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Corso di Letteratura Tedesca I Lessing und das Theater der Aufklärung Johann Jakob Gottsched: Der sterbende Cato (Tragödie, 1732) Vorrede: Formulierung.

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1 Corso di Letteratura Tedesca I Lessing und das Theater der Aufklärung Johann Jakob Gottsched: Der sterbende Cato (Tragödie, 1732) Vorrede: Formulierung des Programms „das bisherige Chaos und die deutsche Komödie auf den Fuß der französischen zu setzen.“ ► französisches Modell = «tragedie classique» (17. Jh., Racine, Corneille) ► strenge Regelmäßigkeit der Form (Aristotelische Einheiten von Raum, Zeit und Handlung ► Diktat der Ratio über Gefühl und Phantasie (Prinzip der «Mimesis» / Wahr- scheinlichkeit) → Präskreptive Ästhetik (deduktive Methode; Regeln → Anwendung) ► Strikte Trennung von Tragödie und Komödie aufgrund ihrer Personen: Tragödie = Aktionen von Helden aus der Aristokratie Komödie = bürgerliche Helden → Prinzip der „Ständeklausel“

2 Gotthold Ephraim Lessing: Begründung eines bürgerlichen Theaters ► Modell: bürgerliches Theater der Engländer (George Lillos: The Merchant of London, 1731, erstes bürgerliches Trauerspiel; Shakespeare als Naturgenie) ► Berufung auf den «natürlichen Menschen» (Prototyp Shakespeare) → Natur als oberstes Prinzip, das keine Regeln braucht. „Die Natur weiß nichts von dem verhaßten Unterschiede, den die Menschen unter sich festgesetzt haben. Sie teilt die Eigenschaften des Herzens aus, ohne den Edlen und den Reichen vorzuziehen, und es scheint sogar, als ob die natürlichen Empfindungen bei gemeinen Leuten stärker wären … Ein fühlbares Herz – wie unschätzbar ist es!“ (Lessing, Brief an Herrn D., 1753) (La natura non sa niente della odiata differenza che gli uomini hanno fissato tra di loro. Essa distribuisce le qualità del cuore senza preferenze nei confronti dei nobili e dei ricchi, anzì, sembrerebbe addirittura che i sentimenti naturali fossero più forti nella gente comune … un cuore sensibile – quanto è inestimabile“)

3 ► Induktive Methode: Entwicklung der Theorie aus der dramaturgischen Praxis → Briefe, die neuste Literatur betreffend ( ) → Hamburgische Dramaturgie ( ) ► Überwindung der „Ständeklausel“ → Bürgerliches Trauerspiel und Lustspiel → Miss Sara Sampson (1755); → Minna von Barnhelm (1763) ► Überwindung der strikten Separation von Tragödie (Trauerspiel) und Komödie (Lustspiel) → Nathan der Weise (1779: „Ein dramatisches Gedicht“) ► Ersetzung des „starken Helden“ durch den „schwachen Helden“; Privilegierung des „mittleren Charakters“ ► Erzieherische Wirkung des Theaters: „Furcht und Mitleid“ (Aristoteles, franz. Theater) → Mitleid als zentrale Kategorie

4 Lessing: Emilia Galotti (1772) Modell: Römische Geschichte des Titus Livius (Virginia-Episode) Manifest der radikalen Opposition Lessings gegen die bestehende feudalabsolutistische Ordnung. Ambivalente Wirkung („lehrreich-schrecklich“, J.G. Herder): Freiheit der unschuldigen Heldin kann gegen alle Gewalt nur mit dem Tod erreicht werden. Das Trauerspiel = la Tragedia (die Tragödie) Der Aufzug = l‘atto (der Akt) Der Auftritt = la scena (die Szene)

5 Emilia Galotti (1772) Form: ► Gattung: Drama (Trauerspiel) ► 5 Aufzüge (Akte), jeweils in Auftritte (Szenen) unterteilt; ► Sprache: Prosa Ort und Zeit: Oberitalienisches Fürstentum in der Zeit der Renaissance Personal: Emilia, Odoardo und Claudia Galotti, Eltern Emilias; Graf Appiani, Bräutigam Emilias Ettore Gonzaga, Prinz von Guastalla; Marinelli, Kammerherr des Prinzen, Gräfin Orsina, Mätresse des Prinzen Literarisches Modell: Titus Livius: Römische Geschichte (Virginia-Episode) Handlung: Der Prinz von Guastalla lässt Emilia am Tag ihrer Hochzeit von seinem Kammerherrn Marinelli entführen und den Bräutigam Appiani ermorden. Marinelli bringt Emilia auf das Lustschloss des Prinzen. Gräfin Orsina berichtet Odoardo das Geschehen und gibt ihm ihren Dolch. Da Odoardo seine Tochter nicht mehr befreien kann, tötet er sie auf ihre eigene Bitte hin.

6 Fünfter Aufzug, siebter Auftritt (Ausschnitt) ODOARDO: „Was? Dahin wäre es gekommen? Nicht doch, nicht doch! Besinne dich – Auch Du hast nur ein Leben zu verlieren. EMILIA: Und nur eine Unschuld! ODOARDO: Die über alle Gewalt erhaben ist. EMILIA: Aber nicht über alle Verführung. – Gewalt! Gewalt! Wer kann der Gewalt nicht trotzen? Was Gewalt heißt, ist nichts: Verführung ist wahre Gewalt. – Ich habe Blut, mein Vater, so jugendliches, so warmes Blut als eine. Auch meine Sinne sind Sinne. (…) EMILIA: (…). Ehedem wohl gab es einen Vater, der, seine Tochter von der Schande zu retten, ihr den ersten besten Stahl in das Herz senkte – ihr zum zweiten Mal das Leben gab. Aber alle solche Taten sind von ehedem! Solcher Väter gibt es keine mehr! ODOARDO: Doch, meine Tochter, doch!(Indem er sie durchsticht) - Gott, was hab‘ ich getan! (Sie will sinken und er faßt sie in seine Arme). EMILIA: Eine Rose gebrochen, ehe der Sturm sie entblättert. – Lassen Sie mich sie küssen, diese väterliche Hand. (…)

7 Fünfter Aufzug, achter Auftritt DER PRINZ: (im Hereintreten): Was ist das? – Ist Emilien nicht wohl? ODOARDO: Sehr wohl; sehr wohl! DER PRINZ- (indem er näher kommt): Was seh‘ ich – Entsetzen! MARINELLI: Weh mir! DER PRINZ: Grausamer Vater, was haben Sie getan? ODOARDO: Eine Rose gebrochen, ehe der Sturm sie entblättert. – War es nicht so, meine Tochter? EMILIA: Nicht sie, mein Vater – Ich selbst – ich selbst – ODOARDO: Nicht du, meine Tochter! Dein Vater, dein unglücklicher Vater! EMILIA: Ah – mein Vater – (Sie stirbt, und er legt sie sanft auf den Boden.) ODOARDO: Zieh hin! – Nun da, Prinz! Gefällt sie Ihnen noch? Reizt sie noch Ihre Lüste? Noch in diesem Blute, das wider sie um Rache schreiet? (Nach einer Pause). Aber sie erwarten, wo das alles hinaussoll? Sie erwarten vielleicht, daß ich den Stahl wider mich selbst kehren werde, um meine Tat wie eine schale Tragödie zu beschließen? – Sie irren sich. Hier! (Indem er ihm den Dolche vor die Füße wirft). Hier liegt er, der blutige Zeuge meines Verbrechens! Ich gehe und liefere mich selbst in das Gefängnis. Ich gehe und erwarte Sie als Richter. – Und dann dort – erwarte ich Sie vor dem Richter unser aller!


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