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Landeskriminalamt Niedersachsen - Zentralstelle Polizeiliche Prävention und Jugendsachen Das Phänomen Jugendliche Intensivtäter aus Sicht der Polizei -

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Präsentation zum Thema: "Landeskriminalamt Niedersachsen - Zentralstelle Polizeiliche Prävention und Jugendsachen Das Phänomen Jugendliche Intensivtäter aus Sicht der Polizei -"—  Präsentation transkript:

1 Landeskriminalamt Niedersachsen - Zentralstelle Polizeiliche Prävention und Jugendsachen Das Phänomen Jugendliche Intensivtäter aus Sicht der Polizei - ein Ländervergleich

2 Landeskriminalamt Niedersachsen - Zentralstelle Polizeiliche Prävention und Jugendsachen Handlungskonzept Mehrfach- und Intensivtäter (MIT) - Prüfauftrag des AK II v. Nov. 2002, ob bundeseinheitliche Richtlinien zur Zusammenarbeit Polizei und Justiz zur Bekämpfung der MIT erforderlich sind - Ursprung: Konzept des Landes Hessen - bezieht sich hauptsächlich auf erwachsene MIT; daher Beschränkung auf Zusammenarbeit Polizei / Justiz

3 Landeskriminalamt Niedersachsen - Zentralstelle Polizeiliche Prävention und Jugendsachen Grundlagen: - keine Einigung auf einheitliche Definition, aber: - Ansprechpartner bei Polizei und Justiz zur Schwerpunkt- setzung und Konzentration der Ressourcen auf bestimmten Personenkreis - zentrale, deliktsübergreifende, täterorientierte Ermittlungen - Bündelung täterbezogener Informationen und Koordination gezielter Maßnahmen - zeitnahe Verfahrenserledigung

4 Landeskriminalamt Niedersachsen - Zentralstelle Polizeiliche Prävention und Jugendsachen Maßnahmen der Polizei - Einrichtung zentraler Organisationseinheiten für delikts- übergreifende Ermittlungen. - Bündelung der Informationen, zentrale Ansprechstelle - Führung regionaler Intensivtäterlisten oder landesweiter Intensivtäterdateien. - Keine Einigung hinsichtlich eines landeseinheitlichen personengebundenen Hinweises (PHW) im INPOL (z.B. Intensivtäter)

5 Landeskriminalamt Niedersachsen - Zentralstelle Polizeiliche Prävention und Jugendsachen Maßnahmen der Justiz -Zusammenführung täterbezogener Daten, auch aus früheren Verfahren -Frühzeitige Prüfung der Beantragung von Haftbefehlen

6 Landeskriminalamt Niedersachsen - Zentralstelle Polizeiliche Prävention und Jugendsachen Weitere Maßnahmen - täterbezogene Kontrollmeldungen, wie Beobachtungsmeldungen, Ausschreibung zur pol. Beobachtung, regelmäßige Überprüfung der Wohnanschrift - Gespräche der Polizei mit Intensivtätern über Einstufung, (Einbeziehung der Erziehungsberechtigten bei Jugendlichen), Vermittlung an das Jugendamt

7 Landeskriminalamt Niedersachsen - Zentralstelle Polizeiliche Prävention und Jugendsachen Beschluss IMK v. 2003: - Einführung bundesweiter gemeinsamer Richtlinien von Polizei und Justiz nicht erforderlich - Zustimmung zu Handlungsempfehlungen

8 Landeskriminalamt Niedersachsen - Zentralstelle Polizeiliche Prävention und Jugendsachen Baden-Württemberg - Kinder (ab 10 Jahre): mehr als 10 Taten oder mehr als 3 Gewaltdelikte (auch einfache KV). - Jugendliche: mehr als 20 Taten oder mehr als 5 Gewaltdelikte und (beide Ki/Ju) mindestens 1 Tat in letzten 18 Monaten Maßnahmen: Fallkonferenz Jugendamt, StA, Polizei, Beratungsstellen Ländervergleich Entlassung: Keine Taten binnen 18 Monaten

9 Landeskriminalamt Niedersachsen - Zentralstelle Polizeiliche Prävention und Jugendsachen Bayern Kinder- und Jugendliche (8-17 Jahre): -mehr als 4 Taten in letzten 6 Monaten, (davon 1 Gewaltdelikt) und - weiche Daten

10 Landeskriminalamt Niedersachsen - Zentralstelle Polizeiliche Prävention und Jugendsachen Berlin - innerhalb eines Jahres 10 Taten, die den Rechtsfrieden besonders stören (wie Raub, Rohheits- und / oder Eigentumsdelikte) und - weiche Faktoren, wie Schulschwänzen / Alkohol Maßnahmen: -Richtlinie und Kooperation zwischen Polizei und StA -Steuerungsrunde zwischen Polizei und Sozialpädagogischem Institut (SPI)

11 Landeskriminalamt Niedersachsen - Zentralstelle Polizeiliche Prävention und Jugendsachen Brandenburg -innerhalb eines Jahres 10 Taten mit erheblicher krimineller Energie -TOP-Ten Datei in Potsdam

12 Landeskriminalamt Niedersachsen - Zentralstelle Polizeiliche Prävention und Jugendsachen Bremen Jugendliche: - innerhalb eines Jahres 6 Taten

13 Landeskriminalamt Niedersachsen - Zentralstelle Polizeiliche Prävention und Jugendsachen Hamburg Personen unter 25 Jahre: - innerhalb eines Jahres mindestens 2 Fälle von Raub/räuberische Erpressung, schwerer Diebstahl, sonstige Gewaltdelikte gegen Personen mit besonderer Brutalität; - Taten die das Sicherheitsgefühl der Bevölkerung besonders beeinträchtigen - Tat, die in besonders roher menschenverachtender Weise begangen wurde - Freiheitsentziehende Maßnahmen unterbrechen Einstufung als MIT

14 Landeskriminalamt Niedersachsen - Zentralstelle Polizeiliche Prävention und Jugendsachen Hessen - wiederholt und deliktsübergreifend auffällig geworden - innerhalb von 2 Jahren 10 Ermittlungsverfahren (Ausnahme: Antragsdelikte) - weitere Indizien: aufgewendete kriminelle Energie Mecklenburg-Vorpommern - innerhalb von 2 Jahren10 Straftaten

15 Landeskriminalamt Niedersachsen - Zentralstelle Polizeiliche Prävention und Jugendsachen Nordrhein-Westfalen - unter 21-jährige: 5 Straftaten und mehr im Kalenderjahr Projekte in Köln, Mönchengladbach, Gelsenkirchen Köln - Gefährderansprachen bei Gesinnungstätern (PMK) - bezieht sich auch auf erwachsene Täter

16 Landeskriminalamt Niedersachsen - Zentralstelle Polizeiliche Prävention und Jugendsachen Gelsenkirchen - Gefährderansprachen mit Drittpersonen - Aufsuchen und Kontaktaufnahme an Treffpunkten - Übernahme von Patenschaften durch besonders geschulte Kräfte der Bereitschaftspolizei

17 Landeskriminalamt Niedersachsen - Zentralstelle Polizeiliche Prävention und Jugendsachen Mönchengladbach - Erfassung von 25 Tätern in Abstimmung mit StA u JA - Koordinierung der Sachbearbeitung - Zeitnahe Ansprache über vorgesehene Interventionsmaßnahmen - regelmäßige (unabhängige) Kontaktaufnahme

18 Landeskriminalamt Niedersachsen - Zentralstelle Polizeiliche Prävention und Jugendsachen Rheinland-Pfalz - keine Definition - keine speziellen Konzepte

19 Landeskriminalamt Niedersachsen - Zentralstelle Polizeiliche Prävention und Jugendsachen Saarland - junge Tatverdächtige: mindestens 5 Straftaten oder mindestens 2 Fälle der Gewaltkriminalität (keine einfache KV) Sachsen -unter 18-jährige: mindestens 5 Straftaten oder mindestens 2 x wegen eines Deliktes der Gewaltkriminalität in Erscheinung getreten innerhalb von 12 Monaten 2 Straftaten registriert

20 Landeskriminalamt Niedersachsen - Zentralstelle Polizeiliche Prävention und Jugendsachen Sachsen-Anhalt unter 21-jährige: mehr als 9 Taten und kriminogene Faktoren wie Schwere der Tat Konzept und Leitlinien seit Datenbankanwendung zur Analyse unter Einbeziehung weicher Faktoren wie Gefährdungserkenntnisse, Alkohol, Schulschwänzen, Verhaltensauffälligkeiten - Ziel: Erkennen krimineller Karrieren Erkennen von jungen Intensivtätern

21 Landeskriminalamt Niedersachsen - Zentralstelle Polizeiliche Prävention und Jugendsachen - Jugendberatungsstellen bei der Polizei (JuBP) (nicht polizeiangehörig sondern Jugendsozialarbeit), die als selbständige Institution direkt an Polizei angegliedert ist - Krisenintervention im Anschluss an bekannt gewordenes delinquentes Verhalten

22 Landeskriminalamt Niedersachsen - Zentralstelle Polizeiliche Prävention und Jugendsachen Schleswig-Holstein - Jugendliche: - mindestens 5 Taten oder - 2 Gewaltdelikte

23 Landeskriminalamt Niedersachsen - Zentralstelle Polizeiliche Prävention und Jugendsachen Thüringen Definition für alle Täter (auch Erwachsene): - hohe kriminelle Energie, außergewöhnliche Brutalität, besondere Verwerflichkeit - hoher wirtschaftlicher Schaden bzw. beachtlicher Sach- oder Körperschaden - banden-, gewerbsmäßig- oder gewohnheitsmäßig - hohe Rückfallquote (mind. 5 Straftaten)

24 Landeskriminalamt Niedersachsen - Zentralstelle Polizeiliche Prävention und Jugendsachen Niedersachsen - eine Reihe voneinander unabhängiger nicht unerheblicher Straftaten oder - schwerwiegende und auffällige Gewalttaten, insbesondere wenn Opfer vor Wiederholung geschützt werden müssen oder - die Gefahr besteht, dass Täter durch kriminelles Umfeld in weitere nicht unerhebliche Straffälligkeit abgleitet - weiche Faktoren werden berücksichtigt (z.B. Alkohol, Schulschwänzen, Verwahrlosung)

25 Landeskriminalamt Niedersachsen - Zentralstelle Polizeiliche Prävention und Jugendsachen Niedersachsen / Maßnahmen (Beispiele) Hannover: - regelmäßige Gefährderansprachen (mind. 14-tägig, möglichst unter Einbeziehung der Erz.-berechtigten) - Aufklärung im Umfeld - offenes Auftreten an Haupttreffpunkten - Möglichkeit der schriftl. Info der Erz.-berechtigten von Mitläufern / Freunden - Gesamtzahl jugendliche MIT: 33 (bei 1,2 Mill. Ew.)

26 Landeskriminalamt Niedersachsen - Zentralstelle Polizeiliche Prävention und Jugendsachen Niedersachsen / Maßnahmen (Beispiele) PI Lüneburg: - siehe späterer Vortrag

27 Landeskriminalamt Niedersachsen - Zentralstelle Polizeiliche Prävention und Jugendsachen Niedersachsen / Maßnahmen (Beispiele) Sonstige Erkenntnisse: - Definition führt zu stark unterschiedlichen Zahlen (6-80 Täter in vergleichbaren Organisationseinheiten) - Abschlussbericht der Kommission Jugend des LPR; Umgang mit Mehrfachauffälligen und Intensivtätern - Handlungsempfehlungen zum Bericht über die Untersuchung schwerwiegender Fälle von Intensivtätern im Kinderbereich

28 Landeskriminalamt Niedersachsen - Zentralstelle Polizeiliche Prävention und Jugendsachen Fazit: - Anzahl von Straftaten ist in fast allen Ländern ausschlaggebend - in vielen Ländern kommen weitere Faktoren hinzu wie, -Negativprognose -Art und Weise der Begehung -Deliktsart

29 Landeskriminalamt Niedersachsen - Zentralstelle Polizeiliche Prävention und Jugendsachen Bewertung - starre Kriterien (Anzahl der Straftaten) gewährleisten Vergleichbarkeit, aber ermöglichen keine Schwerpunktsetzung, daentweder zuviel Tatverdächtige oder gewartet werden muss, bis Täter Anzahl von Taten erreicht - offene Auswahlmöglichkeit unter Einbeziehung sog. weicher Daten aus Umfeld ermöglichen eher Ab- schätzung krimineller Karrieren, aber erfordern hohen Koordinierungsaufwand, damit (landesweit) gleiche Maßstäbe angelegt werden.

30 Landeskriminalamt Niedersachsen - Zentralstelle Polizeiliche Prävention und Jugendsachen Stufenmodell quantitative Festlegung Vergleichbarkeit Kennzahlen für Bemessung v. Personaldecke, Finanzbedarf für Maßnahmen etc. qualitative BewertungErstellung einer Hit-Liste unter Einbeziehung StA, JA

31 Landeskriminalamt Niedersachsen - Zentralstelle Polizeiliche Prävention und Jugendsachen Weitere Fragen / Auskünfte Kriminaloberrätin Rita Salgmann Landeskriminalamt Niedersachsen Internet:


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