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Veranstaltung Ort, Datum Referent/in Stand: 16. Februar 2014 verändert durch Dr. Katja Bach (SJSA) Download der Ur-Präsentation unter www.dsj.de/kinderschutzwww.dsj.de/kinderschutz.

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1 Veranstaltung Ort, Datum Referent/in Stand: 16. Februar 2014 verändert durch Dr. Katja Bach (SJSA) Download der Ur-Präsentation unter

2 Inhalte des Workshops Zahlen, Daten, Fakten Definition Informationen zu Opfern und Täter/-innen Sexualisierte Gewalt im Sport Umsetzung: Bausteine eines Präventionskonzepts Präventions- und Interventionsmaßnahmen Konkrete erste Schritte Methoden: Präsentation Gruppenarbeit 2

3 Ziele des Workshops Sensibilisieren Schwierigkeiten, Grenzüberschreitungen wahrzunehmen und zu thematisieren Informieren Formen sexualisierter Gewalt Möglichkeiten der Prävention Schritte der Intervention Motivieren und Maßnahmen entwickeln Umsetzungsmöglichkeiten im eigenen Verein/Verband Unterzeichnung des Ehrenkodex 3

4 Die Deutsche Sportjugend und der Deutsche Olympische Sportbund verurteilen auf‘s Schärfste jede Form von Gewalt und Macht- missbrauch gegen Kinder, Jugendliche und Erwachsene und fordern ihre Mitgliedsorganisationen auf, gemeinsam Gewalt vorzubeugen. Positionspapier des DOSB-Präsidiums,

5 Sexualisierte Gewalt ? NEIN Stimme ich gar nicht zu JA Stimme ich voll zu Standpunkte 5

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8 8 Im Sport gibt es viele „unscharfe“ Situationen Die definitorische Unschärfe ist bedingt durch: Situation Schilderung Interpretation Eigene Erfahrung Unterschiedliche Beteiligte Mann – Mädchen Frau – Junge Mann – Junge Frau – Mädchen

9 9 Neutralisierungsstrategien „…war doch nicht so gemeint“ Das Problem wird von den Handelnden heruntergespielt. „…war doch nicht so schlimm“ oder „stell‘ dich nicht so an“ Die übergriffigen Handlungen werden als nicht so schwerwiegend bewertet. „…so was machen die, wenn sie groß werden“, „das gehört dazu“ Die Handlungen werden als normal für die Lebensphase bezeichnet.

10 10 Sexualisierte Gewalt – Definition Machtausübung, Unterwerfung, Demütigung mit dem Mittel der Sexualität Sexualisierte Gewalt im engeren Sinn im weiteren Sinn

11 Sexualisierte Gewalt – Definition, Ausmaß und Formen Enge Auslegung: Sexuelle Nötigung oder Vergewaltigung, erzwungene sexuelle Handlungen, Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung, die im Strafgesetzbuch definiert sind (§174 – §184 StGB) 11

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14 Sexualisierte Gewalt – Definition, Ausmaß und Formen Weite Auslegung: Auch sexuelle Belästigungen, das heißt sexualisierende Übergriffe durch Worte, Bilder, Gesten und sonstige Handlungen mit und ohne direkten Körperkontakt 14

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16 machten mindestens einmal vor dem 16. Lebensjahr eine sexuelle Gewalterfahrung, die der Gesetzgeber als sexuellen Missbrauch mit Körperkontakt unter Strafe stellt. Opfer von sexueller Gewalt Etwa 6,4% Mädchen und 1,3% Jungen

17 Kriminalstatistik 17

18 18 Täter und Täterinnen Definition Pädosexuell: Erwachsene mit einer ausschließlich oder überwiegend dauerhaften sexuellen Ausrichtung auf Kinder Zu beachten ist auch: sexualisierte Gewalt unter Kindern und Jugendlichen (peer-Gewalt) sexualisierte Gewalt unter Erwachsenen Aber nur ein Teil der Täter/-innen ist pädosexuell Es gibt unter den Täter/-innen auch Erwachsene mit einer primär sexuellen Orientierung auf Erwachsene Es gibt keine spezifischen äußeren Erscheinungsmerkmale!

19 Strategien von Täter/-innen in Institutionen Sexualisierte Gewalt beginnt in der Regel nicht mit einem eindeutigen Übergriff Längere Anbahnungsprozesse Testen der Widerstandsfähigkeit des Opfers Aufbau eines engen Vertrauensverhältnisses zum Opfer, Eltern, Kolleginnen und Kollegen  unter solchen Bedingungen ist die Aufdeckung von sexualisierter Gewalt schwierig 19

20 Täter/-innen suchen gezielt Situationen, in denen sie auf leichte und unkomplizierte Weise (körperliche) Kontakte mit Kindern und Jugendlichen eingehen und aufbauen können. Daher besteht die Gefahr, dass sich Täter/-innen genau mit dieser Intention in Sportvereine begeben. 20

21 Murmelrunde Risikoanalyse im Sport Körperzentriertheit Körperkontakt Kleidung Umkleide- u. Duschsituationen Rituale, Siegerehrungen Abgeschirmte Situationen Freizeiten, Wettkämpfe mit Anfahrt und Übernachtung 21

22 Risikoanalyse im Sport Hierarchien Kompetenzgefälle Altersgefälle Vertrauen Abhängigkeit/ Macht Anerkennung/ Bestätigung unklare Grenzen Individualbetreuung Leistungsorientierung 22

23 Erscheinungsformen sexualisierter Gewalt im Sport Verbale und gestische Übergriffe Übergriffe exhibitionistischer Art Verletzungen der Intimsphäre durch Eindringen in die Umkleiden und Duschen Grenzverletzung bei Kontrolle der Sportkleidung Übergriffe bei der Hilfestellung Direkte Formen sexueller Gewalt bis hin zur Vergewaltigung Quelle: Palzkill, B.. & Klein, M. (1998): Gewalt gegen Frauen und Mädchen 23

24 Sportvereine und -verbände haben rechtlich dafür einzustehen, dass die minderjährigen Sportlerinnen und Sportler nicht Opfer von sexualisierter Gewalt werden. Garantenstellung gegenüber Minderjährigen: Nicht die Tatsache, dass es in der eigenen Organisation zu Übergriffen kommen kann, diskreditiert eine soziale Einrichtung oder den Sportverein, sondern allenfalls ein unprofessioneller Umgang damit. 24

25 Sportorganisation Was tun? Präventionskonzept erstellen und umsetzen Kultur der Aufmerksamkeit schaffen 25

26 Sportorganisation Sexualisierte Gewalt enttabuisieren Wissen und Handlungs- kompetenzen entwickeln Sportliche Aktivitäten transparent gestalten Mädchen und Jungen stärken Eignung von Mitarbeiter/-innen überprüfen 26

27 Sportorganisation Beauftragte Leitbild, Satzungen, Ordnungen Sexualisierte Gewalt enttabuisieren 27

28 1. Sexualisierte Gewalt enttabuisieren  Verankerung im Leitbild, in der Satzung und in den Ordnungen des Vereins  Benennung von Beauftragten 28

29 Sportwart /-in Vorstand Beauftragte m/w Präsident /-in Verankerung der Beauftragten 29 Expert/-innen ÜL

30 Aufgaben der Beauftragten Wissensvermittlung im Verein Koordination u. Entwicklung des Präventionskonzeptes Erstellung eines Verhaltensleitfadens vertrauensvolle Ansprechpartner/-innen sein Aufbau von Kontakten u. Netzwerken in der Region Beschwerde-/Interventionsmanagement 30

31 Sportorganisation Beauftragte Leitbild, Satzungen, Ordnungen Sexualisierte Gewalt enttabuisieren Wissen und Handlungs- kompetenzen entwickeln Besprechungen Qualifizierung 31

32 2. Wissen und Handlungskompetenzen entwickeln  regelmäßige Besprechung bei Vereinssitzungen  vereinsinterne Qualifizierung  externe Qualifizierung 32

33 Sportorganisation Beauftragte Leitbild, Satzungen, Ordnungen Sexualisierte Gewalt enttabuisieren Wissen und Handlungs- kompetenzen entwickeln Besprechungen Qualifizierung Sportliche Aktivitäten transparent gestalten Teamarbeit Elternarbeit Verhaltensleitfaden 33

34 3. Sportliche Aktivitäten transparent gestalten  Teamarbeit und kollegiale Beratung  Transparenz in der Elternarbeit  Erarbeitung eines gemeinsamen Verhaltensleitfadens 34

35 Verhaltensleitfaden beinhaltet Regelungen zu folgenden Bereichen: Duschen mit minderjährigen Sportler/-innen Betreten der Umkleiden Durchführung von Freizeitaktivitäten Fahrten zu Auswärtsspielen und Trainingslagern Umgangsformen (angemessene Sprache etc.) 35

36 Sportorganisation Beauftragte Leitbild, Satzungen, Ordnungen Sexualisierte Gewalt enttabuisieren Wissen und Handlungs- kompetenzen entwickeln Besprechungen Qualifizierung Sportliche Aktivitäten transparent gestalten Team Elternarbeit Verhaltensleitfaden Mädchen und Jungen stärken Kinderrechte Partizipation 36

37 4. Mädchen und Jungen stärken  Aufklärung und Austausch über Kinderrechte  Mitbestimmung und Partizipation 37

38 Sportorganisation Beauftragte Leitbild, Satzungen, Ordnungen Sexualisierte Gewalt enttabuisieren Wissen und Handlungs- kompetenzen entwickeln Besprechungen Qualifizierung Sportliche Aktivitäten transparent gestalten Team Elternarbeit Verhaltensleitfaden Mädchen und Jungen stärken Kinderrechte Partizipation Eignung von Mitarbeiter/-innen überprüfen Ehrenkodex Führungszeugnis 38

39 5. Eignung von Mitarbeiter/-innen überprüfen  Unterzeichnung des Ehrenkodex  Erweitertes Führungszeugnis im Präventionskonzept 39  Thematisierung bei neuen Mitarbeiter/-innen

40 Erweitertes Führungszeugnis Ein Auszug aus dem Strafregister für Personen, die in kinder- und jugendnahen Bereichen tätig sind (nach §30a Bundeszentralregistergesetz) Träger der freien Kinder-und Jugendhilfe, also Jugendorganisationen im Sport können das Führungszeugnis als Maßnahme im Präventionskonzept nutzen. 40 Seit dem 01. Januar 2012 ist das Bundeskinderschutzgesetz in Kraft. Insbesondere die Änderungen von §72a im SGB VIII betreffen die Arbeit des organisierten Kinder- und Jugendsports. Die öffentlichen Träger der Kinder- und Jugendhilfe sollen mit den freien Trägern Regelungen für die Vorlage von erweiterten Führungszeugnissen treffen.

41 Thematisierung bei neuen Mitarbeiter/-innen Ausführliche Besprechung des Ehrenkodex‘ Vorstellung des Präventionskonzepts Einschätzung der neuen Mitarbeiterin/des neuen Mitarbeiters  Unterstreichen der hohen Bedeutung der Prävention für den Verein 41

42 Ehrenkodex 42

43 Sportorganisation Beauftragte Leitbild, Satzungen, Ordnungen Sexualisierte Gewalt enttabuisieren Wissen und Handlungs- kompetenzen entwickeln Besprechungen Qualifizierung Sportliche Aktivitäten transparent gestalten Team Elternarbeit Verhaltensleitfaden Mädchen und Jungen stärken Kinderrechte Partizipation Eignung von Mitarbeiter/-innen überprüfen Ehrenkodex Führungszeugnis 43 Konkretisierung

44 Intervention Fallbeispiele 44

45 5 Schritte – Intervention bei sexualisierter Gewalt im Sportverein 1.Verdachtsäußerungen gewissenhaft prüfen 2.Mit externen Fachstellen kooperieren 3.Im besten Interesse des jungen Menschen handeln 4.Fürsorgepflicht gegenüber Mitarbeiter/-innen wahren 5.Klar und sachlich kommunizieren 45

46 46 Intervention – Prinzipien Das Opfer schützen. Ruhe bewahren. Zuhören. Eigene Gefühle klären. Nicht überstürzt handeln. Nichts versprechen, was man anschließend nicht halten kann. Professionelle Hilfe suchen. Aussagen und Situationen protokollieren. Verbindliche Absprachen über das weitere Vorgehen treffen.

47 Vielen Dank für Eure Aufmerksamkeit! 47

48 Literaturverzeichnis: Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) (2011): Erster Forschungsbericht zur Repräsentativbefragung Sexueller Missbrauch. o.O. Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) (2012). Mutig fragen – besonnen handeln. Informationen für Mütter und Väter zur Thematik des sexuellen Missbrauchs an Mädchen und Jungen. Berlin. Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) (Hrsg.) (2012): Lebenssituation und Belastungen von Frauen mit Beeinträchtigungen und Behinderungen in Deutschland. Bielefeld, Frankfurt, Berlin, Köln. Deutsche Sportjugend (dsj) im DOSB e.V. (Hrsg.) (2011). Gegen sexualisierte Gewalt im Sport – Kommentierter Handlungsleitfaden für Sportvereine zum Schutz von Kindern und Jugendlichen. Frankfurt am Main. Deutsche Sportjugend (dsj) im DOSB e.V. (Hrsg.) (2011). Gegen sexualisierte Gewalt im Sport – Orientierungshilfe für rechtliche Fragen zum Schutz von Kindern und Jugendlichen. Frankfurt am Main. 48

49 Literaturverzeichnis: Enders, U. (2003). Die zwei Gesichter der Täter und Täterinnen. In: Enders (Hrsg.). Zart war ich, bitter war’s. Handbuch gegen sexuellen Missbrauch. Köln. S Landessportbund NRW (Hrsg.) (2010). „Schweigen schützt die Falschen!“ Initiativen und Materialien zur Prävention und Intervention sexualisierter Gewalt im Sport. Duisburg. CD sowie im Internet Ministerium für Gesundheit, Soziales, Frauen und Familie NRW (2003). Ratgeber gegen sexuellen Missbrauch. Köln. Palzkill, B. & Klein, M. (1998). Gewalt gegen Mädchen und Frauen im Sport, Pilotstudie im Auftrag des Ministeriums für Frauen, Jugend, Familie und Gesundheit des Landes Nordrhein- Westfalen. Essen. Rulofs, B. (2006). Gewalt im Sport aus Perspektive der Geschlechterforschung. In: Hartmann- Tews & Rulofs (Hrsg.), Handbuch Sport und Geschlecht, S Schorndorf. The World Disability Report – Disability ’99 (1998). Genf. Wachter, O. (1985). Heimlich ist mir unheimlich. Zürich, Köln, S

50 Herausgeber: Deutsche Sportjugend (dsj) im DOSB e.V. Inhalt: Meike Schröer, Dr. Bettina Rulofs, Dr. Bettina Suthues Unter Mitarbeit von: Kristine Gramkow, Ebba Koglin, Elena Lamby, Peter Lautenbach, Wilfried Pohler, Renate Reuter, Dorota Sahle Förderhinweis: Gefördert durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) aus Mitteln des Kinder- und Jugendplans (KJP). Die dsj dankt dem Landessportbund NRW sowie der Sportjugend NRW für die Bereitstellung von Materialien und Erfahrungen. 50


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