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Sozialgerechte Finanzierung des Pflegevorsorgefonds Stefan Walter,

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Präsentation zum Thema: "Sozialgerechte Finanzierung des Pflegevorsorgefonds Stefan Walter,"—  Präsentation transkript:

1 Sozialgerechte Finanzierung des Pflegevorsorgefonds Stefan Walter,

2 Sozialgerechte Finanzierung des Pflegevorsorgefonds Einrichtung eines Pflegevorsorgefonds Aktuelles Vorhaben im Koalitionsvertrag CDU-SPD: Pflegeversicherung: Die Einnahmen aus der weiteren Erhöhung um 0,1 Prozentpunkte werden zum Aufbau eines Pflegevorsorgefonds verwendet, der künftige Beitragssteigerungen abmildern soll. Dieser Fonds wird von der Bundesbank verwaltet. Seite 2

3 Sozialgerechte Finanzierung des Pflegevorsorgefonds Einrichtung eines Pflegevorsorgefonds Kritik der Bundesbank: Der Fonds wirkt nicht dauerhaft. Die umfangreicheren Leistungen werden künftig die Finanzierungslasten im Zuge des demographischen Wandels vergrößern. Der Aufbau einer Kapitalreserve verteilt zwar einen Teil dieser zusätzlichen Kosten auf heutige Beitragszahler. Beitragszahler werden aber nur vorübergehend entlastet werden können. Nachdem Verzehr der Rücklage wird die vollständige Finanzierungsverantwortung wieder auf den Schultern der künftigen Beitragszahler liegen. Seite 3

4 Sozialgerechte Finanzierung des Pflegevorsorgefonds Ausgaben der Pflegeversicherung nach Alter und Geschlecht Pflegeleistungen werden vor allem im Alter, besonders von Frauen benötigt. Seite 4

5 Sozialgerechte Finanzierung des Pflegevorsorgefonds Bevölkerung nach Alter im Jahr 2014 Die Finanzierung erfolgt v.a. durch die mittlere Generation (20-65 jährige). Seite 5 35 Personen über Personen unter 20 Quelle: 12. Bevölkerungsvoraussrechnung des Bundes, W0 (Geburtenrate dauerhaft bei 1,4 Kindern, Wanderungssaldo 0) Personen je Alter in Personen im Alter von 20 – 65 kommen auf 64 Personen unter 20 und über 65

6 Sozialgerechte Finanzierung des Pflegevorsorgefonds Bevölkerung nach Alter im Jahr müssen im Verhältnis deutlich mehr Ältere versorgt werden Seite 6 Quelle: 12. Bevölkerungsvoraussrechnung des Bundes, W0 (Geburtenrate dauerhaft bei 1,4 Kindern, Wanderungssaldo 0) Personen je Alter in Personen über Personen unter Personen im Alter von 20 – 65 kommen auf 97 Personen unter 20 und über 65

7 Sozialgerechte Finanzierung des Pflegevorsorgefonds Bevölkerung nach Alter im Jahr 2040 (Rente mit 67) 2040 müssen im Verhältnis deutlich mehr Ältere versorgt werden Seite 7 Quelle: 12. Bevölkerungsvoraussrechnung des Bundes, W0 (Geburtenrate dauerhaft bei 1,4 Kindern, Wanderungssaldo 0) Personen je Alter in Personen über Personen unter Personen im Alter von 20 – 67 kommen auf 87 Personen unter 20 und über 67

8 Sozialgerechte Finanzierung des Pflegevorsorgefonds Bevölkerung nach Alter im Jahr 2060 Die Belastung setzt sich bei niedriger Geburtenrate dauerhaft fort Seite 8 Quelle: 12. Bevölkerungsvoraussrechnung des Bundes, W0 (Geburtenrate dauerhaft bei 1,4 Kindern, Wanderungssaldo 0) Personen je Alter in Personen über Personen unter Personen im Alter von 20 – 67 kommen auf 93 Personen unter 20 und über 67

9 Sozialgerechte Finanzierung des Pflegevorsorgefonds Bevölkerung nach Alter im Jahr 2060 Belastung selbst bei optimistischer Annahme (Zuwanderung + Geburtenanstieg) Seite 9 Quelle: 12. Bevölkerungsvoraussrechnung des Bundes, 3W2 (Geburtenhäufigkeit: 1,6 Kinder je Frau ab 2025, Lebenserwartung: Basisannahme, Wanderungssaldo: ab 2020 ) Personen je Alter in Personen über Personen unter Personen im Alter von 20 – 67 kommen auf 86 Personen unter 20 und über 67

10 Sozialgerechte Finanzierung des Pflegevorsorgefonds Bevölkerung nach Alter im Jahr 2060 Gewisse Entlastung bei Babyboom – aber viele Familien tragen Kinderkosten Seite 10 Quelle: 12. Bevölkerungsvoraussrechnung des Bundes, GR NBB (Geburtenhäufigkeit: 2,1 Kinder je Frau ab 2015, Lebenserwartung: Basisannahme, Wanderungssaldo: ab 2014) Personen je Alter in Personen über Personen unter Personen im Alter von 20 – 67 kommen auf 94 Personen unter 20 und über 67

11 Sozialgerechte Finanzierung des Pflegevorsorgefonds Bisheriges Umlagesystem: Finanzierung eines Versicherten mit (A) und ohne Kinder (B) mit Alter 40mit Alter 80 Die Beiträge werden für die Elterngeneration gezahlt.

12 Sozialgerechte Finanzierung des Pflegevorsorgefonds Bisheriges Umlagesystem: Finanzierung eines Versicherten mit (A) und ohne Kinder (B) mit Alter 40mit Alter 80 Die Pflege von Kinderlosen muss durch die Kinder anderer finanziert werden

13 Sozialgerechte Finanzierung des Pflegevorsorgefonds Fiskalischer Mehrbeitrag, den Eltern durch das Aufziehen eines Kindes nach Abzug sämtlicher staatlichen Leistungen generieren. mit Alter 40mit Alter 80 Die späteren Leistungen von Kindern werden in großen Umfang umverteilt. Studie der Bertelsmannstiftung 2014:Familien in der gesetzlichen Rentenversicherung: Das Umlageverfahren auf dem Pru ̈ fstand. Prof. Dr. Martin Werding, S.47

14 Sozialgerechte Finanzierung des Pflegevorsorgefonds Frei verfügbares Einkommen, nach Abzug des steuerlichen Existenzminimums bei jeweils brutto? mit Alter 40mit Alter 80 Auch bei gutem Einkommen zählt für Familien mit Kindern jeder Euro. frei verfügbar pro Kopf /Jahr Was bleibt bei brutto zum Leben? frei verfügbar pro Kopf /Monat ,50 frei verfügbar pro Kopf /Monat frei verfügbar pro Kopf /Jahr Quelle: Deutscher Familienverband, 2014, eigene Berechnungen.

15 Sozialgerechte Finanzierung des Pflegevorsorgefonds Seite 15 Bundesverfassungsgerichtsurteil Grundsatz: Es ist mit Art. 3 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 6 Abs. 1 GG nicht zu vereinbaren, dass Mitglieder der sozialen Pflegeversicherung, die Kinder betreuen und erziehen und damit neben dem Geldbeitrag einen generativen Beitrag zur Funktionsfähigkeit eines umlagefinanzierten Sozialversicherungssystems leisten, mit einem gleich hohen Pflegeversicherungsbeitrag wie Mitglieder ohne Kinder belastet werden. Rdnr. 61 des Urteils: (...) Wird dieser generative Beitrag nicht mehr in der Regel von allen Versicherten erbracht, fu ̈ hrt dies zu einer spezifischen Belastung kindererziehender Versicherter im Pflegeversicherungssystem deren benachteiligende Wirkung auch innerhalb dieses Systems auszugleichen ist. Rdnr. 70: Das Grundgesetz verpflichtet [den Gesetzgeber] dazu, beitragspflichtige Versicherte mit einem oder mehreren Kindern gegenüber kinderlosen Mitgliedern der sozialen Pflegeversicherung bei der Bemessung der Beiträge relativ zu entlasten. Rdnr. 71: Allerdings ist (der Gesetzgeber) von Verfassungs wegen verpflichtet, eine Lösung zu wählen, die Unterhaltsverpflichtete bereits ab dem ersten Kind relativ entlastet. Eltern leisten durch die Erziehung ihrer Kinder einen zusätzlichen generativen Beitrag zum Erhalt des Systems. Wird dieser i.d.R. nicht mehr von allen erbracht muss die Belastung dadurch innerhalb des Systems ausgeglichen werden. Versicherten mit einem oder mehreren Kindern müssen gegenüber Kinderlosen daher bei der Beitragsbemessung relativ entlastet werden. Eltern leisten einen doppelten Beitrag und müssen daher entlastet werden.

16 Sozialgerechte Finanzierung des Pflegevorsorgefonds Bisheriges Umlagesystem: Finanzierung eines Versicherten mit (A) und ohne Kinder (B) mit Alter 40mit Alter 80 Aufgrund des Urteil wurde der Beitrag von Kinderlosen um 0,25% erhöht.

17 Sozialgerechte Finanzierung des Pflegevorsorgefonds Seite 17 Umlagesystem mit familiengerechter Rücklagenbildung Finanzierung eines Versicherten mit (A) und ohne Kinder (B) mit Alter 40mit Alter 80 Gerecht wäre jedoch den Mehrbeitrag von Kinderlosen anzusparen.

18 Sozialgerechte Finanzierung des Pflegevorsorgefonds Folgerung für die aktuelle Planung der Regierung Alternativ-Vorschlag zur Finanzierung des Pflegevorsorgefonds Der Pflegevorsorgefonds sollte nicht durch eine pauschale Erhöhung von 0,1%, sondern abhängig von der Kinderzahl finanziert werden. So sollte dafür vor allem der bereits existierenden Kinderlosenzuschlag verwendet werden und zusätzlich abgestaffelte Beiträge von Personen mit einem Kind erhoben werden. Eine Umsetzung kann dabei so ausgestaltet werden, dass annährend gleichviel Mittel für jetzige Pflegeleistungen und für Rücklagenbildung zur Verfügung stehen. Die innerhalb eines Jahres gebildeten Rücklagen werden jeweils 25 Jahre später aufgelöst. Dadurch wird der Pflegevorsorgefonds dauerhaft wirksam. Seite 18

19 Sozialgerechte Finanzierung des Pflegevorsorgefonds Bisheriger Beitrag in der Pflegeversicherung Kinderlosenzuschlag wird für Leistungen ausgegeben. Seite 19 bisheriger Beitragssatz in der Pflegeversicherung 2,3 2,6 2,45 2,30 2,05 2,30

20 Sozialgerechte Finanzierung des Pflegevorsorgefonds Geplante Beitragsatzerhöhung in der Pflegeversicherung: Auch Familien mit mehreren Kindern müssen Rücklagen bilden Seite 20 geplante Änderung nach Koalitionsvertrag (blau =1,1 Mrd. für Rücklagen) 2,6 2,45 2,30 2,8 2,55

21 Sozialgerechte Finanzierung des Pflegevorsorgefonds Alternativvorschlag einer nachhaltigeren Finanzierung des Pflegevorsorgefonds Seite 21 geplante Änderung nach Koalitionsvertrag (blau =1,1 Mrd. für Rücklagen) Vorschlag einer gerechteren Finanzierung des Pflegevorsorgefonds (= 1,1 Mrd. für Rücklagen) 2,8 2,65 2,5 2,55 2,5

22 Sozialgerechte Finanzierung des Pflegevorsorgefonds Vorteile einer Finanzierung gestaffelt nach Kinderzahl Erklärbarkeit keine Kinder = keine späteren Beitragszahler, daher Rücklagenbildung. Seite 22

23 Sozialgerechte Finanzierung des Pflegevorsorgefonds Vorteile einer Finanzierung gestaffelt nach Kinderzahl Faire Belastung Personen mit wenigen Kindern haben ein höheres verfügbares Einkommen. Kinderlose zahlen bereits einen Zuschlag und werden daher nicht mehr belastet. Seite 23

24 Sozialgerechte Finanzierung des Pflegevorsorgefonds Vorteile einer Finanzierung gestaffelt nach Kinderzahl Zweckgebundenheit verringert Abschaffung Höhere Zweckbindung reduziert die Gefahr einer Abschaffung. Kinderlosenzuschlag wird aufgrund des Verfassungsgerichtsurteils erhoben. Im Urteil wurde zudem gefordert, die Beträge relativ zu entlasten - bei Personen mit einem Kind oder Personen mit mehreren Kindern. Seite 24

25 Sozialgerechte Finanzierung des Pflegevorsorgefonds Vorteile einer Finanzierung gestaffelt nach Kinderzahl Nachhaltigere Wirkung Der Fonds wirkt durch die Staffelung der Beiträge nach Kinderzahl dauerhaft. Höhe reagiert automatisch auf ein Steigen oder Sinken der Geburtenrate. Seite 25

26 Sozialgerechte Finanzierung des Pflegevorsorgefonds Vorteile einer Finanzierung gestaffelt nach Kinderzahl Ausbaubarkeit Perspektivisch könnte der Betrag auf ein Niveau erhöht werden, das zu einer ausreichenden Abmilderung der zukünftigen Beiträge führt. Seite 26

27 Sozialgerechte Finanzierung des Pflegevorsorgefonds Verwendung der Rückstellungen Auszahlung erfolgt jeweils 25 Jahre nach Einzahlung So wird der Effekt der fehlenden Kinder (als zukünftige Beitragzahler) nachgebildet. Dies hilft ein angemessenes Leistungsniveau zu halten und die nächste Generation finanziell nicht zu überfordern. Seite Einzahlung 1 Mrd. Auszahlung 1 Mrd. + Zinsen Auszahlung 1,1 Mrd. + Zinsen Einzahlung 1,1 Mrd.

28 Sozialgerechte Finanzierung des Pflegevorsorgefonds Pflegevorsorgefonds Seite 28

29 Sozialgerechte Finanzierung des Pflegevorsorgefonds Anhang Wissenschaftliches Beurteilung des Ansatzes Mögliche Rücklagenverwendung Beitragsauswirkung der Umsetzung Bundesverfassungsgerichtsurteil (ausführlich) Fiskalischer Mehrbeitrag, den Eltern durch das Aufziehen eines Kindes generieren. Belastung von Familien mit mehreren Kindern im Detail Seite 29

30 Sozialgerechte Finanzierung des Pflegevorsorgefonds Wissenschaftliche Beurteilung des Ansatzes Wissenschaftliches Institut der AOK - Prof. Rothgang zur Kapitaldeckung [Für die Einführung von Kapitaldeckung in der sozialen Pflegeversicherung] gibt es mehrere Vorschläge. Einfache Spar-Entspar-Modelle, die unter dem Stichwort Demographiereserve diskutiert werden, haben insbesondere den Nachteil, dass sie nicht nachhaltig sind, da nach Abschluss der Entsparperiode erhebliche Beitragssatzsteigerungen anfallen. (...) Wenn eine ergänzende Kapitalfundierung erfolgen soll, ist daher zu u ̈ berlegen, ob es andere, intelligentere Formen gibt. (...) Vergleichsweise zielkonform lässt sich dagegen die Staffelung eines zusätzlichen Beitrags zum Aufbau eines Kapitalstocks nach der Kinderzahl begru ̈ nden. Bei einem solchen können die verteilungspolitischen Zielsetzungen – einschließlich der intragenerativen Umverteilung – erfu ̈ llt werden und wird der Substitutionszusammenhang zwischen Real- und Humankapital unmittelbar beru ̈ cksichtigt. Da dieser Mechanismus zudem auf Dauer eingefu ̈ hrt wird und es daher nicht zu einem bloßen Spar-Entspar-Prozess kommt, ist diese Variante in besonderem Ausmaß nachhaltig. Die Ausarbeitung eines entsprechenden Modells wäre daher ein sinnvoller Beitrag zu der zu erwartenden Debatte um Finanzreform in der Pflegeversicherung. aus Einführung von Kapitaldeckung in der sozialen Pflegeversicherung, Prof. Rothgang, in Fokus Pflegeversicherung, Wissenschaftliches Institut der AOK, 2009 S. 119 Seite 30

31 Sozialgerechte Finanzierung des Pflegevorsorgefonds Wissenschaftliche Beurteilung des Ansatzes Prof. Werding, Ruhr-Universität Bochum: Die Rücklagen des neuen Pflegevorsorgefonds vor allem durch Verwendung des Kinderlosenzuschlags sowie hälftig durch Personen mit einem Kind zu bilden, ist stimmig und führt zu einer nachhaltigeren und gerechten Finanzierung. Eine Umsetzung macht die Pflegeversicherung zukunftssicherer angesichts der demographischen Alterung und bewirkt daher einen Gewinn für die gesamte Bevölkerung. Prof. Dr. Martin Werding, Lehrstuhl für Sozialpolitik und öffentliche Finanzen Seite 31

32 Sozialgerechte Finanzierung des Pflegevorsorgefonds Mögliche Rücklagenverwendung Anlage über die Kreditanstalt für Wiederaufbau Die Anlage des Pflegevorsorgefonds könnte v.a. in realwerterhaltende, mündelsichere Anleihen der KfW mit langjähriger Laufzeit investiert werden. Die KfW fördert gemäß gesetzlichen Grundlagen die nachhaltige Verbesserung der wirtschaftlichen, sozialen und ökologischen Lebens- und Wirtschaftsbedingungen. z.B. in Form von Studienkrediten, Existenzförderung, Unterstützung des Mittelstandes Somit wird durch die Rücklagenbildung auch die Leistungsfähigkeit der nächsten Generation gezielt gestärkt Seite 32

33 Sozialgerechte Finanzierung des Pflegevorsorgefonds Betragsmäßige Auswirkung – Variante 1 Seite 33 Bisherige PlanungAlternativeDifferenzVerwendung Rücklagenbildung durch pauschale Beitragssatzerhöhun g von 0,1% ~ 1,09 Mrd. Rücklagenbildung durch 0,3% für Kinderlose, 0,15% für Personen mit einem Kind ~ 1,15 Mrd. ca. + 0,06 Mrd. (+5,5% mehr Rücklagenbildung) Kapitalrücklage Kinderlosen- zuschlag von 0,25% ~ 0,66 Mrd. Erhöhung des allgemeinen Beitrags- satzes um 0,05% ~ 0,55 Mrd. ca. - 0,11 Mrd. (-0,4% der gesamten Einnahmen) Leistungen Leistungserhöhung: 2 Schritte um je 0,2% ~ 4,36 Mrd. Umsetzung wie geplant ~ 4,36 Mrd. -Leistungen (19% Steigerung) 2,8 2,65 2,50 2,55 2,50 Berechnung mit Daten des BMG, des Mikrozensus und einer Studie der Bertelsmannstiftung. Die Beträge stellen eine weitgehende Annäherung dar.

34 Sozialgerechte Finanzierung des Pflegevorsorgefonds Betragsmäßige Auswirkung – Variante 2 Seite 34 2,82,79 2,65 2,51 2,55 2,51 Bisherige PlanungAlternativeDifferenzVerwendung Rücklagenbildung durch pauschale Beitragssatzerhöhun g von 0,1% ~ 1,09 Mrd. Rücklagenbildung durch 0,28% für Kinderlose, 0,14% für Personen mit einem Kind ~ 1,07 Mrd. ca. -0,02 Mrd. (-1,8% weniger Rücklagen) Kapitalrücklage Kinderlosen- zuschlag von 0,25% ~ 0,66 Mrd. Erhöhung des allgemeinen Beitrags- satzes um 0,05% ~ 0,65 Mrd. ca. - 0,01 Mrd. (-0,04% der Einnahmen) Leistungen Leistungserhöhung: 2 Schritte um je 0,2% ~ 4,36 Mrd. Umsetzung wie geplant ~ 4,36 Mrd. -Leistungen (19% Steigerung) Berechnung mit Daten des BMG, des Mikrozensus und einer Studie der Bertelsmannstiftung. Die Beträge stellen eine weitgehende Annäherung dar.

35 Sozialgerechte Finanzierung des Pflegevorsorgefonds Betragsmäßige Auswirkung – Variante 3 Seite 35 2,8 2,7 2,6 2,55 2,5 Bisherige PlanungAlternativeDifferenzVerwendung Rücklagenbildung durch pauschale Beitragssatzerhöhun g von 0,1% ~ 1,09 Mrd. 0,3% für Kinderlose, 0,2% Personen 1 Kind 0,1% Personen mit 2 Kindern ~ 1,59 Mrd. ca. + 0,49 Mrd. (+45% mehr Rücklagenbildung) Kapitalrücklage Kinderlosen- zuschlag von 0,25% ~ 0,66 Mrd. Erhöhung des allgemeinen Beitrags- satzes um 0,05% ~ 0,55 Mrd. ca. - 0,11 Mrd. (-0,4% der gesamten Einnahmen) Leistungen Leistungserhöhung: 2 Schritte um je 0,2% ~ 4,36 Mrd. Umsetzung wie geplant ~ 4,36 Mrd. -Leistungen (19% Steigerung) Berechnung mit Daten des BMG, des Mikrozensus und einer Studie der Bertelsmannstiftung. Die Beträge stellen eine weitgehende Annäherung dar.

36 Sozialgerechte Finanzierung des Pflegevorsorgefonds Seite 36 Anhang: Bundesverfassungsgerichtsurteil Bundesverfassungsgerichtsurteil – Grundsatz: Es ist mit Art. 3 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 6 Abs. 1 GG nicht zu vereinbaren, dass Mitglieder der sozialen Pflegeversicherung, die Kinder betreuen und erziehen und damit neben dem Geldbeitrag einen generativen Beitrag zur Funktionsfähigkeit eines umlagefinanzierten Sozialversicherungssystems leisten, mit einem gleich hohen Pflegeversicherungsbeitrag wie Mitglieder ohne Kinder belastet werden. Rdnr. 61 des Urteils: Wenn (...) ein soziales Leistungssystem ein Risiko abdecken soll, das vor allem die Altengeneration trifft, und seine Finanzierung so gestaltet ist, dass sie im Wesentlichen nur durch das Vorhandensein nachwachsender Generationen funktioniert, die jeweils im erwerbsfähigen Alter als Beitragszahler die mit den Versicherungsfällen der vorangegangenen Generationen entstehenden Kosten mittragen, dann ist fu ̈ r ein solches System nicht nur der Versicherungsbeitrag, sondern auch die Kindererziehungsleistung konstitutiv. Wird dieser generative Beitrag nicht mehr in der Regel von allen Versicherten erbracht, fu ̈ hrt dies zu einer spezifischen Belastung kindererziehender Versicherter im Pflegeversicherungssystem deren benachteiligende Wirkung auch innerhalb dieses Systems auszugleichen ist. Rdnr. 70: Das Grundgesetz verpflichtet [den Gesetzgeber] dazu, beitragspflichtige Versicherte mit einem oder mehreren Kindern gegenüber kinderlosen Mitgliedern der sozialen Pflegeversicherung bei der Bemessung der Beiträge relativ zu entlasten. Rdnr. 71: Allerdings ist (der Gesetzgeber) von Verfassungs wegen verpflichtet, eine Lösung zu wählen, die Unterhaltsverpflichtete bereits ab dem ersten Kind relativ entlastet.

37 Sozialgerechte Finanzierung des Pflegevorsorgefonds Fiskalischer Mehrbeitrag, den Eltern durch das Aufziehen eines Kindes generieren. Er wird nicht angemessen berücksichtigt. Familien in der gesetzlichen Rentenversicherung: Das Umlageverfahren auf dem Pru ̈ fstand. Prof. Dr. Martin Werding, Studie der Bertelsmannstiftung S.47 Seite 37 Die Leistungen, die Eltern fu ̈ r die zuku ̈ nftige Finanzierbarkeit des Systems erbringen, werden nicht angemessen beru ̈ ck- sichtigt. Vielmehr werden die Erträge dieser Leistungen zu großen Teilen sozialisiert und umverteilt. Selbst nach Abzug der staatlichen familien- politischen Unterstützung wird durch das Aufziehen eines Kindes ein Mehrbeitrag von über Euro generiert. Unberu ̈ cksichtigt bleibt in der Berechnung zum Beispiel noch die Tatsache, dass Kinder die Pflege ihrer Eltern mit wesentlich größerer Wahrscheinlichkeit mindestens teilweise selbst u ̈ bernehmen. Die damit einhergehenden Ausgaben der Pflegeversicherung fu ̈ r ambulante Pflege und Pflegegeld fallen daher deutlich geringer aus als im Falle von kinderlosen pflegebedu ̈ rftigen Personen, die häufiger eine stationäre Pflege benötigen.

38 Sozialgerechte Finanzierung des Pflegevorsorgefonds Belastung von Familien mit mehreren Kindern Horizontaler Vergleich des frei verfügbaren Einkommens bei (2014) Vergleich, wenn bei gleichem Einkommen mehrere Personen ernährt werden müssen. Familien ab 2 Kindern sind bei einem Facharbeiterlohn unterhalb des Existenzminimums. –Ursache: Bei den Sozialversicherungsbeiträgen wird die Kinderzahl nicht berücksichtigt. Quelle: Deutscher Familienverband, 2014 Seite 38

39 Sozialgerechte Finanzierung des Pflegevorsorgefonds Horizontaler Vergleich je nach Kinderzahl: Welches Nettoeinkommen bleibt bei /Jahr brutto? Zwar steigt das Nettoeinkommen mit steigender Kinderzahl an,.... Seite 39

40 Sozialgerechte Finanzierung des Pflegevorsorgefonds... aber es müssen auch mehr Personen ernährt werden! Horizontaler Vergleich je nach Kinderzahl: Welches Nettoeinkommen bleibt bei /Jahr brutto? Seite 40

41 Sozialgerechte Finanzierung des Pflegevorsorgefonds Mehr als das Existenzminimum haben nur Familien mit bis zu einem Kind! Horizontaler Vergleich je nach Kinderzahl: Welches Nettoeinkommen bleibt bei brutto? Seite 41

42 Sozialgerechte Finanzierung des Pflegevorsorgefonds Horizontaler Vergleich je nach Kinderzahl: Welches Nettoeinkommen bleibt bei /Jahr brutto? Grund: Sozialversicherungsbeiträge berücksichtigen Kinderzahl bisher nicht Seite 42

43 Sozialgerechte Finanzierung des Pflegevorsorgefonds Horizontaler Vergleich je nach Kinderzahl: Welches Nettoeinkommen bleibt bei /Jahr brutto? Auch bei höherem Einkommen steigt zwar das Netto mit der Kinderzahl. Seite 43

44 Sozialgerechte Finanzierung des Pflegevorsorgefonds Horizontaler Vergleich je nach Kinderzahl: Welches Nettoeinkommen bleibt bei /Jahr brutto? Aber auch hier zeigt sich die starke Belastung von Familien mit Kindern. Seite 44

45 Sozialgerechte Finanzierung des Pflegevorsorgefonds Horizontaler Vergleich je nach Kinderzahl: Welches Nettoeinkommen bleibt bei /Jahr brutto? Deren frei verfügbare Einkommen deutlich geringer ist. Seite 45

46 Sozialgerechte Finanzierung des Pflegevorsorgefonds Horizontaler Vergleich je nach Kinderzahl: Welches Nettoeinkommen bleibt bei /Jahr brutto? Eine pro Kopf-Betrachtung zeigt: für Mehrkind-Familien zählt jeder Euro. Seite 46

47 Sozialgerechte Finanzierung des Pflegevorsorgefonds Belastung von Familien mit mehreren Kindern Horizontaler Vergleich des frei verfügbaren Einkommens bei (2014) Wieviel verbleibt vom Nettoeinkommen nach Abzug des steuerlichen Existenzminiums? Auch bei höherem Einkommen bleibt bei mehren Kindern nichts mehr übrig! Seite 47


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