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»Diese Schwarzen haben vor Gott und Menschen den Tod verdient« Der Völkermord an den Herero in Deutsch-Südwestafrika – Ereignis, zeitgenössische Deutung,

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1 »Diese Schwarzen haben vor Gott und Menschen den Tod verdient« Der Völkermord an den Herero in Deutsch-Südwestafrika – Ereignis, zeitgenössische Deutung, Erinnerung Medardus Brehl Institut für Diaspora- und Genozidforschung/RUB Völkermord verjährt nicht! Der Erste Völkermord im 20. Jahrhundert in Deutsch-Südwestafrika Evangelische Stadtakademie Bochum, 12. März 2016

2 »Völkermord verjährt nicht! Der erste Völkermord im 20. Jahrhundert« | Ev. Stadtakademie Bochum | 12. März 2016| Folie 2 © Dr. Medardus Brehl (Institut für Diaspora- und Genozidforschung/RUB) General Lothar von Trotha ( ): Proklamation vom 2. Oktober 1904 »Ich der große General der Deutschen Soldaten sende diesen Brief an das Volk der Herero: Die Hereros sind nicht mehr deutsche Untertanen. Sie haben gemordet, gestohlen, haben verwundeten Soldaten Ohren, Nasen und andere Körperteile abgeschnitten, und wollen jetzt aus Feigheit nicht mehr kämpfen. Ich sage dem Volk: [...] Das Volk der Herero muß [...] das Land verlassen. Wenn das Volk dies nicht tut, so werde ich es mit dem Groot-Rohr dazu zwingen. Innerhalb der deutschen Grenze wird jeder Herero mit und ohne Gewehr, mit oder ohne Vieh erschossen, ich nehme keine Weiber oder Kinder mehr auf, treibe sie zu ihrem Volk zurück, oder lasse auf sie schießen. Dies sind meine letzten Worte an das Volk der Herero. Der große General des mächtigen Kaisers von Trotha.« [BArch Berlin Lichterfelde R 1001/2089, Bl ]

3 »Völkermord verjährt nicht! Der erste Völkermord im 20. Jahrhundert« | Ev. Stadtakademie Bochum | 12. März 2016| Folie 3 © Dr. Medardus Brehl (Institut für Diaspora- und Genozidforschung/RUB) Friedrich Meister: MuHérero riKárera (Nimm dich in acht, Herero!). Ein Jugend- und Familienbuch (1904) „Ich glaube, wenn die Mission nicht im Lande gewesen wäre, dann hätten die Wilden noch ganz anders gehaust. Jetzt ist es ein Rassenkrieg zwischen Schwarz und Weiß, und der muß ausgefochten werden bis zur endgültigen Entscheidung. Die Hereros haben sich entweder zu unterwerfen, oder sie werden ausgerottet, etwas anderes ist nicht denkbar.“ (S. 131)

4 »Völkermord verjährt nicht! Der erste Völkermord im 20. Jahrhundert« | Ev. Stadtakademie Bochum | 12. März 2016| Folie 4 © Dr. Medardus Brehl (Institut für Diaspora- und Genozidforschung/RUB) Dieter Kreutzkamp: Namibia. Straßen in die Einsamkeit (1994) 1904: Am 12. Januar erheben sich die Herero, gegen die Kolonialherren. Innerhalb weniger Tage werden mehr als 120 Deutsche getötet und zahlreiche Farmen niedergebrannt. 11. August: Die Schutztruppe umfaßt Mann. Ihr stehen Herero [...] gegenüber. Die Schlacht am Waterberg beginnt. Tags darauf sind die Herero geschlagen. Sie ziehen sich in Richtung des heutigen Botswana zurück. Die wenigen Wasserstellen dort reichen jedoch nicht für die Flüchtlinge aus. Tausende verdursten. 1905: Hendrik Witbooi fällt im Kampf. 1906: Ruhe ist jetzt in Deutsch-Südwestafrika eingekehrt. Am 31. März erklärt der Kaiser den Krieg für beendet. Im selben Jahr werden die ersten Karakulschafe importiert. Die Etoscha-Pfanne wird Naturschutzgebiet.

5 »Völkermord verjährt nicht! Der erste Völkermord im 20. Jahrhundert« | Ev. Stadtakademie Bochum | 12. März 2016| Folie 5 © Dr. Medardus Brehl (Institut für Diaspora- und Genozidforschung/RUB) Gustav Frenssen ( ) Werke (Auswahl): Die Sandgräfin. Berlin 1896 Dorfpredigten. 3 Bände. Göttingen 1899–1902 Jörn Uhl. Berlin 1901 Hilligenlei. Berlin 1905 Peter Moors Fahrt nach Südwest. Berlin 1906 Das Leben des Heilands. Berlin 1907 Klaus Hinrich Baas. Berlin 1909 Der Pastor von Poggsee. Berlin 1921 Briefe aus Amerika. Berlin 1923 Otto Babendiek. Berlin 1926 Meino der Prahler. Berlin 1933 Der Glaube der Nordmark. Stuttgart 1936 Lebenskunde. Berlin 1942

6 »Völkermord verjährt nicht! Der erste Völkermord im 20. Jahrhundert« | Ev. Stadtakademie Bochum | 12. März 2016| Folie 6 © Dr. Medardus Brehl (Institut für Diaspora- und Genozidforschung/RUB)

7 »Völkermord verjährt nicht! Der erste Völkermord im 20. Jahrhundert« | Ev. Stadtakademie Bochum | 12. März 2016| Folie 7 © Dr. Medardus Brehl (Institut für Diaspora- und Genozidforschung/RUB) Gustav Frenssen: Peter Moors Fahrt nach Südwest. Ein Feldzugsbericht (1906) »Diese Schwarzen haben vor Gott und Menschen den Tod verdient, nicht weil sie die zweihundert Farmer ermordet haben und gegen uns aufgestanden sind, sondern weil sie keine Häuser gebaut und keine Brunnen gegraben haben... Gott hat uns hier siegen lassen, weil wir die Edleren und Vorwärtsstrebenden sind... Den Tüchtigeren, den Frischeren gehört die Welt. Das ist Gottes Gerechtigkeit.«´(S. 200)

8 »Völkermord verjährt nicht! Der erste Völkermord im 20. Jahrhundert« | Ev. Stadtakademie Bochum | 12. März 2016| Folie 8 © Dr. Medardus Brehl (Institut für Diaspora- und Genozidforschung/RUB) Kurt Breysig ( ): Tagebuchnotiz vom 11. März 1896 »Für die universale Geschichte aber denke ich mir als die wichtigste Aufgabe: Die großen Entwicklungsphasen in ihrem Charakter zu erkennen – [...] die innersten Errungenschaften der Literatur, des Rechts, der Religion, der Kunst aufzuspüren – im tollen Wirrwarr der politischen Geschichte das Allgemeine abzuschöpfen (niemals einzelne Kriege, einzelne Könige schildern wie die bisherige Historie, sondern das typische finden) [...] Aber die geistige Kultur würde mich am meisten anziehen... Alle bisher links liegen gelassenen Kulturvölker – Chinesen, Inder, Altmexikaner – heranzuziehen. Schwarze – nicht.« [zitiert nach: Breysig, Kurt: Aus meinen Tagen und Träumen. Memoiren, Aufzeichnungen, Briefe, Gespräche, aus dem Nachlaß, hrsg. von Gertrud Breysig und Michael Landmann, Berlin 1962, S. 92f.]

9 »Völkermord verjährt nicht! Der erste Völkermord im 20. Jahrhundert« | Ev. Stadtakademie Bochum | 12. März 2016| Folie 9 © Dr. Medardus Brehl (Institut für Diaspora- und Genozidforschung/RUB) Eduard Bernstein ( ): »Der Socialismus und die Colonialfrage« (1900) »Unter dem Gesichtspunkt der Wirtschaft kennzeichnet sich die höhere Cultur vor der niedern dadurch, dass sie auf gleichem Gebiet einer grösseren Anzahl von Menschen zu leben ermöglicht, wie diese. […] An diesem Maßstab gemessen, hat […] die höhere Cultur gegenüber der niedern stets das grössere Recht auf ihrer Seite, hat sie gegebenenfalls das geschichtliche Recht, ja, die Pflicht, sich jene zu unterwerfen. […] So interessant die Vertreter niederer, ursprünglicher Culturen für den Ethnologen sein mögen, so wird der Soziologe sich keinen Augenblick besinnen, ihr Zurückweichen vor den Vertretern höherer Cultur für notwendig und weltgeschichtlich gerecht zu erklären. Übrigens ist das Zurückweichen von Cultur vor Cultur keineswegs notwendig mit dem Verschwinden der minder entwickelten Rassen und Nationalitäten verbunden. Sofern sie überhaupt entwickelungsfähig sind, können sie dabei ganz gut fahren.« [in: Sozialistische Monatshefte, 1900, S , hier S. 551f.]

10 »Völkermord verjährt nicht! Der erste Völkermord im 20. Jahrhundert« | Ev. Stadtakademie Bochum | 12. März 2016| Folie 10 © Dr. Medardus Brehl (Institut für Diaspora- und Genozidforschung/RUB) Alexander Merensky ( ): »Europäische Kultur und Christentum gegenüber dem südafrikanischen Heidentum« (1888) »Das ganze Volksleben eines Heidenvolkes muß erst umgewandelt, seine Eigentümlichkeit vernichtet werden, ehe die Kultur das innerste Herz und Mark eines Volkes erreicht […]. Das Christentum greift bei seiner Missionsarbeit gleich diese innerste feste Burg des Heidentums an.« (S. 16)

11 »Völkermord verjährt nicht! Der erste Völkermord im 20. Jahrhundert« | Ev. Stadtakademie Bochum | 12. März 2016| Folie 11 © Dr. Medardus Brehl (Institut für Diaspora- und Genozidforschung/RUB) Leonhardt Schultze ( ): »Südwestafrika« (1910) »Der Ethnolog mag es beklagen, daß ein so charakteristisch ausgeprägtes Stück Menschentum, wie es die einzelnen Stämme Deutsch-Südwestafrikas, besonders die Herero und Hottentotten in ihrer körperlichen, geistigen und politischen Eigenart darstellten, einst erinnerungslos eingeschmolzen sein wird, um, mit dem Zeichen des Reichsadlers und des christlichen Kreuzes versehen, mit der Aufschrift „farbige Arbeiter“ wieder neu in Kurs gesetzt zu werden. Der Kampf um unsere eigene Existenz läßt aber keine andere Lösung zu. Arbeit ist zugleich für jene die einzige Rettung; wer nicht arbeiten will, kommt auch bei uns unter die Räder; wir haben keinen Grund, in Afrika sentimentaler zu sein, als wir in Europa sind. Die wir auf dem Grabe jener Rassen unsere Häuser bauen, sollen es nur doppelt so streng mit der Pflicht nehmen, für den Fortschritt der Kultur, das ist für die größte Auswertung aller Daseinsmöglichkeiten, in diesem Neuland kein Opfer zu scheuen.«« [Schultze, Leonhard: Südwestafrika, in: Das Deutsche Kolonialreich. Eine Länderkunde der deutschen Schutzgebiete, hrsg. von Hans Meyer, Bd. 2: Togo, Südwestafrika, Schutzgebiete in der Südsee und Kiautschougebiet, Leipzg/Wien 1910, S , hier S. 295]

12 »Völkermord verjährt nicht! Der erste Völkermord im 20. Jahrhundert« | Ev. Stadtakademie Bochum | 12. März 2016| Folie 12 © Dr. Medardus Brehl (Institut für Diaspora- und Genozidforschung/RUB) Adolf Fischer ( ): »Menschen und Tiere in Deutsch-Südwestafrika« (1914) »Es war der Kampf zwischen alter und neuer Zeit. [...] Von Süden und Norden erfolgte der Druck auf Farbige und Wild. Sie wurden vernichtet oder in Grenzland gedrängt. Den Deutschen trifft keine Schuld. Er war der zufällige Erbe des Feldes, das längst vor ihm im Todeskampf lag. Dieselbe Kraft, die ihn zur Herrschaft brachte, fegte das Alte, Schwache, Seltsame in Afrika vom Platz.« [Fischer, Adolf: Menschen und Tiere in Deutsch-Südwest, Stuttgart/Berlin 1914, S. 92f.]

13 »Völkermord verjährt nicht! Der erste Völkermord im 20. Jahrhundert« | Ev. Stadtakademie Bochum | 12. März 2016| Folie 13 © Dr. Medardus Brehl (Institut für Diaspora- und Genozidforschung/RUB) Vielen Dank!


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