Golf und Natur aus Sicht des BfN

Slides:



Advertisements
Ähnliche Präsentationen
Heidelberg, November 2009 Stadtteilrahmenplan Altstadt - Entwicklungskonzept und Maßnahmenvorschläge Erste Sitzung des Runden Tisches Pro Altstadt am 10.
Advertisements

Ergebnisse der Fragebogen – Aktion des AK „Elternarbeit“
Wahlpflichtfach Wirtschaft und Informationstechnik
(Susanne Fink, Lernen vor Ort, LK OVP) Diskussionsrunde 4
14. Österreichische Gesundheitsförderungskonferenz
Das Landesprojekt „Komm Mit“: Ansatz und Zwischenergebnisse --- Das Projekt „Lernbüro“ am Gymnasium Kerpen.
Zukunft Mittelstand! Erfolgsfaktor gesellschaftliches Engagement Berlin, 17. April 2007 Wie kann CSR im betrieblichen Umweltschutz zum erfolgreichen Kostenmanagement.
Herzlich Willkommen zum Workshop „Gesundheitsmanagement in der Kommunalverwaltung“ eine Veranstaltung des Deutschen Netzwerks für Betriebliche Gesundheitsförderung.
„Informationsgewinnung und Datenpflege am Beispiel einer regionalen Weiterbildungsdatenbank “ Vergleich Danke für Einladung.
Dokumentation des Workshops vom Fortbildungsveranstaltung der
Das neue Naturschutzgesetz und die Konsequenzen für Rheinland-Pfalz
Universität Leipzig. Unterricht Ganztagsangebote Externe Angebote.
Aktion „Nachhaltige Entwicklung Lokale Agenda 21 im Land Brandenburg“
Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen Biologische Vielfalt Mai 2008 in Bonn: neunte Konferenz der Vertagsstaaten.
AWA 2007 Natur und Umwelt Natürlich Leben
__________________________________________________________________________________________________________ Mindeststandards und Safeguards für REDDplus.
Initiative Deutsch–Russische Bildung. Ein regionales Netzwerk zur Förderung und Unterstützung des -beruflich orientierten- Austausches zwischen Westfalen.
„Rettungsnetz für die Wildkatze“
Ganztagsschule an der Perlacher Straße Modellprojekt Gebundene Ganztagsschule Profil: Kulturelle Bildung Hauptschule an der Perlacher.
Gewinn für Patienten durch einen ganzheit-lichen Ansatz bei der Versorgungsgestaltung Berlin, den 07. November 2012 Prof. Dr. h.c. Herbert Rebscher | Vorsitzender.
Betriebliche Suchtprävention und Gesundheitsförderung an Hochschulen und Universitätskliniken Die Gütekriterien für gesundheitsförderliche Hochschulen.
Umweltqualität, Lebensqualität und Umweltverhalten
Baustellen Raumentwicklung. Gewerbliche Winterkonferenz 12. Januar 2012 in Klosters Dr. Maria Lezzi, Direktorin ARE Eidgenössisches Departement für Umwelt,
Folie 1© 02/2010 Lukas Kreuz Wiener Umweltschutzabteilung MA 22.
Ernährungssouveränität Ludwig Rumetshofer ÖBV Wien,
Die Nationale CSR-Strategie der Bundesregierung - „Aktionsplan CSR“ -
Naturschutz.
Erdkunde / Biologie.
Das Überleben der Fischerfamilien sichern. Jede Spende an die Sternsingeraktion ist ein Baustein für eine gerechte Welt. Die Dreikönigsaktion,
Andrea Dittrich-Wesbuer, Dr. Karsten Rusche Erfolgreiche Bodenpolitik in der Gemeinde Schonender Bodenverbrauch – ein Beitrag zum Energiesparen 14. April.
1 Miges Balù Ein Teilprojekt kantonaler Aktionsprogramme Gesundes Körpergewicht Weiterbildung für KAP Leitende zum Thema Chancengleichheit Beitrag Evaluationsresultate.
Barbara Kückelmann, Dekanatsbeauftragte
Migration als Herausforderung
Department AFRICA Implementierung der Entscheidungen 2008 und Ergebnisse des Monitoring 2009 Steuerungsgruppe HIV/AIDS Mainstreaming B1 A. Köneke 16. November.
Ein Green Event! Linz 2009 Kulturhauptstadt Europas ein Green Event!
ÖKOLOG ist das Basis-Programm zur Umweltbildung und Schulentwicklung an Österreichischen Schulen ÖKOLOG ist ein Beitrag zur UN-Bildungsdekade Bildung.
VLI - Vorstandssitzung 20. Februar 2013 in Berlin
Cool and clean beim FC Gerzensee. FC Gerzensee Gründungsjahr:1994 Anzahl MannschaftenJunioren: 7 Aktive:3 Anzahl MitgliederJunioren:102 Aktive:Aktive:46.
Ökologische Landwirtschaft
Fördermöglichkeiten in der Nordwestschweiz
Umsetzung der UN-Dekade Bildung für nachhaltige Entwicklung in Deutschland
Samira Bouslama FORUM Umweltbildung
Corinna Gartner FORUM Umweltbildung
Umweltmanagement an Hochschulen
Wer ist eciótirol? Mit ecotirol bieten die Kooperationspartner Land Tirol, Wirtschaftskammer Tirol und Energie Tirol erstmals eine gemeinsame Informationsplattform.
Umweltleitsätze der Stadtverwaltung Rainer Konerding
Klimaschutz als kommunale Aufgabe Peter Vennemeyer Bürgermeister Stadt Greven Wifo
Eine Zukunftsaufgabe in guten Händen Das 2010 Ziel... Anfragen, Maßstäbe, Kriterien Reinhard Piechocki Fachgebiet I 3.1 Biodiversität.
SuisseEnergie pour les communes 1 FAKTOR 21 Kurs Faktor 21 : Inhalt und Vorgehen Ursula Stocker Brandes Energie AG.
ZIELSETZUNG der Lokalen Agenda 21 Gemeinsam die Lebensqualität der Menschen vor Ort zu verbessern und für kommende Generationen abzusichern! Die Gemeinde.
Rurale Entwicklung Veranstaltung SS 2009: Zukunftsparlament
Projekt Ausbildungsplatz - Paten
Der Naturschutzbund (NABU) ist mit fast Mitgliedern der größte Naturschutzverband in Deutschland. Mitmachen kann jeder, wir suchen nicht nur Spezialisten!
 Die Schule Niederrohrdorf ist eine innovative, attraktive und vorbildliche Lern-, Arbeits- und Lebensstätte, die ihre Werte lebt.  Unsere Kinder profitieren.
Leitbilder für die Raumentwicklung in Deutschland
Wer wir sind und was wir machen:.
Seite Hier steht ein Rubriktisches Foto Leitbild des Lebensministeriums.
Tagung ZUSAMMENARBEITGESTALTEN,
Natürlich Uckermark Ferien fürs Klima
-lich Willkommen ProRegio.
Gesundheitsförderung im Alter
KOL-Kulturlandschaft Osnabrücker Land
Kommunale Umweltpolitik
Einführung Public Health Vbg1 19. September 2008 Einführung - Ziele und Inhalte Horst Noack Arbeitsgruppe Public Health Institut für Sozialmedizin und.
Wallonische landwirtschaftliche Forschungszentrale Wallonische landwirtschaftliche Forschungszentrale Aufgabenstellungen Durchführung.
Zukunftsprogramm der steirischen Land- und Forstwirtschaft Rolle einer starken Interessensvertretung der steirischen Bäuerinnen und Bauern Präsident Franz.
DKV-Ökologiekurs (Gewässerschutz) Gefährdung und Schutz der Gewässer sowie deren Lebewesen.
19. Stärkung d. Bürgerschaftl. Engagements/ Bürgerbeteiligung.
Seite Fördermöglichkeiten. Seite Agenda 1.Förderprogramme betreut durch den Projektträger Jülich 2.DAS Deutsche Anpassungsstrategie.
DKV-Ökologiekurs (Gewässerschutz). Überblick Ziele Bestandsaufnahme Inhalte des Ökologiekurses Petra Schellhorn – DKV Freizeitsportausschuss.
 Präsentation transkript:

Golf und Natur aus Sicht des BfN Thomas Graner Bundesamt für Naturschutz Zentralbereichsleiter

Struktur des Geschäftsbereichs BMU Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit Bonn, Berlin UBA Umweltbundesamt Dessau Berlin BfN Bundesamt für Naturschutz Bonn Leipzig Insel Vilm BfS Bundesamt für Strahlenschutz Salzgitter Das Bundesamt für Naturschutz (BfN) ist eine selbstständige Bundesoberbehörde im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU). Es ist die zentrale und einzige wissenschaftliche Behörde des Bundes für den nationalen und internationalen Naturschutz und die Landschaftspflege. Neben dem BfN sind dem BMU noch zwei Fachbehörden zugeordnet: das UBA und das BfS. Das UBA unterstützt das BMU insbesondere bei der Erarbeitung von Rechts- und Verwaltungsvorschriften in den Bereichen Klimaschutz, Luftreinhaltung, Lärmbekämpfung, Abfall- und Wasserwirtschaft, Bodenschutz, Umweltchemikalien sowie in Fragen der gesundheitlichen Belange des Umweltschutzes. Das BfS arbeitet für die Sicherheit und den Schutz des Menschen und der Umwelt vor Schäden durch ionisierende und nichtionisierende Strahlung. Im Bereich der ionisierenden Strahlung geht es zum Beispiel um die Röntgendiagnostik in der Medizin, die Sicherheit beim Umgang mit radioaktiven Stoffen in der Kerntechnik und den Schutz vor erhöhter natürlicher Radioaktivität. Zu den Arbeitsfeldern im Bereich nichtionisierender Strahlung gehören unter anderem der Schutz vor ultravioletter Strahlung und den Auswirkungen des Mobilfunks. (Quelle: BMU-Website, Stand 30.06.2009) Golfforum 14.09.2012, Thomas Graner (BfN)

Aufgaben Das BfN ... berät die Bundesregierung nimmt Aufgaben im Vollzug des int. Artenschutzes (CITES) Meeresnaturschutzes Antarktis-Abkommens Gentechnikgesetzes wahr betreut Bundesförderprogramme betreibt Eigenforschung und vergibt Forschungsaufträge informiert über die Ergebnisse seiner Arbeit Die Aufgaben des BfN sind im Gesetz über die Errichtung eines Bundesamtes für Naturschutz festgelegt. Das BfN unterstützt das BMU und weitere Bundesbehörden fachlich und wissenschaftlich in allen Fragen des Naturschutzes und der Landschaftspflege sowie bei der internationalen Zusammenarbeit, arbeitet mit den Fachbehörden der Länder zusammen und vertritt Deutschland im Auftrag des BMU in naturschutzrelevanten Gremien. Das BfN ist Genehmigungsbehörde für die Ein- und Ausfuhr geschützter Tier- und Pflanzenarten, Einvernehmens- bzw. Benehmensbehörde für das Freisetzen und Inverkehrbringen gentechnisch veränderter Organismen sowie Einvernehmensbehörde bei der Ausführung des Antarktis-Umweltschutzprotokolls. Weiterhin ist das BfN an der Genehmigung von Vorhaben in der ausschließlichen Wirtschaftszone (AWZ) in Nord- und Ostsee beteiligt. Darüber hinaus übernimmt das BfN in der AWZ der Nord- und Ostsee auch Identifizierung, Auswahl, Monitoring und Verwaltung von NATURA 2000- Gebieten (das sind FFH- und EU-Vogelschutzgebiete). Das BfN konzipiert, fördert und betreut Naturschutzgroßprojekte, vergibt im Auftrag des BMU Forschungsvorhaben sowie Modellvorhaben, die gemeinsam mit externen Partnern durchgeführt werden. Das BfN stellt der Öffentlichkeit und der Fachwelt allgemeine Informationen, wissenschaftliche Daten und Publikationen zum Naturschutz zur Verfügung und gibt mit der Zeitschrift Natur und Landschaft eine eigene wissenschaftliche Reihe heraus Golfforum 14.09.2012, Thomas Graner (BfN)

Golfsport und Naturschutz Naturschutzziele Schutz von Natur und Landschaft als Grundlage für Leben und Gesundheit Bereitstellung von Erholungsräumen im besiedelten und siedlungsnahen Räumen Schutz und Förderung der biologischen Vielfalt Erwartungen an den Golfsport Natur- und landschaftsverträgliche Nutzung von Golfanlagen Beitrag zur Erhöhung der Biotop- und Artenvielfalt Erhöhung der Wertschätzung von Natur Nachhaltige Nutzung der biologischen Vielfalt Naturschonendes Verhalten Nachhaltiges Ressourcenmanagement (Wasser, Dünger, Pestizideinsatz) Ziele des Bundesnaturschutzgesetzes sind „Natur und Landschaft sind auf Grund ihres eigenen Wertes und als Grundlage für Leben und Gesundheit des Menschen auch in Verantwortung für die künftigen Generationen im besiedelten und unbesiedelten Bereich nach Maßgabe der folgenden Absätze so zu schützen, dass (…) 3. die Vielfalt, Eigenart und Schönheit sowie der Erholungswert von Natur und Landschaft auf Dauer gesichert sind“ (…), § 1 Abs. 1 Nr. 3 BNatSchG. Hierzu sind insbesondere „zum Zweck der Erholung in der freien Landschaft nach ihrer Beschaffenheit und Lage geeignete Flächen vor allem im besiedelten und siedlungsnahen Bereich zu schützen und zugänglich zu machen“, § 1 Abs. 4 Nr. 2 BNatSchG. Die Sicherung von Flächen für Freizeit und Erholung und der Schutz und die Förderung von Vielfalt in der Landschaft liegt auch im Interesse der Golfer. Naturnahe abwechslungsreiche und strukturierte Landschaften sind reizvolle Räume für den Golfsport. Die Bundesregierung hat 2007 die Nationale Strategie zur biologischen Vielfalt beschlossen. Damit liegt in Deutschland erstmals eine umfassende und anspruchsvolle Strategie zur Umsetzung des UN-Übereinkommens über die biologische Vielfalt vor. Als gesamtgesellschaftliche Strategie wendet sie sich an alle gesellschaftlichen Akteure, also an Länderregierungen, an Verbände und die Wirtschaft und natürlich auch an die Sportverbände. Sie besteht aus einem konsistenten System von Vision, konkreten Qualitäts- und Handlungszielen meistens mit genauen Zieljahren und konkreten Maßnahmen zur Erreichung der Ziele. Insgesamt enthält die Strategie rund 330 Ziele und rund 430 Maßnahmen zu allen biodiversitätsrelevanten Themen. Handlungsziele im Bereich Sport/Freizeitnutzung sind: 1. Vermehrung und Verbesserung der Qualität von Erholungsräumen durch Naturschutzmaßnahmen und Vermeidung und Abbau von Beeinträchtigungen 2. Deutliche Erhöhung der Wertschätzung von Natur und Landschaft bei Erholungssuchenden, Sportlerinnen und Sportlern, Touristinnen und Touristen und daraus resultierend Umwelt und Natur schonendes Verhalten Eine große Herausforderung besteht darin, Schutz und Nutzung so miteinander zu verbinden, dass sowohl die Arten- und Biotopvielfalt als auch eine natur- und landschaftsverträgliche Nutzung möglich ist. Der Bau eines Golfplatzes stellt einen Eingriff in die Landschaft dar. Auch die Unterhaltung von Golfanlagen ist mit Umweltbelastungen verbunden (Dünger, Pestizide). Daher ist es wichtig den Golfsport für Natur und Landschaft zu gewinnen, denn nur eine umwelt- und landschaftsverträgliche Nutzung, ein nachhaltiges Ressourcenmanagement kann zum Schutz und Erhalt der biologischen Vielfalt und von wertvollen, reich strukturierten Erholungsräumen beitragen. Wie können wir diese Ziele erreichen? Golfforum 14.09.2012, Thomas Graner (BfN)

Naturbewusstsein und Golfsport Vergleiche Golfmarktstudie 2007: Hauptgründe für das Interesse am Golfspielen sind… Erholung und Entspannung in freier Natur: 89 % (Golf-Interessierte), 93 % (Potenzielle Golfspieler) Ist gesund und hält fit: 73 % (Golf-Interessierte), 78 % (Potenzielle Golfspieler) Naturbewusstseinsstudie: Natur bedeutet für viele Menschen Gesundheit und Erholung, und ist schlichtweg Bestandteil eines guten Lebens. Die Golfmarktstudie 2007 wurde für den Deutschen Golf Verband e.V. von Managing Research for Companie (MRC) durchgeführt. Für den Golfer spielt neben der sportlichen Herausforderung das Naturerlebnis eine wichtige Rolle. Darüber können positive Naturbezüge aufgebaut werden. Dieses Potential sollte genutzt werden. Golfforum 14.09.2012, Thomas Graner (BfN)

Naturbewusstsein in den sozialen Milieus Sinus-Milieus® in Deutschland 2009 'Naturschutzorientierte' 33 % 'Unbesorgte Naturverbunde' 21 % 'Nutzenorientierte' 19 % 'Des-interessierte' 14 % 'Naturferne' 13 % Naturschutzarbeit ist mit den bestehenden gesellschaftlichen Realitäten eng verwoben und muss auf diese ausgerichtet werden, um erfolgreich zu sein. Wir müssen uns also mit gesellschaftlichen Gruppen und ihren Einstellungen zu Natur und biologischer Vielfalt befassen. Hier liefern die Naturbewusstseinsstudien des BfN wichtige Hinweise, welche Zielgruppen für die Naturschutzpolitik und konkrete Maßnahmen besonders relevant sind und nicht vernachlässigt werden dürfen. Erklärung des Milieu-Modells (Grafik): Zur Erfassung der Gesellschaftsstruktur wurde in der Studie das gebräuchliche Milieu-Modell nach Sinus (Sinus Sociovision) verwendet. Soziale Milieus sind Gruppen von Menschen, die sich in ihrer sozialen Lage und Werteorientierung sowie in ihren Präferenzen und dem Lebensstil ähneln. Auf die einzelnen Milieus soll nicht detailliert eingegangen werden, relevant ist folgendes: Die Milieus spannen sich zwischen den beiden Hauptachsen „soziale Lage“ (beschreibt Einkommen, Bildung, Beruf, etc.) und „Grundorientierung“ (vertretene Werte, Überzeugungen und Interessen) auf. Zu beachten ist, dass die gesellschaftlichen Leitmilieus, an denen sich die anderen Milieus orientieren, der besser gestellten Oberschicht angehören. Die in der Naturbewusstseinsstudie erhobenen Einstellungen und das Wissen über die biologische Vielfalt sowie die Wahrnehmung und Bewertung von Natur und Naturschutz zeigen bedeutsame Zusammenhänge zu dieser gesellschaftlichen Grundstruktur. Ein Hinweis vorweg: Das dargestellte Modell sozialer Milieus und die im Folgenden präsentierten Zahlen auf dieser Folie entstammen der ersten Naturbewusstseinsstudie 2009. Die aktuelle Studie des Jahres 2011 arbeitet mit einem geringfügig überarbeiten Sinus-Modell. Zudem liegen uns die Zahlen zu den Naturbewusstseinstypen, die ich gleich beschreiben werde, für das Jahr 2011 erst Ende Oktober vor und werden dann auch als wissenschaftlicher Abschlussbericht auf den Internetseiten des BfN veröffentlicht werden. Allerdings ist aus den derzeit schon vorliegenden Daten zu entnehmen, dass sich hier keine großen Veränderungen ergeben haben, und die folgenden Ausführungen auch aktuell hohe Gültigkeit besitzen. Gesellschaftsstruktur, Naturbewusstsein und Handlungserfordernisse (Einblendung der Typen / Animation): Eine grundsätzliche Erkenntnis zum Naturbewusstsein der Bevölkerung lässt sich wie folgt zusammenfassen: Gesellschaftlich gut situierte und bildungsorientierte Schichten besitzen ein höheres Naturbewusstsein. Sozial schwächer gestellte Milieus weisen ein geringeres Naturbewusstsein auf. Vertiefende Auswertungen der Antworten zu Natur, Naturschutz und biologischer Vielfalt ergeben fünf Grundorientierungen des Naturbewusstseins in der Bevölkerung. Es ist für die zukünftige Ausrichtung der Naturschutzpolitik sehr bedeutsam, dass der stark naturschutzorientierte Typ eng mit den gesellschaftlichen Leitmilieus verknüpft ist, während die Typen 'Desinteressierte' und 'Naturferne' einen deutlichen Schwerpunkt in den unterschichtigen Milieus aufweisen. Die Verbindung von sozialer Benachteiligung und Distanz zur Natur bedeutet, dass die unterschichtigeren Milieus in einem weiteren Aspekt keinen Anschluss an den gesellschaftlichen Mainstream halten können. Damit bleibt ihnen auch eine wichtige Erfahrungswelt und dessen Erholungsfunktion verschlossen. Die Leitmilieus hingegen äußern eine hohe Naturverbundenheit und üben durch ihre gesellschaftliche Wirkkraft gleichsam Einfluss aus, andererseits muss aber auch beachtet werden, dass die Tendenz zu ökologischem Konsum und der kommunizierte Naturbezug der gehobenen Milieus nicht automatisch mit tatsächlichem, umwelt- und naturschonendem Verhalten gleichbedeutend sein muss. Der Lebensstil der Leitmilieus (z. B. häufigere Fernreisen) belastet Natur und Umwelt mitunter weitaus stärker als der Lebensstil anderer Milieus . Dem Thema „soziale Gerechtigkeit“ ist vor diesem Hintergrund in der künftigen Naturschutzarbeit vermehrte Aufmerksamkeit zukommen zu lassen. Dies muss sich auch in der Ausgestaltung konkreter Maßnahmen, beispielsweise in der Kommunikations- und Bildungsarbeit, äußern. Für die naturfernen und unterschichtigen Milieus ist in erster Linie der Aufbau eines positiven Naturbezuges relevant, den naturnahen und bildungsorientierten Schichten ist verstärkt das Leitbild der Nachhaltigkeit und des nachhaltigen Konsums zu vermitteln. Hintergrundinformationen zu den Naturbewusstseinstypen: Für den Typ 'Naturschutzorientierte' (Bevölkerungsanteil von 33 %) hat Natur eine hohe persönliche Bedeutung und ihr Schutz wird als wichtige gesellschaftliche Aufgabe angesehen. Der Typ 'Unbesorgte Naturverbundene' (21 %) zeigt einen ähnlich hohen Naturbezug, aber eine deutlich geringere Problemwahrnehmung. 'Nutzenorientierte' (19 %) sind mit der Natur vertraut, haben aber ein nüchternes Verhältnis zu ihr und die Bedürfnisse des Menschen werden als vorrangig angesehen. 14 % der Deutschen, die 'Desinteressierten', haben lediglich eine schwache Naturbindung, die Natur interessiert sie nicht und der Naturschutz ist ihnen weitgehend gleichgültig. Den 'Naturfernen' (13 %) ist die Natur nicht nur fremd, sondern z. T. sogar mit negativen Gefühlen besetzt.

Einsatzbereitschaft für den Schutz der Natur 2011 Im Rahmen dieses Vortrages möchte ich einen Aspekt der Naturbewusstseinsstudie 2011 herausgreifen, der für das Zusammenspiel von Naturschutz und Golfsport viel Inspiration bietet. Die aktuelle Naturbewusstseinsstudie 2011 macht deutlich, dass in der Bevölkerung ein hohes Potential besteht, sich aktiv für den Schutz der Natur einzusetzen. 18 % der Deutschen äußern, dass sie sich bereits aktiv für den Schutz der Natur einsetzen. Und weitere 38 % geben an, dass sie sich einen vermehrten Einsatz für den Schutz der Natur vorstellen können. Dies sind Zahlen für die Gesamtbevölkerung. Eine tiefere Analyse der sozialen Milieus macht deutlich, dass sozial gehobene Milieus - im Einklang mit den zuvor getroffenen Aussagen zur Verteilung des Naturbewusstseins in der Bevölkerung - hier noch deutlich höhere Werte erzielen. Und diese Milieus sind es ja auch, die dem Golfsport zumeist näher stehen als andere Bevölkerungskreise. Schaut man sich nun genauer an, an welchen Tätigkeiten die Leute konkret Interesse haben, zeigen sich klare Hinweise, wie Naturschutz und Golfsport durch die Zusammenarbeit von Menschen stärker verknüpft werden können (nächste Folie).

Hier sehen sie nun die Präferenzen der Bevölkerung für einzelne Naturschutzmaßnahmen. Die milieuspezifischen Auswertungen werden auch erst im Oktober zum wissenschaftlichen Abschlussbericht der Studie detailliert veröffentlicht werden, aber ich kann Ihnen jetzt schon versichern, dass die gehobenen Milieus tendenziell höhere Angaben machen als der Durchschnitt. Dabei ist zu überlegen, ob Naturschutzarbeit nur in der hochmotivierten Community der gehobenen Milieus stattfinden soll. Dieses bietet sich in erster Linie für die Arbeit auf Golfplätzen an. Ich würde es aber auch begrüßen, wenn Golfplätze sich für konkrete Naturschutzprojekte dann und wann vielleicht auch einmal der Bevölkerung weiter öffnen, und hierfür auf den Golfplatz „einladen“. Interessant sind die Ergebnisse deshalb, weil sie eine strukturelle und zwei inhaltliche Leitlinien vorgeben, wie Naturschutzangebote direkt auf dem Golfplatz aufbereitet werden sollten. Strukturell ist zu betonen, das Angebote sehr konkret und zeitlich begrenzt gestaltet werden sollten, sie den „blauen Kasten“. Und inhaltlich kommen auf einer Golfanlage zwei Schwerpunkte in Frage (rote Kästen): 1tens: Praktisch-Handwerkliche Naturschutztätigkeiten, wie Nistkästen bauen und aufhängen, Bäume pflanzen oder Biotope pflegen. 2tens: Informations- und Bildungsarbeit, z.B. Naturführungen bei den naturnähren Geländeabschnitten der Golfanlage. Beispiele präsentiere ich Ihnen auf den nächsten Folien.

Handlungspotentiale für den Golfsport Bildung und Wissensvermittlung: Verzahnung der DGV Jugendarbeit mit Natur- und Umweltbildung Integration von Naturschutzinhalten in die Ausbildung der Greenkeeper Gemeinsame Aktionen mit Naturschutzverbänden, Schulen, Kommunen, Universitäten und lokaler Bevölkerung Vermittlung von Wissen (Internet, Faltblätter) Kommunikation und Rückmeldung der Erfolge Wie bereits gesagt, eröffnet die Informations- und Bildungsarbeit auf Golfanlagen Möglichkeiten Golfspieler in die Naturschutzarbeit mit einzubinden und Naturschutzthemen zu transportieren. Neben einer Verzahnung der Jugendarbeit und Ausbildung mit Natur- und Umweltbildung sind auch gemeinsame Aktionen mit Naturschutzverbänden, Schulen, Kommunen und Universitäten denkbar. Beispiele von erfolgreichen Kooperationen sind u.a. der Golfclub München Eichenried, der Naturbegehungen für Schulkinder anbietet, Biotop und Streuobstwiesen kartiert und seltene Fledermausarten etabliert hat, oder der Golfclub Heilbronn-Hohenlohe, der vogelkundliche Exkursionen anbietet. Weitere Beispiele sind: -das Projekt „Förderung der Bienen“, das auf einer Vielzahl von Golfanlagen bereits erfolgreich umgesetzt wird. Der dort erzeugte Honig erfreut sich bei den Mitglieder großer Beliebtheit. (z.B.: der auf der Folie abgebildete Honig Fleesensee oder der Waldhonig vom Golf- und Landclub Haghof e.V.), Bepflanzung mit alten deutschen Obstbaumsorten (Golfclub Eichenried) -Einsatz von Nistkästen auf der Golfanlage, die von einer behinderten Werkstatt aus der Region hergestellt wurden (Golfclub Isarwinkler) - Organisation eines Apfelfestes. Gemeinsames Herstellen von Apfelsaft aus den sortenrein auf dem Gelände des Golfclubs Hubbelrath von den Greenkeepern gepflückten Äpfeln in Zusammenarbeit mit NABU und dem Rheinischem Obstsortengarten. Golfforum 14.09.2012, Thomas Graner (BfN)

Handlungspotentiale für den Golfsport Umsetzung bei Planung und Betrieb von Golfanlagen: Integration von Naturschutzzielen in die Planung und den Betrieb von Golfanlagen Sicherung und Erhöhung der Arten- und Biotopvielfalt durch gezieltes Biotopmanagement Beitrag zur Biotopvernetzung „Umsichtige Standortwahl“ Monitoring der Maßnahmen und Rückmeldung der Erfolge Nachhaltiges Ressourcenmanagement (Wasser, Dünger, Pestizideinsatz) Bei der Pflege und Gestaltung der Golfanlage lassen sich Naturschutzziele umsetzen. Zum Beispiel durch die Anlage von Natur- und Biotopflächen, wie Teiche oder Feuchtbiotope, Waldinseln, Hecken, Saumgesellschaften, Streuobstwiesen. Hier bieten sich u.a. Möglichkeiten Natur interessierte Golfspieler in die praktische Naturschutzarbeit einzubinden, z.B. beim Bau und Anbringen von Nisthilfen oder bei der Anlage und Pflege von Streuobstwiesen. Beispiele von Aktivitäten auf Golfanlagen: - Anlage eines Kleingewässers als Lebensraum für Amphibien und Libellen (Golfclub Wümme) -Ansiedlung von Flusskrebsen in den Gewässern und Eichenschutzprogramm auf der Golfanlage (Golfclub Wannsee). - Anbringung von Nisthilfen für bestimmte Vogelarten (Fledermaus- und Eulenkästen, Eisvogelhöhlen, Steinkauzröhren) im Golfclub Emstal e.V. - Anlage von Streuobstwiesen auf dem Golfplatz Hubbelrath. Anpflanzung neuer Hochstämme verschiedener alter rheinisch-bergischer Sorten: Blumenrather Schafsnase Moseleisenapfel, Bresühte, Gelbe Schafsnase, Nimmermür, Rote Ananasrenette sowie Berker Rabau. Golfforum 14.09.2012, Thomas Graner (BfN)

Handlungspotentiale für den Golfsport Vorbildfunktion bewusst wahrnehmen: Verantwortungsbewusstes Handeln Leitbild der Nachhaltigkeit vermitteln Aktives Handeln zum Schutz der Natur fördern Aufklärung über ökologische und ökonomische Naturfunktionen Handlungsmöglichkeiten schaffen (freiwilliges Engagement, Spendenmöglichkeiten) Naturverständnis vertiefen und Problembewusstsein schaffen Natur- und Umweltschutz in die Vereinsatzung aufnehmen Unterschichtige Milieus / sozial benachteiligte Zielgruppen: Naturerfahrungsräume und spezifische Angebote für Kinder und Familien (Faktoren: Spaß und Unterhaltung) schaffen, positive Beziehung zu Natur aufbauen. Gesellschaftlich besser situierte Zielgruppen: Vermittlung des Leitbildes „Nachhaltigkeit“, und Aufklärung über die (globalen) ökologischen und ökonomischen Naturfunktionen. Aktives Handeln zum Schutz der Natur und biologischen Vielfalt fördern und fordern. Handlungsmöglichkeiten schaffen (Spendenmöglichkeiten, freiwilliges Engagement, etc.). Aktives Handeln: Teilnahme am Programm „Golf und Natur“ oder bewusst zertifizierte Golfanlagen aussuchen. Ausblick: Bewusstsein für den Wert der biologischen Vielfalt durch Information und Kommunikation schaffen Handlungsoptionen im Bereich Naturschutz für Golfspieler schaffen Allianzen zwischen Golf und Naturschutz stärken und aufbauen Das hohe ökologische Potenzial von Golfanlagen bereits bei der Planung und beim Betrieb nutzen Das Umweltprogramm „Golf und Natur“ stärker kommunizieren und verbreiten Golfforum 14.09.2012, Thomas Graner (BfN)

Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit Thomas Graner Bundesamt für Naturschutz