die Anzeichen sind unterschiedlich und umfassen depressive Stimmung, Angst, Besorgnis (oder eine Mischung von diesen), ein Gefühl, unmöglich zurechtzukommen, vorausplanen oder in der gegenwärtigen Situation fortfahren zu können, Betreffende kann sich so fühlen, als stehe er kurz vor dramatischem Verhalten oder Gewaltausbrüchen, wozu es aber selten kommt. Die Störung beginnt im allgemeinen innerhalb 1 Monats nach dem belastenden Ereignis oder der Lebensveränderung. Die Symptome halten meist nicht länger als 6 Monate an, außer bei der längeren depressiven Reaktion (F43.21).

29 Symptome von Kulturschock / akkulturativen Störungen 1. entscheidende Lebensveränderung: Migration Negative Lebensereignisse verbunden mit der Migration (z.B. Änderung der Wohnsituation, Trennung von Eltern) 2. Subjektives Leid/ emotionale Beeinträchtigung Heimweh, Fremdheits- und Ohnmachtsgefühl, Einsamkeit, Sehnsucht 3. Behinderung sozialer Funktionen und Leistungen Rückzug, eingegrenzte Leistungsfähigkeit, eingegrenzte Möglichkeit zur Ausübung des Hobbies 4. somatische Störungen Ess-Störungen, Schlafstörungen, Kopf- und Magenschmerzen 5. zeitlicher Verlauf U-Kurve als normaler Verlauf, der therapeutisch gestützt werden muss W.B. Emminghaus: SIETAR-Forum

30 Abhängigkeitssyndrom Die Lage des Flüchtlings in Deutschland: - Institutionalisiertes Versorgungssystem / Kontrollsystem - Passives Abwarten (Asylantrag) - Abhängigkeit von Anderen für alltägliche Belange - Verlust des sozialen Umfelds Gefühl der Hilflosigkeit die Situation zu ändern Resignation, Verlust des Selbstwertgefühls, Apathie, Depression, Frustration, Aggression, unrealistischen Vorstellungen Abhängigkeit von Anderen + Motivationsverlust erlernte Hilflosigkeit W.B. Emminghaus: SIETAR-Forum

31 Akkulturationsverläufe: Phasen der Adaptation in der Fremde W.B. Emminghaus: SIETAR-Forum Honeymoon- Phase Konfrontations- phase Normalisierung

32 Flüchtlingskarriere Von Vertreibung zur Gastfreundschaft (Hospitality) Von materieller Deprivation zu materieller Konsolidierung Von Identitätsverlust zur Identitätsrekonstruktion Boesch (1983 ) W.B. Emminghaus: SIETAR-Forum

33 Individuumzentrierte Therapie Kognitive Verhaltenstherapie EMDR Testimony Therapie und narrative Therapie Kognitives Restrukturieren und biographische Integration Krisenintervention Kunst- und Bewegungstherapie Psychologische Beratung Psychiatrische Behandlung (ambulant, stationär, TK) W.B. Emminghaus: SIETAR-Forum

34 Gesundheit und Krankheit WHO-Definition: „Gesundheit ist das umfassende körperliche, seelische, soziale Wohlbefinden“ Gesundheit ist Leistungsfähigkeit und Genussfähigkeit (klinische Definition) Krankheit = Behandlungsbedürftigkeit im Sinne der GKV/SGB Krankheit = Abschiebehindernis und Ausländergesetz W.B. Emminghaus: SIETAR-Forum

35 Integration in die Nachbarschaft Migrationsdienste des DRK Beratungskette für Flüchtlinge und Migranten Betreuung in der Erstaufnahmeeinrichtung Asylbegleitung beim Übergang in die Kommune (BASiS) Integrationslotsendienste in den Kommunen (ILo) Migrationsberatung für erwachsene Zuwanderer (MBE) Landesintegrationsbegleitung (LIB) Suchdienst DRK-Beratungsstellen, in der LASt: Ostpreußenstraße 14, Lebach, Tel.06881/51616, Fax: 06881/52956 in SB-Burbach: Vollweidstr. 2, D Saarbrücken, Tel.0681/ Fax. 0681/ W.B. Emminghaus: SIETAR-Forum

36 Interkulturelle Arbeit mit Flüchtlingen in der Erstaufnahmeeinrichtung Bei der Verteilung in die Kommunen während des Asylverfahrens in den Kommunen Während des Integrationskurses Bei Arbeitssuche und Arbeitsaufnahme Bei weiterer Integration W.B. Emminghaus: SIETAR-Forum

37 Integration als interaktiver Prozess INTERKULTURELLE EXPERTEN: KONFLIKTLÖSER IN DER FLÜCHTLINGSARBEIT Ansprechpartner Fortbildung und Begleitung Klienten für Einheimische Beratung und Unterstützung von Institutionen Beratung der Betroffenen - Wohnungsgeber - Kindergärten - Aussiedler - Arbeitgeber - Kinderhorte - Zuwandere - Nachbarn - Schule - Asylbewerber - staatliche Stellen (Sozialamt, ausländische Flüchtlinge Interkulturelle Sensibilisierung und Vorurteilsmanagement - Ehrenamtliche interkulturelle Orientierung - Vereine Individuelle Therapie - Aktive in Kirchengemeinden und Sozialarbeiter in Wohlfahrtsverbänden - Ehe und Familienberatungsstellen interkulturelle Öffnung von Regeleinrichtungen W.B. Emminghaus: SIETAR-Forum

38 Personen im Kultur – Kontakt Flüchtlinge selbst im Integrationskurs(auch HOPE Projekt) Rechtsanwälte, Ärzte, Psychotherapeuten Lehrer, Arbeitsanleiter, Mitarbeiter des Jobcenters (auch IQ-Netzwerk) Mitarbeiter der Betreuungsverbände (AWO, CV, DPWV, DRK, DW, Synagogengemeinde) Organisationsentwicklung interkulturelle Öffnung W.B. Emminghaus: SIETAR-Forum

39 Konfliktlösung und Integration Asylverfahren, rechtliche Auseinandersetzung vor Gericht Konflikte mit dem Leistungsträger (JoBCenter) Konflikte bei Integratiosmaßnahmen Konflikte am Arbeitsplatz Konflikte in der Nachbarschaft Konflikte mit der Polititk W.B. Emminghaus: SIETAR-Forum

40 Bereiche und Tätigkeiten von interkulturellen Experten BEREICHZIELEPSYCHOLOGISCHE MASSNAHMEN Korsettierende Hilfen Befriedigung von Grundbedürfnissen Training und Supervision von Sozialarbeitern und ehrenamtlichen Helfern von Wohlfahrtsorganisationen Kompensierende Maßnahmen Lösung intra- individueller Konflikte Psychotherapie mit Berücksichtigung von Problemen der kultureller Identität und von Fluchterfahrungen Kausale Maßnahmen Erwerb von Bewältigungsmuster Training von Flüchtlingen in Gruppen Hinsichtlich kulturangemessenem Verhalten und handlungs- Zuschreibungen Lösung inter- individualer Konflikte Ermöglichung interkultureller Begegnung In organisierten Situationen interkultureller Interaktionen von Flüchtlingen und Einheimischen(mit Sozialarbeitern W.B. Emminghaus: SIETAR-Forum

41 Politischer Aspekt (Flüchtling und Gesellschaft) KORSETTIEREND E Maßnahmen Bereitstellung von Grundvoraussetzungen Bratung von Verwaltungsleuten bei der Organisation von Obdach, Ernährung, Bildung etc. Kompensierende Maßnahmen Fallangemessene Anwendung der Gesetze und Verordnungen Vermittlung zwischen Verwaltung und unter Berücksichtigung der (u.a. kulturspezifischen) Bedürfnisse der Flüchtlinge. Kausale Maßnahmen Multikulturalismus Minderheitenschuttz Erleichterung der Begegnung von Politikern und Flüchtlingsgruppen, um die rechtliche Lage der Flüchtlinge zu verbessern, sowie das Zusammenleben von Flüchtlingen und Einheimischen W.B. Emminghaus: SIETAR-Forum

42 Interkulturelle Arbeit mit Flüchtlingen Zielgruppe Sozialarbeiter Doppeltes Mandat: zwischen Ansprüchen der Gesellschaft und Forderungen/Bedürfnissen der Flüchtlinge Integrationsdruck, Integrationsgelegenheit, Integrationsfähigkeit, Integrationsmotivation Diskrimination vs. Willkommenskultur Strukturelle Gewalt und struktureller Rassismus W.B. Emminghaus: SIETAR-Forum

43 Interkulturelle Fortbildung, Beratung und Begleitung, interkulturelle Öffnung Flüchtlinge: Hilfe bei der Integration/Inklusion Orientierung im Alltag und im Orientierungskurs, Psychoedukation Kontaktpersonen: Vermittlung von kulturellem Wissen, Abbau von Ängsten, Umgang mit Erfahrungen (Superversion), Hilfe bei Konfliktlösungen, Arbeit mit Dolmetschern insbes. Psychotherapeuten Institutionen: interkulturelle Teams, interkulturelle Fortbildung und kontinuierliche Begleitung W.B. Emminghaus: SIETAR-Forum

44 Integrationskurs für Bleibeberechtigte (600 Stunden) Orientierungskurs (60 Stunden mit Prüfung): deutsche Rechtsordnung, Geschichte und Kultur Rechte und Pflichten in Deutschland Formen des Zusammenlebens in der Gesellschaft Werte, die in Deutschland wichtig sind, zum Beispiel Religionsfreiheit, Toleranz und Gleichberechtigung W.B. Emminghaus: SIETAR-Forum

45 Beratungmodell Vertikaler Verlauf: von Honeymoon zu Anerkennungsschock Hilfe bei der Erstaufnahme, Lotsen, Integrationsberatung Horizontale Differenzierung: Materielle Hilfe, Orientierung, psychologische Unterstützung W.B. Emminghaus: SIETAR-Forum

46 W.B. Emminghaus: SIETAR-Forum PhaseAdaptationInterkulturelle Themen Personen im Kulturkontakt Vorflucht und Flucht HoffnungEhrenamtlichen Dolmetschern Mitarbeiter der WV ErstaufnahmeHoneymoon Erleichterung Annäherung Erste Orientierung oft ohne Kontakt zu Einheimischen Mitarbeiter der LASt, des BAMF, Ausländerbehörd e Verteilung in Kommunen Aufnahme/ Ablehnung staatl.Gewalt Kontakt zu Einheimischen (Mülltrennung) Nachbarn, Vermieter Erste Schritte in den Kommunen Eingliederung/ Unverständnis Selbständigkeit im restriktiven Kontext, Behördenkommunik ation Mitarbeiter von Bank, Sozialamt, Bildungssystem IntegrationskursAnerkennungssch ock, Überforderung Sprache und Orientierung Hartz IV Auflagen Job Center, Sprachkursträger ArbeitsaufnahmePartizipation und Integration Ökonomische Unabhängigkeit Arbeitgeber, Kollegen IntegrationInklusionLebensplanung in zwei Kulturen Entwicklung einer offenen Gesellschaft

47 Wir danken für Ihre Aufmerksamkeit W.B. Emminghaus: SIETAR-Forum


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