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Kirchengeschichte der Frühen Neuzeit Einführung Universität Duisburg-Essen, Winter-Semester 2006/07.

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Präsentation zum Thema: "Kirchengeschichte der Frühen Neuzeit Einführung Universität Duisburg-Essen, Winter-Semester 2006/07."—  Präsentation transkript:

1 Kirchengeschichte der Frühen Neuzeit Einführung Universität Duisburg-Essen, Winter-Semester 2006/07

2 KG der Frühen Neuzeit - WS 2006/07 - Einführung 2 Index 1.Hinweise zum Studium der Ev. Theologie in Essen 2.Die Themen der einzelnen Vorlesungen 3.Hinweise zum Studium die Essener Universitätsbibliothek Material zu den Lehrveranstaltungen im Netz PC Pool im HRZ 4.Ideen, Obsessionen, Entwicklungen in der frühen Neuzeit

3 KG der Frühen Neuzeit - WS 2006/07 - Einführung Prüfungs- und Studienordnung Prüfungsordnung: –staatlich vorgegebener Katalog von Anforderungen, die für einen Studienabschluss zu erbringen sind Studienordnung: –von der Universität erlassene Regelung, die Reihenfolge und Umfang der gemäß der Prüfungsordnung zu erbringenden Leistungen umschreibt.

4 KG der Frühen Neuzeit - WS 2006/07 - Einführung Bereiche und Module Lehramtsprüfungsordnung - LPO vom , gültig seit 1. Oktober 2003 –Einteilung des Studiums in Module Lehramtsprüfungsordnung - LPO vom , zuletzt geändert durch Verordnung vom 14. September Einteilung des Studiums in Bereiche (AT-NT / KG / ST / RP )

5 KG der Frühen Neuzeit - WS 2006/07 - Einführung die Module (GHR – Ev. Theologie, Essen) Grundstudium Modul 1: Prinzipien und Methoden – Das Christentum als Gegenstand der theologischen Wissenschaft Modul 2: Quellen und Entwicklungen – Das Christentum in seiner Geschichte Hauptstudium Modul 3: Kernthemen und Probleme – Gott, Mensch und Welt im Verständnis des Christentums Modul 4: Anwendungen und Erprobungen – Das Christentum in der religionspädagogischen Praxis Modul 5: Kontexte und Vermittlungen – Das Christentum im interkonfessionellen und interreligiösen Dialog § 2 (4) Im Verlauf der gesamten Studiendauer sind fünf Module zu absolvieren:

6 KG der Frühen Neuzeit - WS 2006/07 - Einführung Bereiche in der neuen Studienordnung § 2 (2) Das ordnungsgemäße Studium der Ev. Theologie umfasst vier Bereiche: Bereich A: Altes Testament und Neues Testament Bereich B: Kirchen- und Religionsgeschichte Bereich C: Systematische Theologie Bereich D: Religionspädagogik und Didaktik des Evangelischen Religionsunterrichts Studienordnung Evangelische Theologie für das Lehramt an Grund-, Haupt- und Realschulen sowie den entsprechenden Jahrgangsstufen der Gesamtschule (LGHRGe)

7 KG der Frühen Neuzeit - WS 2006/07 - Einführung Neue Studienordnung, § 2 (3) Ev. Theologie für Grund-, Haupt- und Realschulen Studienvolumen 42 SWS Grundstudium 3 Semester (18 SWS) - Zwischenprüfung - Hauptstudium 3 Semester (24 SWS) - Staatsexamen -

8 KG der Frühen Neuzeit - WS 2006/07 - Einführung Grundstudium: Pflichtveranstaltungen und Leistungsnachweise Modul 1: Grundstudium: 18 SWS = 9 Pflichtveranstaltungen 1.vier Pflichtveranstaltungen in allen 4 Bereichen 2.ein Leistungsnachweis (LW), bestehend aus 2 Qualifizierten Studiennachweisen (QS) Einführung in die methodische Fertigkeiten Bereiche: Biblische Theo- logie (AT/NT) Kirchen- und Religions- geschichte Systematische Theologie Religions- pädagogik Modul 2: Grundwissen 1.fünf Pflichtveranstaltungen in allen 4 Bereichen, zus. Bibelkunde 2.ein Leistungsnachweis (LW), bestehend aus 2 Qualifizierten Studiennachweisen (QS)

9 KG der Frühen Neuzeit - WS 2006/07 - Einführung Leistungsnachweise und Qualifizierte Studiennachweise Modul 1: Beispiel für die Verteilung der Qualifizierten Studiennachweise auf die Bereiche im Grund: Einführung in die methodische Fertigkeiten 1 Leistungsnachweis (LW) = 2 Qualifizierte Studiennachweise (QS): Modul 2: Grundwissen 1 Leistungsnachweis (LW) = 2 Qualifizierte Studiennachweise (QS):

10 KG der Frühen Neuzeit - WS 2006/07 - Einführung Veranstaltungen Stöve in der Kirchengeschichte im Grundstudium Grundstudium –Proseminar: Kirchengeschichte der Antike und des Mittelalters. Einführung in die methodische Fertigkeiten –Techniken der Bildbeschreibung, Erstellung einer Präsentation Pflichtveranstaltung im Modul 1, Do Uhr –Vorlesung: Kirchengeschichte der Antike und des Mittelalters. Grundwissen. –Überblick über die Entwicklung des Christentums in den ersten 1500 Jahren anhand von 10 Schwerpunktthemen Pflichtveranstaltung im Modul 2, Do 8-10 Uhr

11 KG der Frühen Neuzeit - WS 2006/07 - Einführung Überblick über den Ablauf der Vorlesung (1) Amt und Gemeinde. Die traditionelle Form christlichen Lebens Frömmigkeitseliten. Alternative Formen christlichen Lebens Frömmigkeit und Kult. Formen der Gottesverehrung und sakrale Kommunikation Dogma und Bekenntnis. Was ist orthodox? Theologie oder die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit dem christlichen Glauben

12 KG der Frühen Neuzeit - WS 2006/07 - Einführung Überblick über den Ablauf der Vorlesung (2) Ethik oder die Lehre vom richtigen Handeln Kirche und Staat. Rechtliche und moralische Aspekte einer privilegierten Beziehung Christentum und Kultur. Über die soziale Akzeptanz des Christentums Reform zwischen Machtanspruch und Nachfolge Toleranz und Intoleranz. Humanismus versus Fundamentalismus und Dämonenglaube Abschlusstest,

13 KG der Frühen Neuzeit - WS 2006/07 - Einführung der Abschlusstest zur Vorlesung (Modul 2) der Test besteht aus: 10 Fragen mit multiple-choice Antworten (30 Punkte) 5 Begriffserläuterungen in Stichworten (20 Punkte) 5 Analysen von Zitaten (25 Punkte) 5 Bildanalysen (25 Punkte) erfolgreiche Teilnahme: mindestens 30 Punkte qualifizierter Studiennachweis: mindestens 70 Punkte

14 KG der Frühen Neuzeit - WS 2006/07 - Einführung Multiple Choice (max. 3 Punkte je Frage) Was bedeutet der Begriff Säkularisation im übertragenen Sinne? (2 Antworten sind richtig) oDie Erhebung eines Ereignisses zum Jahrhundertereignis oDie Kanonisierung eines Heiligen oDie Einteilung der Geschichte nach Jahrhunderten oden Verlust der religiösen Prägung des gesellschaftlichen Lebens odie Verdrängung des religiösen Naturverständnisses durch eine wissenschaftlich technische Sicht

15 KG der Frühen Neuzeit - WS 2006/07 - Einführung Antwort in Stichworten (max. 4 Punkte je Frage) Hostienfrevel: Wem wird er unterstellt, in welcher Epoche, was besagt der Frevel, welche dogmatische Vorstellung ist vorausgesetzt? den Juden / im späten Mittelalter / Misshandlung der geweihten Hostie / die Transsubstantiation bzw. Wesensverwandlung von Brot und Wein in Fleisch und Blut Christi (Sakramentsrealismus) erwartete Antwort:

16 KG der Frühen Neuzeit - WS 2006/07 - Einführung Beantworten Sie die Fragen zu den folgenden Zitaten (in Stichworten)! - Wenn Sie genaue Namen und Daten nicht wissen, versuchen Sie, Kontext und Zusammenhang zu erschließen (max. 5 Punkte pro Zitat). 1) Um welche Textsorte handelt es sich? In eine Kirche kann jemand gehen, ohne es zu wollen [d.h. gezwungenermaßen], zum Altar treten, ohne es zu wollen, das Sakrament empfangen, ohne es zu wollen: Glauben kann jemand nur, wenn er will (credere non potest nisi volens) 2) Welcher Epoche ordnen Sie dem Text zu? Traktat, Abhandlung, Kommentar Antike, Alte Kirche 3) Wer könnte den Text verfasst haben? 4) Welche Haltung in Glaubensdingen legitimiert der Text? 5) Welche Mittel in Glaubensdingen schließt der Text aus? Aurelius Augustinus Toleranz Glaubenszwang

17 KG der Frühen Neuzeit - WS 2006/07 - Einführung Bildkommentare und Bildanalyse in Stichworten (bitte Pfeile benutzen) (max. 5 Punkte) 1) Identifizieren Sie die drei dargestellten Figuren! Gottvater, Christus, Heiliger Geist (Taube) 2) Geben die der Darstellung einen Namen Holzskulptur: nördliche Nebenkrypta, St. Peter, Fritzlar, c.1300 Gnadenstuhl, Trinität ) 3) Was ist das Besondere dieser Darstellungen gegenüber anderen Darstellungen zum gleichen Thema? 4) Wie lautet der dogmatische Begriff für die Einheit dieser Dreiergruppe? 5) Welche Häresie könnte man der Darstellung vorwerfen? Gottvater trägt einen Kreuzes- nimbus und die Züge des leidenden Christus Trinität, dreieiniger Gott dass Gott selbst leidet (Patripassianismus)

18 KG der Frühen Neuzeit - WS 2006/07 - Einführung Materialien zur Vorlesung im Netz Arbeitsplan (Gliederung der Vorlesung) Begriffserläuterungen Textauszüge Bildmaterialien alle für den Test relevanten Begriffe, Zitate und Bilder werden hier veröffentlicht

19 KG der Frühen Neuzeit - WS 2006/07 - Einführung Bibliothek und Rechenzentrum ein Streifzug durch die theologisch relevanten Abteilungen in der UB der Weg ins Rechenzentrum

20 KG der Frühen Neuzeit - WS 2006/07 - Einführung 20 4 Ideen, Obsessionen, Entwicklungen (1)Missstandsklage und Reformsehnsucht (2)Engel, Dämonen und Teufel (3)Hexenangst und Türkenfurcht (4)Weltherrschaft oder Gleichgewicht (5)vom Religionskrieg zum Absolutismus (6)von der Gewissensfreiheit zur Religionsfreiheit

21 KG der Frühen Neuzeit - WS 2006/07 - Einführung Missstandsklage und Reformsehnsucht – die Gravamina der Fürsten So wir betrachten vnd zu hertzen nemmen, wie gar hertenclich [und] manigfeltenclich die dutsche landte beswert vndt angefachten worden sind... die prelaturen, digniteten vnd prunde den vntogelichen, vnwissenden vnd vßlendern dießer nacion verlichen, der dan etwan viel vß denselben prelaturen, digniteten vnd prunden [herausziehen], nit residieren, auch ire schefflin vnd vnderdain nit erkennen...; darzu so werden auch gemeynlich alle sache, geistlich vnd weltlich, in den bebstlichen hofe vß dutschen landen gezogen,... Gravamina nationis Germaniae (Frankfurter Avisamenta) (1456)

22 KG der Frühen Neuzeit - WS 2006/07 - Einführung Missstandsklage und Reformsehnsucht – die vergessenen Ursprünge 2 Thess 2,3-4 Passional Christi und Antichristi Die Wucherer Christus ußtreibt vom Tempel sein - Mit Bullen, Bannbriefen zwingt sy der Papst wied - hinein. Er hat funden im Tempel Verkaufer, Schaf, Ochsen und Tauben und Wechsler sitzen, und hat gleich ein Geißel gemacht von Stricken, alle Schäf, Ochsen, Tauben und Wechsler ausem Tempel trieben, das Geld verschütt, die Zahlbrett umbkahrt und zu den, die Tauben vorkaufen, gesprochen: Hebt euch hin mit diesen, aus meins Vatern Haus sollt ihr nicht ein Kaufhaus machen, (Joh. 2,14-16). Ihr habts umbsunst, darumb gebts umbsonst, (Matth 10, 8) dein Geld sei mit dir in Vordammnuß (Act. 8,20) Hie sitzt der Antichrist im Tempel Gotts, und erzeigt sich als Gott, wie Paulus vorkundet (2. Thessal 2,4), vorander alle gottlich Ordnung, wie Daniel sagt, und unterdruckt die heilig Schrift, vorkäuft Dispensation, Ablaß, Pallia, Bisthum, Lehen, erhebt die Schätz der Erden, lost uf die Ehe, beschwert die Gewissen mit seinen Gesetzen, macht Recht, und um Geld zerreißt er das. Erhebt Heiligen, benedeiet und maledeiet ins vierte Geschlecht, und gebeut sein Stimm zu horen, gleich wie Gotts Stimm c.sic omnis Dist. 19 und Niemands sall ihm einreden 17.q.4.c. Nemini

23 KG der Frühen Neuzeit - WS 2006/07 - Einführung Missstandsklage und Reformsehnsucht – Erneuerung aus der Hlg. Schrift Der ist mir ein wahrer Theologe, der nicht mit künstlich zusammengedrechselten Syllogismen, sondern mit Herzens- wärme,... durch sein persönliches Leben lehrt, dass man den Reichtum verachten müsse, dass der Christ nicht auf den Schutz dieser Welt vertrauen solle; dass man kein Unrecht vergelten dürfe,... Wenn einer dieses und ähnliches, vom Geiste Christi angetrieben, predigt,... dazu ermahnt, einlädt und ermuntert, der ist letzten Endes ein wahrer Theologe, und sei er auch ein Ackersmann oder Tuchweber. Desiderius Erasmus von Rotterdam, Paraclesis ad lectorem pium (1516), (Einl.z.NT) Ad fontes Zu den Quellen

24 KG der Frühen Neuzeit - WS 2006/07 - Einführung Engel, Dämonen und Teufel denn ich befehle mich, meinen Leib und Seele und alles in Deine Hände. Dein heiliger Engel sei mit mir, dass der böse Feind keine Macht an mir finde, Amen. Martin Luther, Kleiner Katechismus, 1529 Wie ein Hausvater sein Gesinde soll lehren, morgens und abends sich segenen Auf das Bekreuzigen und den trinitarischen Anruf folgt ein knappes Dank- und Bittgebet für den beginnenden Tag beziehungsweise die beginnende Nacht. Das Gebet endigt mit den Worten:

25 KG der Frühen Neuzeit - WS 2006/07 - Einführung Engel, Dämonen und Teufel Ein' feste Burg ist unser Gott, Ein gute Wehr und Waffen; Er hilft uns frei aus aller Not, Die uns jetzt hat betroffen. Der alt' böse Feind, Mit Ernst er's jetzt meint, Groß' Macht und viel List Sein' grausam' Rüstung ist, Auf Erd' ist nicht seinsgleichen. Und wenn die Welt voll Teufel wär Und wollt uns gar verschlingen, So fürchten wir uns nicht so sehr, Es soll uns doch gelingen. Der Fürst dieser Welt, Wie sau'r er sich stellt, Tut er uns doch nichts, Das macht, er ist gericht', Ein Wörtlein kann ihn fällen. Martin Luther, 1529

26 KG der Frühen Neuzeit - WS 2006/07 - Einführung Engel, Dämonen und Teufel Auf diese Weise ist der menschliche Wille mitten zwischen beide gestellt, ganz wie ein Reittier, wenn Gott darauf sitzt, will er und geht, wohin Gott will, wie der Psalm sagt: «Ich bin wie ein Zugtier geworden und ich bin immer mit dir» [Ps 73,22f]. Wenn der Satan darauf sitzt, will er und geht wie der Satan will. Und er hat nicht die Entscheidungsfreiheit [in eius arbitrio], zu einem der Reiter zu laufen oder ihn zu suchen, sondern die Reiter selbst streiten darum, ihn festzuhalten und zu besitzen. Martin Luther, De servo arbitrio (1525), WA

27 KG der Frühen Neuzeit - WS 2006/07 - Einführung Engel, Dämonen und Teufel – Volksfrömmigkeit im 17. Jh. Arme-Seelen-Chörle, fünfgeschossiger Altar an der Nordseite des Münsters St. Nikolaus in Überlingen, Werkstatt des Jörg Zürn, vor 1634

28 KG der Frühen Neuzeit - WS 2006/07 - Einführung Engel, Dämonen und Teufel – Volksfrömmigkeit im 18. Jh. Schutzengel-Altar Rokoko-Basilika Ottobeuren

29 KG der Frühen Neuzeit - WS 2006/07 - Einführung Hexenangst und Türkenfurcht Nach den Vorstellungen der Hexenverfolger sammelten sich die Hexen mehrmals im Jahr zu groß angelegten Festlichkeiten, bei denen sie dem Teufel ihre Treue schworen. Hexensabbat Gemälde von Frans Francken d. J. (1607), Öl auf Eichenholz, 56 x 83.5, Kunsthistorisches Museum, Wien Zu diesen gehörte der Pakt mit dem Teufel und die Teufelsbuhlschaft, der sexuelle Umgang mit dem Teufel, ebenso wie der Hexensabbat, Schadenzauber oder schwarze Messen. Die übliche Anklageerhebung aufgrund bloßer Denunziation und der rücksichtslose Einsatz von Folter zur Erpressung von Geständnissen und von Namen vermeintlicher Mitschuldiger ließen die Zahl der Hexenprozesse in die Höhe schnellen. maleficos non patieris vivere, 2. Mose 22,18 Zauberinnen sollst du nicht am Leben lassen

30 KG der Frühen Neuzeit - WS 2006/07 - Einführung Hexenangst und Türkenfurcht Wien, von Sultan Süleyman II. belagert, Lavierte Federzeichnung von Barthel Beham (1529ca), Historisches Museum der Stadt Wien In einem neuen Krieg besetzte der Sultan 1541 den größten Teil Ungarns und machte Siebenbürgen zum Vasallenstaat 1683 Schlacht am Kahlenberg, Wien wird von türkischer Belagerung entsetzt, Ende der türkischen Bedrohung

31 KG der Frühen Neuzeit - WS 2006/07 - Einführung Weltherrschaft oder Gleichgewicht – die monarchia universalis Bittet Gott ohne Unterlass,..., dass Er Euch mit seiner Gnade erfüllen und solcher Art erleuchten und lenken möge, dass Ihr das Euch verliehene Amt wohl verwalten und darüber Rechenschaft geben könnt, zum Dienst Seiner Göttlichen Majestät,..., und zur Förderung der gesamten Christenheit (république chrétienne), auf dass Ihr mit Hilfe und Beistand des Hlg. Apost. Stuhles das Gut des allgemeine Friedens (paix universelle) erlangen möget, der nicht anders als durch die Kaiserl. Herrschaft erreicht werden kann Mercurino Gattinara, Denkschrift zur Kaiserkrönung (1519) Karte

32 KG der Frühen Neuzeit - WS 2006/07 - Einführung Weltherrschaft oder Gleichgewicht – die Kriege Karls V. gegen Frankreich erster Krieg gegen Frankreich –Mailand wird erobert, König Franz I. in Pavia gefangen, im Frieden von Madrid wieder freigelassen zweiter Krieg gegen Frankreich –Plünderung Roms (Sacco di Roma 1527), Damenfrieden von Cambrai und Frieden von Barcelona mit Rom 1529, Kaiserkrönung 1530 dritter Krieg gegen Frankreich –Waffenstillstand von Nizza, päpstlich vermittelt wegen Konzilsabsicht vierter Krieg gegen Frankreich –Friede von Crépy, Karls Herrschaft in Italien endgültig anerkannt fünfter Krieg gegen Frankreich –Friede von Cateau-Cambrésis (Philipp II. – Heinrich II.): spanische Herrschaft in Italien und Burgund anerkannt

33 KG der Frühen Neuzeit - WS 2006/07 - Einführung Weltherrschaft oder Gleichgewicht – die Kriege Karls V. gegen Ungläubige und Ketzer Feldzug gegen Tunis 1535 –erfolgreich, aber die Gefahr der türkischen Flotte ist nicht gebannt Feldzug gegen Algier 1541 –gescheitert Krieg gegen die Protestanten 1546/47 (Schmalkaldischer Krieg) –erfolgreich (Schlacht bei Mühlberg), doch die zwangsweise verordnete kirchliche Einheit scheitert; im Vertrag von Passau 1552 und auf dem Reichstag zu Augsburg 1555 erkennt der Bruder des Kaisers, König Ferdinand die Lutheraner faktisch an

34 KG der Frühen Neuzeit - WS 2006/07 - Einführung Weltherrschaft oder Gleichgewicht – der Westfälische Friede 1648

35 KG der Frühen Neuzeit - WS 2006/07 - Einführung vom Religionskrieg zum Absolutismus – die Bartholomäusnacht 23./24. August 1572

36 KG der Frühen Neuzeit - WS 2006/07 - Einführung vom Religionskrieg zum Absolutismus – die Souveränität des Staates Souveränität ist die absolute und dauernde Macht eines Staates, die die Lateiner «majestas» nennen [lat.Ausg.: Majestas est summa in cives ac subditos legibusque soluta potestas»]... und bedeutet soviel wie «höchste Befehlsgewalt».... Darin zeigt sich gerade die Größe und Majestät eines wirklich souveränen Herrschers, dass die Stände...[keine legislative oder exekutive Gewalt haben], sondern was der König nach seinem Gutdünken annimmt oder verwirft, befielt oder verbietet, gilt als Gesetz, Edikt, Befehl Jean Bodin, Les six livres de la République (1576) Paris vaut bien une messe Paris ist eine Messe wert Edikt von Nantes, 1598

37 KG der Frühen Neuzeit - WS 2006/07 - Einführung vom Religionskrieg zum Absolutismus – das rationale Naturrecht Die Menschen, die von Natur aus Freiheit und Herrschaft über andere lieben, führten die Selbstbeschränkung, unter der sie, wie wir wissen, in Staaten leben, letztlich allein mit dem Ziel und der Absicht ein, dadurch für ihre Selbsterhaltung zu sorgen und ein zufriedeneres Leben zu führen, das heißt, dem elenden Kriegszustand zu entkommen, der... aus den natürlichen Leidenschaften der Menschen notwendig folgt, dann nämlich, wenn es keine sichtbare Gewalt gibt, die sie im Zaum zu halten... vermag... der Naturzustand: der Mensch dem Menschen ein Wolf: Thomas Hobbes, Leviathan (1651) homo homini lupus

38 KG der Frühen Neuzeit - WS 2006/07 - Einführung vom Religionskrieg zum Absolutismus – der Gesellschaftsvertrag Der alleinige Weg zur Errichtung einer solchen allgemeinen Gewalt, die in der Lage ist, die Menschen vor dem Angriff Fremder und vor gegenseitigen Übergriffen zu schützen und ihnen dadurch eine solche Sicherheit zu verschaffen, dass sie sich durch eigenen Fleiß und von den Früchten der Erde ernähren... können, liegt in der Übertragung ihrer gesamten Macht und Stärke auf einen Menschen oder eine Versammlung von Menschen, die ihren Einzelwillen durch Stimmenmehrheit auf einen Willen reduzieren können Thomas Hobbes, Leviathan (1651)

39 KG der Frühen Neuzeit - WS 2006/07 - Einführung vom Religionskrieg zum Absolutismus – der Leviathan Ich autorisiere diesen Menschen oder diese Versammlung von Menschen und übertrage ihnen mein Recht, mich zu regieren, unter der Bedingung, dass du ihnen ebenso dein Recht überträgst und alle ihre Handlungen autorisierst. Ist dies geschehen, so nennt man diese zu einer Person vereinte Menge Staat, auf lat. civitas. Dies ist die Erzeugung jenes großen Leviathan oder besser, um es ehrerbietiger auszudrücken, jenes sterblichen Gottes, dem wir unter dem unsterblichen Gott unseren Frieden u. Schutz verdanken Thomas Hobbes, Leviathan (1651)

40 KG der Frühen Neuzeit - WS 2006/07 - Einführung Gewissensfreiheit als christliches Grundrecht – Luther in Worms wenn ich nicht durch das Zeugnis der Heiligen Schrift oder vernünftige Gründe [nisi convictus testimoniis scripturarum aut ratione evidente] überwunden werde - denn weder dem Papst, noch den Konzilien allein vermag ich zu glauben, da es feststeht, dass sie wiederholt geirrt und sich selbst widersprochen haben -, so halte ich mich überwunden durch die Schrift, auf die ich mich gestützt habe, so ist mein Gewissen im Gotteswort gefangen, und darum kann und will ich nichts widerrufen,... Martin Luther vor dem Reichstag, 18.April 1521, RTA.JR II, 555

41 KG der Frühen Neuzeit - WS 2006/07 - Einführung Gewissensfreiheit für die Fürsten Es haben sich auch churfürsten und stende des reichs... vereinigt, mit iren underthanen in mitlerzeit des concilii.. also zu leben, zu regiren und zu halten, wie ein ieder solichs gegen gott und irer Mat. hofft und getraut zu verantworten, uf das fried und einigkeit destobaß gehalten und sovil mentschlich und muglich kunftig ufrur und entborung im reich furkommen [vermieden] werde... Reichstagsabschied von Speyer (1526)

42 KG der Frühen Neuzeit - WS 2006/07 - Einführung in Religions- und Glaubenssachen keine Mehrheitsbeschlüsse... das in sachen gottes ere und unser selen haile und seligkeit belangend ain jeglicher fur sich selbs vor gott steen und rechenschaft geben mus, also das sich des orts keiner auf ander minders oder merers machen oder beschließen entschuldigen kan... So protestirn und bezeugen wir hiemit offenlich vor Gott... das wir... in alle handlung und vermeint abschied, so wider gott, sein h. wort, unser aller selen hail und gut gewissen... beschlossen... nit willigen, sonder... fur nichtig... halten Protestation ev. Reichsstände auf dem Reichstag zu Speyer (1529)

43 KG der Frühen Neuzeit - WS 2006/07 - Einführung der Augsburger Religionsfriede – Religionsfreiheit für die Obrigkeit Und damit sölcher fried auch der spaltigen Religion halben... angestellt, aufgericht und erhalten werden möchte, so sollen die Kei. Mai., wir, auch churfürsten, fürsten und stende des heil. reichs keinen stand des reichs wegen der Augspurgischen confession und derselbigen lehr, religion und glauben halb mit der tat gewaltiger weiß uberziehen, beschedigen, vergewaltigen oder in andere wege wider sein conscienz, gewissen und willen von diser Augspurgischen confessions religion, glauben,... tringen... Art. 15

44 KG der Frühen Neuzeit - WS 2006/07 - Einführung Westfälischer Friede 1648 – die private Religionsfreiheit Ferner ist beschlossen worden, dass jene..., welche nach Verkündigung des Friedens inkünftig eine andere Religion bekennen und annehmen werden als ihr Landesherr, nachsichtig geduldet und nicht gehindert werden sollen, sich mit freiem Gewissen zu Hause ihrer Andacht privat zu widmen, in der Nachbarschaft aber, wo und sooft sie es wollen, am öffentlichen Gottesdienst teilzunehmen oder ihre Kinder auswärtigen Schulen ihrer Religion oder zu Hause Privatlehrern zur Erziehung anzuvertrauen;... Art. V, § 34

45 KG der Frühen Neuzeit - WS 2006/07 - Einführung die bill of rights - die öffentliche Religionsfreiheit XVI. Dass die Religion oder die Ehrfurcht, die wir unserem Schöpfer schulden, und die Art, wie wir uns dieser Pflicht entledigen, nur durch unsere Vernunft und Überzeugung bestimmt werden kann, nicht durch Machtspruch oder Gewalt; und dass daher alle Menschen zur freien Religionsausübung gleicherweise berechtigt sind, entsprechend der Stimme ihres Gewissens, und dass es die gegenseitige Pflicht aller ist, christliche Milde, Liebe und Barmherzigkeit aneinander zu üben. Virginia Bill of Rights (1776), Art. 16


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