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Thomas FuhrPädagogische Hochschule Freiburg Wie Jungen Geschlecht konstruieren Vortrag auf der Tagung Männliche Sozialisation und Gewalt Berlin, 29.08.2006.

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1 Thomas FuhrPädagogische Hochschule Freiburg Wie Jungen Geschlecht konstruieren Vortrag auf der Tagung Männliche Sozialisation und Gewalt Berlin, Download unter ->Fakultät I ->Institut Erziehungswissenschaft II -> Erwachsenenbildung weiterbildung/forschungprojekte/jungen.html

2 Gliederung 1.Forschungsmethoden 2.Typisches Jungenverhalten 3.Jungentypen 4.Konstruktion von Geschlecht a.Hegemoniale Männlichkeiten b.Gegen-hegemoniale Diskurse 5.Pädagogische Konsequenzen Literatur – Kontakt - Download

3 1 Forschungsmethoden Differenztheoretischer Ansatz Klassischer Ansatz der Geschlechterforschung Sucht nach - Geschlechtertypiken in Kognitionen und Verhalten - Unterschieden (Differenzen) zwischen den Geschlechtern Erklärt Differenzen durch - Biologische Unterschiede zwischen den Geschlechtern - Sozialisationsbedingungen

4 1 Forschungsmethoden Differenztheoretischer Ansatz Eher älter Sucht nach - Geschlechtertypiken in Kognitionen und Verhalten - Unterschieden (Differenzen) zwischen den Geschlechtern Erklärt Differenzen durch - Biologische Unterschiede zwischen den Geschlechtern - Sozialisationsbedingungen Bevorzugte Forschungsmethoden: - Befragungen und Experimente mit Anspruch auf Repräsentativität

5 1 Forschungsmethoden Differenztheoretischer Ansatz Eher älter Sucht nach - Geschlechtertypiken in Kognitionen und Verhalten - Unterschieden (Differenzen) zwischen den Geschlechtern Erklärt Differenzen durch - Biologische Unterschiede zwischen den Geschlechtern - Sozialisationsbedingungen Bevorzugte Forschungsmethoden: - Befragungen und Experimente mit Anspruch auf Repräsentativität Grenzen: - Kann Differenzen innerhalb eines Geschlechts nur durch unterschiedliche Sozialisationsbedingungen erklären - Kann Herstellung von Geschlecht in Interaktionen nicht beschreiben

6 1 Forschungsmethoden Differenztheoretischer Ansatz Eher älter Sucht nach - Geschlechtertypiken in Kognitionen und Verhalten - Unterschieden (Differenzen) zwischen den Geschlechtern Erklärt Differenzen durch - Biologische Unterschiede zwischen den Geschlechtern - Sozialisationsbedingungen Bevorzugte Forschungsmethoden: - Befragungen und Experimente mit Anspruch auf Repräsentativität Grenzen: - Kann Differenzen innerhalb eines Geschlechts nur durch unterschiedliche Sozialisationsbedingungen erklären - Kann Herstellung von Geschlecht in Interaktionen nicht beschreiben Zusammenfassung: Erklärt Geschlechtertypiken durch unterschiedliche Sozialisationsbedingungen mit Hilfe repräsentativer Forschungen

7 1 Forschungsmethoden Differenztheoretischer Ansatz Eher älter Sucht nach - Geschlechtertypiken in Kognitionen und Verhalten - Unterschieden (Differenzen) zwischen den Geschlechtern Erklärt Differenzen durch - Biologische Unterschiede zwischen den Geschlechtern - Sozialisationsbedingungen Bevorzugte Forschungsmethoden: - Befragungen und Experimente mit Anspruch auf Repräsentativität Grenzen: - Kann Differenzen innerhalb eines Geschlechts nur durch unterschiedliche Sozialisationsbedingungen erklären - Kann Herstellung von Geschlecht in Interaktionen nicht beschreiben Zusammenfassung: Erklärt Geschlechtertypiken durch unterschiedliche Sozialisationsbedingungen mit Hilfe repräsentativer Forschungen

8 1 Forschungsmethoden Differenztheoretischer AnsatzKonstruktivistischer Ansatz Eher älterEher neuer Sucht nach - Geschlechtertypiken in Kognitionen und Verhalten - Unterschieden (Differenzen) zwischen den Geschlechtern Erklärt Differenzen durch - Biologische Unterschiede zwischen den Geschlechtern - Sozialisationsbedingungen Bevorzugte Forschungsmethoden: - Befragungen und Experimente mit Anspruch auf Repräsentativität Grenzen: - Kann Differenzen innerhalb eines Geschlechts nur durch unterschiedliche Sozialisationsbedingungen erklären - Kann Herstellung von Geschlecht in Interaktionen nicht beschreiben Zusammenfassung: Erklärt Geschlechtertypiken durch unterschiedliche Sozialisationsbedingungen mit Hilfe repräsentativer Forschungen

9 1 Forschungsmethoden Differenztheoretischer AnsatzKonstruktivistischer Ansatz Eher älterEher neuer Sucht nach - Geschlechtertypiken in Kognitionen und Verhalten - Unterschieden (Differenzen) zwischen den Geschlechtern Sucht nach - Interaktionen als Praktiken Erzeugung von Geschlecht (doing gender) - Unterschieden zwischen Interaktionen Erklärt Differenzen durch - Biologische Unterschiede zwischen den Geschlechtern - Sozialisationsbedingungen Bevorzugte Forschungsmethoden: - Befragungen und Experimente mit Anspruch auf Repräsentativität Grenzen: - Kann Differenzen innerhalb eines Geschlechts nur durch unterschiedliche Sozialisationsbedingungen erklären - Kann Herstellung von Geschlecht in Interaktionen nicht beschreiben Zusammenfassung: Erklärt Geschlechtertypiken durch unterschiedliche Sozialisationsbedingungen mit Hilfe repräsentativer Forschungen

10 1 Forschungsmethoden Differenztheoretischer AnsatzKonstruktivistischer Ansatz Eher älterEher neuer Sucht nach - Geschlechtertypiken in Kognitionen und Verhalten - Unterschieden (Differenzen) zwischen den Geschlechtern Sucht nach - Interaktionen als Praktiken Erzeugung von Geschlecht (doing gender) - Unterschieden zwischen Interaktionen Erklärt Differenzen durch - Biologische Unterschiede zwischen den Geschlechtern - Sozialisationsbedingungen Beschreibt Praktiken als - Eigenbeteiligung der Subjekte an den Konstruktionen und als Anerkennung der Konstruktionen durch die anderen Beteiligten Bevorzugte Forschungsmethoden: - Befragungen und Experimente mit Anspruch auf Repräsentativität Grenzen: - Kann Differenzen innerhalb eines Geschlechts nur durch unterschiedliche Sozialisationsbedingungen erklären - Kann Herstellung von Geschlecht in Interaktionen nicht beschreiben Zusammenfassung: Erklärt Geschlechtertypiken durch unterschiedliche Sozialisationsbedingungen mit Hilfe repräsentativer Forschungen

11 1 Forschungsmethoden Differenztheoretischer AnsatzKonstruktivistischer Ansatz Eher älterEher neuer Sucht nach - Geschlechtertypiken in Kognitionen und Verhalten - Unterschieden (Differenzen) zwischen den Geschlechtern Sucht nach - Interaktionen als Praktiken Erzeugung von Geschlecht (doing gender) - Unterschieden zwischen Interaktionen Erklärt Differenzen durch - Biologische Unterschiede zwischen den Geschlechtern - Sozialisationsbedingungen Beschreibt Praktiken als - Eigenbeteiligung der Subjekte an den Konstruktionen und als Anerkennung der Konstruktionen durch die anderen Beteiligten Bevorzugte Forschungsmethoden: - Befragungen und Experimente mit Anspruch auf Repräsentativität Bevorzugte Forschungsmethoden: - ethnografische Beobachtungen - Gruppendiskussionen - ergänzt durch Interviews Grenzen: - Kann Differenzen innerhalb eines Geschlechts nur durch unterschiedliche Sozialisationsbedingungen erklären - Kann Herstellung von Geschlecht in Interaktionen nicht beschreiben Zusammenfassung: Erklärt Geschlechtertypiken durch unterschiedliche Sozialisationsbedingungen mit Hilfe repräsentativer Forschungen

12 1 Forschungsmethoden Differenztheoretischer AnsatzKonstruktivistischer Ansatz Eher älterEher neuer Sucht nach - Geschlechtertypiken in Kognitionen und Verhalten - Unterschieden (Differenzen) zwischen den Geschlechtern Sucht nach - Interaktionen als Praktiken Erzeugung von Geschlecht (doing gender) - Unterschieden zwischen Interaktionen Erklärt Differenzen durch - Biologische Unterschiede zwischen den Geschlechtern - Sozialisationsbedingungen Beschreibt Praktiken als - Eigenbeteiligung der Subjekte an den Konstruktionen und als Anerkennung der Konstruktionen durch die anderen Beteiligten Bevorzugte Forschungsmethoden: - Befragungen und Experimente mit Anspruch auf Repräsentativität Bevorzugte Forschungsmethoden: - ethnografische Beobachtungen - Gruppendiskussionen - ergänzt durch Interviews Grenzen: - Kann Differenzen innerhalb eines Geschlechts nur durch unterschiedliche Sozialisationsbedingungen erklären - Kann Herstellung von Geschlecht in Interaktionen nicht beschreiben Grenzen: - Keine quantitativen Aussagen - Forscher legen den Untersuchten eigene Konstruktionen ein Zusammenfassung: Erklärt Geschlechtertypiken durch unterschiedliche Sozialisationsbedingungen mit Hilfe repräsentativer Forschungen

13 1 Forschungsmethoden Differenztheoretischer AnsatzKonstruktivistischer Ansatz Eher älterEher neuer Sucht nach - Geschlechtertypiken in Kognitionen und Verhalten - Unterschieden (Differenzen) zwischen den Geschlechtern Sucht nach - Interaktionen als Praktiken Erzeugung von Geschlecht (doing gender) - Unterschieden zwischen Interaktionen Erklärt Differenzen durch - Biologische Unterschiede zwischen den Geschlechtern - Sozialisationsbedingungen Beschreibt Praktiken als - Eigenbeteiligung der Subjekte an den Konstruktionen und als Anerkennung der Konstruktionen durch die anderen Beteiligten Bevorzugte Forschungsmethoden: - Befragungen und Experimente mit Anspruch auf Repräsentativität Bevorzugte Forschungsmethoden: - ethnografische Beobachtungen - Gruppendiskussionen - ergänzt durch Interviews Grenzen: - Kann Differenzen innerhalb eines Geschlechts nur durch unterschiedliche Sozialisationsbedingungen erklären - Kann Herstellung von Geschlecht in Interaktionen nicht beschreiben Grenzen: - Keine quantitativen Aussagen - Forscher legen den Untersuchten eigene Konstruktionen ein Zusammenfassung: Erklärt Geschlechtertypiken durch unterschiedliche Sozialisationsbedingungen mit Hilfe repräsentativer Forschungen Zusammenfassung: Beschreibt Interaktionen als Eigenleistungen der Subjekte mit Hilfe von Beobachtungen

14 2 Typisches Jungenverhalten Differenzen zwischen Jungen und Mädchen nach Maccoby : Spielstil –Rauere Spiele als M. –Mehr Dominanz und Wettstreit –Monopolisieren oftmals Raum und Materialien Spielinhalte oft –heroische Gestalten –Waffen –Wettstreit –Agression Interessen –Beim Fernsehen und Literatur: Sport, Abenteuergeschichten –Abwertung von Aktivitäten der Mädchen Sprachverhalten –Oft direkte Befehle und Verbote –Gehen selten auf Vorschläge anderer ein als M. –Kurze Sätze Gruppenbildung –Jungen schließen M. stärker aus als diese jene –Jungen schließen Jungen, die sich mädchenhaft verhalten, öfter aus als Mädchen andere Mädchen, die sich jungenhaft verhalten (jungenhaft und mädchenhaft def. im obigen Sinn) –Jungen, die Geschlechtergrenze überschreiten, erfahren stärkere Statusprobleme als Mädchen –Jungengruppen sind größer, stabiler und stärker hierarchisiert als die der M. –Jungen zeigen weniger als M. Gespräche darüber, wer der beste Freund ist Zusammenfassung –Zwei Kulturen der Kindheit –aktive Trennung dieser Kulturen durch Kinder selbst

15 2 Typisches Jungenverhalten Gewaltbereitschaft (nach Popp) –Jungen gewaltbereiter als M. (Selbsteinschätzung; Einstellung zu Gewalt als Mittel der Konfliktbearbeitung) –Gewaltbereitschaft zum Teil durch peer group positiv sanktioniert; Gewaltvermeidung zum Teil negativ sanktioniert –Schulische (Lehrer-Schüler-Beziehung) und familiale Faktoren (Erziehungsklima) klären nur geringen Teil der Varianz auf. –Dennoch: Akzeptierende Haltung und Verschwiegenheit der Lehrer sind gewaltmindernd, rigide Anwendung von Macht gewaltfördernd.

16 Grenzen dieser Forschung -Viele Studien an kleiner Probandenzahl durchgeführt -Viele Ergebnisse widersprüchlich 2 Typisches Jungenverhalten Merkmal Ausprägung -Auch bei signifikanten Unterschieden zwischen den Geschlechtern große Differenzen innerhalb der Geschlechter

17 3 Jungentypen Männertypen –n. Zulehner/Volz: traditionelle, pragmatische, unsichere, neue –n. Meuser: traditionelle, prekäre, männerbewegte, pragmatische (nicht repräsentativ) Jungentypen –Keine entsprechende Forschung zu Jungentypen vorhanden –In konstruktivistischer Forschung oftmals Unterscheidung in: hegemoniale Jungen vs. Andere (Others)

18 4 Konstruktion von Geschlecht a. Hegemoniale Männlichkeiten (in Anlehnung an Connell; vgl. auch Fuhr 2006) –Kulturell dominant: normatives Muster; Macht gegenüber Frauen und Männern –Verschiedene Formen möglich: Machohafter Motorradfahrer, Mann von Vernunft –Nur wenige Männer können einem dieser Muster vollständig entsprechen –Subjektiv und sozial gelebt –Situational differenziert (d.h. nicht notwendig festes Merkmal einer Person) –Oftmals unsicher –Änderungen im Lebenslauf möglich

19 4 Konstruktion von Geschlecht Zentrale Dimensionen männlicher Orientierung (nach Jösting): –Sport –Technik –Heterosexualität –Arbeit und Erwerbstätigkeit (hierzu auch Pech) Bsp. Sport 1018Paul: Also man soll sportlich sein, auf jeden Fall. 1019Tobias: Ja. 1020Felix:Ja: 1021Lukas:Ja (FR 01, ) Für eine detailliertere Interpretation dieser und anderer Sequenzen aus der Gruppendiskussion FR 01 zum Thema Sport vgl. Michalek 2006.

20 4 Konstruktion von Geschlecht 1040I:Seid ihr eigentlich sportlich? 1041Mehrere Jungen:Ja 1042Tobias:Ich hab schon früh (ange) 1043Lukas: Wir beide auf jeden Fall. [ZEIGT AUF SICH UND FELIX] 1044Felix: Ja: un der da [ZEIGT AUF DEN LEEREN PLATZ NEBEN SICH - MEINT EVTL. JOSCHA, DER NICHT ERSCHIENEN IST] 1045Tobias: Ich hab vier Sportarten. 1046Lukas: Un der hier auch 1047Paul: Ich auch. 1048Tobias: Ich hab ich will jetzt noch n paar Sachen anfangen. 1049I: Mhm 1050Tobias: Ich will noch Leichtathletik und Schwimmtraining anfangen. 1051I: Mhm 10521Tobias: Un dann hab ich sechs Sachen an Sport. 1053Paul: Ich hab vier und bleibt auch so. 1054I: Du hast ne vier 1055Paul: Ja. Fechten 1056Felix: Ich hab: 1057Paul: Judo Tennis 1058I: Ach du hast vier Sport

21 4 Konstruktion von Geschlecht 1959Paul: Un ähm 1060Tobias: Ich hab auch vier un ich will noch zwei dazu machen *2* 1061Lukas: (I) ich hab vielleicht ich meld mich vielleicht noch beim Tennis. Ich spiele Fußball, 1062Felix: Ich auch 1063Lukas: Kinderturnen un Breakdance, 1064Tobias:Bist du im Breakdance? 1065Lukas: *2* und *1* geh vielleicht noch in in Rollschuhtennis. mal im Rollschuhtennis. 1067Felix: Ich spiel Fußball un Tennis. 1068Tobias: Ist nichts Gescheites sag ich dir. 1069Felix: Mhm 1070Paul: Ja Mädchensport ganz klar 1071Felix: Mhm 1072Tobias: Ja. Un Paarlauf un die Röcke fliegen dann immer so 1073Felix: Ballett üäh: 1074Paul: He Feli was is der brutalste Sport? 1075I: Was meint ihr denn wer 1076Felix: Fußball. 1077Paul:Ich weiß da wird geschossen und geköpft 1078Tobias: Geschossen und geköpft 1079Felix: Und gestreckt. (FR 01, ) [1] [1]

22 4 Konstruktion von Geschlecht Ein weiteres Beispiel aus Australien (Football meint hier American Football) Adam:Im a really good footballer. Justin:Im a good footballer. I can kick 50 metres. Adam:Get real. Justin:I am, Im the best footballer in the class. Jack:Im a good footballer … Interviewerin:Why do you like football? Adam:I know why, cos I can bash de shit out of people … well, another thing is football, its really good an its a mans sport and its somethin ta play and get muddy and come into de classroom and ya sweatin like hell and yeah, boys like dat sorta stuff. (Keddie, S. 292)

23 4 Konstruktion von Geschlecht Sport als internes Zeichen für Maskulinität Allgemein gilt: Jungen (u. Mädchen) kommunizieren Konzepte des Jungenseins (Swain: markers of difference) d.h. Junge muss das richtige Wissen (Swain) haben (z.B. richtige Musik hören, nicht dick sein, richtigen Gang haben, richtige Schuhe tragen, richtige Computerspiele spielen, richtige Fernsehsendungen schauen, Zeichen der Stärke geben, richtige Worte kennen, nicht beleidigt sein, sich beim Umziehen nicht schämen u.a.) Abgrenzung zu –Mädchen –anderen Jungen (Others) d.h. Herstellung eines hegemonialen Konzeptes der Maskulinität (hier durch Unterscheidung zwischen richtigem Jungensport und Mädchensport) Damit Ausgrenzung und bullying der Anderen Die anderen als Konstruktion (d.h. sie Etikettierung muss nicht die Wirklichkeit genau abbilden)

24 4 Konstruktion von Geschlecht b. Gegen-hegemoniale Diskurse Unsere Untersuchungen (n. Michalek): –Gruppe FR 01: Sport steht für Ruhm, Reichtum, Ansehen, Heldentum, Besitz Gruppe typisiert dichotom zwischen Jungen und Mädchen: Jungen sind überlegen, Mädchen und andere Jungen werden untergeordnet –Gruppe FR 02: Sport steht für Spaß, Bewegung, Beteiligung Gruppe typisiert nicht eindeutig zwischen Jungen und Mädchen; Jungen sollen sich gegenüber Mädchen richtig verhalten (sie nicht schlagen etc.) Je nach Studie sind bis zu zwei Drittel der Jungen Andere (beachten: Anders-Sein ist nicht notwendig eine personale Eigenschaft, sondern u.U. situationale Konstruktion) Subordination ist kompensierbar

25 4 Konstruktion von Geschlecht Beispiele für gegen-hegemoniale Diskurse (nach Renold) –Bsp. 1: Jungen am Computer –Bsp. 2: Simon und andere zu Musik Simon:The school isnt free anymore now that weve got, erm, those Year 6s, like Sean.... Simon:Well, its just that you cant say what you used to be able to say, like, erm, like go up to someone like Ryan and go Oh I like Michal Jackson how about your? And hed go Michael Jackson? [laughing sarcastically] I like Guns and Roses better than... And blah blah blah... Toby:You cant like any of the soft music coz they... Simon:Coz they think theyre big, the think theyre big and they can control other people Toby:The girls like the music we like.... Jay:And just because theyre girls and were boys doesnt make us any different... Its not fair on us. Just because were not girls, the we cant like it. Simon:Like me and Toby likes Whitney Houston. Theres nothing wrong with that and some of the girls do but Ryan and that dont pick on the girls. E. Renold: For liking Whitney Houston. Simon:Yeah, because theres theres no law in anything that boys cant like Whitney Houston (Renold 2004, S. 258) Räume für Simon und andere: Schulgarten, Schulklasse (während Pause). Der Schulhof ist geteilt in Fußballfeld und regulären Hof, abseits davon der Schulgarten.

26 5 Pädagogische Konsequenzen... lässt sich konstatieren, dass der Einfluss der Erwachsenen an der Schule zumeist in Richtung einer Abschwächung der Geschlechtertrennung zielt. (Breidenstein/ Kelle, S. 48) Aber Breidenstein/ Kelle und Budde beschreiben vielfältige Formen der Dramatisierung von Geschlecht (Budde) durch Lehrer(innen): Drannehmen, Aufteilen von Gruppen, anbiedernde Witze u.a. Keddie: Lehrer(innen) sehen maskulinistisches Verhalten oftmals als entwicklungsgemäß an. Maxime dieser Lehrer(innen): minimale Intervention Dagegen Keddie: maskulinistisches Verhalten soll problematisiert werden. Bevorzugte Methode: Gruppengespräche außerhalb des Unterrichts in so frühem Alter wie möglich Mögliches Vorgehen (n. Renold, S. 262): –Mit Jungen darüber sprechen, welche Maskulinitäten sie wünschenswert finden und warum –Mit den Jungen die Probleme erkunden, die mit verschiedenen Formen von Maskulinität verbunden sind –Situationen herausarbeiten, bei denen Jungen Formen von Maskulinität wählen können und die Effekte dieser Wahlen thematisieren

27 5 Pädagogische Konsequenzen Im Weiteren können Institutionen systematisch erforschen/ beobachten, welche dominanten Formen und Bilder von Maskulinität und Feminität sie leben. Zwei Handlungsoptionen: - Möglichkeiten zur offiziellen Konstruktion von Männlichkeit geben (eigene Räume, Mädchentag- Jungentag, Waffen im Kindergarten erlauben etc.) - Möglichkeiten zur Konstruktion nicht-hegemonialer, Kompetenzen erweiternder Männlichkeiten geben (Etwa in Kita: Massage für Jungen; Auflösung geschlechtsspezifischer Angebote wie Bauecken, Basteln von Weihnachtssternen, männliche Kleidung in Rollenspielbereich etc.) Keine One Size fits all-Ansätze von Erwachsenen, sondern in Kontakt mit den Kindern und Jugendlichen

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29 Kontakt Download: -> Fakultät I -> Institut Erziehungswissenschaft II -> Erwachsenenbildung fakultaet-1/ew2/ erwachsenenbildung-weiterbildung/ forschungprojekte/jungen.html


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