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Bremerhavener Institut für Lebensmitteltechnik und Bioverfahrenstechnik Dateinamen Ringvorlesung Analyse und Qualitätssicherung in der Lebensmittelproduktion.

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Präsentation zum Thema: "Bremerhavener Institut für Lebensmitteltechnik und Bioverfahrenstechnik Dateinamen Ringvorlesung Analyse und Qualitätssicherung in der Lebensmittelproduktion."—  Präsentation transkript:

1 Bremerhavener Institut für Lebensmitteltechnik und Bioverfahrenstechnik Dateinamen Ringvorlesung Analyse und Qualitätssicherung in der Lebensmittelproduktion – Teil Getreidetechnologie

2 Bremerhavener Institut für Lebensmitteltechnik und Bioverfahrenstechnik Dateinamen Analyse und Qualitätssicherung von... Getreide Inhaltsstoffe, Rückstände, Produkteigenschaften… Malz Inhaltsstoffe, Enzymaktivität, Farbe… Mahlerzeugnissen Inhaltsstoffe, Produkteigenschaften… Produkten Produkteigenschaften

3 Bremerhavener Institut für Lebensmitteltechnik und Bioverfahrenstechnik Dateinamen Handbonitierung Neben den heute üblichen analytischen Schnellmethoden für Wasser und Eiweiß kommt der Handbonitierung, d.h. der Beurteilung der Gerste aufgrund äußerer Merkmale, nach wie vor Bedeutung zu. Geruch Feuchtigkeit Farbe und Glanz Verunreinigung Mutterkorn Verletzte Körner Sortenreinheit Auswuchs Schädlingsbefall

4 Bremerhavener Institut für Lebensmitteltechnik und Bioverfahrenstechnik Dateinamen Getreideinhaltsstoffe

5 Bremerhavener Institut für Lebensmitteltechnik und Bioverfahrenstechnik Dateinamen Getreideinhaltsstoffe Die einzelnen Getreidearten setzen sich stofflich ähnlich zusammen. Die Körner bestehen in erster Linie aus Kohlenhydraten (ca. 70 %), gefolgt von Eiweißen (6- 16 %), Fetten (2-7 %) und Mineralstoffen (2-5 %). Die Zusammensetzung hängt stark von der Art, der Sorte, der Witterung und der Düngung ab. GetreideWasserEiweißLipideKohlen- hydrate RohfaserMineral- stoffe Mais13,59,03,870,02,21,3 Hafer13,5 7,062,51,62,9 Reis, unpol.13,57,02,275,00,71,2 Weizen13,5 2,0692,01,8 Roggen13,511,51,769,52,11,9 Gerste13,512,02,170,01,62,3 Zusammensetzung in %, Quelle: Grundlagen der Getreidetechnologie, 1995

6 Bremerhavener Institut für Lebensmitteltechnik und Bioverfahrenstechnik Dateinamen Wichtig für Lagerung, Preis, Trockensubstanz Methoden: Trockenschrank, sehr zeitaufwändig IR-Trocknung, schnell, aber u. U. sehr ungenau Karl-Fischer-Titration (Prof. Isengard) Bestimmung mit NIR, sehr schnell, schwierige Kalibrierung Wassergehalt

7 Bremerhavener Institut für Lebensmitteltechnik und Bioverfahrenstechnik Dateinamen Fett und Stärke Fett Aufschluss mit Säure Extraktion mit Hexan Verdampfen des Lösungsmittels (Hexan) Wiegen des Rückstands Stärke Extraktion mit Calciumchlorid oder Salzsäure mit polarimetrischer Messung Enzymatische (z.B. mit Malzauszügen) Lösung in Wasser mit Dichtebestimmung

8 Bremerhavener Institut für Lebensmitteltechnik und Bioverfahrenstechnik Dateinamen Rohprotein Rohprotein ist ein Standardausdruck für den Gesamtgehalt des Untersuchungsproduktes an Stickstoffverbindungen, der durch Multiplikation des entsprechenden Gesamtstickstoffgehaltes mit einem Standardfaktor errechnet wird. Backweizen: >13 % Brauweizen: % Braugerste: <11 % für helles Malz <13 % für dunkles Malz

9 Bremerhavener Institut für Lebensmitteltechnik und Bioverfahrenstechnik Dateinamen Kjeldahl - Prinzip Die Stickstoffbestimmung nach Kjeldahl (dän. Chemiker) wird in folgende Schritte eingeteilt: Aufschluss der Probe Oxidation der Substanz zu H 2 O, CO 2, NH 3 Destillation Überdestillieren des NH 3 in eine Borsäurelösung Titration Ermittlung der nach der Destillation in der Vorlage vorhandenen Menge an NH 3

10 Bremerhavener Institut für Lebensmitteltechnik und Bioverfahrenstechnik Dateinamen Kjeldahl – Chemismus und Durchführung 1,0 bis 1,5 g Probe mit 20 ml konz. Schwefelsäure und Reaktionsgemisch (Kalium- und Kupfersulfat, Titanoxid) kochen: Aufschluss 2 NH 3 + H 2 SO 4 (NH 4 ) 2 SO 4 Abkühlen, mit 70 ml konz. Natronlauge kochen, NH3 in Borsäure auffangen: (NH 4 ) 2 SO NaOH Na 2 SO NH H 2 O 3 NH 3 + H 3 BO 3 (NH 4 ) 3 BO 3 Titration mit 0,1 N Schwefelsäure: 2 (NH 4 ) 3 BO H 2 SO 4 3 (NH 4 ) 2 SO H 3 BO 3

11 Bremerhavener Institut für Lebensmitteltechnik und Bioverfahrenstechnik Dateinamen Kjeldahl - Umrechnungsfaktor Der Kjeldahl weist den in der Probe vorhandenen Stickstoff nach. Zur Bestimmung des Roheiweißgehalts existieren verschiedene Faktoren: Backweizen Backroggen: 5,7 Futtergetreide: 6,25 Braugerste: 6,25 Brauweizen: 6,25 Da die Faktoren nicht einheitlich sind, sollten sie immer mit angegeben werden. Der wirkliche Faktor weicht natürlich von den oben angegebenen ab, diese sind jedoch als Standard etabliert.

12 Bremerhavener Institut für Lebensmitteltechnik und Bioverfahrenstechnik Dateinamen Kjeldahl - Nachteile giftige Reagenzien starke Säuren starke Laugen fehleranfällig zeitaufwändig arbeitsaufwändig … Aber: Die Bestimmung nach Kjeldahl ist nach wie vor die Referenzmethode.

13 Bremerhavener Institut für Lebensmitteltechnik und Bioverfahrenstechnik Dateinamen Rohprotein - NIR NIR: naher Infrarotbereich, ca nm Messung in der Reflektion oder in der Transmission inzwischen keine Probenaufbereitung mehr nötig kein Einwiegen der Probe erforderlich Messung dauert wenige Sekunden gleichzeitige Bestimmung des Wassergehalts möglich sortenabhängige Kalibrierung nötig Kalibrierung nicht trivial Standard in der Warenannahme, keine Referenzmethode

14 Bremerhavener Institut für Lebensmitteltechnik und Bioverfahrenstechnik Dateinamen NIR-Kalibrierung Kalibrierung bei mehreren Wellenlängen. Vermeidung der Übermodellierung durch Verwendung von multivariaten Kalibrierverfahren PCR (Principal Component Regression) PLS (Partial Least Squares Regression)

15 Bremerhavener Institut für Lebensmitteltechnik und Bioverfahrenstechnik Dateinamen Probe (ca. 2-6 g, je nach zu erwartendem Aschegehalt) Ascheschalen im Muffelofen ausglühen, abkühlen und wiegen Feuchtigkeitsgehalt der Proben bestimmen ca. 2 Stunden im Muffelofen verbrennen bis der Glührückstand weiß erscheint. im Exsiccator abkühlen lassen und schnell wiegen WVK-Mehl ca. 1,8 g/100 g Aschegehalt

16 Bremerhavener Institut für Lebensmitteltechnik und Bioverfahrenstechnik Dateinamen Rückstandsanalyse bei Getreide In den letzten Jahren ist die Belastung mit Mykotoxinen immer mehr den Blickpunkt der Öffentlichkeit gerückt. Folglich gehört die Bestimmung der Schimmelpilzbelastung inzwischen zur Standarduntersuchung in allen Wareneingangskontrollen. Neben der Belastung durch Toxine kann Schimmelpilzbefall bei Bier zum so genannten Gushing führen, d.h. eine Flasche schäumt beim Öffnen über. Die Mechanismen sind noch nicht richtig geklärt. Die Untersuchung auf Mykotoxine findet sowohl für Futter- als auch für Lebensmittelgetreide statt. Durch eine gute Müllerarbeit kann der Gehalt an Mykotoxinen um 50 % gesenkt werden. Dementsprechend sind auch die Grenzwerte angepasst.

17 Bremerhavener Institut für Lebensmitteltechnik und Bioverfahrenstechnik Dateinamen Mykotoxine FeldpilzeFusarienF. graminearumDeoxynivalenol = DON Zearalenon = ZEA Schwärzepilze (hohe Feuchte) Cladosporium sp.Toxine nicht sehr giftig MutterkornClaviceps purpurea Ergometrin, Ergo… LagerpilzeAspergillen Penecillien A. fluvus P. cyclopium Aflatoxin Ochratoxin

18 Bremerhavener Institut für Lebensmitteltechnik und Bioverfahrenstechnik Dateinamen Vermeidung von Fusarientoxinen kein Mais kein Weizen als Vorfrucht Vorfrucht Mais oder Weizen Risiko gering – mittel mit Pflugeinsatz nachohne Pflugeinsatz nach Weizen Risiko gering – mittel Mais Risiko mittel – hoch Weizen Risiko mittel – hoch Mais Risiko sehr hoch rottefördernde Produktionstechnik Maisernterückstände schlegeln Einsatz von Scheibenegge, Grubber FutterweizenMahlweizenSortenwahl siehe links Mahlweizen z. B. Bussard, Enorm, Sokrates Futterweizen z. B. Atlantis, Vergas Sortenwahl siehe links nur Sorten mit bester Resistenz anbauen, derzeit Solitär, Petrus weitgehend freie Sorten-wahl aus den empfohlen Sorten standortgerechte Dünung und Pflanzenschutz standortgerechte Düngung und Pflanzenschutz; bei mittelanfälligen Sorten (z. B. Astron) Produktionstechnik anpassen (siehe rechts) (verhaltene N-Düngung, Lager verhindern), Ährenbehandlung mit fusarium-wirksamen Azolfungiziden mit Fusarium befallene Teilflächen (Vorgewende, Lagergetreide) getrennt ernten, Mähdrescher auf optimale Erntegutreinigung einstellen

19 Bremerhavener Institut für Lebensmitteltechnik und Bioverfahrenstechnik Dateinamen Nachweis von Mykotoxinen Untersuchung auf ZEA und DON am wichtigsten. HPLC Extraktion mit Methanol/Wasser Reinigung der Probe in Immunoaffinitätssäulen Nachweis mit UV- oder Fluoreszenzdetektoren ELISA (enzym-linked-immunosorbent-assays) Extraktion mit Methanol/Wasser Nachweis über eine Farbreaktion Kreuzreaktivitäten der Antikörper führen zu überhöhten Befunden

20 Bremerhavener Institut für Lebensmitteltechnik und Bioverfahrenstechnik Dateinamen Qualitätseigenschaften von Weichweizen Fallzahl Zeit, die Normstab benötigt, um durch eine verkleisterte Mehlsuspension zu fallen. Niedrige Fallzahlen sind ein Hinweis auf hohe Amylaseaktivität Schwächung der Krumenelastizität. Rohproteingehalt Neben dem Einfluss der Düngung, gibt es Sortenunterschiede. Hoher Proteingehalt für Brot, niedriger für Kekse. Sedimentationswert Mehl in Milchsäurelösung suspendiert, Eiweiß bildet Sediment. Wichtiges Kriterium für die Eiweißqualität (Quellungsvermögen). Griffigkeit Rückstand auf einem 75 µm Sieb. Maß für die Kornhärte. Griffige Mehle (=harter Weizen) werden für Brot bevorzugt. Feine Mehle aus Weizen mit geringerer Kornhärte eignen sich für Kekse und Vollkornbackwaren.

21 Bremerhavener Institut für Lebensmitteltechnik und Bioverfahrenstechnik Dateinamen Qualitätseigenschaften von Weichweizen Wasseraufnahme Dem Teig wird beim Kneten Wasser zugesetzt bis eine definierte Teigfestigkeit erreicht ist. Abhängig vom Proteingehalt und der Quellfähigkeit des Klebers. Die Wasseraufnahme eines Mehles ist maßgebend für die Teigausbeute und die Teigfestigkeit. Aschewertzahl Die Aschewertzahl wird aus dem Mehlanfall nach 6 Passagen berechnet. Mineralstoffgehalt % i. Tr. Aschewertzahl = –––––––––––––––––––––––––––– x Mehlausbeute % Mehlausbeute Type 550 Die Ausbeute der Mehltype 550 bei einem festgesetzten Mineralstoffgehalt von 0,6 %

22 Bremerhavener Institut für Lebensmitteltechnik und Bioverfahrenstechnik Dateinamen Qualitätseigenschaften von Weichweizen Volumenausbeute (Rapid-Mix-Test) Zentrales Bewertungskriterium. Der Rapid-Mix-Test ist ein Backversuch unter erschwerten Bedingungen (intesives Kneten, kurze Garen). Das Volumen der entstandenen Gebäckstücke wird als Qualitätskriterium herangezogen. Elastizität des Teiges Beurteilung des Teiges, der im Rapid-Mix-Test hergestellt wird. Beschreibende Bewertung (normal, kurz, zäh, geschmeidig usw.) Oberflächenbeschaffenheit des Teiges Beurteilung des Teiges, der im Rapid-Mix-Test hergestellt wird. Beschreibende Bewertung (normal, trocken, feucht, schmierig)

23 Bremerhavener Institut für Lebensmitteltechnik und Bioverfahrenstechnik Dateinamen Hartweizen Hartweizen oder Durumweizen (Triticum durum) stammt aus der Emmerreihe und ist damit tetraploid. Wichtig für einen Ertrag sind feuchte Winter und heiße Sommer. Der Hartweizenanbau hat daher in Deutschland nur eine geringe Bedeutung und konzentriert sich in Europa auf die Mittelmeerländer. Auch für Hartweizen sind Untersuchungsmethoden zur Qualitätsbe- schreibung festgelegt. Sie orientieren sich an der hauptsächlichen Verwendung des Hartweizens für Teigwaren. Sortierung Aschewertzahl Fallzahl Gelbpigmentgehalt Rohproteingehalt Farbton Glasigkeit Kochpotential Dunkelfleckigkeit

24 Bremerhavener Institut für Lebensmitteltechnik und Bioverfahrenstechnik Dateinamen Malzanalyse Die Analysenmethoden beim Malz sind an den sich meist anschließenden Brauprozess angepasst. Während bei Brennmalz hauptsächlich die enzymatische Aktivität wichtig ist, kommen bei Braumalz die späteren Verarbeitbarkeit, Eiweißeigenschaften (Haltbarkeit und Schaum) Farbe und vor allem der vergärbare Extrakt als Qualitätskriterium hinzu. Am Anfang einer umfangreichen Malzanalyse steht ein standardisiertes Maischverfahren, das so genannte Kongressmaischverfahren.

25 Bremerhavener Institut für Lebensmitteltechnik und Bioverfahrenstechnik Dateinamen Kongressmaischverfahren Je 50 g Feinschrot (0,2 mm Mahlspalt) bzw. Grobschrot (1 mm Mahlspalt) werden bei 45 °C mit 200 ml Wasser eingemaischt und dann nach dem unten angegebenen Schema gemaischt. Nach Erreichen von 70 °C werden 100 ml Wasser von 70 °C zugegeben. Nach Ende des Maischens schnell abkühlen, auf 450 g mit Wasser aufwiegen und mit Faltenfilter filtrieren. Untersuchungsparameter: Extrakt (-ausbeute) Mehl-Schrot-Differenz Eiweißgehalt Farbe Vergärungsgrad Viskosität...

26 Bremerhavener Institut für Lebensmitteltechnik und Bioverfahrenstechnik Dateinamen Kongressmaischverfahren Untersuchungsparameter: Extrakt (-ausbeute) Mehl-Schrot-Differenz Eiweißgehalt Farbe Vergärungsgrad Viskosität...

27 Bremerhavener Institut für Lebensmitteltechnik und Bioverfahrenstechnik Dateinamen Malzanalyse - Friabilimeter Prinzip Malz wird in eine Siebtrommel mit Drahtgeflecht aus Edelstahl gegeben. Während einer festgelegten Zeit werden die Körner mittels einer Walze gegen die rotierende Siebtrommel gepresst, wobei die mürben Malzteile durch das Siebgewebe fallen, während die glasigen Bestandteile in der Trommel verbleiben. Auswertung Mürbigkeit = (Einwaage – Rest in der Trommel) /Einwaage Ganzglasigkeit = ganze Körner / Einwaage Normwerte Mürbigkeit > 80 % Ganzglasigkeit < 2,5 %

28 Bremerhavener Institut für Lebensmitteltechnik und Bioverfahrenstechnik Dateinamen Farinograph Der Farinograph misst und registriert den Knetwiderstand eines Teiges, seine Bildung aus Mehl und Wasser, seine Entwicklung und seine Teigerweichung. Der Widerstand (Konsistenz) wird gegenüber der Drehung der Knetarme gemessen. Die Übertragung des Widerstands erfolgt über einen pendelnd gelagerten Motor und einen Hebelarm zur Neigungswaage, die mit der Schreibvorrichtung verbunden ist. Die Maximalkonsistenz des Teiges wird durch Änderung der zugegebenen Wassermenge auf einen bestimmten Wert eingestellt. Mit dieser Menge, der Wasserabsorption, erhält man eine vollständige Knetkurve, aus deren verschiedenen Kennzeichen die Qualität des Mehls ersichtlich ist.

29 Bremerhavener Institut für Lebensmitteltechnik und Bioverfahrenstechnik Dateinamen Farinograph – Standardisiertes Kneten Auswertung Absorption (> 56 %) Teigentwicklungszeit (> 2 min) Stabilität (> 0,5 min) Teigerweichung (< 70 FE) Qualitätszahl

30 Bremerhavener Institut für Lebensmitteltechnik und Bioverfahrenstechnik Dateinamen Extensograph- Standardisiertes Ziehen Ein Teig aus Weizenmehl, Wasser und Salz wird im Farinographen standardisiert mit einer Konsistenz von 500 FE nach fünfminütiger Knetung hergestellt. Mittels Rund- und Langwirker werden Teigstränge geformt, die nach 45, 90 und 135 Minuten Ruhezeit, in welcher sich der Kleber entspannt (Relaxation), gedehnt werden. Die Dehnung geschieht mittels eines Hakens, welcher sich mit konstanter Geschwindigkeit bewegt. Hierbei wird die der Dehnung entgegenwirkt Kraft über ein Hebel- und Waagensystem auf eine Schreibvorrichtung übertragen. Anhand der ermittelten Kurven lassen sich Aussagen über das Verhalten der Teige bei der Verarbeitung und auf Gare gewinnen.

31 Bremerhavener Institut für Lebensmitteltechnik und Bioverfahrenstechnik Dateinamen Extensograph – Standardisiertes Ziehen Auswertung Wasserabsorption beim Extensograph-Test Dehnwiderstand R 50 ("Resistance") [EE] mittlere Höhe der beiden Kurven 50 mm nach Beginn der Dehnung (450 – 600 EE) Dehnbarkeit E ("Extensibility") [mm]: Länge des Extensogramms ( mm) Energie A ("Area") [cm 2 ]: Fläche des Extensogramms ( cm 2 ) Verhältniszahl R/E [-]: Quotient aus Dehnwiderstand und Dehnbarkeit (3-4)

32 Bremerhavener Institut für Lebensmitteltechnik und Bioverfahrenstechnik Dateinamen Amylograph – Verkleisterungstest Aus einem Amylogramm ergeben sich Informationen über das Verkleisterungsverhalten von Mehlen (v.a. von Roggen-, aber auch von Weizenmehlen) oder Stärken. In Anlehnung an den Temperaturverlauf während des ersten Teils des Backprozesses wird eine Mehl-Wasser-Suspension von 30 °C auf 95 °C mit einer konstanten Aufheizrate von 1,5 K pro Minute erwärmt. Da die Stärke abbauenden Enzyme auch noch in der Aufheizphase aktiv sind, gibt ein Amylogramm nicht nur Auskunft über die Stärkeverkleisterung, sondern auch über die verflüssigende Wirkung der Amylasen. Während des Versuchs dreht sich der Messbecher mit konstanter Geschwindigkeit und überträgt einen Widerstand auf den Messfühler, welcher in die verkleisternde Probe hineinragt.

33 Bremerhavener Institut für Lebensmitteltechnik und Bioverfahrenstechnik Dateinamen Amylograph – Verkleisterungstest Auswertung Verkleisterungsmaximum [AE] höchster Punkt auf der Amylogrammkurve unter 250 AE: starker Auswuchs, starke Säuerung erforderlich, Gefahr einer klitschigen Brotkrume AE: leicht auswuchsgeschädigt, mittlerer Säurebedarf, etwas unelastische Brotkrume AE: gute Qualität, normaler Säurebedarf, gute Brotkrume über 600 AE: geringer Säurebedarf, etwas fader Geschmack Verkleisterungsendtemperatur [°C] Temperatur, die am Maximum erreicht ist unter 65 °C : unbefriedigender Verarbeitungswert 65 °C – 75 °C : guter Verarbeitungswert über 75 °C : befriedigender Verarbeitungswert

34 Bremerhavener Institut für Lebensmitteltechnik und Bioverfahrenstechnik Dateinamen Die Fallzahl ist ein Maß für die α-Amylaseaktivität in Getreide, Mehl oder stärkehaltigen Produkten und beruht auf der raschen Verkleisterung einer Mehl/Wasser-Suspension im kochenden Wasserbad und der anschließenden Verflüssigung des Stärkegels. Die Fallzahl ist die Zeit in Sekunden, die der Rührstab benötigt, um eine bestimmte Strecke in das sich in Verflüssigung befindliche Gel einzusinken (incl. der Rührzeit!). Diese Methode eignet sich zur schnellen Erkennung von auswuchsgeschädigtem Getreide, ebenso zur Festlegung des Saueranteils oder des Enzymeinsatzes. Fallzahl

35 Bremerhavener Institut für Lebensmitteltechnik und Bioverfahrenstechnik Dateinamen Feuchtklebergehalt Feuchtkleber ist die Substanz, die beim Auswaschen von Weizenteigen mit Kochsalzlösung als unlösliche, viskoelastische Masse zurückbleibt. Feuchtkleber besteht aus den Eiweißfraktionen Gliadin und Glutenin. Die Menge an Feuchtkleber und dessen qualitative Eigenschaften (Dehnbarkeit und Dehnwiderstand) sind entscheidende Kriterien bei der Beurteilung von Weizenmehlen. Zur Herstellung von Kleingebäcken benötigt man ein Mehl mit viel Kleber und guter Dehnbarkeit. Klebermenge:hoch über 27,0 % mittel ,0 % niedrig unter 20,0 % Dehnbarkeit:gute Qualität: nimmt nach einer Dehnung schnell wieder die alte Form an schlechte Qualität:schlaff, zusammenhanglos, zeigt beim Dehnen nur schwachen Widerstand

36 Bremerhavener Institut für Lebensmitteltechnik und Bioverfahrenstechnik Dateinamen Sedimentationswert Diese Methode erfasst die Quellung der Kleberteilchen von Mehl in einer Milchsäurelösung und die anschließende Sedimentationsgeschwindigkeit der Mehlsuspension. Sowohl ein höherer Klebergehalt als auch eine bessere Kleberqualität führen zu langsamerer Sedimentation und höheren Sedimentationswerten. Um vergleichbare Ergebnisse zu erhalten, müssen die Mehle die gleiche Granulation aufweisen, deshalb werden die Mehle auf einer speziellen Versuchsmühle (Brabender Sedimat) ermahlen. Bewertung 50 Eh sehr gut

37 Bremerhavener Institut für Lebensmitteltechnik und Bioverfahrenstechnik Dateinamen Backversuche Backversuche dienen zum Charakterisieren von Getreide und Mehl hinsichtlich der Backeigenschaften. Weizenmehl Der Rapid-Mix-Test ist ein Backversuch unter erschwerten Bedingungen (intesives Kneten, kurze Garen). Das Volumen der entstandenen Gebäckstücke wird als Qualitätskriterium herangezogen. Roggenmehl Der Hefebackversuch lässt den unterschiedlichen Backwert der Roggen- typenmehle ohne Säuerung erkennen. Der Milchsäurebackversuch lässt den unterschiedlichen Backwert der Roggentypenmehle bei schwacher Säuerung erkennen. Der Sauerteigbackversuch lässt den unter- schiedlichen Backwert der Roggentypenmehle bei optimaler Säuerung mit Sauerteig erkennen und kommt der üblichen Roggenbrotherstellung am nächsten

38 Bremerhavener Institut für Lebensmitteltechnik und Bioverfahrenstechnik Dateinamen DLG Prüfschema für Brot (1) Form, Aussehen (2) Oberfläche-, Krusteneigenschaften (4) Lockerung, Krumenbild (4) Struktur, Elastizität (9) Geruch, Geschmack Für anderes Gebäck existieren Prüfschemata, die ähnlich aufgebaut sind. Grundsätzlich gibt es bei DLG- Verkostungen Punktabzüge nur für Fehler. Beurteilung der Gebäcke

39 Bremerhavener Institut für Lebensmitteltechnik und Bioverfahrenstechnik Dateinamen Brotfehler


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