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Thema 9: Territoriale / räumliche Gliederung des deutschen Wortschatzes Diatopische Unterschiede im Wortschatz.

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Präsentation zum Thema: "Thema 9: Territoriale / räumliche Gliederung des deutschen Wortschatzes Diatopische Unterschiede im Wortschatz."—  Präsentation transkript:

1 Thema 9: Territoriale / räumliche Gliederung des deutschen Wortschatzes Diatopische Unterschiede im Wortschatz

2 Plan Die regionale Lexik im deutschen Wortschatz (aus dem Norden, aus dem Süden) Die mundartliche Lexik und die territorialen Dubletten Die Sprachsituation und das Varietätenfeld in Binnendeutschland, Österreich, in der Schweiz, in Luxemburg

3 Regionale Lexik im deutschen Wortschatz Außerlinguistische Aspekte Wörter, die die Realien aus dem Norden oder dem Süden bezeichnen und im ganzen Land bekannt geworden sind Interlinguistische Aspekte Wörter, die bestimmte linguistische Besonderheiten der süddeutschen und der norddeutschen Dialekte vorzeigen

4 Außerlinguistische Aspekte der regionalen Lexik Norddeutsche Wörter Küstenleben Der Mast, das Boot, die See, der Flut, die Ebbe, die Möwe, der Sturm Süddeutsche Wörter Bergleben Die Lawine, das Grad (хребет), die Senne (альпийский луг), der Senner (пастух)

5 Interlinguistische Aspekte der regionalen Lexik Norddeutsche Wörter Viele Doppelkonso- nanten bb, gg, pp, tt: Krabbe, bibbern, paddeln Kladde, buddeln, lütt Depp, schippen Wr- im Wortanlaut: wringen, Wrag Lange Vokale oo: Boot, Moor Süddeutsche Wörter -rl: Busserl (Kuss), Hascherl (Kind) -dl: Dirndl, Hendl (курица, цыплёнок) -i: Batzi (Freund), Gspusi (Liebesver- hältnis)

6 Territorial gefärbte Wörter in Synchronie Die mundartlichen Wörter sind Überbleibsel der sprachlichen Differenzen des älteren Datums. lokalisieren sich auf kleine Gegenden. sind oft mit dem dörflichen Leben onomasiologisch verbunden. Die territorialen Dubletten charakterisieren sich durch die größere territoriale Verbreitung, Zugehörigkeit zur Literatursprache, deutliche territoriale Konnotatiponen (Norden – Süden, Norden – Westen – Süden).

7 Territorial gefärbte Wörter in Synchronie Die mundartlichen Wörter Die Bezeichnungen von Pflanzen, Tieren, Speisen Möhre (Mörle, Moore, Meere, Gelbe Rübe, Karotte, Mohrrübe, Rübli, Merkerl, Wurzel) Kartoffeln (Kartüffel, Tüffel, Erdäpfel, Erdbirne, Knollen, Grummbeeren, Erpel, Nudel usw.) Die territorialen Dubletten Norden – Süden – Mittendeutschland: Schlächter – Fleischer - Fleischhauer - Metzger Norden – Süden: Tomate – Paradaiser, Blumenkohl – Karfiol, Quark – Topfen, Sahne – Obers, Treppe – Stiege, klingen - schellen

8 Mundart / Dialekt ist die Sprachform, die in einem bestimmten Sprachgebiet, also nur in einer begrenzten Gegend, gesprochen wird. Die mundartlichen Eigenheiten betreffen vor allem den Wortschatz, aber auch Phonetik und Grammatik. Dialekte werden kaum geschrieben, sie werden mehr im informellen Umgang benutzt. Die mundartlichen Besonderheiten schaffen den lokalen Kolorit und werden als stilistische Mittel bei der Schaffung des Sprachporträts benutzt.

9 Mundart / Dialekt Die Dialektgrenzen fallen prinzipiell mit den Stammesgrenzen zusammen. 3 Dialektgebiete: Nieder-, Mittel- und Oberdeutsch. Sprachpolitik: In den 70-er Jahre des 20 Jhs. herrschte das Motto „Dialekte – weg von der Schule“ (Merkmal der unteren Klassen). Im Norden spricht man von der regionalen Sprache Plattdeutsch / Niederdeutsch. Die Dialekte sind ausgestorben (außer dem Hamburgischen, Ostfriesischem, Berlinischem).

10 Heutige räumliche Verteilung der deutschen Dialekte

11 Mundart / Dialekt

12 Dialektgrenzen Die deutschen Dialekte orientieren sich heute nicht nach Grenzen zwischen den Stammesterritorien der Frühzeit, sondern nach den mittelalterlichen Territorien. Isoglossen bilden Dialektgrenzen. Zwischen dem Niederdeutschen und dem Mitteldeutschen und dem Niederfränkischen bildet die Grenze die Benrather Linie (maken-machen Linie). Zwischen dem Mitteldeutschen und dem Oberdeutschen bildet die Grenze die Speyerer Linie (Appel-Apfel Linie)

13 Besonderheiten der Dialekte auf verschiedenen Sprachebenen Phonetische Besonderheiten, z.B. Monophtongierung von Diphtongen im Allemanischen (Südwestdeutschland und die Schweiz): Haus [hu:s], weiß [wi:s], sauber [su:bər] Morphologische Besonderheiten, z.B. andere Pluralformen Steiner, Better, andere Bildungsmodelle Mädle, Madla (für Mädchen) Morphosyntaktische Besonderheiten, z.B. im Kasussystem (Nom. mit Funktion Nom.+Akk.) – der badische Akkusativ: Kennst du der Mann? Lexikalische Besonderheiten, andere Bedeutung: Schwäbisch – Hafen (Topf), laufen (gehen), Teppich (Wolldecke); Rheinisch Klümpchen (Bonbons).

14 Bayerisch Ein Kunstkeramiker aus Fürstenfeldbruck erzählt Mit der Glasur äh herstellerei, das war auch so eine Geschichte früher, da ist man rausgegangen, hat man keinen Glasursand gekriegt, da ist man in den Acker rausgegangen und hat sich den Quarzsand, die Kieselsteine gesucht, und die hat man rein, und wenn er gebrannt hat, in die große Feuerung, hat man die Kieselsteine reingeworfen, bis sie glühend und da heraußen ist ein großer Zuber gestanden mit Wasser, und da hat man die glühenden Sch... Steine reingeworfen, dann hat sie's zu tausend Stücken zerrissen. Dann erst hat man einen Mörser gehabt und da hat man's gestoßen, daß es zu Mehl geworden ist. Dann hat man Breimühlen gehabt und hat man ein gewisses Quantum Quarz drunter und Sand, dann hat man so eine durchsichtige Glasur gehabt. Und das hat allerhand Arbeit gemacht, (...) hat alles mit der Hand reiben, früher, dann hat man erst einmal die Mühlen gekriegt, da ist's dann besser gegangen. Und so. die Farben, nicht wahr, für eine grüne Glasur, da hat Kupferoxyd rein, für braune hat man Maga/ Manganoxyd rein und für Gelb hat man Antimonoxyd und all so mögliche Sachen rein, nicht.

15 Schwäbisch Ein Mechaniker aus Hausen im Tal im Kreis Stockach erzählt Und dann haben sie aber in dem Süddeutschen Radfahrerbund haben sie keine großen, wertvollen Preise ausgegeben, und da haben wir langsam umgeschwenkt, und haben si uns im im Bund Deutscher Radfahrer angeschlossen in Ebingen drüben. Da sind wir dort gefahren. Dort haben sie dann schöne Silberpokale gehabt und also bessere Preise. Und da haben wir auch nach den ersten schönen Rennen größere Rennen mitgemacht. Und da bin ich mal gefahren im im Jugendfahren, ich war damals siebzehn oder achtzehn Jahre, ja. Und da waren zweiundvierzig Fahrer, Fliegenfahren, das hat Zeitrennen gegeben, da hat man alle Minuten drin abgenommen, und Fliegenfahren ist die ganze Kolonne miteinander ab da vom Ding weg, vom Start. Da sind wir los, und da sind wir von Ebingen runtergefahren auf Laufen, Laufener Steige runter, dann hat man so fünfzehn Kilometer hat man wieder kehrt gemacht, und wo wir unten an die Steige hingekommen sind im Retourfahren, war ich schon der zweite vorne von den zweiundvierzig. Jetzt habe ich noch einen vor mir gehabt, und der war von Lörrach.

16 Hessisch Eine Hausfrau aus Wersau im Kreis Dieburg erzählt. Und da war Schlachtfest. Da ist Pfeffer gekocht worden und da sind die nächsten eingeladen worden auf das Schlachtfest. Da hat's Suppe gegeben und da ist Brot, Bauernbrot rein, ist Bauernbrot geschnitten worden und Wurstsuppe drüber, gell, bißchen Salz, alles na nach dem Geschmack. Un und dann Pfeffer. Pfeffer, den hat man gekocht von Wurstsuppe un und Brot und das ist nachher durch die Seihe durchgerührt worden und dann Mehl dazu. Mit Mehl angerührt und hat kochen müssen und dann, wenn e weil gekocht gehabt hat, hat man rühren müssen und dann Blut rein. Und da hat man fest rühren müssen. Da hat ein eins gerührt und eins hat das Blut reinlaufen lassen. Wenn der nicht, wenn der ni wenn der heiß geworden ist das Blut geronnen und da hat es sich geteilt und der Pfeffer, der muß sein schlicht, gell, der muß schlicht sein. Ja nachher ist die Wurst gekocht worden, das Fleisch gesalzen und das hat dann drei Wochen in der Lake gelegen oder vierzehn Tage, ich weiß gar nicht mehr, vierzehn Tage, gell und die Wurst ist in die Rauchkammer gekommen und ist geräuchert worden. Und das Fleisch dann auch.

17 Nordniederdeutsch Ein pensionierter Eisenbahner aus Borkum im Kreis Leer erzählt. Ein junger Kapitän übernimmt einen Dampfer, und nun mußte er sich auch ja Respekt verschaffen. Das geht auch bei der Besatzung, bloß bis auf dem alten Bootsmann, der hat keinen Respekt für den jungen Kapitän. Und er denkt und denkt, der muß auch doch Respekt für dich haben, und er kommt von der Brücke, und sagt: "Hören Sie eben, Bootsmann, Sie müssen mich eben helfen. Ich habe eine ganz schwere Rechenaufgabe. Wieviel ist dreiviertel mal sechs achtzehntel?" Da spuckt der alte seinen Priem über Bord, und sagte: "Ja", sagte er, "genau kann ich das auch nicht sagen, aber viel soll es wohl nicht sein." Ja, die Borkumer waren alle tüchtige Schiffer. Groß geworden in Wind und Sturm und See. Und daraus setzte sich auch die Besatzung vom Rettungsboot zusammen.

18 Die Sprachsituation befasst Existenzformen der Sprache und ihre Verteilung bei der alltäglichen und öffentlichen Kommunikation (politische Dokumente, Parlamentssprache, Fernsehen, Hochschul- und Schulausbildung). berücksichtigt das Vorhandensein der Sprachminderheiten. bezieht sich auf die Rolle der Fremdsprachen.

19 Die Sprachsituation in Binnendeutschland Existenzformen der Sprache: Standartsprache / Hochsprache - beruht auf einer einheitlichen Norm, Schriftform des Ostmitteldeutschen, Aussprache näher zum Norddeutschen. Umgangssprache - liegt zwischen zwei Polen (Hochsprache und Mundart), entstand im 16. Jh. in den Städten, ist territorial gefärbt. Mundart / Dialekt - ist keine Standartvarietät.

20 Die Sprachsituation in Österreich Funktional differenziertes Sprachsystem Die geschriebene deutsche Sprache in Österreich unterscheidet sich prinzipiell von der deutschen Standartsprache nicht. Die gesprochene deutsche Sprache ist Hoch- / Umgangssprache (keine exakte Grenze) oder Dialekt (für viele Österreicher Primärsprache). Österreichisches Deutsch ist eine Standartvariation, von der Schule aufgenommen, als richtig empfunden.

21 Die Sprachsituation in Österreich Oft bayrische und süddeutsche Wörter: Paradaiser (Tomate), Obers (Sahne), Schwammerl (Pilz) Viele Wörter sind verständlich, haben aber andere Bedeutung: Zuckerl (Süßigkeiten), Eierspeise (Rührei), Bäckerei (Gebäck), Kasten (Schrank), Schale (Tasse), Sessel (Stuhl) Austriazismen: heuer (in diesem Jahr), Wecken (Brötchen), Butterlamperl (Butterlämmchen zum Ostern) [G´wis woaß ma net] = Gewiß weiß man nicht.

22 Die Sprachsituation in der Schweiz 4 Sprachen: in 19 Kantonen Deutsch (73 % der Bevölkerung), in 6 Kantonen Französisch (20 %), in einem Kanton Italienisch (5 %), in einem Kanton Rätoromanisch (1 % Leute). 3 deutsche, 4 französische Universitäten. 2 Existenzsprachen des Deutschen: Literatursprache (wird von allen geschrieben) und Schwützerdütsch (Umgangssprache + Dialekt der Gruppe der allemanischen Mundarten) Schwützerdütsch – eine Standartvarietät, Radio- und Fernsehsprache, Amtssprache in Zürich, Aargau (aber nicht in Schaffhausen und St.Gallen).

23 Die Sprachsituation in Luxemburg Luxemburg zählt Menschen. Alle sind trilingual, kennen 3 Sprachen: Französisch, Deutsch und Letzeburgisch. Letzeburgisch ist ein Moseldialekt, ist eine alltägliche Sprachform, wird aber auch im Parlament gesprochen. Amtssprachen sind Deutsch und Französisch. In der Schule wird in Letzeburgisch (1. Klasse), einige Fächer in Deutsch und Französisch unterrichtet. Die Zeitungen, das Fernsehen sind trinlingual. Schmiere (Butterbrot), Bongert (Baumgarten)


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