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Die Ausgrabungen im frühmittelalterlichen Ortsfriedhof von Weismain o Ablauf o Befunde o Funde o Einordnung Dieter Schmudlach, Kreisheimatpfleger Abteilung.

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1 Die Ausgrabungen im frühmittelalterlichen Ortsfriedhof von Weismain o Ablauf o Befunde o Funde o Einordnung Dieter Schmudlach, Kreisheimatpfleger Abteilung Vor- und Frühgeschichte im Landschaftsmuseum Obermain 19. Januar 2011 in Weismain Januar 2011 in Thurnau Für die Erlaubnis zur Verwendung einiger seiner Folien ist Herrn Dr. Hans Losert herzlich zu danken. Diese Präsentation verwendet Animationen. Bitte für Weiter eine Taste drücken!

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3 Der 1972 entdeckte frühmittelalterliche Friedhof liegt auf einer Terrasse westlich (links) der Weismain.

4 Die Arbeitsgruppe des CHW Kulmbach in Aktion, hier einmal Ausgraben mit einem Bagger! Links Günther Hain, daneben Fritz Klöckner (Zirndorf), rechts mit Schaufel: Dieter Schmudlach. Zur Notgrabung im Mai und Juni 1972 Konrad Radunz + Prof. Dr. Chr. Pescheck + Ewald Kimpel + Max Wild +

5 Grundlage: K. Schwarz, Frühmittelalterlicher Landesausbau … 1984, S. 86, Abb. 51 Lageplan des Gräberfeldes von Weismain-West in der Selitzen Die Hofstatt der ursprünglich zugehörigen Hufe A hat ost- nordöstlich bei Haus Nr. 120 gelegen (1513 der frei- bäuerliche Hof in der Hey- gassen); die der Rodungs- stufe B ist im Bereiche der Häuser 109/113 zu suchen, die Hofstatt einer weiteren karolingerzeitlichen Hufe C ist bei zu 85 und nordöstlich davon anzunehmen. [Nach J. Baptist Müller +] B A C

6 22. März 1972 Schädel auf Grundstück Fick gefunden = Grab 1 Ablauf der Notgrabungen Goldener Anhänger von Bommelohrring, 3 cm lang, aus Grab 2 Grab April 1972 Beim Abstecken der Straße Reste eines Skelettes mit goldenem Anhänger und Eimer angetroffen = Grab 2, von von Konrad Radunz, Schney, geborgen 24. Mai 1972 Ein Bagger erfaßt auf dem Grund- stück Niesel ein Skelett mit Spatha, Eimer, Stabbeschlag, Schere, Klappmesser und Sporen (Resten) = Grab 3.

7 Die Notgrabung im Mai 1972 Mittwoch, 24. Mai 1972 Ein Bagger beginnt mit dem Ausheben eines Kanalisationsgrabens für das Haus Niesel. Dabei trifft er auf das Fußskelett eines frühmaturen Mannes (= Grab 3). Am Fußende steht ein Tränkeimer, rechts davon liegt der End- beschlag eines Stabes (oberes Bild). Neben dem Eimer wurden eine Schere und zwei Klappmesser (Rasiermesser) niedergelegt.

8 Weismain-Selitzen Grab 3, Mann, frühmatur, Beisetzung um Schere (Länge 25 cm) zur Haarpflege und Rasiermesser (Foto Dieter Schmudlach) Burgkunstadt, Burgberg Schere (Länge 22,7 cm), Grabung Klaus Schwarz 1975 (Foto Ivonne Przemuß)

9 1 Spatha, 92 cm lg. (Langschwert) 7 Gürtelschnalle 6 Sporenreste 2 Stabbeschlag: Spitze u. Zwinge 3 Daubeneimer 4 Bügelschere 5 Klappmesser (Rasiermesser) Grab 3

10 Weismain-Selitzen Grab 3, Mann, frühmatur, mit Spatha, Lanzenschuh, Sporentur und Fetzen einer Ringbrünne, Beisetzung um (S CHWARZ 1984: Abb )

11 Amtsstab oder Fahnenlanze Ob es sich bei den Beschlagteilen (2) aus dem Grab 3 um den Endbeschlag eines Amtsstabes oder einer Fahnenlanze handelt, muss derzeit offen bleiben. Aus dem Stuttgarter Psalter: Huldigung König Davids, links zwei Männer mit Stäben – rechts die Gefangennahme Christi. Herodes ist mit einem Amtsstab dargestellt, rechts von ihm ein Hohepriester. Aus dem Psalterium Aureum Sancti Galli: pag. 140, 9. Psalmenbild, 2. Teil. Aufmarsch von Joabs Soldaten. Vorne ein Reiter, der eine Fahnenlanze trägt.

12 Weismain-Selitzen, Lkr. Lichtenfels Grab 3, Mann, frühmatur, Beisetzung um 750 Grab 20, Mann, spätadult, Beisetzung um

13 Die Notgrabung im Mai und Juni Juni 1972 In dem bei einer Verbreiterung der Baugrube angeschnittenen Grab 20 lag neben dem Skelett noch das Unterteil einer (zweiten) Spatha. Das zugehörige Teil bis zur Parier- stange wurde zusammen mit drei Pfeilspitzen, einem Feuerstahl und Resten von Sporen aus dem Aushub geborgen. Grab 6 mit Eimer Grab 20 mit Spatha Grab Mai 1972 Unter Leitung von Prof. Dr. Chr. Pescheck wurde das Gebiet der Baugrube für das Haus Niesel mit Baggerschnitten unter- sucht: Gräber 4-6.

14 Weismain, Grab 20 Vergleiche zum Spathaknauf : London, Westminster Palace, Steinsvik, Norland (Norwegen) (SCHWARZ 1984: Abb. 67, Foto Dieter Schmudlach)

15 Weismainer Funde in der Prähistorischen Staatssammlung in München (1975)

16 Kampf des David gegen Goliath Stuttgarter Psalter, um 820, David mit karolingerzeitlichem Schild, Spatha und Lanze (M ARTIN 1996: Abb. 223)

17 Fränkischer Edler mit Schwert (8. Jh.) Fresko in der Apsis der St. Benedikt-Kirche von Mals/Malles Venosta (Südtirol): Weltlicher Stifter [Bild: Wiki Common]St. Benedikt-KircheMals Schwert und Stab bzw. Fahnenlanze als Rechtssymbole Brakteat von Halle: Bischof mit Fahne - aus dem Fund von Gerstenberg bei Altenburg Brakteat von Magdeburg: Moritz mit Schwert und Fahne ( )

18 Karl ernennt Roland zum Statthalter von Spanien / Roland gibt eine Probe seiner Kraft (unten: Lanzenwunder) Links im oberen Register kniet Roland im roten Waffenrock vor Karl, der in einem fellgefütterten Mantel auf einen Thron sitzt und Roland zum Statthalter Spaniens krönt, wobei er ihm auch die Fahnenlanze übergibt; auf der rechten Seite stehen Bischof Turpin und zwei Waffenträger. Unten reiten von links Karl und sein Gefolge, von rechts Roland mit seinen Rittern, darunter Turpin, aufeinander zu; Roland stösst den Lanzenschaft in einen Stein, so dass er darin versinkt, was seine Auser- wählung durch Gott beweist. St. Gallen, Kantonsbibliothek Vadiana, VadSlg Ms. 302 II_26v Abbildungen von Fahnenlanzen

19 Der Heidenkönig Palligan lässt seine Truppen vor der Schlacht ein Götzenbild anbeten Karl und Palligan im Zweikampf Oben links beten heidnische Krieger zu einem Götzenbild; in der Mitte reitet der persische König Palligan in Richtung dieses Bildnisses, ihm folgt ein von Ochsen gezogener Streitwagen. St. Gallen, Kantonsbibliothek Vadiana, VadSlg Ms. 302 II_62r Abbildungen von Fahnenlanzen Rudolf von Ems, Weltchronik. Entstehungsort: Zürich. Entstehungszeit um 1300.

20 Berittene Krieger mit Sporen St. Gallen, Psalterium Aureum, vor 883 (K UNST UND K ULTUR DER K AROLINGERZEIT 1999 III: 314, Abb. 3) Verzierter Sporn und Riemenzunge aus Grab 79 (links) Sporen waren im Weismainer Friedhof 5 mal vorhanden.

21 Weismain-Selitzen Grab 46, Mann, frühmatur mit Sporengarnitur (Länge 18,6 cm und 18,8 cm), Beisetzung um 800 (SCHWARZ 1984: Abb. 57, 70, Foto Dieter Schmudlach) Sporen waren im Weismainer Gräberfeld 5 mal vorhanden.

22 Zeichnerische Rekonstruktion des hölzernen Eimers aus Grab 83 von Grafendobrach Funde aus den Gräbern 3 und 20 aus dem Friedhof von Weismain, links die Eisenreifen des Eimers aus Grab 3, oben die beiden Spathen Holzeimer als Beigaben Rekonstruktion eines Holzeimers aus Grab 8 des Friedhofs von Wirbenz, Gde. Speichersdorf, Lkr. Bayreuth

23 Verteilung der eisenbeschlagenen Holzeimer (4 mal) im Gräberfeld und der Beigabe von Geflügel (18 mal) Plan in Klaus Schwarz, Frühmittelalterlicher Landesausbau … 1984, S. 91, Abb. 55 Die Rekonstruktion des Holzeimers veranschaulicht die Verwendung der Eisenreifen zum Zusammenhalten der hölzernen Dauben und zum Anbringen der Henkel (an Attaschen). [Bild aus dem ArchaologieMuseum Oberfranknen in Forchheim] Rekonstruktion eines Holzeimers aus Grab 8 des Friedhofs von Wirbenz, Gde. Speichersdorf, Lkr. Bayreuth

24 Dezember 1972: Landeskonservator Klaus Schwarz bei der Dokumentation der Gräber 69, 70 und 71 Grab 69 Grab 71, 70, 69

25 Grab 70, 71, 72 Grab 72, 71, 70Pfosten 2 Pfostengrube 1 Grab (70), 71 und 72 mit Pfostenspuren eines hölzernen Überbaus, einer Memoria = Grabkapelle Grab 69

26 Ausgrabungen des Landesamtes für Denkmalpflege 1) : Gräber ) : Gräber (Flächen 3 - 5) 3) : Gräber (Flächen 6 - 8) Grabungstechniker D. Klonk (mit Zeichenmappe), rechts davon Th. Kubiczek vor dem Neubau Niesel J. B. Müller + Th. Kubiczek + August 1972

27 Vorläufiger Plan mit den Flächen 2 ( ) und 3 ( ) Gelb: Notgrabung des CHW im Mai und Juni: Gräber 3 bis 21 - rot: Kreisgräben – schwarz: Gruben

28 Frauengrab 147 Ein Skelett wie aus dem Bilderbuch, ausgestattet mit zwei Schläfenringen Einer von zwei Kopfschmuck- ringen aus Bronze Deutlich zeichnet sich die Grabgrube als dunkle Verfärbung ab. Gewandnadel aus Bronze

29 Weismain-Selitzen Grab 147, Frau, frühmatur, Beisetzung um 800 (PÖLLATH 2002: Taf. 83) Oben Mitte Bronzenadel (Länge 11,4 cm) aus den frühen Siedlungsschichten vom Burgberg zu Burgkunstadt (Foto: Ivonne Przemuß), unten links Nadeln und rechts Schläfenringe u. a. aus dem Friedhof von Weismain

30 Fragmente zweier silberner Halsringe Frauengrab 47 Einer von vier silbernen Kopfschmuckringen

31 Weismain-Selitzen Grab 2, Frau, Jahre alt, Beisetzung um oder kurz nach 700, Goldbommel (Länge 3 cm) eines Ohrrings im Halsbereich und geböttcherter Eimer (S CHWARZ 1984: Abb. 58, Foto Dieter Schmudlach) Kirchheim bei München (C HRISTLEIN 1981: Abb. 136) Großgartach bei Heilbronn (A LAMANNEN 1997: Abb. 304) Frankfurt-Dom Grab 95, Mädchen, Beisetzung um 675 (H AMPEL 1994: Abb. 73)

32 Weismain-Selitzen Grab 53, Mädchen, 19 Jahre alt, Beisetzung um oder kurz nach 800, zwei Paare silberner Kopfschmuckringe (Reifdurchmesser 3,4-3,5 cm) mit rhombischen Anhängern, Messer und geböttcherter Eimer (PÖLLATH 2002, Taf. 162, SCHWARZ 1984: Abb. 47)

33 Linz-Zizlau, Oberösterreich, Grab 83 (D ANNHEIMER & D OPSCH 1988: Abb. 171) Stará Kouřim, Bez. Kolin, Böhmen Grab 106 (E UROPAS M ITTE 2000 K: 214) Steinhöring, Lkr. Ebersberg, Grab 11 (W AMSER (Hrsg.) 2004: 403) Weismain, Grab 53: 2 von 4 Gehängeringen

34 Matzhausen, Lkr. Neumarkt in der Oberpfalz Grab 2-3, Mädchen und/oder Frau, Beisetzung im 9. Jahrhundert (M ENGHIN 1990: Taf )

35 Grab 166 von Alladorf : SR mit aufgeschobenerPerle aus Silberblech mit filigranen Silberdrahtauflagen Grab 166 von Alladorf : 2 Paare mit je drei Schläfenringen Grab 202: 4 Perlen aus Silberblech Trageweise der Schläfenringe an einem Stirmband (nach Ralph PÖLLATH) Schläfenringe - Kopfschmuckringe

36 Schläfenringe an einem Stirmband (nach Ralph PÖLLATH) Trageweise der Schläfenringe bzw. Kopfschmuckringe Mockersdorf, Lkr. Neustadt an der Waldnaab: Grab 14 (8./9. Jhdt.) mit 2 silbernen Schläfenringen, 284 Glasperlen, einem Eisenmesser und einem bronzenen Fingerring (Grabung 2003); Versuch einer Rekonstruktion der Trageweise des Kopfschmucks an einer Haube [Sonderausstellung Archäologie ohne Grenzen in Neustadt am Kulm]. Rekonstruktion eines Stirnbandes bzw. einer Haube von Wirbenz, Gde. Speichersdorf, Lkr. Bayreuth, die mit zwei Schläfenringen und Glasperlen verziert war. [Ausgrabungen und Funde 24, 2003/2004 S. 22 Tafel 10. Das Bild in der Mitte aus Haberstroh Claudia, Das frühmittelalterliche Gräberfeld von Wirbenz, S. 115 Abb. 6 ]

37 Perlenketten aus Frauengräbern von Alladorf und Weismain (Mitte): insgesamt in 21 Gräbern Man zeigte schon immer gern, was man hat Punzverzierter Armreif aus Grab 57 aus dem Weismainer Friedhof Kette mit Perlen aus Silberblech Grab 202

38 Messer waren für Männer und Frauen nützlich Messer aus Grab 60 von Alladorf mit Scheidenbeschlag aus Eisen, daneben die Rekonstruktion 18,2 cm langes Messer aus dem Frauengrab 139 mit verzierten Griffschalen aus Bein und Resten der Leder- scheide mit Fransen Verschiedene Messer im Landschaftsmuseum Obermain von unterschiedlichen Fundorten

39 Was sonst noch nützlich war Feuerstahl aus Grab 20 mit Schlagsteinen Fleischspieß aus Grab 79 Römischer Silberdenar aus Grab 206, 18/17 v. Chr geprägt; Vorderseite: Kopf des Kaisers Augustus (31 vor bis 14 nach Chr. Rückseite: Quadriga und huldigende Parther auf Triumphbogen Ein Feuerstahl wurde 4 mal angetroffen.

40 Frühmittelalterliche Gräberfelder in Nordbayern Merowinger- und karolingerzeitliche Transformationsprozesse zwischen autochthoner Bevölkerung sowie Germanen und Slawen (L OSERT 2007: Abb. 5)

41 Erste Missionskirchen für die Main- und Regnitzwenden Um 793/794 beauftragte Karl der Große (* 747, 768 fränkischer König, 800 Kaiser, 814) den Würzburger Bischof Bernwelf (768/ ), bei den Main- und Regnitzwenden 14 Missionskirchen zu errichten....ut in terra sclavorum, qui sedent inter Moinum et Radentiam fluvios, qui vocantur Moinvinidi et Radanzvinidi una cum comitibus, qui super eosdem sclavos constituit erant, procurrassent, ut inibi sicut in ceteris christianorum locis ecclesiae construerentur, quatenus ille populus noviter ad christianitatem conversus habere potuisset, ubi et baptismum perciperet et praedicationem audiret...

42 Missionskirchen Karls des Großen für die Main- und Regnitzwenden, nach 793 (A NDRASCHKE 2007: Abb. 1)

43 Grabstein des Abtes Wolfher von Münsterschwarzach ( ) mit dem Bild Johannes des Täufers, daneben zwei bartlose Männer in Schwurhaltung, die vielleicht dem Heidentum abschwören. Original in der Kirche von Großbirkach.

44 Das Diedenhofener Kapitular Karls des Großen von de negotiatoribus qui partibus Sclavorum et Avarorum pergunt... …ut arma et bruneas non ducant ad venundandum... Der Mittelabschnitt Abstand Luftlinie Hallstadt 26 km (1 Tag) Forchheim 82 km (3 Tage) Premberg 24 km (1 Tag) Regensburg (L OSERT 2009: Abb. 3, nach H ÜBENER 1998: Abb. 1)

45 Altenkunstadt und Burgkunstadt

46 Altenkunstadt, Lkr. Lichtenfels (S CHWARZ 1976: Abb ) vorbambergische Urpfarrei und Missionskirche für die Mainwenden? Das zeitliche und ursächliche Verhältnis zwischen den benachbarten Orten Altenkunstadt und Burgkunstadt ist bislang weitgehend unbekannt. Die früheste Nennung der ersten Hälfte des 8. Jahrhunderts könnte sich auch auf Altenkunstadt bezogen haben. Johann Baptist Müller vermutete, daß Altenkunstadt aus einer durch jüngere Flurnamen erschlossenen Siedlung namens Lindahi/Lintech hervorging.

47 Altenkunstadt, St. Kilian Untersuchung 1982, karolingerzeitlicher Massivbau mit halbrunder Apsis über älterer Nekropole (M ÜLLER 1984: Abb. 12, Z ITTLAU U. A. 1986: Abb. 1-2)

48 Altenkunstadt, St. Kilian Grab 20 und 21 direkt unter dem Apsisscheitel der ersten Steinkirche, Mädchen oder Frauen mit silbernen Kopfschmuckringen, Anhänger aus Goldblech und zwei Glasperlen, Beisetzung im 8./9. Jahrhundert (A BELS, S AGE & Z ÜCHNER 1996: 158, Z ITTLAU U. A. 1986: Abb. 3)

49 Burgkunstadt in verkehrsgünstiger Lage an der Ost-West Route von Frankfurt über die Egerer Senke nach Böhmen (S CHWARZ 1976: Beilage 1)

50 Slawische Siedlungsnamen in Nordbayern (J ANKA 2007: 126)

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53 Weismain-Selitzen Ergraben sind 210 Gräber, davon 117 Erwachsene (42 Männer, 52 Frauen) und 92 Kinder. Die Kindersterblichkeit betrug 44%. Von insgesamt 259 untersuchten Individuen 103 als männlich und 131 als weiblich bestimmt. Bei 25 Skeletten war das Geschlecht fraglich. Belegung vom frühen 8. Jahrhundert bis um 850. Die Grenzen der Nekropole wurden zumindest im Süden und Westen teilweise erreicht (LEINTHALER 1992: Abb. 2). Auffallend sind fünf Kreisgräben, die teils aber nicht zu Grabhügeln gehörten Siehe wieder Sendrecht für die Main- und Regnitzwenden bzw. Bestattungen in und/oder bei Hügeln-hougir

54 Die räumliche Verteilung der Gräber der Hufenbauern- familien (im Westen) und der Leibeigenen (im Osten ) innerhalb des untersuchten Teiles des Ortsfriedhofes Weismain-West. Die Kreise entsprechen den Standspuren einhegender Zäunchen oder Pfahlringe; gerissene Kreislinien sind bei den Gräbern eingetragen, welche vielleicht mit einem flachen, runden Hügel über- wölbt waren. [Klaus Schwarz 1984, S. 117, Abb. 71] Vermutete Standorte der Hofstellen A, B und C Belegungsabfolge im Gräberfeld: 6 Generationen vom 8. bis zum 9. Jhdt.

55 Beim Ausheben eines Fundamentgrabens fand Herr Ottmar Fick 1974 das Köpfchen eines hochmittelalterlichen Kruseler Püppchens. Als Herr Fick nach weiteren Teilen suchte, fand er noch diese Scherben eines frühslawischen Gefäßes (aus dem 7. Jahrhundert). Kruseler Püppchen aus Nürnberg (14. bis Anfang 15. Jahrhundert)

56 Weismain-Selitzen Verlagerte frühslawische Keramik des 7. Jahrhunderts Regensburg-Großprüfening Urnenbestattung 9, Mädchen (infans I), Frau (frühadult) und zwei Knaben (infans I und II), Gefäßhöhe 18,5 cm Beisetzung im letzten Drittel des 6. Jahrhunderts

57 Burgkunstadt-Burgberg, St. Josefsanstalt Slawische und ostfränkische Keramik des 7./8. Jahrhunderts aus Siedlungsschichten vor Entstehung der ältesten bekannten Umwehrung (L OSERT 1993: Taf. 76, Fotos Hans Losert)

58 Burgkunstadt-Burgberg St. Josefsanstalt Untersuchung 1973 Günther Hain und Dieter Schmudlach Gefäß des 7./8. Jahrhunderts aus Siedlungsschichten vor Entstehung der ältesten bekannten Umwehrung (L OSERT 1993: Taf. 79;1, Foto Dieter Schmudlach)

59 Frühslawische verzierte Ware von Dietstätt der Grabung 2007 (D. Sch.)

60 Bamberg, Domberg, Alte Hofhaltung DFG-Projekt Babenburg Frühslawische Keramik des 7./8. Jahrhunderts (L OSERT 1993: Taf. 6, Fotos Hans Losert)

61 Fränkischer Edler mit Schwert (8. Jh.) Fresko in der Apsis der St. Benedikt-Kirche von Mals/Malles Venosta (Südtirol): Weltlicher Stifter [Bild: Wiki Common]St. Benedikt-KircheMals Lebendige Archäologie Herr Bernd Gerstner, Schirradorf, hat sich bereits seit Jahren mit der experimentellen Archäologie beschäftigt. Er hat nun eine Reihe mittelalterlicher Fund- stücke nachgearbeitet bzw. nacharbeiten lassen. Diese Replikate können nun einen guten Eindruck davon vermitteln, wie die Bodenfunde früher einmal ausgesehen haben. Das ist Archäologie zum Anfassen (Begreifen)!

62 LITERATURAUSWAHL Allgemein: BERGMANN, Rolf, DIPPOLD,Günter, HABERSTROH, Jochen, LANGE, Christian, WEISS, Wolfgang. (Herausgeber) 2007: Missionierung und Christianisierung im Regnitz- und Obermaingebiet. Historischer Verein Bamberg, Schriftenreihe Band 41. Bamberg. Altenkunstadt ZITTLAU, Reiner, PFEIL, Christoph und KNEFELKAMP-MÜLLERSCHÖN, Katharina 1986: Die Ausgrabung im Chor der Pfarrkirche von Altenkunstadt. Geschichte am Obermain. Colloquium Historicum Wirsbergense. Band 15, 1985/86: Bamberg. Burgkunstadt HAIN, Günther und SCHMUDLACH, Dieter 1975: Die Notgrabung 1973 in der Altenburg von Burgkunstadt. Colloquium Historicum Wirsbergense. Geschichte am Obermain. Band /75: Bamberg. LOSERT, Hans 1993: Die Keramik des frühen bis hohen Mittelalters in Oberfranken. Zeitschrift für Archäologie des Mittelalters. Beiheft 8. Köln, Bonn. MÜLLER, Johann Baptist 1976: Weismain in den Urkunden des Klosters Fulda. Ein Beitrag zur frühmittelalterlichen Geschichte von Weismain. Colloquium Historicum Wirsbergense. Geschichte am Obermain. Band /76: Bamberg. - MÜLLER, Johann Baptist 1984: Ehemalige karolingische Burgstadt Burgkunstadt. Colloquium Historicum Wirsbergense. Geschichte am Obermain. Band /84: MÜLLER, Johann Baptist 1984: Burgkunstadt. Eine karolingische Burgstadt. Von ihren frühmittelalterlichen Anfängen bis ins hohe Mittelalter. Festschrift zum 60jährigen Bestehen des Colloquium Historicum Wirsbergense. SCHWARZ, Klaus 1984: Frühmittelalterlicher Landesausbau im östlichen Franken zwischen Steigerwald, Frankenwald und Oberpfälzer Wald. Römisch-Germanischen Zentralmuseum. Monographien, Band 5. Mainz. Weismain PÖLLATH, Ralph 2002: Karolingerzeitliche Gräberfelder in Nordostbayern. Eine archäologisch-historische Interpretation mit der Vorlage der Ausgrabungen von K. Schwarz in Weismain und Thurnau-Alladorf (4 Bände). München, Scheßlitz. - SCHWARZ, Klaus 1975: Der frühmittelalterliche Landesausbau in Nordost-Bayern - archäologisch gesehen. Ausgrabungen in Deutschland. Monographien des Römisch-Germanischen Zentralmuseums. Band 1. Teil II


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