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DIE WELTWEITE BEWEGUNG FÜR DIE ABSCHAFFUNG VON FLEISCH Eine Präsentation von Thomas (Tierrechtsinitiative Region Stuttgart) 1.

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1 DIE WELTWEITE BEWEGUNG FÜR DIE ABSCHAFFUNG VON FLEISCH Eine Präsentation von Thomas (Tierrechtsinitiative Region Stuttgart) 1

2 Wofür? Die weltweite Bewegung für die Abschaffung von Fleisch 2

3 Inhalt der Präsentation 1.Fakten 2.Veganismus und die Abschaffung der Tierausbeutung 3.Zur Entstehung der Forderung Fleisch abzuschaffen 4.Indizien für Unstimmigkeiten zwischen Überzeugungen und Verhalten 5.Der Mensch, ein soziales Tier (Handlungsträgheit und das Gewicht des status quo) – Ansätze für ein Entgegenwirken 6.Schlussfolgerung: Charakteristika der Bewegung für die Abschaffung von Fleisch 3

4 TEIL 1 HERSTELLUNG UND KONSUM VON TIERPRODUKTEN ZUR ERNÄHRUNG DER MENSCHLICHEN BEVÖLKERUNG DIE HARTEN FAKTEN 4

5 DAS WELTWEITE GEMETZEL Landtiere (Säugetiere + Vögel) 5

6 WIEVIELE SÄUGETIERE UND VÖGEL WERDEN JÄHRLICH FÜR DIE MENSCHLICHE ERNÄHRUNG UMGEBRACHT? Weltweit (FAO 2007): Pro Jahr > 58 Milliarden getötet In Frankreich (Quelle Agreste, Abschätzung 2008): Pro Jahr 1,111 Milliarden Tiere getötet Die Zahl der Opfer ist noch deutlich höher als diese Zahl, da viele während der Aufzucht sterben oder getötet werden Zur Erinnerung: die menschliche Bevölkerung beträgt Weltweit : 7,0 Milliarden Frankreich : 64 Millionen 6

7 DAS WELTWEITE GEMETZEL Wassertiere (Fischerei und Aquakulturen) 7

8 WIEVIELE WASSERTIERE WERDEN JÄHRLICH FÜR DEN MENSCHLICHE ERNÄHRUNG UMGEBRACHT? Weltweit (in 2006, Quelle: FAO) Fischerei : 92 Millionen Tonnen Aquakultur : 52 Millionen Tonnen Fischerei + Aquakultur : 144 Millionen Tonnen + Beifang(« bycatch ») 38 Millionen Tonnen (Abschätzung WWF) Jährliche Summe: > 180 Millionen Tonnen Hunderte von Milliarden von Tieren, die jährlich geopfert werden 8

9 TREND DER PRODUZIERTEN MENGEN IN 50 JAHREN (WELTWEIT) Fischerei : von 1950 bis 2005 hat sich die jährliche Produktion der Fischerei verfünffacht Die Produktion von Fleisch (Landtiere) : hat sich mehr als verfünffacht seit 1950 Aquakultur : ca. 1 Million Tonnen in Millionen Tonnen im Jahr

10 Veränderung des Gesamtkonsums von Fleisch weltweit Gesamt Sog. Entwicklungsländer Sog. Entwickelte Länder Fische/Wassertiere nicht eingerechnet; Angaben in Millionen Tonnen 10

11 URSACHEN DER KONSUMSTEIGERUNG Demographisches Wachstum 1950 : 2,5 Milliarden Menschen 2000 : 6 Milliarden 2009 : 6,8 Milliarden 2050 : 9 Milliarden Wachstum des Pro-Kopf-Einkommens Es gibt eine Korrelation zwischen dem Wachstum des Pro-Kopf-Einkommens in den Entwicklungsländern seit 1950 und dem Wachstum des Anteils von Tierprodukten in der Ernährung Korrelation bedeutet nicht zwingend Kausalität 11

12 DIE DYNAMIK DES ANGEBOTS Industrialisierung der Tierzucht und der Fischerei => eine deutliche Reduzierung der Kosten (und der Preise) und eine erhebliche Steigerung der Produktion Landwirtschaft und Fischerei werden durch öffentliche Gelder unterstützt Nicht-Berücksichtigung der Schäden für die Umwelt (negative externe Effekte) durch Züchtungs- und Fischereiunternehmen Negative externe Effekte, die das Wohlergehen der Tiere beeinträchtigen, spielen in der Zucht keinerlei Rolle! 12

13 KOLLATERALSCHÄDEN Fleischproduktion mitverantwortlich für Unterernährung, worunter etwa eine Milliarde Menschen leiden Bedrohung oder Zerstörung des Lebensraums von Wildtieren Umweltschäden (globale Erwärmung, usw.) Schädigung der tierischen und menschlichen Gesundheit (Tierseuchen, Zoonosen...) Thema zu breit, um hier ausführlich erläutert zu werden 13

14 Quellen zur Auswirkung des Fleischkonsums Bericht des FAO, Livestocks Long Shadow, 2006 im Internet zum Herunterladen Jens Holm & Toivo Jokkala, The livestock industry and Climate: der negative Einfluss der EU, 2008, download auf meatclimate.org Fabrice Nicolino, Bidoche, 2009 (auf Französisch) 14

15 Quellen zur Auswirkung der Fischerei Philippe Cury & Yves Miserey, Une mer sans poissons, Calmann-Lévy, 2008 Charles Clover, Surpêche – L'océan en voie d'épuisement, WWF,

16 TEIL 2 VEGANISMUS UND DIE ABSCHAFFUNG DER TIERAUSBEUTUNG 14

17 Grösster Teil der Tiersklaverei: Lebensmittelindustrie (99.8% der Ausbeutung) Im Vergleich: Anzahl Tiere, die jährlich für die menschliche Ernährung umgebracht werden: Meerestiere: ca Tonnen/Jahr = Opfer Insgesamt: ca Individuen Die Pelzindustrie tötet etwa 60 Millionen Individuen (entspricht 0.013% der Opfer der Herstellung von Lebensmitteln) Für Tierversuche werden etwa 300 Millionen getötet (entspricht 0.07% der Opfer der Lebensmittelindustrie). 15

18 Welche Strategien müssen benutzt werden, um diese Sklaverei abzuschaffen? 1)Analyse der Strategie, welche von sozialen Bewegungen verwendet wird, um eine Veränderungen herbeizuführen 2) Analyse der Strategie, welche von Tierbefreiungsaktivist_innen verwendet wird 16

19 1) STRATEGIE SOZIALER BEWEGUNGEN Soziale Bewegungen sind Maschinen, welche Forderungen an die Gesellschaft stellen Sie müssen die Forderung sichtbar machen Dieses Vorgehen schafft eine öffentliche Debatte 17

20 STRATEGIE SOZIALER BEWEGUNGEN Zuerst ist es immer eine Minderheit, die eine Forderung stellt durch öffentliche Debatten Sobald eine gängige Praxis infrage gestellt wird, weil einige Leute damit beginnen, Forderungen für eine Änderung zu stellen, wird es einfacher für andere, diese Praxis zu hinterfragen 18

21 STRATEGIEN VON TIERBEFREIUNGSAKTIVIST_INNEN Wir haben gesehen, dass 99.8% der Tierausbeutung in den Bereich der Lebensmittelherstellung fällt. Zu diesem Thema haben Tierbefreiungsaktivist_innen bis jetzt die Bekehrungs-Strategie angewendet. Bekehrungs-Strategie bedeutet, Leute zum Veganismus zu bekehren, ohne eine öffentliche Debatte zu schaffen, noch eine Forderung (wie z.B. Schließt die Schlachthäuser!)zu stellen. 19

22 STRATEGIEN VON TIERBEFREIUNGSAKTIVIST_INNEN: Die Bekehrungs-Strategie Der Glaube hinter der Bekehrungs-Strategie ist folgender: Wir sind bloß eine Minderheit von Leuten und daher müssen wir zuerst viele Leute zum Veganismus bekehren. Erst danach können wir eine öffentliche Debatte kreieren. 20

23 STRATEGIEN VON TIERBEFREIUNGSAKTIVIST_INNEN: Die Bekehrungs-Strategie Aber: Alle sozialen Bewegungen waren am Anfang auch immer eine Minderheit und trotzdem haben sie Forderungen gestellt. Sogar die Bewegung, welche für die Abschaffung der menschlichen Sklaverei kämpfte war am Anfang eine Minderheit. Und: Die Bekehrung zum Veganismus ist um einiges schwerer und komplizierter, wenn es keine öffentliche Debatte gibt. (Konformitätsexperiment von Asch) 23

24 STRATEGIEN VON TIERBEFREIUNGSAKTIVIST_INNEN: Die Bekehrungs-Strategie Soziale Bewegungen haben nie nur EINE Art von Taktik verwendet. Wenn zum Boykott aufgerufen wurde, wurde das im Zusammenhang mit einer Forderung gemacht. Beispiele Martin Luther King gegen die Rassendiskriminierung Gandhi für die Unabhängigkeit Indiens 21

25 STRATEGIEN VON TIERBEFREIUNGSAKTIVIST_INNEN: Die Bekehrungs-Strategie Die Bekehrungs-Strategie wird in sozialen Bewegungen nicht verwendet, in religiösen Bewegungen jedoch schon Der Erfolg dieser Taktik ist ziemlich klein ausgefallen: –Anwendung dieser Taktik seit > 2000 Jahren, aber Mehrheit der Menschen nach wie vor nicht christlich –Anwendung grauenhafter Gewalt, um Menschen zu bekehren, seit Anbeginn der Geschichte des Christentums Wie viele tausend Jahre müssten wir warten, wenn wir diese Art der Taktik anwenden, um die Ausbeutung der Tiere abzuschaffen? 25

26 Andere Konsequenzen der Bekehrungs-Strategie Die Frage nach der persönlichen Entscheidung Die Vertreter_innen des Veganismus verleiten die Öffentlichkeit dazu, zu glauben, dass es sich beim Veganismus um eine persönliche Entscheidung handelt und nicht um eine Frage nach Gerechtigkeit: Es gibt Leute, die sind Moslems, einige mögen Volksmusik und wieder andere leben vegan. Alle haben das Recht zu sein und zu tun was sie wollen. 22

27 Andere Konsequenzen der Bekehrungs-Strategie Die Frage nach der persönlichen Entscheidung Sicher ist das ermorden und aufessen anderer Individuen nicht eine Frage der persönlichen Entscheidung, sondern eine Frage nach Gerechtigkeit für die unterdrückten Tiere. Solange es aber keine Leute gibt, welche die Forderung stellen, dass das Töten von Tieren zur Herstellung von Lebensmitteln, endlich aufhören muss, werden es die Leute nicht verstehen. 23

28 Andere Konsequenzen der Bekehrungs-Strategie Aufgrund der angewendeten Konstruktion des Begriffs Veganismus denkt die Öffentlichkeit: Sie isst keine tierlichen Produkte, weil sie Veganerin ist. Genau wie: Dieser Typ isst kein Schweinefleisch weil er Moslem ist. Vegan sein wird somit auf eine persönliche Entscheidung reduziert. 24

29 Andere Konsequenzen der Bekehrungs-Strategie Benutzen wir aber von nun an politische Forderungen, wird es vielleicht bald heissen: Die boykottieren tierliche Produkte weil sie die Schließung der Schlachthäuser verlangen." 29

30 Andere Konsequenzen der Bekehrungs-Strategie Wenn wir also nicht wollen, dass die Sache der Tiere auf eine persönliche Ebene reduziert wird, sollten wir auf die Frage Wieso isst du keine tierlichen Produkte? nicht antworten: Ich lebe vegan. Wir sollten sagen: Ich boykottiere tierliche Produkte oder noch besser, Ich bin für die Abschaffung der Tierausbeutung. 25

31 Andere Konsequenzen der Bekehrungs-Strategie Bekräftigung des Speziesismus Das Ziel der Bekehrungs-Strategie ist, so viele Leute wie möglich zum Veganismus zu bekehren. Die inhaltliche Auseinandersetzung spielt dabei keine Rolle. Aus diesem Grund werden auch viele Gründe benutzt, welche nichts mit der Unterdrückung nichtmenschlicher Tiere zu tun haben. Beispiel: Gesundheits- oder Umweltargumente sind beinahe immer auf den Flyern welche verteilt werden. 26

32 Andere Konsequenzen der Bekehrungs-Strategie Bekräftigung des Speziesismus Angenommen wir lebten in einer Gesellschaft, in welcher einige Leute Kinder essen. Werden wir dann kritisieren, dass diese Praktik schlecht sein könnte für die Gesundheit eines Kannibalen? Nein! Wir werden nur kritisieren, dass das Kind ein Interesse hat, sein Leben (frei) zu leben. Wenn wir über die Gesundheit der Kannibalen sprechen würden, sendete dies ebenso die unbewusste Nachricht, dass die Interessen der Kinder nicht so wichtig sind. 27

33 Was tun für die Abschaffung der Sklaverei von nichtmenschlichen Tieren? Nehmen wir das Beispiel der Abolitionist_innen (Abolition = Abschaffung) der menschlichen Sklaverei im 19. Jahrhundert. Haben die versucht, die Leute zum Hooganismus (eine Lebensweise, welche alle Produkte aus der menschlichen Sklaverei ablehnt) zu bekehren? Nein! Sie haben die Forderung gestellt, dass die Sklaverei abgeschafft werden muss und starteten eine öffentliche Debatte zu dieser Frage. Tierbefreiungsaktivist_innen sollten es ihnen gleich tun! 33

34 TEIL 3 Die Entstehung der Bewegung für die Abschaffung von Fleisch 28

35 Entstehung des Projektes «Abschaffung von Fleisch» Frankreich, ab August 2005 : Vortrag mit Diskussion Veröffentlichung eines persönlichen blogs Öffnung eines Diskussionsverteilers im Internet Verfassung einer «Resolution für die Abschaffung von Fleisch» 29

36 Entstehung des Projektes «Abschaffung von Fleisch» 10 August 2005 : Ein Vortrag mit Diskussion im Rahmen der Estivales de la question animale Antoine Comiti stellt das Thema «Menschensklaverei und Tiersklaverei» vor Diese Konferenz und die Diskussion die folgte stellten den Ursprung des Projektes dar. Es war aber noch nicht wirklich abgefasst als «Abschaffung von Fleisch» Es wird sich in den Tagen bzw. Wochen, die folgen, präzisieren 36

37 Veröffentlichungen aus dem Jahr

38 Blog von Antoine Comiti – Erster Entwurf Ist es nicht an der Zeit, die Abschaffung von Fleisch anzufordern? Warum sollten wir nicht diese Forderung zum Ausdruck bringen – eine Forderung, die enorm erscheint, aber andererseits so einfach- als verbindendes Thema der weltweiten Tierschutz oder Tierrechtsbewegung? Sicher, sollte man weiterhin das Leid und die Entbehrungen beschreiben, kommunizieren und anprangern, unter denen die Tiere leiden. Man sollte weiterhin das Verbot der schockierendsten Praktiken fordern […] Man sollte weiterhin die Realität und die Wichtigkeit ihrer Empfindungsfähigkeit wie unsere, nach aussen tragen Weiterhin Speziesismus hinterfragen Weiterhin für Vegetarismus und Veganismus werben Es reicht aber nicht aus 38

39 Blog von Antoine Comiti Wir trauen uns nicht einmal, diese Forderung auszudrücken, da sie uns so trügerisch erscheint. Vor allem fürchten wir, als Fanatiker zu gelten, die ihre Überzeugungen anderen aufzwingen wollen. Wir täuschen uns. Wir täuschen uns, jeden Fleischesser als Verfechter der Schlachthäuser zu sehen. Wir irren uns, wenn wir davon ausgehen – ohne es zu wissen – dass die Gesellschaft nicht bereit ist, dieser Forderung zuzuhören oder sogar darüber zu debattieren 39

40 Enstehung eines Diskussionsverteilers im Internet «abolitiongroup» auf Yahoo: der Verteiler ist August 2005 enstanden Diskussion über das Projekt + Koordinierungsstelle für Aktivismus (Gestaltung von Flyers, Plakatte, Organisierung des Aktionstages für die Abschaffung von Fleisch…) Gemeinsame Verfassung einer Résolution für die Abschaffung von Fleisch: Einer der Träger, die für die Forderung benutzt werden können 40

41 RESOLUTION Weil die Fleischproduktion den Tod von Tieren verlangt, weil sie unter ihren Lebensbedingungen leiden und ermordet werden, weil der Konsum von Fleisch keine Notwendigkeit ist, weil fühlende Wesen nicht misshandelt oder ohne Grund getötet werden dürfen, muss die Tierzucht, die Fischerei und die Jagd auf Tiere um ihres Fleisches willen, wie auch der Verkauf und der Konsum von Fleisch abgeschafft werden. 31

42 Zu bemerken ist der Abschlusssatz lautet: « Die Zucht, die Fischerei und die Jagd müssen abgeschafft werden » und nicht: « Wir haben alle die moralische Pflicht Vegetarier zu werden » Der Gedanke hier ist, dass man einen sozialen und politischen Prozess verwenden muss um das Ziel zu erreichen. 42

43 Den Konsumenten zu adressieren reicht nicht aus Ausstieg aus einem Schema, das sich ausschließlich auf den moralischen Ausbruch der Individuen beschränkt, laut der Folge (A) Einer Person erklären, dass eine Handlung schlecht ist (B) diese Person hört auf so zu handeln Übergang zu einer Logik, wo (A) als notwendige aber nicht ausreichende Bedingung gilt, (B) zu erreichen 32

44 TEIL 4 Indizien für Unstimmigkeiten zwischen Empfindungen und Verhalten 33

45 Zwei Umfragen 1.Umfrage: Wahrnehmung der Zuchtbetriebe für Legehennen (Batteriehaltung) (2000) 2. Umfrage : Wahrnehmung der Schlachtung von Tieren (2003) Umfragen, die bei repräsentativen Stichproben durchgeführt wurde (Frankreich) 34

46 1. Umfrage (Legehennen in Batteriehaltung) Anteil der Befragten, die zugestimmt haben, dass die folgenden Aussage « ganz » oder « größtenteils » zutreffen für diese Art von Zucht: « Es ist ein unmenschliches Gefängnis für die Hühner» : 87% « Dieses System ist inkompatibel mit akzeptablen Lebensbeding- ungen für die Hühner » : 83% 35

47 1. Umfrage (Legehennen in Batteriehaltung) Wären Sie in Zukunft dafür, die Zucht von Legehühnern in Käfigen zu verbieten und nur noch Freilandhaltung zu erlauben, auch wenn diese Maßnahme eine Steigerung des Eierpreises verursachen würden? JA : 86% 36

48 Während dieser Umfrage, überall in Frankreich... 90% der Eier, die in Frankreich verkauft worden waren stammten von Legenhennen, die in Batteriehaltung gezüchtet worden waren 37

49 2. Umfrage: Wahrnehmung der Schlachtung eines Tieres « Würde es sie stören bei der Schlachtung eines Tieres dabei zu sein? » 65% der Befragten stimmten dieser Aussage zu 38

50 2. Umfrage: Wahrnehmung der Schlachtung eines Tieres « Der Gedanke, dass man ein Tier im Rahmen einer Jagd umbringt, ist normal für Sie.» Nein : 52% «Der Gedanke, dass man ein Tier beim Fischen umbringt, ist normal für Sie.» Nein : 39% « Es ist normal, dass der Mensch Tiere ihres Fleisches wegen züchtet und umbringt » Nein : 14% Prozentualer Anteil der Vegetarier_innen in dieser Stichprobe: 1,2% 39

51 Ist diese Unstimmigkeit zwischen Meinungen und Praktiken überraschend? Ja, wenn man davon ausgeht, dass der Mensch als Vorbild einen Superman der Ethik und der Rationalität hat: Ein Akteur, der von individuellen stark fundierten ethischen Beurteilungen auf ihre Anwendung in Entscheidungen und Handlungen umwandelt übersetzt. 40 Weniger, wenn man einigen Lehrmeinungen der Sozialpsychologie Glauben schenken mag.

52 TEIL 5 Der Mensch, ein soziales Tier (Handlungsträgheit und das Gewicht des status quo) – Ansätze für ein Entgegenwirken 41

53 1. Sensibilität zur Proportion 2. Gefühl zur Billigkeit 3. Verankerung und Justierung 4. Tendenz sich auf eine Einstimmige Meinung anzurichten 5. Die Standardoption Quellen: + diverse Internetressourcen zu Erfahrungen aus der Sozialpsychologie 53

54 Sensibilität zur Proportion Zwei getrennte Gruppen (A und B) werden informiert, dass tausende von Personnen, die sich in einem Flüchtlingslager in Ruanda befinden, sich in Gefahr befinden. Sie werden gefragt, inwiefern sie bereit sind, an der Finanzierung eines Einsatzes, der 1500 der Flüchtlingen retten könnte, teilzunehmen. Einziger Unterschied: -Der Gruppe A wird gesagt, dass es ingesamt 3000 Flüchtlinge in dem Lager gibt -Der Gruppe B wird gesagt, dass es insgesamt Flüchtling in dem Lager gibt Es wird festgestellt, dass Gruppe A eher bereit ist, zu spenden als Gruppe B. Bei gleicher Effizienz (verhindertes Übel, Anzahl von Individuen), sinkt die Bereitschaft, eine Handlung dagegen vorzunehmen, wenn festgestellt wird, dass sie nur einen kleinen Anteil von Individuen, Opfer eines Übels, rettet. Diese Aktion wird als vergebens wahrgenommen, « ein Tropfen auf den heißen Stein ». 42

55 Sensibilität zur Proportion und Vegetarismus Als Vegetarier, schonen wir das Leben und ersparen wir das Leid von ca. 100 Tieren pro Jahr. Jeder Mensch besitzt diese Kraft, die individuell ausgeübt werden kann, ohne auf eine Veränderung der Bräuche oder Gesetze zu warten. Welche Rolle spielt die Sensibilität zur Proportion in Bezug auf diese Perspektive? Die Wahl des Vegetarismus, betrachtet als isolierte Handlung eines Individuums (eine_r unter vielen) wird gebremst durch das Gefühl der Nichtigkeit dieser Handlung: 100 gerettete Tiere pro Jahr sind « nichts » im Vergleich zum globalen Massenmord. 43

56 Inwiefern kann die Sichtbarkeit einer für die Abschaffung von Fleisch handelnden Gruppe das Verhältnis verändern? Das Umschwenken zum Vegetarismus hat mehr Chancen, wenn er als, wenngleich individuelles, Ereignis, das sich in eine globale und wachsende Bewegung, die am Ende einen großen Anteil des Gesamtproblems lösen wird, einfügt, wahrgenommen wird. 44

57 Züchten, fischen, transportieren, umbringen, «das Wohlbefinden»: Ein Schema, dessen Verallgemeinerung illusorisch wird Die Gewalt, die im Rahmen der Fleischproduktion ausgeübt wird, ist von den Randbedigungen und den in dem System herrschenden Regeln bedingt: sog. Strukturgewalt Sie wird sehr verbreitet ausgeübt, von Menschen, die nicht unbedingt sadistisch sind. 45

58 Die Tiere sind komplett wehr- und schutzlos. Auf wen bzw. worauf zählen, um jedem von ihnen einen reellen Schutz zu gewährleisten, wenngleich sie weiterhin als essbare Ware gesehen werden? Auf jeden einzelnen Züchter zählen? Diese Tiere sind Waren, wovon sein Einkommen abhängig ist Auf die Gesetzgebung zählen? Plausibilität? Auf die unbeugbare Achtung eines jeden Konsumenten zählen: Plausibilität? 46

59 Zusammenfassung dieses Punktes... Viele Aspekte der Fleischproduktion werden heutzutage schon als problematisch erachtet. Trotzdem wird, wenn man über kollektive Lösungen spricht, nur die Verbesserung der Zuchtsbedingungen erwähnt. Es ist extrem unwahrscheinlich, dass man den Milliarden von für die menschliche Ernährung geopferten Tieren eines Tagesadäquate Lebensbedingungen und einen Mord ohne Leid gewährleisten kann. Die realistische Lösung zu diesem Leiden besteht in der Abschaffung der Züchtung und der Fischerei Was auf kollektiver Ebene organisiert werden muss, ist den Abbau der Sparte tierischer Lebensmittel 47

60 TEIL 6 Zusammenfassung und Ausblick 48

61 Bewegung zur Abschaffung von Fleisch: Was ist sie nicht? - Das Ziel ist nicht, sich als Verfechter einer «radikaleren» Position als der Rest der Tierschutz/-rechtsbewegung darzustellen - Das Ziel ist auch nicht, die Aktionsformen dieser Bewegung umzukrempeln Das Ziel ist unter Umständen das Gegenteil… 49

62 Eine ambitionierte Reform für die Welt, wie wir sie kennen Sich auf in der Bevölkerung vorhandene Werte stützen - auf die Pflichten, die der Mensch gegenüber Tieren hat - auf die Fälle, wo es legitim ist, individuelle Freiheiten einzuschränken Die Wirksamkeit der Arbeit der Tier(rechts)bewegung erhöhen Sobald die Abschaffung als expliziter Horizont dargestellt wird, werden die Zwischenschritte klar. 50

63 Die Betonung liegt auf der Notwendigkeit, (auch) auf politischer Ebene zu handeln Erreichen, dass die « Fleischfrage » (die Nutzung der Tiere zu Ernährungszwecken) in die öffentliche/bürgerliche Debatte eingeht. Erreichen, politische Hebel zu benutzen, um diese Veränderung zu beschleunigen 51

64 Handeln für die Abschaffung von Fleisch (1) Jegliche soziale/kollektive Änderung unterstützen, die das Folgende ermöglicht: Kurz- bzw. mittelfristig den globalen Konsum von Fleisch zu reduzieren, d.h.: Für überredende bzw. entmutigende Maßnahmen werben, die gegen die Produktion/den Konsum von Fleisch wirken Für Maßnahmen werben, die den Konsum von rein pflanzlichen Alternativen unterstützen Die Veränderung der Tierindustrie unterstützen Mittel- bzw. langfristig die Fleischindustrie abzuschaffen: Erklären, warum diese Änderung realistisch ist Erklären, warum Fleisch zu essen keine persönliche Entscheidung ist Erklären, warum diese Forderung für die Gesamtheit der empfindungsfähigen Wesen positiv ist 52

65 Handeln für die Abschaffung von Fleisch (2) Jegliche soziale/kollektive Änderung unterstützen, die das Folgende ermöglicht: Kurz- bzw. mittelfristig den globalen Konsum von Fleisch zu reduzieren, d.h.: Für überredende bzw. entmutigende Maßnahmen werben, die gegen die Produktion/den Konsum von Fleisch wirken Zum Beispiel: Abschaffung der Subventionen für die Tierindustrie Implementierung von Quoten (wie z.B. schon in Frankreich mit Zuckerrüben, Milchproduktion, usw…) Erhöhung der Mehrwertsteuer auf tierische Lebensmittel Einführung einer Steuer für tierische Erzeugnisse Moratorium auf neue Zuchtbetrieben Moratorium auf neue Schlachthäuser Öffentliche Förderprogramme wie z.B. Schulmilch abschaffen 65

66 Handeln für die Abschaffung von Fleisch (3) Jegliche soziale/kollektive Änderung unterstützen, die das Folgende ermöglicht: Kurz- bzw. mittelfristig den globalen Konsum von Fleisch zu reduzieren, d.h.: Für Maßnahmen werben, die den Konsum von rein pflanzlichen Alternativen unterstützen Zum Beispiel: die Produktion von pflanzlichen Lebensmitteln zur menschlichen Ernährung subventionieren öffentliche Aufklärungsprogramme über die Vorteile der pflanzlichen Ernährung mehr rein pflanzliche Gerichte in öffentlichen Einrichtungen (wie z.B. ein Initiative «Veggie Tag», etc…) Forschung zu Bioveganismus (bzw. Stockfree organic farming = Tierhaltungsfreie biologische Landwirtschaft) finanzieren 66

67 Handeln für die Abschaffung von Fleisch (4) Jegliche soziale/kollektive Änderung unterstützen, die das Folgende ermöglicht: Kurz- bzw. mittelfristig den globalen Konsum von Fleisch zu reduzieren, d.h.: Die Veränderung der Tierindustrie unterstützen Zum Beispiel: den Tierzüchtern ihre Umorientierung finanzieren helfen (u.a. die Umwandlung der Produktionsstätten, die Umschulung des Personals, …) die Umstrukturierung der Sparte der tierischen Lebensmittelindustrie mitfinanzieren die Kosten dieser Umstrukturierung sollten von der gesamten Gesellschaft getragen werden 67

68 Wie kann man sich in die existierende Bewegung einbringen? an existierenden Diskussionsforen mitwirken oder neue Foren für die Abschaffung von Fleisch kreieren an den Aktionswochen teilnehmen (jeweils Wochen folgend auf den letzten Samstag im Januar, Mai und September) Texte, Artikel schreiben sich von dem Material von besorgen und diese Plattform ergänzenhttp://m-eat.org Weniger über Veganismus sprechen, dafür aber über die Forderung der Abschaffung von Fleisch reden - ohne Komplexe! 53

69 Danke An Estiva Reus und Anou Sarukhanyan (Lausanimaliste) für die zahlreiche Folie And Uta P. für die Korrektur an Euch für die Aufmerksamkeit! 54

70 Kontakt Tierrechtsinitiative Region Stuttgart Böblinger Straße Stuttgart facebook.com/Tierrechtsinitiative.Region.Stuttgart twitter.com/tirs_online myspace.com/tirs-online youtube.com/user/TiRStuttgart flickr.com/photos/tirs_online 55


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