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5. JULI 2010 Süditalien aus linguistischer Perspektive 1.

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Präsentation zum Thema: "5. JULI 2010 Süditalien aus linguistischer Perspektive 1."—  Präsentation transkript:

1 5. JULI 2010 Süditalien aus linguistischer Perspektive 1

2 DAS STUDIUM DES ITALIENISCHEN Süditalien vor

3 Vor Basilio Puoti Regole elementari della lingua italiana (1833)

4 Vor

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7 DIE VERDRÄNGUNG DER DIALEKTE DURCH DIE NATIONALSPRACHE Süditalien nach

8 VON DER LEGGE COPPINI BIS ZUR SPRACH-, KULTUR- UND SCHULPOLITIK DES FASCHISMUS Die allgemeine Schulpflicht und der Umgang mit der dialektalen Realität Italiens 8

9 Die Schulpflicht und der Umgang mit den Dialekten Ein wichtiges Instrument zur Verbreitung des Italienischen in einer weitgehend dialektal geprägten Gesellschaft war die Einführung der allgemeinen Schulpflicht. Die italienische Schulgesetzgebung nahm ihren Anfang mit der Legge Casati am 13 November 1859 (im Königreich Sardinien-Piemont). Die Verantwortung für die Grundschulausbildung wurde erstmals dem Staat zugesprochen, wobei die Einführung der Schulpflicht noch fast zwei Jahrzehnte auf sich warten lassen sollte. 9

10 Die Schulpflicht und der Umgang mit den Dialekten Dennoch setzte sich die Legge Casati zum erstenmal mit dem Analphabetentum in Italien auseinander, von der seinerzeit 78% der Bevölkerung betroffen waren. Im Jahre 1877 wurde unter dem damaligen Bildungsminister Michele Coppino die allgemeine Schulpflicht für Kinder von sechs bis neuen Jahren eingeführt. Im Rahmen der Legge Orlando von 1904 wurde die Schulpflicht bis zum 12. Lebensjahr ausgedehnt. M. Coppino 10

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12 Die Schulpflicht und der Umgang mit den Dialekten Da kaum Maßnahmen zur Überwachung und Durchsetzung der Schulpflicht existierten, blieb die Zahl der Analphabeten und damit der Anteil der reinen Dialektsprecher zunächst unverändert hoch. In der Schulpolitik des Einheitsstaates überwog eine gewisse Dialektfeindlichkeit, insbesondere in der Grundschule. (Schule um 1870) 12

13 Die Schulpflicht und der Umgang mit den Dialekten Der Dialekt wurde als Hauptursache für das weit verbreitete Analphabetentum betrachtet und sollte den Kindern daher ausgetrieben werden. Lediglich Ascoli betrachtete die Zweisprachigkeit als einen kulturellen Wert an sich. ( Schule im Jahre 1875) 13

14 Die Schulpflicht und der Umgang mit den Dialekten Zur Verbreitung der italienischen Sprache sollten auch Dialektwörterbücher beitragen. Antonino Traina z.B. schreibt im Vorwort zu seinem Vocabolario siciliano-italiano (1868): Desiderando io pure [...] concorrere al diffondimento della lingua italiana, mi sono studiato compilare questo Vocabolario... 14

15 Die Schulpflicht und der Umgang mit den Dialekten Eine positive Einstellung gegenüber der dialektalen Wirklichkeit gab es ausgerechnet zu Beginn der faschistischen Herrschaft (1922). Erster Bildungsminister (Ministro di pubblica istruzione) unter der Regierung Mussolinis wurde der Philosoph Giovanni Gentile ( ). Seine Amtszeit dauerte allerdings nur von 1922 bis

16 Die Riforma Gentile Der Dialekt im Schulunterricht 16

17 Die Schulpflicht und der Umgang mit den Dialekten Gentile führte eine allgemeine Schulreform durch. Der Dialekt wurde fester Bestandteil des Grundschulunterrichts. Es wurden Übersetzungsübungen aus dem Dialekt mit Hilfe von Dialektwörterbüchern gemacht. Die Behandlung von regionaler Tradition und Folklore spielte eine wichtige Rolle im Schulunterricht. Die Lehrer sollten davon überzeugt werden, das Italienische mithilfe des Dialekts zu vermitteln. 17

18 Die Schulpflicht und der Umgang mit den Dialekten Der Pädagoge, der am stärksten in dieser Richtung wirkte, war Giuseppe Lombardo Radice ( ), der 1923 im Rahmen der Riforma Gentile, die Lehrpläne für die Grundschule entwarf. Seine Entwürfe enthielten genaue Angaben in Bezug auf den Gebrauch des Dialektes beim Erlernen der italienischen Sprache. Er empfahl im Rahmen seines Programms Dal dialetto alla lingua Übersetzungsübungen aus der Mundart ins Italienische auf der Grundlage von Gedichten, Erzählungen und Volksliedern. 18

19 Die Schulpflicht und der Umgang mit den Dialekten Zum ersten Mal seit der Schaffung des Einheitsstaates waren sie nicht nur Gegenstand einfacher Verurteilung, sondern Studienobjekt für die Schüler. Der aus Catania stammende Radice unterrichtete Pädagogik an der Universität seiner Heimatstadt, bevor er von Giovanni Gentile zum Leiter für Grundschulangelegenheiten ernannt wurde. Giuseppe Lombardo Radice, der vom Neoidealismus Gentiles beeinflusst war, sympathisierte allerdings nicht mit dem Faschismus, sondern mit dem Sozialismus und zog sich 1924 aus der Politik zurück. 19

20 Nach der politischen Einheit Italiens 20

21 Nach der politischen Einheit Italiens 21

22 Nach der politischen Einheit Italiens 22

23 Nach der politischen Einheit 23

24 Nach der politischen Einheit 24

25 Nach der politischen Einheit 25

26 Nach der politischen Einheit 26

27 Nach der politischen Einheit 27

28 Nach der politischen Einheit 28

29 Nach der politischen Einheit 29

30 Nach der politischen Einheit 30

31 Nach der politischen Einheit 31

32 Nach der politischen Einheit 32

33 DIALEKT UND VOLKSKUNDE Die Dialekte als Gegenstand linguistischer Untersuchungen 33

34 Dialektologische Analysen In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts stießen vor allem die Dialekte Süditaliens auf das Interesse deutscher und anderer europäischer Gelehrter, die sich zunächst auf schriftgestützte Informationsquellen stützten, aber zunehmend die gesprochenen Mundarten mit einbezogen. 34

35 Dialektologische Analysen Der Schulmeister Christian Friedrich Wentrup publizierte seine Beiträge zur Kenntnis der Neapolitanischen Mundart (1855), gefolgt von den Beiträgen zur Kenntniss der sicilianischen Mundart (1859), die 1880 unter dem Titel Beiträge zur Kenntnis des sicilianischen Dialektes erneut veröffentlicht wurden. 35

36 Dialektologische Analysen Eine Dominanz schriftlicher Dialektalität gab es sowohl bei Eugène Pariselle, Ueber die Sprachformen der ältestensicilianischen Chroniken (1883) sowie bei Matthias Hüllen, Vocalismus des Alt- und Neusicilianischen Dialektes (1884). Eduard Böhmer führte für seinen Artikel: Zur sizilianischen Aussprache, der 1878 in den Romanische Studien publiziert wurde, erstmals Untersuchungen anhand der gesprochenen Mundarten durch. 36

37 Dialektologische Analysen Wichtig war in diesem Zusammenhang die Zusammenarbeit mit Giuseppe Pitrè und Salomone-Marino, von denen er sich folkloristische Texte vorlesen ließ. Im Kern ist bereits ein soziolinguistischer Ansatz erkennbar, da Böhmer auf die Informationen volkstümlicher Informanten (z.B. eine Wäscherin und einen Kutscher) zurückgriff. 37

38 Dialektologische Analysen Auch Heinrich Schneegans zog die gesprochenen Mundarten für seine Dissertation Laute und Lautentwicklung des sicilianischen Dialects (1888) heran. 38

39 Dialektologische Analysen Zur selben Zeit erschienen auch die ersten Monographien sizilianischer Autoren, z.B. Giuseppe Pitrè, Grammatica Siciliana - un saggio completo del dialetto e delle parlate siciliane (1875) und Corrado Avolio, Introduzione allo studio del dialetto siciliano (1882). 39

40 Dialektologische Analysen Luigi Pirandello, der spätere Literaturnobelpreisträger, veröffentlichte 1891 in Bonn seine Dissertation Laute und Lautentwicklung der Mundart von Girgenti. 40

41 UND DIE UNTERSUCHUNG SÜDITALIENISCHER DIALEKTE 41 Christian Friedrich Wentrup ( )

42 Vorrömische Substrateinflü sse Wentrup, Beiträge zur Kenntnis der Neapolitanischen Mundart (1855) 42

43 Exkurs zu Christian Friedrich Wentrup Biographie 43 Christian Friedrich Wentrup und Süditalien : Hauslehrer in Neapel 1855: Beiträge zur Kenntnis der neapolitanischen Mundart 1880: Beiträge zur Kenntnis des sizilianischen Dialektes

44 Vorrömische Substrateinflü sse Wentrup, Beiträge zur Kenntnis der Neapolitanischen Mundart (1855) 44

45 Vorrömische Substrateinflü sse Wentrup, Beiträge zur Kenntnis der Neapolitanischen Mundart (1855) 45 Das Lateinische ist am stärksten vertreten andere Einflüsse Hinweis auf das Oskische Bezugnahme auf altphilologische Forschungen Oskischer Einfluss

46 Vorrömische Substrateinflü sse Wentrup, Beiträge zur Kenntnis der Neapolitanischen Mundart (1855) 46 Zunächst Hinweise auf eher gesamtromanische Entwicklungen Oskischer Einfluss

47 Vorrömische Substrateinflü sse Wentrup, Beiträge zur Kenntnis der Neapolitanischen Mundart (1855) 47 -ND- > -nn- Merkwürdig aber, dass die fast einzige oskische Assimilation des nd in nn: opsannam (operandum) dem Neapolitanischen im Gegensatze zum Toscanischen eigenthümlich ist. [p] statt [k] Vielleicht weist auch die häufige Verwandlung des p in c im Neapolitanischen auf das Oskische zurück. Da nämlich der Osker ein p hatte, wo der Lat. einen k-Laut setzte, z.B. pis (quis), pam (quam) – wie neap. pimmece stat cimex – so abstrahiere es sich die Regel, dass er für osk. p lat. c gebrauchen müsse und wandte sie dann auch auf die Fälle an, wo das p ganz an seiner Stelle war. Oskischer Einfluss

48 Vorrömische Substrateinflüsse Wentrup, Beiträge zur Kenntnis der Neapolitanischen Mundart (1855) 48 Griechischer Einfluss auf das Neapolitanische insgesamt gering lexikalische Gräzismen: ballane catapano osemare strummole tubba catubba pede catapéde Griechischer Einfluss

49 Giuseppe Pitrè Grammatica Siciliana - un saggio completo del dialetto e delle parlate siciliane (1875) 49

50 Giuseppe Pitrè 50

51 Giuseppe Pitrè 51

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57 Giuseppe Pitrè 57

58 Giuseppe Pitrè 58

59 Beispiel: Heinrich Schneegans Laute und Lautentwickelung des sicilianischen Dialectes (1888) 59


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