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Lehrstuhl für Arbeits- und Organisationspsychologie Universität Paderborn Prof. Dr. Niclas Schaper Vorlesung Einführung in die Psychologie Vorlesung Einführung.

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1 Lehrstuhl für Arbeits- und Organisationspsychologie Universität Paderborn Prof. Dr. Niclas Schaper Vorlesung Einführung in die Psychologie Vorlesung Einführung in die Psychologie Themen der heutigen Stunde: Grundlegende Formen des Lernens Klassisches Konditionieren Operantes Konditionieren Beobachtungslernen

2 Lehrstuhl für Arbeits- und Organisationspsychologie Universität Paderborn Prof. Dr. Niclas Schaper Vorlesung Einführung in die Psychologie Klassisches Konditionieren Iwan Pawlow ( ) war einer der ersten, der das Phänomen des klassischen Konditionierens beschrieben hat. Bei seinen Studien über die Verdauung untersuchte er die Eigenschaften des Speichelflusses bei Hunden, eine Reflexreaktion auf Futter im Maul. Pawlows Methode bestand darin, dem Hund Futter darzubieten und den abgesonderten Speichel zu messen.

3 Lehrstuhl für Arbeits- und Organisationspsychologie Universität Paderborn Prof. Dr. Niclas Schaper Vorlesung Einführung in die Psychologie Grundlegende Merkmale des klassischen Konditionierens Vor der Konditionierung: Fleisch zeigenund man erhältSpeichelfluss UKS darbietenUKR Glocke tönen lassenund man erhältkeinen Speichelfluss KSkeine Reaktion Während der Konditionierung: Glocke tönen lassenund dannFleisch zeigen KS und UKS werden zusammen dargeboten KS und UKS müssen mehrfach wiederholt werden Nach der Konditionierung: Glocke tönen lassenund man erhältSpeichelfluss KSKR

4 Lehrstuhl für Arbeits- und Organisationspsychologie Universität Paderborn Prof. Dr. Niclas Schaper Vorlesung Einführung in die Psychologie Alltägliche Beispiele für klassisches Konditionieren KS Grundlegendes MusterUKS (KR) UKR Nach einem Autounfall erregt der Anblick eines Autos Angst Anblick eines Autos Autounfall und VerletzungAngst Kind weint beim Anblick eines Babysitters Babysitter kommt Eltern verlassen das KindWeinen Ständige Sorgen um die Arbeit - auch in der Freizeit - führen zu Magengeschwüren An die Arbeit denken, sich Sorgen darum machen Anspannung oder Angst (bei der Arbeit) Produktion von Säure im Magen

5 Lehrstuhl für Arbeits- und Organisationspsychologie Universität Paderborn Prof. Dr. Niclas Schaper Vorlesung Einführung in die Psychologie Reizgeneralisierung beim klassischen Konditionieren Einzelfallstudie aus der Anfangs- zeit der wiss. Psychologie (Watson & Raynor 1920): Fall des kleinen Albert: Das Zusammentreffen einer Versuchsratte mit einem schrecklich lauten Geräusch führte beim kleinen Albert zu einer konditionierten Angst vor Ratten aber auch ähnlichen pelzigen Tieren und Dingen (Reizgeneralisierung)

6 Lehrstuhl für Arbeits- und Organisationspsychologie Universität Paderborn Prof. Dr. Niclas Schaper Vorlesung Einführung in die Psychologie Operantes Konditionieren E. L. Thorndike ( ) war der erste, der Laborexperimente durchführte, bei denen instrumentelles bzw. operantes Konditionieren eingesetzt wurde. Es war jedoch B. F. Skinner ( ), der das operante Konditionieren berühmt machte. Durch seine Studien mit Tauben, Ratten und Menschen wurden die grundlegenden Elemente und Gesetze des operanten Konditionierens identifiziert. Die Skinner Box war die am meisten benutzte experimentelle Apparatur zur Untersuchung des operanten Konditionierens.

7 Lehrstuhl für Arbeits- und Organisationspsychologie Universität Paderborn Prof. Dr. Niclas Schaper Vorlesung Einführung in die Psychologie Grundlegende Merkmale des operanten Konditionierens ReaktionKonsequenz Die Versuchsperson führt eine Reaktion aus R die gefolgt wird von einer Stimulussequenz S Hungrige Ratte drückt einen Hebel R Versuchsleiter gibt Futter S Kleiner Junge weint R Mutter spendet Trost S

8 Lehrstuhl für Arbeits- und Organisationspsychologie Universität Paderborn Prof. Dr. Niclas Schaper Vorlesung Einführung in die Psychologie Verschiedene Formen des operanten Konditionierens Reaktionshäufigkeit erhöht sichnimmt ab Stimulus- konsequenz ange- nehm Positive VerstärkungNegative Bestrafung unange- nehm Negative VerstärkungPositive Bestrafung

9 Lehrstuhl für Arbeits- und Organisationspsychologie Universität Paderborn Prof. Dr. Niclas Schaper Vorlesung Einführung in die Psychologie Verschiedene Formen des operanten Konditionierens Reaktionshäufigkeit erhöht sichnimmt ab Stimulus- konsequenz ange- nehm Positive Verstärkung (z.B. Taschengeld bekommen, wenn man den Müll raus trägt) Negative Bestrafung (z.B. Verbot, das Auto zu benutzen, bei schlechten Noten) unange- nehm Negative Verstärkung (z.B. einem Häftling anbieten, dass er bei guter Führung früher entlassen wird) Positive Bestrafung (z.B. Kinder bekommen einen Klaps, wenn sie unanständige Wörter benutzen)

10 Lehrstuhl für Arbeits- und Organisationspsychologie Universität Paderborn Prof. Dr. Niclas Schaper Vorlesung Einführung in die Psychologie Nachteile der Bestrafung Schnelle und gezielte Bestrafung kann unerwünschtes Verhalten zwar massiv unterbinden, es hat aber auch erhebliche Nachteile: Bestraftes Verhalten wird nicht vergessen, es wird lediglich unterdrückt; –d.h. das bestrafte Verhalten kann in einer vor Strafe sicheren Umgebung erneut auftreten (z.B. wenn Kinder in Situationen fluchen, in denen ihre Eltern, die es verboten haben, nicht dabei sind). –Das Kind hat eher gelernt, zu diskriminieren. Insbesondere wenn Bestrafung mit der Anwendung körperlicher Gewalt verbunden ist, entstehen extrem nachteilige Folgen: –So weisen Kinder, die in ihrer Erziehung geschlagen wurden, ein erhöhtes Aggressions- und Depressionsrisiko auf. –Körperliche Bestrafung verstärkt Aggressivität auch dadurch, dass Aggression als Möglichkeit zur Problemlösung angeboten wird (Beobachtungslernen).

11 Lehrstuhl für Arbeits- und Organisationspsychologie Universität Paderborn Prof. Dr. Niclas Schaper Vorlesung Einführung in die Psychologie Nachteile der Bestrafung Strafe kann außerdem Angst auslösen –wer bestraft wird, verbindet die Angst nicht nur mit dem unerwünschten Verhalten, sondern auch mit der strafenden Person (z.B. Lehrer) oder mit der Situation (z.B. Schule), in der gestraft wird. Besser als Bestrafung ist daher meist, unerwünschtes Verhalten durch die Verstärkung alternativen Verhaltens zu reduzieren (z.B. du kannst dann zum Abendbrot kommen, wenn du dein Zimmer aufgeräumt hast).

12 Lehrstuhl für Arbeits- und Organisationspsychologie Universität Paderborn Prof. Dr. Niclas Schaper Vorlesung Einführung in die Psychologie Weitere Charakteristika der operanten Konditionierung Primäre und sekundäre Verstärkung: –Primäre Verstärker sind automatisch wirksam bzw. belohnend (z.B. Futter für das hungrige Tier). –Sekundäre Verstärker sind Reize, die zu Verstärkern werden können, wenn das Tier oder der Mensch lernt, dass sie mit primären Verstärkern assoziiert sind (z.B. Geld). Verhaltensgeneralisierung: –Hierbei führt ein Lernender, der eine bestimmte Reaktion geübt hat, diese unter veränderten, aber ähnlichen Situationsbedingungen aus (z.B. sich höflich nicht nur gegenüber Eltern, sondern auch anderen Erwachsenen verhalten).

13 Lehrstuhl für Arbeits- und Organisationspsychologie Universität Paderborn Prof. Dr. Niclas Schaper Vorlesung Einführung in die Psychologie Weitere Charakteristika der operanten Konditionierung Diskriminative Reize: –Bei der Reizkontrolle ist ein Hinweisreiz vorhanden, der dem Lernenden signalisiert, dass eine Belohnung oder Bestrafung in Abhängigkeit von seinem Verhalten stattfinden wird (z.B. das Teennager nur dann nicht rauchen, wenn ihre Eltern da sind). Verhaltensformung (Shaping): –Mit Hilfe von Shaping kann man Verhalten trainieren, das komplex oder ungewöhnlich ist. –Es beinhaltet ein Lernen in kleinen Schritten, wobei jeder nachfolgende Schritt eine Reaktion verlangt, die dem erwünschten Verhalten näher kommt (Methode der sukzessiven oder stufenweise Annäherung; z.B. einem Hund beibringen, Saltos zu schlagen).

14 Lehrstuhl für Arbeits- und Organisationspsychologie Universität Paderborn Prof. Dr. Niclas Schaper Vorlesung Einführung in die Psychologie Intermittierende Verstärkung und Verstärkungspläne VerstärkungspläneQuoteIntervall Feste Pläne Feste Quote (z.B. belohnen des Hundes für jede vierte richtige Reaktion) Festes Intervall (z.B. Lohnzahlung an jedem Freitag) Variable Pläne Variable Quote (z.B. Gewinnplan eines Geldspielautomaten) Variables Intervall (z.B. per Anhalter fahren) Intermittierende Verstärkung: Während des Lernens wird nicht jede einzelne Reaktion des Lernenden verstärkt, sondern nur ein Teil des richtigen Verhaltens. Verhalten bzw. Gewohnheiten, die unter Bedingungen intermittierender Verstärkung erlernt wurden, sind deutlicher schwieriger zu löschen.

15 Lehrstuhl für Arbeits- und Organisationspsychologie Universität Paderborn Prof. Dr. Niclas Schaper Vorlesung Einführung in die Psychologie Aneignung, Löschung und Erholung Aneignung: Die Festigung einer verstärkten Reaktion. Löschung: Ein Verhalten wird nicht mehr verstärkt und dadurch gelöscht. Erholung: Nach einer Pause wird das verstärkte Verhalten wieder häufiger gezeigt, obwohl es nicht weiter verstärkt wird.

16 Lehrstuhl für Arbeits- und Organisationspsychologie Universität Paderborn Prof. Dr. Niclas Schaper Vorlesung Einführung in die Psychologie Anwendungen der operanten Konditionierung im Alltag Schule: Verwendung von Lehrmaschinen und Lernbüchern, die den Prozess des Lernens in kleine Schritte einteilen und sofortige Verstärkung für richtige Antworten lieferten (Programmierte Unterweisung) Arbeitsplatz: Manager zogen Nutzen aus behavioristischen Studien, indem sie Verstärkungstechniken zur Steigerung der Produktivität einsetzten (z.B. durch die Einführung von Prämienlohnsystemen oder die Bekräftigung/ Belobigung von klar definierten Verhaltensweisen bzw. Leistungen) Erziehung: Entwicklung von Trainingsprogrammen für Eltern, um mit schwierigen Verhaltensweisen von Kindern besser umzugehen (z.B. Wutausbrüche oder Trotzverhalten)

17 Lehrstuhl für Arbeits- und Organisationspsychologie Universität Paderborn Prof. Dr. Niclas Schaper Vorlesung Einführung in die Psychologie Anwendungen der operanten Konditionierung im Alltag Selbstmanagement: Einsatz von Verstärkungstechniken bei uns selbst, um erwünschtes Verhalten (z.B. regelmäßig Joggen) zu verstärken oder unerwünschtes Verhalten (z.B. Rauchen) zu löschen Risiko der operanten Konditionierung: Falsch oder übermäßig angewandte Verstärkungen (z.B. bei Tätigkeiten, die wir aus Interesse tun, für die wir intrinsisch motiviert sind) können dazu führen, dass wir unser ursprüngliches Interesse verlieren und damit die intrinsische Motivation untergraben (z.B. im Biologieunterricht nur für gute Noten lernen).

18 Lehrstuhl für Arbeits- und Organisationspsychologie Universität Paderborn Prof. Dr. Niclas Schaper Vorlesung Einführung in die Psychologie Beobachtungslernen (Bandura, 1977) Wie wird durch Beobachtung gelernt? Hierbei wird gelernt, indem man jemanden oder etwas beobachtet und die beobachteten Informationen verarbeitet. Indem wir bei einem Verhalten zuschauen, lernen wir nicht nur, wie man sich in der Situation verhalten kann, sondern wir lernen auch zu antizipieren, welche Folgen das Verhalten in einer Situation hat. Wir tendieren außerdem dazu, diejenigen zu imitieren, die uns selbst ähnlich sind oder die wir für erfolgreich oder bewunderungswürdig halten. Wir erlernen fast sämtliche Formen des Sozialverhaltens durch Beobachtung und Nachahmung von Modellen. Dies bezieht sich allerdings nicht nur auf prosoziales (z.B. hilfsbereites), sondern auch antisoziales (z.B. gewalttätiges) Verhalten.

19 Lehrstuhl für Arbeits- und Organisationspsychologie Universität Paderborn Prof. Dr. Niclas Schaper Vorlesung Einführung in die Psychologie Beispiel für Beobachtungslernen bei Kindern (Bandura, 1977) Dieser 14 Monate alte Junge imitiert ein Verhalten, das er im Video eines Forschungslabors gesehen hat. Auf dem oberen Foto beobachtet das Kind aufmerksam den Erwachsenen, der ein Spielzeug zerreißt. Das mittlere Foto zeigt das Kind, das gerade ein Spielzeug bekommen hat. Auf dem unteren Foto zerreißt das Kind das Spielzeug und imitiert damit, was es bei dem Erwachsenen gesehen hat.

20 Lehrstuhl für Arbeits- und Organisationspsychologie Universität Paderborn Prof. Dr. Niclas Schaper Vorlesung Einführung in die Psychologie Fernsehen und Beobachtungslernen Fernsehen ist eine wichtige Quelle für Beobachtungslernen: –In Deutschland besitzt inzwischen jedes dritte Kind im Alter von 6-13 Jahren über ein eigenes Fernsehgerät –Kinder mit eigenem Fernsehgerät sehen im Durchschnitt 133 Minuten/Tag fern, während Kinder ohne eigenes Fernsehgerät etwa 90 Minuten/Tag schauen Gewalt im Fernsehen: –Amerikanische Fernsehsender zeigen während der Haupteinschaltzeit ungefähr drei Gewalttaten pro Stunde –anders als im wirklichen Leben, wo 87% aller Verbrechen gewaltfrei ablaufen, sind im Fernsehen nur 13% aller Verbrechen gewaltfrei –In 50% der der Gewaltszenen wird der Schaden nicht gezeigt, der den Opfern zugefügt wird, und 6 von 10 Szenen zeigen den Schmerz von Opfern nicht

21 Lehrstuhl für Arbeits- und Organisationspsychologie Universität Paderborn Prof. Dr. Niclas Schaper Vorlesung Einführung in die Psychologie Fernsehen und Beobachtungslernen Wichtige Forschungsfrage: Bringt Gewalt im Fernsehen manche Menschen dazu, selbst gewalttätig zu werden? –Was spricht dafür? Was spricht eher nicht dafür? –Wie würden Sie diese Fragestellung untersuchen?

22 Lehrstuhl für Arbeits- und Organisationspsychologie Universität Paderborn Prof. Dr. Niclas Schaper Vorlesung Einführung in die Psychologie Fernsehen und Beobachtungslernen Ergebnisse aus Korrelationsstudien: Je mehr Stunden Kinder damit verbringen, Gewaltszenen im Fernsehen anzuschauen, desto stärker sind sie als Jugendliche und Erwachsene anfällig für Aggression und Gewalt (Eron, 1987; Turner et al., 1986) In den USA und Kanda verdoppelten sich die Mordfälle zwischen 1957 und 1974 –während dieser Zeit setzte die Verbreitung des Fernsehens ein; in Regionen, die das Fernsehen später einführten, kam es entsprechend später zu einem Anstieg der Mordzahlen

23 Lehrstuhl für Arbeits- und Organisationspsychologie Universität Paderborn Prof. Dr. Niclas Schaper Vorlesung Einführung in die Psychologie Fernsehen und Beobachtungslernen Ergebnisse aus experimentellen Studien: Ein Forschungsteam um Boyatzis (1995) beobachtete eine 7-fache Zunahme von Gewalt im Spiel bei Kindern, die Power Rangers angeschaut hatten Männliche Zuschauer, die 3 Abende damit verbrachten Filme anzuschauen, die sexuelle Gewalt enthielten, empfanden weniger Mitgefühl für Opfer häuslicher Gewalt Außerdem hielten sie die Verletzungen der Opfer für weniger gravierend als Personen, die diese Filme vorher nicht sahen (Mullin & Linz, 1995).


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