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Ein Stäubchen ists des Geistes Aug zu trüben. Gesellschaftliche Konstruktionen und Politiken in Bezug auf die Anderen Veranstaltungsreihe Im Kontext von.

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Präsentation zum Thema: "Ein Stäubchen ists des Geistes Aug zu trüben. Gesellschaftliche Konstruktionen und Politiken in Bezug auf die Anderen Veranstaltungsreihe Im Kontext von."—  Präsentation transkript:

1 Ein Stäubchen ists des Geistes Aug zu trüben. Gesellschaftliche Konstruktionen und Politiken in Bezug auf die Anderen Veranstaltungsreihe Im Kontext von Diversity Studies Müjgan Senel

2 William Shakespeare ( , England): Hamlet 1601 Dramatiker, Lyriker und Schauspieler Der Widerspenstigen Zähmung Ein Sommernachtstraum Wie es Euch gefällt Othello Macbeth u.a.

3 Thema Politiken des Ausschliessens – Worum geht es den Anderen eigentlich ?

4 Vorgehen I. Wer sind/sollen die Anderen sein ? II.Was sind Politiken des Ausschliessens ? III.Worum geht es den Anderen eigentlich ? IV.Worin liegen Herausforderungen und Möglichkeiten einer kritischen Diversitäts-Perspektive ?

5 I. Wer sind/sollen die Anderen sein? Prämissen: –Die Anderen als Zuordnung bzw. Zuweisung eines Menschen oder einer Gruppe kann nur innerhalb von Kontexten, geschichtlich und in dynamischen Konstruktionsprozessen verstanden werden. Eine homogene Gruppe der Anderen ist eine Konstruktion, die die Heterogenität unterschlägt. Ausschluss- bzw. Exklusionspolitiken (z.B. Raumpolitik) Macht- und Herrschaftsverhältnisse

6 Fragestellungen: In welchem Verhältnis stehen soziale, ökonomische und politische Prozesse in ihrer jeweiligen Zeit zur Hervorbringungen der Anderen bzw. des Anders-Seins ? Wie und welche Formen von Dualismen (Natur/Kultur) bzw. Eindeutigkeiten haben sich gesellschaftlich im Verhältnis zu Mehrdeutigkeiten durchsetzen und verändern können ? Welche anderen Entwicklungen, Prozesse wurden bzw. werden in der offiziellen Geschichtsauffassung ausgeblendet - wie ?

7 Kurze geschichtliche Etappen von Konstruktionen der Anderen 1.Dämonologisch-theologische Erklärungsansätze Frau als Teufel in Menschengestalt (Albertus Magnus, Thomas v. Aquin) Hexen/Bessesene und andere Monster Dualismus zwischen gut und böse Minderwertigkeit der Frauen

8 2.Biologisierung und Pathologisierung Sarah Baartman (Hottentotten-Venus) im 19. Jh. (Verschleppung nach Europa )

9 3.Mechanistisch- naturwissenschaftliche Erklärungsansätze Einteilung der Menschen in Rassen (edle Europäer und primitive Eingeborene) Kranke Rasse – Pathologisierung der jüdischen Menschen Rassismus, Nationalismus oder Sexismus scheinen gemeinsam zu haben, daß sie die Universalität der menschlichen Gattung in transhistorische, sich gegenseitig ausschliessende Gruppen aufteilen, zwischen denen essentielle Differenzierungen tatsächlich existieren oder die sich zumindest so verhalten oder selbst so wahrnehmen würden, als trennten sie essentielle Differenzen. Die Differenzen werden zudem meist stillschweigend als Hierarchien konzipiert und etabliert. Etienne Balibar: Der Rassismus: auch noch ein Universalismus, in: Uli Bielefeld (Hg.): Das Eigene und das Fremde, Neuer Rassismus in der Alten Welt ?, Hamburg 1991

10 Konstruktionen des Anders-Seins und ihre institutionellen Entsprechungen - Raumzuweisungen Einige Beispiele: HexenInquisition Besessene MenschenExorzismus Jüdisch-gläubige Menschenvor allem Vernichtung in KZ Menschen mit BehinderungenSondereinrichtungen Verrückte MenschenIrrenhaus Psychiatrien Kriminelle MenschenHaftanstalten II. Was sind Politiken des Ausschliessens ?

11 Die Frage der Normalität in Zusammenhang mit Abgrenzungen Wenn es um Ansprüche, um Anerkennung, gerechte Verteilung etc. geht, erscheint die Frage der Normalität von zentraler Bedeutung. Die effektivste Art einen Anspruch zurückzuweisen, ist nicht gegen ihn zu argumentieren, sondern ihn in den Bereich des Anormalen zu verweisen, ihn dem ihm angewiesenen Ort zu versetzen. Der Anspruch wird für die vorhandene soziale Realität unpassend gemacht. Eigene Geschichte wird als Bezugspunkt und Maßstab gesetzt und führt zugleich zur Konstruktion der Anderen In diesem Sinne werden auf die Anderen verlagerte Differenzen homogenisiert, kulturalisiert, naturalisiert, rassifiziert… Einheitliche Deutungsmuster bzw. klare Linienziehungen sollen eine Festungsmentalität schaffen, in der nichts toleriert wird, was diese Unterscheidung beeinträchtigt. (vgl. Jürgen Seifert: Überlegungen zur Frage, wie ist der Reduzierung von Politik auf Gewalt und Tod zu begegnen ? in: Logik der Destruktion, Uni Hannover, Frankf. 1992)

12 III. Worum geht es den Anderen eigentlich ? Einige Beispiele: Mary Wollstonecraft A Vindication of the Rights of Woman (1792) Sojourner Truth und ihre Erklärung Aint I a woman ? (1851) Rosa Parks – Sitzplatzverweigerung und Bürgerrechtsbewegungen (Verhaftung 1955)

13 Infragestellen und Kritik der Anderen zur: Interpretationshoheit, Macht der Interpretationen Kritische Vorbehalte gegen eher neutral, wissenschaftlich, objektiv anmutende Beschreibungen der Interpretationen: also Wahrnehmung von Interpretationen als stets selektive und/oder perspektivische Frage der Hegemonie einer bestimmten Sichtweise, die andere Wahrnehmungsformen ausschließt oder marginalisiert ? Ordnungen der Differenzierungen und Thematisierung der mit diesen Ordnungen verbundenen Herrschaftsverhältnisse Sichtbarkeit der Anderen als politische Subjekte Frage der Kritik, der Opposition in der Gesellschaft, in der Demokratie, im Politischen Ordnung: Organisation von Macht, Distribution von Stellen und Funktionen, Legitimationssystem dieser Verteilungen… (vgl. Jaques Ranciere: Zur Politik der Wahrheit,…)

14 IV. Worin liegen Herausforderungen und Möglichkeiten einer kritischen Diversitäts-Perspektive? Die Auseinandersetzungsprozesse um diese Verhältnisse wurden von besonders betroffenen Menschen (bspw. Frauen-, Black-Feminism- und Bürgerrechtsbew.) mittels Differenzkategorien (race, class, gender) geführt um Paradoxien der idealtypischen und real gelebten Demokratien sichtbar zu artikulieren, zu problematisieren und damit bewußt zu machen.

15 Menschen in Ungleichheitsverhältnissen politisieren somit soziale, rechtliche, kulturelle und ökonomische Ungleich- bzw. Unfreiheiten (Selbstermächtigung, Empowerment) Wirken so z.B. gegen Vergeschlechtlichung, Kulturalisierung, Rassifizierung von sozialen Problemen Setzen Einschreibung von Gleichheit und ungleiche Distribution ins Verhältnis (Bsp. universale Begriffe und Wirklichkeiten: Menschenrechte./. AuslG) Rainer Forst: Das grundlegende Recht auf Rechtfertigung. Zu einer konstruktivistischen Konzeption von Menschenrechten, in: Brunkhorst, Hauke/Lutz-Bachmann, Matthias et.al. (Hrsg.): Recht auf Menschenrechte. Menschenrechte, Demokratie und Internationale Politik, Frankfurt 1999

16 Betroffenen-Perspektive: politische Subjekte – (demokratiepolitischer bzw. partizipationsfördernder Umgang mit Anderen) – Prozessanalysen Macht- und Herrschaftsverhältnisse in gesamtgesellschaftlicher Perspektive: politische, geschichtliche und ökonomische Zusammenhänge – Strukturanalysen Müjgan Senel: Politisch bedeutet in diesem Kontext, Prozesse und Strukturen, die in bestehenden Ordnungen nicht in Beziehung gesetzt werden, bewusst in ein Verhältnis zueinander zu setzen, sie im Zusammenhang zu sehen und in ihrer Verwobenheit, wechselseitigen Durchdringung öffentlich zu thematisieren.

17 DANKE! Das wars ! Abhängigkeit ist heiser, wagt nicht, laut zu reden. (W. Shakespeare)

18 DENK-PAUSE… Frauen können nicht richtig Auto fahren sie sind nicht richtig geübt sie dürfen nicht zu den Hauptverkehrszeiten üben Frauen sind nicht belastbar Frauen sind abgelenkt (Make-Up) … …und ablenkend Ihre schweren Schmuckstücke blockieren das Lenkrad Frauen verstehen nichts von Automechanik.

19 Der Code des patriarchalen Diskurses richtet sich an der Opposition Mann/Frau aus. Jede diskursive Opposition ist zugleich eine Wertung, also die Opposition Gut/ Schlecht, und Herrschaft/Unterordnung.

20 Thesen Ungleichheiten sind noch stärker geworden, aber die Repräsentation der Anderen besonders innerhalb der staatlichen Institutionen ist viel schwächer geworden. Welche Herausforderungen stellen sich in diesem Kontext der Sozialen Arbeit ? Die Institutionen müssen sagen, was ist, das ist für das soziale Leben notwendig; aber die Institutionen bestehen aus einzelnen Individuen, die nicht sagen können was ist, ohne sich der Kritik auszusetzen. Da dieser Widerspruch existiert und ein notwendiger ist, ist auch die Kritik notwendig. Aber – wie ? Vgl. Luc Boltanski im Gespräch mit Mauro Basaure, in: Die pragmatistische Soziologie der Kritik heute, 2008

21 Kritik – aber wie ? Wesentliche Aufgabe einer kritischen Theorie besteht in der theoretischen und empirischen Analyse jener gesellschaftlichen Bedingungen, die den Menschen die Teilnahme an sozialen Praktiken der Kritik verunmöglichen. Also muss die kritische Theorie, die sich als soziale Praxis versteht mit den Anderen und nicht über oder für sie sprechen - im Streit um die angemessene Selbst- und Weltdeutung. Hier wird die Frage spannend; von welchem Standpunkt erfolgt Kritik und in welchem Verhältnis steht sie zu den Adressaten der Kritik ?

22 Gegenwärtige politische Theorien befassen sich mit einer Vielzahl radikaldemokratisch partizipativer und pluralistischer Konzepte, die der kontinuierlichen Produktion von Dissens und Konflikt als zwingende Bedingung der Partizipationen und funktionierender Öffentlichkeiten einen zentralen Stellenwert einräumen. Die Erfahrung der Demokratie muss aus der Anerkennung der Vielfalt sozialer Logiken und der Notwendigkeit ihrer Artikulation bestehen. Diese Artikulation muß jedoch beständig neu geschaffen und neu ausgehandelt werden…mit den sog. Anderen – nicht für sie und nicht über sie hinweg! vgl. Chantal Mouffe und Ernesto Laclau 1991

23 Mit Fantasie ? Zentraler Bestandteil des Selbstverständnisses des Politischen ist auch nach John Fiske (…)die Formen des Widerstandes auf mikropolitischer Ebene. Vgl. Sibylle Niekisch: John Fiske. Populärkultur zwischen Alltagspraxis und Widerstand. In: Martin Ludwig Hofmann u.a. (Hg.): Culture Club, 2004 Bewegung hin zu etwas als ein aktives Element. Etwas Neues erschaffen. Einen politischen oder sozialen Widerstand ohne Fantasie kann es, laut Fiske, nicht geben. John Fiske: Die Fabrikation des Populären. In: Rainer Winter (Hg.): Der John-Fiske-Reader, 2001 John Fiske: Politik: Die Linke und der Populismus. In: Roger Bromley u.a. (Hg.): Cultural Studies. Grundlagentexte zur Einführung, 1999

24 Diversität: Zusammenhänge sehen-thematisieren-reflektieren Tagungen bzw. Reihen in Zusammenhang mit Diversität 2010: 1.Januar 2010: Vortragsreihe Gender und Migration an der Fakultät V (in Zusammenarbeit mit der Gleichstellungsstelle) 2.Februar 2010: Landesweite Tagung zur Stärkung interkultureller Kompetenzen im frühkindlichen Bereich an der Fakultät V (Planung, Organisation und Durchführung der Veranstaltung mit nifbe und der Nds. Integrationsbeauftragten) und Dokumentationsarbeit zu Fortbildungsangeboten für Kitas zu Diversität 3.Oktober 2010: Diskussionsveranstaltung Hartz IV in der Projekt- und Exkursionswoche (mit Studierenden, Petra Hartleben-Baildon und Winfried Möller) 4.Oktober 2010: Vortragsveranstaltung Oskar Negt in der Projekt- und Exkursionswoche (mit Wolfram Stender und AG Diversität) 5.November 2010: Diversity-Veranstaltung Let Diversity flourish an der Uni Hannover in Zusammenarbeit mit European Studies der Uni Hannover 6.November 2010: Präsentation des Diversity-Projektes Tag der offenen Tür im Rahmen des November der Wissenschaft an der FHH (mit Studierenden, Ekkehard Kreutter und Thomas Grosse) 7.Dezember 2010: Start der Reihe Denkreisen, Diskussionsveranstaltung an der Fakultät V (abt.-übergreifende Planung und Durchführung mit Ulrike Ernst und Dieter Weber)

25 Tagungen bzw. Reihen in Zusammenhang mit Diversität 2011: Juni 2011: Interdisziplinäre Diskussionsveranstaltung (Fak. IV und V) mit PolitikerInnen-organisiert von Studierenden und begleitet von M.S.:Regiert Geld die Welt – Soziale Arbeit in Konflikt zwischen Finanzierung und Profession Juni 2011: Vortragsveranstaltung (Vortrag eines Studierenden zu seinem Schwerpunkt):Soziale Arbeit mittendrin- Globales Denken und Handeln in der Politik Juni 2011: Denkreise II : Film Ein Kind wartet (in Zusammenarbeit mit Ulrike Ernst, Dieter Weber und dem Fachschaftsrat Soziale Arbeit) Oktober 2011: Diversity-Reihe 2011 Ein Stäubchen ists des Geistes Aug zu trüben. Drei Folgeveranstaltungen in Zusammenarbeit mit dem Lehrbeauftragten Florian Grams und Studierenden November 2011: Denkreise III


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