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Journalistische Textsorten aus textlinguistischer Perspektive in der Sprachmittler-Ausbildung: ein Erfahrungsbericht mit Vorüberlegungen für ein SDU-Rahmencurriculum.

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Präsentation zum Thema: "Journalistische Textsorten aus textlinguistischer Perspektive in der Sprachmittler-Ausbildung: ein Erfahrungsbericht mit Vorüberlegungen für ein SDU-Rahmencurriculum."—  Präsentation transkript:

1 Journalistische Textsorten aus textlinguistischer Perspektive in der Sprachmittler-Ausbildung: ein Erfahrungsbericht mit Vorüberlegungen für ein SDU-Rahmencurriculum in Italien Sektion A2 Deutsch als Fremdsprache in der Universität: studienvorbereitend – studienbegleitend – Claudia Buffagni

2 Der Sprachmittler, dieser Unbekannte Vages Berufsbild Kein Fremdsprachenlehrer Beschäftigung entweder bei privaten Firmen oder in der öffentlichen Verwaltung (Krankenhäuser, Beratungsstellen...)

3 Das Rahmencurriculum für Deutsch als Fremdsprache im studienbegleitenden Fremdsprachenunterricht an Universitäten und Hochschulen in Bosnien- Herzegowina, Makedonien und Serbien Sprachmittlung schriftlich (Übersetzen) Bei der schriftlichen Sprachmittlung wird der Inhalt des ursprünglichen Textes als schriftlicher Text und manchmal unter Veränderung der Textsorte (Fachartikel > Diagramm, Informationstexte > Kurzreferat, Interview) „weitergegeben“ (Anhang 14). Obwohl die Studierenden keine „Übersetzer“ oder „Dolmetscher“ sind, werden sie oft von ihren Arbeitgebern in dieser Funktion eingesetzt, wenn es z.B. um Messeberichte, Reiseberichte, Berichte über Firmen, über den Stand der Arbeit, den Stand der Korrespondenz u.a. geht. Nicht gemeint sind hier die Berufe Übersetzer und Dolmetscher, für die eine sprachliche und Fachausbildung Voraussetzung sind und die offizielle Unterlagen, wie Verträge, Vollmachten u.a. übersetzen, die dann beglaubigt werden müssen.

4 Ziele des Studienganges für Kultur- und Sprachmittler sind laut unserer Ordnung (bei der das Italienische im Mittelpunkt steht): Eine „interlinguistische Funktion“, „das Berichten in der Fremdsprache und im Italienischen, Texte wie Memoranda, Berichte, Protokolle, Briefe sowie Fachübersetzungen im Bereich Wirtschaft, Jura, Soziologie oder Kultur (touristisches oder sich im Kunstbereich spezialisierendes Verlagswesen), jede weitere Kultur- oder Sprachmittlungstätigkeit bei Unternehmen und innerhalb von Institutionen sowie im Bereich Verlagswesen und Journalismus“ und weiter unten: „Der Studiengang zielt auf die Festigung der sprachlichen Kompetenzen unter besonderer Berücksichtigung des kulturellen Spezifikums der gelernten Sprachen und beinhaltet also Sprachausbildungsaktivitäten zum Zwecke des Erwerbs von guten mündlichen und schriftlichen Kompetenzen in der italienischen Sprache sowie in den weiteren gelernten Sprachen, gemeinsam mit der Übersetzungstätigkeit und dem Erwerb von Basiskenntnissen, die für die interlinguistische und interkulturelle (Sprach-)Vermittlung nötig sind,“[

5 Sehr reiches Angebot an Fächern, die sich mit unterschiedlichen Facetten der italienischen Sprache und Kultur beschäftigen, wie italienische Sprachwissenschaft, italienische Philologie, italienische Gegenwartsliteratur u.s.w Kein Angebot an Kursen für Kulturen oder Literaturen in den gelernten Fremdsprachen

6 Es werden drei Studienzweige/Fachrichtungen (it.: Curricula) angeboten: „Übersetzen im Bereich Tourismus und Unternehmen“, „Sprachmittlung im interkulturellen Kontakt“ und „Kultur- und Sprachmittlung zwischen verbalen und Zeichensprachen“. Unterrichtsdauer: jährlich 90 Stunden Lektorat, 27 Stunden Vorlesung. überwiegend deutschsprachige journalistische Texte sprachwissenschaftlich ausgerichtete Auseinandersetzung mit journalistischen Texten umfasst eine Einführung in die klassische Struktur der Nachricht (umgekehrte Pyramide), in den typischen Aufbau und die Besonderheiten der Überschrift sowie in die Vorstellung von tatsachen-, meinungs- und phantasiebetonten Textsorten und erfolgt anhand von Klaus Brinkers Modell:

7 (Der Blick auf den Text): den Paratext, z.B. Bestandteile der Überschrift, Bild und Bildbeschreibung, der vorgelegten Texte analysieren und sich Fragen über die dadurch bewirkten Erwartungen und Hypothesen (insbesondere bezüglich der Textsorte: Meldung, Bericht, Kommentar?) (Der Blick in den Text): Lektüre des Textes, textgrammatische Analyse. (Der Blick über den Text hinaus): die Studierenden erschließen die funktionspragmatische Dimension des Textes (Textfunktion, stilistische Züge des Textes) Einführung in die Übersetzungstheorie. Arbeit mit italienischen Paralleltexten gearbeitet

8 DIE ZEIT, Nr. 22[http://www.zeit.de/2009/22/C-Rektorenmangel]http://www.zeit.de/2009/22/C-Rektorenmangel (1) Rektoren (2) Die Leiden der Leiter Von Arnfrid Schenk (3) Viel mehr Arbeit, kaum mehr Geld: (4) Warum unseren Schulen die Rektoren ausgehen (5) Würde ein Banker die Leitung seines Geldinstituts übernehmen, für eine Handvoll Euro mehr? (6) Wohl kaum. (7) Von Grundschullehrern wird Vergleichbares erwartet. (8) Da muss es nicht wundern, dass Bewerber auf Rektorenstellen recht selten sind. (9) Von Lehrermangel ist in jüngster Zeit ja viel die Rede, wann er kommt, ob er überhaupt kommt. (10) Dabei wird oft übersehen, dass der an anderer Stelle längst da ist: (11) dass viele Grund- und Hauptschulen ohne Rektoren auskommen müssen. (12) So sind etwa in Nordrhein-Westfalen, dem bevölkerungsreichsten Bundesland, rund 300 Rektorenstellen für Grund- und Hauptschulen nicht besetzt, heißt es beim Verband Bildung und Erziehung (VBE). (13) Bundesweit sind es über tausend. (14) Besserung ist nicht in Sicht. (15) Allein in Nordrhein-Westfalen werden bis 2016 über zwei Drittel der Schulleiter an Grundschulen pensioniert. (16) Udo Beckmann ist Bundesvorsitzender des VBE. (17) Fragt man ihn nach den Gründen für den Mangel an Rektoren, bekommt man eine lange Antwort. (18) Da ist zum einen die hohe Arbeitsbelastung. (19) Den Schulen wird immer mehr Eigenverantwortung übertragen, aber die Rektoren bekommen für die zusätzlichen Aufgaben kaum zusätzliche »Leitungszeit«, sie werden also nicht entsprechend vom Unterricht befreit. (20) Auf den Schultern der Rektoren lastet so zu viel: (21) Sie sollen die innovative Kraft der Schule sein, müssen Personalpolitik betreiben, sollen Qualitätsgarant sein und unterrichten. (22) »Ein Schulleiter, der versucht, diesen Ansprüchen gerecht zu werden, hat mindestens eine 50- Stunden-Woche«, sagt der VBE-Vorsitzende. (23) Zum anderen ist da die vergleichsweise geringe Bezahlung. (24) So verdient ein Schulleiter einer durchschnittlichen Grundschule mit 200 Schülern gleich viel wie ein Gymnasiallehrer im Eingangsjahr. (25) Eine verfehlte Einstellungspolitik in den 1980er und 1990er Jahren trägt ihr Übriges dazu bei. (26) So fehlen heute Lehrer im mittleren Alter – die eigentlich die typischen Bewerber für Leitungspositionen wären. (27) Da wundert es nicht, dass manche Stellen bis zu zehn Mal ausgeschrieben werden müssen, bevor sich ein Kandidat bereitfindet. (28) Was soll man tun, um die Lage zu bessern? (29) Joachim Hoffmann, Vorsitzender des Allgemeinen Schulleitungsverbandes, fordert, den Rektor zum eigenständigen Beruf zu machen. (30) Das Problem habe man in den Ministerien schon erkannt, sagt Mathia Arent-Krüger, Rektorin der Grundschule Moitzfeld in Bergisch Gladbach. (31) Allerdings sei die Verbesserung der Arbeitsbedingungen von Rektoren natürlich mit einer Ausweitung des Finanzrahmens verbunden. (32) Immerhin hat man in NRW schon Qualifizierungskurse für potenzielle Rektoren an Gymnasien und Realschulen eingerichtet, die für Grundschulleiter starten allerdings erst (verkürzt und leicht adaptiert) DIE ZEIT, Nr. 22

9 A) Textanalyse Der Blick auf den Text: (in Plenum) Der Text steht in der Zeit online, der Online-Version der Zeit. Wann wurde dieses Blatt gegründet?  Nach dem zweiten Weltkrieg  Im XIX. Jahrhundert  In den Siebziger Jahren Welche Art von Nachricht kann man hier erwarten?  hard news  soft news  spot news Welche Elemente des Paratextes kann man hier erwarten? Bestimmen Sie diese. Um welche Textsorte handelt es sich wahrscheinlich? Begründen Sie Ihre Antwort.

10 Der Blick in den Text: (Einzelarbeit) Stellen Sie eine Referenzkette mit dem Bezugsausdruck „Rektoren“ (17) in den Sätzen (17) – (27) her. Bestimmen Sie die Art der Wiederaufnahme, den grammatischen/lexikalischen Verweis und das Referenzverhältnis. Welche Art der Strukturrekurrenz kann man in den Sätzen (16) – (23), (29) und (30) – (31) feststellen? Unterstreichen Sie die die entsprechenden Satzteile. Versuchen Sie nun das Thema des Textes zu bestimmen. Geben Sie jedem Abschnitt einen Titel. (Paararbeit) Welche Themenentfaltung weist der Text auf? Welche Rolle könnte dabei folgender Passus spielen? (Paararbeit) „(10) Dabei wird oft übersehen, dass der an anderer Stelle längst da ist: (11) dass viele Grund- und Hauptschulen ohne Rektoren auskommen müssen. (12) So sind etwa in Nordrhein-Westfalen, dem bevölkerungsreichsten Bundesland, rund 300 Rektorenstellen für Grund- und Hauptschulen nicht besetzt, heißt es beim Verband Bildung und Erziehung (VBE). (13) Bundesweit sind es über tausend. (14) Besserung ist nicht in Sicht. (15) Allein in Nordrhein- Westfalen werden bis 2016 über zwei Drittel der Schulleiter an Grundschulen pensioniert. (16) Udo Beckmann ist Bundesvorsitzender des VBE. (17) Fragt man ihn nach den Gründen für den Mangel an Rektoren, bekommt man eine lange Antwort.“

11 Arbeit in Plenum Der Blick über den Text hinaus: (Einzelarbeit) Die Textfunktion ist die Appellfunktion. An wen appelliert der Text? Sind im Text weitere kommunikative Funktionen zu erkennen? Erläutern Sie diese kurz. Entsprechen Textfunktion und Themenentfaltung der journalistischen Textsorte des Artikels? Antworten Sie, indem Sie auf Ihre theoretischen Kenntnisse verweisen. Beachten Sie dabei insbesondere die Themenentfaltung. Zeigt der Autor eine bestimmte thematische Einstellung? Wenn ja, welche? Wodurch kommt sie zum Ausdruck? (Hausaufgabe) Erklären Sie nun die Titelzeile „Die Leiden der Leiter“ (2). Welchen stilistischen Zug, bzw. intertextuellen Verweis können Sie da erkennen?[1] (Hausaufgabe)[1] [1] Das Beispiel für die Textanalyse ist zwar sehr lang. Nachdem die Studierenden in die Technik der Analyse eingeübt worden sind, können aber manche „Schritte“ einfach „übersprungen“ werden, damit man sich eher auf die konkrete übersetzerische Tätigkeit konzentrieren kann. [1]

12 B) Übersetzungsaufgabe Liefern Sie eine instrumentelle Übersetzung der Sätze (1) – (14) (bis „nicht in Sicht“) des oben angeführten Textes (einschließlich der Überschrift)! Beachten Sie dabei Folgendes: Zieladressaten sind Leser einer gebildeten italienischen Zeitung, die aber über keine Vorkenntnisse über Deutschland und seine Kultur verfügen. Im Kommentar verweisen Sie auf die übersetzerischen Probleme (kulturpaarspezifischer, sprachenpaarspezifischer..., sowie syntaktischer, lexikalischer, stilistischer, textueller Natur), die der Text bereitet hat und auf die Strategien, die Sie angewandt haben, um sie zu lösen (z.B. Veränderung oder Kompensation). Geben Sie Beispiele!

13 Ergebnisse:die italienischen Studierenden befassen sich viel zu selten mit muttersprachlichen Zeitungen Eine sprachwissenschaftlich ausgerichtete, bewusst interkulturelle und kontrastive Beschäftigung mit der Pressesprache der L1 und der FS erweist sich insofern als besonders relevant gerade im SDU, auch in Hinblick auf die Kultur- und Sprachmittlungsfertigkeit. Über die Wiederaufwertung der Übersetzung im Fremdsprachenunterricht siehe auch Guy Cook in Routledge Encyclopedia of Translation (2009): “Successful translation[…] may be judged by other criteria than formal lexical and grammatical equivalence. Students may be assessed for speed sas well as accuracy. They may be encouraged to translate for gist, to seek pragmatic or stylistic equivalence, to consider the features of genre (Swales 1990), or to produce different translations according to the needs of the audience. […] Recent years have seen the beginnings of a reappraisal of the role of translation in language learning and a number of writers have expressed doubts about its banishment from the classroom […]. The use of translation is being readmitted, not only as a matter of expediency (translation is often the quickest and most efficient way to explain the meaning of a new word), but also as a theoretically justified activity aiding acquisition. A number of factors have contributed to this reappraisal. It is acknowledged that the good practice of translation is an end in itself for many students rather than simply a means to greater proficiency in the target language. There is a strong movement in favour of promoting bi- and multilingual practice in schools for political reasons […]. There is a growing awareness of the formal inaccuracy which can result form an exclusive focus on communication and a realization that translation can, as it was traditionally believed to do, develop accuracy. One of the virtues of translation as an exercise is that the learner, being constrained by the original text, is denied resort to avoidance strategies and obliged to confront areas of the L2 system which he or she may find difficult. Another virtue is that translation can focus attention upon subtle differences between L1 and L2 and discourage the naïve view that every expression has an exact equivalent. […] Howatt and Widdowson (2004: 312) comment that ‘[t]here has long been a strong case for reviewing the role of translation in language teaching and particularly its educational value for advanced students in schools and universities. Properly handled, it provides a useful antidote to the modern obsession with utilitarian performance objectives, but the pitfalls that were identified by the nineteenth-century reformers have not gone away, and the activity remains a demanding one.” (S.114f.)


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