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Prof. Dr. Karlheinz Ruckriegel (www.ruckriegel.org)

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Präsentation zum Thema: "Prof. Dr. Karlheinz Ruckriegel (www.ruckriegel.org)"—  Präsentation transkript:

1 Prof. Dr. Karlheinz Ruckriegel (www.ruckriegel.org)

2 Prof. Dr. Karlheinz Ruckriegel (www.ruckriegel.org)
Glücksforschung – warum wir umdenken müssen, um glücklich(er) zu werden Herbstseminar der ASDA, Sektion Basel, am 27. Oktober 2011 in Basel Prof. Dr. Karlheinz Ruckriegel (www.ruckriegel.org)

3 Was wollen Menschen? Georg-Simon-Ohm-Hochschule Nürnberg

4 … Ich beginne mit einem erstaunlichen Zitat von Ludwig Erhard, der geschrieben hat, "dass der Wohlstand wohl eine Grundlage, nicht aber das Leitbild unserer Lebensgestaltung schlechthin ist.“ Bundeskanzlerin Angela Merkel Rede anlässlich der 11. Jahreskonferenz des Rates für Nachhaltige Entwicklung der Bundesregierung (RNE) am in Berlin Georg-Simon-Ohm-Hochschule Nürnberg

5 Ludwig Erhard, Wohlstand für alle, 1957
Ludwig Erhard wird an anderer Stelle aber noch deutlicher: „Wir werden sogar mit Sicherheit dahin gelangen, dass zu Recht die Frage gestellt wird, ob es noch immer nützlich und richtig ist, mehr Güter, mehr materiellen Wohlstand zu erzeugen, oder ob es nicht sinnvoll ist, unter Verzichtsleistung auf diesen „Fortschritt“ mehr Freizeit, mehr Besinnung, mehr Muße und mehr Erholung zu gewinnen.“ Ludwig Erhard, Wohlstand für alle, 1957 Georg-Simon-Ohm-Hochschule Nürnberg

6 EU-Nachhaltigkeitsstrategie von 2006 „Sie (die EU-Nachhaltigkeitsstrategie) strebt eine kontinuierliche Verbesserung der Lebensqualität und des Wohlergehens („well-being“) auf unserem Planeten für die heute lebenden und für die künftigen Generationen an.“ Beschluss der EU Staats- und Regierungschefs vom Juni 2006 Georg-Simon-Ohm-Hochschule Nürnberg

7 Georg-Simon-Ohm-Hochschule Nürnberg
Weltweit kommt es infolge der Ergebnisse der Stiglitz-Kommission (September 2009) zu einem Umdenken in der „Amtlichen Statistik“ „Another key message, and unifying theme of the report is that the time is ripe for our measurement system to shift emphasis from measuring economic production to measuring people`s well-being. And measures of well-being should be put in a context of sustainability.“ Joseph E. Stiglitz, Amartya Sen, Jean-Paul Fitoussi, MIS-Measuring our Lives, New York, 2010, S. 10 Die Kernbotschaft der Stiglitz-Kommission lautet: Die Zeit ist reif, um das Augenmerk von der Messung der ökonomischen Produktion auf die Messung der Wohlfahrt der Menschen und der Nachhaltigkeit zu lenken. Georg-Simon-Ohm-Hochschule Nürnberg

8 Georg-Simon-Ohm-Hochschule Nürnberg
Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) änderte anlässlich der Feierlichkeiten zu ihrem 50jährigen Bestehen Ende Mai 2011 ihre Ausrichtung. “Over the past 50 years, the OECD has developed a rich set of recommendations on policies that can best support economic growth. The task that we face today is to develop an equally rich menu of recommendations on policies to support societal progress: better policies for better lives.” OECD, Better Life Initiative, Mai 2011 In den letzten 50 Jahren hat die OECD ein reiches Set von Empfehlungen für die Politik entwickelt, wie am besten das Wirtschaftswachstum unterstützt werden kann. Die Aufgabe, die sich jetzt stellt, ist, ein vergleichbar reiches Set an Empfehlungen zu entwickeln, wie die Politik gesellschaftlichen Fortschritt unterstützen kann. Es geht um eine besser Politik für ein besseres Leben. Georg-Simon-Ohm-Hochschule Nürnberg

9 Georg-Simon-Ohm-Hochschule Nürnberg
Mitte Juli 2011 forderte die UN-Generalversammlung alle Länder auf, Glück und Wohlergehen künftig auch als explizites Ziel ihres politischen Wirkens zu verfolgen. Sie folgte damit dem Antrag von Bhutan. “The reasoning is that since happiness is the ultimate desire of every individual, it must also be the purpose of development to create the enabling conditions for happiness.” Gross National Happiness Commission (Bhutan) Der Grund hierfür ist schlicht, dass das letztendliche Ziel eines jeden Glück und Zufriedenheit ist und das Ziel der Politik somit darin bestehen muss, die Voraussetzungen dafür zu schaffen. Georg-Simon-Ohm-Hochschule Nürnberg

10 Georg-Simon-Ohm-Hochschule Nürnberg
Mitte Juli 2011 hat auch das EU-Parlament eine ähnliche Resolution angenommen: “The final vote on the Beyond GDP resolution showed broad support to the Commission's groundwork towards supplementing GDP with social and environmental indicators.” “These outcomes demonstrate broad consensus on the fact that human development and well-being is about more than we can measure through monetary values.”, so der zuständige EU-Kommissar Janez Potočnik. Die Abstimmung über die Beyond GDP (Jenseits der BIP/Bruttoinlandsprodukts) Resolution zeigte eine breite Zustimmung zu dieser Arbeit der EU-Kommission . Es geht um einen Ergänzung des BIP um soziale und ökologische Indikatoren. … Diese Ergebnisse zeigen eine breite Zustimmung zu der Tatsache, dass menschliche Entwicklung und Well-Being mehr ist als monetär gemessen werden kann, so der zuständige EU-Kommissar. Georg-Simon-Ohm-Hochschule Nürnberg

11 Georg-Simon-Ohm-Hochschule Nürnberg
Diese Wende im Denken kommt einer Epochenwende gleich: Weg vom Wirtschaftswachstum hin zur Lebensqualität (well-being). Dieses „neue“ Denken war aber für die Väter der Sozialen Marktwirtschaft bereits vor mehr als 50 Jahren zentraler Angelpunkt ihres Denkens. Nach Alexander Rüstow hat die Politik des Staates alle Faktoren in Betracht zu ziehen, „von denen in Wirklichkeit Glück, Wohlbefinden und Zufriedenheit des Menschen abhängen.“ (zitiert nach Ulrich, 2010, S. 158). Georg-Simon-Ohm-Hochschule Nürnberg

12 Der Vordenker der modernen Managementlehre, der Harvard-Professor Michael E. Porter, fordert eine komplett neue Unternehmensstrategie. Er spricht von der „Neuerfindung des Kapitalismus.“ da der bisherige „Kapitalismus“ massiv unter Druck stünde, da sich zunehmend die Einsicht durchsetze, dass die Wirtschaft sich auf Kosten der Gemeinschaft bereichere. Georg-Simon-Ohm-Hochschule Nürnberg

13 Nach Porter muss in Zukunft der Shared Value im Mittelpunkt stehen, wenn die Unternehmen prosperieren und gesellschaftliche Akzeptanz zurückgewinnen wollen. Unter Shared Value versteht Porter das gleichzeitige Verfolgen von wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Zielen. Dabei müsse der Zweck von Unternehmen neu definiert werden: Statt sich auf Gewinn per se zu konzentrieren, müssten sie Shared Value schaffen. Georg-Simon-Ohm-Hochschule Nürnberg

14 Michael E. Porter, Mark R. Kramer, 2011, S. 73
„Durch den Shared Value konzentrieren sich die Unternehmen auf die richtige Art von Gewinnen – Gewinne, die auch der Gesellschaft Vorteile bringen, anstatt ihr zu schaden ... Wir brauchen eine fortschrittliche Form des Kapitalismus, eine, die auch einen gesellschaftlichen Sinn enthält.“ Michael E. Porter, Mark R. Kramer, 2011, S. 73 Georg-Simon-Ohm-Hochschule Nürnberg

15 Es ging (damals schon) und es geht heute – heute aber auf ungleich breiterer Basis - um „better policies for better lives“ oder anders: es geht um Glück und Zufriedenheit. Die Glücksforschung ist die wissenschaftliche Disziplin, die sich seit mehr als 20 Jahren mit der Frage beschäftigt, was uns glücklicher bzw. zufriedener macht. Die Glücksforschung ist interdisziplinär ausgerichtet, wobei insbesondere Erkenntnisse aus der Psychologie, der Soziologie, der Ökonomie und der Neurobiologie Eingang finden. Georg-Simon-Ohm-Hochschule Nürnberg

16 Georg-Simon-Ohm-Hochschule Nürnberg
“The economics of happiness” Vortrag von Ben Bernanke, Chairman (“Präsident”) der US-Zentralbank (Chairman of the Board of Govenors of the Federal Reserve System), gehalten am 8. Mai vor Absolventen der University of South Carolina Vor gut einem Jahr hielt der Chef der US-Zentralbank Ben Bernanke, eine beachtenswerte Rede zur „Economics of Happiness“ oder deutsch zur „ökonomischen Glücksforschung“ vor Absolventen der University of South Carolina. Georg-Simon-Ohm-Hochschule Nürnberg

17 Georg-Simon-Ohm-Hochschule Nürnberg
“There is now a field of study, complete with doctoral dissertations and professorships, called “the economics of happiness””. “The idea is that by measuring the self-reported happiness of people around the world, and then correlating those results with economic, social, and personal characteristics and behavior, we can learn directly what factors contribute to happiness, … recently economists have gotten into the act.” Ben Bernanke, 2010 Die ökonomische Glücksforschung sei mittlerweile – so Bernanke – als Teil der Ökonomie fest etabliert. Bei diesem Forschungszweig gehe es darum, auf der Basis von subjektiven Einschätzungen einerseits, und objektiven Informationen über die Situation der Menschen andererseits (Familienstand, Beschäftigungssituation, Einkommenssituation, …) Erkenntnisse darüber zu gewinnen, welche dieser objektiven Faktoren wie stark das Wohlbefinden beeinflusst. Georg-Simon-Ohm-Hochschule Nürnberg

18 Grundfrage des Wirtschaftens: Wie soll mit knappen Mitteln/Ressourcen umgegangen werden. Wenn es im Leben aber um Glück geht, dann muss man sich überlegen, wie man seine Zeit so verwendet, dass man ein hohes Maß an Glück (=„Nutzen“ aus ökonomischer Sicht) Leben erfährt. Ökonomisch gesprochen geht es also schlicht um die Frage, wie man das knappe Gut Zeit (Input) so nutzt, dass man letztlich mit seinem Leben in hohem Maße glücklich (Output) ist. Georg-Simon-Ohm-Hochschule Nürnberg

19 1. Was ist (eigentlich) Glück/ Zufriedenheit ?
2. Wie ist der Zusammenhang zwischen Glück/ Zufriedenheit und Wirtschaftswachstum ? 3. Welche Schlüsse sind aus den Ergebnissen der Glücksforschung für Politik, Unternehmen und für jeden Einzelnen zu ziehen ? Georg-Simon-Ohm-Hochschule Nürnberg

20 1. Was ist (eigentlich) Glück/ Zufriedenheit?
Georg-Simon-Ohm-Hochschule Nürnberg

21 Die Glücksforschung beschäftigt sich mit dem Wohlbefinden („subjective well-being“ im Englischen) nicht aber mit dem Zufallsglück, also dem Glück haben („luck“ im Englischen) Georg-Simon-Ohm-Hochschule Nürnberg

22 Zwei Arten von Wohlbefinden (subjective well-being)
„Emotionales“ Wohlbefinden (Glück oder „happiness“ im Englischen): Gefühlslage im Moment, wobei es im Wesentlichen auf das Verhältnis zwischen positiven und negativen Gefühlen im Tagesdurchschnitt ankommt (3:1). „Kognitives“ Wohlbefinden (Zufriedenheit oder „satisfaction“ im Englischen): Grad der Zufriedenheit mit dem Leben. Hier findet eine Abwägung zwischen dem was man will (den Erwartungen) und dem was man hat statt. Georg-Simon-Ohm-Hochschule Nürnberg

23 Warum braucht man die Glücksforschung?
Georg-Simon-Ohm-Hochschule Nürnberg

24 Georg-Simon-Ohm-Hochschule Nürnberg

25 „wir (sind) unglücklich aus Enttäuschung darüber, daß Freiheit und Wohlstand unserem Leben keinen Inhalt und kein Ziel geben … inmitten von Überfluß führen wir ein unerfülltes Leben.“ Bruno Bettelheim, 1960, zitiert nach Nico Stehr, 2007, S Die westliche Welt lande in einer Sackgasse. Sie habe viele ihrer ökonomischen Ziele erreicht – dabei aber den Sinn für ein Ziel des Lebens verloren. Erich Fromm, Der moderne Mensch und seine Zukunft, 1960. Georg-Simon-Ohm-Hochschule Nürnberg

26 Wie kann man den Zustand (Vieler) charakterisieren?
Innere Leere und diffuse Unzufriedenheit, Undefinierbare Sehnsucht, Großer Leidensdruck, weil der erreichte Wohlstand „gesichert und erhalten“ werden muss, Wir sind frustriert, weil sich keine Zufriedenheit einstellt. Georg-Simon-Ohm-Hochschule Nürnberg

27 Und wie steht es mit der Gesundheit?
Anstieg von Suchtkrankheiten, Anstieg von psychosomatischen Krankheiten (hoher Blutdruck, Rückenschmerzen, Kopfschmerzen, Magen-Darm-Erkrankungen, Herzbeschwerten), Gereiztheit, Niedergeschlagenheit, Antriebslosigkeit, Müdigkeit, Lustlosigkeit, Erschöpfung bis hin zu Burn out . Georg-Simon-Ohm-Hochschule Nürnberg

28 Quellen des Wohlbefindens (sog. Glücksfaktoren)
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29 Physische und psychische Gesundheit
Gelingende / liebevolle soziale Beziehungen (Partnerschaft, Familie, Freunde, Nachbarschaft, Kollegen …) Physische und psychische Gesundheit Engagement und befriedigende Erwerbs- und/oder Nichterwerbs-Arbeit Persönliche Freiheit Innere Haltung (im Hinblick auf Dankbarkeit, Optimismus, Sozialen Vergleich, Emotionsmanagement, …) und Lebensphilosophie (Spiritualität, d.h. eine persönliche Suche nach dem Sinn des Lebens bzw. Religiosität) Mittel zur Befriedigung der materiellen (Grund-) Bedürfnisse Georg-Simon-Ohm-Hochschule Nürnberg

30 Was macht Wohlbefinden aus?
Georg-Simon-Ohm-Hochschule Nürnberg

31 Tal Ben-Shahar, Glücklicher, 2007
Eine glückliche Person erfreut sich positiver Gefühle im Hier und Jetzt und sieht einen Sinn in ihrem Leben, verfolgt also sinnvolle (Lebens-) Ziele. Die Definition betrifft nicht jeden einzelnen Moment, sondern stellt die Gesamtsumme unserer Erfahrungen dar. Wir können kurzzeitig einen emotionalen Schmerz erleiden, aber gleichzeitig als Grundgefühl glücklich sein. Tal Ben-Shahar, Glücklicher, 2007 Georg-Simon-Ohm-Hochschule Nürnberg

32 „Der Sinn von langfristigen Zielen liegt darin, uns zu befreien, sodass wir das Hier und Jetzt genießen können. .. Wenn wir ein Ziel vor Augen haben und mehr oder weniger wissen, wohin wir wollen, dann sind wir frei, um das Beste aus dem zu machen, wo wir uns gegenwärtig befinden. …… Ein langfristiges Ziel ist ein Mittel, kein Selbstzweck. … Die Ziele müssen eine Bedeutung haben, und die Reise, auf die sie uns schicken, muss uns auch Spaß machen.“ Tal Ben-Shahar, 2007 Georg-Simon-Ohm-Hochschule Nürnberg

33 Wer ein erfülltes Leben führen will, sollte Ziele verfolgen, die mit
persönlichem Wachstum, zwischenmenschlichen Beziehungen und Beiträgen zur Gesellschaft verbunden sind, also Ziele, die es uns ermöglichen, unsere psychischen Grundbedürfnisse nach Autonomie, Kompetenz und Zugehörigkeit am besten zu befriedigen, anstatt Ziel wie Geld, Schönheit und Popularität. Tal Ben-Shahar, 2007 Georg-Simon-Ohm-Hochschule Nürnberg

34 Gefühle im Hier und Jetzt
Georg-Simon-Ohm-Hochschule Nürnberg

35 Gefühle sind verkörperte Informationen
Gefühle sind verkörperte Informationen. Sie sind Signale, die uns sehr schnell mitteilen, ob wir etwas gut finden oder nicht, ob wir etwas meiden oder vermeiden sollten. Dabei kommt es aber auch entscheidend darauf an, wie wir die Ereignisse interpretieren (Emotions-Management). Georg-Simon-Ohm-Hochschule Nürnberg

36 Was sind negative Gefühle?
Ärger, Zorn und Wut als Reaktion auf eine Störung bei dem, was wir tun wollen und bei körperlichen und psychischen Verletzungen (Beleidigung unserer Person und Verunglimpfung unserer Leistungen); Angst und Furcht als Reaktion auf einen drohenden Schaden physischer oder psychischer Natur; Erschrecken (einer unmittelbaren, konkreten und überwältigenden körperlichen Gefahr gegenüberstehen); Ekel und Verachtung primär als Reaktion auf moralisch verwerfliches Handeln; Trauer (Resignation und Hoffnungslosigkeit) und Verzweiflung (Auflehnung) als Reaktion auf einen Verlust; Schuld (ein moralisches Gebot übertreten haben) und Scham (einem Ich-Ideal nicht gerecht geworden zu sein); Neid (etwas wollen, was jemand anders hat) und Eifersucht (Dritten den Verlust oder die Bedrohung der Zuneigung einer Person verübeln). Georg-Simon-Ohm-Hochschule Nürnberg

37 Wozu sind negative Gefühle gut
Wozu sind negative Gefühle gut? Negative Gefühle sind wichtig, weil sie uns dazu bringen (können), Fragen zu stellen, Dinge zu verändern und kreativ zu sein. Ed Diener, 2010 Georg-Simon-Ohm-Hochschule Nürnberg

38 Was sind positive Gefühle?
Freude Gelassenheit Dankbarkeit (wir erfahren Gutes von anderen als selbstlosen Akt) Interesse Hoffnung Stolz Belustigung (sich amüsieren) Anregung Ergriffenheit (Zustand des Überwältigtseins) Liebe (Gefühl der Nähe, Wärme und Geborgenheit, der Leidenschaft und der Zusammengehörigkeit) Georg-Simon-Ohm-Hochschule Nürnberg

39 Wozu sind gute Gefühle gut
Wozu sind gute Gefühle gut? Statt unmittelbare Probleme zu lösen helfen gut Gefühle, sich innerlich weiterzuentwickeln und so für härtere Zeiten zu wappnen. Gute Gefühle vergrößern unsere Gedanken- und Handlungsrepertoire und helfen damit, dauerhaft mentale Ressourcen aufzubauen. Barbara Fredrickson, 2010 Georg-Simon-Ohm-Hochschule Nürnberg

40 Der Glücksquotient Es kommt auf das Verhältnis zwischen positiven und negativen Gefühlen an. Schwelle, die Menschen in die Lager der Gedeihenden (Zustand der „Positivity“) und der Dahindümpelnden einteilt, liegt bei 3:1. Auf jedes schlechte Gefühl sollten also mindestens drei Gute pro Tag kommen. Für Beziehungen gilt 6:1 als ideal. Georg-Simon-Ohm-Hochschule Nürnberg

41 Emotions-Management Vereinfacht lässt sich neurobiologisch das Denk-Hirn (Frontalhirn) vom Emotions-Hirn (Stammhirn/ Limbisches System) unterscheiden. Beide sind verkoppelt. Emotionen dürfen das Denk-Hirn nicht überfluten, und das Denk-Hirn darf Gefühle nicht ignorieren. 1. Wir können beeinflussen, wie wir uns fühlen, indem wir verändern, was wir denken (Einstellungsänderung). 2. Kognitive Bewertung von Emotionen durch das Denk-Hirn. Schmitz / Schmitz, 2009 Georg-Simon-Ohm-Hochschule Nürnberg

42 Emotions- und Gefühlsmanagement heißt, positive Gefühle zu stärken und bewusster zu erleben und negative Gefühle in uns abzuschwächen bzw. gar nicht erst entstehen zu lassen. Georg-Simon-Ohm-Hochschule Nürnberg

43 Georg-Simon-Ohm-Hochschule Nürnberg

44 Wie wird Wohlbefinden traditionell gemessen?
Georg-Simon-Ohm-Hochschule Nürnberg

45 Zur Datenerhebung werden in groß angelegten Umfragen Einzelne über ihre Lebenszufriedenheit befragt. Eines der am häufigsten verwendeten Datensätze ist das Sozio-Oekonomische Panel (SOEP), das seit 1984 als Längsschnittanalyse in Deutschland erhoben wird. Die Befragten haben die z.B. Möglichkeit, ihre Lebenszufriedenheit allgemein bzw. in speziellen Bereichen (Arbeit, Familie, …) jeweils auf einer Skala von 0 – 10 also von „ganz und gar unzufrieden“ bis „ganz und gar zufrieden“ zu bewerten. Georg-Simon-Ohm-Hochschule Nürnberg

46 Vergleich Selbst- und Fremdeinschätzungen
(Freunde, Familienangehörige, Experten) Menschen, die sich als sehr zufrieden einschätzen, werden als liebenswürdig, durchsetzungsfähig, zufrieden und kommunikativ wahrgenommen. Menschen mit niedrigen Zufriedenheitswerten scheinen wenig Sinn im Leben zu haben, niedergeschlagen und entscheidungsschwach zu sein, sich selbst zu bemitleiden sowie kontaktschwach zu sein. (im Einzelnen hierzu: Nick Powdthavee, The Happiness Equation, London 2010, S. 18 ff) Georg-Simon-Ohm-Hochschule Nürnberg

47 Diese Woche wurde der Glücksatlas Deutschland 2011, der u
Diese Woche wurde der Glücksatlas Deutschland 2011, der u.a vom Allensbacher Institut für Demoskophie im Auftrag der „Deutschen Post“ erarbeitet wurde vorgestellt. Die Deutsche Post will – ähnlich will Shell mit seiner „Jugendstudie“ – dies auch in den nächsten Jahren fortfürhen. Die Daten fußen auf dem Sozio-oekonomischen Panel. In der deutschen Presse wurde am Mittwoch breit darüber berichtet. Was sind nun die Ergebnisse? Georg-Simon-Ohm-Hochschule Nürnberg

48 Quelle: Glücksatlas Deutschland 2011
Von 1984 bis 2009 ist die allgemeine Lebenszufriedenheit in den alten Bundesländern von über 7 auf der Skala von 0-10 auf etwas unter 7 gefallen. Die Werte für die neuen Bundesländer lagen stets darunter kam es zu einem leichten Anstieg. Georg-Simon-Ohm-Hochschule Nürnberg

49 Georg-Simon-Ohm-Hochschule Nürnberg

50 Quelle: Glücksatlas Deutschland 2011
Schaut man sich die einzelnen Regionen näher an, so liegen die Zufriedenheitswerte im Norden, mit dem Spitzenreiter Hamburg, und im Süden, insbesondere in Bayern, am höchsten. Georg-Simon-Ohm-Hochschule Nürnberg

51 Quelle: Glücksatlas Deutschland 2011
Im Verlauf des Lebens ändern sich die Werte. Georg-Simon-Ohm-Hochschule Nürnberg

52 Georg-Simon-Ohm-Hochschule Nürnberg
Steuer-und Abgabenquote in Prozent des Bruttoinlandsprodukts in Deutschland 1995: 48,1 % 2000: 47,5 % 2005: 42,2 % 2007: 42,4 % 2009: 42,4 % Quelle: Statistisches Bundesamt, Statistisches Jahrbuch 2010, S. 567 und 623; eigenen Berechnungen Die Zufriedenheitswerte sind gefallen, obwohl von 1995 bis 2009 ist die Steuer- und Abgabenquote von rd. 48 % auf gut 42% gesunken sind. Georg-Simon-Ohm-Hochschule Nürnberg

53 Georg-Simon-Ohm-Hochschule Nürnberg
Quelle: Memorandum der Arbeitsgruppe "Zufriedenheit“ des Ameranger Disputs der Ernst Freiberger-Stiftung Zufrieden trotz sinkenden materiellen Wohlstands (Vorsitz Meinhard Miegel), März 2010, S. 21 In den hier gezeigten Ländervergleich liegt Deutschland etwa im OECD-Durchschnitt. Die skandinavischen Länder, insbesondere Dänemark mit einem Wert von deutlich über 8, liegen deutlich darüber. Georg-Simon-Ohm-Hochschule Nürnberg

54 Warum liegen skandinavische Länder an der Spitze?
Georg-Simon-Ohm-Hochschule Nürnberg

55 hohes Vertrauen zueinander in der Gesellschaft;
geringe Einkommensungleichheit; andere Sichtweise im täglichen Leben (stärkere Wahrnehmung positiver Ereignisse, schwächere Wahrnehmung negativer Ereignisse). Georg-Simon-Ohm-Hochschule Nürnberg

56 Und wie schaut es mit der Steuer- und Abgabenbelastung aus?
Georg-Simon-Ohm-Hochschule Nürnberg

57 Georg-Simon-Ohm-Hochschule Nürnberg
Steuer-und Abgabenquote in Prozent des Bruttoinlandsprodukts 2010 Dänemark 53,8 % Finnland 53,6 % Schweden 52,9 % Österreich 47,2 % Niederlande 45,7 % Deutschland 43,1 % Großbritannien 40,1 % Japan 32,9 % USA 30,8 % Die im Vergleich zu Deutschland hohen Steuer- und Abgabenquoten können offenbar die Dänen, Finnen und Schweden nicht davon abhalten, deutlich zufriedener mit ihrem Leben zu sein als wir es in Deutschland sind. Georg-Simon-Ohm-Hochschule Nürnberg

58 Und was sind die Werte im Iran?
2005: 5,3 2007: 5,3 2008: 5,1 2011: 4,8 Gallup World Poll

59 Was bringt uns „Glücklichsein“?
Georg-Simon-Ohm-Hochschule Nürnberg

60 Sonja Lyubomirsky, Glücklich sein, 2008
Wer etwas dafür tut, glücklicher zu werden, fühlt sich nicht nur subjektiv besser, sondern hat auch mehr Energie, ist kreativer, stärkt sein Immunsystem, festigt seine Beziehungen, arbeitet produktiver und erhöht seine Lebenserwartung. Sonja Lyubomirsky, Glücklich sein, 2008 Georg-Simon-Ohm-Hochschule Nürnberg

61 2. Wie ist der Zusammenhang zwischen Glück und Wirtschaftswachstum?
Georg-Simon-Ohm-Hochschule Nürnberg

62 Befund: Obwohl in den letzten Jahrzehnten die westlichen Länder ein in der Geschichte einzigartiges Wirtschaftswachstum zu verzeichnen hatten, zeigen Befragungen, dass kaum eine / keine Zunahme der Lebenszufriedenheit zu verzeichnen war. Sog. Easterlin-Paradoxon Georg-Simon-Ohm-Hochschule Nürnberg

63 Georg-Simon-Ohm-Hochschule Nürnberg
Quelle: David G. Myers, Social Psychology, 10. Auflage, New York 2010, S. 601 Obwohl in den letzten 50 Jahren sich in den USA das inflationsbereinigte Einkommen pro Kopf mehr als verdreifacht hat, hat sich der Anteil derjenigen an der Bevölkerung, die sich als sehr glücklich bezeichnet haben, nicht verändert. Er ist bei rund 30 % geblieben. Georg-Simon-Ohm-Hochschule Nürnberg

64 Georg-Simon-Ohm-Hochschule Nürnberg
“For example, although today most Americans surveyed will tell you they are happy with their lives, the fraction of those who say that they are happy is not any higher than it was 40 years ago. … Or, as your parents always said, money doesn`t buy happiness.” Ben S. Bernanke, 2010 Was sagt Bernanke in diesem Zusammenhang: Zwar bezeichnen sich heutzutage die meisten US-Amerikaner als glücklich. Ihr Anteil an der Gesamtbevölkerung ist aber nicht höher als vor 40 Jahren. Georg-Simon-Ohm-Hochschule Nürnberg

65 Georg-Simon-Ohm-Hochschule Nürnberg
“If it turns out to be true that rising incomes have failed to make Americas happier, as much of the recent research suggests, what is the point of working such long hours and risking environmental disasters in order to keep on doubling and redoubling our Gross Domestic Product?” Derek Bok, 2010, S (ehemaliger Präsident der Harvard University) In seinem Buch von 2010 schreibt der langjährige Präsident der Harvard University Derek Bok: Wenn es wahr ist, was uns die aktuellen Untersuchungen nahelegen, dass steigende Einkommen es nicht vermocht haben, die US-Amerikaner glücklicher zu machen: Warum arbeiten wir dann solange und nehmen Umweltkatastrophen in Kauf nur um das BIP zu erhöhen? Georg-Simon-Ohm-Hochschule Nürnberg

66 Georg-Simon-Ohm-Hochschule Nürnberg
„ … for decades Western societies have seen the line of GDP rising steadily upwards, but at the same time, levels of contentment have remained static or have even fallen.” Premierminister David Camaron PM speech on wellbeing, In seiner „speech on wellbeing am sagte der britische Premierminister David Cameron: Seit Jahrzehnten stiegt das BIP im Westen, die Werte zur Lebenszufriedenheit blieben aber gleich oder sanken sogar. Deshalb hat der PM auch das statistisch Amt in Großbritannien beauftragt, einen Glücksindikator zu entwickeln, der dann als Grundlage für die Politik der Regierung dienen soll. Georg-Simon-Ohm-Hochschule Nürnberg

67 Quelle: Glücksatlas Deutschland 2011
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68 „Neuere Ansätze in der Volkswirtschaftslehre („Glücksforschung“) untersuchen den Zusammenhang zwischen steigenden Einkommen und Wohlergehen und kommen zu dem Ergebnis, dass selbst wenn die Zunahme des BIP zu einer Steigerung des objektiven Wohlstands führt, dies nicht gleichbedeutend ist, dass es den Menschen subjektiv besser geht.“ Ifo-Institut, Wohlstandsindikator (Rubrik “Aktuelles Stichwort”), Juli 2011. Georg-Simon-Ohm-Hochschule Nürnberg

69 „Viel zu lange haben wir geglaubt, dass uns ein einfaches "immer mehr" glücklich macht - egal welche Folgen dieses "immer mehr" für unsere Mitmenschen und für nachfolgende Generationen hat.“ (ehemaliger) Bundespräsident Horst Köhler Bombay, Februar 2010 Georg-Simon-Ohm-Hochschule Nürnberg

70 Was ist den Menschen in Deutschland heute wichtig?
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71 Quelle: Entwurf Fortschrittsbericht 2012 zur nationalen Nachhaltigkeitsstrategie der Bundesregierung vom Mai 2012, S. 17 Georg-Simon-Ohm-Hochschule Nürnberg

72 Was sind die Gründe für das Easterlin-Paradoxon, das nach dem Ökonomen Richard Easterlin benannt wurde, der bereits 1974 darauf hingewiesen hat, dass ab einem bestimmten Einkommensniveau (BIP pro Kopf) ein weiteres Wirtschaftswachstum zu keiner oder kaum einer Zunahme der Lebenszufriedenheit führt. Georg-Simon-Ohm-Hochschule Nürnberg

73 Gewöhnung Zum einen passen sich die Ansprüche und Ziele an die tatsächliche Entwicklung an, d.h. mit steigendem Einkommen steigen auch die Ansprüche, sodass daraus keine größere Zufriedenheit erwächst (sog. hedonistische Tretmühle). Vergleich Zum anderen ist – sofern die materielle Existenz gesichert ist - weniger das absolute Einkommen, sondern vielmehr das relative Einkommen für den Einzelnen entscheidend. Georg-Simon-Ohm-Hochschule Nürnberg

74 10.000 US-$ - 20.000 US-$: Korrelation vorhanden, aber geringer.
Bis US-$ BIP pro Kopf: starke Korrelation (Befriedigung von existenziellen Grundbedürfnissen wie Essen, Wohnen, Kleidung, Sicherheit steht im Mittelpunkt). US-$ US-$: Korrelation vorhanden, aber geringer. Über US-$: Korrelation nahezu nicht mehr gegeben. Quelle: Umweltbundesamt, Ergebnisbericht, Fachdialoge zur nationalen Nachhaltigkeitsstrategie 2007, Februar 2008, S. 47 (kaufkraftbereinigt). Deutschland US-$ Welt US-$ Georg-Simon-Ohm-Hochschule Nürnberg

75 Quelle: Glücksatlas Deutschland 2011
Georg-Simon-Ohm-Hochschule Nürnberg

76 Gewöhnung und Vergleich kommen „annahmegemäß“ aber in der traditionellen ökonomischen Mainstream -Theorie nicht vor. Folge: Die gängige ökonomische Theorie hat ein grundlegendes „Erklärungsdefizit“. Georg-Simon-Ohm-Hochschule Nürnberg

77 Georg-Simon-Ohm-Hochschule Nürnberg
„Unlike assumptions normally used in the psychological literature , standard economics textbooks assume a given utitilty (or happiness) function in which there is generally no habituation or adaptation. In other words, if the death of our loved one hurts like hell in the first year, economists say that it will hurt like hell – in excatly equal measure – for as long as we live, which seem wholly unrealistic.“ Nick Powdthavee, The Happiness Equation, London 2010, S. 101. Im Gegensatz zu den Annahmen, die in der Psychologie verwendet werden, unterstellen die Annahmen in der Ökonomie gegebene Nutzenfunktionen, in denen es keinen Anpassung oder Gewöhnung gibt. Der Verlust eines geliebten Menschen ist in der ersten Zeit sehr schmerzhaft. Ökonomen unterstellen nun, dass dieser starke Schmerz bis an das Ende unseres Lebens anhält. Dies scheint aber ziemlich unrealistisch. Georg-Simon-Ohm-Hochschule Nürnberg Seite 77 Folie 77

78 Georg-Simon-Ohm-Hochschule Nürnberg
Quelle: Gallup World Poll Wie aus dieser Landkarte des Glücks ersichtlich ist, sind die Menschen vor allem in Nord-, Mittel,- und Südamerika, in Europa und in Australien zufrieden mit ihrem Leben. Georg-Simon-Ohm-Hochschule Nürnberg

79 Georg-Simon-Ohm-Hochschule Nürnberg
Quelle: Gallup World Poll In Europa sind die skandinafischen Länder an der Spitze. Georg-Simon-Ohm-Hochschule Nürnberg

80 4. Wie ist der Zusammenhang zwischen Glück und Verteilung
Georg-Simon-Ohm-Hochschule Nürnberg

81 Menschen beurteilen ihre Situation nicht nur im Hinblick auf den eigenen Gewinn, sondern auch auf das Verhältnis des eigenen Gewinns zum Gewinn anderer. Dabei kommt der Frage der Fairness eine entscheidende Bedeutung zu. Wir haben also auch “soziale“, d.h. den anderen-berücksichtigende Präferenzen. Klaus Fließbach, 2011 Georg-Simon-Ohm-Hochschule Nürnberg

82 „Bei der Fairnessregel gibt es jedoch eine interessante Ausnahme
„Bei der Fairnessregel gibt es jedoch eine interessante Ausnahme. Ökonomen und Ökonomiestudenten sind darin geschult, von den Menschen rationales und eigennütziges Verhalten zu erwarten. Beim Ultimatumspiel meinen also ökonomisch denkende Absender (die, die den Verteilungsvorschlag machen, Anmerk. KR), es sei richtig eine Aufteilung von 19:1 Dollar anzubieten, und – da sie gelernt haben zu denken, dass rationales Verhalten das einzig richtige ist – nehmen ökonomisch denkende Empfänger das Angebot an. Spielen jedoch Ökonomen mit Nichtökonomen, sind sie zutiefst enttäuscht, wenn ihre unausgewogenen Angebote abgelehnt werden.“ Dan Ariely, 2010, S. 313 Georg-Simon-Ohm-Hochschule Nürnberg

83 Kosten von Einkommensungleichheit
Georg-Simon-Ohm-Hochschule Nürnberg

84 Subjektive Indikatoren (Subjective Well-Being –SWB)
Georg-Simon-Ohm-Hochschule Nürnberg

85 Satisfaction with life (Germany 2006) 1. 5,6 2. 6,6 3. 6,9 4. 7,3 5.
Income Quintiles Satisfaction with life (Germany 2006) 1. 5,6 2. 6,6 3. 6,9 4. 7,3 5. 7,7 Heinz-Herbert Noll / Stefan Weick, 2010, S. 79 Georg-Simon-Ohm-Hochschule Nürnberg

86 Objektive Indikatoren Richard Wilkinson/ Kate Pickett: Gleichheit ist Glück – Warum gerechte Gesellschaften für alle besser sind, Frankfurt 2010) Georg-Simon-Ohm-Hochschule Nürnberg

87 „Der Grad der Einkommensunterschiede hat einen großen Einfluss darauf, wie die Menschen miteinander umgehen.“ (S. 19) „Lange Zeit vor der internationalen Finanzkrise, die sich Ende 2008 abzeichnete, sprachen mache Politiker in Großbritannien vom „Zusammenbruch“ unserer Gesellschaft, wenn sie auf den Mangel an Gemeinschaftsgefühl oder die Zunahme asozialen Verhaltens aufmerksam machen wollten.“ (S. 19) „Offenbar betreffen uns Einkommensunterschiede innerhalb der eigenen Gesellschaft weit stärker, als es unterschiedliche Durchschnittseinkommen tun, wenn man Gesellschaften miteinander vergleicht.“ (S. 26). Georg-Simon-Ohm-Hochschule Nürnberg

88 „Wenn wir also feststellen, dass wirtschaftliches Wachstum kaum noch etwas zur Verbesserung unserer Lebensqualität beitragen kann und wir vielmehr mit wachsenden Problemen der Umweltzerstörung zu tun haben, welche Rolle spielen dann noch Ungleichheiten. … Seit Jahren weiß man, dass Gewalt und Gesundheitsprobleme typische Phänomene in Gesellschaften mit deutlicher sozialer Ungleichheit sind. Wir konnten bei unseren Untersuchungen allerdings feststellen, dass dies für fast alle Probleme gilt, die es uns den unteren Schichten gibt. … dies macht die Befürchtung umso wahrscheinlicher, dass unsere heutigen Gesellschaften trotz ihres Wohlstands gescheitert sein könnten.“ (S. 32f) Georg-Simon-Ohm-Hochschule Nürnberg

89 psychische Erkrankungen sowie Alkohol- und Drogenmissbrauch
Niveau des Vertrauens psychische Erkrankungen sowie Alkohol- und Drogenmissbrauch Lebenserwartung und Säuglingssterblichkeit Fettleibigkeit schulische Leistungen der Kinder Teenager-Schwangerschaften Selbstmorde Zahl der Gefängnisstrafen soziale Mobilität (keine Angaben für die USA) Georg-Simon-Ohm-Hochschule Nürnberg

90 „Folgt man dem Gedanken, dass soziale Probleme die unmittelbare Folge ungünstiger materieller Bedingungen sind (beengte Wohnverhältnisse, schlechte Ernährung, mangelnde Bildungsmöglichkeiten), dann wäre es logisch, dass solche Probleme in reichen Gesellschaften weniger häufig auftreten. Die statistischen Daten zeigen aber ein ganz anderes Ergebnis: Einige der reichsten Länder schneiden in dieser Hinsicht besonders schlecht ab. … Die Probleme in den reichen Ländern erklären sich nicht aus zu wenig oder zu viel Reichtum, sondern aus dem sehr starken Wohlstandsgefälle innerhalb dieser Gesellschaften. Entscheidend ist, wie groß der Abstand des Einzelnen zu den anderen Mitgliedern seiner Gesellschaft ist. „ (S. 39) Georg-Simon-Ohm-Hochschule Nürnberg

91 „In den reichen Ländern geht es vielleicht weniger um die absolute Höhe des Einkommens und des Lebensstandards, sondern um den sozialen Vergleich mit den anderen Mitgliedern der Gesellschaft.“ Richard Wilkinson / Kate Pickett, 2010, S. 28 Georg-Simon-Ohm-Hochschule Nürnberg

92 Georg-Simon-Ohm-Hochschule Nürnberg

93 Georg-Simon-Ohm-Hochschule Nürnberg

94 „Menschsein heißt, sehr empfindlich darauf zu reagieren, dass man als minderwertig gilt. Denn diese Sensibilität erklärt, warum ein geringer sozialer Status eine derart negative Wirkung auf das Selbstvertrauen des Einzelnen hat. Es geht allein darum, wie man von den anderen gesehen wird.“ (S. 55) „Der gesellschaftliche Bewertungsdruck entscheidet, welche Stressoren zu erhöhter Ausschüttung von Stresshormonen führen. … Scham (man fühlt sich dumm, lächerlich, minderwertig, gestört, inkompetent, peinlich, ausgeliefert, verwundbar und unsicher, Anmerk. KR) und Stolz sind die wesentlichen Aspekte in dem psychischen Prozess, in den wir unsere Vorstellungen davon internalisieren, wie andere uns sehen.“ (S. 56) Georg-Simon-Ohm-Hochschule Nürnberg

95 „Wir erfahren uns dabei aus der Sicht der anderen, und das Feedback dieser sozial bewertenden Betrachtung sind eben Stolz und Scham. … Stolz verschafft Freude, Scham bedeutet Schmerz..“ (S. 56) „Wenn wir anerkennen, dass ein noch höherer materieller Lebensstandard uns kaum noch etwas nützen kann, dann sollten wir uns als Generation begreifen, die nach gänzlich neuen Wegen suchen muss. Alles deutet darauf hin, dass der Abbau von Ungleichheit der beste Weg zur Verbesserung unserer sozialen Lebenswelt und damit der Lebensqualität für alle ist.“ (S. 44). Georg-Simon-Ohm-Hochschule Nürnberg

96 „Es gibt keinen Ort in Westeuropa, an dem Arm und Reich, Hoffnungslosigkeit und Größenwahn, Elend und Geldgier so sichtbar und so empörend kollidieren wie in London. Das Auseinanderklaffen von Streben und Ergebnis hat bei vielen, die zurückblieben, den Verdacht geweckt, dass es längst kein für alle gültiges Regelwerk des Zusammenlebens mehr gibt.“ Der Spiegel (Nr.33 vom 15.8., S. 86): Wilkinson und Pickett (2010, S. 32f) kommen zu folgendem Fazit: „Seit Jahren weiß man, dass Gewalt und Gesundheitsprobleme typische Phänomene in Gesellschaften mit deutlicher sozialer Ungleichheit sind. Wir konnten bei unseren Untersuchungen allerdings feststellen, dass dies für fast alle Probleme gilt, die es uns den unteren Schichten gibt. … dies macht die Befürchtung umso wahrscheinlicher, dass unsere heutigen Gesellschaften trotz ihres Wohlstands gescheitert sein könnten.“ Georg-Simon-Ohm-Hochschule Nürnberg

97 4. Welche Schlüsse sind aus den Ergebnissen der Glücksforschung für Politik, Unternehmen und für jeden Einzelnen zu ziehen? Georg-Simon-Ohm-Hochschule Nürnberg

98 a) Was kann jeder Einzelne von uns tun?
Georg-Simon-Ohm-Hochschule Nürnberg

99 „Wer nichts über Glück weiß, kann es auch nicht finden
„Wer nichts über Glück weiß, kann es auch nicht finden. Wer hingegen viel über Glück weiß, kann es sogar trainieren.“ Manfred Spitzer, Hirnforscher „Du bist dein eigener Herr und Meister. Deine Zukunft hängt von dir selbst ab.“ Buddha Georg-Simon-Ohm-Hochschule Nürnberg

100 „Die Welt des Glücklichen ist eine andere als die des Unglücklichen
„Die Welt des Glücklichen ist eine andere als die des Unglücklichen.“ Ludwig Wittgenstein „Die Hinwendung zum Glück als einem gültigen Ziel und die bewusste Entscheidung, Glück systematisch anzustreben, können unser weiteres Leben tiefgreifend verändern.“ Dalei Lama Georg-Simon-Ohm-Hochschule Nürnberg

101 „Jeder ist seines Glückes Schmied“ (Sprichwort)
„Denkgewohnheiten müssen nicht ewig gleich bleiben. Eine der bedeutendsten Entdeckungen der Psychologie in den letzten 20 Jahren ist, dass Menschen ihre Art zu denken verändern können.“ Martin Seligman „Jeder ist seines Glückes Schmied“ (Sprichwort) Georg-Simon-Ohm-Hochschule Nürnberg

102 Glücksaktivitäten – Überblick im Einzelnen: Sonja Lyubomirsky, Glücklich sein, 2008 und Ziele setzen Dankbarkeit üben Optimismus trainieren Grübeleien und soziale Vergleiche vermeiden Hilfsbereitschaft stärken Soziale Kontakte vertiefen 7. Bewältigungsstrategien für Stress, Schwierigkeiten und Traumata entwickeln 8. Vergeben lernen 9. Im Hier und Jetzt leben 10. Flow-Effekte suchen 11. Mit Religion und Spiritualität beschäftigen 12. Für den Körper sorgen Georg-Simon-Ohm-Hochschule Nürnberg

103 „Ganz gleich, ob Sie Glück in der Vergangenheit, Gegenwart oder Zukunft zu finden suchen – Sie erleben das Glück nur in der Gegenwart. … Gedanken an Vergangenheit und Zukunft können Ihnen Glück bringen, doch das können sie nur, indem sie Ihr gegenwärtiges Befinden durch Glücksgefühle bereichern.“ Philip Zimbardo/ John Boyd, 2011 Georg-Simon-Ohm-Hochschule Nürnberg

104 „ Glücksaktivität 1 Richtige und maßvolle (!) Ziele
(bleiben Sie bei Ihren Erwartungen maßvoll/bescheiden) Es ist der Weg zum Ziel, der glücklich macht, nicht unbedingt das Ziel selbst. Was passiert, wenn jemand keine Ziele hat? So jemand ist verloren, orientierungslos, unmotiviert und ohne Lebenssinn. Georg-Simon-Ohm-Hochschule Nürnberg

105 „Die Erwartungen zu senken, ist ein effektiver Weg, die eigene Lebenszufriedenheit zu erhöhen“ Bruno S. Frey/ Claudia Frey Marti, 2010 „Begehre weniger“ Georg-Simon-Ohm-Hochschule Nürnberg

106 Entwickeln Sie Ihre Fähigkeit zur Dankbarkeit
„Die Gedanken sind eine eigene Welt, sie machen den Himmel zur Hölle, und die Hölle zum Himmel.“ John Milton in Paradise Lost „Was wir über uns und die Welt denken, hat mehr Einfluss auf unser Glück als unsere tatsächlichen Lebensumstände.“ Sonja Lyubormisky Glücksaktivität 2 Entwickeln Sie Ihre Fähigkeit zur Dankbarkeit Dankbarkeit zu empfinden bedeutet, die Aufmerksamkeit auf die Gegenwart zu richten und dankbar zu sein für das Leben, wie es heute ist, und für alles, was dazu beigetragen hat. Dankbarkeit ist so etwas wie der Königsweg zum Glück. Dankbarkeit ist ein Gegenmittel gegen negative Emotionen wie Neid, Geiz, Feindseligkeit und Ärger. Georg-Simon-Ohm-Hochschule Nürnberg

107 (Nicht-negatives Denken)
„Unser Gehirn hat sich so entwickelt, dass wir die ungeheuerliche Fähigkeit haben, uns Dinge vorzustellen und im Voraus zu planen. Aber das ist auch ein Riesenproblem: Zugleich können wir nämlich grübeln, wir malen uns Ängste aus, die in Wahrheit gar nicht drohen – ein geradezu unvermeidliches Paradoxon unseres Lebens“ Bruce McEwen, Neurobiologe und Pionier der Stressforschung (in: Der Spiegel, Nr. 48 vom , S. 152) Glücksaktivität 3 Seien Sie optimistisch (Nicht-negatives Denken) „Nicht die Dinge selbst beunruhigen den Menschen, sondern die Vorstellungen von den Dingen.“ Epiktet Georg-Simon-Ohm-Hochschule Nürnberg

108 Das Beispiel des halb vollen oder halb leeren Wasserglases enthält zwei große Wahrheiten: 1. Der Mensch ist jederzeit frei, über alles nachzudenken. 2. Der Mensch ist jederzeit frei, über alles auf positive oder negative Art nachzudenken. Wir entscheiden, wie wir die Dinge interpretieren wollen, gut oder schlecht, positiv oder negativ. Wir müssen auf unsere Gedanken achten. Georg-Simon-Ohm-Hochschule Nürnberg

109 Glücksaktivität 4 Vermeiden Sie Grübeleien und soziale Vergleiche
„Wo ein Deutscher hingrübelt, wächst kein Gras mehr.“ Kurt Tucholsky Georg-Simon-Ohm-Hochschule Nürnberg

110 Sozialer Vergleich Neid und Glück gehen nicht zusammen. Wer zu viel vergleicht, fühlt sich verwundbar, bedroht und unsicher. „Es sind also die Vergleichssysteme, die jene Kultur der chronischen Unzufrie-denheit, der permanenten Vergleichs-frustration erzeugen. Selbst wenn es uns bessergeht, reden wir von objektiver Verschlechterung.“ Matthias Horx, 2009 Grübeln „Selbstbezogenes“ Grübeln heißt, zu viel, unnötig, passiv und endlos nachzudenken und sich den Kopf zerbrechen über Sinn, Ursachen und Wirkungen Ihres Charakters, Ihrer Gefühle und Ihrer Probleme (Ach, hätte ich doch, wäre doch…). Georg-Simon-Ohm-Hochschule Nürnberg

111 Stärken Sie Ihre sozialen Beziehungen
„Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.“ (Mt 22,39, 3.Mose 19,18) Georg-Simon-Ohm-Hochschule Nürnberg

112 Pflegen Sie Ihre sozialen Beziehungen
Glücksaktivität 5 Seien Sie hilfsbereit „Gutes tun, reich werden an guten Werken, gerne geben, behilflich sein.“ (1. Brief an Timotheus) Glücksaktivität 6: Pflegen Sie Ihre sozialen Beziehungen Worauf kommt es beim Aufbau guter sozialer Beziehungen an? Respektvolles Engagement (präsent, aufmerksam, aufrichtig) Unterstützung und Hilfe Vertrauen Humor Georg-Simon-Ohm-Hochschule Nürnberg

113 Körperliche Betätigung, Suche nach emotionaler Unterstützung,
Ablenkung, Körperliche Betätigung, Suche nach emotionaler Unterstützung, Versuch aus einer negativen Erfahrung zu lernen oder ihr eine positive Seite abzugewinnen, Akzeptanz der Wirklichkeit, Hinwendung zur Religion als Form des Trostes. Glücksaktivität 7 Entwickeln Sie Bewältigungsstrategien für Stress, Schwierigkeiten und Traumata Georg-Simon-Ohm-Hochschule Nürnberg

114 Glücksaktivität 8 Lernen Sie zu vergeben (Befreiung aus dem Würgegriff des Ärgers)
Vergebung bedeutet, negative Emotionen, die von Zorn, Enttäuschung und Feindseligkeiten begleitet werden, zu überwinden oder abzuschwächen. Georg-Simon-Ohm-Hochschule Nürnberg

115 Genuss und Flow schaffen positive Emotionen und Wohlbefinden
Leben Sie im Hier und Jetzt „Laufe nicht der Vergangen-heit nach. Verliere dich nicht in der Zukunft. Die Vergangenheit ist nicht mehr. Die Zukunft noch nicht gekommen. Das Leben ist hier und jetzt.“ Laotse (vermutlich 6 Jhr. vor Chr.) Genuss und Flow schaffen positive Emotionen und Wohlbefinden Georg-Simon-Ohm-Hochschule Nürnberg

116 Glücksaktivität 9 Genießen Sie die Freuden des Lebens ACHTSAMKEIT
„Ich würde Ihnen raten, nicht nach dem Warum und Woher zu fragen, sondern Ihr Eis zu essen, ehe es schmilzt.“ Thornton Wilder Wir sind nur selten in der Lage, das Hier und Jetzt zu genießen, weil wir glauben, das Wichtigste komme erst noch. Georg-Simon-Ohm-Hochschule Nürnberg

117 Glücksaktivität 10 Schaffen Sie Flow-Erfahrungen Was ist Flow?
Flow-Aktivitäten sind im Wesentlichen dadurch gekennzeichnet, dass es sich um herausfordernde Tätigkeiten handelt, für die man besondere Geschicklichkeit braucht, die Aufmerksamkeit vollständig von dieser Tätigkeit gefesselt wird, die Ziele deutlich umrissen sind und eine unmittelbare Rückmeldung erfolgt, man alle unangenehmen Aspekte des Lebens vergessen kann, man voll in dieser Tätigkeit aufgeht, die Zeit dabei vergisst. (Csikszentmihalyi, 2005) Glücksaktivität 10 Schaffen Sie Flow-Erfahrungen Was ist Flow? Georg-Simon-Ohm-Hochschule Nürnberg

118 „When you are working, studying, or pursuing a hobby, do you sometimes become so engrossed in what you are doing that you totally lose track of time? That feeling is called flow. If you never have that feeling, you should find some new activities – whether work or hobbies.” Ben Bernanke, 2010. Georg-Simon-Ohm-Hochschule Nürnberg

119 Glücksaktivität 11 Beschäftigen Sie sich mit Religion und Spiritualität
Glücksaktivität 12: Sorgen Sie für Ihren Körper (Meditation, Bewegung, Ernährung, Schlaf) Georg-Simon-Ohm-Hochschule Nürnberg

120 b) Folgerungen für die (Wirtschafts-) Politik
Georg-Simon-Ohm-Hochschule Nürnberg

121 Zur Erinnerung: EU-Nachhaltigkeitsstrategie „Sie (die EU-Nachhaltigkeitsstrategie) strebt eine kontinuierliche Verbesserung der Lebensqualität und des Wohlergehens („well-being“) auf unserem Planeten für die heute lebenden und für die künftigen Generationen an.“ Beschluss der EU Staats- und Regierungschefs vom Juni 2006 Georg-Simon-Ohm-Hochschule Nürnberg

122 Das (wirtschafts)-politische Ziel kann also nicht Wirtschaftswachstum sein, sondern vielmehr „ein glückliches langes Leben“, also die „Happy life years“, die sich aus der Lebenserwartung und dem Grad der Zufriedenheit mit dem Leben errechnen, unter der Bedingung nachhaltigen Wirtschaftens. Georg-Simon-Ohm-Hochschule Nürnberg

123 Georg-Simon-Ohm-Hochschule Nürnberg
Wie die Grafik zeigt, kommt es bis zu einem BIP pro Kopf von US-$ zu einer Erhöhung der Lebenserwartung, bei einem höheren BIP pro Kopf ist dies kaum mehr der Fall. Georg-Simon-Ohm-Hochschule Nürnberg

124 Georg-Simon-Ohm-Hochschule Nürnberg
1972 (Emile v. Lennep, OECD) (Sicco L. Mansholt, Europ. Kom.) Die Diskussion über den richtigen Indikator für die Wirtschaftspolitik wurde schon in den 70er Jahren des letzten Jahrhunderts geführt. Der Präsident der Europäischen Kommission war für einen Glücksindikator, für einen „Gross National Happiness Index“, der Generalsekretär der OECD etwa dagegen. Allerdings gab es ein kleines Land zwischen China und Indien im Himalaya, das seinen eigenen Weg zum Glück ging. Georg-Simon-Ohm-Hochschule Nürnberg

125 Bhutan – ein „Glückfall“
Georg-Simon-Ohm-Hochschule Nürnberg

126 Georg-Simon-Ohm-Hochschule Nürnberg

127 „So überrascht es nicht, dass das wichtigste Ziel der Bhutaner ein glückliches Leben ist. Die zentrale Richtschnur, das übergeordnete Konzept des modernen Bhutan ist das „Brutto-National-Glück“. Das bedeutet, dass in Bhutan die ökonomische Entwicklung, das alleinige Ziel vieler Gesellschaften, nur ein Mittel zur Erreichung des eigentlichen Ziels, des Glücks, ist.“ Aus: Bhutan – Land des Donnerdrachens, hrsg. von der Regierung von Bhutan.

128 Was ist in Bhutan Richtschnur für Regierungshandeln?
Georg-Simon-Ohm-Hochschule Nürnberg Was ist in Bhutan Richtschnur für Regierungshandeln? Lebensstandard Gute Politik Ökologie Gesundheit Bildung Kultur Kommunales Leben Zeitverbrauch Psychologisches Wohlergehen Die Regierung in Bhutan orientiert sich an neun gleichwertigen Indikatoren. … Alle zwei Jahre führt das Institut for Bhutan Studies in Thimpu im großen Stil Befragungen der Bevölkerung durch, um herauszufinden, in welchen Bereichen für die Regierung Handlungsbedarf besteht. Georg-Simon-Ohm-Hochschule Nürnberg

129 Vorschlag der Stiglitz-Kommission (September 2009)
Keine Orientierung mehr am Wachstum des (inflationsbereinigten, d.h. „realen“) Bruttoinlandsprodukt(s) oder kurz „BIP“ (Englisch Gross Domestic Product oder kurz „GDP“) an sich, sondern - an der Verteilung von verfügbaren Einkommen, Konsum und Vermögen auf der Haushaltsebene, - an der objektiven Lebensqualität (Gesundheitsstatus, Bildungsniveau, Umweltzustand, …) und dem subjektiven Wohlbefinden der gegenwärtigen Generation sowie - an der (ökologischen) Nachhaltigkeit für zukünftige Generationen zu orientieren. Georg-Simon-Ohm-Hochschule Nürnberg

130 Indikatorenset der OECD for policies for a better life
a) Indikatoren für die materiellen Lebensbedingungen - Verfügbarkeit und Qualität von Wohnraum; - Verfügbares Haushaltseinkommen; - Arbeitslosenquote, insbesondere die der Langzeitarbeitslosigkeit, Georg-Simon-Ohm-Hochschule Nürnberg

131 b) Indikatoren für die Lebensqualität
- Sozialkapital; Qualität der Bildung; Qualität der Umwelt; Grad der Beteiligungsmöglichkeiten am politischen Prozess; Lebenserwartung und subjektive Einschätzung des Gesundheitszustands; Sicherheit; Work-Life- Balance: Lebenszufriedenheit. Georg-Simon-Ohm-Hochschule Nürnberg

132 Georg-Simon-Ohm-Hochschule Nürnberg
Die Aufgabe der Regierungen besteht also darin, die Voraussetzungen dafür zu schaffen, damit ein erfülltes (glückliches/zufriedenes) Leben (für alle) möglich wird. “Over the past 50 years, the OECD has developed a rich set of recommendations on policies that can best support economic growth. The task that we face today is to develop an equally rich menu of recommendations on policies to support societal progress: better policies for better lives.” OECD, Better Life Initiative, Mai 2011 In den letzten 50 Jahren hat die OECD ein reiches Set von Empfehlungen für die Politik entwickelt, wie am besten das Wirtschaftswachstum unterstützt werden kann. Die Aufgabe, die sich jetzt stellt, ist, ein vergleichbar reiches Set an Empfehlungen zu entwickeln, wie die Politik gesellschaftlichen Fortschritt unterstützen kann. Es geht um eine besser Politik für ein besseres Leben.

133 „Es wird deutlich, dass Deutsche mit gewissen Aspekten ihres Lebens, die über das Finanzielle hinausgehen, unzufrieden sind … Diese verhaltensökonomischen Daten liefern ein Fundament für Politik und Wirtschaft, aufgrund dessen kalkulierte Entscheidungen getroffen werden können, die zu einer Verbesserung des Lebens und der Wirtschaftssituation der Deutschen führen.“ Gallup-Healthways Well-Being-Index, Oktober 2011 Georg-Simon-Ohm-Hochschule Nürnberg

134 Zur Erinnerung: Dieses Denken war aber für die Väter der Sozialen Marktwirtschaft bereits vor mehr als 50 Jahren zentraler Angelpunkt. Nach Alexander Rüstow hat die Politik des Staates alle Faktoren in Betracht zu ziehen, „von denen in Wirklichkeit Glück, Wohlbefinden und Zufriedenheit des Menschen abhängen.“ (zitiert nach Ulrich, 2010, S. 158).

135 Bundeskanzlerin Angela Merkel
“Ich glaube, dass wir heute in einer Phase der Entwicklung sind, in der der Wachstumsbegriff auch den Nachhaltigkeitsbegriff in sich aufnehmen muss, indem wir dem klassischen Bruttoinlandsprodukt oder Bruttosozialprodukt andere Indikatoren hinzufügen. Es ist sehr ermutigend, dass der Deutsche Bundestag hierzu eine Enquete-Kommission eingerichtet hat.“ Bundeskanzlerin Angela Merkel Rede anlässlich der 11. Jahreskonferenz des Rates für Nachhaltige Entwicklung der Bundesregierung (RNE) am in Berlin Georg-Simon-Ohm-Hochschule Nürnberg

136 (in der Konzeption der Sozialen Marktwirtschaft) Wilhelm Röpke oder:
„Das Maß der Dinge ist der Mensch.“ (in der Konzeption der Sozialen Marktwirtschaft) Wilhelm Röpke oder: Wirtschaft ist für den Menschen da, nicht umgekehrt! Georg-Simon-Ohm-Hochschule Nürnberg

137 c) Folgerungen für die Unternehmen
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138 „Such dir eine Arbeit, die du liebst – dann brauchst du keinen Tag im Leben mehr zu arbeiten“ Konfuzius Georg-Simon-Ohm-Hochschule Nürnberg

139 Situation in Deutschland Gallup Engagement Index Deutschland 2010
Georg-Simon-Ohm-Hochschule Nürnberg

140 Quelle: Berta van Schoor / Susanne Seyda, Die individuelle Perspektive: Die Zufriedenheit von Männern und Frauen mit Familie und Beruf, in: Wie viel Familie verträgt die moderne Gesellschaft? hrsg. vom Roman-Herzog-Institut 2011, S. 30 Betrachtet man die Entwicklung der Arbeitszufriedenheit gemäß dem Sozio-oekonomischen Panel, so zeigt sich eine dramatische Entwicklung. Die Werte für die Arbeitszufriedenheit sind von 7,8 auf 6,8 von 1984 bis 2008 abgestürzt. Georg-Simon-Ohm-Hochschule Nürnberg

141 Georg-Simon-Ohm-Hochschule Nürnberg
Quelle: Präsentation zur Vorstellung des Gallup Engagement Index Deutschland 2010 vom 9. Februar 2010. Auch die Ergebnisse der Gallup-Umfrage bei Arbeitnehmern in Deutschland zwingen zum Nachdenken: Nur 13% sind stark engagiert, 66% machen lediglich Dienst nach Vorschrift und 21% wollen das Unternehmen verlassen. In den letzten 10 Jahren haben sich diese Werte sogar noch leicht verschlechtert. Georg-Simon-Ohm-Hochschule Nürnberg

142 Ursachenforschung: Führungskräfte sind das A & O
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143 Nur jeder fünfte Arbeitnehmer (19%) erklärt, dass für gute Arbeit Lob und Anerkennung ausgesprochen wird (2001: 20%); Eben so viele Beschäftigte (22%) bekunden, dass ihnen regelmäßiges Feedback über persönliche Fortschritte bei der Arbeit gegeben wird (2001: 21%); Lediglich ein Viertel der Mitarbeiter (25%) fühlt sich bei der Arbeit mit einbezogen, weil nach ihrer Meinung und ihren Ansichten gefragt wird (2001: 24%); Nur ein Drittel der Befragten (34%) gab an, dass der Vorgesetzte für neue Vorschläge und Ideen offen ist (2007: 36%); Lediglich drei von zehn Beschäftigten (31%) haben das Gefühl, dass bei der Arbeit das Interesse an ihnen als Mensch vorhanden ist (2001: 28%); Nur 22 Prozent der Mitarbeiter geben an, dass es bei der Arbeit jemanden gibt, der sie in ihrer Entwicklung fördert (2001: 22%); Copyright © , 2011 Gallup, Inc. All rights reserved.

144 Nur jeder dritte Beschäftigte (32%) erklärte, dass er eine Position ausfüllt, die ihm wirklich hundertprozentig liegt (2001: 31%); Drei von zehn Mitarbeitern (33%) gaben an, dass ihr Vorgesetzter den Schwerpunkt auf die Stärken und positiven Eigenschaften legt (2004: 19%); Gerade einmal jeder siebte Arbeitnehmer (14%) sagte, dass sein Vorgesetzter mit ihm ein gehaltvolles Gespräch über seine Stärken geführt hat (2007: 10%); Nur jeder fünfte Beschäftigte (19%) bekundete, dass sein Vorgesetzter ihn dazu inspiriert hat, Dinge zu tun, die er sich zunächst nicht zugetraut hat (2008: 20%). Quelle: Präsentation zur Vorstellung des Engagement Index Deutschland 2010 vom 9. Februar 2010. Copyright © , 2011 Gallup, Inc. All rights reserved.

145 Dieter Frey, Tanja Peter, Gina Dirmeier: „Die Relevanz von Führung in Unternehmen und Familie“, in: Wie viel Familie verträgt die moderne Gesellschaft?, hrsg. vom Roman Herzog Institut 2011, S. 99 – 119. PS: Das ROMAN HERZOG INSTITUT begleitet die Arbeit der bayerischen Arbeitgeberverbände und hinterfragt kritisch deren Positionen. Georg-Simon-Ohm-Hochschule Nürnberg

146 „Sowohl in vielen sozialen und kommerziellen Organisationen als auch in anderen gesellschaftlichen Institutionen wie Schulen und Universitäten wird nicht oder nur schlecht geführt. Viele Führungskräfte sind sich ihrer Vorbildfunktion, ihrer Verantwortung und ihrer Verpflichtung nicht bewusst. Infolgedessen wird das Potenzial an Humanressourcen unzureichend aktiviert – ein Problem, das sich noch verschärfen wird.“ Georg-Simon-Ohm-Hochschule Nürnberg

147 Wenn Führung versagt, bleibt das Motivations- und Kreativitätspotenzial Arbeit und Familie deaktiviert. Psychische Erkrankungen am Arbeitsplatz wie Depression oder Burn-out und die sogenannte innere Kündigung sind die Folge davon. In der Familie resultiert falsche Führung häufig in Bindungsproblemen, Sinnkrisen und emotionale Labilität. Georg-Simon-Ohm-Hochschule Nürnberg

148 „Viele Unternehmensberater und Experten gehen davon aus, dass jede zweite Führungsposition falsch besetzt ist – nämlich besetzt von Narzissten, Egoisten, Machiavellisten und Opportunisten, die ihre machtpolitische Selbstverwirklichung höher einstufen als die Zukunft der Organisation.“ Georg-Simon-Ohm-Hochschule Nürnberg

149 „Nicht die besten Fachkräfte sollten zu Führungspersonen ernannt werden, sondern die geeignetsten Persönlichkeiten: Menschen, die sowohl fachkompetent als auch sozialkompetent und wertegeleitet sind. Daraus ergibt sich die notwendige Konsequenz, dass Führungskräften, die ihre Verantwortung nicht wahrnehmen und bei denen machtpolitische Selbstverwirklichung im Vordergrund steht, die Personalverantwortung wieder entzogen wird.“ Georg-Simon-Ohm-Hochschule Nürnberg

150 „Nach wie vor ist eine Ausbildung in Führung – im Gegensatz zu einer Ausbildung in Fachdisziplinen – nicht gegeben. In einem Land, das nur den Rohstoff Geist hat und angewiesen ist auf Kreativität und Innovation, ist die Vermittlung von Schlüsselqualifikationen in Führung unabdingbar. Deutschland benötigt darum eine Ausbildung für Führungskräfte in Sachen Menschenführung, sowohl am Arbeitsplatz als auch in den Familien.“ Georg-Simon-Ohm-Hochschule Nürnberg

151 Im herkömmlichen ökonomischen Arbeitsmodell geht man davon aus, dass Arbeit ein lästiges Übel ist und der Mensch nichts anderes will, als mit möglichst wenig Anstrengung an Geld zu kommen und sich möglichst lange auszuruhen. Führungsverhalten, Work-Life-Balance und Arbeitsplatzgestaltung spielen kein (oder nahezu keine Rolle). Nur das Geld zählt. Dan Ariley, 2010, S Georg-Simon-Ohm-Hochschule Nürnberg

152 Bedeutung der Arbeit

153 Georg-Simon-Ohm-Hochschule Nürnberg
„Whether you manage a few people, lead a large group, or run an entire organiziation, you are already in the business of managing employee wellbeing. The research on this topic is quite clear: Your workforce`s wellbeing has a direct impact on your organization`s bottom line.“ Tom Rath, Jim Harter, The Economics of Wellbeing, New York (Gallup) 2010, S. 1 Nach den weltweiten Untersuchungen von Gallup geht es beim Führen immer auch um das Management der Zufriedenheit der Mitarbeiter. Aus Sicht der Unternehmen ist auch ganz klar warum: Der Grad der Zufriedenheit der MitarbeiterInnen hat ummittelbaren Einfluss auf das finanzielle Ergebnis/ den Gewinn der Unternehmen. Georg-Simon-Ohm-Hochschule Nürnberg

154 engagierter, erfolgreicher und innovativer, weniger oft krank und
Nach den (weltweiten) Untersuchungen von Gallup sind glückliche/zufriedene Mitarbeiter engagierter, erfolgreicher und innovativer, weniger oft krank und loyaler, d.h. sie denken kaum daran, das Unternehmen zu verlassen. Georg-Simon-Ohm-Hochschule Nürnberg

155 Der Mensch, nicht die Sache muss im Mittelpunkt stehen
Der Mensch, nicht die Sache muss im Mittelpunkt stehen. „Wir müssen endlich lernen, dass wir Menschen sind.“ Gerd Gigerenzer Direktor am Max-Plank-Institut für Bildungsforschung in Berlin Georg-Simon-Ohm-Hochschule Nürnberg

156 Das Geheimnis guter Führung „Vorbildliche Führungskräfte zeichnen sich vor allem durch ihre Fähigkeit aus, gute soziale Beziehungen zu ihren Mitmenschen aufzubauen. Denn positiv gestimmte Mitarbeiter bringen deutlich bessere Leistungen als nervöse oder ängstliche.“ Daniel Goleman, Soziale Intelligenz – Warum Führung Einfühlung bedeutet, in: Harvard Business manager, Januar 2009, S. 36 Georg-Simon-Ohm-Hochschule Nürnberg

157 Was heißt dies konkret für die Mitarbeiterführung?
Interesse am Wohlergehen – sich um den Mitarbeiter kümmern, ihn ernst nehmen („der Mensch steht im Mittelpunkt“), Förderung in der Weiterbildung, Vorbildfunktion der Führungskräfte, Entscheidungsfreiheit im Rahmen des übertragenen Aufgabengebietes, Förderung von Teamwork und des Arbeitsklimas, Fairness. Georg-Simon-Ohm-Hochschule Nürnberg

158 und ganz wichtig: Anerkennung „Wer keine Anerkennung sät, wird auch keine Leistung ernten.“ (Stephan Voswinkel, 2011) Georg-Simon-Ohm-Hochschule Nürnberg

159 Worauf kommt es aber noch an?
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160 Work-Life-Balance „Zufriedenheit mit der Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben“
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161 Zeitliche und örtliche Arbeitsflexibilisierung
Teilzeit, Langzeiturlaub, Sabbaticals, Gleitzeit, Arbeitszeitkonten, Telearbeit; Mentoring, Wiedereinstiegsprogramme, Qualifizierungsprogramme; Personalservice: Sozialberatung, Haushaltsnahe Dienstleistungen, Kinderbetreuung, Unterstützung bei der Pflege von nahen Angehörigen; Gesundheitsförderung: Betriebssport, Fitness- und Wellnessangebote, Programme zur Förderung gesundheitlicher Kompetenz, Gesundheitscheck. Georg-Simon-Ohm-Hochschule Nürnberg

162 Arbeitsplatzgestaltung
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163 Arbeitsplatzgestaltung: Schaffung von Flow-Effekten
Flow-Aktivitäten sind im Wesentlichen dadurch gekennzeichnet, dass es sich um herausfordernde Tätigkeiten handelt, für die man besondere Geschicklichkeit braucht, die Aufmerksamkeit vollständig von dieser Tätigkeit gefesselt wird, die Ziele deutlich umrissen sind und eine unmittelbare Rückmeldung erfolgt, man alle unangenehmen Aspekte des Lebens vergessen kann, man voll in dieser Tätigkeit aufgeht, die Zeit dabei vergisst. (Csikszentmihalyi, 2005) Georg-Simon-Ohm-Hochschule Nürnberg

164 Arbeit muss Vielzahl von Talenten und Fertigkeiten erfordern;
Was ist wichtig? Arbeit muss Vielzahl von Talenten und Fertigkeiten erfordern; MitarbeiterIn muss eine bestimmte Aufgabe ganz, vom Anfang bis zum Ende, erfüllen können; er darf nicht nur eine untergeordnete Rolle spielen; MitarbeiterIn muss das Gefühl haben, dass seine Arbeit für andere Menschen eine Bedeutung hat (übergeordnete gesellschaftliche Sinnhaftigkeit als „Corporate Identity“). Georg-Simon-Ohm-Hochschule Nürnberg

165 Was trägt zur gesellschaftlichen Sinnhaftigkeit bei?
Qualität und Nützlichkeit der Produkte/ Dienstleistungen, Umweltverträglichkeit, Ausbildungsbemühungen bei jungen Menschen, Unterstützung gesellschaftlicher Projekte im sozialen, wissenschaftlichen und kulturellen Bereich. Georg-Simon-Ohm-Hochschule Nürnberg

166 „Die einzige Möglichkeit, Zufriedenheit zu erlangen, besteht darin, das zu tun, was man selbst für großartige Arbeit hält. Und der einzige Weg, großartige Arbeit zu leisten, besteht darin zu lieben, was man tut.“ Georg-Simon-Ohm-Hochschule Nürnberg

167 Rede vor StudentInnen der Universität Stanford, 2005
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168 Was uns auf der Arbeit glücklich macht – kurz zusammengefasst
Funktionierende/ positive Unternehmenskultur (Führungskräfte und Mitarbeiter, aber auch die Mitarbeiter untereinander begegnen sich vertrauensvoll und erkennen die Leistungen der anderen an). Gerechtes Vergütungs-system. Optimale Gestaltung der Arbeitsinhalte (Transparenz und eindeutige Definition von Funktionen und befriedigende/interessante Arbeitsinhalte). Langfristige Arbeitsplatzsicherheit. Georg-Simon-Ohm-Hochschule Nürnberg

169 Ein glückliches Leben umfasst alle Glücksfaktoren, insbesondere auch ein hohes Maß an Zufriedenheit mit der Arbeit. Aber auch die anderen Glücksfaktoren wirken auf die Arbeit zurück. Es geht um eine ganzheitliche Sichtweise. Georg-Simon-Ohm-Hochschule Nürnberg

170 Zur Beschleunigung: Glückstraining für die MitarbeiterInnen

171 „Willst Du immer weiter schweifen
„Willst Du immer weiter schweifen? Sieh, das Gute liegt so nah, Lerne nur das Glück ergreifen, Denn das Glück ist immer da.“ Johann Wolfgang von Goethe Georg-Simon-Ohm-Hochschule Nürnberg

172 Georg-Simon-Ohm-Hochschule Nürnberg

173 Zur Vertiefung: Karlheinz Ruckriegel

174 Literaturempfehlungen
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175 Ariely, D., Fühlen nützt nichts, hilft aber – Warum wir uns immer wieder unvernünftig verhalten, München Bartens, W., Körperglück – Wie gute Gefühle gesund machen (sehr empfehlenswert – zeigt empirisch fundiert den Zusammenhang zwischen „Glücklichsein“ und Gesundheit auf). Steve R. Baumgardner, Marie K. Crothers, Positive Psychology, Upper Saddle River (New Jersey) Bauer. J., Prinzip Menschlichkeit – Warum wir von Natur aus kooperieren, Hamburg 2006 (sehr empfehlenswerte Einstiegsliteratur zu den Erkenntnissen der Neurobiologie). Bauer, J., Die Entdeckung des „Social Brain“, in: Nida-Rümelin, J. et al. (Hrsg.), Was ist der Mensch, Berlin et al. 2008, S. 24 – 28. Ben-Shahar, T., Glücklicher, München 2007 (sehr empfehlenswerte Einstiegsliteratur zur Glücksforschung, insbesondere aus psychologischer Sicht). Bok, D. The Politics of Happiness – what government can learn from the new research on well-being, Princeton/ Oxford, Georg-Simon-Ohm-Hochschule Nürnberg

176 Bernanke, B., Chairman of the Board of Govenors of the Federal Reserve System, Vortrag “The economics of happiness”, gehalten am 8. Mai 2010 vor Absolventen der University of South Carolina. Berns, G., Statisfaction – Warum nur Neues uns glücklich macht, Frankfurt/New York 2006 (sehr empfehlenswerte Vertiefungsliteratur zu den Erkenntnissen der Neurobiologie). Binswanger, M., Die Tretmühlen des Glücks – Wir haben immer mehr und werden nicht glücklicher. Was können wir tun?, Freiburg 2006 (sehr empfehlenswerte Einführung in die ökonomische Glücksforschung). Braakmann, A./Zieschank, R./Diefenbacher, H./Brachinger, H.W./Wagner, G./Leggewie, C./Sommer, B. , Zeitgespräch "Wie lässt sich Wohlstand messen?",in: Wirtschaftsdienst 2009, 12, S (sehr guter Überblick über die aktuelle Diskussion zur Wohlstandmessung nach Vorlage des Abschlussberichts der Stiglitz-Kommission im September 2009). David Camaron, PM speech on wellbeing, Georg-Simon-Ohm-Hochschule Nürnberg

177 Clark, A. , Frijters, P. , Shields, M
Clark, A., Frijters, P., Shields, M., Relative Income, Happiness, and Utility: An Explanation for the Easterlin Paradox and Other Puzzles, in: Journal of Economic Literature, Vol. 46/1, März 2008, S (Übersicht über den aktuellen Stand der ökonomischen Glücksforschung). Creusen, U./Müller-Seitz, G., Das Positive-Leadership-GRID - Eine Analyse aus Sicht des Positiven Managements, Wiesbaden 2010 (sehr guter Einstieg über die aktuelle Diskussion zur Umsetzung der Ergebnisse der Positiven Psychologie in die Managementtheorie/-lehre). Csikszentmihalyi, M., Flow – Das Geheimnis des Glücks, 12. Auflage, Stuttgart Diener, E., Biswas-Diener, R., Happiness – Unlocking the Mysteries of Psychological Wealth, Malden (USA) et al (sehr empfehlenswerte aktuelle Darlegung der wissenschaftlichen Ergebnisse der Glücksforschung aus psychologischer Sicht). Diener, E., Glücksforschung – die Fakten und die Irrtümer, in: Psychologie heute, 37. Jg. (2010), Ausgabe Mai, S Georg-Simon-Ohm-Hochschule Nürnberg

178 Ekman, P., Gefühle lesen – Wie Sie Emotionen erkennen und richtig interpretieren, 2. Auflage, München 2010 (sehr empfehlenswerte Einführung und Überblick in die wissenschaftlichen Erkenntnisse zur Gefühlsforschung). Elger, C., Neuroleadership, Erkenntnisse der Hirnforschung für die Führung von Mitarbeitern, Planegg bei München Emmons, R., Vom Glück, dankbar zu sein – eine Anleitung für den Alltag, Frankfurt Epikur, Wege zum Glück, hrsg. und übersetzt von Rainer Nickel, Düsseldorf u.a., Fredrickson, B., Positivity, New York 2009 (sehr empfehlenswerte Darstellung des Positivity-Konzepts mit konkreten Handlungsanweisungen). Fredrickson, B. Die Macht der guten Gefühle, in: Gehirn und Geist, Denken, Fühlen, Handeln – Grundlagen der Psychologie, Basiswissen Nr. 1/2010, S Georg-Simon-Ohm-Hochschule Nürnberg

179 Frey, B. S.,, Frey Marti, C., Glück – die Sicht der Ökonomie, Zürich 2010 (sehr guter Überblick über den Stand der ökonomischen Glückforschung). Harvard Business Review OnPoint, The Ideal Workplace - How to boost Productivity, Commitment & Job Satisfaction, Summer Harvard Medical School, Positive Psychology – Harnessing the power of happiness, personal strength, and mindfulness, Special Heath Report, Harvard Häring, N., Markt und Macht – Was Sie schon immer über die Wirtscahfts wissen wolten, aber bisher nicht erfahren sollten, Stuttgart Horx, M., Das Buch des Wandels – Wie Menschen die Zukunft gestalten, München Jackson, T. Wohlstand ohne Wachstum – Leben und Wirtschaften in einer endlichen Welt, München 2011. Georg-Simon-Ohm-Hochschule Nürnberg

180 Jaeger, C. , Wachstum – wohin. Eine kurze Geschichte des 21
Jaeger, C., Wachstum – wohin? Eine kurze Geschichte des 21. Jahrhunderts, München Layard, R., Die glückliche Gesellschaft – Was wir aus der Glücksforschung lernen können, 2. Auflage Frankfurt/New York 2009 (sehr empfehlenswerte Einstiegsliteratur zu Glücksforschung, insbesondere aus ökonomischer Sicht). Linley, A., Harrington, S., Garcea, N., Oxford Handbook of Positive Psychology and Work, Oxford u.a (sehr guter Überblick über den aktuellen Forschungstand iur Umsetzung der Ergebnisse der Positiven Psychologie in die Managementtheorie/-lehre). Lyubomirsky, S., Glücklich sein – Warum Sie es in der Hand haben, zufrieden zu leben, Frankfurt 2008 (sehr empfehlenswerte wissenschaftlich unterlegte Anleitung zum Glücklichsein). Marx, R. Das Kapital – Ein Plädoyer für den Menschen, München 2008 (sehr empfehlenswerte Analyse des kapitalistischen Wirtschaftssystems vor dem Hintergrund der Katholischen Soziallehre. Reinhard Marz ist Erzbischof von München und Freising.) Georg-Simon-Ohm-Hochschule Nürnberg

181 Memorandum „Zufrieden trotz sinkenden materiellen Wohlstands" der Arbeitsgruppe "Zufriedenheit" (Vorsitz Meinhard Miegel) des Ameranger Disputs der Ernst Freiberg-Stiftung vom Miegel, M., Exit – Wohlstand ohne Wachstum , Berlin 2010 (zum Nachdenken – sehr empfehlenswert). Myers, David G., Social Psychology, 10. Auflage, New York Noll, H.-H., Weick, St., Subjective well-being in Germany: evolutions, determinants and policy implications, in: Greve, B. (Hrsg.), Happiness and Social Policy in Europe, Cheltenham 2010, S Porter, M. S., Kramer, M. R. Die Neuerfindung des Kapitalismus, in: Harvard Business manager, Februar 2011, S Powdthavee, N., The Happiness Equation, London Precht. R. D., Immer mehr ist immer weniger, in: Kunert, et al., Verändert Euch! Das Manifest zur Energiewende, Berlin 2011, S Georg-Simon-Ohm-Hochschule Nürnberg

182 Psychologie Heute compact, Nr
Psychologie Heute compact, Nr. 17, 2007, Glücksmomente – Was das Leben gelingen lässt (sehr empfehlenswerter Überblick über die einzelnen Facetten der Glücksforschung, allerdings ohne ökonomische Glücksforschung). Radermacher, F. J., Riegler, J., Weiger, H., Ökosoziale Marktwirtschaft, München Rath, T., Harter, J., Wellbeing – The Five Essential Elements, New York (Gallup) Rath, T., Harter, J., The Economics of Wellbeing, New York (Gallup) 2010, Rosenzweig, P., Robert S. McNamara – And the Evolution of Modern Management, in: Harvard Business Review, December 2010, S Ruckriegel, K., Glücksforschung, in: WiSt, 36. Jg. (2007), S. 515–521 (www.ruckriegel.org). Ruckriegel, K., „Beyond GDP“ – vom Bruttoinlandsprodukt zu subjektiven Wohlfühlindikatoren, in: WiSt, 37. Jg. (2008), S. 309 – 316 (www.ruckriegel.org). Ruckriegel, K., „Glücksforschung - Erkenntnisse und Konsequenzen, in: in WISU, 39. Jg, (Augst/September 2010), S (www.ruckriegel.org). Georg-Simon-Ohm-Hochschule Nürnberg

183 Ruckriegel, K., Behaviroal Economics – Erkenntnisse und Konsequenzen, in: WISU, 40 Jg. (Juni 2011), S (www.ruckriegel.org). Schildhammer, G., Glück, Wien 2009 (sehr gute Darstellung der Geschichte des Glücks in der Philosophie, der Psychologie und der Theologie). Schmidt, W., Glück, Frankfurt/Main 2007 (sehr empfehlenswert, beschäftigt sich mit dem Glück aus philosophischer Sicht). Schmitz, M., Schmitz, M., Emotions-Management – Anleitung zum Glücklichsein, München 2009 (sehr empfehlenswerte Einstiegsliteratur in das Emotions-Management). Segerstrom, S., Optimisten denken anders – Wie unsere Gedanken die Wirklichkeit erschaffen, Bern Seligman, M., Der Glücks-Faktor – Warum Optimisten länger leben, Bergisch-Gladbach Stiglitz, J., Sen, A., Fitoussi, J-P., Mis-Measuring our lives – why GDP doesn`t add up, New York 2010. Georg-Simon-Ohm-Hochschule Nürnberg

184 Ulrich, P., Zivilisierte Marktwirtschaft – Eine wirtschaftsethische Orientierung, Bern Voswinkel, St., Wer keine Anerkennung sät, wird auch keine Leistung ernten, in: Psychologie Heute, 38. Jg (2011), Heft 7, S Wilkinson, R., Pickett, K., Gleichheit ist Glück – Warum gerechte Gesellschaften für alle besser sind, Frankfurt Zimbardo, P., Boyd, J., Die neue Psychologie der Zeit und wie sie Ihr Leben verändern wird, Heidelberg Zukunfts-Institut (Matthias Horx), Future Company - Die Zukunft der Unternehmenskulturen – wie Sie Ihr Business fit für die Ökonomie von morgen machen, Kelkheim 2010. Georg-Simon-Ohm-Hochschule Nürnberg


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