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Vorwort zur deutschen Ausgabe (2003) Einleitung. Lektüre-Fragen für den 19.10.2011 zu S. Neiman, Das Böse denken, S. 11-41: 1.Welche Bedeutung, Aufgabe.

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1 Vorwort zur deutschen Ausgabe (2003) Einleitung

2 Lektüre-Fragen für den zu S. Neiman, Das Böse denken, S : 1.Welche Bedeutung, Aufgabe kommt der Philosophie hinsichtlich des Phänomens des Bösen zu? 2.Welches ist die Hauptthese des Buches? 3.Weitere Thesen des Buches 4.Welches ist das Ziel des Buches?

3 1. Das Böse als Thema der Philosophie „Je länger mich das Böse beschäftigte, desto mehr war ich davon überzeugt, dass auch die hehren Gipfel der Philosophiegeschichte nichts Ernsteres zu bieten hatten, als die Frage nach dem Bösen.“ Die Frage nach dem Bösen als Brückenschlag zwischen Sinnfragen und Philosophie Philosophie bietet Richtlinien zur Überprüfung der Reaktionen auf das Böse Definitionen des Bösen? Politisierung des Bösen als Grund für seine neuere phil. Abwesenheit Historische Vorgehensweise: Wandel der Vorstellungen über das Böse; Zusammenhang zw. malum morale – malum physicum Das Thema trifft die Frage nach dem Sinn des Lebens

4 Jean Améry ( ) Jüd. Vater, kath. Mutter, Vater fällt im Ersten Weltkrieg Buchhändlerlehre in Wien Dozent der Wiener Volkshochschule 1938 Emigration nach Belgien 1940 Internierung als Deutscher 1941 Flucht, in Belgien stößt er zum Widerstand 1943 Verhaftung wegen antinazistischer Flugblätter Brüsseler Gestapo foltert ihn KZ Auschwitz, Buchenwald, Bergen-Belsen Nach 1945 Brüssel: Journalist, Medienarbeit 1966 Jenseits von Schuld und Sühne. Bewältigungsversuche eines Überwältigten 1978 Suizid in Salzburg (Hand an sich legen. Diskurs über den Freitod, 1976) Folter als Bruch mit der Normalität: Zersplittern des Geistes, Reduktion des Menschen auf das Fleisch, Unbehaustsein als Folge der Foltererfahrung, Unmöglichkeit der Mitteilung des Erlebten, Sprachlosigkeit = Schweigen der Philosophie in Deutschland nach Auschwitz

5 2. Welches ist die Hauptthese des Buches? „Das Problem des Bösen ist die treibende Kraft des modernen Denkens.“ (25) Nach Kant: Unzulässigkeit einer phil. Theodizee und der Verbindung von malum naturale und malum morale. Diffenzierung zw. beiden = Kennzeichen der Moderne. Übernahme von Verantwortung: der Mensch, nicht Gott Dennoch: bleibende Schwierigkeit mit dem Bösen; nicht so leicht lösbar wie epistemologische Fragen. Vgl. Kant: es gibt unlösbare, doch unentbehrliche Fragen: Weshalb aber? Begründung: Das Böse stellt eine Bedrohung unserer Fähigkeit dar, sich in der Welt zurecht zu finden. (Deus malignus)

6 3.Weitere Thesen des Buches Jh. Das Problem des Bösen als Organisationsprinzip für das Verstehen der Philosophiegeschichte, nicht etwa die Erkenntnistheorie oder die Freiheits- und Emanzipationsthematik. 2.Das Problem des Bösen problematisiert das Weltverständnis. Es gehört daher weder nur zur Ethik noch nur zur Metaphysik, sondern es verbindet beide. 3.Die historische Qualität der Unterscheidung zwischen Übel und Bösem. 4.Zwei ethisch motivierte Standpunkte: a) Die Moral verlangt, dass das Böse verständlich gemacht werden soll, b) aus moralischen Gründen soll das Böse gerade nicht verständlich gemacht werden - Entbösung.

7 Keine Definition des Bösen Unterschied zw. Verbrechen und einer bösen Handlung:  Verbrechen – Ordnung (Gesetz)  böse Handlung – Unordnung, Erschütterung Arten des Bösen seien zu unterscheiden, um unsere Reaktionsweisen auf das Böse zu unterscheiden und zu strukturieren. Trotz der Unsicherheit bzgl. der Beurteilung moralischer Prinzipien, besteht keine Unsicherheit bzgl. der Beurteilung einzelner Handlungen als böse. Statt Definitionen des Bösen, interessiert das, was das Böse uns antut = Erschütterung des Vertrauens in die Welt und Menschheit

8 4. Welches ist das Ziel des Buches? Ziel des Buches ist weder eine philosophiegeschichtliche Diskussion noch eine systematische Entwicklung der besseren Theorie über das Böse, sondern die Untersuchung verschiedener Reaktionen auf das Problem des Bösen, um zu verstehen, „wer wir in den drei Jahrhunderten, die uns von der frühen Aufklärung trennen, geworden sind.“ (36)

9 Beginn vor 300 Jahren Zeitliche Eingrenzung der philosophiegeschichtlichen Betrachtung: Pierre Bayles ( ), Dictionnaire historique et critique (2 Bände 1695/96, 4 Bände 1702): Geschichte als Katastrophe Aufklärung: opponiert gegen diese These

10 Einteilung, Gliederung Ordnung in/hinter der Erscheinung des Bösen Leibniz Pope Rousseau Kant Hegel Marx Nur Erscheinung des Bösen Bayle Voltaire Hume Sade Schopenhauer

11 Gliederung Nietzsche und Freud (Sonderstellung: sie verweisen auf eine Ordnung in der Erscheinung des Bösen, die aber keine sinnstiftende Ordnung ist, vgl. Freud: Vorsehungsglaube als Infantilismus)

12 Gliederung Fragmente des 20. Jh. Camus Arendt Adorno Horkheimer Rawls

13 Eine andere Geschichte Philosophie Versuch, das Fach zu den Ursprüngen phil. Fragens zurückzuführen. Das Problem des Bösen als das hintergründige Problem: Vordergründung geht es etwa um die Frage nach dem Verhältnis von Wirklichkeit (Ding-an-sich) und Erscheinung, hintergründig aber geht es um die bange Frage, ob die Erscheinung – zu der das Böse gehört - die Wirklichkeit tatsächlich ist. (Oder: Einheit und Vielheit; Vielheit/Differenz als Chaos und Böses) Das Buch ist „in zaghafter Hoffnung geschrieben“ der Aufklärung

14 Reaktionen auf S.N. Rezension Neue Zürcher Zeitung, Ludger Heidbrink: es scheint, "grosse Schwierigkeiten zu bereiten, die Schrecken der Moderne ohne Absicherung zu denken, seien sie moralischer oder ästhetischer Art“ = Fehler Susan Neimans Bösen = "treibende Kraft des modernen Denkens" = Konstante = Das Böse markiert von Bayle bis Hegel die "Grenzen des Sinns", das Gegenteil des Vernünftigen, die Erschütterung des Vertrauens in die Wirklichkeit. Deshalb soll dieses Vertrauen neu bestätigt werden. Neiman stehe daher "in die Tradition der säkularen Theodizeen, mit deren Hilfe der Mensch dem Übel in der Welt einen Namen gibt". Das Böse ist für S.N. nicht reines Phänomen, sondern ein metaphysisches Problem, das es zu verstehen gilt. These: "Nicht das Böse ist treibende Kraft des Denkens, sondern der Versuch, ihm einen Platz in der prekären Ordnung der Dinge zu geben."

15 Rezension Christian Geyer FAZ "Hört man auf, das Böse verstehen zu wollen, nimmt man sich, im Denken wie in der Praxis, jede Grundlage, dagegen anzukämpfen", schreibt sie. Zu einer moralischen Steuerung ihres Denkens bekennt sich Neiman auch mit Sätzen wie diesen: "Glaubten wir nicht daran, daß Glück und Tugend zusammengehen sollen, wäre jeder Versuch, die Ursachen des Bösen zu verstehen und auszumerzen (!), vergebens." Neiman ruft dazu auf, auch im Angesicht des Bösen "das Prinzip des zureichenden Grundes" nicht aus dem Auge zu verlieren. Sie kann dann aber nicht sagen, wieviel Grund heute noch zureichend wäre. Alles, was sie sagt, ist: "Daß wir uns mit weniger zufriedengeben müssen als einst erstrebt wurde, ist deutlich." Ob sich mit so viel denkerischer Askese das große moralische Anliegen durchtragen läßt? Zweifel sind erlaubt.“


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