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Goethe-Universität, Frankfurt/Main 455 Allgemeines Preisniveau Wir subtrahieren von beiden Seiten (1 - s)P und dividieren durch s, um P zu erhalten:

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1 Goethe-Universität, Frankfurt/Main 455 Allgemeines Preisniveau Wir subtrahieren von beiden Seiten (1 - s)P und dividieren durch s, um P zu erhalten:

2 Goethe-Universität, Frankfurt/Main 456 Fix-Preis-Flex-Preis-Modell: Interpretation Flex-Preis-Firmen: Ist die Produktion Y hoch, dann auch die Nachfrage nach x. Es werden hohe P x ge- fordert, d.h. auch das tatsächliche P steigt, je nach dem Anteil s der Flex-Preis-Firmen. Fix-Preis-Firmen: Erwarten sie ein hohes P, so setzen sie P x auf einem hohen Niveau fest. Dies führt dazu, daß auch Flex-Preis- Firmen hohe Preise fordern, d.h. auch das tatsächliche P steigt.

3 Goethe-Universität, Frankfurt/Main 457 Die kurzfristige Angebotskurve P Y Y Y=Y + (P-P e ) Kurzfristiges Gesamtangebot PePe

4 Goethe-Universität, Frankfurt/Main 458 Kurzfristiges und langfristiges Gleichgewicht Verschiebungen der Gesamtnachfragekurve können so zu kurzfristigen Schwankungen von Produktion und Beschäftigung führen. Es erklärt auch den kurzfristigen Anstieg des Preisniveaus. Dieser führt zu einer Verschiebung der Gesamtangebotskurve. Das Langfristgleichgewicht wird bei einem nochmals gestiegenen Preisniveau erreicht.

5 Goethe-Universität, Frankfurt/Main 459 Verschiebungen der Gesamtnachfragekurve P Y Y AS 1 AS 2 AD 1 AD 2 A B C PAPA PBPB PCPC

6 Goethe-Universität, Frankfurt/Main 460 Verschiebungen der Gesamtnachfragekurve Kommt es zu einer unerwarteten Erhöhung der Gesamtnachfrage, so steigt das Preis-niveau kurzfristig über den erwarteten Wert. Die Produktion weicht kurzfristig von ihrem natürlichen Niveau nach oben ab (Punkt B). Langfristig verschiebt sich die kurzfristige Angebotskurve nach oben. Der Output kehrt auf sein Ausgangsniveau zurück (Punkt C).

7 Goethe-Universität, Frankfurt/Main 461 Inflation, Arbeitslosigkeit und die Phillips-Kurve Zwei der wichtigsten Ziele sind –geringe Inflationsraten ( ); und –geringe Arbeitslosenquote (u). A.W. Phillips untersuchte im Jahre 1958 den Zusammenhang zwischen Inflation und u, den man seitdem mit Phillips-Kurve bezeichnet. Phillips beobachtete einen negativen Zusammenhang zwischen Lohnsteigerungsrate und u.

8 Goethe-Universität, Frankfurt/Main 462 Die originale Phillips-Kurve Ursprünglich hatte die Kurve die Form Lohnsteigerungsrate = f(u); mit df/du<0. Später wurde daraus: = f(u); mit df/du<0. Die Phillips-Kurve legt einen trade off zwischen Inflation und Arbeitslosigkeit nahe, d.h. entweder man konzentriert sich auf Preisstabilität oder auf Vollbeschäftigung

9 Goethe-Universität, Frankfurt/Main 463 Phillips-Kurve in den USA Arbeitslosigkeit Inflation Quelle: nach Economic Report to the President, 1985 Phillipskurve

10 Goethe-Universität, Frankfurt/Main 464 Ausgangsdaten zur Phillips-Kurve für die Bundesrepublik Veränderungen des Preisniveaus und Arbeitslosenquote in der BRD Jahre Prozent

11 Goethe-Universität, Frankfurt/Main 465 Ausgangsdaten zur Phillips-Kurve für die Bundesrepublik

12 Goethe-Universität, Frankfurt/Main 466 Die Phillips-Kurve für die BRD Arbeitslosenquote in % Phillipskurve für die BRD 1961 bis 1996 Arbeitslosenquote in % Anstieg des Preisniveaus in % Phillipskurve für die BRD 1961 bis 1973 Anstieg des Preisniveaus in %

13 Goethe-Universität, Frankfurt/Main 467 Erweiterungen der Phillips-Kurve In der modernen Phillips-Kurve wird die Lohnsteigerungsrate durch ersetzt. (Annahme eines Zusammenhangs zwischen Lohninflation und Preisinflation). Milton Friedman und Edmund Phelps erweitern die Phillips-Kurve, indem sie die Inflationserwartungen mit einbeziehen. Auch Angebotsschocks werden berücksichtigt.

14 Goethe-Universität, Frankfurt/Main 468 Vom Gesamtangebot zur Phillips-Kurve Die moderne Theorie der Phillips-Kurve geht davon aus, daß bestimmt wird von: –der erwarteten Inflationsrate e ; –der Abweichung von u von ihrem natürlichen Niveau u n (natürliche Arbeitslosigkeit); –von Störungen des Angebots. Sie lautet: = e - (u - u n ) + ; mit >0, und einem Störterm.

15 Goethe-Universität, Frankfurt/Main 469 Interpretation der Phillips-Gleichung = e - (u - u n ) + Erwartete Inflation Zyklische Arbeitslosigkeit Angebotsschock (stochastisch)

16 Goethe-Universität, Frankfurt/Main 470 Vom Gesamtangebot zur Phillips-Kurve Die Phillips-Kurve stellt eine Alternative dar, das gesamtwirtschaftliche Angebot auszudrücken. Wir subtrahieren von der Angebotskurve den Term P -1 und erhalten:

17 Goethe-Universität, Frankfurt/Main 471 Gesamtangebotsfunktion und Phillips- Kurve Schreibt man nun für P-P -1 = und für P e -P -1 = e so erhält man 1) : 1) Strenggenommen ist = (P-P -1 )/P -1 und e = (P e -P -1 )/P -1

18 Goethe-Universität, Frankfurt/Main 472 Gesamtangebotsfunktion und Phillips- Kurve Wir erinnern uns des Okunschen Gesetzes, das eine umgekehrte Beziehung der Abwei- chungen des Output von seinem natürlichen Niveau zur Abweichung der Arbeitslosigkeit von ihrem natürlichen Niveau postuliert.

19 Goethe-Universität, Frankfurt/Main 473 Gesamtangebotsfunktion und Phillips- Kurve Wir fügen jetzt nur noch den stochastischen Term hinzu und erhalten die Phillips-Kurve Die Phillips-Kurve hat damit die gleichen Eigenschaften wie die Gesamtangebotskurve. Sie erklärt die Beziehung zwischen realen Aktivitäten und unerwarteten Preisänderungen.

20 Goethe-Universität, Frankfurt/Main 474 Inflationsträgheit Wodurch werden die Inflationserwartungen e bestimmt? Eine plausible Annahme ist die, daß die e träge sind und aufgrund jüngster Erfahrungen adaptiv gebildet werden, etwa wie e = -1 ; wir erhalten dann:

21 Goethe-Universität, Frankfurt/Main 475 Inflationsträgheit Bei Inflationsträgheit verschieben sich die Gesamtangebots- und die Gesamtnachfrage- funktionen dauerhaft nach oben. Eine einmal vorhandene inflationäre Tendenz kann nur durch ein anderes relevantes wirtschaftliches Ereignis gebrochen werden, z.B. –durch eine Rezession; oder –durch ein negativer Angebotsschock.

22 Goethe-Universität, Frankfurt/Main 476 Zyklische Arbeitslosigkeit Der Ausdruck - (u - u n ) sagt etwas über die konjunkturelle Lage aus. –Ist der Ausdruck = 0, so befindet sich die Wirtschaft in Normallage (natürliche AL); –ist er negativ, so befinden wir uns in einer Rezession; der Preisauftrieb wird gedämpft; –ist er positiv, so befinden wir uns in einem Boom; der Preisauftrieb wird verstärkt.

23 Goethe-Universität, Frankfurt/Main 477 Nachfrageinflation Ist - (u - u n ) positiv, so sprechen wir auch von einer Nachfragesoginflation (demand pull). Nachfragesoginflation erfordert die Moneti- sierung der Nachfrage durch die Zentralbank. Ohne nachhaltiges Wachstum der Geldmenge käme die Nachfrage zum Stillstand; bei fort- gesetztem Anstieg des Gesamtangebots käme es zu einer Rezession.

24 Goethe-Universität, Frankfurt/Main 478 Kosteninflation Der Ausdruck zeigt an, daß die Inflations-rate auch durch einen Angebotsschock steigen kann. Man spricht in diesem Falle von Kostendruckinflation (cost push). Man unterscheidet hier u.a. –Lohninflation; –Gewinninflation; –Inflation durch Erhöhung von Rohstoffpreisen.

25 Goethe-Universität, Frankfurt/Main 479 Kurzfristiger Tradeoff zwischen Inflation und Arbeitslosigkeit Welche Optionen hat die Wirtschaftspolitik zur Steuerung der Nachfrage? Geld- und Fiskalpolitik können dazu benutzt werden, die Gesamtnachfrage zu steuern. Nach der kurzfristigen Phillips-Kurve muß bei der Bekämpfung von Arbeitslosigkeit jedoch Inflation in Kauf genommen werden (und umgekehrt).

26 Goethe-Universität, Frankfurt/Main 480 Kurzfristiger Trade-off und Opferverhältnis u 1 e + Das Opferverhältnis gibt an, wieviel reales BIP geopfert werden muß, um die Inflation um einen Prozentpunkt zu reduzieren.

27 Goethe-Universität, Frankfurt/Main 481 Lage der kurzfristigen Phillips-Kurve Es ist wichtig zu sehen, daß die Lage der kurzfristigen Phillips-Kurve von den Preiserwartungen abhängt. –Nehmen die Preiserwartungen zu, so verschiebt sich die kurzfristige Phillips-Kurve nach oben; –nehmen sie ab, so verschiebt sie sich nach unten. Des weiteren hat der Term einen Einfluß auf die Lage der kurzfristigen Phillips-Kurve.

28 Goethe-Universität, Frankfurt/Main 482 Lage der kurzfristigen Phillips-Kurve u e + Niedrige Inflations- erwartungen Hohe Inflations- erwartungen

29 Goethe-Universität, Frankfurt/Main 483 Kurzfristige und langfristige Phillips-Kurve Friedman und Phelps gestehen einen kurzfristigen Tradeoff zwischen Inflation und Arbeitslosigkeit zu, aber langfristig ist die Phillips-Kurve ihrer Meinung nach eine Vertikale, d.h. Nachfragesteuerung führt zu nichts, allenfalls zu Inflation (Deflation). Wir nehmen an, eine expansive Fiskalpolitik versuche die AL unter u n zu drücken.

30 Goethe-Universität, Frankfurt/Main 484 Expansive Fiskalpolitik: Phillips-Kurve lang- und kurzfristig u e + Kurzfristige Phillips-Kurve (niedrige Inflations- erwartungen) Kurzfristige Phillips-Kurve (hohe Inflationserwartungen) Langfristige Phillips-Kurve unun u min

31 Goethe-Universität, Frankfurt/Main 485 Wirkungen einer expansiven Fiskalpolitik Expansive Fiskal- oder Geldpolitik ist nur kurzzeitig wirksam. Langfristig kehrt die Arbeitslosigkeit wieder auf ihr natürliches Niveau zurück (Klassik). Als Folge dieser Politik sind die Inflationsrate und die Inflationserwartungen gestiegen. Letztere können nur durch eine deflationäre Politik wieder reduziert werden.

32 Goethe-Universität, Frankfurt/Main 486 Hysteresis und Hypothese der natürlichen Arbeitslosigkeit Die These wird mit dem Argument bestritten, daß auch kurzfristige Ereignisse langfristige Wirkungen zeitigen können. Es gibt dabei eine Art Sperrklinkeneffekt für u n (Hysteresis). Beispiel 1: Eine Rezession verursacht Arbeitslosigkeit; Arbeitslose verlieren berufsbezogene Qualifikationen, was ihre Wiederbeschäftigung nach der Rezession erschwert.

33 Goethe-Universität, Frankfurt/Main 487 Hysteresis und Hypothese der natürlichen Arbeitslosigkeit Beispiel 2: Eine Rezession verursacht Arbeitslosigkeit; Arbeitslose verlieren den Einfluß auf die Lohnbildung (Insider werden zu Outsidern), die Reallöhne können daher dauerhaft über dem Gleichgewichtsniveau liegen, was den Wiedereintritt der Arbeitslosen in das Berufsleben erschwert (Wartearbeitslosigkeit).

34 Goethe-Universität, Frankfurt/Main 488 Phillipskurve für die BRD 1961 bis 1996 Arbeitslosenquote in % Anstieg des Preisniveaus in % Inflationsträgheit und Hysteresis un1un1 un2un2 un3un

35 Goethe-Universität, Frankfurt/Main 489 Die Drehung im Uhrzeigersinn legt nahe, daß auf expansive Konjunkturprogramme tatsächlich inflationäre Tendenzen folgen. u Die Verschiebung nach rechts legt Hysteresis nahe. Schematischer Verlauf der Phillips- Kurve in der BRD

36 Goethe-Universität, Frankfurt/Main 490 Zusammenfassung Die Modelle zur Erklärung des Gesamtangebots gehören zu den umstrittensten der Makroökonomie. –Wie bilden sich Inflationserwartungen? –Gibt es überhaupt rationale Erwartungen? –Welchen Einfluß hat Wirtschaftspolitik auf die Erwartungsbildung? –Wie relevant ist das Phänomen der Hysteresis? Ebenso umstritten ist die Frage, ob die Politik versuchen soll, die Wirtschaft zu stabilisieren.

37 Goethe-Universität, Frankfurt/Main 491 Zusammenfassung Die vier wichtigsten Erkenntnisse der Makroökonomie sind folgende (Mankiw): –Langfristig bestimmt die Produktionskapazität eines Landes den Lebensstandard seiner Bürger. –Kurzfristig kann die Produktion mit der Gesamtnachfrage variieren. –Langfristig bestimmt die Geldmenge das Preisniveau, hat aber keinen Einfluß auf u. –Der Tradeoff zwischen Inflation und Arbeitslosigkeit besteht nur kurzfristig.

38 Goethe-Universität, Frankfurt/Main 492 Weitere Probleme der Makrotheorie Der Zusammenhang zwischen makro- ökonomischen Anpassungsprozessen und Finanzmärkten « Geldtheorie » Der Einfluß internationaler Wirtschafts- beziehungen « Währungstheorie » Die Analyse und der Einfluß der Staats- tätigkeit und ihrer Finanzierung « Finanzwissenschaft »

39 Goethe-Universität, Frankfurt/Main 493 Ende der Veranstaltung Ich bedanke mich für Ihre Aufmerksamkeit und wünsche viel Erfolg bei der Klausur.


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