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Überreiche Gnade für den grössten Sünder ( 1 ). Versuchungen – als Vorteile Mit dem hier Beigeschlossenen sende ich euch einen Tropfen des Honigs, den.

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Präsentation zum Thema: "Überreiche Gnade für den grössten Sünder ( 1 ). Versuchungen – als Vorteile Mit dem hier Beigeschlossenen sende ich euch einen Tropfen des Honigs, den."—  Präsentation transkript:

1 Überreiche Gnade für den grössten Sünder ( 1 )

2 Versuchungen – als Vorteile Mit dem hier Beigeschlossenen sende ich euch einen Tropfen des Honigs, den ich aus des Löwen Leichnam genommen. Ich habe auch selber davon gegessen und bin dadurch recht erquickt worden. Anfechtungen, wenn sie anfangs uns begegnen, gleichen dem Löwen, welcher Simson brüllend entgegenkam; überstehen wir sie jedoch, so werden wir, wenn wir sie das nächste Mal sehn, eine Honigwabe in ihnen finden.

3 Versuchungen – als Vorteile Nunmehr gehe ich dazu über, euch einiges von den Gewinnen darzulegen, welche mir doch auch durch diese Versuchung zuteil geworden sind. Vor allem wurde ich dadurch in meiner Seele fort und fort dazu bereitet, mir ein wunderreiches Empfinden zu eigen zu machen für das Wesen und die Herrlichkeit sowohl Gottes wie seines geliebten Sohns.

4 Versuchungen – als Vorteile Der Herr prüft den Gerechten. Er hasst ihn nicht, er prüft ihn nur. Die Frommen sind ihm wert, darum erprobt er sie durch Trübsal, wie man das Gold durch Feuer prüft. Keines von Gottes Kindern darf hoffen, von Trübsal verschont zu bleiben; und recht besehen möchte auch keines von uns es anders wünschen, denn die Trübsal ist eine Quelle vieler Segnungen.

5 Versuchungen – als Vorteile Das ist mir zum Heil beschieden, Hier zu tragen Weh und Leid, Drin zu schmecken Jesu Frieden, Der mir Schmerz wie Freude weiht. Leid kann uns das Wort erschließen, Leid treibt ins Gebet uns hin, Legt uns still zu Jesu Füßen, Klärt und heiligt unsern Sinn. Alle Lasten und Beschwerden Trag‘ ich nur mir selbst zum Heil. Fehlten sie, könnt‘ angst mir werden, Ob Verwerfung nicht mein Teil. Nach William Cowper † Ist das nicht Grund genug, uns nie durch misstrauische Furcht verleiten zu lassen, der Trübsal zu entfliehen? Würden wir doch dadurch versuchen, einem Segen zu entrinnen! Charles Spurgeon

6 1. Gnade für den grössten Sünder 1.Timotheus Das ist gewisslich wahr und ein Wort, des Glaubens wert, dass Christus Jesus in die Welt gekommen ist, die Sünder selig zu machen, unter denen ich der erste bin. 16 Aber darum ist mir Barmherzigkeit widerfahren, dass Christus Jesus an mir als Erstem alle Geduld erweise, zum Vorbild denen, die an ihn glauben sollten zum ewigen Leben. 17 Aber Gott, dem ewigen König, dem Unvergänglichen und Unsichtbaren, der allein Gott ist, sei Ehre und Preis in Ewigkeit! Amen.

7 1. Gnade für den grössten Sünder Eines Tages aber stand ich vor der Werkstatt eines Nachbars beim Fenster, fluchend und schimpfend und den Verrückten spielend nach gewohnter Weise. Drinnen sass die Hausfrau und hörte mich. Obwohl sie ein höchst liederliches und gottloses Geschöpf war, schalt sie, weil ich auf so fürchterliche Weise schwor und fluchte, dass es sie beben machte mich zu hören. Dabei erklärte sie mir, ich sei mit meinem Schworen der gottloseste Bursche, den sie je in ihrem Leben gehört, und ich sei, indem ich so täte, imstande, alle jungen Leute einer ganzen Stadt, wenn sie nur in meine Gesellschaft kamen, zu verderben.

8 1. Gnade für den grössten Sünder Bei diesem Vorwurf verstummte ich, und fühlte mich in heimliche Scham versetzt und dies, wie mich bedünkte, sogar vor Gott im Himmel. Deshalb wünschte ich, wie ich so dastand und den Kopf hangen liess, von ganzem Herzen, ich möge doch wieder ein kleines Kind sein, auf dass mein Vater mich sprechen lehre, ohne dass ich in dies arge Schworen verfiele.,Denn', dachte ich,,ich habe mich so daran gewohnt, dass es für mich vergeblich wäre, an eine Besserung zu denken.' Ich meinte nämlich, das könne niemals geschehen.

9 1. Gnade für den grössten Sünder Daher vollzog ich eine gewisse äusserliche Reform sowohl in Worten als auch in meinem Tun und hielt mir die Gebote für meinen Weg in den Himmel vor Augen. Ich bestrebte mich auch, diese Gebote zu halten und hielt sie, wie mir schien, zuweilen recht gut, und in diesen Zeiten empfand ich Trost. Doch hie und da brach ich wiederum ein Gebot und betrübte so mein Gewissen. Dann aber bereute ich und sagte, dass es mir leid tue und versprach nun Gott, dass ich es das nächste Mal besser machen würde... dann, schien es mir, war ich Gott ebenso wohlgefällig als jedermann sonst in England.

10 1. Gnade für den grössten Sünder Diese ganze Zeit hielten mich meine Nachbarn für einen sehr frommen Mann... Sie waren äusserst erstaunt, eine so grosse und offenkundige Veränderung in meinem Leben und meinem Verhalten zu sehen. Und in der Tat, es war an dem, obwohl ich doch noch nichts wusste von Christus und auch nichts von Gnade, Glaube und Hoffnung. Und wahrlich, ich habe seitdem sehr wohl eingesehen: wäre ich damals gestorben, so wäre meine Lage ganz fürchterlich gewesen.

11 1. Gnade für den grössten Sünder Während dieser ganzen Zeit aber fühlte ich, wenn ich meinte, ich hielte dies oder jenes Gebot, oder wenn ich mit Wort oder Tat das eine oder andere vollbrachte, das meiner Meinung nach gut war, grossen Frieden in meinem Gewissen. Ich pflegte bei mir selbst zu denken:,Gott kann nicht anders als jetzt an mir Wohlgefallen haben.' Ja, um es auf meine Weise auszudrücken, ich meinte:,Niemand in England kann Gott besser gefallen denn ich.'

12 1. Gnade für den grössten Sünder Ich armseliger Schurke! Ich wusste wahrend dieser ganzen Zeit nichts von Jesus Christus und arbeitete daran, meine eigene Gerechtigkeit aufzurichten. Darin wäre ich für ewig verloren gewesen, wenn mir Gott in seinem Erbarmen nicht deutlicher gezeigt hätte, wie es mit meiner Natur stand.

13 1. Gnade für den grössten Sünder Doch eines Tages liess mich die gütige Vorsehung Gottes nach Bedford geraten, um dort in meinem Beruf zu arbeiten. In einer der Strassen dieser Stadt kam ich an eine Stelle, an welcher drei oder vier arme Frauen vor einer Tür in der Sonne sassen und miteinander von den göttlichen Dingen sprachen. Da ich jetzt bereit war, ihrer Unterhaltung zuzuhören, fuhr ich naher heran, um zu vernehmen, was sie redeten, denn ich war nunmehr selber in Sachen der Religion ein eifriger Schwätzer. Doch ich muss sagen, ich hörte wohl, aber ich verstand nicht; denn sie bewegten sich in ferner Höhe, jenseits meiner Grenzen.

14 1. Gnade für den grössten Sünder Sie unterhielten sich über eine neue Geburt als dem Werke Gottes an ihrem Herzen; des weiteren darüber, wie sie von ihrem elenden Zustande hinsichtlich ihrer Natur überführt worden wären. Sie sprachen davon, wie Gott ihre Seele mit seiner Liebe in dem Herrn Jesus besucht hatte, und mit welchen Worten und Verheissungen sie wider die Anfechtungen des Teufels gekräftigt, getröstet und gestärkt worden wären. Überdies erörterten sie die Einflüsterungen und Versuchungen Satans im einzelnen und berichteten einander, durch welche sie angefochten worden wären, und wie sie unter seinen Anlaufen neuen Mut empfangen hatten.

15 1. Gnade für den grössten Sünder Sie redeten auch von ihrem eigenen Herzenselend, ihrem Unglauben und sprachen verächtlich, geringschätzig, ja mit Abscheu von ihrer eignen Gerechtigkeit, da sie befleckt und ungenügend sei zu irgend etwas Gutem. Und wie es mir schien, sprachen sie, als ob Freude ihnen die Zunge lose. Sie redeten mit solchem Wohlgefallen an der Sprache der Schrift und mit solchem Sichbekunden der Gnade in allen ihren Worten, dass sie mir vorkamen, als hätten sie eine neue Welt gefunden... Bei alledem fühlte ich, wie mein Herz zu pochen begann, und ich schöpfte den Verdacht, dass mein eigner Zustand erbärmlich sei...

16 1. Gnade für den grössten Sünder So verliess ich denn nun die Frauen, nachdem ich ihre Reden vernommen und überdacht hatte und wandte mich wieder meiner Beschäftigung zu. Aber die Reden und Betrachtungen der Frauen gingen mit mir mit; auch wünschte mein Herz, länger bei ihnen zu verweilen. Ich war bei ihren Worten in grosse innere Bewegung geraten. Einerseits nämlich war ich durch sie davon überführt worden, dass mir die echten Kennzeichen eines wahrhaft frommen Mannes mangelten; anderseits war ich durch sie auch überzeugt worden von dem glückseligen und gesegneten Zustand eines Menschen, dessen Herz so geartet war.

17 2. Zweifel über Gottes Güte Die 1. grosse Versuchung: Ob er wirklich erwählt ist. So war ich denn also für geraume Zeit aufs Äusserste angefochten und ratlos. Oft war ich, wenn ich ein Stück Weges zurückgelegt hatte, daran umzusinken, wo ich gerade ging und stand, so schwach war mir zumute. „Wer ist jemals verlassen worden, der in der Furcht Gottes geblieben ist? Oder wer ist jemals von ihm übersehen worden, der ihn angerufen hat?“ Sirach 2,12.

18 2. Zweifel über Gottes Güte Die 2. grosse Versuchung: Der Tag der Gnade ist für ihn vorbei. Nunmehr war ich auf äusserste verzagt, weil ich wirklich und wahrhaftig dachte, dies könne sehr wohl so sein. So lief ich denn auf und nieder, meine traurige Lage beklagend, und hielt mich für weit ärger als an die tausend Narren, weil ich so lange gezögert und so viele Jahre in Sünde hingebracht, wie ich getan. Ich schrie immer wieder: ‚O, dass ich früher umgekehrt wäre. O, dass ich vor sieben Jahren umgekehrt wäre.’ es ist aber noch Raum da... nötige sie hereinzukommen, dass mein Haus voll werde. Lukas 14:22-23.

19 2. Zweifel über Gottes Güte Er war auch versucht, den Glauben aufzugeben. Doch dem Herrn sei Dank, sie hatten ihr Gegengewicht an jenem gesunden Empfinden für den Tod und den Tag des Gerichts, welche mir sozusagen unablässig vor Augen standen. Ich pflegte auch des öfteren an Nebukadnezar zu denken, von dem es heisst: “Der Höchste hatte ihm alle Königreiche der Erde gegeben.”,Aber’, dachte ich,, wenn jener grosse Mann diese ganze Welt als sein Erbteil hatte, eine einzige Stunde im höllischen Feuer würde ihn alles vergessen machen.’ Diese Betrachtung war eine grosse Hilfe für mich.

20 2. Zweifel über Gottes Güte Ich finde jetzt keinen Ausdruck dafür, mit welch einem Sehnen und Herzbrechen ich zu Christus flehte, er möge mir rufen. So war ich eine Zeitlang nichts als Feuer und Flamme, zu Jesus Christus bekehrt zu werden... Gold! Wäre er für Gold zu haben gewesen, was hätte ich für ihn nicht geben mögen! Wäre eine ganze Welt mein eigen gewesen, sie wäre zehntausendmal bis auf den letzten Rest fortgegeben worden, damit meine Seele den Stand eines Bekehrten gewönne.

21 3. Die Bosheit seines Herzens wird ihm klar. Was er mir zeigte, war einzig, dass ich verloren sei, wenn ich Christus nicht hätte, weil ich ein Sünder gewesen. Ich erkannte, dass ich einer vollkommenen Gerechtigkeit bedürfe, um mich ohne Fehl vor Gottes Auge zu stehen, und diese Gerechtigkeit war nirgends zu finden ausser in der Person Jesu Christi.

22 3. Die Bosheit seines Herzens wird ihm klar. Meine eingeborene und inwendige Beflecktheit aber, sie eben sie war mein Fluch und meine Pein... Auf Grund ihrer war ich in meinen Augen widerlicher als eine Kröte, und ich meinte, auch in Gottes Augen sei ich das. Sünde und Verderbtheit, sagte ich, mussten ebenso natürlich aus meinem Herzen entspringen wie Wasser hervorsprudelt aus einem Quell. Ich dachte jetzt, jeder sonst habe ein besseres Herz denn ich, und ich hatte mit jedem Beliebigen das Herz tauschen mögen. Ich dachte, einzig der Teufel selber könne es mir gleichtun an inwendiger Bosheit und Beflecktheit des Herzens... Gewiss, dachte ich, ich bin ein von Gott Verlassener, gewiss, ich bin preisgegeben an den Teufel und an den Geist der Verdammnis. Und dabei blieb ich geraume Zeit, ja sogar eine ganze Reihe von Jahren.

23 3. Die Bosheit seines Herzens wird ihm klar. Wahrend ich derart durch die Fürcht vor meiner eigenen Verdammnis gepeinigt war, gab es doch zweierlei, das mich verwunderte. Das eine war, wenn ich alte Leute den Dingen dieses Erdenlebens nachtrachten sah, so als ob sie hier für immer leben sollten. Das andre war, wenn ich Bekennende Christen über die Massen betrübt und niedergeschlagen fand, wo sie von äusseren Verlusten wie denen von Mann, Frau oder Kind usw. betroffen wurden.

24 3. Die Bosheit seines Herzens wird ihm klar. Ich dachte:,Herr, was ist hier für ein Getue mit so geringen Dingen wie diesen! Welch ein Trachten nach weltlichen Dingen bei den einen, und welch ein Jammern über deren Verlust bei andern! Wenn sie um die Dinge dieses gegenwärtigen Lebens so sich plagen und über sie so viele Tranen vergiessen, wie sehr bin dann ich zu beseufzen und zu bemitleiden, wie müsste man für mich Fürbitte tun! Meine Seele ist dem Sterben nah, ist der Holle nah. Wäre nur meine Seele in guter Verfassung, und hatte ich nur darüber Gewissheit, O, wie reich würde alsdann ich mich fühlen, wie gesegnet, auch wenn ich nur Brot und Wasser hätte.

25 3. Die Bosheit seines Herzens wird ihm klar. Und obwohl ich dergestalt durch das erschreckende Erblicken und Empfinden meiner eigenen Bosheit verwirrt, geschüttelt und gepeinigt war, hatte ich dach Angst davor, dies Erblicken und Empfinden ganz aus meinem Sinn entschwinden zu lassen. Denn ich erkannte: wo des Gewissens Schuld nicht auf dem rechten Wege, d. h. durch Christi Blut, fortgenommen werde, müsse ein Mensch durch Entledigung von dieser Herzensunruhe eher schlechter denn besser werden. Wenn daher meine Schuld mich hart bedrückte, so pflegte ich zu flehen, dass Christi Blut sie fortnehmen möge.

26 3. Die Bosheit seines Herzens wird ihm klar. Und wenn das Gefühl der Schuld ohne dies entschwinden wollte (denn es schien mit dem Sündengefühl mitunter so, als ob es daran sei zu sterben und ganz zu vergehen), so musste ich doch wiederum danach streben, es mir von neuem zu Herzen zu nehmen, indem ich auf die Bestrafung der Sünden im höllischen Feuer mich besann und flehte:,Herr, lass mein Herz vom Gefühl der Schuld allein auf dem rechten Wege frei werden, d.h. allein durch Christi Blut, allein dadurch, dass durch ihn deine Barmherzigkeit meiner Seele zuteil wird.’

27 4. Licht aus dem Wort Gottes. In dieser Lage verharrte ich lange Zeit. Als aber des Trostes Zeit gekommen war, hörte ich eine Predigt über folgende Stelle des Hohenlieds: “Siehe, meine Geliebte, du bist schön! siehe, schön bist du!” Damals nun machte der Prediger die beiden Worte “meine Geliebte” zu seinem hauptsachlichen Gegenstande. Aus ihnen zog er, nachdem er den Text ein wenig erklärt hatte, folgende Schlüsse. Die Kirche und ebenso eine jede gerettete Seele sei erstens Christi Geliebte, auch wenn sie ohne Liebe sei, zweitens Christi Geliebte ohne allen Grund, drittens Christi Geliebte, auch wenn die Welt sie hasse, viertens Christi Geliebte, auch wenn sie in Anfechtung und Verlassenheit sei, fünftens Christi Geliebte von Anfang bis zu Ende.

28 4. Licht aus dem Wort Gottes. Er sagte da Folgendes:,Wo es nun so ist, dass die Seele auch in Anfechtung und Verlassenheit Christi Geliebte ist, alsdann, O angefochtene Seele, wenn du bedrangt und betrübt bist durch Anfechtungen und durch das Verborgensein von Gottes Angesicht, denke dennoch an diese beiden Worte meine Geliebte, trotz allem.’

29 4. Licht aus dem Wort Gottes. So kamen denn, als ich auf dem Heimwege war, mir diese Worte wieder in den Sinn, und ich erinnere mich sehr wohl, dass ich, als sie mir kamen, in meinem Herzen Folgendes sprach:,Was werde ich davontragen, wenn ich an jene beiden Worte denke?’ In eben dem Augenblick, da dieser Gedanke mir durchs Herz ging, begannen in meiner Seele schon die Worte aufzuleuchten:,Du bist meine Geliebte, du bist meine Geliebte’ zwanzigmal hintereinander. Und in einem fort, wie sie mir so durch den Sinn gingen, nahmen sie an Helligkeit und Warme zu, und es kam dahin, dass sie mich hochschauen liessen.

30 4. Licht aus dem Wort Gottes. Alsdann fing ich an, dem Worte Raum zu geben, welches machtvoll, alles übertönend, in meiner Seele es froh erklingen liess:,Du bist meine Geliebte, du bist meine Geliebte, und nichts soll dich scheiden von meiner Liebe', und damit kam mir Röm. 8, 39 in den Sinn. Jetzt war mein Herz von Trost und Hoffnung übervoll, und jetzt konnte ich glauben, dass meine Sünden mir vergeben seien. Wahrlich, ich war jetzt so hingenommen von der Liebe und dem Erbarmen Gottes, dass mir noch im Gedächtnis ist: ich wusste nicht, wie ich an mich halten sollte, bis ich nach Hause kam.

31 4. Licht aus dem Wort Gottes. Ich meinte, ich hatte von Gottes Liebe und Erbarmen gegen mich sogar zu den Krähen sprechen können, die vor mir auf den Ackerfurchen sassen, wenn sie fähig gewesen wären, mich zu verstehen. Daher sprach ich mit grosser Freude bei mir selbst:,Ach, ich wollte, ich hätte Feder und Tinte bei mir, ich würde dies alles aufschreiben, ehe ich auch nur einen Schritt weiter gehe, denn gewiss, ich will dies vierzig Jahre lang nicht vergessen.' Doch wehe, in weniger denn vierzig Tagen fing ich an, alles wieder in Zweifel zu ziehn, und dies liess mir alles noch einmal fraglich werden.

32 5. Was können wir daraus lernen? *Echt Wiedergeborene hassen ihre sündige Natur - was passend ist, denn unsere Sünde ist schlimmer, als wir meinen. *Darum: starke Überführung od. sogar Niedergeschlagenheit kann einem Christ sehr dienen. *Echt Wiedergeborene haben grosse Freude an Jesus Christus. Die Gerechtigkeit Christi deckt unsere sündige Natur, und nur sie allein. *Der echte Kampf des christlichen Lebens – inklusive Bekehrung – ist der Kampf, diese zwei Wahrheiten tief im Herzen zu glauben: Ich bin wirklich so schlecht, und Gott ist wirklich mir so gut! *Der Kampf kämpft man mit Ausdauer, und mit dem Wort Gottes. *Eine echte Lösung bringt eine tiefe und bleibende Freude.

33 Überreiche Gnade für den grössten Sünder ( 2 )

34 Eine Zeit voller Anfechtungen Und zuweilen erscholl es in mir so stark — wahrlich so, als ob man es laut hinter mir her riefe —, dass ich einmal zu allem Überfluss den Kopf rückwärts über die Schulter drehte, weil ich im Ernste meinte, jemand habe hinter mir her gerufen...

35 Eine Zeit voller Anfechtungen Der Versucher stritt dabei wider mich vielfach auch mit folgenden Fragen:,Was können wir anderes sagen, als dass die Türken ebenso gut Schriften haben, um ihren Mohammed als Erlöser darzutun wie wir, um zu beweisen, dass unser Jesus es ist? Und kann ich mir denn vorstellen, dass so zahllose Zehntausende in so vielen Ländern und Reichen ohne Kenntnis des rechten Weges gen Himmel sein sollten (gesetzt, es gäbe wirklich einen Himmel); und dass einzig wir, die wir in einem Winkelchen der Erde leben, mit dieser Erkenntnis gesegnet sein sollten?

36 Eine Zeit voller Anfechtungen so reizte mich der Versucher so sehr zu dem Wunsch, diese Sünde zu begehen, dass mir war, als ob ich nicht Ruhe haben könne, dürfe, würde, bis dass ich sie wirklich begangen hätte. Jetzt würde keine Sünde ausser dieser genugsam sein... Und diese Versuchung hing in so hohem Masse über mir, dass ich oft drauf und dran gewesen bin, meine Hand unter mein Kinn zu pressen, um meinen Mund vom sich Auftun abzuhalten.

37 Eine Zeit voller Anfechtungen sie hatten keine Seele, die unter den ewigen Beschwernissen von Hölle oder Sünde verloren sein würde, wie es mir bestimmt zu sein schien.

38 Eine Zeit voller Anfechtungen Und nun war mein Herz unterweilen über die Massen verstockt. Und wenn ich tausend Pfund für eine Träne bekommen hätte, ich konnte keine einzige vergiessen, wahrlich nicht, und mitunter sogar kaum danach verlangen, eine zu vergiessen.

39 Eine Zeit voller Anfechtungen Solange diese Versuchung andauerte, d.h. ungefähr ein Jahr lang, vermochte ich an keines der Gebote Gottes anders zu denken als mit bitterer und grosser Betrübnis. Wahrlich, ich war damals aufs Äusserste geplagt mit Lästerungen. So oft ich das Wort Gottes hörte, hielt betreffs seiner mich Unlauterkeit, Lästerung und Verzweiflung gefangen. Wenn ich beim Lesen der Schrift war, so sprangen mir manchmal Gedanken auf, die alles, was ich las, bezweifelten. Manchmal wiederum ward mein Sinn so seltsam mir entführt und auf andere Dinge gelenkt, dass ich von dem Satz, den ich eben erst gelesen, auch nicht ein bisschen verstanden oder erfasst oder behalten hatte.

40 Eine Zeit voller Anfechtungen Auch beim Gebet bin ich zu jener Zeit aufs Äusserste in Wirrnis gewesen. Manchmal habe ich gedacht, ich bekäme den Teufel zu sehen, nein doch, sondern gedacht, ich hätte ihn hinter mir an meinen Kleidern zerren fühlen. Er war in der Zeit, da gebetet werden sollte, unablässig hinter mir her:,Mach Schluss, geschwind, du hast genug gebetet, versäume dich nun nicht länger’, und so lenkte er in einem fort meinen Sinn ab.

41 1. Noch einmal: Licht aus dem Wort Gottes. Diese Dinge brachten mich in grosse Not. Denn obwohl ich im Augenblick mich nicht für zu sofortigem Tode vorbereitet halten konnte, dachte ich, ein langes Leben würde mich wohl noch weniger vorbereitet werden lassen. Die Zeit nämlich würde mich alles vergessen machen... Doch, Jesus Christus sei Dank, dies alles machte mich nicht nachlässig in meinem Schreien, sondern liess es mich um so heftiger tun (gleich jener Braut, über welche der Ehebrecher kam – 5.Mose 22,26).

42 1. Noch einmal: Licht aus dem Wort Gottes Ich erinnere mich auch an Folgendes. Ich sass eines Tages in eines Nachbarn Haus und war sehr traurig im Gedanken an meine vielen Lästerungen und sprach innerlich bei mir selbst:,Was für einen Grund habe denn ich, der ich so niedrig und verabscheuenswert gewesen bin, zu der Erwartung, dass ich je das ewige Leben ererben sollte?’ Da kam plötzlich das Wort zu mir: „Was sollen wir nun hiezu sagen? Ist Gott für uns, wer mag wider uns sein?” Eine Hilfe für mich war auch jenes Wort: „Ich lebe und ihr sollt auch leben.” Doch dies alles waren lediglich Winke, Berührungen und kurze Besuche, überaus lieblich freilich, wenn sie gegenwärtig waren, doch sie verweilten nicht lange.

43 1. Noch einmal: Licht aus dem Wort Gottes Ich erinnere mich an Folgendes. Eines Tages, als ich unterwegs auf dem Lande war, grübelte ich über die Verkehrtheit und Gottlosigkeit meines Herzens und dachte an die Feindschaft wider Gott, die in mir war. Da kam mir folgendes Wort der Schrift in den Sinn: „Er hat Frieden gestiftet durch das Blut an seinem Kreuz.” Dadurch wurden mir die Augen aufgetan, und ich sah, wieder und wieder und immer wieder an jenem Tage, dass Gott und meine Seele durch dies Blut einander freund geworden waren. Wahrhaftig, ich sah, dass die Gerechtigkeit Gottes und meine sündige Seele einander umarmen und küssen konnten durch dies Blut. Dies war ein guter Tag für mich. Ich hoffe, ich werde ihn nie vergessen.

44 1. Noch einmal: Licht aus dem Wort Gottes Eines andern Tages saß ich am Herdfeuer in meinem Hause und grübelte über mein Elend. Da machte der Herr auch folgende Stelle zu einem köstlichen Wort an mich: „Nachdem nun die Kinder Fleisch und Blut haben, ist er’s gleichermaßen teilhaftig worden, auf dass er durch den Tod die Macht nähme dem, der des Todes Gewalt hatte, das ist, dem Teufel und erlöste die, so durch Furcht des Todes im ganzen Leben Knechte sein mussten.” Ich meinte die Herrlichkeit dieser Worte da so schwer auf mir zu fühlen, dass ich, so wie ich da saß, einmal und noch ein zweites Mal nahe daran war, ohnmächtig zu werden, aber nicht aus Kummer und Schmerz, sondern aus Freude und Seligkeit von Grund auf.

45 1. Noch einmal: Licht aus dem Wort Gottes Er pflegte uns zu gebieten, wir sollten uns vor allem davor hüten, dass wir je irgend eine Wahrheit auf gut Glauben hinnähmen, weil der oder jener oder diese oder jene es sagten, sondern statt dessen mit aller Macht zu Gott flehen, er selbst möge uns von ihrer Wirklichkeit überführen und uns darin befestigen durch seinen eigenen Geist in Kraft des heiligen Worts.,Denn’, sagte er,.andernfalls werdet ihr, sobald die Versuchungen mit Macht über euch kommen, Folgendes erfahren: Da ihr die göttlichen Worte nicht mit eigener Gewissheit vom Himmel selber her empfangen habt, wird es euch nun an jener Hilfe und Kraft zum Widerstehen fehlen, von der ihr vordem dachtet, dass ihr sie hättet.’

46 1. Noch einmal: Licht aus dem Wort Gottes dass es Gott im allgemeinen Wohlgefallen hat, mit mir folgendermaßen zu verfahren. Zuerst ließ er es zu, dass ich angefochten wurde durch Versuchungen... und alsdann offenbarte er sie mir. So musste ich zuzeiten unter tiefem Schuldbewusstsein... liegen und war dadurch geradezu bis in den Grund und Boden zermalmt, alsdann pflegte mir der Herr den Tod Christi vor Augen zu stellen, ja, und mein Gewissen mit seinem Blut zu besprengen. Dadurch aber erkannte ich: in jenem Gewissen, in welchem eben jetzt erst noch das Gesetz die Gewalt seines Grimms geübt hatte, eben in ihm hatten — und dies noch ehe ich es gewahr worden war — der Friede und die Liebe Gottes durch Christus nun ihre Stätte und Wohnung genommen.

47 1. Noch einmal: Licht aus dem Wort Gottes Nunmehr hatte ich, wie mich bedünkte, über meine Erlösung eine Bestätigung vom Himmel her, mit vielen goldenen Siegeln daran, die alle vor meinen Augen hingen... Und o, dachte ich, dass ich doch jetzt achtzig Jahre alt wäre, dass ich bald stürbe, dass meine Seele zur Ruhe eingegangen wäre. Und nun fand ich, wie ich meinte, dass ich Christus herzlich liebte.

48 1. Noch einmal: Licht aus dem Wort Gottes Gar bald jedoch entdeckte ich, dass meine große Liebe nur gering war: ich, der ich, wie mich bedünkte, solch eine brennende Liebe zu Jesus Christus hatte, vermochte es, ihn wiederum fahren zu lassen um eine wahre Nichtigkeit. Aber Gott vermag es, uns zu demütigen...

49 3. Er soll seinen Christus verkaufen... er mengte sich fortwährend in beinahe alles hinein, was ich dachte, und dies in dem Masse, dass ich weder meine Nahrung zu mir nehmen, noch mich nach einem Nagel bücken, noch einen Stock schneiden, noch auch mein Auge auf dies oder das richten konnte, ohne dass immerzu die Versuchung sich meldete: Verkaufe Christus für dies, oder verkaufe Christus für das, verkauf ihn, verkauf ihn.’

50 3. Er soll seinen Christus verkaufen Doch ich will kurz sein. Eines Morgens, als ich im Bette lag, war ich, ebenso wie zu andern Stunden, mit äußerster Heftigkeit von dieser Versuchung gepackt, Christus zu verkaufen und zu verlassen. Die gottlose Einflüsterung ging in einem fort mir durch den Sinn:,Verkauf ihn, verkauf ihn, verkauf ihn, verkauf ihn, verkauf ihn’, so schnell, wie ein Mensch überhaupt sprechen kann. Darauf erwiderte ich in meinem Sinn, ebenso wie zu andern Stunden:,Nein, nein, nicht um Tausende, Tausende, Tausende’, und dies mindestens zwanzigmal hintereinander. Doch zuletzt, nach vieler Anstrengung, bei der ich schließlich nahezu den Atem verlor, fühlte ich, wie mir der Gedanke durchs Herz fuhr:,Lass ihn gehen, wenn er will!’ Und ich meinte auch zu fühlen, dass mein Herz dem aus freien Stücken beistimmte. O der Eifer Satans! O die verzweifelte Boshaftigkeit des Menschenherzens!

51 3. Er soll seinen Christus verkaufen 16 dass nicht jemand sei ein Abtrünniger oder Gottloser wie Esau, der um der einen Speise willen seine Erstgeburt verkaufte. 17 Ihr wisst ja, dass er hernach, als er den Segen ererben wollte, verworfen wurde, denn er fand keinen Raum zur Buße, obwohl er sie mit Tränen suchte. (Hebr )

52 3. Er soll seinen Christus verkaufen 16 dass nicht jemand sei ein Abtrünniger oder Gottloser wie Esau, der um der einen Speise willen seine Erstgeburt verkaufte. 17 Ihr wisst ja, dass er hernach, als er den Segen ererben wollte, verworfen wurde, denn er fand keinen Raum zur Buße, obwohl er sie mit Tränen suchte. (Hebr ) Nunmehr war ich wie ein Eingekerkerter, ich fühlte mich wie einer, welcher dem kommenden Gericht endgültig preisgegeben war. Für zwei ganze Jahre sollte nun nichts mein Geleit sein als Verdammnis und Erwartung der Verdammnis.

53 4. Ringen mit dem Wort - Trost und Furcht schoss plötzlich folgender Spruch durch mein Herz: „Das Blut Christi vergibt alle Sünde.” Dies ließ mich in meinem Geiste stille halten, und ich wurde in Besitz genommen von dem Wort: „Das Blut Jesu Christi seines Sohnes, machet uns rein von aller Sünde.”... Da begann ich Frieden in meiner Seele zu empfangen, und mir schien es, als ob ich sähe, wie der Versucher sich heimlich davonmacht... zur gleichen Zeit standen meine Sünde und das Blut Christi so vor meinen Augen, dass meine Sünde im Vergleich mit dem Blut Christi gegen dieses nicht mehr war als dies Bröckchen oder Steinchen vor mir ist gegen das große weite Feld, das sich hier meinem Blick bietet. Dies verlieh mir gute Zuversicht für die Frist von zwei oder drei Stunden. Während dieser Zeit meinte ich also im Glauben den Sohn Gottes zu schauen, wie er für meine Sünden litt. Aber es hielt nicht an, und so sank ich denn in meinem Geiste wiederum unter das Gefühl unermesslicher Schuld.

54 4. Ringen mit dem Wort - Trost und Furcht keine Möglichkeit zur Busse fand, obwohl er sie mit Tränen suchte.

55 4. Ringen mit dem Wort - Trost und Furcht keine Möglichkeit zur Busse fand, obwohl er sie mit Tränen suchte. „Ich aber habe für dich gebeten, dass dein Glaube nicht aufhöre.”

56 4. Ringen mit dem Wort - Trost und Furcht keine Möglichkeit zur Busse fand, obwohl er sie mit Tränen suchte. „Ich aber habe für dich gebeten, dass dein Glaube nicht aufhöre.” Und nun war ich mir selbst eine Last und ein Schrecken. Auch habe ich nie so wie damals erfahren, was es heißt, seines Lebens leid zu sein und gleichwohl vor dem Sterben sich zu fürchten. O, mit welcher Freude wäre ich nun irgendein andrer als ich selbst gewesen, irgend etwas andres als ein Mensch und in jeder andern Lage als der meinigen! Denn nichts war da, das mir häufiger durch den Sinn gegangen wäre, als dass es für mich unmöglich war, für meine Übertretung Vergebung zu erlangen und Errettung vor dem künftigen Zorn zu finden.

57 4. Ringen mit dem Wort - Trost und Furcht Davids Ehebruch

58 4. Ringen mit dem Wort - Trost und Furcht Davids Ehebruch Petrus Verleugnung Christi

59 4. Ringen mit dem Wort - Trost und Furcht Davids Ehebruch Petrus Verleugnung Christi Judas

60 4. Ringen mit dem Wort - Trost und Furcht Davids Ehebruch Petrus Verleugnung Christi Judas denn ich sah, ich hatte, was die näheren Umstände anlangt, keine so schwere Übertretung begangen wie er. Doch damit war es schnell wieder vorbei. Denn ich dachte bei mir selbst, es gebe wohl mehr Wege als einen, um die unvergebbare Sünde zu begehen.

61 4. Ringen mit dem Wort - Trost und Furcht Esau: hernach, als er den Segen ererben wollte, verworfen wurde.’

62 4. Ringen mit dem Wort - Trost und Furcht Esau: hernach, als er den Segen ererben wollte, verworfen wurde.’ Davids Ehebruch und Mord Salomos Liebe für fremde Frauen und ihre Götzen Manasse

63 4. Ringen mit dem Wort - Trost und Furcht Esau: hernach, als er den Segen ererben wollte, verworfen wurde.’ Davids Ehebruch und Mord Salomos Liebe für fremde Frauen und ihre Götzen Manasse Diese eine Betrachtung brachte wieder und immer wieder meinem Herzen den Tod: Meine Sünde hatte sich schnurstracks gerichtet wider meinen Heiland und dies noch dazu in dem Masse, dass ich in meinem Herzen von ihm gesagt:,Lass ihn gehen, wenn er will.’ O, mich deuchte, diese Sünde war größer denn die Sünden einer Gegend, eines Königreichs, der ganzen Welt. Keine einzige vergebbare Sünde, noch auch sie alle miteinander, war im- stande, der meinen gleichzukommen. Die meine übertraf jedwede von ihnen.

64 4. Ringen mit dem Wort - Trost und Furcht Doch gepriesen sei seine Gnade! Mitten in diesen fliehenden Sünden rief, so als ob sie mir nachliefe, hinter mir her eine Schriftstelle: „Ich vertilge deine Missetaten wie eine Wolke, und deine Sünden wie den Nebel. Kehre dich zu mir, denn ich erlöse dich.”

65 4. Ringen mit dem Wort - Trost und Furcht Da fiel denn mit Allgewalt mir jenes Gotteswort auf die Seele: „Sehet zu, dass ihr euch des nicht weigert, der da redet.” Das fuhr wie ein wunderlicher Blitz durch meinen Geist. Es brachte mit sich Licht... Sie lebte in meiner Empfindung ungefähr drei oder vier Tage lang fort, und dann begann ich misstrauisch zu werden und abermals zu verzweifeln...

66 4. Ringen mit dem Wort - Trost und Furcht Nur des einen Wunsches meiner Seele war ich mir bewusst, mich selbst eben der Gnade zu Füssen zu werfen mit Gebet und demütigem Flehen. Doch o, schwer war es mir jetzt, das Gesicht mit der Bitte um Erbarmen zu eben dem Christus zu erheben, wider den ich so arg gesündigt hatte... Jedoch ich sah, es gab nur den einen Weg für mich, ich musste zu ihm gehen und mich vor ihm demütigen und betteln, er möge, dank seiner wunderbaren Barmherzigkeit, mir Mitleid erzeigen und Erbarmen haben mit meiner elenden sündigen Seele.

67 4. Ringen mit dem Wort - Trost und Furcht und er erklärte mir, er meine das ebenfalls. Hier empfing ich daher nur eiskalten Trost. Als ich jedoch ein wenig mehr mit ihm redete, ersah ich, dass er zwar ein guter Mensch war, aber vom Kampf mit dem Teufel nicht eben viel wusste.

68 4. Ringen mit dem Wort - Trost und Furcht,O Herr, ich flehe dich an, zeige du mir, dass du mich je und je geliebt hast.’ Ich hatte dies kaum gesprochen, da kam gleich einem Echo oder Widerhall mit sanfter Stimme das Wort zu mir zurück: „Ich habe dich je und je geliebt.” Da ging ich denn ruhigen Herzens zu Bett. Auch als ich am nächsten Morgen erwachte, war das Wort von neuem meiner Seele nah, und ich glaubte es.

69 4. Ringen mit dem Wort - Trost und Furcht Und als ich so vor dem Herrn war, griff nach meinem Herzen folgende Schriftstelle: „O Mensch, dein Glaube ist groß”, gerade so, als ob jemand mich auf den Rücken geklopft hätte.

70 4. Ringen mit dem Wort - Trost und Furcht So ging ich viele Wochen dahin, manchmal getröstet und manchmal zerquält.

71 4. Ringen mit dem Wort - Trost und Furcht Ich erinnere mich auch an Folgendes. Eines Tages schwebte ich in unterschiedlichen Geisteszuständen, und es wurde mir klar, dass diese Zustände stets ganz der Art der verschiedenen Schriftworte entsprachen, welche mir in den Sinn kamen. War es das Gnadenwort, so war ich beruhigt; war es aber das Wort über Esau, so war ich in Qual.,Herr’, dachte ich,,wenn diese Schriftworte in meinem Herzen sich beide zugleich begegneten, ich wäre gespannt, welches von ihnen den Sieg über mich gewönne.’ So schien es mir, mein Gemüt verlange danach, dass sie beide zusammen über mich kämen; ja, ich erbat es mir von Gott, sie möchten es tun.

72 4. Ringen mit dem Wort - Trost und Furcht Nunwohl, etwa zwei oder drei Tage später taten sie es wirklich. Sie brachen beide mit einem Schlage über mich herein, und eine Weile rangen und stritten sie wunderlich in mir. Zuletzt fing das Wort über Esaus Erstgeburtsrecht an, schwächer zu werden, zurückzuweichen und zu entschwinden. Das Wort über die Genugsamkeit der Gnade aber gewann den Sieg mit Friede und Freude. Als ich nun im Sinnen über das Geschehene war, kehrte heim zu mir das Schriftwort: „Barmherzigkeit aber triumphiert über das Gericht.”

73 4. Ringen mit dem Wort - Trost und Furcht Dies war mir ein Wunderding. Doch wahrlich, ich neige zu dem Gedanken, es kam von Gott. Denn das Wort des Gesetzes und des Zornes muss Raum geben dem Wort des Lebens und der Gnade. Wenn nämlich auch das Wort der Verdammnis Klarheit hat, so hat doch das Wort des Lebens und des Heils weit überschwenglichere Klarheit.

74 4. Ringen mit dem Wort - Trost und Furcht Doch jetzt, wie gesagt, hob ich an, ein gewisses Maß von Mut dazu zu schöpfen, ihnen nahe zu kommen, sie zu lesen und zu bedenken und ihr Ziel und ihre Absicht zu erwägen... Als ich nun das... zu tun begann, fand ich das Gesicht dieser Texte verändert. Denn sie blickten nicht mehr so grimmig auf mich, als sie es meines Bedünkens zuvor getan hatten.

75 4. Ringen mit dem Wort - Trost und Furcht Dass... jene Schriftstellen... so verstanden widersprächen sie andern Schriftstellen nicht, sondern stimmten mit ihnen überein, trug noch weiter dazu bei, mich zu ermutigen und zu trösten.

76 5. Durchbruch! Eines Tages jedoch, als ich über Land zog, war mein Gewissen etlichermassen niedergedrückt, ich fürchtete, es könne doch alles verkehrt sein. Da kam plötzlich folgender Spruch zu meiner Seele: „Deine Gerechtigkeit ist im Himmel”, und zugleich schien es mir, dass ich mit den Augen meiner Seele Jesus Christus zur Rechten Gottes schaute. Allda, sag ich, war meine Gerechtigkeit. Wo immer ich auch sein mochte, und was immer ich auch tat, Gott konnte von mir nicht sagen:,Ihm mangelt meine Gerechtigkeit’; denn diese war gerade vor seinen Augen. Ich sah ausserdem auch, dass nicht meines Herzens gute Verfassung meine Gerechtigkeit besser mache, noch auch meine schlechte Verfassung meine Gerechtigkeit verderbe; denn meine Gerechtigkeit war Jesus Christus selbst, welcher derselbe ist gestern und heute und in Ewigkeit.

77 5. Durchbruch! Jetzt fielen die Ketten an meinen Beinen wirklich ab. Ich war erlöst aus meiner Anfechtung und meinen Verstrickungen, auch meine Versuchungen wichen von mir, so dass von jener Stunde an die erwähnten furchtbaren Schriftaussagen über Gott davon abliessen mich zu verwirren. Da ging ich nun voller Freude über die Gnade und die Liebe Gottes nach Hause. Daheim forschte ich in der Bibel, wo ich wohl den Spruch auffinden könne: „Deine Gerechtigkeit ist im Himmel”. Ich vermochte jedoch eine solche Aussage nicht zu finden. Deshalb begann mein Herz wiederum bedrückt zu werden. Aber dann dachte ich an das Wort: „Jesus Christus ist uns gemacht von Gott zur Weisheit und zur Gerechtigkeit und zur Heiligung und zur Erlösung.” Durch dies Wort erkannte ich, dass der andere Spruch wahr sei.

78 5. Durchbruch! Denn aus dieser Schriftstelle sah ich, dass der Mensch Jesus Christus... sowohl unsre Gerechtigkeit wie unsre Heiligung vor Gott ist. So lebte ich denn für eine gewisse Zeit in wahrhaft seligem Frieden mit Gott durch Christus. O mich bedünkte, Christus, Christus, ja nichts als Christus schwebte mir vor den Augen! Mein Blick richtete sich jetzt nicht auf die eine oder andere der Wohl- taten Christi im Besonderen wie etwa auf seinen blutigen Tod, sein Begräbnis, seine Auferstehung. Ich schaute auf ihn als auf einen ganzen Christus, auf ihn als auf die Einheit sowohl dieser wie aller andern Tugenden, Verkündigungen, Ämter und Tätigkeiten und, dass er zur Rechten Gottes im Himmel sass.

79 6. Was können wir daraus lernen? *Auch echt wiedergeborene Christen können durch sehr viele Täler des Zweifels gehen. *Grosse Not macht den Heiland und sein Heil nur grösser. Gott ist also manchmal absichtlich dabei, uns durch Leid und Not zu fördern und seinen Namen zu ehren. *Das Wort Gottes, und nur das Wort Gottes, hat die Kraft zu befreien. Bunyans Erleichterungen waren alle mit Schriftworten verbunden. *Kleine Sätze im Wort, „belanglose“ Details, können uns erquicken. *Der Kampf ist ein Kampf, Gott beim Wort zu nehmen, und zwar für mich! Auch wenn es um alte Kenntnisse geht. *Der Kampf ist letztendlich ein Kampf, das Evangelium des stellvertretenden Todes Christi für unsere Sünden zu glauben.


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