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Bairisch oder Bayerisch Bayern Altbayern, Franken, Bayerisch Schwaben. bayerisch (das Staatsgebiet betreffend) bairisch (die bairische Sprache betreffend).

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1 Bairisch oder Bayerisch Bayern Altbayern, Franken, Bayerisch Schwaben. bayerisch (das Staatsgebiet betreffend) bairisch (die bairische Sprache betreffend). bairischer Dialekt der Umfang des ursprünglichen bajuwarischen Stammesgebiets mehr als 12 Millionen Sprecher größte zusammenhängende Dialektgebiet im deutschen Sprachraum. bayrische Dialekte > nicht immer bairisch drei große Dialektgruppen in Bayern: Bairisch, Fränkisch, Schwäbisch nächste Seite nächste Seite nächste Seite nächste Seite

2 Bairisch Gebiete: In den Regierungsbezirken Oberbayern, Niederbayern, Oberpfalz, Teilen von Oberfranken, Teilen des Regierungsbezirks Schwaben im Freistaat Bayern Im südlichen Vogtland in Sachsen Im Großteil von Österreich Ausnahmen: Vorarlberg, Nordteil des Tiroler Außerfern Im deutschen Sprachgebiet Südtirols. In den Gemeinden Lusern, Fersental, Sappada (Bladen), Sauris, Timau in Oberitalien In Samnaun in Graubünden (Schweiz) Bei der deutschsprachigen Bevölkerung in Süd- und Westböhmen, in Südmähren In einigen karpatischen Dörfern der Westukraine zwischen Uschgorod und Mukatschewo Bei den Hutterern in Kanada und den USA (das Hutterische). Bei der deutschsprachigen Bevölkerung in Westungarn Bei den Zipsern in der Ostslowakei In rumänischen Landler-Dörfer in Siebenbürgen (Großpold, Grossau, Neppendorf) und den Zipser-Siedlungen in Oberwischau in der Maramuresch und Kirlibaba in der Bukowina. In den brasilianischen Tirolerdörfer Treze Tílias (Dreizehnlinden) im Bundesstaat Santa Catalina und die Colônia Tirol in Espírito Santo Im Tirolerdorf Pozuzo in Peru nächste Seite nächste Seite nächste Seite nächste Seite eine Seite zurück eine Seite zurück eine Seite zurück eine Seite zurück

3 nächste Seite nächste Seite nächste Seite nächste Seite eine Seite zurück eine Seite zurück eine Seite zurück eine Seite zurück Subdialekte im Bairischen Nordbairisch größter Teil der Oberpfalz, südöstlichste Teile von Oberfranken und Mittelfranken nördlichster Teil von Oberbayern südlichster Teil Sachsens (Südvogtland) gesprochen. Mischformen aus Nord- und Mittelbairisch südöstlicher Oberpfalz, nördlichster Teil von Niederbayern Mittelbairisch größter Teil von Niederbayern und Oberbayern Stadtgebiet von München Süden der Oberpfalz und Stadt Regensburg Oberösterreich, Niederösterreich, Wien, Burgenland, Großteil von Salzburg, kleiner Teil der Steiermark, Mischformen aus Süd- und Mittelbairisch Tiroler Unterland, Salzburg (ohne den Flachgau), die Obersteiermark, Burgenland Südbairisch Hauptteil der Steiermark, Kärnten, der größte Teil von Tirol (inklusive Südtirol), die südlichste Spitze des Burgenlandes, Teile von Salzburg

4 Bairisch Unterschiede: Bairisch - Standardsprache Aussprache und Laute Grammatik Wortbildung Konjugation Deklination Syntax Wortschatz nächste Seite nächste Seite nächste Seite nächste Seite eine Seite zurück eine Seite zurück eine Seite zurück eine Seite zurück

5 Aussprache und Laute Im Bairischen findet man im Vergleich zur Standardsprache (Hochdeutsch) - eine andere Aussprache der Vokale Radl (hell) - Lager (dunkel) Bog (hell) - Dog (dunkel) - mehr Diphthonge > Standarddeutsch: au, ei/ai, eu/äu Wäit Doag Gmias - in der Regel keine Umlaute nächste Seite nächste Seite nächste Seite nächste Seite eine Seite zurück eine Seite zurück eine Seite zurück eine Seite zurück

6 Die Vokale im Bairischen geschlossen - offen hell - dunkel ageschlossen + hellFassl aoffen + hellKaas ageschlossen + dunkelGwand aoffen + dunkelFaab e geschlossenLeffe e offenlesn i geschlossensitzn ioffenWiesn ogeschlossen + hellKoffa ooffen + hellRos ogeschlossen + dunkelOgga o offen + dunkelDog ugeschlossenputzn uoffenNudl Aussprache und Laute nächste Seite nächste Seite nächste Seite nächste Seite eine Seite zurück eine Seite zurück eine Seite zurück eine Seite zurück

7 Die Diphthonge im Bairischen auZau ei/aiReih / Mai iaLiacht äiGäid oaStoa uiSpui oiHois uaRuah ouDoud eaStean Aussprache und Laute nächste Seite nächste Seite nächste Seite nächste Seite eine Seite zurück eine Seite zurück eine Seite zurück eine Seite zurück

8 Aussprache und Laute z. T. Verwendung einer besonderen Lautschrift, um bairisch zu schreiben. Beispiele: a > geschlossen und hell: à Bàggl Päckchen o > lang und dunkel: ō Mōgn Magen Nasallaute > Mõ/Mô bis jetzt > keine standardisierte Orthografie für das Bairische. nächste Seite nächste Seite nächste Seite nächste Seite eine Seite zurück eine Seite zurück eine Seite zurück eine Seite zurück

9 Standardsprache (Schriftsprache / Hochdeutsch) > Bairisch Vokalisierung Die r-Vokalisierung Am Silbenende wird er > a: (ähnlich: Standardsprache) Vater > Vodda Butter > Budda verkaufen > vakaafa / vakaufa Nach Vokalen wird oft r > a: Parlament > Baalament Berg > Beag Bei der Schreibung bleibt die r-Vokalisierung oft unberücksichtigt > ähnlich Standardsprache durch statt duach Wort statt Woad, Aussprache und Laute nächste Seite nächste Seite nächste Seite nächste Seite eine Seite zurück eine Seite zurück eine Seite zurück eine Seite zurück

10 Standardsprache (Schriftsprache / Hochdeutsch) > Bairisch Vokalisierung Die l-Vokalisierung Nach Vokalen und Umlauten wird in der Regel l > i Soldat > Soidad kalt > koit Welt > Wäit holen > hoin l nach i/ ie / ü / üh > ui bzw. äi Mühle > Mui bzw. Mäi viel > vui bzw. väi Ilz > Uiz bzw. Äiz Aussprache und Laute nächste Seite nächste Seite nächste Seite nächste Seite eine Seite zurück eine Seite zurück eine Seite zurück eine Seite zurück

11 Standardsprache (Schriftsprache / Hochdeutsch) > Bairisch Vokale a > aSand > Sand a > ofragen > frogn al > oiTal > Doi Aussprache und Laute nächste Seite nächste Seite nächste Seite nächste Seite eine Seite zurück eine Seite zurück eine Seite zurück eine Seite zurück

12 Aussprache und Laute Standardsprache (Schriftsprache / Hochdeutsch) > Bairisch Vokale e > eMesser > Messa, legen > legn el > äiGeld > Gäid, bellen > bäin nächste Seite nächste Seite nächste Seite nächste Seite eine Seite zurück eine Seite zurück eine Seite zurück eine Seite zurück

13 Aussprache und Laute Standardsprache (Schriftsprache / Hochdeutsch) > Bairisch Vokale i > iTisch > Disch, sitzen > sitzn il > ui / äihilf > huif / häif, wild > wuid / wäid ie > ieVieh > Vieh (auch: Viech) ie > ialieb > liab, riechen > riacha iel > ui / äi viel > vui / väi, zielen > zuin / zäin nächste Seite nächste Seite nächste Seite nächste Seite eine Seite zurück eine Seite zurück eine Seite zurück eine Seite zurück

14 Aussprache und Laute Standardsprache (Schriftsprache / Hochdeutsch) > Bairisch Vokale o > oVogel > Vogl o > ourot > roud ol > oi Stolz > Stoiz o > uSommer > Summa (stimmloses S) o > u Sonne > Sunn (stimmloses S) nächste Seite nächste Seite nächste Seite nächste Seite eine Seite zurück eine Seite zurück eine Seite zurück eine Seite zurück

15 Aussprache und Laute Standardsprache (Schriftsprache / Hochdeutsch) > Bairisch Vokale u > uSuppe > Suppn u > uaBruder > Bruada ul > uiSchuld > Schuid nächste Seite nächste Seite nächste Seite nächste Seite eine Seite zurück eine Seite zurück eine Seite zurück eine Seite zurück

16 Aussprache und Laute Standardsprache (Schriftsprache / Hochdeutsch) > Bairisch Umlaute ä > eSchäferhund > Schefahund ä > aKäse > Kaas äl > äischälen > schäin nächste Seite nächste Seite nächste Seite nächste Seite eine Seite zurück eine Seite zurück eine Seite zurück eine Seite zurück

17 Aussprache und Laute Standardsprache (Schriftsprache / Hochdeutsch) > Bairisch Umlaute ö > emögen > megn, schön > schee ö > iKönig > Kini, können > kinna öl > äiHölle > Häi nächste Seite nächste Seite nächste Seite nächste Seite eine Seite zurück eine Seite zurück eine Seite zurück eine Seite zurück

18 Aussprache und Laute Standardsprache (Schriftsprache / Hochdeutsch) > Bairisch Umlaute ü > iSchlüssel > Schlissl, dünn > dinn ü > ubücken > bugga, zurück > zruck, Küche > Kuchl ü > iamüde > miad, grüßen > griaßn ü > eagrün > grea, Blümchen > Bleamal ül > ui bzw. äiGefühl > Gfuih bzw. Gfäi, Mühle > Muih bzw. Mäih nächste Seite nächste Seite nächste Seite nächste Seite eine Seite zurück eine Seite zurück eine Seite zurück eine Seite zurück

19 Aussprache und Laute Standardsprache (Schriftsprache / Hochdeutsch) > Bairisch Umlaute Wort mit ü Bairisch: neues Wort Rücken Buggl verrückt damisch küssen bussln pflücken brogga hübsch fesch Mücke Staunzn nächste Seite nächste Seite nächste Seite nächste Seite eine Seite zurück eine Seite zurück eine Seite zurück eine Seite zurück

20 Aussprache und Laute Standardsprache (Schriftsprache / Hochdeutsch) > Bairisch Diphthonge au > aublau > blau, schauen > schaun au > aaTraum > Draam, Baum > Baam, eu > eiheute > heit, Teufel > Deife, Europa > Eiroba äu > eiMäuse > Meis, Häuser > Heisa äu > aaBäume > Baam, träumen > draama ei > oaTeig > Doag, heißen > hoaßn, breit > broat ei > eiSeite > Seitn, beißen > beißn, frei > frei nächste Seite nächste Seite nächste Seite nächste Seite eine Seite zurück eine Seite zurück eine Seite zurück eine Seite zurück

21 Aussprache und Laute Standardsprache (Schriftsprache / Hochdeutsch) > Bairisch Diphthonge oa – ei > oans, zwoa, drei Standardsprache: ei > bairisch: oa - ei Lautmdhneuhochdeutsch bairisch englisch altes ei ei ei oa, z. B. Geiß, Stein, heizenz. B. Goaß, Stoa, hoazngoat, stone, heat mittleres ei î ei ei z. B. weiß, reitenz. B. weiß, reitnwhite, ride Standardsprache: eu > bairisch: ei Lautmdhneuhochdeutsch bairisch junges ei iu eu ei z. B. neu, teuer, Kreuzz. B. nei/neich, deia, Greiz nächste Seite nächste Seite nächste Seite nächste Seite eine Seite zurück eine Seite zurück eine Seite zurück eine Seite zurück

22 Aussprache und Laute Standardsprache (Schriftsprache / Hochdeutsch) > Bairisch Diphthonge ei – oa Geistliche Wörter ei nicht zu oa Wörter aus dem Gottesdienst: Geist, Fleisch, heilig und Monatsname Mai (eigentlich: Goast, Floasch, hoalig, und Moa - existieren so im Bairischen nicht) nächste Seite nächste Seite nächste Seite nächste Seite eine Seite zurück eine Seite zurück eine Seite zurück eine Seite zurück

23 Aussprache und Laute Standardsprache (Schriftsprache / Hochdeutsch) > Bairisch Diphthonge ei – oa Boa(r) oder Baier Sing. meist Baier, selten Boar Plural: Baiern aber: Bairin oft Boarin, da Bairin als Bäuerin interpretiert werden könnte Landessprache: boarisch - das standarddeutsche bairisch setzt sich zunehmend durch nächste Seite nächste Seite nächste Seite nächste Seite eine Seite zurück eine Seite zurück eine Seite zurück eine Seite zurück

24 Die Konsonanten im Bairischen Im Bairischen finden sich im Wesentlichen die Konsonanten, die man aus der Standardsprache kennt, allerdings sind harte Konsonanten weitaus seltener. Aussprache und Laute nächste Seite nächste Seite nächste Seite nächste Seite eine Seite zurück eine Seite zurück eine Seite zurück eine Seite zurück

25 Aussprache und Laute Standardsprache (Schriftsprache / Hochdeutsch) > Bairisch Konsonanten p t k werden allgemein eher weich ausgesprochen wie b d g Post > Bost Tisch > Disch Kranz > Granz Fleck > Fleg Regelmäßig gilt dies vor allem im Wortinneren zwischen Vokalen. Mutter > Muadda Kater > Koda Im Anlaut vor einem Vokal wird aber k als k gesprochen Käse > Kaas Kohle > Koin nächste Seite nächste Seite nächste Seite nächste Seite eine Seite zurück eine Seite zurück eine Seite zurück eine Seite zurück

26 Aussprache und Laute Standardsprache (Schriftsprache / Hochdeutsch) > Bairisch Konsonanten Im Wortinneren zwischen Vokalen wird b häufig zu w. sauber > sauwa Halbe > Hoiwe Gabel > Gowe Räuber > Raiwa stimmhaftes s nie im Anlaut die Sonne > d´Sunn Das r vor Vokalen wird in den meisten Gegenden gerollt (Zungen-r). rout Pfarra nächste Seite nächste Seite nächste Seite nächste Seite eine Seite zurück eine Seite zurück eine Seite zurück eine Seite zurück

27 Aussprache und Laute Standardsprache (Schriftsprache / Hochdeutsch) > Bairisch Konsonanten sp und st - Silbenanfang wie Standardsprache (wird in der Schreibung meist nicht berücksichtigt sp > schp Sport > Schport st > scht Stoff > Schtoff sp und st - manchmal Silbenmitte/Silbenende unterschiedlich zur Standardsprache sp > schp räuspern > reischpan st > scht Durst > Duascht aber: Kunst, Mist, fest nächste Seite nächste Seite nächste Seite nächste Seite eine Seite zurück eine Seite zurück eine Seite zurück eine Seite zurück

28 Grammatik Wortbildung Deklinationen Konjugationen Syntax nächste Seite nächste Seite nächste Seite nächste Seite eine Seite zurück eine Seite zurück eine Seite zurück eine Seite zurück

29 Grammatik Wortbildung Das Suffix -enbei Substantiven In der Regel wird das e getilgt. Besen > Besn Garten > Gaatn nächste Seite nächste Seite nächste Seite nächste Seite eine Seite zurück eine Seite zurück eine Seite zurück eine Seite zurück

30 Grammatik Das Suffix -en bei Verben In der Regel wird das e getilgt. waschen > woschn; reiten > reitn Endet der Stamm auf d, wird auch das d getilgt. schaden > schon; leiden > lein Endet der Stamm auf g, wird g und n getauscht. sagen > song; lügen > liang Endet der Stamm auf b, wird b und n zu m. haben > ham; schieben > schiam Endet der Stamm auf f, ch, k, m, n wird wird en zu a. laufen > laufa; machen > mocha; schmecken > schmegga schwimmen > schwimma; rennen > renna Wortbildung nächste Seite nächste Seite nächste Seite nächste Seite eine Seite zurück eine Seite zurück eine Seite zurück eine Seite zurück

31 Grammatik Präfix ge- bei Substantiven wird in der Regel auf g- reduziert. Gewinn > Gwinn Gesetz > Gsetz Gesicht > Gsicht Gefühl > Gfui bzw. Gfäi vor p, t, k, b, d, g bleibt Ge Gebäude > Gebai Geburt > Geburd Geduld > Geduid Gedächtnis > Gedechtnis Getränk > Gedrenk Gepäck > Gebeck Wortbildung nächste Seite nächste Seite nächste Seite nächste Seite eine Seite zurück eine Seite zurück eine Seite zurück eine Seite zurück

32 Grammatik Präfix ge- bei Partizip II und Adjektiven wird in der Regel auf g- reduziert. gelaufen > glaufa gemacht > gmocht geschlafen > gschlofa gefallen > gfoin gesund > gsund gerade > grod vor p, t, k, b, d, g verschwindet ge- bei Partizipien meistens gegangen > ganga getrunken > trunga gekocht > kocht getan > do gebracht > brocht aber: geborn Wortbildung nächste Seite nächste Seite nächste Seite nächste Seite eine Seite zurück eine Seite zurück eine Seite zurück eine Seite zurück

33 Grammatik Das Suffix -el Beim Suffix -el wird zum Teil das e, Nagel > Nogl Schlüssel > Schlissl Vogel > Vogl dunkel > dunkl zum Teil das l getilgt. Stiefel > Stiefe Apfel > Opfe Schnabel > Schnowe Teufel > Deife Wortbildung nächste Seite nächste Seite nächste Seite nächste Seite eine Seite zurück eine Seite zurück eine Seite zurück eine Seite zurück

34 Grammatik Im Gegensatz zur Standardsprache gibt es in der bairischen Sprache kaum Substantive auf -e. Straße > Straß Farbe > Farb Grenze > Grenz Hilfe > Häif bzw. Huif Weide > Woad Oft wir ein -n angehängt. Vase > Vasn Suppe > Subbn Tasche > Daschn Wiese > Wiesn Kerze > Kerzn Brille > Bräin bzw. Bruin Wortbildung nächste Seite nächste Seite nächste Seite nächste Seite eine Seite zurück eine Seite zurück eine Seite zurück eine Seite zurück

35 Grammatik Verkleinerungsformen (Diminution) Im Bairischen verwendet man zwei Deminutivformen. Wie in der Standardsprache wandeln Diminutivsuffixe das Genus in neutrales Geschlecht Standardsprache:der Hunddas Hündchendas Hündlein Bairisch:da Hund´s Hundal / ´s Hundl´s Hundi Die Deminutivform mit i ist nicht immer möglich. HochdeutschBairisch -l/-alBairisch -i (e) das Männchen´s Mandal das Häuschen´s Haisl/-al das Kindchen´s Kindl/-al das Häschen´s Hasal´s Hasi das Mädchen´s Madl/Medal´s Medi Wortbildung nächste Seite nächste Seite nächste Seite nächste Seite eine Seite zurück eine Seite zurück eine Seite zurück eine Seite zurück

36 Verkleinerungsformen (Diminution) Deutlich Unterschiede zwischen der Standardsprache und dem Bairischen in Häufigkeit und Bedeutung von Diminutivformen. - Diminutive im Bairischen häufiger - markierten Varianten Die Form mit -al hat nicht immer die gleiche Bedeutung wie die die Form mit -l z. B. Haisl, bedeutet auch Toilette, während Haisal ein kleines Haus bezeichnet. Biachl bedeutet Buch, aber Biachal ein kleines (unbedeutendes) Buch - Diminutiv wird häufig genutzt, um Vertrautheit oder Zugeneigtheit zu erzeugen. Bedeutung: nicht Kleinheit, sondern emotionale Nähe > z. B. bei Schatzi. Grammatik Wortbildung nächste Seite nächste Seite nächste Seite nächste Seite eine Seite zurück eine Seite zurück eine Seite zurück eine Seite zurück

37 Grammatik Teilweise wird der Diminutiv nicht mehr als Verkleinerungsform empfunden: Bild > Buidl Blatt > Bladdl Kleid > Gleidl Schild > Schuidl Fahrrad > Radl Lied > Liadl Schwalbe > Schwaiwal Wortbildung nächste Seite nächste Seite nächste Seite nächste Seite eine Seite zurück eine Seite zurück eine Seite zurück eine Seite zurück

38 Grammatik Deklination Geschlecht (Genus) und Fälle (Kasus) Es gibt wie in der Standardsprache drei Genera, maskulin, feminin, neutral aber es gibt nur drei Fälle: Nominativ, Dativ, Akkusativ. nächste Seite nächste Seite nächste Seite nächste Seite eine Seite zurück eine Seite zurück eine Seite zurück eine Seite zurück

39 Grammatik best.maskulinfemininneutrumPlural Nom:da HunddKatzas/s Roßde Leid/dLeid Dat:`m/am/an Hundda Katz `m/am/an Roßde Leid Akk:`n HunddKatz as/s Roß de Leid/dLeid unbest.maskulinfemininneutrumPlural Nom:a Hunda Katz a Roß (oa/oi) Leid Dat:am Hundana Katz am Roß(oa/oi) Leid Akk:an Hunda Katz a Roß(oa/oi) Leid Deklination Geschlecht (Genus) und Fälle (Kasus) nächste Seite nächste Seite nächste Seite nächste Seite eine Seite zurück eine Seite zurück eine Seite zurück eine Seite zurück

40 Grammatik Deklination Fälle (Kasus) Der Genitiv wird umgangen mit der Präposition von und dem Dativ. Des is ´s Haus vo meim Ongl. Wo is bloß da Hund vom Nachbarn? oder mit dem Dativ und einem Possessivartikel Wem sei Huat is denn des? - Am Schoß sei Huat. nächste Seite nächste Seite nächste Seite nächste Seite eine Seite zurück eine Seite zurück eine Seite zurück eine Seite zurück

41 Grammatik Namen erhalten im Bairischen einen Artikel: Peter > da Beda Konrad > da Koni Veronika > d´Vroni Ursula > dUschi Mariechen > `s Maral Ich fahre zu Georg. > I foah zum Schoß. Deklination nächste Seite nächste Seite nächste Seite nächste Seite eine Seite zurück eine Seite zurück eine Seite zurück eine Seite zurück

42 Grammatik Deklination Einzahl und Mehrzahl (Numerus) Singularda Dogs HausdMauss KinddFrauda Voglda Fisch Pluralde DogdHaisadMeisdKindadFraundVegldFisch Änderung:nullDiph.+Suf. Diph.Suf.Suf.Vok.Vok. kurz Die Klasse im Standarddeutschen entspricht nicht immer der Klasse im Bairischen nächste Seite nächste Seite nächste Seite nächste Seite eine Seite zurück eine Seite zurück eine Seite zurück eine Seite zurück

43 Grammatik Konjugation haben Infinitiv: hom - Part. Perf. ghobt i hobmia hamm du hostihr/es habts er/si hotse hamm Konjunktiv: i hedmia hetn du hedstihr/es hets er/si hedse hetn nächste Seite nächste Seite nächste Seite nächste Seite eine Seite zurück eine Seite zurück eine Seite zurück eine Seite zurück

44 Grammatik Konjugation nächste Seite nächste Seite nächste Seite nächste Seite eine Seite zurück eine Seite zurück eine Seite zurück eine Seite zurück sein Infinitiv: sei - Part. Perf. gwen i bi(n)mia san(d) du bistihr/es sads er/si isse san(d) Konjunktiv: i waarmia waarn du waastihr/es waarts er/si waarse waarn

45 Grammatik Konjugation tun Infinitiv: doa - Part. Perf. do i duamia dean du duastihr/es deats er/si duatse dean Konjunktiv: i daatmia daatn du daastihr/es daats er/si daatse daatn nächste Seite nächste Seite nächste Seite nächste Seite eine Seite zurück eine Seite zurück eine Seite zurück eine Seite zurück

46 Grammatik sagengehen Präsensi sogi geh Vergangenheiti hob gsogti bi(n) ganga doppeltes Perfekt i hob gsogt ghobt i bi(n) ganga gwen Zukunfti werd songi werd geh Konditional Präsensi daat songi daad geh Konditional Vergangenheiti hed gsogti waar ganga Konjugation nächste Seite nächste Seite nächste Seite nächste Seite eine Seite zurück eine Seite zurück eine Seite zurück eine Seite zurück

47 Grammatik Syntax Auch in der Satzlehre gibt es typisch bairische Konstruktionen. Doppelte Verneinung: Er hot koa Geduid ned. Des hob i nia ned gsogt. So hob i des auf koan Foi ned gmoant. nächste Seite nächste Seite nächste Seite nächste Seite eine Seite zurück eine Seite zurück eine Seite zurück eine Seite zurück

48 Grammatik Syntax wo bei Relativsatz der Mo, wo des gsogt hot de Sachan, wo i dia gebn hob vor dem wo kann ein Relativpronomen stehen der Wogn, der wo do steht de Biachl, de wo i dia zoagt hob nächste Seite nächste Seite nächste Seite nächste Seite eine Seite zurück eine Seite zurück eine Seite zurück eine Seite zurück

49 Grammatik Syntax Vergleiche mit wie Im Bairischen verwendet man bei Vergleichen immer wie. Sie is so oid wia du. Er is äida wia du. I bi lenger blim, wia i gmoant hob. Allerdings kann wie mit als noch ergänzt werden. Des Haus is gressa ois wia des ander. Des oane war ned so teia ois wia des ander. Er hot mehra trunga, ois wia guad gwen is. Zitat (Goethe: Faust): Da steh ich nun, ich armer Tor und bin so klug als wie zuvor. nächste Seite nächste Seite nächste Seite nächste Seite eine Seite zurück eine Seite zurück eine Seite zurück eine Seite zurück

50 Wortschatz Ortsangaben Adverbien: auffa - auße - eine - ume - fiare - owe - drunt - drom StandardspracheBairisch hier/dado dortdot obenom untenunt hintenhint vornevorn dort obendrom dort untendrunt dort drübendrent hier dübenherent inan / en in (Stadt bzw. Land ohne Artikel)z´ nächste Seite nächste Seite nächste Seite nächste Seite eine Seite zurück eine Seite zurück eine Seite zurück eine Seite zurück

51 Wortschatz Ortsangaben Adverbien: aufa - auße - eine - umme - fiare - owe - drunt - drom StandardspracheBairisch herein - hineineina - eine heraus - hinausaußa - auße herab - hinabowa - owe herauf - hinaufaufa - aufe herüber - hinüberumma - umme nach vornefiare nach hintenhintere herumumanad / umadum vorwärtsvoawerts rückwärtsredur, en aschling nächste Seite nächste Seite nächste Seite nächste Seite eine Seite zurück eine Seite zurück eine Seite zurück eine Seite zurück

52 Wortschatz Ortsangaben Ortsangaben werden gerne doppelt abgesichert. StandardspracheBairisch im Wohnzimmeren da Stubn drin in Passauz´Bassa drin in Münchenz´Minga obn in Österreichz´Esterreich drent ins Hausas Haus eine auf den Bergauf ´n Berg aufe über die Brückeiber Brugg umme ins Talas Doi owe aus der Stadtaus da Stodt außa/auße nächste Seite nächste Seite nächste Seite nächste Seite eine Seite zurück eine Seite zurück eine Seite zurück eine Seite zurück

53 Wortschatz Interjektionen A geh! / A geh weida!Ausdruck von Überraschung / Unglauben Hör ma auf!Ausdruck von Skepsis / Überraschung gäi, gäin SPartikel der Rückversicherung (nicht wahr!) feiVerstärkung / Betonung o meiAusdruck von Schwermut, Geringschätzung, Ablehnung ehaAusdruck von Überraschung / evtl. Bedauern nächste Seite nächste Seite nächste Seite nächste Seite eine Seite zurück eine Seite zurück eine Seite zurück eine Seite zurück

54 Wortschatz nächste Seite nächste Seite nächste Seite nächste Seite eine Seite zurück eine Seite zurück eine Seite zurück eine Seite zurück Begrüßung - Verabschiedung Gu Moang! / Go Moang! Griaß God! Griaß de (God)! Griaß Eahna (God)! Guad(e) Nacht? Servas! / Servus! Hawedehre! Pfiad de God! Pfiad Eahna God! Mahlzeit? Guten Morgen! Grüß Gott! / Guten Tag! (Gott) grüße dich! (Gott) grüße Sie! Gute Nacht! Hallo! Tschüss! Hallo! / Tschüss! (Es ist mir eine Ehre! Ich habe die Ehre!) (Gott) behüte dich! Auf Wiedersehen! (Gott) behüte Sie! Auf Wiedersehen! Guten Appetit! / Mahlzeit!

55 Wortschatz wisawi (gegenüber), Drodoa (Bürgersteig), Bodschambal (Nachttopf), Baderr (Erdgeschoss) Barablui (Regenschirm) nächste Seite nächste Seite nächste Seite nächste Seite eine Seite zurück eine Seite zurück eine Seite zurück eine Seite zurück Französische Wörter

56 Wortschatz nächste Seite nächste Seite nächste Seite nächste Seite eine Seite zurück eine Seite zurück eine Seite zurück eine Seite zurück Bazi Bauernfünfa Bierdimpfe Breznsoiza Dibbfalscheissa Dregghamme Gschwoischädl Haumdaucha Kaschperlkopf Lackl Letschnbene Matz Ratschkathl Rotzlöffe Schwammerlkopf Woisla Zwiderwurzn Schelm, Lump, Taugenichts rüder, grobschlächtiger Mensch Wirtshaushocker, dumpfer Mensch Dummkopf, Feigling, Weichei Pedant rücksichtsloser, hinterhältiger Mensch arroganter Mensch, Angeber unwissender Mensch, Dummkopf nicht ernst zu nehmender, alberner Mensch ungehobelter, unhöflicher Mensch Langweiler, fader Mensch durchtriebene, liederliche Frau geschwätzige Frau unerzogenes Kind, Bengel Depp, Dummkopf ständig jammernder Mensch mürrischer Mensch, Miesmacher, Pessimist Schimpfwörter (Beispiele)

57 Wortschatz Bairische Wörter aein (Artikel) aaauch aufmandln / aafmandln aufbegehren aufmischn / aafmischn verhauen, verprügeln da Baazder Schlamm, der Dreck babbakleben da Babbadeglder Pappkarton benzndränglen, lästig sein (bei Kindern) s Biafuizlder Bierdeckel bieslnurinieren da Blafondie Zimmerdecke s Blaugraudder Rotkohl da Blembedas Gerümpel da Bleschldie Zunge d Boazndas Bierlokal da Bodader Friseur da Buader Junge, der Sohn da Buddadie Butter nächste Seite nächste Seite nächste Seite nächste Seite eine Seite zurück eine Seite zurück eine Seite zurück eine Seite zurück

58 Wortschatz Bairische Wörter dabotzt(viel) kleiner als der Durchschnitt dabreslnmüde werden, einschlafen; verlieren, verunglücken dafeidvergammelt, verfault da Dampfder Rausch da Dandlader Händler darennajemanden an-, überrempeln; tödlich verunglücken s Deandldas Mädchen s Diandltraditionelle Tracht für Frauen s Dellader Teller da Diredaredas Bargeld dodschattölpelhaft draznandere ärgern s Drum(großes) Teil da DschambsdaraFreier, Liebhaber da Dusldas Glück (Gegenteil von Pech) da Eadepfedie Kartoffeln d Edaschdie Etage, das Stockwerk d Eibrenndie Mehlschwitze eigschnabbdbeleidigt nächste Seite nächste Seite nächste Seite nächste Seite eine Seite zurück eine Seite zurück eine Seite zurück eine Seite zurück

59 Wortschatz Bairische Wörter s Eggdie Ecke feschhübsch s Fleischpflanzaldie Frikadelle d Fozndas Gesicht, der Mund, die Schläge da Foznschbanglader Zahnarzt da Fuaßder Fuß und das Bein d Gaudider Spaß, die Freude, der Lärm da Gloifeder Halunke a Glumpminderwertige Ware da Gnedlder Kloß s Grachaldie Limonade s Graffedas Gerümpel, unnützes Zeug graislighässlich grantigschlecht gelaunt graxlnklettern s Gseichdsdas Schwarzgeräucherte (Fleisch) d Scheinshaxndie Schweinshaxe da Haxnder Fuß, das Bein nächste Seite nächste Seite nächste Seite nächste Seite eine Seite zurück eine Seite zurück eine Seite zurück eine Seite zurück

60 Wortschatz Bairische Wörter hitot; kaputt; erschöpft hoaglig bzw. hoagladwählerisch (bei Speisen) hoggasitzen a Hoiweein 1/2 Liter Bier ibaroiüberall da Jankadie Trachtenjacke da Kribbeungezogener Junge d Letschndas Gesicht da Lenzder Frühling s Loawedas Brötchen da Loawedoagder Brötchenteig s Meider Mund d Maruindie Aprikose s Massldas Glück, der Vorteil (Gegenteil von Pech) s Noagaldie Neige, der Getränkerest s Oadas Ei Obacht!Achtung! obandlnflirten nächste Seite nächste Seite nächste Seite nächste Seite eine Seite zurück eine Seite zurück eine Seite zurück eine Seite zurück

61 Wortschatz Bairische Wörter a Obazdabayerische Käsespezialität d Oibbmdie Alpen ia Oidaihr Ehemann sei Oideseine Ehefrau olle damalangständig, andauernd ozapfaein Bierfass anstechen Pfia de!Auf Wiedersehen! quasisozusagen da Radider Rettich reschknusprig s Ribbaldas Kassler saggrischsehr d Schaadie Schere d Schandamariedie Polizei schbaimsich übergeben, spucken staadruhig a Stambalein Glas Schnaps s Schmanggaldie Delikatesse, Spezialität s Schmoizdas Schmalz, die Kraft nächste Seite nächste Seite nächste Seite nächste Seite eine Seite zurück eine Seite zurück eine Seite zurück eine Seite zurück

62 Wortschatz Bairische Wörter da Schnaggla / Schnagglder Schluckauf da Schoggladdie Schokolade da Schwammalder Pilz d Schwemmeine einfache Wirtschaft (früher: Pferdeschänke) Seawas!Hallo! da Semftder Senf d Semmedas Brötchen umma / umaraetwa (bei Uhrzeit: ca. um) ummasunsdumsonst d Wadschndie Ohrfeige a Wambnein (dicker) Bauch s Wammaldas Bauchfleisch (durchwachsenes Schweinefleisch) wieflebendig; umtriebig, clever zachzäh zamruggazusammenrücken; aneinander geraten (neg.) zefix (no amoi)verdammt (noch einmal) da Zwetschgndatschider Zwetschgenkuchen zwiedaschlecht gelaunt, unsympathisch nächste Seite nächste Seite nächste Seite nächste Seite eine Seite zurück eine Seite zurück eine Seite zurück eine Seite zurück

63 Literatur: Carl Amery: Leb wohl geliebtes Volk der Bayern R.W.B. McCormack: Tief in Bayern Bruno Jonas: Gebrauchsanweisung für Bayern Oskar Maria Graf: Das bayrische Dekameron Wilhelm Störmer: Die Baiuwaren (Von der Völkerwanderung bis Tassilo III.) Internet: eine Seite zurück eine Seite zurück eine Seite zurück eine Seite zurück E N D E


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