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Soziale Problemlagen älterer Menschen – Sozialpolitik und soziale Hilfen Prof. Dr. rer. soc. Günter Roth www.rothguenter.de.

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1 Soziale Problemlagen älterer Menschen – Sozialpolitik und soziale Hilfen Prof. Dr. rer. soc. Günter Roth

2 2 Ausgewählte Soziale Probleme des Alterns Alterung der Gesellschaft (demographischer Wandel) Probleme sozialer Integration Geringe u. verzerrte öffentliche u. polit. Repräsentation Freisetzung aus Beruf u. Arbeit ab ca. 50 J. Wachsende Einsamkeit v.a. im hohen Alter (ca % d j ä hrigen) Hohe Suizidrate Wachsende ungewollte Institutionalisierung / Sterben in Institutionen (ca. 70% sterben in Krankenhaus/Pflegeheim) Mängel der Gesundheitsversorgung u. Altenhilfe

3 3 Jugend- Alten- u. Gesamtquotient ( ) Quelle: Statistisches Bundesamt 2006 ?

4 4 Erwerbsbeteiligung jähriger Quelle: Voges 2008: 177

5 5 Einsamkeit nach sozialen Merkmalen Quelle: Wohlfahrtssurvey 1998, n. Voges 2008: 273

6 6 Suizidrate nach Alter u. Geschlecht in Ost- u. West-D Quelle: Voges 2008: 161

7 7 Ausgewählte Defizite der Altenhilfe 1. Mangelernährung 2. Druck- u. Staugeschwüre 3. Schmerzen 4. Stürze 5. Mangelnde Planung u. Dokumentation 6. Mangelnde Aktivierung u. Rehabilitation 7. Direkte und indirekte Gewalt 8. Rückgang der kommunalen Altenhilfe seit Pflege-VG

8 8 Quelle: (Forum zur Verbesserung der Situation Pflegebedürftiger e.V. Gauting)www.verhungern-im-heim.de Extreme Pflegemängel: Bilder des Grauens

9 9 Ursachen von Mängeln? Befragung von Pflegekräften in ambulanten Diensten, Mehrfachnennungen möglich, Quelle: Roth 2001

10 10 keine Zeit, kein Geld... – aber was steckt dahinter? Häufig werden formale Bedingungen, ohne die bestimmte Ereignisse nicht stattfinden können, für positive, produktive Ursachen derselben [gehalten]. Das typische Beispiel ist die Macht der Zeit - eine Redensart, die uns unzählige Mal darum betrügt, den wirklichen Gründen von Milderungen oder Erkaltungen der Gesinnung, von seelischen Heilprozessen oder fest gewordenen Gewohnheiten nachzuforschen. (Simmel 1908: 460) In der Tradition des Hippokrates begänne die Therapie mit der Kenntnis der unsichtbaren Krankheiten, der Dinge, über die der Kranke nicht spricht, weil sie ihm nicht bewusst sind oder er vergisst, sie zu erwähnen. (Bourdieu 1996, Störenfried Soziologie: 68)

11 11 Karikatur von Christian Heinrici Quelle: Neue Rheinische Zeitung Karikatur von Thomas Plaßmann Quelle:

12 12

13 13 Theoretischer Hintergrund Funktionalistische Ansätze Ziel-Mittel-Diff. Abw. Verhalten / Anomie Disengagement Aktivierung Inklusion durch Soziale Dienste Interpretative / Institutionskritische Ansätze Stigmatisierung, Institutionenkritik Selbstbestimmung, Ganzheitlichkeit Konfliktansätze Soziale Ungleichheit Konflikte, Interessen, Machtstrukturen Wer/Was kämpft/herrscht wie? Theorie der Praxis sozialer Felder

14 14 Soziale Hilfen zwischen Familie, Staat u. Markt Staat Gesetz u. Hierarchie Bürokratie Gleichheit u. Inklusion Markt Wettbewerb, Exklusion Firma Diff./Ungleichheit Gemeinschaft Familie Solidarität, informal Dritter Sektor NPO Mix

15 15 Soziale Felder u. Kapital nach Bourdieu Ökonomisches Kapital Kulturelles Kapital Soziales Kapital Physisches Kapital Symbolisches Kapital Sozialer Raum u. Felder Kämpfe auf unterschiedlichen Feldern mit unterschiedlichem Ausgangskapital und Habitus

16 16 Die Logik des Feldes Altenhilfe n. Bourdieu Ökonomisches Kapital Kulturelles Kapital unten oben Machtachse (Kapitalvolumen) Kapitalarten Direktor ungelernte Helferin Altenpflegerin Eigner M-AG Krankenpflegerin Hilfsbedürftige (85, weiblich, gesundheitl. eingeschränkt, Sozialhilfe, alleinstehend) weiblich männlich Sozialarbeiterin

17 17 Sozialpolitik: Ideologien u. soziales Feld

18 18 Was tun? Ziele Programm/Intervention (Maßnahmen, Instrumente) Effekte Bewertung Umwelt (Exogene Variablen)

19 19 Klinisches Modell Du solltest Deine Bypass-Operation nicht von einem Amateur ausführen lassen. Wie die Intervention sollte auch die Evaluation von Experten durchgeführt werden ( Bortz/Döring 2002: 108) Hintergrund der Institutionalisierung von Medizin und Klinik: Die Medizin sezierte den Körper, wandte den Blick vom Kranken zur Krankheit sowie von der Spekulation zur empirischen Beobachtung, zum Experiment (Foucault, Geburt der Klinik)

20 20 Königsweg Experimentaldesign Quelle: Kromrey, H. 2000

21 21 Programmbeispiel Programmziele: Stärkung sozialer Integration und sozialen Kapitals von Senioren Aktivierung und Stärkung der Partizipation von Senioren Verminderung von Heimeinweisungen Maßnahmen/Intervention Präventiver Hausbesuch u. individuelle Hilfeplanung (Aktivierung sozialer Netze, Empowerment/Aktivierung zum Ehrenamt, Sturzprophylaxe) Messung Effekte (per RCT, pre-post) Institutionalisierungsrate, Stürze Soziale Integration, Beteiligung, Soziales Kapital Bewertung u. Revision

22 22 Bsp. Messung sozialen Kapitals Familienstruktur (Vollständigkeit, Anzahl, Veränderungen) Qualität der Familienbeziehungen Normatives Milieu in der Familie und Partnerbeziehungen Institutionelle Einbindung der Älteren u. ggf. Kindern Einbindung in informelle Netzwerke Habitus der Älteren (Einstellungen, Depressivität etc.) Kontrollvariablen: Geschlecht, Alter, Kulturelles u. ökon. Kapital

23 23 Professionalität bei Befragungen?! Quelle: Bortz/Döring 2002: 239

24 24 Conclusion (1 of 3) ageing societies are a challenge/threat for the welfare state growing problems and unmet needs of elderly (i.p. social inclusion) stigmatization, early retirement, loneliness, suicide, institutionalization... particular for risk groups (low education, needy, ill health/frailty, weak social networks, female/male) (20-30%) despite (or even due to) social security and social services, there are serious deficits in professional and institutional handling of risks faced by elderly malnutrition, fall, pains deactivation, deficit of mobilisation, infantilisation, paternalism or even violence unsystematic social services, disorganisation

25 25 Conclusion (2 of 2): background/theory functionalist concepts: professional social services, welfare state are solutions for social problems lack of resources and overburden, deficits in qualification and organisation interpretative approaches: vicious cycle of stigmatisation and institutions holistic familiarity of social services Bourdieus field theory: social inequality, unrecognised power structures with diverse causes (e.g. the order of sexes) and conflicts; disparate position and disposition (Habitus) of risk groups and staff

26 26 Conclusion (3 of 3) draft proposal: Intervention program (improvement of social capital / social integration) RCT (as gold standard) for program evaluation measurement (pre-post/control group-design) social inclusion empowerment and voluntary assistance social capital of elderly (in community)

27 27 Literatur Amrhein, L. (2005a): Pflege in konflikt- und austauschtheoretischer Perspektive, in: Schroeter, Klaus R./ Rosenthal, Th. (Hg.).: Soziologie der Pflege: Grundlagen, Wissensbestände und Perspektiven, Weinheim, München, S Amrhein, L. (2005b): Stationäre Altenpflege im Fokus von Machtbeziehungen und sozialen Konflikten, in: Schroeter, Klaus R./ Rosenthal, Th. (Hg.).: Soziologie der Pflege: Grundlagen, Wissensbestände und Perspektiven, Weinheim, München, S Baltes, M.M./Wahl, H.-W. (1996): Patterns of Communication in older age: The dependency-support and independency-ignore script, in: Health Communication, 8/3, S Bortz, Jürgen/Döring, Nicola (2002): Forschungsmethoden und Evaluation, Berlin u.a.: Springer. Bourdieu, P. (1993): Sozialer Sinn: Kritik der theoretischen Vernunft, Frankfurt/M.: Suhrkamp. Bourdieu, P. (1996): Störenfried Soziologie, in: Joachim Fritz-Vannahme (Hg.): Wozu heute noch Soziologie? Opladen: Leske & Budrich, S Bourdieu., P. (2005): Die männliche Herrschaft, Frankfurt/M.: Suhrkamp. Dean, Hartley (2006): Social Policy, Cambridge: Polity Press. Esping-Andersen, Gösta (1990): The Three Worlds of Welfare Capitalism, Cambridge: Cambridge University Press. Foucault, Michel (1973): Die Geburt der Klinik : eine Archäologie d. ärztl. Blicks, München: Hanser. Garms-Homolová, Vjenka/Roth, Günter (2004): Vorkommen, Ursachen und Vermeidung von Pflegemängeln, Bericht im Auftrag der Enquete-Kommission Situation u. Zukunft der Pflege in NRW im Landtag von Nordrhein-Westfalen, Göttingen/Berlin (http://www.landtag.nrw.de).http://www.landtag.nrw.de Glaser, B.G./Strauss, A.L. (1995): Betreuung von Sterbenden. Eine Orientierung für Ärzte, Pflegepersonal, Seelsorger und Angehörige (2. überarb. Aufl.), Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht. Goffman, E. (1973): Asyle. Über die soziale Situation psychiatrischer Patienten und anderer Insassen, Frankfurt/M.: Suhrkamp.

28 28 Literatur Görgen, T. (2003): Misshandlung, Vernachlässigung und unangemessene Formen der Freiheitseinschränkung in der stationären Altenpflege (Manuskript), Kriminologisches Forschungsinstitut Niedersachsen, Hannover. Heintz, B. (1997): Ungleich unter Gleichen: Studien zur geschlechtsspezifischen Segregation des Arbeitsmarktes, Frankfurt/M.: Campus. Kaufmann, Franz-Xaver (2003): Varianten des Wohlfahrtsstaats: Der deutsche Sozialstaat im internationalen Vergleich, Frankfurt/M.: Suhrkamp. Luhmann, Niklas (1973): Formen des Helfens im Wandel gesellschaftlicher Bedingungen, in: Otto, H.-U./Schneider, S. (Hg.): Gesellschaftliche Perspektiven der Sozialarbeit (erster Halbband), Neuwied: Luchterhand, S Mauss, Marcel (1968): Die Gabe: Form u. Funktion des Austauschs in archaischen Gesellschaften. Frankfurt/M.: Suhrkamp. Otto, Hans-Uwe/Thiersch, Hans (Hg.) (2001): Handbuch der Sozialarbeit/Sozialpädagogik, Neuwied: Luchterhand. Parsons, Talcott (1976): Zur Theorie sozialer Systeme (hrsgg. und eingeleitet von Stefan Jensen), Opladen: Westdeutscher Verl. Roth, Günter (2001): Qualitätsmängel und Regelungsdefizite der Qualitätssicherung in der ambulanten Pflege – Nationale und internationale Befunde (Schriftenreihe des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Bd. 226), Stuttgart: Kohlhammer. Simmel, G. (1908): Soziologie: Untersuchungen über die Formen der Vergesellschaftung, Berlin: Duncker & Humblot. Statistisches Bundesamt (2006): 11. koordinierte Bevölkerungsvorausberechnung, Wiesbaden, https://www-ec.destatis.de/.https://www-ec.destatis.de/ Voges, Wolfgang (2008): Soziologie des höheren Lebensalters, Augsburg: Maro-Verlag.


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