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Makroökonomik WS 2012/2013, Prof. Dr. J. Graf Lambsdorff Folie 201 Prof. Dr. Johann Graf Lambsdorff Universität Passau WS 2012/13 f(k) k y, s. y s. f(k)

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1 Makroökonomik WS 2012/2013, Prof. Dr. J. Graf Lambsdorff Folie 201 Prof. Dr. Johann Graf Lambsdorff Universität Passau WS 2012/13 f(k) k y, s. y s. f(k) (n+ )k s. y* c* k* y* 8. Zinssatz und Gütermarkt bei konstanter Inflation

2 Makroökonomik WS 2012/2013, Prof. Dr. J. Graf Lambsdorff Folie 202 Pflichtlektüre: Lambsdorff, J. Graf und C. Engelen (2007), Das Keynesianische Konsensmodell, WiST, Wirtschaftswissenschaftliches Studium, August, S Jarchow, H.-J. (2010), Grundriss der Geldtheorie, 12. Aufl. S Romer, D. (2012), Short-Run Fluctuations. Manuskript, University of California, Berkeley, S. 1-22,

3 Makroökonomik WS 2012/2013, Prof. Dr. J. Graf Lambsdorff Folie 203 Bestimmung des Nominalzinses Die vorherigen Abschnitte hatten gezeigt, dass Investitionen sich die zu ihrer Finanzierung notwendigen Ersparnisse selbst erzeugen aufgrund des Multiplikatorprozesses. Damit wird nicht etwa ein Zinssatz benötigt, der für einen Ausgleich zwischen Ersparnis (Kapitalangebot) und Investitionen (Kapitalnachfrage) sorgt. Wie wird dann aber der Zinssatz bestimmt? Wir hatten in Abschnitt 4 bereits gesehen, dass der nominale Zinssatz von der Zentralbank festgelegt werden kann. Bestimmung des Realzinses Die Zentralbank beobachtet permanent die laufende und in der Zukunft erwartete Inflation. Wird dieser Wert vom nominalen Zinsniveau subtrahiert, so ergibt sich das reale Zinsniveau. Damit hat die Zentralbank die Möglichkeit, ein von ihr gewünschtes Realzinsniveau zu steuern.

4 Makroökonomik WS 2012/2013, Prof. Dr. J. Graf Lambsdorff Folie 204 IV. Fallstudie Eurozone Eurozone, 2011 BIP: 9422 Mrd. Bevölkerung: 332 Mio. Pro-Kopf-Produktion: Preis Big-Mac: 3,58 Wechselkurs: 1,30 US $/ Fallstudie

5 Makroökonomik WS 2012/2013, Prof. Dr. J. Graf Lambsdorff Folie : Mit dem Vertrag von Maastricht verpflichten sich die Mitgliedstaaten der Europäischen Union auf die Einrichtung einer Währungsunion. 1998: 11 Mitgliedstaaten erfüllen die notwendigen Konvergenzkriterien. Dänemark, Schweden und Großbritannien nehmen Ausnahmen für sich in Anspruch. 1999: 1. Januar 1999 startet die Eurozone. 2000: Griechenland qualifiziert sich. 2002: Physische Münzen und Banknoten werden emittiert : Weitere Länder treten bei; Slowenien (2007), Zypern und Malta (2008), Slowakei (2009), Estland (2011). Fallstudie

6 Makroökonomik WS 2012/2013, Prof. Dr. J. Graf Lambsdorff Folie 206 Fallstudie Entwicklung Eurozone

7 Makroökonomik WS 2012/2013, Prof. Dr. J. Graf Lambsdorff Folie 207 Wieso sollte die Zentralbank die Realzinsen steuern? Da hohe Realzinsen die Investitionen dämpfen und niedrige Realzinsen zu einem expansiven Impuls führen, wird die Zentralbank der Höhe der Realzinsen besondere Aufmerksamkeit schenken. Ist das Inlandsprodukt höher als sein potentielles Niveau, so machen Arbeitskräfte Überstunden und verzichten auf Freizeit. Sachkapital wird übermäßig verschlissen. Um die Wirtschaft zu dämpfen wird die Zentralbank den Realzins erhöhen. [Its the Feds job] to take away the punch bowl just as the party gets going. William McChesney Martin, Jr. Fed Chairman Ist das reale Inlandsprodukt, Y, niedriger als das potentielle Inlandsprodukt, so resultiert Arbeitslosigkeit und vorhandene Kapazitäten an Sachkapital sind ungenutzt. Die Zentralbank steuert dem durch Senkung des Realzinses entgegen.The Fed also has the job of spiking the punch with grain alcohol when the party starts to flag N. Gregory Mankiw, New York Times, 2007

8 Makroökonomik WS 2012/2013, Prof. Dr. J. Graf Lambsdorff Folie 208 Quelle: New York Times, 21. Dezember 2007

9 Makroökonomik WS 2012/2013, Prof. Dr. J. Graf Lambsdorff Folie 209 Inflationsziel Die Zentralbank wird darüber hinaus der Höhe der Inflationsrate eine große Bedeutung beimessen. Die EZB hält eine Inflationsrate zwischen 1 und 2 Prozent für angemessen. Bei hoher Inflation wird die Zentralbank den Realzins erhöhen. Hierdurch soll der Preisauftrieb gedämpft werden. Bei zu niedriger Inflation wird der Realzins gesenkt, damit zusätzliche gesamtwirtschaftliche Nachfrage und zukünftig höhere Inflation entsteht. Taylor-Regel Die Reaktion der Zentralbank auf Inflation und Inlandsprodukt lässt sich als Funktion darstellen. Diese Regel wird nach ihrem Entdecker John B. Taylor benannt:

10 Makroökonomik WS 2012/2013, Prof. Dr. J. Graf Lambsdorff Folie 210

11 Makroökonomik WS 2012/2013, Prof. Dr. J. Graf Lambsdorff Folie 211

12 Makroökonomik WS 2012/2013, Prof. Dr. J. Graf Lambsdorff Folie 212 MP-Kurve Wird die Taylor-Regel graphisch in einem r/Y-Diagramm dargestellt, so erhalten wir eine Kurve, die die monetäre Politik der Zentralbank beschreibt. Diese Kurve bezeichnen wir als MP-Kurve. Sie hat eine positive Steigung. Lageparameter Ein Anstieg der Inflation oder ein Übergang zu einer restriktiveren Regel (r' steigt) verschieben die MP-Kurve nach oben. r MP-Kurve Y r'

13 Makroökonomik WS 2012/2013, Prof. Dr. J. Graf Lambsdorff Folie 213 Einfache IS-Kurve Die IS-Kurve sei durch die folgende Gleichung charakterisiert (b 0 bezeichnet die in den vorherigen Abschnitten identifizierten Einflüsse). Gleichgewicht Die Regel der Zentralbank und die IS-Kurve können zusammengefasst werden, um das gleichgewichtige Inlandsprodukt und den hierzu gehörigen Realzins zu bestimmen. r Y Y0Y0 r0r0 P0P0 IS MP

14 Makroökonomik WS 2012/2013, Prof. Dr. J. Graf Lambsdorff Folie 214 Ein Konsens? Die Taylor-Regel hat breite Zustimmung über Lehrmeinungen hinweg gefunden. Bezüglich der IS-Kurve verbleiben offene Fragestellungen. Anhänger einer mikrofundierten Makroökonomik vermuten, dass private Haushalte bei einem zukünftig hohen Einkommen bereits heute den Konsum erhöhen. Daher würden sie Erwartungen bezüglich des zukünftigen Einkommens als Einflussgröße in der Gleichung berücksichtigen. Die Relevanz zukünftig erwarteter Größen findet allerdings weniger robuste empirische Unterstützung. Anhänger einer Makroökonomik als engineering erweitern die IS-Kurve eher mit Werten der Vergangenheit. Sie vermuten ferner einen hohen Parameter b 1, da dieser von einem Multiplikatoreffekt verstärkt wird. Wettstreit der Lehrmeinungen

15 Makroökonomik WS 2012/2013, Prof. Dr. J. Graf Lambsdorff Folie 215 r Y Y0Y0 r0r0 P0P0 IS 0 MP rArA PAPA b 0 IS 1 Erhöhung des Staatskonsums YAYA

16 Makroökonomik WS 2012/2013, Prof. Dr. J. Graf Lambsdorff Folie 216 Erläuterung der Anpassung Die Erhöhung des Staatskonsums auf ein dauerhaft höheres Niveau verschiebt die IS-Kurve nach rechts. Aufgrund des Anstiegs des Inlandsprodukts ergibt sich eine Überauslastung der Kapazitäten. Die Zentralbank wird gemäß ihrer Reaktionsfunktion den Realzins erhöhen. Die Inflationsrate ist kurzfristig konstant. Daher bleibt die MP-Kurve unverändert in ihrer Lage. Es ergibt sich ein neues Gleichgewicht im Punkt P A. Das Inlandsprodukt ist angestiegen, allerdings ist der Anstieg gedämpft, da die höheren Realzinsen die Investitionen reduzieren. Dämpfungseffekt der Zentralbankpolitik Der Anstieg des Inlandsprodukts fällt insgesamt geringer aus als bei der bisherigen Multiplikatoranalyse. Die Zentralbank wirkt stabilisierend einer Ausweitung des Inlandsprodukts entgegen. Dies wird auch in der Literatur als Dämpfungseffekt des Geldmarkts oder genauer als Dämpfungseffekt der Zentralbankpolitik bezeichnet.

17 Makroökonomik WS 2012/2013, Prof. Dr. J. Graf Lambsdorff Folie 217 r Y Y0Y0 r0r0 P0P0 IS 0 MP 0 YAYA MP 1 PAPA Straffere Regel der Zentralbank rArA r'

18 Makroökonomik WS 2012/2013, Prof. Dr. J. Graf Lambsdorff Folie 218 Erläuterung der Anpassung Eine straffere Regel der Zentralbank verschiebt die MP-Kurve nach oben. Der Realzins erhöht sich. Aufgrund des steigenden Realzinses sinkt das Inlandsprodukt. Dies wiederum bewirkt, dass die Erhöhung des Realzinses etwas gedämpft wird. Es ergibt sich ein Gleichgewicht in P A bei kurzfristig konstanter Inflationsrate.

19 Makroökonomik WS 2012/2013, Prof. Dr. J. Graf Lambsdorff Folie 219

20 Makroökonomik WS 2012/2013, Prof. Dr. J. Graf Lambsdorff Folie 220 Liquiditätsfalle Die Zentralbank kann keine negativen nominalen Zinssätze am Markt durchsetzen. Ein Grund für dieses Versagen besteht darin, dass die Geschäftsbanken keine Kredite mit negativen Nominalzinsen vergeben, weil sie stattdessen die Geldhaltung bevorzugen. Dies wird als Liquiditätsfalle bezeichnet, da alle Wirtschaftssubjekte eine unbegrenzte Neigung zur Haltung von Liquidität hätten. Bei einer Inflationsrate von Null kann die Zentralbank dann keine negativen Realzinsen erreichen.

21 Makroökonomik WS 2012/2013, Prof. Dr. J. Graf Lambsdorff Folie 221 r Y Y0Y0 r0=0r0=0 P0P0 IS 0 MP =Y 1 =P 1 Expansivere Regel der Zentralbank mit Liquiditätsfalle r'

22 Makroökonomik WS 2012/2013, Prof. Dr. J. Graf Lambsdorff Folie 222 Wirkungslosigkeit der Zentralbankpolitik Statt Punkte auf der MP-Kurve zu erreichen, muss die Zentralbank dann von dieser Kurve abweichen. Unterhalb von r=0 gilt die MP-Kurve nicht mehr. Eine expansivere Regel der Zentralbank ist dann ohne Einfluss auf r. Demzufolge kann sich auch kein Anstieg der Investitionen und des Inlandsprodukts einstellen. Eine Änderung der Regel der Zentralbank ist in der Liquiditätsfalle somit wirkungslos.

23 Makroökonomik WS 2012/2013, Prof. Dr. J. Graf Lambsdorff Folie 223 V. Fallstudie Japan Japan, 2009 BIP: Mrd. Yen Bevölkerung: 127 Mio. Pro-Kopf-Produktion: Yen Preis Big-Mac: 320 Yen Wechselkurs: 85 Yen/US $ Fallstudie

24 Makroökonomik WS 2012/2013, Prof. Dr. J. Graf Lambsdorff Folie 224 Fallstudie Entwicklung Japan

25 Makroökonomik WS 2012/2013, Prof. Dr. J. Graf Lambsdorff Folie : Trotz hohen Wachstums und niedriger Inflation werden niedrige Zinsen gesetzt (um Leistungsbilanzüberschuss abzubauen). Vermögenspreisblase bei Aktien und Immobilien : Nikkei büßt mehr als die Hälfte seines Wertes ein. Viele faule Kredite liegen in den Bilanzen : Trotz Rezession werden Zinsen nur langsam gesenkt : Japan ist in der Liquiditätsfalle. Nur mit hohen Staatsausgaben gelingt eine Stabilisierung. Die Verschuldung des Staates liegt mittlerweile bei 230% des BIP. Fallstudie

26 Makroökonomik WS 2012/2013, Prof. Dr. J. Graf Lambsdorff Folie 226 Der Nikkei ist der bekannteste japanische Aktienindex. Seine Messung basiert auf 225 ausgesuchten Aktienwerten. Fallstudie


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